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About this book

Das Buch schlägt die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Es klärt die wichtigsten Begriffe rund um das Thema psychische Belastung und geht auf die bestehenden gesetzlichen Verpflichtungen und Aufgabenverteilung ein. Anhand zahlreicher Praxisbeispiele werden Möglichkeiten zur effektiven Ermittlung psychischer Belastung und wirkungsvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Arbeitsgestaltung aufgezeigt. Die dritte, umfassend überarbeitete Auflage wurde um Kommentare der aktuellen Normen und relevanten Gesetze erweitert.

Im Hauptteil werden Methoden und Verfahren zur Messung und Dokumentation von psychischen Belastungen erläutert. Dazu hat der Autor einen Darstellungs- und Beurteilungskriterienkatalog erarbeitet, mit dem der Leser leicht die Inhalte von einschlägigen Verfahren zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung vergleichen und sich die spezifischen Vor- und Nachteile erschließen kann. Die Ergebnisse der Analyse sind Handlungsgrundlage für das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Anhand von Praxisbeispielen wird der praktische Nutzen, der sich aus zielgerichteten Maßnahmen für das Unternehmen und die Beschäftigten ergibt, dargelegt.

Das Buch wendet sich an alle Interessierten, die wissen möchten, wie man psychische Belastung bei der Arbeit effektiv erfassen und in der Folge verringern kann. Dazu gehören Fachkräfte für Arbeitssicherheit genauso wie Betriebsräte, Personalverantwortliche, Referenten für Gesundheitsmanagement und alle, deren Anliegen die Verbesserung der Qualität der Arbeitsbedingungen ist.

Table of Contents

Frontmatter

1. Einführung

Zusammenfassung
Die moderne Arbeitswelt ist durch zunehmende Komplexität, Flexibilisierung, stetige Veränderung in Form von neuen Technologien und steigendem Zeit- und Leistungsdruck gekennzeichnet. Hinzu kommen Belegschaften, deren Altersschnitt im Laufe der nächsten Jahre weiteransteigen wird. Der Handlungsbedarf zum Erhalt der Gesundheit und damit Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter ist unstrittig. Die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten wiederum ist die Voraussetzung für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Die menschengerechte Gestaltung der Arbeit verfolgt genau dieses Ziel.
Ralf Neuner

2. Grundlagen

Zusammenfassung
In der Alltagssprache wird das Wort „Stress“ häufig zur Beschreibung unangenehmer Situationen oder synonym für Ärger gebraucht (Duden 2017, Die deutsche Rechtschreibung (Bd. 1). Berlin: Dudenverlag). Wo liegt nun der Unterschied zwischen „psychischer Belastung“ und „Stress“? Was passiert dabei im menschlichen Körper? Um die Ursachen und die Auswirkungen von Stressreaktionen beschreiben zu können, wurden in den letzten Jahrzehnten mehrere Theorien entwickelt. Die Beschäftigung mit diesen Theorien lohnt, weil damit das notwendige Verständnis um psychische Belastung und deren Auswirkungen entsteht und auch klar wird, auf welche Einflussfaktoren bei der Gestaltung der Arbeit geachtet werden sollte.
Neben den guten Gründen für Arbeits- und Gesundheitsschutz (Verringerung der Fehlzeiten, Erhalt und Steigerung der Leistungsfähigkeit, Erhöhung der Attraktivität des Unternehmens) gibt es auch handfeste gesetzliche Verpflichtungen als weiteres zwingendes Argument für einen effektiven Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der zweite Teil dieses Kapitels widmet sich den gesetzlichen Grundlagen, auf denen der Arbeits- und Gesundheitsschutz ruht. Aus den Vorgaben ergeben sich eindeutige und relativ umfassende Verpflichtungen auf mehreren Ebenen: Erstens des Arbeitgebers, zweitens der Personen mit Führungsverantwortung und drittens der Beschäftigten. Nicht zu vergessen sind die Rechte der Beschäftigten und des Betriebsrates als Vertretung der Arbeitnehmer.
Ralf Neuner

3. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung bei der Arbeit

Zusammenfassung
Der Kenntnisstand und der Grad der Umsetzung sind immer noch höchst unterschiedlich. Es ist sicherlich keine Übertreibung zu behaupten, dass viele Unternehmen hier noch am Anfang stehen. Auch weil vielfach Vorbehalte bestehen, die sich bei näherer Betrachtung leicht entkräften lassen. Auf der anderen Seite werden Chancen nicht gesehen, die eine sachgerechte Durchführung bietet. Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung weist inhaltlich über den Arbeitsschutz hinaus, wird dort aber gerne angesiedelt. Ein weiterer Hemmschuh sind unterschiedliche Vorstellungen zu Zielen und Inhalten der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung bei der Arbeit, so dass die Gefahr einer Politisierung im Unternehmen besteht. Das ist schade, weil sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren können, es sich also um ein klassisches win-win Thema handelt.
Ralf Neuner

4. Betriebliches Gesundheitsmanagement

Zusammenfassung
Betriebliches Gesundheitsmanagement bezeichnet die systematische Entwicklung von organisatorischen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozessen mit dem Ziel gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen zu schaffen. Wie das Wort „Management“ schon impliziert, geht es hierbei um eine Erweiterung der Organisationsentwicklung, die mit konventionellen und bewährten Methoden bearbeitet werden kann, indem regelhafte Prozesse eingeführt und gelebt werden. Es handelt sich um einen langsamen und komplexen Lern- und Veränderungsprozess der gesamten Organisation und der einzelnen Mitglieder, der sich an realistischen Zielen orientieren muss. Es gibt natürliche Schnittstellen zum Arbeitsschutzmanagement im Speziellen und zu Managementsystemen im Allgemeinen. Managementsysteme sind prinzipiell nach denselben Regeln aufgebaut (Kennzahlen zur Steuerung, Durchlaufen des PDCA-Zyklus). Schon an dieser Stelle wird klar, dass der Blick auf die Fehlzeiten allein nicht ausreichend ist, weil anwesende Mitarbeiter nicht mit produktiven Mitarbeitern gleichgesetzt werden können. Nicht jeder, der fehlt ist wirklich krank und nicht jeder, der anwesend ist, ist wirklich gesund. Betriebliche Gesundheitsförderung leistet einen wichtigen präventiven Beitrag, lenkt den Blick aber zu sehr auf das Tun des Einzelnen.
Ralf Neuner

5. Schlusswort

Zusammenfassung
Die Flexibilisierung der Arbeitswelt, die steigende Anforderungen an die Qualifikation mit sich bringt auf der einen Seite und der Mangel an qualifizierten Beschäftigten verbunden mit alternden Belegschaften auf der anderen Seite sind die fundamentalen Herausforderungen, denen sich die Unternehmen stellen müssen, um ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern. Menschen, die ihr Können, ihre Kreativität und ihre Leistungsfähigkeit einbringen sind dafür die Voraussetzung. Das können sie nur, wenn die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, das auch ermöglichen. Ein funktionierendes Betriebliches Gesundheitsmanagement leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Ralf Neuner

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