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2021 | OriginalPaper | Chapter

6. Radikale Milieus und Ressourcenmobilisierung

Author : Jan Schedler

Published in: Rechtsterrorismus

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Terroristische Gruppen entstehen häufig aus spezifischen Milieus in sozialen Bewegungen. Diese radikalen Milieus sind Räume individueller wie kollektiver Radikalisierung. Ihre Analyse ermöglicht es, Radikalisierung(sprozesse) in Relation zu Dynamiken in der Bewegung zu rekonstruieren. Im Fall des NSU kommt sie zu dem Ergebnis, dass sich die Bedeutung der radikalen Milieus Thüringer Heimatschutz sowie Blood & Honour Thüringen und B&H Sachsen nicht auf die einer die Radikalisierung befördernden Umwelt einerseits oder eines Unterstützungsnetzwerks andererseits beschränken lässt, sondern dass es vielmehr vielfältige und durchaus ambivalente Bezüge zwischen dem NSU und seinem Bewegungsumfeld gegeben hat, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten dessen Struktur und Handeln jeweils spezifisch geprägt haben. Es kann deutlich gezeigt werden, dass der NSU kein isoliertes Phänomenen war, sondern Folge von Radikalisierungsprozessen, die untrennbar verbunden sind mit der Bewegung.

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Footnotes
1
Als Täter geriet früh ein Rechtsextremist in Verdacht, der schließlich 2017 festgenommen wurde, nachdem ein ehemaliger Mithäftling 2014 den Behörden berichtet hatte, dieser habe ihm in der JVA den Anschlag gestanden. Eine Frau, die früh ein Alibi gegeben hatte, hatte dies zurückgenommen. Im Strafprozess wurde er 2018 mangels eindeutiger Spuren und Beweise freigesprochen, Zeug*innen hatten sich nach der langen Zeit kaum erinnern können oder in Widersprüche verwickelt. Die Staatsanwaltschaft ging in die Revision, der Freispruch wurde aber Anfang 2021 durch den Bundesgerichtshof bestätigt. Anwälte der Nebenklage betonten, dass für Sie der Richtige auf der Anklagebank gesessen hat.
 
2
Auch nachdem man bereits auf die Gestaltung mit Trickfilmsequenzen umgeschwenkt war, wurde für das letztlich veröffentlichte Video auf eine weniger szenetypische Sprache gesetzt. Noch 2006 hieß es auf einem zu Beginn von der Figur Paulchen Panther gelesenen Plakataufsteller „Mitstreiter gesucht im Kampf gegen die Kanackenflut“, in der Endversion lautete die Aufschrift dann „Steh zu deinem Volk – Steh zu deinem Land – Unterstütze des NSU“ (Deutscher Bundestag 2017e: 136).
 
3
Während die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer davon ausging, dass Eminger schon vor der Anmietung der Fahrzeuge grob über Existenz und Ziele des NSU informiert war, wertete das Gericht nur die Beschaffung von zwei Bahncards für Zschäpe und Böhnhardt 2009 als Unterstützung der terroristischen Vereinigung NSU. Bei der Anmietung der Wohnmobile 2000 und 2003 sei Eminger der Zweck nicht bekannt gewesen, lediglich, dass die drei wegen einen nicht angetretenen Haftstrafe und einer Sprengstoffwerkstatt untergetaucht waren. Dabei stützte sich das Gericht vor allem auf die schriftliche Einlassung Zschäpes (vgl. Ramelsberger u. a. 2018: 1509 ff.).
 
4
Wohlleben hatte vor dem Anschlag entsprechende Teile bestellt. Einem BKA-Gutachten zu Folge war ein Teil dieser Bauteile grundsätzlich bzw. mit Modifizierungen für den Bau des Sprengsatzes verwendbar, weshalb das BKA vermutete, er habe diese ausprobiert und sie seien dann aus Untauglichkeit nicht zur Verwendung gekommen (von der Behrens 2018b: 280, F; 414).
 
Metadata
Title
Radikale Milieus und Ressourcenmobilisierung
Author
Jan Schedler
Copyright Year
2021
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-00137-7_6

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