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About this book

Die Tatsache, daß dieses Buch schon bald nach seinem erstmaligen Erscheinen in Neuauflage vorliegt, zeigt, daß der Autor einen wichtigen Bereich der Umweltpolitik beleuchtet. In systematischer Weise werden verschieden Arten von externen Kosten und Nutzen konkurrierender Technologien zur Elektrizitätserzeugung verglichen. Behandelt werden verschiedene Umwelteffekte, Beschäftigungs- und Produktionseffekte, die Ausbeutung erschöpfbarer Ressourcen wie auch die unterschiedlichen Arten öffentlicher Subventionen. Die konventionelle Elektrizitätserzeugung auf der Basis fossiler und nuklearer Brennstoffe wird mit der Nutzung der Wind- und Sonnenenergie (photovoltaisch) verglichen. Erstmals wird in dieser Studie der theoretisch diskutierte Ansatz der sozialen Kosten von Energiesystemen nicht nur bis zur Quantifizierung einzelner Kostenkategorien, sondern bis zur Analyse des Einflusses auf die Wahl konkurrierender Technologien empirisch umgesetzt. Die Analyse zeigt, daß regenerativen Energiequellen durch die Nichtberücksichtigung sozialer Kosten ein gravierender Wettbewerbsnachteil entsteht. Die Markteinführung der Windenergie und der photovoltaischen Sonnenenergienutzung wird hierdurch um bis zu zehn Jahre verzögert. Die Studie schlägt mögliche Korrekturmaßnahmen vor. Die Neuauflage bringt zahlreiche Verbesserungen und Erweiterungen. Völlig neu ist beispielsweise das Modell zur Erhaltung des "Energiekapitalstocks" im Kapitel über die Erschöpfung nicht erneuerbarer Energieträger.

Table of Contents

Frontmatter

0. Einleitung

Zusammenfassung
Seit Bestehen des Energiewirtschaftsgesetzes (13.12.1935) orientiert sich die Ener-giepolitik auch der Bundesrepublik, die dieses Gesetz aus der NS-Zeit übernommen hat, an der Maxime der möglichst ‘sicheren und billigen Energieversorgung’ (vgl. Präambel zum Energiewirtschaftsgesetz, bei Büdenbender 1982, S. 29). Diese Politik führte auch bei den Energieversorgungsunternehmen zu dem Bestreben auf betriebswirtschaftlich möglichst kostengünstige Energieträger zurückzugreifen, ein Verhalten, das ohnehin dem einzelwirtschaftlich begründeten Verhalten eines Unternehmens entspricht. Bis zur ersten Energiekrise 1973 wurde mit Ausnahme des Steinkohlebereichs davon ausgegangen, daß eine solche, an einzelwirtschaftlichen Kosten orientierte Energiepolitik auch im besten gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Interesse liegt. Hierbei fanden im wesentlichen die zwei Aspekte Versorgungssicherheit und internationale Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie zentrale Beachtung. Seit den siebziger Jahren wird diese Betrachtungsweise durch verschiedene Ereignisse und sich abzeichnende Trends zunehmend in Frage gestellt.
Olav Hohmeyer

1. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Der Einsatz fossiler und nuklearer Brennstoffe zur Bereitstellung von Elektrizität führt zu erheblichen Kosten, welche nicht in den Marktpreisen dieser Leistungen enthalten sind. Im Vergleich zum Einsatz dieser konventionellen, nicht erneuerbarer Energieressourcen verursacht die Nutzung regenerativer Energiequellen durch Windenergiekonverter oder photovoltaische Anlagen geringe oder keine sozialen Kosten und kann per Saldo sogar sozialen Nutzen stiften (vgl. Tabelle 1.2). Dieser erhebliche Unterschied in den sozialen Kosten, der sich aber in den relativen Energiepreisen nicht niederschlägt, führt zu einer schwerwiegenden Verzerrung der Konkurrenzsituation auf den Energiemärkten. Da erhebliche gesellschaftliche Kosten im Alloka-tionsprozeß nicht berücksichtigt werden, resultieren aus den unkorrigierten Marktprozessen falsche Allokationsentscheidungen (vgl. Solow 1982, S. 32). Generell werden erneuerbare Energiequellen gegenüber ihren konventionellen Konkurrenten in erheblichem Maße benachteiligt. Erneuerbare Energiequellen werden nicht entsprechend ihrem vollen Wettbewerbspotential genutzt und erheblich später eingeführt, als dies nach der Gesamtkostensituation unter Berücksichtigung der sozialen Kosten und Nutzen für die Volkswirtschaft und die Gesellschaft optimal wäre.
Olav Hohmeyer

2. Soziale Kosten des Energieverbrauchs: Theoretischer Hintergrund, Probleme der Ermittlung und Evaluierung Ihrer Wirkungen

Zusammenfassung
Diese Arbeit zielt in erster Linie auf eine empirische Ermittlung der sozialen Kosten konkurrierender Energiesysteme und ihres Einflusses auf Wettbewerbsfähigkeit und Markteinführung. Zum Verständnis der Untersuchung ist es notwendig, den theoretischen Bezugsrahmen für die Einordnung des Phänomens der sozialen Kosten zu kennen. Die folgenden Ausführungen erheben nicht den Anspruch, eventuell vorhandene unterschiedliche Auffassungen bezüglich der adäquatesten ökonomischen Theorie z.B. im Fall der Divergenzen zwischen nutzenorientierter Wohlfahrtsökonomik und den Kapp-schen Ansätzen auszudiskutieren und eine eigene Position des Verfassers zu entwickeln. Es soll lediglich ein kurzer Überblick über die vorhandenen theoretischen Ansätze und, besonders im Fall nutzentheoretischer Überlegungen, über bestimmte Probleme gegeben werden.
Olav Hohmeyer

3. Soziale Kosten von Energiesystemen

Zusammenfassung
Jeder Produktionsprozeß ist wie jede andere Aktivität mit dem Gesamtsystem eines Landes, bestehend aus dem ökonomischen, dem sozialen, dem politischen, dem ökologischen und anderen Teilsystemen, über vielfache Verflechtungen und Abhängigkeiten verbunden. Nur ein Teil dieser Verflechtungsbeziehungen wird bei einzelwirtschaftlichen Entscheidungen in das Entscheidungskalkül mit einbezogen. Die theoretische Bedeutung der Vernachlässigung dieser Beziehungen (externe Effekte/soziale Kosten und Nutzen) und die grundsätzlichen Schwierigkeiten, die ihrer systematischen Untersuchung entgegenstehen, sind in Kapitel 2 diskutiert worden. In diesem Kapitel (3.1) wird ein Überblick über die für den Vergleich konkurrierender konventioneller und neuer Energiesysteme (Wind und Photovoltaik) wichtigsten Kategorien sozialer Kosten gegeben.
Olav Hohmeyer

4. Einfluss der Berücksichtigung der Sozialen Kosten im Allokationsprozess auf die Marktdiffusion von Windenergiekonvertern und Photovoltaischen Solaranlagen

Zusammenfassung
Auf der Basis der in Kapitel 3.2.3 zusammengefaßten Nettoeffekte wird im folgenden der Einfluß der Internalisierung der sozialen Kosten und Nutzen auf den Zeitpunkt der Markteinführung und den Diffusionsprozeß von Windenergieanlagen und photovoltai-schen Solarenergiesystemen untersucht.
Olav Hohmeyer

5. Ansatzpunkte für Weitere Forschung

Zusammenfassung
Schwerpunkte für die weitere Erforschung der sozialen Kosten des Energieverbrauchs ergeben sich direkt aus den Unzulänglichkeiten der vorliegenden, sehr vorlläufigen Arbeit. Zum einen sollten die Analysen der sozialen Kosten im Energiebereich auf die rationelle Energienutzung und die konventionelle Wärmeerzeugung sowie weitere Bereiche der Nuktzung regenerativer Energiequellen ausgedehnt werden, zum anderen sollten weitere wichtige Bereiche der sozialen Kosten von Energiesystemen, die in dieser Arbeit nicht oder nicht hinreichend analysiert werden konnten, wie z.B. die Umwelteffekte auf der Ebene der Vorleistungsproduktion, erforscht werden. Darüber hinaus erscheint es dringlich, im Bereich der Umweltschäden die exakten Ursachen-Wirkungs-Zusammenhänge weiter zu erforschen und die gewonnenen Erkenntnisse sukzessive zur Verfeinerung der Analyse der sozialen Kosten der konkurrierenden Energietechnologien zu nutzen.
Olav Hohmeyer

Backmatter

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