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About this book

Beinahe drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer, der nachfolgenden Wiedervereinigung und der rechtlichen und wirtschaftlichen Übertragung des Systems der Städtebauförderung auf die neuen Bundesländer blicken wir auf eine Generation der Stadterneuerungspraxis zurück. Inzwischen ist diese Zeitepoche fast länger und in vielerlei Hinsicht auch facettenreicher als die davor liegenden Jahre, in denen sich die Stadterneuerung seit den 1950er Jahren in der alten Bundesrepublik und der DDR auf ihre je eigene Weise herausgebildet und zum ersten Mal systematisch entfaltet hatte. Zum Zeitpunkt der „Wende“ verlegte sich der Blick auf den erheblichen Sanierungsbedarf der ostdeutschen Altstädte. Hatte es anfangs noch geheißen, die Stadterneuerung in Ostdeutschland sei eine Aufgabe, die eine ganze Generation von Fachleuten für Jahrzehnte beschäftigen würde, so zeigt sich inzwischen ein völlig verändertes Bild.

Table of Contents

Frontmatter

Die Rolle von Stiftungen in der Stadterneuerung

Zusammenfassung
Stiftungen werden von Politik und Verwaltung in Kommunen oft nur wenig als Instrument und Partner der Stadterneuerung wahrgenommen. Der Beitrag beschreibt am Fallbeispiel der Stiftung trias verschiedene Modelle und Aktionsfelder von Stiftungen bei der Förderung von gemeinwohlorientierten Stadterneuerungsprojekten. Neben der direkten Förderung von Projekten wird dabei ein besonderer Fokus auf eine gezielte Anlagestrategie des Stiftungsvermögens in solchen Projekten gelegt. Die Stiftungsprojekte verweisen auf eine zunehmende Vielfalt von aktiven „Stadtmachern“, sie sind zugleich ein Indiz für eine emanzipierte und selbstbewusste Stadtgesellschaft und in vielen Städten nicht mehr wegzudenken.
Rolf Novy-Huy

Die veränderte Rolle der Wohnungswirtschaft in den Großen Siedlungen

Zusammenfassung
Die Veränderungen der deutschen Wohnungsmärkte in den letzten Jahrzehnten war tiefgreifend. Die Ära der Privatisierung 1994–2008 lässt sich durch den Beginn des Altschuldenhilfegesetzes in Ostdeutschland (und Berlin) datieren, denn seitdem wurde den Kommunen nahegelegt, sich von Beständen ihrer öffentlichen Wohnungsunternehmen zu trennen (damals: um Altschulden der DDR-Unternehmen tilgen zu können). Dresdens Verkauf der WOBA war der Höhepunkt, seit der Finanzkrise nimmt die öffentliche Hand weitgehend von Verkäufen Abstand.
Arvid Krüger

Stadtumbau und Kultur

Neue Zugänge zur Vermittlung von städtischen Umbauprozessen
Zusammenfassung
Gerade in schrumpfenden Kommunen erscheint es als besonders wichtig, die Realität des Schrumpfens, die damit verbundenen Verlusterfahrungen und notwendigen städtischen Umbauprozesse mit anderen Mitteln und über neue Zugänge besser verständlich zu machen und Betroffene zu aktivieren. In letzter Zeit werden hierfür vermehrt auch künstlerische Ausdrucksformen genutzt. Basierend auf eigenen Erfahrungen des Autors ist es zentrales Anliegen des Beitrags, den Gegenstand solcher kulturellen Prozesse im Stadtumbau als Forschungsgegenstand aufzurufen und genauer zu untersuchen. Eine deutschlandweite Befragung der Stadtumbaukommunen liefert erstmals statistisches Material zum Thema, das dann in vier vertiefenden Fallstudien anschaulich wird. Für die Planungspraxis werden mögliche Aktionsfelder katalogisiert und Anwendungsprinzipien abgeleitet. Am Ende wird deutlich, dass Kunst und Kultur nicht schmückendes Beiwerk der Planung sondern ein eigenständiger Bestandteil im Stadtumbauprozess sein können.
Thomas Fischer

Civic Crowdfunding

Ein Instrument für eine lebendige Stadtentwicklung
Zusammenfassung
In den letzten Jahren widmeten sich insbesondere Blogbeiträge und Zeitschriftenartikel mit der Thematik des Urbanism Crowdfundings, wobei sich die Auseinandersetzungen mit der Idee, das Schwarmfinanzierungsprinzip auf Projekte der Stadtentwicklung zu übertragen, deutlich in ihrer Tiefe und Motivation unterschieden. Während die Thematik von einem Großteil der Planenden und Stadtpolitiker*innen unkommentiert blieb, wurde das Konzept besonders von Internetblogger*innen und Stadtaktivist*innen enthusiastisch als das neue Instrument für eine demokratische und partizipative Stadtentwicklung angepriesen.
Melana Jäckels

Nutze die Stadt!

Urban Art in der Stadterneuerung
Zusammenfassung
Der bewusste Einsatz von Urban Art als Instrument der Stadterneuerung ist ein relative neues Phänomen. Dabei reicht die Spanne von umfassenden künstlerischen Gestaltungen bis zu punktuellen Gestaltungen von Schaltkästen. Die Furcht vor inkontrollierte „Schmierereien“ scheint in der Fachwelt einer breiten Akzeptanz gewichen zu sein. Die fast einen ganzen
Stadtteil einbeziehende Freiraumgalerie im vernachlässigten Osten der Stadt Halle (Saale) gilt als interessantes Experimentierfeld für Kunst und Kultur.
Delia Rothas

Perspektiven der Städtebauförderung

Plädoyer für die planungsrechtliche Sicherung der Förderprogrammatik
Zusammenfassung
Die Stadterneuerungspolitik hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, von der großflächigen Flächensanierung in den 1970er Jahren über die behutsame Stadterneuerung in den 1980er Jahren bis hin zu einer ausdifferenzierten Programmatik, die neben der baulichen auch zahlreiche sozioökonomische Schwerpunkte enthält. Die Aufgaben wandelten sich über die Jahrzehnte von Modernisierungsbetreuungen hin zu komplexen Management-Leistungen in strukturell, sozial oder ökonomisch benachteiligten Quartieren. Die Frage ist, inwiefern sich diese Ausdifferenzierung künftig auch im Sanierungsrecht widerspiegeln könnte (§§ 136ff BauGB), wo teilweise noch die Terminologie der 1970er Jahre verwendet wird – insbesondere die Schwerpunkte Stadtumbau und Soziale Stadt sind zwar gesondert erwähnt, aber nicht wirklich in die Rechtssystematik integriert.
Detlef Kurth

Erfahrungen mit der Sozialen Stadt

Auf dem Weg zu einem Leitprogramm der Städtebauförderung?
Zusammenfassung
Der Beitrag von Uwe Altrock behandelt aufbauend auf den Ergebnissen der zweiten Zwischenevaluierung des Programms Soziale Stadt, inwieweit letzteres zum Leitprogramm der Städtebauförderung geworden ist, ein Anspruch, der vor einigen Jahren im Zusammenhang mit einer umfassenden Erhöhung des zur Verfügung gestellten Mittelrahmens an das Programm herangetragen wurde. Dazu bilanziert er die Stabilisierungserfolge des Programms und seine Grenzen. In einem Ausblick geht er darauf ein, wie vor diesem Hintergrund die ressortübergreifende Zusammenarbeit in der Quartiersentwicklung positiv weiterentwickelt werden könnte.
Uwe Altrock

Zukunft Stadtraum – Entwicklung von Straßen und Plätzen als wichtige Aufgabe der Stadterneuerung

Zusammenfassung
Der öffentliche Raum hat unterschiedliche Gesichter, Charaktere und Funktionen. Er tritt als Grünanlagen, Fußgängerzonen und Einkaufspassagen in Erscheinung. Doch auch Spielplätze, Friedhöfe und öffentlich zugängliche Einrichtungen stellen öffentliche Räume dar (vgl. Wentz 2010, S. 458). Im Fokus dieses Beitrags steht der öffentliche Stadtraum.
Philipp Kopp

Biologische Vielfalt und Stadterneuerung

Potenziale und Grenzen der Städtebauförderung
Zusammenfassung
Urbane Landschaften haben eine besondere Bedeutung für die Erhaltung und die Förderung der biologischen Vielfalt. Biologische Vielfalt in der Stadt ist die Voraussetzung für Ökosystemleistungen, die in ihrer Bandbreite von der Regulation des Mikroklimas bis hin zur Ermöglichung von Naturerleben und naturnaher Erholung eine wichtige Grundlage für die Umwelt- und Lebensqualität in Städten darstellen. Es liegt daher sehr nahe, Biodiversität auch zum Gegenstand von Städtebauförderung und Besonderem Städtebaurecht zu machen.
Stefanie Rößler, Elisa Böhme, Juliane Mathey, Robert Knippschild

Das verkannte Ausmaß ökologischer Herausforderungen

Einflussfaktoren für die Stadterneuerung und Stadtplanung
Zusammenfassung
Die Erde steht, so lautet eine gut fundierte, von einem breiten naturwissenschaftlichen Konsens getragene Einschätzung (IPCC 2014; im Überblick Ekardt 2016: § 1 B.), vor einer einschneidenden globalen Erwärmung um drei bis sechs Grad Celsius im Laufe des 21. Jahrhunderts, die durch (primär) menschlich verursachte hohe Treibhausgasausstöße ausgelöst wird, im Kern – neben Landnutzungsaspekten – durch eine starke Nutzung fossiler Brennstoffe in Bereichen wie Energieerzeugung, Produktion, Landwirtschaft, Gebäudewärme, Stromversorgung und Mobilität. Allein um die Stromversorgung geht es also keinesfalls, auch wenn sich die Debatte in Deutschland darauf mitunter stark konzentriert. Ein Klimawandel in besagter Größenordnung droht nach dem zitierten naturwissenschaftlich-ökonomischen Kenntnisstand massive ökonomische Schäden, große Migrationsgefährdungen, existenzielle Gefährdungen für Millionen Menschen und in letzter Instanz gewaltsame Auseinandersetzungen um schwindende Ressourcen wie Nahrung und Wasser auszulösen.
Felix Ekardt

Climate Improvement Districts

Erste Ansätze zur Gestaltung eines neuen Instruments für die Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in Wohngebieten
Zusammenfassung
Der Beitrag diskutiert anhand ausgewählter Kernelemente eines Urban Improvement Districts die Möglichkeiten und Grenzen eines neuen Instruments zur Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen: Climate Improvement District (CID). Ausgangspunkt ist dabei § 171f BauGB zur Förderung von Privaten Initiativen zur Stadtentwicklung. Mit CID könnten auf Grundlage eines Maßnahmen- und Finanzierungskonzepts die Maßnahmen in Wohnquartieren gemeinsam erarbeitet und umgesetzt werden. Zur Finanzierung zahlen alle Eigentümer in einem Quartier eine (Pflicht-)Abgabe. Die Umsetzung erfolgt durch einen Aufgabenträger. Anschließend wird das neue Instrument mit der Städtebauförderung verknüpft. CID könnten einen entscheidenden Beitrag zur weiteren Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen leisten.
Jens Kunert

Innenstadtmanagement

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Instrumentes in der Stadterneuerung
Zusammenfassung
Der Aufgabenschwerpunkt der Innenstadtentwicklung rückt in den letzten Jahren immer stärker in den Blick des Bundes und der Länder, was durch die Etablierung verschiedener Länderinitiativen, Forschungsprojekte oder Förderprogramme deutlich wird. Neben formellen und informellen Instrumenten kommt zunehmend die Managementkomponente zum Einsatz, die auch im Rahmen von EU-, Bundes- und Länderförderungen finanzielle Unterstützung erhält und vorwiegend die Bezeichnung City-, Innenstadt-, Zentren- oder Quartiersmanagement trägt.
Ziel dieses Beitrags ist es, den innovativen und aktivierenden Ansatz eines Innenstadtmanagements zu verdeutlichen, potenzielle Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Instruments darzustellen und letztlich den Bezug zur Städtebauförderung und Stadterneuerung herzustellen.
Alessa Strubel

Vom Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept zum laboratorium responsive planning

Zusammenfassung
Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) ist in der Stadtplanung heute unangefochten und unverzichtbare Voraussetzung in der Städtebauförderung. Dabei hat das Planungsinstrument ISEK bei allen unbestreitbaren Vorteilen auch erhebliche Nachteile, die bisher wenig thematisiert wurden. Das ISEK ist nicht für jeden Standort und jede Planungsaufgabe die beste Herangehensweise. Aufgrund der hohen Komplexität der Stadterneuerungsprojekte gelangen synoptische Planungen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Gerade bei kleineren, kreisangehörigen Städten und Gemeinden stellt ein flexibles, inkrementelles Planungssystem oftmals die bessere Lösung dar. Das Verfahren responsive planning skizziert eine solche alternative Planungsmethodik, welche die vor Ort vorhandenen Chancen auf Entwicklung optimal zu nutzen in der Lage ist, in dem sie die bestehenden Ressourcen auf das situativ Machbare konzentriert. Responsive planning kann durch Fokussierung auf reduzierte Ziele – do fewer things and do them better – zu einer größeren Wirksamkeit von Stadterneuerungsprojekten führen.
Markus Hirth

Die Städtebauförderung vor neuen Herausforderungen

Zukunftsthemen und instrumentelle Veränderungen
Zusammenfassung
Die Städtebauförderung in Deutschland hat eine lange Tradition. Gemeinsam mit Ländern und Kommunen finanziert der Bund seit fünf Jahrzehnten Maßnahmen zur städtebaulichen Erneuerung und Stabilisierung der Städte und Gemeinden. Dabei wurde dieses zentrale Instrument der Stadtentwicklung in Deutschland immer wieder an die aktuellen Herausforderungen angepasst. Neue Themen sind auf die Agenda gekommen, andere haben an Bedeutung gewonnen. Daher sind neue Instrumente bzw. die Weiterentwicklung von bewährten Instrumenten notwendig, um adäquat auf neue Aufgaben reagieren zu können. Aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Leipzig-Charta hat sich der 11. Bundeskongress zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik im Jahr 2017 intensiv mit diesen Fragen beschäftigt und insbesondere für die Städtebauförderung in Deutschland nach adäquaten Antworten gesucht. Im Zuge dessen befasst sich der vorliegende Artikel mit der Weiterentwicklung der Städtebauförderung. Er enthält zwölf Thesen zur zukünftigen inhaltlichen und instrumentellen Ausrichtung.
Ralf Zimmer-Hegmann, Mona Wallraff, Nils Hans

Öffentliche Räume als Begegnungsorte in stadtgesellschaftlich vielfältigen Quartieren

Zusammenfassung
Öffentliche Räume sind immer wieder Gegenstand des sozial- und raumwissenschaflichen Diskurses. Ihnen werden zahlreiche soziale, ökologische, ökonomische und politische Funktionen zugesprochen, die von essenzieller Bedeutung für die Entwicklung unserer Städte sind. Welchen Beitrag leisten öffentliche Räume in stadtgesellschaftlich vielfältigen Quartieren wirklich für den sozialen Zusammenhalt vor Ort? Geleitet von dieser Frage ging der Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen 2016 in einer vom Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) geförderten Studie der Nutzung, Wahrnehmung und Bedeutung öffentlicher Räume in ebensolchen Quartieren nach.
In diesem Beitrag wird zunächst der aktuelle Stand der Debatte um die Bedeutung der öffentlichen Räume als potenzielle Begegnungsorte für die Stadtgesellschaft dargestellt. Anschließend wird dieser Aspekt anhand der drei in der Studie durchgeführten Fallstudien in Aachen, Essen und Saarbrücken beleuchtet. Abschließend werden erste Ergebnisse für die Praxis abgeleitet, die folgende Fragen beantworten sollen: Welche Impulse lassen sich für integrierte Entwicklungskonzepte in gesellschaftlich vielfältigen Quartieren gewinnen? Und: Welche Konsequenzen ergeben sich insbesondere für die Gestaltung der öffentlich nutzbaren Räume in Quartieren?
Friederike Fugmann, Daniela Karow-Kluge

Behelfsstrukturen als Ausdruck lokaler Bedürfnisse und Kapazitäten

Untersuchung eines infrastrukturellen Aufwertungsprozesses im ländlichen Kamerun
Zusammenfassung
Der Beitrag veranschaulicht anhand der Betrachtung eines infrastrukturellen Aufwertungsprozesses im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit im ländlichen Kamerun, wie Projekte scheitern können und welche Perspektiven bestehen, durch sorgfältige ethnografische Studien lokale.
Strukturen, Bedürfnisse und Kapazitäten besser zu berücksichtigen. Ziel ist es, Bewohner als die eigentlich Projektbegünstigten von infrastrukturell ausgerichteten Aufwertungsprozessen in der Stadterneuerung im globalen Süden stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Laura Zeidler

Kaiserslautern Nordwest auf dem Weg zur Sozialen Stadt

Zusammenfassung
Ein Studienprojekt an der Technischen Universität Kaiserslautern und eine daraus aufbauende Eigenforschung haben entscheidende Impulse gegeben, eine Wohnsiedlung der Nachkriegszeit als Fördergebiet „Soziale Stadt“ auszuweisen. Der Beitrag gibt einen Überblick über das Quartier und beschreibt das Bestreben, die Akteure als Kooperationspartner zusammenzuführen und den Begriff „integrierte Planung“ in der Stadt Kaiserslautern mit Leben zu füllen.
Julian Schneider, Viktor Warzecha, Thomas Münchow, Thomas Fischer

Kulturlandschaftsentwicklung in den nordalbanischen Alpen

Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne
Zusammenfassung
Die nordalbanischen Alpen stellen eine in Europa einzigartige Kulturlandschaft dar, die sich allerdings seit einigen Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit verändert. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit diesen Veränderungen und stellt deren Einflüsse auf die traditionelle Kultur und die mit dem Einzug moderner Einflüsse verbundenen Auswirkungen dar, welche insbesondere durch den rasant wachsenden Tourismus dominiert werden. Der damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung für die eher strukturschwache und durch Landwirtschaft geprägte Alpenregion äußert sich derzeit primär durch eine unkoordinierte und unkontrollierte Ausbreitung der Dörfer in den Tälern sowie einen explosionsartigen Anstieg der Touristenzahlen und den damit verbundenen überwiegend negativen Folgen für die Natur und Landschaft. Dieser Vorgang ist mittlerweile bereits stark vorangeschritten und im Begriff, die Kulturlandschaft irreparabel und ohne Rücksicht auf kommende Generationen zu verändern. Um diese wertvolle und einzigartige Landschaft einer nachhaltigen Entwicklung zuzuführen, bedarf es gemeinsamer Ziele und Leitbilder, welche mit sämtlichen Akteuren zwingend abgestimmt werden sollten.
Franziska Maier, Alessa Strubel

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