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About this book

Das Buch stützt sich auf die 27. Jahrestagung Friedenspsychologie, die im Juni 2014 unter dem Titel „Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsextremismus und aktuelle Beiträge der Friedenspsychologie“ in Jena stattfand. Um die Debatten weiterzuführen, liefern die Buchbeiträge nun neue Argumente. Neue Ansätze in der Rechtsextremismusforschung werden präsentiert, die öffentlichen Debatten und Kontroversen um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) diskutiert und Präventions- und Interventionsansätze vorgestellt.

Table of Contents

Frontmatter

Kapitel 1

Frontmatter

Ein systematisierender Überblick über Entwicklungslinien der Rechtsextremismusforschung von 1990 bis 2013

Zusammenfassung
Ist der Rechtsextremismus ein „Phänomen“ (Zick, 2004, S. 263), das der psychologischen und sozialwissenschaftlichen Beobachtung zugänglich ist, aber aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven erklärt werden kann? Ist der Rechtsextremismus gar ein „Forschungsfeld“ (Neidhardt, 2002, S. 781), das zwar theoretisch und methodisch schwach ausdifferenziert ist, aber disziplinübergreifend beforscht wird? Oder ist der Rechtextremismus ein „Modethema“ (Butterwegge, 2000, S. 13), dessen Erforschung Konjunktur- und Dramatisierungszyklen folgt?
Die Antworten auf diese Fragen bestimmen letztlich auch, ob die „Rechtsextremismusforschung“ einen eigenständigen Status als Forschungsfeld oder Forschungsprogramm in den Sozialwissenschaften und der Psychologie besitzt oder besitzen sollte. Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, wurden sozialwissenschaftliche und psychologische Publikationen, die im Zeitraum von 1990 bis 2013 zum Thema „Rechtsextremismus“ erschienen sind, analysiert.
Wolfgang Frindte, Daniel Geschke, Nicole Haußecker, Franziska Schmidtke

Kapitel 2 Unschärfen, Befunde und Perspektiven

Frontmatter

Sonderfall Ost – Normalfall West?

Über die Gefahr, die Ursachen des Rechtsextremismus zu verschleiern
Zusammenfassung
Ist der sich nach der deutschen Vereinigung konjunkturell vor allem durch brutale Gewalttaten in das öffentliche Bewusstsein drängende Rechtsextremismus eine Spätfolge der Sozialisation und der politischen Kultur in der ehemaligen DDR? Rostock-Lichtenhagen, Wahlerfolge der NPD, NSU und „PEGDIA“: So zuverlässig, wie der innovationsfähige Rechtsextremismus (zum Innovationsbegriff: Kollmorgen & Quent, 2014) Wege findet, sich als Bewegung am Leben zu erhalten, seine Feinde einzuschüchtern und zu provozieren, so zuverlässig wird auch versucht, seine Ursachen im Vergangenen zu verorten. Am Beispiel der Debatte um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden in diesem Beitrag öffentliche Argumentationsweisen der diskursiven Darstellung des Rechtsextremismus als eine Folgeerscheinung der DDR diskutiert und diesen Diskussionssträngen einige Befunde der empirischen Forschung gegenübergestellt.
Matthias Quent

Trends und Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland

Zusammenfassung
Seit den ersten Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wird der Rechtsextremismus als ein besonderes Problem Ostdeutschlands wahrgenommen. Obwohl Westdeutschland keineswegs Immunität gegenüber rechtsextremen Tendenzen für sich beanspruchen kann, gibt es doch einige empirische Evidenz für die Annahme, der Rechtsextremismus in Ostdeutschland sei sowohl seiner Quantität als auch seiner Qualität nach ein spezifisches Phänomen (vgl. Best, Salheiser & Salomo, 2014). Dies betrifft die wiederholten Wahlerfolge rechtsextremer Parteien und ihren Einzug in ostdeutsche Landtage, die im Vergleich zur gesamtdeutschen Statistik in Ostdeutschland signifikant häufiger dokumentierten Gewaltstraftaten mit ausländerfeindlichen bzw.
Heinrich Best

Rechtsextremismus und pauschalisierende Ablehnungen

Alte Probleme mit neuen Herausforderungen
Zusammenfassung
Rechtsextremismus ist in Deutschland – und nicht nur hier – ein gesellschaftliches Problem, das mit unterschiedlichen Konjunkturen seit Jahrzehnten andauert und bislang anscheinend nicht hinreichend in den Griff zu bekommen ist.
Kurt Möller

Ideologien der Ungleichwertigkeit und Rechtsextremismus aus der Sicht der Theorie eines identitätsstiftenden politischen Fundamentalismus

Zusammenfassung
Betrachtet man die verschiedenen Ansätze, Rechtsextremismus begrifflich zu fassen, so lassen sich zumindest drei „Suchstrategien“ (Klix, 1971, S. 644ff.) im Sinne einer komplexen Problemlösung unterscheiden: A) Dominant sind im Zeitraum 2001 bis 2013 vor allem Strategien, mit denen der Problem- oder Suchraum eingeschränkt wurde. Zu diesen Strategien gehören jene Ansätze, in denen auf der Grundlage der „Konsensdefinition“ ausgewählte Dimensionen rechtsextremer Einstellungen untersucht werden (z. B. Decker, Kiess & Brähler, 2012).
Wolfgang Frindte, Daniel Geschke

Kapitel 3 „Nationalsozialistischer Untergrund“

Frontmatter

Nicht vom Himmel gefallen

Die Thüringer Neonaziszene und der NSU
Zusammenfassung
Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) berät seit dem Jahr 2001 engagierte Einzelpersonen, Initiativen und Bündnisse, politische Mandatsträger, Vereine und Verbände, aber auch staatliche Institutionen im möglichst widerständigen Umgang mit extrem rechten Erscheinungsformen in Thüringen. Für die Beratungsnehmenden besteht der Mehrwert einer Beratung oft auch in der hohen Informiertheit der Berater/innen. In Anbetracht der Differenziertheit und Schnelllebigkeit der extrem rechten Szene hat Recherche für die Berater/innen einen hohen Stellenwert.
Stefan Heerdegen

Uwe Böhnhardt

Rekonstruktion einer kriminellen Karriere
Zusammenfassung
Ziel der Abhandlung ist es, den Subjektwerdungsprozess von Uwe Böhnhardt, einem der Kernmitglieder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), näher zu beleuchten. Wie der Aufsatztitel erkennen lässt, sind seine rechtsextremistischen Gewalttaten in eine kriminelle Karriere eingebettet, die sich nicht ausschließlich auf den Phänomenbereich der politisch motivierten Straftaten beschränkt.
Heike Würstl

Der Verfassungsschutz und der NSU

Zusammenfassung
Als Uwe Mundlos im November 2011 in einem Wohnmobil in Eisenach tot aufgefunden wurde, war der Mann dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) seit über 16 Jahren ein Begriff. Anfang 1995 hatte der junge Neonazi Thomas Richter aus Sachsen-Anhalt dem Bundesamt das erste Mal von Mundlos berichtet. Richter war kurz zuvor vom BfV als Informant geworben worden und wurde als Quelle Corelli geführt. Corelli sprach ausführlich über das Treffen mit Uwe Mundlos, der zu der Zeit gerade seinen Grundwehrdienst ableistete – so geht es aus dem „Treffbericht“ hervor, der vom BfV über das Gespräch angelegt worden ist.
Dirk Laabs

Prozesse und Strukturen der Verfassungsschutzämter nach dem NSU

Zusammenfassung
In der Causa NSU gaben und geben einige Verfassungsschutzämter von außen betrachtet ein desolates Bild ab. Obwohl in diesem Kontext auch erhebliche Fehlleistungen auf Seiten von Polizei, Justiz und nicht zuletzt der politisch Verantwortlichen zu beklagen sind, scheint das ohnehin dubiose Image der „Schlapphüte“ in der Öffentlichkeit nahezu irreparabel. Der Fall vom „Frühwarnsystem der Demokratie“ zur, wie einige behaupten, Gefahr für die Demokratie ist dramatisch. Von jeher sitzen die Ämter für Verfassungsschutz jedoch in einer imageschädigenden Falle: „Wenn den Diensten Schnitzer unterlaufen, heisst es, sie seien bis zur Lächerlichkeit ineffektiv.
Thomas Grumke

Fallbeispiel Grass Lifter

Künstlerische Interventionen zum NSU im öffentlichen Raum in Sachsen
Zusammenfassung
Wenn ein kleiner Ort täglich in überregionalen Medien erscheint, ist etwas Besonderes passiert. Wenn an diesem Ort über das Besondere nichts in der Öffentlichkeit zu finden ist, wird es Zeit für die Kunst. Der Soziologe Niklas Luhmann wusste über die Kunst zu sagen: „Kunst weist darauf hin, dass der Spielraum des Möglichen nicht ausgeschöpft ist, und sie erzeugt deshalb eine befreiende Distanz zur Realität“ (Luhmann, 2006, S. 160).
Franz Knoppe, Maria Gäde

Kapitel 4 Gesellschaftliche Reaktionen

Frontmatter

Rechtsextremismus

Herausforderungen für die ganze Gesellschaft
Zusammenfassung
Anlass dieser Zwischenbilanz ist die Enttarnung des NSU, auch wenn wir wissen, es geht um mehr. Dennoch lässt sich an dem Beispiel NSU gut erklären, wie eine ganze Gesellschaft versagt hat. Und ich meine die ganze Gesellschaft, Anwesende ausdrücklich eingeschlossen. Es ist richtig, die Ordnungsbehörden zu kritisieren, aber auch ein wenig billig, wenn wir es unterlassen, dabei auf uns selbst zu schauen und auf das, was wir übersehen haben. Denn das ist eine Menge. Wir werden über beides reden müssen.
Anetta Kahane

„Lügenpresse“?

„Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ in den Medien
Zusammenfassung
„Lügenpresse“ oder „ein Hort von Neonazis“ – das Spannungsfeld der Zuschreibungen ist breit, wenn es um tatsächlich oder vermeintlich extrem rechte und rassistische Vorfälle geht. Die „Pegida“-Demonstrationen in Dresden und die Berichterstattung hierüber verdeutlichen das im Jahr 2014/15. Hinter ihnen steckt eine komplexe langjährige Entfremdung von gemeinsamen Normvorstellungen. Ausgehend von einem konkreten Fall und der öffentlichen Debatte über ihn werden im Artikel die mediale Thematisierung von „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ ebenso wie die Debattenbeiträge von Akteuren, die an der Medienberichterstattung Kritik üben, betrachtet und in Beziehung zu ihren Normvorstellungen und Problemwahrnehmungen untersucht.
Britta Schellenberg

Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt in Brandenburg (1990-2008).

Zur Problematik der statistischen Erfassung politisch motivierter Kriminalität
Zusammenfassung
64 Menschen wurden in Deutschland seit 1990 aus rechtsextremen bzw. rassistischen Motiven getötet – das sind die offiziellen Zahlen der Bundesregierung. Die Statistik beruht auf Angaben der Polizeibehörden bzw. der Innenministerien der Bundesländer und sie wird seit vielen Jahren heftig kritisiert. Es gibt weitere Listen, die weitaus mehr Todesfälle verzeichnen: Nach Recherchen der Journalisten Heike Kleffner und Frank Jansen (Tagesspiegel und ZEIT) liegt die Zahl bei 152.
Dorina Feldmann, Christoph Kopke, Gebhard Schultz

Demokratieferne Rebellionen

Pegida und die Renaissance völkischer Verschwörungsphantasien
Zusammenfassung
Es bedarf schon eines guten Gedächtnisses, um sich die Abkürzungen und Slogans, unter denen das rassistische und verschwörungsphantastische Milieu in den letzten Monaten auf die Straße gegangen ist, alle zu merken: Neben den HoGeSa („Hooligans gegen Salafisten“) und der Pegida („Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes“) bildeten sich lokale Ableger, die unter Abkürzungen wie Ogida, Rogida, Kagida, Saargida, Dügida, Kögida oder Bogida operierten. Schon vor der ersten HoGeSa-Demonstration in Köln hatten sich in separaten Mahnwachen prorussische und antiamerikanische Friedensbewegte regelmäßig zu „Montagsdemonstrationen“, später dann für einen „Friedenswinter“ versammelt.
Samuel Salzborn

Lachen gegen den Ungeist?

Zum Potenzial des politischen Kabaretts am Beispiel der Thematisierung des „NSU“-Diskurses
Zusammenfassung
Eine rassistische Mordserie und Kabarett – passt das zusammen? Ja, sogar unbedingt! Es wäre sogar ein schlechtes Zeichen, wenn die rassistischen Morde des „NSU“ und der Umgang mit diesen in der Öffentlichkeit, der Politik und den zuständigen Behörden nicht vom zeitgenössischen Politischen Kabarett thematisiert und satirisch überformt werden würden. Ziel dieses Beitrags ist es, zu Beginn den Mythos der alles dürfenden Satire mindestens zu relativieren, zu erklären und in den entsprechenden Kontext zu rücken.
Frank Schilden

Kapitel 5 Prävention und Intervention

Frontmatter

Rechtsextremismus und pauschalisierende Ablehnungen

Grundlagen und Möglichkeiten der Prävention
Zusammenfassung
Wie die oben stehenden Beiträge deutlich machen, ist das Rechtsextremismus- Problem in Deutschland von einer Hartnäckigkeit und zugleich Wandlungsfähigkeit, die seine dauerhafte und stets neu zu überdenkende Bearbeitung erforderlich machen. Denken wir an die großen Bundesprogramme wie aktuell „Demokratie leben!“ oder auch seine Vorläufer bis hin zum ersten dieser Programme, dem von der damaligen Jugendministerin Angela Merkel verantworteten „Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt“ (AgAG; 1992-1996), berücksichtigen wir ferner die Existenz einer Reihe von entsprechenden Programmen in den Bundesländern und stellen wir zudem auch einzelne Initiativen in den Kommunen u. a.m. in Rechnung, so kann nicht behauptet werden, dass „gegen Rechts“ nichts getan würde.
Kurt Möller

Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention in den Bundesländern

Eine vergleichende Analyse der Landesstrategien
Zusammenfassung
Die Bekämpfung von rechtsextremen Einstellungen und Verhaltensweisen, bzw. demokratiegefährdenden Ideologien der Ungleichwertigkeit, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Zuvor, Anfang der 1990er Jahre, hatte die wiedervereinigte Bundesrepublik einen massiven Ausbruch ausländerfeindlicher Gewalt durchlebt. Die Bilder von Solingen, Mölln, Rostock Lichtenhagen und Hoyerswerda schrieben sich ein in das nationale Gedächtnis; sie wurden zu einem Kristallisationspunkt, der es der Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern zugleich verdeutlichte: Auch in der wiedervereinigten Bundesrepublik war und ist rechtsextremes Denken und daraus motiviertes Handeln virulent.
Franziska Schmidtke

Deradikalisierung als Methode

Theorie und Praxis im nationalen und internationalen Vergleich. Trends, Herausforderungen und Fortschritte.
Zusammenfassung
„Deradikalisierung“ als Begriff wird in der deutschen wissenschaftlichen, politischen und praktischen Landschaft erst seit einigen wenigen Jahren vereinzelt verwendet. Obgleich im internationalen Bereich eine steigende Zahl von akademischen und populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen und entsprechenden Programmen seit über 20 Jahren zu beobachten ist, scheint sich in Deutschland der Anschluss an die internationale Debatte nur sehr langsam zu vollziehen. Wird doch in aller Regel noch sehr verallgemeinernd von „Ausstiegsprogrammen“ oder „sozialpädagogischer Präventionsarbeit“ gesprochen, vielleicht auch, um eine mit dem Begriff ‚Deradikalisierung’ mitschwingende Verschiebung der Debatte in den Sicherheitsbereich zu vermeiden.
Daniel Köhler

Wenn abstrakte Items auf die Wirklichkeit der Stammtische treffen

Die lokale politische Kultur als begünstigender Faktor für die Herausbildung von Rechtsextremismus
Zusammenfassung
Politische Einstellungen entwickeln sich nicht im luftleeren Raum: Die Herausbildung rechtsextremer Orientierungen bei Jugendlichen vollzieht sich zunächst in einem Dreieck primärer Sozialisationsinstanzen von Familie, Schule und Peergroup (Möller, 2000), in der zunehmend auch die politische Kultur im sozialen Nahraum mit ihren gesellschaftlichen Wertevorstellungen, aktuellen aber auch tradierten Einstellungsmustern gegenüber so genannten gesellschaftlich schwachen Gruppen und den mit ihr einhergehenden Gelegenheitsstrukturen für die Aktivitäten von rechtsextremen Gruppierungen als eine nachgeordnete Sozialisationsinstanz von besonderer Bedeutung ist (Becker & Palloks, 2013).
Reiner Becker

Demokratiepädagogik als präventionswirksame Idee

Zusammenfassung
Der nachfolgende Beitrag eröffnet vier verschiedene Perspektiven auf die Demokratiepädagogik als präventionswirksame Idee: Vor dem Hintergrund wiederkehrender Eruptionen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit werden mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit zunächst einige zentrale demokratiepädagogische Zielsetzungen und Ansatzpunkte erläutert (1.). Danach wird mit sozialisationstheoretischen Argumenten begründet, warum die Befähigung zur Übernahme der Bürgerrolle in der Demokratie an institutionalisierte Gelegenheiten zur Verantwortungsübernahme in den Bildungseinrichtungen gebunden ist (2.).
Wolfgang Beutel, Kurt Edler, Mario Förster, Hermann Veith

Sekundäre Viktimisierung durch die Polizei?

Eine Studie zu den Erfahrungen von Betroffenen rechter Gewalt
Zusammenfassung
Jahrelang wurden Angehörige der Opfer der vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ Getöteten verdächtigt, an kriminellen Machenschaften beteiligt oder gar für die Tötung der eigenen Familienmitglieder verantwortlich zu sein. Trotz deutlicher Hinweise und Appelle an die Polizei, dass die Täter und/oder Täterinnen im rechtsextremen Milieu zu suchen seien, erwiesen sich die Ermittlungsbehörden sprichwörtlich als auf dem rechten Auge blind.
Daniel Geschke, Matthias Quent

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