Skip to main content
main-content
Top

05-04-2017 | Sanierung | Im Fokus | Article

Dresdens sanierter Kulturpalast

Author:
Christoph Berger

Einige Tage dauert es noch. Doch für den 28. April 2017 ist die Eröffnung des Konzertsaales des Dresdner Kulturpalastes geplant. Ab dann soll dem 1969 in der DDR eröffneten Gebäude nach einer Sanierung wieder seine ursprüngliche Rolle als kulturelles Zentrum Dresdens zuteilwerden.

Die Sanierungsarbeiteten starteten im Jahr 2013. Seitdem wurde der Konzertsaal des Dresdner Kulturpalastes neu konzipiert und die Städtische Bibliothek in das Gebäude integriert. Der Kabarettsaal, "Die Herkuleskeule", das Besucherzentrum der Frauenkirche und die Dresden Information komplettieren die künftige Nutzerriege des Baus.

Editor's recommendation

2015 | Book

Denkmalpflege

Schnelleinstieg für Architekten und Bauingenieure

Dieses essential behandelt die vier wichtigsten Themenfelder der Denkmalpflege, die in ihren Grundzügen dargestellt werden: Geschichte, Organisation, Praxis und Forschung. Christian Raabe zeigt in einem kurzen Abriss der Geschichte, wie sich Werte


Die originäre Raumfolge um den großen Konzertsaal mit den Foyerflächen zum Altmarkt, dem Chorprobensaal und den inneren Treppenhäusern wurden in den letzten Jahren denkmalgerecht erneuert – auch die Mogidecke, also die monolithisch Gipsdecke. Zudem wurden die Fassaden energetisch saniert. Die komplette Dachhaut des Flachdaches wurde auf einer Fläche von etwa 4.700 Quadratmetern ausgebessert und teilweise erneuert. Die Kupferkuppel über dem Saal blieb aber weiterhin funktionsfähig und von den Arbeiten unberührt.

Herzstück ist der neue Konzertsaal

Das Herzstück des Gebäudes liegt jedoch im zentralen Innenbereich des Hauses: Es ist der neu konzipierte Konzertsaal mit multifunktionalen Nutzungsmöglichkeiten und klaren geometrischen Strukturen. Er bietet Platz für 1.750 Besucher.

Im Bühnengeschoss sind zudem unter anderem Stimmzimmer für verschiedene Instrumentengruppen, Einzelgarderoben für Gastkünstler, ein Lager für Tasteninstrumente, ein internes Bistro und Büros für die Mitarbeiter im Hause sowie der Dresdner Philharmonie eingerichtet. Im Erdgeschoss befindet sich ein Probensaal, die Garderoben für die Orchestermitglieder und Archivräume.

Bauzeit von 2013 bis 2017

Weitere Lager für Equipment und die Schlagzeug-Probenräume sind im Keller untergebracht. Ein großer Lastenaufzug mit direktem Außenzugang verbindet alle drei Ebenen des Backstage-Bereiches. Der Bühneneingang an der Nordseite dient als Eingang für Künstler und das Personal.

Begonnen hatte das Projekt im Jahr 2009 mit einem internationalen Wettbewerb, den das Architekturbüro Architekten von Gerkan, Marg und Partner gewonnen hatte. 2013 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, im Mai 2015 Richtfest gefeiert. Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, sagte damals: "Den seit 2008 unter Denkmalschutz stehenden Kulturpalast so umzubauen, dass er Baudenkmal bleibt und modernen Konzertanforderungen entspricht, ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung, die bisher mit Bravour bewältigt wird."

Gerichtliche Vorspiele

Dass den Umbauten gerichtliche Vorspiele vorausgingen, beschreibt Dr. Klaus Neuenfeld im Kapitel "Rückschritte im Urheberrecht des Architekten" des Springer-Fachbuchs "Architektenrecht aktuell – Verantwortung und Vergütung bei Architekturleistungen": "Der 1969 eröffnete Kulturpalast war ein Mehrzwecksaal, der für kulturelle Veranstaltungen aller Art zur Verfügung stand, vor allem aber der weltberühmten Philharmonie Dresden, die nach dem Umbau allein dort fungieren soll (und unbestritten akustische Mängel des bisherigen Baus beseitigt wissen will). Der Bau war 2008 unter Denkmalschutz gestellt worden." Dann beschreibt er detailliert die gerichtlichen Auseinandersetzungen, in der es um das Architektenurheberrecht geht.

Doch nun wird eröffnet. Der Kulturpalast wird "somit zu einem Haus der Künste, des Wissens, der Begegnungen und der Kommunikation", wie die Architekten von gmp sagen. Und auch Michael Sanderling, Chefdirigent der Dresdner Philharmonie, ist überwältigt, wie er gegenüber dem MDR sagt. Man komme in einen Klang, den Dresden so noch nie hatte. 

Das Gesamtbudget für das Projekt beträgt 82 Millionen Euro, ein weiterer Finanzierungsbedarf in Höhe von 3,3 Millionen Euro wurde angezeigt.

Related topics

Background information for this content

Related content