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23-10-2017 | Robotik | Im Fokus | Article

Wenn der Serviceroboter zwinkert

Author:
Dieter Beste

Was macht eine intelligente Wohnung aus? Wie steht es um deren Akzeptanz? Wissenschaftler der Universität Bielefeld haben in einem Großprojekt nach Antworten gesucht – und entwickelten unter anderem einen "emotionalen" Roboterkopf.

Hauptergebnis eines Großprojektes am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld ist die Schaffung eines mitdenkenden Apartments im CITEC-Gebäude, das nun rund um die Uhr als Forschungswohnung genutzt werden kann. Das Projekt "Cognitive Robotics Service Apartment" (CSRA, Kognitives Robotik-Service-Apartment) startete im Oktober 2013 und läuft bis Ende dieses Monats. In der Zeitschrift "KI – Künstliche Intelligenz" berichten die Wissenschaftler über ihre Ergebnisse.

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Roboter werden sozial

Mit zunehmender Komplexität und Automatisierung der Technik werden Roboter zu Dienstleistern der Industriegesellschaft. Die Evolution lebender Organismen inspiriert heute die Konstruktion von Robotiksystemen für unterschiedliche Zwecke. Mit wachsenden Komplexitäts‐ und Schwierigkeitsgraden der Dienstleistungsaufgabe wird die Anwendung von KI‐Technik unvermeidlich. Dabei müssen Roboter nicht wie Menschen aussehen. Es stellt sich also die Frage, zu welchem Zweck humanoide Roboter welche Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen sollten.


"In dem Projekt untersuchen wir, wie Menschen im Alltag mit einem intelligenten Apartment umgehen, wie sie mit ihm interagieren und kommunizieren können und wie ein Roboter dabei helfen kann", sagt die CITEC-Forscherin Britta Wrede, die das Projekt zusammen mit Sven Wachsmuth und Thomas Hermann leitet. "Das Apartment passt sich an unterschiedlichste Situationen an und ist nicht auf einzelne Dienstleistungen begrenzt. Dieses Konzept des flexiblen Lernens macht das Apartment besonders", erklärt die Informatikerin. Ein Video gibt Einblicke in die Forschung. Zentrales Element ist der Serviceroboter Floka, der mit den Sensoren und dem Steuerungssystem der Wohnung vernetzt ist.

Maschinen lernen menschliche Körpersprache

Serviceroboter werden künftig sicherlich immer häufiger zu Begleitern in unserem Alltag – wenn sie unsere Akzeptanzschwelle überwinden können. Wie schwierig es ist, ihnen ein Äußeres zu verleihen, dass wir Menschen ganz selbstverständlich akzeptieren, beschreibt Springer-Autor Sebastian Feldmann in "Entwicklung des seilgetriebenen, humanoiden Roboterprototyps HUMECH". Warum negative Emotionen wie Unwohlsein und Angst bei Anwesenheit eines humanoiden Roboters ausgelöst werden und wie diese unerwünschten Effekte – das Uncanny-Valley-Phänomen – durch einen innovativen Entwicklungsansatz vermieden werden können, hat Feldmann anhand eines neu entwickelten humanoiden Roboterprototyps genauer untersucht.

Roboter Floka kann Mimik

Der Bielefelder Serviceroboter Floka hat einen austauschbaren Kopf. Der am CITEC entwickelte "soziale" Kopf erlaubt dem Roboter, mimisch auf sein menschliches Gegenüber zu reagieren. "Diese Art von Körpersprache sorgt dafür, dass Flokas Äußerungen von Menschen unbewusst leichter verstanden werden", berichtet Sven Wachsmuth. Studien am CITEC zufolge wird Floka durch die emotionalen Gesichtsausdrücke von Menschen besser als Assistent und Gesprächspartner akzeptiert als ein eher technisch anmutender Roboter. "Der Roboter assistiert nicht nur, er ist auch ein Ansprechpartner für die Gäste, um mit der Wohnung zu reden", sagt Britta Wrede. "Andernfalls müssten die Nutzer einfach in den Raum hineinsprechen – und das kommt vielen Menschen unnatürlich vor."

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