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24-11-2021 | Ressourceneffizienz | Infografik | Article

Deutschland soll in ökologisch nachhaltiger Produktion vorangehen

Author:
Thomas Siebel
2 min reading time

Der Industriesektor ist der drittgrößte Verursacher von energiebedingten CO2-Emssionen. Führende Professoren der Produktionstechnik appellieren an die Bundesregierung, mehr in eine nachhaltigere Produktion zu investieren.

Zusammen mit dem Energie- und dem Transportsektor gehört die Industrie weltweit zu den drei größten Verursachern von CO2-Emissionen. Angesichts dieses unrühmlichen Beitrags zum Klimawandel kam die Industrie nach Ansicht von Jens P. Wulfsberg während der zurückliegenden Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow allerdings zu kurz. Wulfsberg ist Professor an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg und Vizepräsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik, kurz WGP, einem Zusammenschluss von 69 führenden Professoren aus diesem Fachgebiet.

Laut Wulfsberg gleicht der Fortschritt hin zu einer nachhaltigeren industriellen Produktion derzeit einer Evolution. Notwendig sei aber eine Revolution auf breiter und internationaler Front. Mit den auf der Konferenz gefallenen Begriffen wie "grüner Stahl und Aluminium" sei es bei weitem nicht getan. Stattdessen bedürfe es einer industriellen Produktion, "die nicht nur auf hohe Produktivität und niedrige Stückkosten bei geforderter Qualität ausgerichtet ist, sondern die gleichermaßen Kenngrößen einer ökologisch, ökonomisch und sozialen Nachhaltigkeit in das Zielsystem einbindet", wie Wulfsberg in einem schriftlichen Statement erklärt.

Mehr als der Einsatz klimaneutralen Stahls

In der produktionstechnischen Forschung und Entwicklung sowie im Erkenntnistransfer und in der Realisierung seien dafür große Schritte notwendig. Deswegen appelliere die WGP schon lange an die deutsche Regierung, noch mehr in eine nachhaltigere Industrie zu investieren, die sich über den Einsatz grünen Stahls hinaus beispielsweise auch durch Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft, Energie- und Materialeffizienz sowie Leichtbau auszeichne.

Als Beispiele für mehr Nachhaltigkeit nennt Wulfsberg das Konzept der sogenannten Update Factory, in der veraltete Produkte in industriellem Maßstab mit modernsten Funktionen und Designs aufgewertet werden, und die globale Initiative Fab City, in der Produkte des täglichen Bedarfs, Textilien oder Möbel in Makerspaces individualisiert in genau der richtigen Stückzahl und Qualität, zum angeforderten Zeitpunkt lokal produziert werden.

Deutschland sollte in Sachen ökologisch nachhaltiger Produkte und Produktion vorangehen und sich dabei als Ausstatter sowohl für große Fabriken als auch für kleinere Produktionsstätten in Industrie- und sich entwickelnden Ländern aufstellen. Als Produktionsstandort für Spitzenmaschinen, der weltweit Fabriken ausstattet, seien die nötigen Grundlagen hierfür bereits vorhanden.

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