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About this book

​ Die Finanzkrise hinterlässt eine völlig veränderte Bankenlandschaft. In kürzester Zeit zerfielen nicht nur einstige Großbanken, sondern es formierten sich auch völlig veränderte Institute aus Fusionen und Übernahmen. Der verschärfte Wettbewerb unter Banken wird nicht nur unter dem Joch einer ungelösten Staatsschuldenkrise ausgetragen, sondern auch unter erhöhtem Druck der Bankenaufsicht und der nächsten Generation von Finanzdienstleistern. Viele Geschäftsmodelle wurden erst durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien möglich und harren auf Bewährung in der Praxis. Die Gesetzgebung erfasst inzwischen jedes Finanzinstitut und unterstellt es der Aufsicht. Das Buch zeigt nicht nur Konsequenzen der Regulierung und des Wettbewerbs für das Credit Rating von Banken, sondern auch Maßstäbe, Kriterien und Verfahren zur Beurteilung des existentiellen Risikos sonstiger Finanzinstitute auf.

Table of Contents

Frontmatter

1. Finanzinstitute: Definition und Bedeutung

Zusammenfassung
Der Begriff Finanzinstitut ist allgegenwärtig, und das nicht nur in der Wirtschafts- und Finanzwelt, sondern auch und gerade in Lehre und Politik. In der Fachsprache kommt ihm seit Inkrafttreten neuer Aufsichtsregeln Anfang 2014 besondere Bedeutung zu. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er eher als Oberbegriff bzw. Synonym für Kreditinstitute, Broker- oder Börsenmaklerfirmen, Banken mit ihren diversen Unterarten wie Handels-, Investment-, Genossenschafts- und Geschäftsbanken, Sparkassen, Investmentfonds oder Finanzdienstleistungsinstitute verwendet. Manche verstehen darunter gar noch umfassender die Finanzbranche oder gleich den gesamten Finanzsektor. Solange die unspezifische Verwendung nicht den Blick auf die enge Definition im regulatorischen Umfeld verstellt, ist sie völlig unschädlich. Aber da sie sogar in Fachkreisen üblich ist, könnte es durchaus zu irrigen Schlussfolgerungen bzw. falschen Verhaltens- oder Handlungsentscheidungen kommen. Um es mit Ludwig Wittgenstein zu fassen: „Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.“ Der Gebrauch eines Wortes wird durch Regeln bestimmt, vergleichbar der Verwendung einer Schachfigur. Somit hängt die Bedeutung eines Wortes elementar mit seiner Regelhaftigkeit zusammen: ohne genaue Definition kein Spielverständnis!
Yvette Bellavite-Hövermann

2. Principles, Legislative and Institutional Framework in Which Financial Institutes Operate in Germany’s Social Market Economy*

Abstract
Among its many negative effects, the 2007–2009 economic and financial crisis destroyed large amounts of monetary assets. It also cemented the previously creeping process of decay and dissolution of values, of social consensus and social peace.
Now, while the years long huge quantitative easing programmes worth thousands of billions of US dollars and Euros bought us some time, there is an urgent need of profound reform and restructuring of our systems of national organization in politics and economics. For doing this we need to look into their roots.
When systemic political and economic reform is at stake, such as the case currently is with financial institutes, it is necessary to understand the principles of macroeconomic order, of the legislative, institutional and conceptual context and framework in which all economic agents, banks, insurers, etc. act. Among the good examples in which governments successfully managed to rebuild the framework and make a fast comeback after defeat in war, after material, social and spiritual destruction, is Germany.
Helped by the 50% war debt cut under the London Debt Agreement of 1953, the then newly introduced ordo-liberal market economy system managed to make the German economy recover and grow for several decades. The country made a comeback (but politically still with somewhat limited access) into the small global leadership team of the West.
This book chapter addresses the core principles which lay at the basis of national legislation and institutions which regulate economic and social life in the functional national economy of the Social Market Economy in Germany. Financial institutes are at the core of the national economic order and therefore in order to understand how to restore their credibility, we will look at principles and the regulative context in which they work.
Stefan-Sorin Mureşan

3. Rating von Finanzinstituten: Funktion und Performance

Zusammenfassung
Ratingagenturen versprechen, die Qualität von Zahlungsversprechen auf einer Rangskala zu ordnen – von A (zweifelsfrei) bis D (ausgefallen). Anfangs beurteilten sie Anleihen von Unternehmen, genauer: von amerikanischen Eisenbahngesellschaften. Mit der Zeit kamen weitere Kreditnehmer, die Anleihen begaben, hinzu. In den 1970ern wurden dann auch Staaten benotet und schließlich, vor einem guten Jahrzehnt, forderungsbesicherte, strukturierte Kreditversprechen. Es waren (und sind) vor allem drei amerikanische Agenturen (Standard & Poor‘s, Moody’s und Fitch), die sich den Markt in einem engen Oligopol praktisch seit den Anfängen aufteilen. Im Mittel genügten die Agenturen im abgelaufenen Vierteljahrhundert den Erwartungen in etwa so gut wie die (mittleren) Alternativen, die ja ein ähnliches Leistungsversprechen geben: Banken, die spätestens seit der zweiten Hälfte der 1990er interne Modelle einsetzten, institutionelle Anleger (Versicherungen, Fondsgesellschaften usw.), die spezialisierte Analyseabteilungen halten oder auch unabhängige Analysten. Aus dem Zusammenspiel all dieser Akteure entstehen am Markt Preise bzw. Zinsen. Deren Differenzen wiederum vermitteln ebenfalls die durch Kauf und Halten bekundete Einschätzung der jeweiligen Kreditwürdigkeit.
Theodor Weimer

4. Role and Regulation of Credit Rating Agencies

Abstract
Credit ratings are an integral part of banking and securities markets and their longstanding use by market participants is a testament to their positive value as an input into credit judgements. Credit rating agencies (CRAs) offer investors clear opinions on the creditworthiness of rated entities and financial instruments, set out in detailed research reports and summarised in easy-to-compare rating grades.
Zafer Diab

5. Staatsschuldenkrise und europäisches Bankensystem: Deutschland vs. Spanien

Zusammenfassung
Die Einführung des Euro hatte für die Finanzmärkte Europas eine kaum zu überschätzende Bedeutung. Die EZB wurde im Jahr 1999 gegründet. Die neue Zentralbank übernahm die Verantwortung für die Geldpolitik in der gesamten Euro-Zone. Die Wechselkurse der nationalen Währungen der Mitgliedstaaten zum Euro wurden endgültig fixiert, die neuen Banknoten und Münzen kamen dann im Jahr 2002 in Umlauf. Den Weg Europas hin zum Euro beschreibt zum Beispiel Geigant (Geigant, Stationen und Strukturen: Europas Weg zum Europa, Währungsunionen, Hamburg, 2002). Allein von der Zahl der Mitgliedsländer her betrachtet ist der Euro unzweifelhaft ein Erfolgsmodell; Euroland ist im Zeitablauf immer weiter gewachsen. Im Jahr 1999 hatte die Euro-Zone nur elf Mitglieder. Griechenland trat dann zwei Jahre später bei. Inzwischen gibt es 18 Mitgliedsländer – Lettland hat den Euro im Januar 2014 eingeführt.
Johannes-Jörg Riegler, Tobias Basse, Christoph Wegener

6. A Changing Regulatory and Political Environment: What Impact Does it Have on the Analysis of a Financial Institution?

Abstract
About 5 years ago, the way we looked at Financial Institutions, particularly banks, changed abruptly. Until then, the likelihood that a major investment grade rated bank would default and file for bankruptcy within a short period of time was considered extremely low, at a rate of less than 0.5 % within a 12 months period.
Götz Schürmann

7. Die Finanzwächter und das Bankrating

Zusammenfassung
Am 5. November 2013 legte Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bonn-Frankfurt am Main (BaFin), dar, dass „wir auch Verbraucherschutz (treiben), wenn auch indirekt.“ Diese Feststellung benötigte sie, um sich dann dafür auszusprechen, eine „scharfe Solvenzaufsicht“ über Banken auszuüben, dieses auch unter dem Aspekt des Verbraucher- und Gläubigerschutzes (vgl. Dokumentation zum Finanzwächter).
Bernd Lüthje

8. Criteria for Rating Financial Institutions

Abstract
Assigning a rating to a financial institution, following a detailed and comprehensive analysis of that institution, is both a science and an art. It is a science because there are certain mechanical and mathematical formulae (quantitative factors) which can be applied to the financial profile and which point towards a determination of the overall quality of that institution. It is an art for a number of reasons.
Zafer Diab

9. Rating einer Kantonalbank

Zusammenfassung
Die Ertrags- und Bonitätsanalyse von Finanzinstituten ist eine herausfordernde Disziplin. Jeder bankinterne Spezialist, welcher je mit einer Benchmarkanalyse seines Instituts betraut worden ist, weiss von den grossen Schwierigkeiten, einzig mit öffentlich zugänglichen Informationen das eigene Institut mit anderen Banken zu vergleichen.
Christian Schmid

10. Pitch or Ditch for the Bulgarian Credit Ratings?

Abstract
Credit rating agencies apply the same set of core principals to analyze banks in Bulgaria, Germany or North America, but the relative importance between factors differs. This article contributes to an understanding of the dynamics in formation of a bank’s business franchise, and assessing its performance in one of the European emerging markets. A short review on the recent economic history elucidates constituents of the currency board and current fiscal regime. Bulgaria has still to achieve market maturity, so assignment of higher financial strength ratings is still to come. The unique Bulgarian combination of currency board and a very preferential tax regime, frequently explains the will of local politicians to deviate from the strategic European vision of cohesion, a sense of common purpose, shared identity and unity. Privatization and deregulation in Bulgaria occurred during the period of 1993–2003. Country had chosen centralized method for privatization, entirely focused on selling state-owned banks to foreign strategic partners. Prior privatization there was a demonstrated lack of prudent credit risk models and business-wise decisions. Gradually foreign strategic investors introduced culture of adhering to regulations and professionalism. However post 2004, banks exposed to local use and controls were involved in ensuring financial support to other business endeavors of their owners. The narrow local market and interrelated business environment encouraged all material bank owners to participate in varieties of other financial and non-financial businesses. Retail banking and investment banking overlapped, having no clear borderline between related and non-related businesses. This resulted in the construction of the local financial leaders, possible regulatory imperfections and political crises.
Bojidar Archinkov

11. Rating Advisory für Finanzinstitute

Zusammenfassung
Ratings bleiben für eine wachsende Anzahl von Unternehmen aus dem Finanzsektor weiterhin von großer Bedeutung. Aber das Ratingumfeld und die Zusammenarbeit mit den großen US-Ratingagenturen sind seit Ausbruch der Finanzkrise deutlich schwieriger geworden. Trotz zahlreicher Herabstufungen in den letzten Jahren bleiben die Ratings vieler Institute weiterhin unter Druck. Gleichzeitig ist Ratingverfahren deutlich komplexer und zeitintensiver geworden, und die Ratingagenturen haben ihre Informationsanforderungen drastisch erhöht. Darüber hinaus versuchen in Europa neue Ratinganbieter die dominante Marktposition von Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch anzugreifen, indem sie um die Gunst neuer Kunden und lukrative Ratingmandate buhlen.
Michael Zlotnik

12. Banking 2020: Nur neue Wege sichern neue Erfolge

Zusammenfassung
Die Gewinne der Banken sind am Boden. Zinsen nahe der Nulllinie lassen die Zinserträge schmelzen. Die Regulatorik wirkt zudem nachhaltig negativ auf der Kostenseite. Die Projektportfolios beinhalten zu 70 % regulatorische Umsetzungsthemen. Der Großteil des restlichen Budgets wird für die Aufrechterhaltung der operativen Systeme benötigt. Nur wenig bleibt für Innovationen.
Norman Weißer, Laura Zdrzalek
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