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04-03-2019 | Privatkunden | Infografik | Article

Deutsche offen für Finanzprodukte von Tech-Riesen

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2 min reading time

Bislang galten die Deutschen als treue Bankkunden. Doch eine aktuelle Studie zeigt, dass mittlerweile mehr als die Hälfte auch Finanzangebote von branchenfremden Konzernen wie Apple, Google oder Amazon nutzen würde.

"Das große Vertrauen der Bankkunden in die etablierten Technologiekonzerne sollte die Kreditinstitute alarmieren", erläutert Bain-Partner Dirk Vater, Leiter der Praxisgruppe Banken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, das Kernergebnis der Studie. Durch diesen Trend drohten etablierten Instituten nicht nur Ertragseinbußen, sondern auch der Verlust regelmäßiger Kundenkontakte und Informationen. Für die internationale Studie "In Search of Customers Who Love Their Bank" befragte das Beratungshaus Bain & Company rund 152.000 Bankkunden in 29 Ländern, darunter 9.600 in Deutschland.

Vor allem unter den jüngeren Teilnehmern bis 34 Jahren ist in Deutschland die Bereitschaft, ein Finanzprodukt von einem etablierten Technologieunternehmen zu erwerben, mit über 60 Prozent besonders hoch. Insgesamt vertrauen 56 Prozent der Befragten aller Altersklassen zumindest einem der großen Internet-Riesen mehr als der Bankbranche insgesamt. Als besonders verlässlich werde dabei der Bezahldienst Paypal eingestuft, heißt es. Als vertrauenswürdig schätzen Verbraucher hierzulande aber auch Amazon, das Versandhandelsunternehmen Otto sowie Google ein.

Direktbanken haben die loyalsten Kunden

Doch trotz der Zurückhaltung gegenüber der Bankbranche selbst, sind laut Umfrage aktuell noch immer viele Privatkunden ihrer Hausbank treu. Laut Studie verfügen vor allem Direktbanken wie ING oder DKB in Deutschland über die loyalsten Kunden. Ihr wichtigster Erfolgsfaktor liege in der Nutzung der digitalen Kanäle für das Retail-Banking, heißt es zur Begründung. "Mittlerweile erfolgen fast 92 Prozent aller Interaktionen von Kunden mit ihrer Bank, ohne dass sich ein Bankmitarbeiter einschaltet", heißt es in der Analyse. Und immer häufiger nutzen die Deutschen dafür Tablet oder Smartphone. Den traditionellen deutschen Geldhäusern rät Bain-Partner Markus Bergmann daher zur Nutzung einer einfachen digitalen Interaktion.  

Auch die Entwicklung unternehmensübergreifender Geschäftsmodelle ist ein wichtiger Schritt, um im Wettbewerb mit großen Technologiekonzernen zu bestehen. So bezahlen der Bain-Studie zufolge 85 Prozent der Bundesbürger ihre Einkäufe bar. Auf Platz zwei der beliebtesten Zahlungsmittel liegt mit 73 Prozent bereits Paypal, noch vor EC- und Kreditkarte mit 69 beziehungsweise 54 Prozent. "Ein Schlüssel zum Erfolg im digitalen Zeitalter sind gemeinsame Plattformen", meint Bergmann. "Die Zeit der Insellösungen einzelner Institutsgruppen oder gar einzelner Banken ist vorbei." Banken müssten ihre Beratungskompetenz ausspielen und als vertrauenswürdiger Partner auftreten, sagt Vater. "Gelingt ihnen dies beispielsweise bei Firmengründungen oder einem Hauskauf, besitzen sie ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber den Technologiekonzernen."

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