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Staatsanleihe

weitere Buchkapitel

8. Perspektiven für die USA, Asien und die EU

Dieses Kapitel befasst sich mit dem Zollkonflikt zwischen den USA und China und den Auswirkungen auf die EU28-Länder und Asien im weiteren Sinn. Die Analyse umfasst die Auswirkungen des Konflikts auf die Rentabilität multinationaler US-Unternehmen in China und chinesischer Unternehmen in den USA. Darüber hinaus werden auch die verkehrspolitischen Herausforderungen des Handels zwischen den USA und China sowie zwischen der EU und China betrachtet. Die Unterschiede in der jeweiligen Logistik haben günstige Auswirkungen auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der EU und China einerseits und auf Sicherheitsfragen andererseits. Chinas One-Belt-One-Road-Initiative wird eindeutig langfristige Auswirkungen sowohl auf Asien als auch auf Europa haben, ebenso wie Chinas globale Hafeninvestitionen. Es gibt eine tripolare wirtschaftliche Logik des US-Protektionismus zu berücksichtigen, nämlich die tripolare US-China-EU-Welt, die schwieriger zu verstehen und zu handhaben ist als die traditionellen US-Asien-Politikansätze vor 1990.

Paul J. J. Welfens

9. Die operative Analyse der Beteiligung HKG im Detail

In meinem Buch Bilanzplanung und Gestaltung – Fallorientierte Bilanzerstellung (Heesen 2012) habe ich anhand einer als „Trichteranalyse“ bezeichneten Vorgehensweise aufgezeigt, wie man schnell und sicher ein Zahlenwerk analytisch mit wenigen Kennzahlen durchforsten kann.Dabei werden Redundanzen ausgeschaltet und eventuelle irreführende und/oder gefährliche Kennzahlen erst gar nicht berücksichtigt. Das Motto dabei war: Um uns auf das Wesentliche konzentrieren zu können, müssen wir die Zusammenhänge verstehen. Und diese Zusammenhänge wurden auch jeweils mathematisch und grafisch dargestellt. So wollen wir auch in diesem Buch wieder vorgehen.Welche Kennzahlen gehören jetzt zu diesem Ansatz?Es sind 14, die sich aus verschiedenen Kennzahlengruppen ergeben und gemeinsam wie ein dickes Analysenetz wirken. Ich sage nicht, dass es keine anderen ebenfalls guten oder sogar besseren Ansätze gibt, aber ich persönlich komme mit den folgenden Größen „sehr weit und sehr tief“.Welche Gruppen sind jetzt betroffen bzw. von aus welchen Gruppen stammen diese Trichterkennzahlen? 1. Vermögenskennzahlen, 2. Kapital und Kapitalstrukturkennzahlen, 3. Liquiditäts‐, Cash‐Flow‐ und Investivkennzahlen, 4. Erfolgskennzahlen, 5. Renditekennzahlen, 6. Kennzahlen zur operativen Stärke. Jetzt werden Sie sagen, dass dies doch die Standardgruppen bei Bilanzanalysen sind. Und damit haben Sie ja auch Recht! Aber die Beurteilung und das Controlling einer Beteiligung sind in erster Linie Standardansätze.

Bernd Heesen

4. Finanzderivate

In diesem Kapitel werden Begriff, Merkmale, Ziele und wichtige Arten von Finanzderivaten vorgestellt und deren elementare Funktionsweise mittels einer Vielzahl von (teils bewusst vereinfachten) Beispielen verdeutlicht. Die sog. bedingten Termingeschäfte werden anhand von Aktienoptionen erörtert. Das Forward Rate Agreement sowie die Financial Futures erklären die Arbeitsweise der sog. unbedingten Termingeschäfte. Ausführungen zu den in der Praxis beliebten Zinsswaps sowie zu Kreditderivaten beschließen das Kapitel.

Ralf Kesten

Kapitel 3. Analyse mit Kennzahlen-Checkliste

Im Folgenden wollen wir noch tiefer einsteigen. Wir werden mittels Kennzahlen die Bauco weiter „zerlegen“, um unser Verständnis der Gesellschaft zu schärfen.

Bernd Heesen

Kapitel 4. Analyse mit Kennzahlen-Check-Liste

Ab jetzt geht es in die Tiefe. Wir werden mittels Kennzahlen das PAZ weiter ‚zerlegen‘, um unser Verständnis um die ausgewiesene Situation des Hotels zu schärfen.

Bernd Heesen, Christoph Walter Meusburger

1. Basisprodukte und Verzinsung

Wir gehen ja eigentlich davon aus, dass Sie als Leserin dieses Buches ein Interesse an den Finanzmärkten, an Finanzprodukten und deren Eigenschaften, Einsatz und Handel mitbringen. Folglich wird für die meisten von Ihnen die folgende Einführung in die grundlegenden Eigenschaften der Basis-Finanzprodukte überflüssig sein. Der Vollständigkeit halber gebe ich im Folgenden aber doch, als Erstes, einen Überblick über die für alles Folgende nötigen Begriffe. Außerdem wird es notwendig sein, kurz über ein paar grundlegende Fakten zum Thema Verzinsung zu sprechen.

Gerhard Larcher

Teil IV: Ethische Wurzeln von Lists Wirtschaftstheorie

Das Zeitalter der Aufklärung erstreckt sich von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Es beginnt mit dem cartianischen Bewusstsein: „Cogito ergo sum!“ „Ich denke, darum bin ich!“. In dieser Zeit wird die Ratio, das vernunftgeleitete Denken in den Mittelpunkt der philosophischen Betrachtung gerückt. Dazu zählen die Überwindung des Aberglaubens, der Widerstand gegen Tradition und religiöse Intoleranz, der Kampf für Humanität und Bürgerrechte. In der Rechtswissenschaft werden das Römische Recht sowie lokale und regionale Gewohnheitsrechte durch das Natur- oder Vernunftrecht ausgehebelt. Die systematische wissenschaftliche Forschung, insbesondre bei den Naturwissenschaften und in der Technik nimmt ihren Anfang. Der technische Fortschritt wird durch die Erfindung der Dampfmaschine, die Frühindustrialisierung, die Erfindung des Dampfbootes, der Eisenbahn und der Telegraphie markiert, die zur ersten technischen Revolution führen. Politische Revolutionen rufen die Gründung der Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Ausrufung der ersten französischen Republik und anderer Nationalstaaten hervor. Staatliche Verfassungen mit demokratischen Strukturen werden eingefordert. Der Kolonialismus führt zur Entstehung von imperialistischen Machtzentren; – um nur einige charakteristische Merkmale der Aufklärung zu nennen.

Eugen Wendler

4. Außenpolitik, Handel, Geld und Kapital

In welchem Kräftefeld musste die Reichsregierung agieren, als sie eine Neuverhandlung des Dawes-Abkommens anstrebte? Das Rheinland sowie ein einzelner Stützpunkt am rechten Rheinufer waren noch besetzt. Das Ruhrgebiet war inzwischen geräumt. Die Gründe, die Frankreich und Belgien seinerzeit zur Besetzung des Ruhrgebiets veranlassten, waren nur allzu gut bekannt. Deutschland sollte zur Lieferung von Waren und zur Leistung von Zahlungen gezwungen werden. Beide Länder bestanden weiterhin auf Zwangsmitteln, damit Deutschland seine Verpflichtungen erfüllte. Was das Problem noch komplizierter gestaltete, war die von Frankreich und Großbritannien vorgenommene Verknüpfung zwischen den Reparationszahlungen und den interalliierten Kriegsschulden. Beide Länder wollten die Reparationszahlungen zur Kriegsschuldentilgung verwenden.

Arie van der Hek

Kapitel 3. Entwicklungsstufen der Unternehmenskommunikation als Bestandteile des IR

In der Einleitung wird die Finanzberichterstattung als das historisch älteste Element der integrierten Berichterstattung bezeichnet. Um diese These zu belegen, dient als Ausgangspunkt der Primärzweck von IR, der im Rahmenkonzept des International Integrated Reporting Council (IIRC) wie folgt umschrieben wird: „The primary purpose of an integrated report is to explain to providers of financial capital how an organization creates value over time.“ Entscheidend ist hierbei das Verständnis von Wert. Analysiert man die zugrundeliegende Konzeption intensiver, unterscheidet der IIRC zwischen Wert für das Unternehmen und Wert für andere (Stakeholder i. w. S.).

Christian Manfred Kellner

4. Börse – Der beste und schlechteste Markt der Welt

Kein Wirtschaftsbuch ohne Börse! Aktien, Anleihen, Optionen, Futures, Leerverkäufe – alle muss man kennen, natürlich schon während des BWL-Studiums. Wie sonst hätte man in der Mensa den attraktiven Kommilitonen von der medizinischen Fakultät imponieren können? Auch im Alltag lässt sich bisweilen mit dezentem Börsenwissen punkten. Vielleicht kann es sogar einmal vor Fehlentscheidungen bei der Geldanlage schützen.

Fabian Dittrich

7. Geld – Das Blut der Welt

In der Wirtschaft geht es nur ums Geld! So zumindest die verständliche Meinung vieler, wenn nicht gar der meisten Menschen. Allerdings wissen Sie, dass es bei Wirtschaft noch um einiges mehr geht. Tatsächlich wurde das Thema Geld bis hierher höchstens einmal gestreift. Auch im BWL-Studium wird selten darüber gesprochen. Und trotzdem, am Ende läuft es immer auf das Geld hinaus. Geld ist im Alltag der Hauptberührungspunkt mit Wirtschaft. Welche Bedeutung das Thema hat, zeigt alleine schon, dass es – außer für Sex – für wohl keinen anderen Begriff mehr Synonyme gibt:

Fabian Dittrich

5. Evolution mit Lebensqualität

Die technologische Entwicklung fördert die Lebensqualität, kann sie aber auch gefährden. Das zeigen die Utopien und Dystopien, Hoffnungen und Ängste, die mit der maschinellen Intelligenz verbunden werden. Die Beispiele in Kap. 1 belegen, dass die digitalen Dienste viele Bedürfnisse des Menschen erfüllen, allerdings auch, dass sich die Mechanismen der Evolution gegen die Lebensqualität des Menschen wenden können. Das gilt auch umgekehrt: Zufriedenheit ist ein Feind des Fortschritts, Unzufriedenheit treibt die Entwicklung. Die Entwicklung kann aber nur gestalten, wer sie anführt. Daher ist hier zu prüfen, wie wir die soziotechnische Evolution und die Steigerung der Lebensqualität verbinden können, also die Evolution gestalten und gleichzeitig ihre Gefahren für die Lebensqualität abwenden sowie die Chancen nutzen.

Hubert Österle

Kapitel 5. E

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 10. T

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 11. U

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 9. S

Ludwig Gramlich, Peter Gluchowski, Andreas Horsch, Klaus Schäfer, Gerd Waschbusch

Kapitel 2. Die Entscheidungen der Haushalte

Im zweiten Kapitel beschäftigen wir uns mit den zentralen Angebots- und Nachfrageentscheidungen der privaten Haushalte. Dabei betrachten wir Haushalte, die das Ziel eines möglichst hohen Nutzens verfolgen. Zunächst diskutieren wir, wie eine vorgegebene Ausgabensumme für den Konsum mittels der so genannten Konsumregel nutzenmaximal auf die verschiedenen Konsumgüter verteilt wird. Dann zeigen wir, wie man über die so genannte Arbeitsregel das nutzenmaximale Ausmaß an Arbeit (bzw. Arbeitseinkommen) und Konsum (bzw. Konsumausgaben) findet. Anschließend gehen wir darauf ein, wie man über die so genannte Sparregel die nutzenmaximale Aufteilung des Einkommens in Gegenwartskonsum und Zukunftskonsum und damit die nutzenmaximale Sparhöhe ermittelt. Abschließend schildern wir, welchen Einfluss Unsicherheit – beispielsweise über die zukünftigen Renditen alternativer Sparanlagen – auf die Entscheidungsfindung haben kann.

Bernd Woeckener

Grüne Anleihen als Instrument gegen den Klimawandel in Österreich: Status quo und Entwicklungsmöglichkeiten

Die internationale Aufmerksamkeit, die den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit – vorangetrieben durch das Pariser Klimaabkommen sowie der UN-Agenda 2030 – gewidmet wird, spiegelt sich in der weltweit wie auch in Österreich zunehmenden Nachfrage nach nachhaltigen Investments wider. In Hinblick auf den zunehmenden Finanzierungsbedarf, um den Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft zu bewältigen, ist es unumgänglich, neben öffentlichen Mitteln auch private Investoren zu mobilisieren. Als innovatives Finanzprodukt haben sich dabei Green Bonds am Kapitalmarkt etabliert. Diese Anleihen mit ökologischem Mehrwert unterscheiden sich gegenüber traditionellen Anleihen durch ihren klar definierten Verwendungszweck und dienen der Finanzierung ökologischer Projekte mit Klimarelevanz, wie an zahlreichen, erfolgreichen Beispielen – auch in Österreich – dargelegt wird. Freiwillige Richtlinien haben bis dato als Leitfaden für die Strukturierung dieser Anleihen gedient. Im Rahmen des EU-Sustainable-Action-Plan werden einheitliche Standards geschaffen, die eine Verbreiterung der grünen Anleihen vorantreiben sollen. Grüne Anleihen können als Finanzierungsinstrument der Klimafinanzierung dienen und durch Transparenz und Liquidität institutionelles Kapital mobilisieren. Der Buchbeitrag liefert einen Überblick über die Entwicklung des Green Bond Markets sowie den aktuellen Status quo.

Silvia Stenitzer

Kapitel 14. Europäische Sichere Anleihen: Vergemeinschaftung auf Raten

Angesichts politischer und rechtlicher Vorbehalte gegen Eurobonds nehmen der Sachverständigenrat (2016) in seinem Jahresgutachten 2016/2017 und die EU-Kommission (2017) in ihrem „Reflexionspapier zur Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion“ ein Thema auf, das bereits durch das Grünbuch der EU-Kommission (2011) auf der Grundlage einer Gruppe europäischer Ökonomen unter Markus Brunnenmeier (2011, 2016) diskutiert wurde – staatsanleihebesicherte Wertpapiere. Mit diesen Sovereign Bond-Backed Securities (SBBS), auch unter der Bezeichnung Europäische Sichere Anleihen (European Safe Bonds, ESBies) geführt, werden zwei Absichten verfolgt: Sie sollen dem Bedarf nach sicheren Anlagen Rechnung tragen und zugleich einen Beitrag zur Finanzstabilität leisten, indem sie helfen, den Teufelskreis zwischen Staatenrisiken und Bankenrisiken zu durchbrechen. Der Beitrag analysiert die Funktionsweise dieser Verbriefungen, weist auf mögliche Problemaspekte hin und zieht eine direkte Verbindung zu Eurobonds, um abschließend einen kurzen Ausblick auf ziel- und problemlösungskonforme Alternativen zu geben.

Dirk Meyer

Kapitel 21. Der Fortbestand der Europäischen Währungsunion wird durch Italien infrage gestellt

Italien ist mit einem Anteil von 15 % des Eurozonen-BIP ein ökonomisches Schwergewicht. Zugleich hält Italien 23 % der Euro-Staatsverschuldung. Bei einer Schuldenquote von 132 % und einem Bankensektor, den ein überaus hoher Bestand an Problemkrediten prägt, wird das Doppelrisiko einer Staatsinsolvenz und einer Bankenkrise deutlich. Zwei Indizien unterstützen diese Aussage: Zum einen sind die italienischen TARGET-Defizite seit 2011 auf 492 Mrd. EUR (Stand Nov. 2018) angestiegen, zum anderen ermöglicht das sogenannte ANFA-Abkommen den nationalen Notenbanken den Erwerb von Wertpapieren - bspw. eigene Staatsanleihen. Dieser “Geld-Eigendruck” machte etwa 13 % (2017) der Bilanzsumme der Banca d’Italia aus. Rechnet man die Staatsanleihekäufe der Banca d’Italia im Rahmen des SMP- und des PSPP-Programms hinzu, dann erhöhen sich die Eigengeschäfte auf 46 % der Bilanzsumme. Damit ist der Grundsatz der Kongruenz von Emissions- und Geldannahmegemeinschaft als Stabilitätsvoraussetzung einer jeden Währungsunion infrage gestellt.

Dirk Meyer

Kapitel 10. Italienische Bankenrettung: EU-Abwicklungsrichtlinie und ein “italienischer Weg”

Ein negativer Einlagenzins der europäischen Zentralbank (EZB), eine extrem niedrige Zinsmarge zwischen Einlagen- und Kreditgeschäft, der wachsende Regulierungsdruck und ein hoher Investitionsbedarf in die IT-Technik: Die europäischen Banken stehen schweren Zeiten gegenüber. Bei zahlreichen mediterranen Geschäftshäusern kommen eine Klientelpolitik, eine strukturelle Schwäche der kreditnehmenden Unternehmen, eine auch deshalb riskante Kreditvergabe, mangelhafte interne Kontrollen sowie unzureichende externe Prüfungen der nationalen Aufsichtsbehörden hinzu. Generell führt der dort von heimischen Finanzinstituten gehaltene relativ hohe Anteil an Staatsschuldtiteln zu einer unheilvollen Verbindung, die die Staatsschuldenkrise mit der Bankenkrise verschmelzen lässt. Der neu errichtete Bankenabwicklungsmechanismus gibt eine “Haftungskaskade” vor, die durch eine Gläubigerbeteiligung (Bail-in) letzendlich den Steuerzahler vor einer Inanspruchnahme schützen soll. Allerdings findet über den Europäischen Bankenabwicklungsfonds eine neue Vergemeinschaftung von Hilfen und Haftung statt.

Dirk Meyer

32. Rating-Agenturen

Die Assetklasse der institutionellen Immobilienfonds prosperiert. Das Interesse institutioneller Investoren nimmt stetig zu, abzulesen in der hohen Zahl neu aufgelegter Fonds der jüngsten Vergangenheit. Dabei sind im Bereich der institutionellen Immobilienfonds überwiegend spezialisierte Produkte relevant.

Sonja Knorr

26. Fondsinvestoren

Im Folgenden werden die Besonderheiten der Immobilienanlage aus Sicht einer deutschen Versicherung dargelegt. Nach der Einführung in die Versicherungswirtschaft und ihre Bedeutung als (Immobilien-)Kapitalanleger werden spezifisch die für Versicherungen relevanten Rahmenbedingungen und Besonderheiten aufgeführt. Dabei ist es weder der Anspruch, einen vollständigen Investmentprozess darzustellen, noch tiefer in die Facetten der Immobilienanlage ganz allgemein einzusteigen.

Marian Berneburg, Fabian Reinecker

10. Staat und Kapitalmarkt

Für die Berechnung der Höhe des Schuldenberges lasse ich meistens die Fläche des Schulhofes mit einem Zollstock ausmessen oder mit Schritten abschätzen. Die unterschiedlichen Grundflächen können anhand der Volumina der Papierstapel dennoch leicht miteinander verglichen werden. Deshalb sollte man im Anschluss an die Rechnung die Zusatzaufgabe stellen: „Bitte berechnen Sie das Volumen des von Ihnen gestapelten Geldes.“ Beispiel: 57 m × 58 m × 7, 20 m = 51.470 m3. Die Hauptschwierigkeit besteht für die Schüler in der Regel darin, die eigenen Überlegungen wie in ◘ Tab. 10.1 zu strukturieren und den Überblick zu behalten. Binnendifferenziert kann die Aufgabe vereinfacht werden, wenn die einzelnen Bestandteile der Rechnung wie „Anzahl der benötigten Scheine“, „Länge der Längsseite der Grundfläche“ etc. wie in ◘ Tab. 10.1 vorgegeben werden. Die Angaben könnten jedoch auch ohne bestimmte Reihenfolge aufgelistet werden, damit zuerst ein Rechenweg überlegt werden muss.

Jürgen Pfannmöller

4. Strategieentwicklung in Phasen der Transformation

Volkswirtschaftlich bisher für wirksam gehaltene Mechanismen sind keine Automatismen mehr. Das vorhandene weltweite Vermögen von Investoren ist so groß wie nie zuvor und das Zinsniveau historisch niedrig. Die Anlageklasse Immobilien bleibt attraktiv und der Wettbewerb intensiv. Erkenntnisse einer Strategieentwicklung können nur dann einen Nutzen haben, wenn sie sich mit den richtigen Themen befasst hat, stringent und vollständig formuliert ist sowie folgend zu Entscheidungen und Handlungen führt. Die Organisation gilt es so aufzustellen, dass vor allem für alle Themen der Umsetzung die finale Verantwortung in der Organisation vorhanden sein muss. Wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit ist, die Organisation immer im Zustand des „Werden“ und des „Seins“ zu halten, also im Zustand ständiger Transformation. Transformation muss nicht automatisch mit Turbulenzen einhergehen, sondern meint die Veränderung, die sich evolutionär entwickelt.

Stephan Georg C. Kloess

Kapitel 19. Globaler EIIW-vita-Nachhaltigkeitsindex und Grüne Anleihen: Chancen und Probleme

Die Nachhaltigkeitsorientierung von Ländern, Unternehmen und Projekten zu erfassen, ist aus Sicht des Kapitalmarktes und auch der Klimapolitik wichtig. Für Investoren stehen bei allen Finanzprodukten Liquidität, Rentabilität – beides positiv – und Risiko (negativ) auf dem Beurteilungskatalog. Wenn sehr viel mehr nachhaltigkeitsorientierte Anleihen von Europäischer Investitionsbank, Weltbank und anderen Emittenten ab 2020 aufgelegt werden, dann verbessert sich die Liquidität. Ob die Erwartung vieler Investoren und mancher Experten richtig ist, dass grüne Anleihen weniger Volatilität beim Kurs – also ein geringeres Risiko als Standardanleihen – aufweisen und in der Rentabilität zumindest gleich gut wie traditionelle Anleihen sind, bleibt abzuwarten. Eine vernünftige Nachhaltigkeitsentwicklung und Klimaschutzpolitik kann es nur geben, wenn die Investoren auf den internationalen Kapitalmärkten Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsaspekte mit im Fokus haben. In diesem Kontext ist der sogenannte EIIW-vita-Nachhaltigkeitsindikator für private Investoren von enormer Bedeutung und großer Nützlichkeit. Dieser kompakte und sehr zweckmäßige Nachhaltigkeitsindikator mit den drei Säulen Erneuerbare Energien, „echte“ Sparquote nach Weltbank sowie die vom EIIW berechnete Position zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei nachhaltigkeitsfreundlichen Exportgütern gibt eine rationale Basis für Investoren, die sich für ein länderbezogenes Nachhaltigkeits- und Klimaranking von Anleihen interessieren.

Paul J. J. Welfens

3. Analyse mit Kennzahlen-Checkliste

Im Folgenden wollen wir noch tiefer einsteigen. Wir werden mittels Kennzahlen die Bauco weiter „zerlegen“, um unser Verständnis der Gesellschaft zu schärfen.

Bernd Heesen

Z

Die Zahlungsbilanz eines Landes ist eine Aufzeichnung aller wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern in einem Jahr. Mit Inländern und Ausländern sind Personen und Unternehmen gemeint.

Wolfram Klitzsch

3. Analyse mit Kennzahlen Check-Liste

Ab jetzt geht es in die Tiefe. Wir werden mittels Kennzahlen das KGS weiter ‚zerlegen‘, um unser Verständnis um die ausgewiesene Situation des Krankenhauses zu schärfen.

Bernd Heesen

8. Ausländische Quellensteuer

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungsteuer nach § 32d EStG unterliegen, ist die auf ausländische Kapitalerträge festgesetzte und gezahlte sowie um einen entstandenen Ermäßigungsanspruch gekürzte ausländische Steuer auf die deutsche Steuer anzurechnen, § 32d Abs. 1 Satz 5 i. V. m. Abs. 5 EStG. Die Anrechnung ist jedoch auf maximal 25 % der auf den einzelnen Kapitalertrag entfallenden ausländischen Steuer beschränkt. Dies gilt auch, soweit ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem jeweiligen Staat die Anrechnung einer ausländischen Steuer einschließlich einer fiktiven Quellensteuer auf die deutsche Steuer vorsieht.Voraussetzung für die Anrechenbarkeit einer abgezogenen, ausländischen Quellensteuer aus einem Nicht-DBA-Staat ist darüber hinaus, dass die jeweilige ausländische Steuer der deutschen Einkommensteuer entspricht, vgl. Abschn. 8.6.Die Anrechnung der ausländischen Steuer ist direkt bei der Ermittlung der Einkommensteuer im Rahmen des gesonderten Steuertarifes für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 32d Abs. 1 EStG vorzunehmen. Die Einkommensteuer beträgt hierbei grundsätzlich 25 % der Einkünfte, vermindert jedoch um die anrechenbare ausländische Steuer. Es gilt folgende Formel: $$ \mathrm{\frac{e - 4xq}{4+k}} $$ e - 4 x q 4 + k e sind die nach § 20 EStG ermittelten Kapitaleinkünfte q ist die nach § 32d Abs. 5 EStG anrechenbare ausländische Steuer k ist der für die Kirchensteuer erhebende Religionsgemeinschaft geltende Kirchensteuersatz

Oliver Rhodius, Johannes Lofing

Kapitel 6. Staatsschulden

Mehr als ein Drittel des privaten Vermögens in der Region OECD plus China besteht aus Anwartschaften auf Altersrenten, die der Staat schuldet. Hätte der Staat diese künftigen Verpflichtungen mittels eines Deckungsstocks abgesichert, entstünde ein unlösbares Kapitalanlageproblem. Nur mit einem Verzicht auf Deckungsstöcke ist der Sozialstaat des 21. Jahrhunderts kompatibel mit einem Regime der Preisstabilität bei nicht-negativen Realzinsen. Mit der Berechnung der staatlichen Verpflichtungen nach dem ADL-Verfahren erkennen die statistischen Ämter die impliziten Staatsschulden aus dem Rentensystem als Staatsschulden an. Auch die Systeme der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung generieren beträchtliche implizite Staatsschulden und entsprechendes privates Vermögen.Das von Robert Shiller propagierte TRILL-System kann ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der künftig nötigen hohen Staatsschulden bei niedrigen Realzinsätzen sein.Wir schätzen die Höhe der Staatsschulden in der Region OECD plus China empirisch ab. Für die Ermittlung der expliziten Staatsschulden greifen wir auf Daten des Internationalen Währungsfonds über die Netto-Staatsverschuldung zurück. Die impliziten Staatsschulden setzen sich vorwiegend aus den kapitalisierten Zahlungsverpflichtungen des Staates im Rahmen von gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen zusammen. Eine wichtige Datenbasis für die Berechnungen stellen die von einigen statistischen Ämtern veröffentlichten Anwartschaftsbarwerte von im Rahmen von Sozialschutzsystemen aufgelaufenen Alterssicherungsansprüchen dar. Wir schätzen, dass die gesamte Staatsverschuldung in der Region OECD plus China mehr als 600 Prozent des volkswirtschaftlichen Jahreskonsums dieser Region entspricht.

Carl Christian von Weizsäcker, Hagen Krämer

Kapitel 2. Der natürliche Zins und der optimale Zins im Steady State

Der „natürliche Zins“ ist der hypothetische risikofreie Realzins, der bei Vollbeschäftigung in einer geschlossenen Volkswirtschaft gelten würde, wenn die Nettoverschuldung des Staates null wäre. Er ist wesentlich geringer als der optimale Steady State-Zins, der gleich der Wachstumsrate des Systems ist. Das gilt für ein sehr allgemeines „Meta-Modell“.Auf dem optimalen Steady State-Pfad gilt die Fundamentalgleichung der Kapitaltheorie: T = Z – D mit T als volkswirtschaftliche Produktionsperiode, Z als repräsentative private „Warteperiode“ der Konsumenten und D als Staatsschuldenquote. Beim natürlichen Zins ist der Wohlstand mindestens 40 Prozent geringer als beim optimalen Zins.

Carl Christian von Weizsäcker, Hagen Krämer

Kapitel 4. Das Haus Rothschild

Traditionell verfolgen Arbeiten über die Rothschilds einen familienbiografischen Ansatz. Diese Konvention wurde von den fünf Söhnen Mayer Amschels selbst eingeführt: In der 1827 erschienenen Ausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie lancierten sie einen von Friedrich von Gentz verfassten Artikel unter dem Schlagwort „R o t h s c h i l d, das Haus“, den Salomon von Rothschild selbst redigierte. Ganz offiziell wird hier die bereits kursierende Metapher des „Hauses“ Rothschild als Bezeichnung für das Familienunternehmen zum ersten Mal gebilligt.

Martin Achatz

Kapitel 8. Betrachtungsebene „Beziehungen“

Folgt man Hagen Radowskis Ausführungen zur Netzwerkkrise, dann kommt es in ihrem Verlauf zu Beziehungskrisen zwischen den am Netzwerk beteiligten Partnern und Unternehmen. In erster Linie wird man das Abschmelzen netzwerkeigenen Kapitals in Form von Vertrauen beobachten, Vertrauen, das die geschäftliche Zusammenarbeit einmal konstituiert hatte.

Martin Achatz

Kapitel 9. Betrachtungsebene „Identität“

Der folgende, letzte Teil der Studie untersucht, welche Krisenerscheinungen auf der Ebene der Netzwerkidentität 1848 auftraten und wie sie bewältigt wurden. Er möchte klären, ob eine gemeinsame, dem Netzwerk eigene Identität eventuell dazu beitrug, die Krise des Jahres 1848 zu überstehen, ob die Netzwerkidentität der Rothschilds also ein netzwerkspezifisches Wertäquivalent war, das andere Banken oder Bankennetzwerke nicht hatten. Es versteht sich aber beinahe von selbst, dass es gerade auf der Ebene Identität eine Reihe von Konflikten gegeben haben muss, die die Krise verschärften.

Martin Achatz

Kapitel 6. Betrachtungsebene „Individuen“

Das Modell der Netzwerkkrise von Hagen Radowski berücksichtigt auf der Ebene der Individuen auch Krisen einzelner Akteure. Für Radowski sind diese individuellen Krisen so etwas wie Binnenkrisen innerhalb der Netzwerkkrise, die in unterschiedlichen Graden zur Verschärfung von Beziehungs- und Unternehmenskrisen und somit zur Verschärfung der Netzwerkkrise insgesamt beitragen. Vermutlich wegen ihrer oft nur mittelbaren Rückwirkung auf die eigentliche Netzwerkkrise, die im Zentrum von Radowskis Arbeit steht, hat der Autor sie ans Ende seiner Überlegungen gerückt und untersucht sie erst an vierter Stelle, nach Netzwerk-, Beziehungs- und Unternehmenskrisen.

Martin Achatz

Kapitel 7. Betrachtungsebene „Unternehmen“

Sicher eine der zentralsten Fragen dieser Arbeit ist sicher die nach dem geschäftlichen Erfolg beziehungsweise Misserfolg der Rothschilds in der Krise von 1848/49. Diese Frage zerfällt in folgende Teilfragen: Lassen sich ihr Vermögen und seine Entwicklung beziffern? Wieviel Geld verloren sie genau und was bedeutete das für sie? Auf welchen Geschäftsfeldern machten sie Verluste? Welche geschäftlichen Operationen erwiesen sich als relativ krisenfest? Gelang es ihnen bereits während der Krise, Vermögen zurückzugewinnen?

Martin Achatz

11. Grundformen der Kapitalanlage und der Garantie

Es gibt verschiedene Konstruktionsarten von (kapitalbildenden) Lebens- und Rentenversicherungen. Inzwischen verschwimmen diese Grenzen zusehends, teilweise wegen des größeren Wettbewerbs am Markt, teilweise wegen sich ändernder Rahmenbedingungen in rechtlicher und wirtschaftlicher Hinsicht.

Robert Wolff

Grundzüge von Lists Entwicklungspolitik

In einem 1995 von Evelyn L. Forget herausgegebenen Sammelband mit dem Titel „The peasant in economic thought“ hat Victor G. Doerksen einen Beitrag zum Thema „Friedrich List and the German Peasantry – Early German Liberal Econmic Thought and Practice“ publiziert. Darin werden die sonst kaum beleuchteten Ideen von Friedrich List zur Agrarwirtschaft thematisiert, obgleich seine fünfte und letzte handelspolitische Schrift von 1842 „Die Ackerverfassung, die Zwergwirtschaft und die Auswanderung“ gewidmet ist.

Eugen Wendler

Kapitel 9. Die operative Analyse der Beteiligung HKG im Detail

In meinem Buch Bilanzplanung und Gestaltung – Fallorientierte Bilanzerstellung (Heesen 2012) habe ich anhand einer als „Trichteranalyse“ bezeichneten Vorgehensweise aufgezeigt, wie man schnell und sicher ein Zahlenwerk analytisch mit wenigen Kennzahlen durchforsten kann.Dabei werden Redundanzen ausgeschaltet und eventuelle irreführende und/oder gefährliche Kennzahlen erst gar nicht berücksichtigt. Das Motto dabei war: Um uns auf das Wesentliche konzentrieren zu können, müssen wir die Zusammenhänge verstehen. Und diese Zusammenhänge wurden auch jeweils mathematisch und grafisch dargestellt. So wollen wir auch in diesem Buch wieder vorgehen.Welche Kennzahlen gehören jetzt zu diesem Ansatz?Es sind 14, die sich aus verschiedenen Kennzahlengruppen ergeben und gemeinsam wie ein dickes Analysenetz wirken. Ich sage nicht, dass es keine anderen ebenfalls guten oder sogar besseren Ansätze gibt, aber ich persönlich komme mit den folgenden Größen „sehr weit und sehr tief“.Welche Gruppen sind jetzt betroffen bzw. von aus welchen Gruppen stammen diese Trichterkennzahlen? 1. Vermögenskennzahlen, 2. Kapital und Kapitalstrukturkennzahlen, 3. Liquiditäts‐, Cash‐Flow‐ und Investivkennzahlen, 4. Erfolgskennzahlen, 5. Renditekennzahlen, 6. Kennzahlen zur operativen Stärke. Jetzt werden Sie sagen, dass dies doch die Standardgruppen bei Bilanzanalysen sind. Und damit haben Sie ja auch Recht! Aber die Beurteilung und das Controlling einer Beteiligung sind in erster Linie Standardansätze.

Bernd Heesen

Kapitel 6. Hinweise zu Lösungen der Übungsaufgaben

Die durchschnittlichen Zinssätze für Wohnungsbaukredite sanken in Deutschland seit dem Jahr 2008 drastisch. Deutsche Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) befragen daher regelmäßig deutsche Kreditinstitute nach deren Ertragsaussichten. Laut der 2016er Befragungsergebnisse „erwarten die Institute, dass bei anhaltend niedrigen Zinsen ihre Profitabilität im Prognosezeitraum bis 2019 deutlich unter Druck geraten wird“.

Prof. Dr. Markus Knüfermann

Kapitel 5. Investitionsrechnung

Bevor Investitionen getätigt werden, müssen Analysen durchgeführt werden, ob eine Investition überhaupt sinnvoll ist. Die quantitativen Methoden der Investitionsrechnung beurteilen aus ökonomischer Sicht, ob sich eine Investition rechnet. Unterschieden wird in statische und dynamische Methoden. Ausgewählte Verfahren der beiden Bereiche werden genauer dargestellt. Zudem wird betrachtet, wie vorgegangen werden kann, wenn sich Investitionen hinsichtlich Dauer und/oder Investitionsvolumen unterscheiden. Bei den qualitativen Methoden der Investitionsrechnung finden nicht nur ökonomische Aspekte Beachtung, sondern ebenso Kriterien, die sich nicht in Geldeinheiten messen lassen (z. B. Zuverlässigkeit und Qualität). Anhand des Beispiels der Nutzwertanalyse wird erklärt, wie auch diese Faktoren mit in die Bewertung einbezogen werden können.

Gerald Schmola

Kapitel 4. Historische Besonderheiten im Untersuchungszeitraum

Für die Berechnung der Performance im Untersuchungszeitraum dieser Arbeit ist es zunächst notwendig den historischen Hintergrund sowie die damit verbundenen Besonderheiten und ihre Auswirkungen auf den zu erstellenden Index näher zu betrachten. Im Folgenden werden daher die relevanten historischen Fakten diskutiert und anschließend die gewonnenen Erkenntnisse zur Selektion, der Umschichtung sowie Ablösung der Anleihen für die Indexberechnung verwendet.

Waldemar Fast

Kapitel 7. Schlussbemerkung

In der vorliegenden Arbeit wurde die langfristige historische Entwicklung deutscher längstlaufender Staatsanleihen im Zeitraum Ultimo 1870 bis Ultimo 1959 untersucht. Die Ermittlung der langfristigen Performance erfolgte auf Basis einer passiven buy-and-hold Strategie unter der Annahme einer Reinvestition der laufenden Mittelzuflüsse aus Kupons. Die historischen Besonderheiten im Untersuchungszeitraum, insbesondere die Börsenschließung im Verlauf des ErstenWeltkrieges sowie die Zeiträume teilweiserWertvernichtung, wurden in der Weise berücksichtigt, dass von einer möglichen Nachbildung der ermittelten Indexperformance aus der Sicht eines Investors der damaligen Zeit ausgegangen werden kann.

Waldemar Fast

Kapitel 3. Grundlagen der Indexberechnung

Im Unterschied zu einer Aktienanlage, die i. d. R. auf unbestimmte Zeit erfolgt, ist bei einer Investition in Rentenpapiere der Ertrag in der Regel auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt. Bei einer Kuponanleihe erhält der Investor über die Laufzeit der Anleihe feste Kuponzahlungen und am Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe zurückgezahlt.

Waldemar Fast

Ausfallrisiken

Kreditrisiken sind die bedeutendste banktypische Risikoart. Die Steuerung von Kreditrisiken setzt voraus, dass diese gemessen und bewertet werden. Die Beurteilung des Ausfallrisikos ist Gegenstand der Kreditwürdigkeitsprüfung. Hierzu existieren statistische Verfahren wie die Diskriminanzanalyse und die logistische Regression, die dazu genutzt werden können, um Ratingklassen Ausfallwahrscheinlichkeiten zuzuordnen. Alternativ können Ausfallwahrscheinlichkeiten auch aus den Marktpreisen ausfallrisikobehafteter Finanztitel ermittelt werden. Die Abschätzung des Ausfallrisikos eines einzelnen Kredits ist wichtig für die Kreditvergabeentscheidung, für die Steuerung des Gesamtausfallrisikos werden Kreditportfoliomodelle eingesetzt. Im Kapitel H2 wird das Kreditportfoliomodell CreditMetricsTM dargestellt und weitere Kreditportfoliomodelle skizziert. Für die Bewertung von Kreditausfallrisiken werden in Kapitel H3 sowohl klassische als auch optionsbasierte Verfahren sowie Reduktionsmodelle vorgestellt. Kapitel H4 gibt einen Überblick über die klassischen Instrumente des Kreditrisikomanagements wie Überwachung, Sanierung und Abwicklung. Daneben werden auch neue Instrumente, die ein aktives Kreditrisikomanagement durch Übertragung von Kreditrisiken ermöglichen, vorgestellt. Kapital H5 stellt dar, wie die regulatorischen Kapitalanforderungen für Kreditausfallrisiken bemessen werden.

Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Preisrisiken

Neben den zuvor behandelten Liquiditäts- und Ausfallrisiken sowie den im nächsten Teil behandelten operationellen Risiken, werden in diesem Teil die Preisrisiken als weitere wesentliche Risikoart in Kreditinstituten näher betrachtet. Preisrisiken werden in nicht immer klaren Abgrenzungen auch als Marktrisiken oder Marktpreisrisiken bezeichnet. Sie sind darauf zurückzuführen, dass sich Zinssätze, Aktienkurse und Wechselkurse, aber auch die Werte von Rohwaren und Sachvermögen zu Lasten der Bank (aber auch zu ihren Gunsten) verändern können. In den folgenden Kapiteln analysieren wir zunächst die grundsätzlichen Ideen und Vorschriften zum Umgang mit Preisrisiken (I1). Anschließend widmen wir uns nacheinander den spezifischen Anforderungen von Zinsänderungsrisiken (I2), Aktienkursrisiken (I3) sowie Fremdwährungs- und Warenpositionsrisiken (I4), die sich unter die Risikoart der Preisrisiken subsumieren lassen. Bei unseren Ausführungen nehmen wir sowohl eine Management- als auch die Regulierungsperspektive ein. Kapitel I5 beschließt diesen Teil mit Ausführungen zu drei übergreifenden, weiterführenden Themen, nämlich zur Ermittlung der Anrechnungsbeträge für Optionen, zu bankeigenen Risikomodellen sowie zu den zukünftigen Neuerungen des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB.

Thomas Hartmann-Wendels, Andreas Pfingsten, Martin Weber

Konzeption der Transparenz in der Abschlussprüfung

Die Literaturauswertung in den vorangehenden Kapiteln ergab, dass zur Vertrauensvergabe Erkenntnisse unterschiedlicher Theorien vorliegen. Eine systematische Überprüfung der Anwendbarkeit dieser Erkenntnisse im Kontext der Abschlussprüfung sowohl auf theoretischer als auch auf empirischer Basis liegt bisher nicht vor. Hinsichtlich der Transparenz in der Abschlussprüfung liegen bisher nur vereinzelte Aussagen vor. Eine Untersuchung des Einflusses transparenzfördernder Maßnahmen auf die Vertrauensvergabe im Prüfungskontext ist nicht gegeben.

Marina Müller

Kapitel 2. Entwicklung russisches Banksektors: Geschichte und Gegenwart

Der Bankensektor Russlands hat sich seit dem Ende der Sowjetunion stark verändert. Das Ziel der Entwicklungen war, dass sich der Staat immer mehr aus dem russischen Bankensystem zurück zieht und sich ein marktwirtschaftliches Bankensystem entwickelt. Durch geringe Kapitalanforderungen für die Bankengründung und das Ende des Staatsmonopols kam es zu einem Bankenboom, in dessen Folge die Zahl der Banken von 5 (1988) auf 1360 (1992) stieg.

Tatjana Viktorovna Nikitina

Kapitel 6. Herkömmliche Bilanzierung und Offenlegung einzelner Sachverhalte

Als Beispiele für Zahlungsmittel können Schecks, Kassenbestände, Bundesbankguthaben oder Sichteinlagen bei Kreditinstituten genannt werden. Gemäß IAS 7.7 dienen diese dazu, kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Sie werden gewöhnlich nicht zu Investitions- oder anderen Zwecken gehalten. Ferner wird über IAS 7.7 klargestellt, dass eine Finanzinvestition im Regelfall nur dann zu den Zahlungsmitteläquivalenten gehört, wenn sie – gerechnet vom Erwerbszeitpunkt – eine Restlaufzeit von nicht mehr als etwa 3 Monaten besitzt.

Jürgen Stauber

Private Banking für Unternehmer aus der Perspektive einer Privatbank

Die Unternehmenslandschaft in Deutschland ist stark von Familienunternehmen geprägt: Rund 90% aller deutschen Unternehmen sind in Familienhand.Der Begriff ist allerdings weit gespannt. Er umfasst Kleinstbetriebe bis hin zu im DAX gelisteten Konzernen – eine äußerst heterogene Gruppe also. Doch ist den meisten der Wunsch gemeinsam, ihr Unternehmen intakt und zukunftsfähig an die nächste Generation weiterzugeben.

Leonhard von Metzler

Performancemessung und die Suche nach einem geeigneten Leistungsmaßstab

Deutschland gehört zu den wichtigsten Finanzmärkten weltweit und den interessantesten in Europa. Die ausgeprägte Sparneigung der Deutschen führt zu einem stetigen Wachstum des Bruttovermögens privater Haushalte, wie nachstehende Grafik unterstreicht.

Jürgen Lampe

Fiduciary Management mit Vermögensverwaltung 3.0

Im Jahr 2008 brachen die Weltmärkte in neuen Dimensionen zusammen. Die Ausmaße erinnerten an die Weltwirtschaftskrise in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Investitionswelle der ersten Globalisierungsphase kam damit nach 18 Jahren zum Erliegen.

Jörg Blickle, Götz J. Kirchhoff, Günter Stibbe

2. Investition und Finanzierung

„Zeit“ hat eine wesentliche ökonomische Bedeutung, die sich in der Investitionsrechnung in Ab- und Aufzinsungsvorgängen ausdrückt. Um zwischen verschiedenen Investitionsobjekten auswählen und optimale Ersatzzeitpunkte bestimmen zu können, verwendet man die Kapitalwertmethode, die Interne-Zinsfuß-Methode und die Äquivalente-Annuitäten-Methode. Während die Investitionsrechnung überwiegend unter der Annahme der Sicherheit erfolgt, basiert die Analyse des Wertpapiermarkts auf der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Grundlage für Anlageentscheidungen im Capital-Asset-Pricing Modell (CAPM) sind die erwarteten Renditen und die erwarteten Volatilitäten der Wertpapiere und die Risikopräferenzen der Investoren. Durch Mischung von Wertpapieren werden Diversifikationspotentiale genutzt. Das CAPM setzt die Existenz einer sicheren Wertpapieranlage voraus. Unter Bedingungen von wechselnden Inflationsraten und Leitzinsen ist es aber fraglich, ob sichere Wertpapieranlagen überhaupt existieren. In einer globalen Wirtschaft hängen Renditen in erheblichem Maße von Wechselkursen ab. Insofern sind die Prognose von Wechselkursen und die Absicherung gegen Wechselkursschwankungen durch Fremdwährungskredite und Devisentermingeschäfte wichtige Bestandteile der Investitionsentscheidung.

Thomas Bonart, Jürgen Bär

Kapitel 9. Erwartete Auswirkungen auf die Geschäftspolitik in Phase II

Ein Versicherungsunternehmen zu führen, das die Dimension Zeit nicht mehr im gleichen Maße nutzen kann wie früher, scheint uns deutlich schwieriger als in der Vergangenheit. Wir schätzen, dass in Zukunft selektiver Geschäft geschrieben werden wird. Die Angst, sich in den Annahmen getäuscht zu haben und in der Folge heftige Verluste ausweisen zu müssen, was für die Außenwelt sichtbar wird, dürfte zu einer gewissen Skepsis führen.

Carsten Zielke

10. Staat und Kapitalmarkt

In diesem Kapitel stapeln Sie den deutschen Schuldenberg in druckfrischen 50-Euro-Scheinen in einem Fußballstadion Ihrer Wahl, um sich einen Eindruck von der Höhe der Staatsverschuldung zu verschaffen. Sie erfahren, welchen Anteil der Schulden Sie selbst abtragen müssen, obwohl Sie sich an die Kreditaufnahme nicht erinnern können und in Analogie zu Ihrem eigenen Jahreseinkommen einen Tilgungsplan aus. Sie lernen das Rating als Gradmesser der Ausfallwahrscheinlichkeit von Krediten kennen und spielen in einem Quartettspiel wichtige Kennzahlen zu BIP und Verschuldung verschiedener Volkswirtschaften gegeneinander aus. Für einen Autokauf parken Sie Geld in spanischen Staatsanleihen König Alfons XII. und sehen, wie veränderte Renditen und Ratings Kursgewinne und Kursverluste von Anleihen bewirken.

Jürgen Pfannmöller

1. Schnupperkurs VWL

In diesem Kapitel machen Sie eine geheimnisvolle Erbschaft, über die Sie allerdings erst verfügen dürfen, wenn Sie den Notar davon überzeugen, dass Sie den Wert der Erbstücke richtig einzuschätzen wissen. Dazu müssen Sie herausfinden, was es mit den Edelmetallen, Währungen, Aktien und einigen Kuriositäten auf sich hat. Sie hören von der großen Inflation in Deutschland von 1923, dass der Euro bereits drei Jahre früher – als von den meisten Europäern bemerkt – eingeführt worden ist und Sie machen die Bekanntschaft mit John Maynard Keynes, Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack. Außerdem bekommen Sie einen ersten Überblick, was VWL mit Ihnen zu tun hat.

Jürgen Pfannmöller

Kapitel 4. Analyse mit Kennzahlen-Check-Liste

Ab jetzt geht es in die Tiefe. Wir werden mittels Kennzahlen das PAZ weiter ‚zerlegen‘, um unser Verständnis um die ausgewiesene Situation des Hotels zu schärfen.

Bernd Heesen, Christoph Walter Meusburger

Kapitel 17. Marketingcontrolling

So wie das Controlling in Kanzleien auch heute noch häufig auf die Verarbeitung von Informationen in Form von Zahlen aus dem Rechnungswesen reduziert wird, verstehen viele Marketing lediglich als Kommunikationsmaßnahmen. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz, wenn Controlling als Teil des Führungs- und Steuerungssystems und Marketing als „marktorientierte Unternehmensführung“ verstanden wird. Um zu beurteilen, ob ein Markteintritt Sinn macht oder um zu bestimmen, welchen Umfang und welche Ausprägung die Leistungsmerkmale des eigenen Dienstleistungsangebotes haben sollen, ist eine 360°-Betrachtung notwendig, die alle relevanten externen und internen Informationen einbezieht. Marketingcontrolling ist in diesem Sinne die Steuerung einer marktorientieren Kanzleiführung auf allen Ebenen.

Christopher Holl

Kapitel 18. Populismus-Regierung in Italien und ITALEXITPerspektiven in Verbindung zum BREXIT

Zu Fragen nach BREXIT-Effekten auf die EU27 kann man den Gesamtraum der EU27-Länder, die Eurozone oder aber einzelne EU-Länder betrachten. Deutschland ist dabei in der EU27 und in der Eurozone (Gewicht dort 30%) das größte Land und ist direkt vom BREXIT nur relativ wenig ökonomisch negativ betroffen. Allerdings bedeutet der Sachverhalt, dass die Volkswirtschaften der Niederlande und Belgiens in Kombination für leicht höhere Deutschland-Exporte stehen als UK selbst – und beide Länder sind ihrerseits stark mit UK über Außenhandel verbunden –, dass Deutschland auch indirekten Negativeffekten des BREXIT gegenüber stehen wird; eben bei der Wirtschaftsentwicklung in den Niederlanden und Belgien sowie natürlich auch bei BREXIT-Effekten auf andere EU27-Länder.

Paul J. J. Welfens

Was kann die heutigeWirtschaftswissenschaft von Friedrich List (1789–1846) lernen?

Einen weitgehend in Vergessenheit geratenen, aber höchst interessanten Artikel „Über Friedrich List“ in den Preußischen Jahrbüchern von 1903 leitete damals Max Höltzel mit folgenden Worten ein: „Es sind recht Wenige, die für Handel und Industrie, Verkehr und Volkswirtschaft in Praxis und Theorie von so großer Bedeutung waren und eine so tiefgreifende Wirksamkeit entfaltet haben, wie Friedrich List; – auch hat selten ein Mann so viele unerbittliche Verfolger gehabt, wie er. Die Kurzsichtigkeit und die blindwütige Gegnerschaft seiner Zeitgenossen hat es aber doch nur zugut verstanden, das Andenken Lists auch über seinen Tod hinaus zu schmälern und die Würdigung seiner Lebensarbeit zu untergraben.“ Deshalb sei Lists Name „sowohl in den Kreisen der Nationalökonomie wie der Historiker, wie auch der allgemeinen Bildung“ noch viel zu wenig bekannt; – und – so möchte man hinzufügen – daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Eugen Wendler

6. Investitionsrechnung zur Beurteilung von Finanzinvestitionen

Investitionsrechnungen zur Beurteilung von Finanzinvestitionen haben gegebene und potenzielle Finanzanlagen als Gegenstand der Betrachtung. Zu den Finanzanlagen zählen vor allem Beteiligungen an Unternehmen und Schuldverschreibungen. Die Erläuterung von Verfahren zur Beurteilung dieser beiden Formen von Finanzanlagen sind Gegenstand der folgenden Ausführungen.

Prof. Dr. Hans Paul Becker, Prof. Dr. Arno Peppmeier

10. Preis und Rendite von Anleihen

Anleihen, auch Bonds, Rentenpapiere oder Obligationen (Fixed Income Securities) genannt, gehören zusammen mit den Aktien zu den traditionellen Anlageklassen. Dabei handelt es sich um zinstragende Wertpapiere, die verbrieft und somit handelbar sind. Sie stellen vor allem für institutionelle Investoren eine wichtige Kapitalanlage dar. Ihre Bedeutung lässt sich auch darin erkennen, dass die Anleihemärkte weltweit größer als die Aktienmärkte sind. Im Gegensatz zu Aktien werden Anleihen mehrheitlich außerbörslich gehandelt. Das Kapitel beginnt mit den Grundlagen und den verschiedenen Arten von Anleihen, bevor die Preisberechnung von optionsfreien Anleihen mit dem Cashflow-Modell vorgestellt wird. Danach werden die drei Renditegrößen Current Yield, Verfallrendite und Total Return gezeigt, die den Marktteilnehmern eine Renditebeurteilung ihrer Kapitalanlage in festverzinsliche optionsfreie Anleihen ermöglichen.

Dr. Enzo Mondello

6. Capital Asset Pricing Model und Fama/French-Modell

Investoren möchten für das Eingehen eines höheren Risikos durch eine höhere erwartete Rendite entschädigt werden. Dabei stellt sich die Frage der Höhe der Renditeentschädigung. In der Finanzmarkttheorie wird diese Frage mit Einfaktor‑ und Multifaktorenmodellen beantwortet, welche die Renditeerwartung einer Anlage oder eines Portfolios mit einem oder mehreren systematischen Risikofaktoren bestimmen. Das in der Praxis wohl meistbenutzte Modell ist das Capital Asset Pricing Model (CAPM). Anhand dieses Einfaktormodells wird die erwartete Rendite einer Aktie oder eines Aktienportfolios mit dem risikolosen Zinssatz und einer Risikoprämie berechnet, die aus dem Produkt der Marktrisikoprämie und dem Beta der Anlage besteht. Allerdings zeigen empirische Studien, dass die Aktienrenditen nicht nur mit den Marktrenditen, sondern auch mit anderen Faktoren korrelieren. Zwei dieser Risikofaktoren sind die Größe des Unternehmens (gemessen anhand der Marktkapitalisierung) und das Buchwert‐Kurs‐Verhältnis, die von Eugène Fama und Kenneth French in einem Multifaktorenmodell erfasst wurden. Beim Fama/French‐Modell (FFM) handelt es sich um ein Dreifaktorenmodell, dass die Renditeerwartung mit den Risikoprämien und den entsprechenden Betas für den Markt, die Größe und den Wert erklärt. Sowohl das CAPM wie auch das Fama/French‐Modell unterstellen, dass Marktteilnehmer bei der Übernahme systematischer Risiken durch eine Prämie entschädigt werden. Folglich ist nur das systematische Risiko bewertungsrelevant. Die beiden Faktormodelle unterscheiden sich darin, dass das systematische Risiko im CAPM durch das Marktportfolio gegeben ist, während das Fama/French‐Modell zusätzlich zum Marktportfolio auch die Größe und den Wert als systematische Risikofaktoren definiert. In diesem Kapitel werden die beiden Faktormodelle vorgestellt.

Dr. Enzo Mondello

7. Dividendendiskontierungsmodell

In der Fundamentalanalyse werden die bewertungsrelevanten Einflussfaktoren auf den Aktienpreis untersucht. Hierzu werden Informationen über die Gesamtwirtschaft, die Industrie und das Unternehmen analysiert. Im Mittelpunkt der Fundamentalanalyse steht ein Bewertungsmodell, mit dem der innere Aktienwert berechnet wird. Um zur Anlageentscheidung zu gelangen, wird der mit dem Modell ermittelte innere Wert mit dem Marktpreis verglichen. Überschreitet (unterschreitet) der innere Wert den Marktpreis, deutet dies darauf hin, dass die Aktie unterbewertet (überbewertet) ist. In diesem Kapitel wird das Dividendendiskontierungsmodell vorgestellt, das zu den Cashflow-Modellen zählt. Anhand des Bewertungsmodells wird der innere Wert der Aktie unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) ausgerechnet. Dabei entspricht der innere Aktienwert dem Barwert der zukünftigen Dividenden, welche die Investoren bei einem Aktienkauf in Zukunft erwarten können. Für die Berechnung des inneren Werts werden die zukünftigen Cashflows mit der erwarteten Rendite diskontiert.

Dr. Enzo Mondello

Risikogerechte Bewertung und Erfolgswahrscheinlichkeit von Restrukturierungsstrategien

Für Krisendiagnose (Krisenfrühwarnsystem) und auch die risikogerechte Bewertung von Restrukturierungs- und Sanierungsstrategien sind Methoden verfügbar, die Strategie, operative Planung und Risikoanalyse (sowie Risikoaggregation) verbinden.Bei einer risikogerechten Bewertung sind Unternehmenswert und Kapitalkostensatz ausgehend von den (aggregierten) Ertragsrisiken abzuleiten – ein Rückgriff auf historische Kapitalmarktdaten (wie bei CAPM) ist bei diesem Verfahren nicht erforderlich und nicht sachgerecht.Dabei wird die operative Planung verbunden mit denjenigen Chancen und Gefahren (Risiken), die Planabweichungen auslösen können, um mittels Simulation eine realistische Bandbreite der zukünftig zu erwartenden Entwicklung der Cashflows anzugeben. Dies erlaubt die transparente Ableitung der „Sanierungserfolgswahrscheinlichkeit“ und des Wertbeitrags in Abhängigkeit der Strategievarianten („Sanierungswertbeitrag im IDW S 6“).

Werner Gleißner

8. Ausländische Quellensteuer

Bei Einkünften aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungsteuer nach § 32d EStG unterliegen, ist die auf ausländische Kapitalerträge festgesetzte und gezahlte sowie um einen entstandenen Ermäßigungsanspruch gekürzte ausländische Steuer auf die deutsche Steuer anzurechnen, § 32d Abs. 1 Satz 5 i. V. m. Abs. 5 EStG. Die Anrechnung ist jedoch auf maximal 25 % der auf den einzelnen Kapitalertrag entfallenden ausländischen Steuer beschränkt. Dies gilt auch, soweit ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem jeweiligen Staat die Anrechnung einer ausländischen Steuer einschließlich einer fiktiven Quellensteuer auf die deutsche Steuer vorsieht.Voraussetzung für die Anrechenbarkeit einer abgezogenen, ausländischen Quellensteuer aus einem Nicht-DBA-Staat ist darüber hinaus, dass die jeweilige ausländische Steuer der deutschen Einkommensteuer entspricht, vgl. Abschn. 8.6.Die Anrechnung der ausländischen Steuer ist direkt bei der Ermittlung der Einkommensteuer im Rahmen des gesonderten Steuertarifes für Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 32d Abs. 1 EStG vorzunehmen. Die Einkommensteuer beträgt hierbei grundsätzlich 25 % der Einkünfte, vermindert jedoch um die anrechenbare ausländische Steuer. Es gilt folgende Formel:$$ \mathrm{\frac{e - 4xq}{4+k}} $$e-4xq4+kesind die nach § 20 EStG ermittelten Kapitaleinkünfteqist die nach § 32d Abs. 5 EStG anrechenbare ausländische Steuerkist der für die Kirchensteuer erhebende Religionsgemeinschaft geltende Kirchensteuersatz

Oliver Rhodius, Johannes Lofing

1. Wesen der Investmentbank

Will man die Geschichte des Investmentbankings aufzeigen, so kommt man nicht umhin, das Investmentbanking vorher zu beschreiben. Anderseits ist das Wesen dieses Bankgeschäfts ja gerade von der Zeit und vom historischen Kontext abhängig. Eine Investmentbank des 19. Jahrhunderts weist nur noch geringe Gemeinsamkeit mit den heutigen Instituten auf. Dennoch gibt es einen Kern, der sich wenig geändert hat und der in den meisten heutigen Banken noch vorhanden ist. Das Wort „Investment banker“ haben wir schon in einem Branchenbuch aus Philadelphia von 1824 gefunden. Daraus folgt, dass dieser Begriff zu dieser Zeit schon geläufig war und deshalb schon einiges früher in den Gebrauch gekommen sein muss. In Großbritannien sind etwa zur gleichen Zeit schon zwei Banken bekannt, die diese Wortkombination in ihrem Namen führen. Das Verhältnis zwischen Investmentbank und Investmentbanking muss zudem geklärt werden. Denn dabei wird sich zeigen, dass Investmentbanking nur einen kleinen Teil, wenn überhaupt, der Tätigkeit einer Investmentbank ausmacht. Wir beginnen also mit der allgemeinen Beschreibung der Bank, wobei wir uns von der Praxis leiten lassen und weniger akademische Theorien beschreiben wollen.

Claudio Franzetti

Open Access

Steuernachteile von Eigenkapital abbauen und Risiken senken

Krisenrobustheit braucht mehr risikotragendes Eigenkapital. Die Besteuerung setzt jedoch einen Anreiz zur Überschuldung. Zinsen für Fremdkapital sind steuerlich abzugsfähig, nicht aber die notwendige Verzinsung des Eigenkapitals.

Anne Beck

2. Funktionen und Dysfunktionen von Finanzmärkten

Dem Finanzsektor und den Finanzmärkten kommt bei der Organisation und Struktur der Ökonomie eine besondere Rolle zu. Wir alle sind mehr oder weniger direkt und sicherlich indirekt von seinen Aufgaben und Funktionen betroffen. Indem Finanzmärkte Transformationsfunktionen und eine Informationsfunktion wahrnehmen, sollen sie mit ihren Aufgaben zu einer optimalen Allokation des Kapitals beitragen. Derivative Finanzprodukte können dabei diese verschiedenen Funktionen unterstützen. Gleichzeitig müssen wir jedoch auch feststellen, dass neue Herausforderungen und Gefahren des Missbrauchs durch diese Finanzprodukte entstehen und insbesondere ihr massiver Einsatz Dysfunktionen in Finanzmärkten fördern kann. Ihr Einsatz sollte folglich immer gut begründet werden und potentielle Gefahren sollten vom Regulator frühzeitig erkannt werden. Finanzmärkte sind aus gesellschaftlicher Sicht positiv, wenn sie die ihnen zu geteilten Aufgaben wahrnehmen können. Umgekehrt scheinen sie bei fehlender oder schlechter Regulierung vor allem den Interessen einiger ausgewählter Gesellschaftsgruppen zu dienen. Sowohl die Funktionen als auch die Dysfunktionen von Finanzmärkten haben in der heutigen Ökonomie riesige Auswirkungen in die eine oder andere Richtung.

Prof., Direktor Marc Chesney, Jonathan Krakow, Dr. Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

3. Zinsen und Anleihen

Für das Thema Zinsen und Anleihen ist es wesentlich, einen Blick auf die weltweite Verschuldung zu werfen, die seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 immer weiter zugenommen hat. Für die Tragbarkeit dieser Schulden ist es wichtig, dass das Zinsniveau auf tiefem Niveau bleibt. Vor diesem Hintergrund spielen Anleihen und Zinsterminkontrakte in der heutigen Ökonomie eine wesentliche Rolle. Deshalb werden in Kapitel 3 die verschiedenen Treiber für den Zinsgesamtbetrag und die Terminzinssätze bestimmt und sowohl Anleihen als auch Zinsterminkontrakte bewertet sowie die Auswirkung einer Parallelverschiebung der Zinskurve auf den Anleihenspreis analysiert. Anhand des LIBOR-Skandals werden ausgewählte kritische Aspekte zum Thema Zinsen aufgezeigt. Der LIBOR gilt als die weltweit wichtigste Referenzgröße für kurzfristige Zinsen, ergibt sich aber nicht nur aus Markttransaktionen, sondern auch aus den Meinungen der beteiligten Banken bezüglich ihrer aktuellen Finanzierungskonditionen. Entsprechend einfach lässt sich ein derart festgelegter Zins manipulieren, was problematische Auswirkungen zur Folge hat. Es ist deshalb damit zu rechnen, dass der LIBOR abgeschafft wird.

Prof., Direktor Marc Chesney, Jonathan Krakow, Dr. Brigitte Maranghino-Singer, Lukas Münstermann

5. Lösungen der Übungsaufgaben

Jürgen Kremer

Kapitel 2. Österreichische Privatbanken und Privatbankiers im langen 19. Jahrhundert

1780–1918

Verstärkte Industrialisierungsbemühungen und daraus resultierend neue Anforderungen zogen im Untersuchungszeitraum Veränderungen im Bereich des Geld- und Finanzwesens nach sich. Bestimmender und wichtigster Player im Kreditsektor des Kaisertums Österreich waren und blieben bis zumindest 1848 die Privatbanken bzw. Privatbankiers, ehe ihnen die ab den 1850er Jahren vermehrt neu gegründeten Aktienbanken den Rang abzulaufen begannen.

Peter Eigner

4. Derivate zur Optimierung der Performance

Derivate erschließen dem Portfoliomanager neue Möglichkeiten, die Performance zu verbessern. Einerseits versetzen sie ihn in die Lage, bestehende Performance‐Quellen besser auszuschöpfen. Dies gelingt dadurch, dass die Umsetzung einer Anlageidee mit Derivaten in vielen Fällen mit weniger Kosten verbunden ist. Dadurch werden gute Trades noch ein klein wenig ertragreicher. Und im Grenzbereich können Ideen, die im Kassamarkt einen haarscharf negativen Erwartungswert haben, beim Einsatz von Derivaten möglicherweise profitabel werden. Außerdem lässt sich eine Prognose präziser umsetzen, sei es dadurch, dass durch Hebelung auch kleinere Bewegungen lohnend oder durch den Einsatz von asymmetrischen Instrumenten passgenauer implementiert werden können. Außerdem können Derivate eingesetzt werden, um das Nachsteuerergebnis zu verbessern.Andererseits eröffnen Optionen und Futures Möglichkeiten zur Erzielung von Zusatzerträgen auf Feldern, die ohne Derivate nicht zugänglich sind. Während die Ertragschancen in der klassischen Arbitrage für Asset Manager eher begrenzt sind, halten manche Marktteilnehmer die regulatorische Arbitrage für einen der bedeutendsten Einsatzzwecke von Derivaten, wobei auch dieser eher im Bereich der Investment‐Banken denn im Asset Management angesiedelt ist. Vielfach genutzt wird hingegen die Möglichkeit, durch den Verkauf von Optionen Prämieneinnahmen zu generieren. Und der Handel auf die Richtung und Form der Volatilität ist ureigenstes Derivate‐Terrain.

Thomas Bossert

5. Feinsteuerung des Risikoprofils

In der Feinsteuerung der Risiken im Portfolio demonstrieren Optionen und Futures die ganze Bandbreite ihrer Flexibilität – oder umgekehrt, wie sehr ein etwaiges Einsatzverbot von Derivaten ein Portfolio einschränken und in Mitleidenschaft ziehen kann. Es gibt praktisch kein Gebiet, auf dem Derivate nicht in der Lage wären, die Arbeit des Portfoliomanagers zu erleichtern oder ihm zusätzliche Handlungsspielräume zu eröffnen. Angefangen bei unterschiedlichen Möglichkeiten in Assets ein‐ oder aus ihnen auszusteigen oder ihre Zusammensetzung zu verändern über das Management der Liquidität bis hin zur feinen Isolation von Teilrisiken und deren kontrolliertem Auf‐ und Abbau. Selbst für das Risikomanagement im Rahmen des Geschäftsmodells eines Asset Managers halten Derivate im wahrsten Sinne des Wortes (Handlungs‑)Optionen bereit. Dabei sind die meisten Fälle nicht komplex. Oft sind es einfache Absicherungen (long wie short) die hier in unterschiedlichen Kombinationen und unter einem anderen Namen zum Einsatz kommen.

Thomas Bossert

2. Eigenschaften und Bewertung von Derivaten

Futures und Optionen sind das derivative Handwerkszeug jedes Portfoliomanagers. Sie zu verstehen erfordert keine Quantenphysik, weder hinsichtlich ihrer Funktion noch der damit verbundenen Mathematik. Jeder weiß, wie ein Termingeschäft funktioniert. Schließlich ist unser Alltag voll davon. Sei es, dass wir ein neues Auto oder Möbel mit Lieferzeit kaufen oder beim Klick auf den „Kaufen“‐Button bei Amazon, das für uns die Mittlerfunktion der Börse übernimmt und PayPal die Treuhänderfunktion für die verzögerte Zahlung gegen die zukünftige Lieferung. Ebenso hat jeder schon mal eine Option in Form einer Versicherung abgeschlossen. Lauter vertraute Vorgänge also. Entsprechend intuitiv sind die Grundideen der Bewertung von Futures und Optionen zu verstehen.Auch die Berechnung von Preisen und Risikokennzahlen ist kein Hexenwerk. Die knifflige Arbeit, das Aufzeigen von mathematischen Lösungswegen und die Bereitstellung von Formeln, haben pfiffige Akademiker und Praktiker längst für uns erledigt. Wir können uns darauf beschränken, die richtige Formel heranzuziehen und die Marktdaten einzusetzen. Wichtig ist, dass jeder dieser mathematisch präzise berechenbaren Werte immer nur eine mehr oder weniger genaue Annäherung an den „wahren“ Wert ist. Mit diesem Wissen im Hinterkopf ist man in der Lage, die Präzision der Wirkung von Derivaten realistisch zu kalibrieren.

Thomas Bossert

Saisonale Migration als Bedrohung für den Staat? ‚Sachsengänger‘ und die Eisenbahn im östlichen Preußen vor 1914

Mit der Erschließung der östlichen Regionen Preußens und dem angrenzenden Russländischen Reich durch Eisenbahnen in den 1860er Jahren wurden die Bedingungen für eine verstärkte saisonale Arbeitsmigration geschaffen. Diese erfasste einerseits Arbeiterinnen und Arbeiter aus den preußischen Ostgebieten, die auf der Suche nach Arbeit und besseren Löhnen in westlichere Regionen Deutschlands zogen, und andererseits LandarbeiterInnen aus dem Russländischen Reich, die sich in Deutschland, insbesondere aber in den preußischen Ostprovinzen verdingten. Die Zuwanderung fiel in eine Zeit, als eine zunehmend nationalistischere Rhetorik sowie Überfremdungsdiskurse die politische Debatte in Deutschland prägten, was unter Anderem zur bedeutenden Einschränkung der Zuwanderung aus dem Ausland führte. Im Widerspruch dazu stand das wirtschaftliche Interesse von Grundbesitzern, die an günstigen Arbeitskräften interessiert waren. Der Beitrag untersucht diese Dichotomie und stellt dabei die Rolle der Eisenbahn als Transportmittel in den Mittelpunkt.

Jan Musekamp

3. Bilanzierung primärer Aktiva

Die Bilanzierung von Vermögen und Schulden stellt einen wesentlichen Bestandteil der IFRS dar, wobei sowohl die Abgrenzung als auch Ansatz- und Bewertungsvorschriften für verschiedene Arten von Vermögenswerten und Schulden relevant sind. Im Zuge der Bilanzierung primärer Aktiva beschäftigt sich dieses Kapitel mit den Vorschriften, die im Schwerpunkt das Vermögen betreffen. Finanzielle Verbindlichkeiten und Eigenkapitalinstrumente als Teil der Finanzinstrumente aber auch Passivposten zum Ausweis von Zuwendungen der öffentlichen Hand lassen eine reine, dichotome Aufteilung in Regelungen für Aktiva und Passiva nicht zu. Immaterielle Vermögenswerte als immer wichtigere Werttreiber in modernen Unternehmen, Sachanlagen und Investment Properties als häufig wesentliche Betriebsgrundlage, Vorräte als Ursprung des Leistungserstellungsprozesses und die vielfältigen Arten von Finanzinstrumenten, die zur Finanzierung, Absicherung aber auch Spekulation genutzt werden, bilden den Kern dieses Kapitels.

Prof. Dr. Stefan Müller, Patrick Saile

5. Wertorientierung

Mittels des wertorientierten Geschäftsmodells und den dort definierten fünf Schritten 1. Vision, 2. Strategische Ziele, 3. Strategie, 4. Aktivitäten und 5. Unternehmenswert wird ein prozess- und leistungsorientiertes Management, ausgerichtet auf die finale Spitzenkennzahl ‘Unternehmenswert‘ ermöglicht.Mit diesem ganzheitlichen, vollumfänglichen und adaptierbaren Ansatz hinsichtlich strategischer und operativer Aspekte, wird das Management befähigt, mit den unternehmerischen Herausforderungen umzugehen.Zentrale Variablen für die Ermittlung des Unternehmenswertes sind zukünftige Cash-Flows, Risiko und Zeit.

Olaf B. Mäder

2. Einzelrisiko, Versicherungsnachfrage und Versicherungsmarkt

Versicherer verpflichten sich im Versicherungsvertrag gegenüber dem Versicherungsnehmer zu vorab klar definierten Leistungen, die dem Zufall unterliegen. Das versicherte Einzelrisiko, die kleinste Einheit für versicherungstechnische Entscheidungen, ergibt sich hieraus als die Ungewissheit der nach Eintritt und/oder Höhe zufälligen (vertraglichen) Leistungen. Die möglichen Leistungen lassen sich üblicherweise in Geldeinheiten messen und stellen bedingte Leistungen dar, die an den Eintritt eines Versicherungsfalls gebunden sind. Nach einer Abgrenzung des Einzelrisikos wird in diesem Kapitel das Grundmodell der Entscheidungstheorie eingeführt, mit dessen Hilfe das Entscheidungsproblem der für eine Versicherungsbeziehung relevanten Entscheider anschaulich dargestellt und einfach analysiert werden kann. Die für die Abbildung zufälliger Ergebnisse notwendigen Anforderungen an Wahrscheinlichkeitsmaße werden erläutert und unterschiedliche Wahrscheinlichkeitsinterpretationen vorgestellt. Es folgen einführende Darstellungen zu theoretischen Grundlagen der Versicherungsnachfrage, die u.a. die Konzepte Risikoaversion und Erwartungsnutzen behandeln und grundlegende Ergebnisse der Versicherungsnachfragetheorie bei symmetrischer und asymmetrischer Information zum Gegenstand haben. Abschließend wird die wohlfahrtsökonomische Bedeutung der Versicherung diskutiert.

Prof. (em.) Dr. Walter Karten, Prof. Dr. Martin Nell, Prof. Dr. Andreas Richter, Prof. Dr. Jörg Schiller

3. Analyse mit Kennzahlen-Checkliste

Jetzt geht es wieder in die Tiefe. Wir werden mittels Kennzahlen die FMS weiter „zerlegen“, um unser Verständnis für die insolvenzrelevanten Sachverhalte der Gesellschaft zu schärfen.

Bernd Heesen, Vinzenth Wieser-Linhart

Chapter 7. Wechselbeziehungen zwischen makroökonomischen Variablen und Immobilienpreisen

Ein Haus stellt den wichtigsten Vermögensgegenstand eines Haushaltes dar. Außerdem stellen Vermögenstitel, deren Wert an Immobilien gekoppelt ist, einen großen Anteil an Portfolios von institutionellen Investoren dar. Schwankungen der Immobilienpreise haben somit direkte Einflüsse auf die Konsumund Investitionsausgaben der Haushalte. Darüber hinaus haben sie über die Profitabilität von Investitionen Rückwirkungen auf das Finanzsystem als Ganzes [1].

Markus Demary

7. Aktienbewertung

Die Bewertung von Aktien erfolgt unter der Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) oder der Liquidation. Die Annahme der Fortführung unterstellt, dass das Unternehmen seine geschäftlichen Aktivitäten in absehbarer Zeit weiterführt. Das Unternehmen produziert und verkauft Güter und Dienstleistungen und setzt das Vermögen sowie das zur Finanzierung der Geschäftstätigkeit benötigte Kapital wertsteigernd ein. Die vorliegenden Ausführungen zur Aktienbewertung basieren auf dieser Annahme. Weist die Gesellschaft hingegen betriebliche und finanzielle Schwierigkeiten auf und ist die Fortführungsprämisse nicht mehr gewährleistet, so erfolgt die Bewertung des Unternehmens zu Liquidationswerten. Dabei ergibt sich der Unternehmenswert aus der Veräußerung der einzelnen Vermögenswerte. In der Regel ist der Aktienwert unter der Annahme der Unternehmensfortführung im Vergleich zu Liquidationswerten größer, weil mit den Vermögenswerten der Gesellschaft zukünftige Cashflows erwirtschaftet werden, deren Barwerte die Summe der Veräußerungswerte der einzelnen Aktiven übersteigen. Allerdings ist auch der umgekehrte Fall denkbar, dass ein unprofitables Unternehmen bei einer Geschäftsaufgabe verglichen mit einer Weiterführung einen höheren Wert aufweist. Die benötigte Zeitdauer für den Verkauf der Aktiven beeinflusst den Liquidationswert ebenfalls. Üblicherweise führt ein schnellerer Verkauf von Aktiven im Vergleich zu einer längeren Verkaufsperiode zu einem geringeren Erlös und dementsprechend zu einem niedrigeren Liquidationswert.

Enzo Mondello

8. Anleihen: Grundlagen

Bei einer Anleihe, auch Bond, Rentenpapier oder Obligation (Fixed Income Security) genannt, handelt es sich um ein zinstragendes Wertpapier, das verbrieft und somit handelbar ist. Der Kreditnehmer ist der Emittent des Wertpapiers, während die Investoren als Kreditgeber auftreten und die Anleihe kaufen. Der Emittent erhält durch die Begebung der Anleihe den Kaufpreis/Emissionserlös von den Investoren und verpflichtet sich im Gegenzug, während der Laufzeit des Wertpapiers feste oder variable Zinszahlungen (Kupons) zu leisten. Der aus der Emission erhaltene Geldbetrag wird entweder während oder üblicherweise am Ende der Anleihelaufzeit zurückgezahlt (getilgt).Der Markt für Anleihen ist auch als Rentenmarkt bekannt. Eine Rente ist ein Einkommen, das sich nicht auf eine Arbeitsleistung, sondern auf Vermögen wie Kapital oder Boden bezieht. Bei einer Anleihe ist die Rente grundsätzlich durch den Kupon gegeben. Neben dem Renten- bzw. Anleihemarkt gibt es den Aktienmarkt, bei dem Aktien als Beteiligungspapiere emittiert und gehandelt werden. Der Markt für langfristige Wertpapiere wie etwa Anleihen und Aktien sowie für Kredite stellt den Kapitalmarkt dar. Im Gegensatz dazu gehören zum Geldmarkt kurzfristige Wertpapiere und Kredite mit einer Laufzeit von weniger als 1 Jahr. Abb. 8.1 zeigt eine Übersicht über den Finanzmarkt, der aus dem Kapitalmarkt und dem Geldmarkt besteht. Derivate basieren auf Basiswerten des Kapitalmarktes und des Geldmarktes.

Enzo Mondello

14. Swaps

Die ersten Swapkontrakte wurden zu Beginn der 1980er-Jahre abgeschlossen. Seitdem ist der Swapmarkt stark gewachsen und stellt heute einen wichtigen Teil des außerbörslichen Derivatemarkts dar. So machen Zinssatzswaps für das Jahr 2014 rund 60 % des Gesamtmarktes von OTC-Derivaten aus. Ebenfalls von Bedeutung sind Währungsswaps und Credit Default Swaps (CDS) mit einem Gesamtmarktanteil von 3,8 % respektive von 2,6 %. Diese Zahlen zeigen, dass Swaps weit verbreitet sind. Sie werden von Unternehmen, Finanzinstituten und von öffentlichen Institutionen eingesetzt.Im Gegensatz zu den Forwards/Futures und Optionen wird bei Swaps die Terminologie von Long- und Short-Positionen in der Regel nicht benutzt. Vielmehr spricht man bei einem Swap von einer variablen und festen Zahlung. Die variable Seite wird bei jedem Zahlungstermin neu festgelegt, während die feste Seite zu Beginn der Swaplaufzeit definiert wird. Der periodische Austausch der Cashflows kann variabel und/oder fest ausgestaltet sein. Zum Beispiel wird bei einem Zinssatzswap der feste Swapsatz gegen einen variablen Referenzzinssatz des Geldmarktes wie etwa LIBOR, EURIBOR oder EONIA getauscht.In Kap. 12 wurden bereits die Hauptcharakteristiken von Swaps beschrieben. In diesem Kapitel folgt eine Vertiefung, welche die Preis- und Wertbestimmung sowie die Absicherungsstrategien zum Gegenstand hat. Dabei werden neben Zinssatzswaps, Währungsswaps und Equity Swaps auch Credit Default Swaps aufgeführt, die zu den Kreditderivaten zählen.

Enzo Mondello

11. Preisberechnung von Anleihen mit eingebetteten Optionen

In diesem Kapitel werden Bewertungsverfahren vorgestellt, mit denen sich die Preise von Anleihen mit einer oder mehreren eingebetteten Optionen bestimmen lassen. Beispiele eingebetteter Zinsoptionen sind Kündigungsoptionen bei einem Callable und einem Putable Bond sowie Caps bei variabel verzinslichen Anleihen. Der Wert dieser Optionen hängt von deren möglicher Ausübung bzw. von den zukünftigen Zinssätzen ab. Die vorliegenden Ausführungen beziehen sich auf Bewertungsmodelle, die einen arbitragefreien Wert liefern. Das Kapitel beginnt mit den grundlegenden Bestandteilen eines Bewertungsmodells für Anleihen mit eingebetteten Zinsoptionen. Anschließend wird ein arbitragefreies binomiales Bewertungsmodell für optionsfreie Anleihen und Anleihen mit eingebetteten Zinsoptionen vorgestellt. Das Kapitel endet mit der Preisberechnung von Wandelanleihen. Die eingebettete Option ist nicht mehr eine Zinsoption, sondern eine Wandeloption bzw. eine Call-Option auf Aktien des Emittenten. Daher erfolgt die Ausübung der Wandeloption aufgrund der zukünftigen Aktienkursbewegungen.

Enzo Mondello

10. Risikoanalyse von Anleihen

Der Preis einer Anleihe hängt von der Höhe der erwarteten Rendite ab. Eine höhere (niedrigere) Renditeerwartung führt zu einem niedrigeren (höheren) Bond-Preis. Die erwartete Rendite setzt sich aus dem Benchmarkzinssatz (z. B. der risikolose Zinssatz) und einer Risikoprämie zusammen, die bei optionsfreien Anleihen eine Renditeentschädigung für das Kredit- und Marktliquiditätsrisiko darstellt. Somit verändert sich der Preis aufgrund von Änderungen der Benchmarkzinssätze (bzw. des risikolosen Zinssatzes), der Schuldnerqualität und der Marktliquidität. Diese Risikofaktoren – Zinsänderungs-, Kredit- und Marktliquiditätsrisiko – sind für die Performance- und Risikoanalyse einer Anleiheposition wichtig.Das Kapitel beginnt mit der Risikoanalyse von optionsfreien festverzinslichen Anleihen anhand der Duration und Konvexität, die für die Messung des Zinsänderungs-, Kredit- und Marktliquiditätsänderungsrisikos eingesetzt werden können. Dabei wird gezeigt, wie die beiden Größen der Duration und Konvexität bestimmt werden können, indem die Preisgleichung der Anleihe nach der erwarteten Rendite bzw. nach der Verfallrendite abgeleitet wird. Darüber hinaus können die beiden Risikogrößen auch über eine Näherungsformel eruiert werden. Des Weiteren wird beschrieben, wie die Preisänderung von optionsfreien festverzinslichen Anleihen sowie von Anleihen mit eingebetteten Optionen mithilfe der Taylor-Reihenentwicklung der zweiten Ordnung approximativ ermittelt werden kann. Das Kapitel endet mit einer Abhandlung über die Kreditanalyse und die Analyse des Marktliquiditätsrisikos von Anleihen.

Enzo Mondello

13. Forwards und Futures

Damit ein Sell-Side-Analyst eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung abgeben kann, muss er den inneren Aktienwert berechnen. Ein Vergleich des inneren Aktienwerts mit dem Marktwert ermöglicht herauszufinden, ob das Wertpapier richtig bewertet ist. In einem effizienten Markt entspricht der Marktpreis der Aktie immer deren innerem Wert. Bei einer etwaigen Fehlbewertung konvergiert der Preis rasch zum inneren Wert. Unter Wert versteht man, zu welchem Preis eine Anlage gekauft oder verkauft werden kann. Folglich sind der Preis und Wert einer Anlage (z. B. Aktie und Anleihe) das Gleiche. In Bezug auf bestimmte Derivate haben Preis und Wert eine unterschiedliche Bedeutung. Beim Preis eines unbedingten Termingeschäfts handelt es sich um einen Terminpreis, der bei Geschäftsabschluss – also zu Beginn der Laufzeit – festgelegt wird, aber bei Fälligkeit des Kontrakts anfällt. Beim Wert hingegen handelt es sich um den erforderlichen Geldbetrag, um in ein Termingeschäft einzusteigen. Er spiegelt somit den seit Vertragsabschluss aufgelaufenen Gewinn/Verlust wider.

Enzo Mondello

9. Preis- und Renditeberechnung von optionsfreien Anleihen

Das Verständnis der verschiedenen Methoden zur Preis- und Renditeberechnung von Anleihen ist für die Marktteilnehmer wichtig, um die richtigen Anlageentscheidungen treffen zu können. Die Bewertung spielt sowohl bei der Festlegung des Emissionspreises im Primärmarkt als auch bei der Preisfindung gehandelter Anleihen im Sekundärmarkt eine wesentliche Rolle.Das Kapitel beginnt mit den grundlegenden Methoden zur Preis- und Renditeberechnung. Bei der Preisbestimmung von Plain-Vanilla-Anleihen können die Cashflows entweder mit einem festen risikoadäquaten Diskontsatz oder mit laufzeitgerechten risikoadäquaten Diskontsätzen diskontiert werden. Dabei entspricht der Diskontsatz der erwarteten Rendite. Bezahlt man den mit einem Cashflow-Modell berechneten Preis, so erzielt man die geforderte (erwartete) Rendite, deren Höhe vom allgemeinen Zinsniveau und vom Risiko des Wertpapiers abhängig ist. Erfolgt die Preisberechnung zwischen zwei Kuponterminen, sind die Stückzinsen zu berücksichtigen, die für die Ermittlung des Kaufpreises zum gehandelten Bond-Preis hinzuzuzählen sind. Mit der Rendite lässt sich die Performance einer Anlage beurteilen. Der Ertrag eines Bonds besteht aus den Kupons, dem Kapitalgewinn bzw. -verlust und den Einnahmen aus den wieder angelegten Kupons. Diese Ertragskomponenten müssen in die Renditeberechnung einfließen.

Enzo Mondello

Kapitel 5. Investitionsentscheidungen in der Internetökonomie

In diesemInvestitionsentscheidung Kapitel werden elementare ökonomischen Frage aufgeworfen: wie kommen InvestitionsentscheidungenInvestitionsentscheidung in der Internetökonomie zustande und in welche Richtung weisen diese Entscheidungen? Es wird zunächst davon ausgegangen, dass Investitionen mit den herkömmlichen Instrumenten beurteilt werden können, um dann schnell die Grenzen dieser Instrumente kennen zu lernen. Zudem werden die notwendigen Planungsprozesse für finanzwirtschaftliche Entscheidungen untersucht.

Harald Meisner

2. Erwartete Rendite und Risiko

Die erwartete Rendite ist für die Beurteilung einer Anlage und die Berechnung des inneren Werts relevant. Zum einen evaluieren Investoren die von ihnen erwartete Aktienrendite mit einem geforderten Renditewert, den sie als angemessen und risikogerecht einstufen. Zum anderen wird die erwartete Rendite als Diskontsatz eingesetzt, um die zukünftig geschätzten Cashflows zu diskontieren und somit den inneren Wert der Aktie zu berechnen.

Enzo Mondello

3. Dividendendiskontierungsmodelle

Mit den Dividendendiskontierungsmodellen lässt sich der innere Wert einer Aktie berechnen, indem die zukünftig geschätzten Dividenden auf den Bewertungszeitpunkt diskontiert werden. Die Modelle basieren auf den Dividenden, die das Einkommen aus dem Halten von Aktien darstellen. Für Unternehmen, die Dividenden auszahlen und bei denen ein Zusammenhang zwischen Wertgenierung und Dividenden besteht, können Dividendendiskontierungsmodelle grundsätzlich für die Aktienbewertung eingesetzt werden.

Enzo Mondello

3. Analyse mit Kennzahlen-Checkliste

Im Folgenden wollen wir noch tiefer einsteigen. Wir werden mittels Kennzahlen die Bauco weiter „zerlegen“, um unser Verständnis der Gesellschaft zu schärfen.

Bernd Heesen

Lösungen zu Kapitel 9 „Preis- und Renditeberechnung von optionsfreien Anleihen“

Enzo Mondello

I

IAIS – Abk. für→ International Association of Insurance Supervisors.

Fred Wagner

Kapitel 7. Funktionsweisen des deutschen Wohnimmobilienmarktes

Der Wohnungsmarkt ist der Markt, der das Gut „Wohnen“ bereitstellt und auf dem Angebot und Nachfrage in eine Austauschbeziehung treten. Nach der Kategorisierung der klassischen mikroökonomischen Gütertheorie ist das Gut Wohnen ein Konsumgut , weil es gekauft wird, um aus seinem Verbrauch Nutzen zu ziehen. Gleichzeitig sind Wohnimmobilien auch Investitionsgüter , weil sie gekauft werden, um Einkommen zu generieren.

Maximilian Brauers

Chapter 6. Auswertung - betriebswirtschaftliche Analyse

Das im vorhergehenden Abschnitt entwickelte Modell ist, wie diskutiert, einer analytischen Lösung aufgrund seiner Komplexität nicht zugänglich. Es wird daher auf einen numerischen Lösungsansatz zurückgegriffen und eine Monte-Carlo-Simulation durchgeführt

Marcus Ager

Kapitel 7. Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes

Leitfragen dieses KapitelsWas ist der Zweck eines Kapitalisierungszinses?Welche Bedeutung hat der Kapitalisierungszinssatz innerhalb der Transferpaketbewertung?Wie kann der Kapitalisierungszinssatz ermittelt werden?

Björn Heidecke, Marc Hübscher, Florian Eger

Kapitel 3. Die Detailanalyse

In meinem Buch „Bilanzplanung und Gestaltung – Fallorientierte Bilanzerstellung“ habe ich anhand einer „Trichteranalyse“ genannten Vorgehensweise aufgezeigt, wie man schnell und sicher ein Zahlenwerk analytisch mit 14 Kennzahlen durchforsten kann.

Bernd Heesen, Oliver Moser

Max Weber in Mosambik. Bürokratische Herrschaft in der Weltgesellschaft

In der Disziplin der Internationalen Beziehungen wurde die zentralemoderne Form politischer Herrschaft lange übersehen: bürokratische Herrschaft. Unter Rückgriff auf Max Weber und andere Autoren der politischen Soziologie stellt dieser Beitrag die Relevanz dieser Kategorie auch für jene Segmente der Weltgesellschaft heraus, die gemeinhin als das Gegenteil rationaler Herrschaft bezeichnet werden, sogenannte gescheiterte Staaten. Daran wird erkennbar, dass auch bürokratische Herrschaft nicht statisch ist. Sowohl in der Entwicklungspolitik wie in anderen politischen Feldern hat sie sich zu einer Logik fortentwickelt, die hier mit der Chiffre „cubicle land“ bezeichnet und umrissen wird. Die Logik des Projekts, des Teams und der Vision sind dafür typisch. Dieser jüngste Wandel berührt nicht den Kern der bürokratischen Herrschaft, führt aber über seine disziplinierenden Effekte zu einer veränderten Unterwerfung der Subjekte.

Klaus Schlichte

3. Unternehmenswerte als Kapitalwerte: Grundsätze der Kapitalwertrechnung

Grundlegendes Paradigma der modernen Unternehmensbewertung ist das Ertragswert-/Kapitalwertkalkül. Grundsätzliche Probleme bei der Abgrenzung der Zählergröße (prognostizierter jährlicher Zahlungsüberschuss) sowie der Definition und Abgrenzung der Nennergröße (Kapitalisierungszinssatz) werden dargelegt. Von einem spezifischen Entscheidungszusammenhang aus der Sicht der betriebswirtschaftlichen Entscheidungstheorie (etwa: kapitalmarktorientierte vs. risikonutzenorientierte Unternehmensbewertung) wird in diesem Kapitel abstrahiert. Im Vordergrund steht eine konsistente Begriffsbildung. Besonderes Augenmerk gilt dabei auch der Konsistenz bzw. Äquivalenz von Zähler- und Nennergröße des Kapitalwertkalküls in den Dimensionen Laufzeit, Arbeitseinsatz, Geldwert, Verfügbarkeit und Risiko.

Christoph Kuhner, Helmut Maltry

Chapter 10. Vertiefung der Eurokrise 2010-2011

Die finanziellen Komplikationen der Eurostaaten – allen voran der späteren Kreditnehmer Irlands und Portugals – forderten die Einführung eines institutionellen Rettungsmechanismus. Bilaterale Kreditzusagen wie im Falle Griechenlands erachteten die Staats- und Regierungschefs langfristig als nicht tragfähig, weshalb sie mit dem provisorischen Stabilitätsmechanismus und der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ein gemeinsames gesamteuropäisches Finanzierungssystem etablierten.

Falk Illing

Chapter 9. Ausbruch der Eurokrise 2009-2010

Der 9. Dezember 2009 markiert den Beginn der Eurokrise. Wenige Monate nach dem Ausklingen der letzten weltwirtschaftlichen Rezession, die an die Bankenkrise von 2007 anschloss, entwickelte sich in Europa durch die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit der Hellenen die nächste Krise. Griechenland hatte sich in den Jahren seit der Aufnahme in die EU sukzessive verschuldet und einen Schuldenstand von 125 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angehäuft.

Falk Illing

Kapitel 2. Ergebnisse der Studie nach Antwortalternativen

Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts (siehe Abb. 2.1) zeigt, dass Immobilienpreise keineswegs immer steigen und Differenzierungen erforderlich sind. Beispielsweise waren die Preise für neu erstellte Wohnimmobilien in den Jahren 2001 bis 2007 leicht rückläufig, während die Preise für bestehende Wohnimmobilien nur stagnierten. Erst seit dem Jahr 2008 lassen sich hohe Preissteigerungsraten im deutschen Markt für Wohnimmobilien feststellen.

Matthias Fischer, Dominik Wagner

7. Ausländische Quellensteuer

Das Kapitel 7 des Buches beschreibt die Systematik der Anrechnung ausländischer Quellensteuer bei privaten Kapitalerträgen. Hier wird insbesondere auf folgende Punkte eingegangen:Gesetzliche Grundlagen der QuellensteueranrechnungDie Systematik der QuellensteueranrechnungRückforderung und Vorabbefreiung von QuellensteuerDie Anrechnung von fiktiver QuellensteuerDie Anrechnung von Quellensteuer in besonderen FällenQuellensteuern auf der Fondseingangs- und FondsausgangsseiteDer Quellensteuertopf

Oliver Rhodius, Johannes Lofing

2. Analytik, Planung und Gestaltung

Ab diesem Kapitel wollen wir jetzt in die tiefe Analytik und darauf aufbauende Gestaltungsempfehlungen eintreten.Wie sie sich vorstellen können, ist es darüber hinaus wichtig, immer zu wissen, wer mein Adressat ist und welche Analysen diese Zielgruppe denn überhaupt sehen sollte oder sehen will. Zunächst werden wir aber noch keine Zusammenstellung von Kennzahlen und/oder Kennzahlengruppen für eine bestimmte ‚Klientel‘ benennen. Dies erfolgt dann erst später. Hier geht es jetzt darum, die wahren Zusammenhänge bei der HTC aufzudecken und quasi für jeden Zusammenhang bzw. für jede Kennzahl dem Buchtitel konform eine Planungs- und Gestaltungsempfehlung zu geben.

Bernd Heesen

Sustainability Ratings auf Länderebene

Die finanzielle Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte eröffnete die Möglichkeit zu internationalen Portfoliodiversifikationen. Ein Vergleich von Länderrisiken setzt unter anderem die Nutzung von Länderratings voraus. Die seit der Jahrtausendwende rasch wachsende Nachfrage nach nachhaltigen/ethischen/„grünen“ Investitionen/Impact Investments führt zu wachsender Nachfrage nach Sustainability Ratings auf Länderebene. Am Beispiel des FER 3D Länder-Screenings von software-systems.at wird gezeigt, wie institutionelle und private Investoren sowie Berater Sustainability Ratings zum frühzeitigen Erkennen von wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und ethischen Chancen und Risiken der Portfolioinvestition in einem Land und zur Integration ihrer persönlichen Wertvorstellungen in die Anlageentscheidung nutzen können.

M. Hoffmann, R. Lernbass

9. Die operative Analyse der Beteiligung HKG im Detail

In meinem Buch

Bilanzplanung und Gestaltung – Fallorientierte Bilanzerstellung

(Heesen 2012) habe ich anhand einer als „Trichteranalyse“ bezeichneten Vorgehensweise aufgezeigt, wie man schnell und sicher ein Zahlenwerk analytisch mit wenigen Kennzahlen durchforsten kann.

Dabei werden Redundanzen ausgeschaltet und eventuelle irreführende und/oder gefährliche Kennzahlen erst gar nicht berücksichtigt. Das Motto dabei war:

Um uns auf das Wesentliche konzentrieren zu können, müssen wir die Zusammenhänge verstehen.

Und diese Zusammenhänge wurden auch jeweils mathematisch und grafisch dargestellt. So wollen wir auch in diesem Buch wieder vorgehen.

Welche Kennzahlen gehören jetzt zu diesem Ansatz?

Es sind 14, die sich aus verschiedenen Kennzahlengruppen ergeben und gemeinsam wie ein dickes Analysenetz wirken. Ich sage nicht, dass es keine anderen ebenfalls guten oder sogar besseren Ansätze gibt, aber ich persönlich komme mit den folgenden Größen „sehr weit und sehr tief“.

Welche Gruppen sind jetzt betroffen bzw. von aus welchen Gruppen stammen diese Trichterkennzahlen?

1.

Vermögenskennzahlen,

2.

Kapital und Kapitalstrukturkennzahlen,

3.

Liquiditäts‐, Cash‐Flow‐ und Investivkennzahlen,

4.

Erfolgskennzahlen,

5.

Renditekennzahlen,

6.

Kennzahlen zur operativen Stärke.

Jetzt werden Sie sagen, dass dies doch die Standardgruppen bei Bilanzanalysen sind. Und damit haben Sie ja auch Recht! Aber die Beurteilung und das Controlling einer Beteiligung sind in erster Linie Standardansätze.

Bernd Heesen

Leverage Ratio (Verschuldungsquote)

Die weltweite Finanzmarktkrise führte zu einer weiteren Vertiefung der Bankenregulierung. Die Leverage Ratio oder Verschuldungsquote wurde als neues Instrument im Rahmen des Reformpakets Basel III vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) präsentiert. Diese Kapitalquote wendet sich wieder von der Risikogewichtung der Vermögenswerte gem. Basel II ab und soll als nicht-risikobasierte Kennzahl zusätzlich als „Backstop“ für die risikobasierten Eigenmittelanforderungen zur Anwendung kommen. In einem ersten Schritt ist die Leverage Ratio allerdings eine Beobachtungsgröße und hat im Rahmen der Offenlegungsverpflichtungen veröffentlicht zu werden. Erst im Jahre 2018 soll die Leverage Ratio eine verbindliche Säule 1 Kennzahl werden. Der vorliegende Beitrag gibt einen Einblick in die Gründe und Ziele für die Einführung einer Leverage Ratio und erläutert die bestehenden und möglichen zukünftigen gesetzlichen Anforderungen.

Roland Salomon

Chapter 3. Bestimmung der Erfolgsgrößen und Modellparameter

Das Ziel eines Aktionärs ist mindestens die Verzinsung seines Investments mit dem risikolosen Zinssatz. Dafür stellen Anteilseigner den Gesellschaften Kapital zur Verfügung und die Geschäftsführer bekommen die Aufgabe übertragen, den Shareholder-Value zu erhöhen. Die Geschäftsführer stehen dabei in einem Prinzipal-Agent-Verhältnis zu den Aktionären.

David Ellgering

I. Einleitende Bemerkungen und Historischer Hintergrund

Der Konsol, als ein Finanzierungsinstrument mit unendlich langer Laufzeit, erfreute sich bei Investoren und Emittenten besonders im 19. Jahrhundert — in England bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts — großer Beliebtheit. Die Konsumentenpreise waren bis zu diesem Zeitpunkt überwiegend stabil und veränderten sich wie die Zinssätze und Wechselkurse nur allmählich. Die Teilnehmer an den Finanzmärkten hatten Vertrauen in diese stabilen Rahmenbedingungen und konnten daher auch Engagements in Instrumente wie den Konsol eingehen, die bei plötzlichen Veränderungen der Rahmenbedingungen starke Kursveränderungen nach sich gezogen hätten.

Dunja Schwander

III. Die Bewertung des Konsols

Gemeinhin wird mit dem Zins (als Preis der Überlassung liquider Finanzaktiva) ein Durchschnitt einer Vielzahl unterschiedlich hoher Zinssätze bezeichnet oder der Zins wird als “repräsentatives Mitglied einer sich tendenziell gleich verhaltenden “lZinsfamilie” angesehen”.374 Vermögensdispositionen der Wirtschaftssubjekte, wie sie z.B. Erklärungsbestandteil der auf hohen Abstraktionsebenen konzipierten Theorien des volkswirtschaftlichen Systemszusammenhangs sind, werden ebenfalls nur auf Grundlage einer Zinsrate erklärt. Damit findet eine Reduktion von der realiter existierenden Vielzahl unterschiedlich hoher Zinssätze auf einen einzigen Zinssatz statt.375

Dunja Schwander

IV. Die “in-House Bank” als Neuer Finanzintermediär

Die erste Voraussetzung für die Durchfährung des “In-House Banking” ist eine entsprechende Unternehmens- bzw. Konzerngröße. Dabei sind vor allen Dingen die Volumina des Außenumsatzes und des unternehmensinternen Umsatzes sowie die Anzahl und Arten der abzuschließenden Finanzgeschäfte maßgeblich. Einen allgemeinverbindlichen Maßstab für die notwendigen Transaktionsvolumina gibt es allerdings nicht. Dies liegt zum einen an den unterschiedlichen Voraussetzungen, die für die Anwendung bestimmter Finanzinnovationen notwendig sind, und zum anderen daran, daß Möglichkeit und Umfang der unternehmensinternen Intermediation sehr stark von der Organisationsform der entsprechenden Unternehmung abhängen.1 Hinzu kommt, daß Art und Umfang der betriebenen und erforderlichen Finanztransaktionen ein wesentliches Kriterium für eine sinnvolle Anwendung der innovativen Finanzinstrumente durch Nichtbanken sind. In der Regel resultiert diese qualitative und quantitative Struktur der Finanztransaktionen aus der Geschäftstätigkeit der Unternehmen. So haben Unternehmen, die entweder auf umfangreiche Importe von Rohstoffen angewiesen sind oder deren Absatzmärkte in anderen Ländern liegen, einen wesentlich höheren Bedarf an Devisengeschäften als eher national operierende Unternehmen. Ebenfalls sind je nach Geschäftstätigkeit Unterschiede in der Fristigkeit der anzulegenden oder aufzunehmenden Mittel und deren Fluktuation zu beobachten. Während Handelsunternehmen eher in kurzen Fristen handeln und umschichten, spielt bei Unternehmen der Schwerindustrie die lange Frist eine wichtigere Rolle.

Felix A. Zimmermann

2. Kapitel. Die bisher existierenden Methoden und Gesetze zur Bekämpfung von Umsatzsteuerhinterziehung und ihre Bewertung

Im ersten Kapitel wurden die verschiedenen gängigen Methoden der Hinterziehung von Umsatzsteuer sowie ihre Strafbarkeit und die Anwendung des allgemeinen Teils des Strafrechts untersucht. Hierbei wurde festgestellt, daß in der Praxis zahlreiche Fälle der Umsatzsteuerhinterziehung vorkommen, die die Achillesferse der Umsatzsteuer, nämlich die Trennung zwischen Vorsteuerabzug und Steuerlast ausnutzen. Hierdurch entsteht dem Fiskus ein Schaden in nicht bezifferbarer Höhe, wobei allerdings sicher ist, daß alleine Karussellgeschäfte einen Schaden in Höhe von mehreren Milliarden Euro verursachen. Der Schaden, der durch sämtliche Hinterziehungsvarianten hervorgerufen wird, liegt mit absoluter Sicherheit weit über diesem Betrag, auch wenn eine genaue Bezifferung unmöglich ist.

Utho Grieser

Chapter 10. Social Investing

Geld hindert niemanden daran, für karitative Zwecke ausgegeben zu werden, so Luhmann, Geld fordert nur, dass diese Operation als eine ökonomische verstanden werde. Diese Forderung liegt bereits dem Begriff zugrunde, da Geld eine ökonomische Größe ist. Vor diesem Hintergrund erscheint es geradezu bizarr, dass sich Unternehmen in ihren Nachhaltigkeitsberichten mit der Anzahl und Empfänger mildtätiger Spenden rühmen, zumal die Empfänger selten etwas mit dem Geschäftsinhalt gemein haben.

Matthias Wühle

3. Finanzierung

Wie die Investition ist die Finanzierung ein Teilbereich der Finanzwirtschaft. Sie befasst sich mit den unternehmerischen Maßnahmen zur Bereitstellung und Rückzahlung der durch die Investition ausgegebenen Finanzbeträge. Darunter fallen sämtliche vom Unternehmen gesteuerten Prozesse wie Finanzplanung und -beschaffung sowie hiermit verbundene Aufgaben wie Zahlungs- und Sicherungsbeziehungen zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern.

Ulrich Ermschel, Christian Möbius, Holger Wengert

3. Analyse mit Kennzahlen Check-Liste

Im Folgenden wollen wir noch tiefer einsteigen. Wir werden mittels Kennzahlen die Bauco weiter „zerlegen“, um unser Verständnis der Gesellschaft zu schärfen.

Bernd Heesen

3. Asset Management

Die Kapitalanlagepolitik von Versicherungen wird sehr stark durch ihre Verbindlichkeiten geprägt. Daher hat der Gesetzgeber zum Schutz der bereits entstandenen und festgelegten Ansprüche der Versicherungskunden spezielle Anlagevorschriften erlassen. Zum 01.01.2016 wurden diese restriktiven Anforderungen an die Zusammensetzung der Kapitalanlagen im Zuge der Gültigkeit der Solvency IIRichtlinien aufgehoben und durch das Prudent Person Principle, den Grundsatz der unternehmerischen Vorsicht, ersetzt. Die Kapitalanlagepolitik dieser VU wird nun durch die eigene Risikotragfähigkeit bestimmt, sodass dem Risikomanagement eine zentrale Bedeutung bei der Asset Allocation zukommt.

Christian Möbius, Catherine Pallenberg

Verfahren der Unternehmensbewertung

Herrschende Meinung in der Lehre der Unternehmensbewertung ist, dass sich der Wert eines Unternehmens nach zukünftigen Erfolgen bemisst. Der vorliegende Beitrag geht von der Berücksichtigung der Zukunft in den verschiedenen Bewertungsverfahren aus. Ertragswertverfahren und Discounted Cash-flow Verfahren werden als adäquat angesehen, um die Zukunft in die Bewertung zu integrieren. Im Folgenden werden die Bedeutung von Zähler und Nenner dieser Verfahren – Einzahlungsüberschuss und Diskontierungsfaktor – besprochen. Die ausgewählten Verfahren gehen von einer unendlichen Lebensdauer des Unternehmens aus. Welche Bedeutung diese in der fernen Zukunft liegenden Perioden rechnerisch und wirtschaftlich haben, wird im Anschluss diskutiert. Abschließend werden Praxishinweise zum Umgang mit der Zukunftsorientierung gegeben.

Stefan Behringer

3. Die detaillierte Cash- und Liquiditätsanalyse

Wir haben jetzt die HTC kennen gelernt und wollen nun aus Cash- und Liquiditätssicht tiefer einsteigen. Diejenigen von Ihnen, die entweder mein Buch ‚Bilanzanalyse mit Kennzahlen‘ oder ‚Bilanzplanung und Gestaltung‘ gelesen haben, wissen, dass es in der Tat recht viele Kennzahlen gibt, mit denen man tief in die Zahlenanalytik einsteigen kann. Allerdings macht es meiner Meinung nach nicht immer Sinn, bei jeder Unternehmensbetrachtung auch gleich 60 oder mehr Kennzahlen zu berechnen. Dies war ja auch der Grund, warum ich versucht hatte, mittels einer kleineren Auswahl an Kennzahlen das gleiche Ziel zu erreichen: ein gutes Verständnis der betrachteten Firma auf der Basis ausgesuchter Kennzahlen.

Bernd Heesen

4. Wertpapierpensionsgeschäfte als Repo und Buy/Sell-Back

Dieses Kapitel beschreibt Wertpapierpensionsgeschäfte als Classic Repo bzw. klassisches Repo und als Buy/Sell‐Back‐Geschäft. Zunächst werden die Geschäftsarten erläutert und mit Beispielen dargestellt, gefolgt von der Handhabung über Zins‐ und Dividendentermin und einer Beschreibung der bilanziellen Darstellung. Ergänzend findet sich eine Übersicht über die Unterschiede zwischen Wertpapierdarlehen, klassischem Repo und dem Buy/Sell‐Back. Die Wertausgleichsberechnung (Margining) und die Durchführung dieses Prozesses inklusive der Erläuterung von Initial Margin/Haircut mit den Empfehlungen des European Repo Council bilden einen weiteren Schwerpunkt. Weitere Varianten des klassischen Repos wie Callable Repo, Cross‐Currency Repo, Equity Repo und vor allem das Tri‐Party Repo sowie eine Beschreibung der Einsatzmöglichkeiten und der wirtschaftlichen Motive ergänzen die Thematik.

Claudia Schindler, Martin Hindelang

4. Geldschöpfung und Staatsverschuldung

Zur Erfüllung seiner Zahlungsverpflichtungen gegenüber Nichtbanken benötigt der Staat Giralgeld. Dieses entsteht durch Anweisung von Zentralbankbuchgeld aus einem Zentralbankkonto des Staates an die Bank des Zahlungsempfängers mit der Maßgabe, diesem den angewiesenen Betrag auf seinem Girokonto gutzuschreiben. Dafür erzeugt die kontoführende Bank in gleicher Höhe neues Giralgeld. Wenn eine Nichtbank eine unbare Zahlung an den Staat leistet, weist sie die Bank an, den Betrag von ihrem Girokonto abzubuchen und an ein Zentralbankkonto des Staates zu überweisen. Bei diesem Vorgang wird Giralgeld vernichtet.

Dr. rer. nat. Dr. Ing. habil. Timm Gudehus

Möglichkeit einer Finanzierung des Klimawandels durch Anleihen

Im Jahr 2013 wurde eine Nische entdeckt: Der Markt für „grüne Anleihen“ sorgte als neue Anlageklasse sowohl unter Mainstream- als auch unter sog. SRI-Investoren (sozial verantwortlichen Investoren) für Gesprächsstoff. Mehr als US$ 10 Mrd. wurden im Jahr 2013 auf diesem Markt emittiert – mehr als dreimal so viel wie in einem der vorhergehenden Jahre. Die Entwicklung dieser thematischen Anlageklasse kann Reibungsverluste und Transaktionskosten für Investoren, die nach einem Mittel suchen, gegen den Klimawandel vorzugehen, geringfügig, aber dennoch wirkungsvoll, verringern und hilft, die Kapitalkosten zu reduzieren und den Kapitalfluss zu beschleunigen. Dieses Kapitel beschreibt, wie das Wachstum dieser neuen Anlageklasse maßgeblich dazu beitragen kann, den riesigen Finanzbedarf, der mit dem raschen Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaschonenden Wirtschaft einhergeht, durch entsprechende Kapitalflüsse zu decken und zeigt wesentliche Schritte auf, wie dieses Marktsegment entsprechend ausgebaut werden kann

Sean Kidney, Bridget Boulle

Kapitel 3. Der auf eine Rechtsnorm reduzierte Eigentumsbegriff in ökonomischen Theorien und entsprechende Erklärungsdefizite

Ausgangspunkt ist fÜr SMITH zunächst ein vermeintlicher Urzustand, bei dem noch kein Auseinanderfallen von der VerfÜgung Über Produktionsmittel und dem Arbeitsergebnis auftritt. Gekennzeichnet wird diese Entwicklungsstufe durch eine Wertbildung mittels der Arbeitskraft, ohne dass es des Einsatzes von Kapital bedarf. Weiterhin wird angenommen, dass bis zu diesem Zeitpunkt kein Boden okkupiert wurde. Bei diesem GÜteraustausch fällt demzufolge das gesamte Ergebnis dem Arbeiter zu, wobei sich das Austauschverhältnis nach der in den GÜtern enthaltenen Arbeitszeit richtet.1 Mit zunehmender Arbeitsteilung wird danach die Kapitalbildung thematisiert. Hier gilt nicht mehr die Ausgangslage eines „ur-sprÜnglichen” Zustandes. Sofern die Produktion mit Hilfe von Kapital durchgefÜhrt wird, resultiert daraus eine andere Preisbildung, weil der UnternehmerKapitalist fÜr seine Einsatzleistung Geld in Form von Profit beansprucht. Dieser Sachverhalt ist ganz offensichtlich ein Ergebnis der Einsicht, dass Kapital in Gesellschaften die Tendenz hat, knapp zu sein bzw. eine Entlohnung fÜr das eingegangene ökonomische Risiko der Produktion darstellt.2

Siegbert Preuß

Bonität bei der marktzinsorientierten Investitionsrechnung berücksichtigen

Unternehmen stehen sehr häufig vor dem Problem, sich zwischen verschiedenen möglichen Investitionen entscheiden zu müssen, da nicht alle Investitionen gleichzeitig realisiert werden können. So geht es in diesem Praxisfall auch der LFF AG. Das Unternehmen kann die Investitionen A oder B durchführen und möchte vom Controlling erfahren, welche die vorteilhaftere der beiden ist. Da die LFF AG Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt (GKM) hat, überlegt das Controlling, für die Investitionsbewertung die Marktzinsmethode heranzuziehen. Die LFF AG kann sich jedoch aufgrund ihrer Bonität nicht zu den risikolosen GKM-Zinssätzen refinanzieren. Deshalb ist das Controlling unsicher, inwieweit es diese Methode auch im heutigen gespaltenen Zinsumfeld verwenden kann.

Reinhold Hölscher, Jochen Schneider

S

sacrificare (It). To sell a security just before a sudden and unexpected price rise and therefore obtaining a lower price than could have been achieved with a bit of patience.

Stuart Valentine

1. Rückkopplung – eine unsichtbare Erscheinung

Ein Blick hinter die Kulissen dynamischer Prozesse

Im ersten Kapitel wurden Geschichten erzählt. Sie wiesen gemeinsame Muster auf, die hier deutlich wurden: Immer tauchten mehrere „Dinge“ auf, die miteinander in Wechselwirkung traten („Komponenten eines Systems“ könnte man dazu sagen). Diese Wechselwirkungen beschränkten sich nicht auf einen linearen Zusammenhang zwischen einer Ursache und einer Wirkung, sondern sie wiesen meist ein Netz von Ursachen und Wirkungen auf – und charakteristische Merkmale einer Rückkopplung, einem Feedback der Wirkung auf die Ursache.

Jürgen Beetz

9. Rückkopplung in der Wirtschaft

Das Stabilitätsprinzip und die „Abwärtsspirale“

Was ist „die Wirtschaft“?Oder sollte ich besser fragen: wer? Nicht ein anonymes Gebilde, sondern handelnde Verantwortliche. Menschen. Eine interessante Frage für die Wirtschaftsphilosophie. Aber wir müssen uns auf die kybernetischen Gesichtspunkte beschränken. Aus dieser Sicht ist die Wirtschaft ein komplexes hierarchisches System wie in Abb. 3.3, in dem unzählbar viele Komponenten miteinander in Beziehung stehen. Und zwar in Wechselwirkung – rückgekoppelte Systeme. Das sieht man schon an Trivialitäten wie: Das Angebot bestimmt die Nachfrage und die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Jürgen Beetz

3. Investitionsrechnung zur Beurteilung von Finanzinvestitionen

Investitionsrechnungen zur Beurteilung von Finanzinvestitionen haben gegebene und potenzielle Finanzanlagen als Gegenstand der Betrachtung. Zu den Finanzanlagen zählen vor allem Beteiligungen an Unternehmen und Schuldverschreibungen. Diese beiden Formen stehen im Mittelpunkt der folgenden Ausführungen.

Hans Paul Becker

7. Empirische Analyse des Ankündigungseffektes von Credit Ratings

Die nachfolgende empirische Analyse ist durch ein zweistufiges Analyseverfahren gekennzeichnet, dass sich aus den drei analysierten Wertpapierkategorien ergibt. Zunächst werden die abnormalen Renditen pro Wertpapierkategorie dargestellt, um zu untersuchen, ob Credit Ratings per se einen Einfluss auf den jeweiligen Wertpapierkurs haben. In diesen Kontext wird dann auch untersucht, inwieweit die Kursreaktion im Rahmen der Rating-Änderung durch bestimmte Treiber beeinflusst wird.

Steffen Hundt

6. Ereignisstudien zur Messung der Reaktionen von Wertpapierrenditen auf Rating-Änderungen

Im Rahmen der Analyse des Informationsgehaltes bzw. -wertes hängt die Art der zu wählenden Untersuchungsmethode primär von der Art der untersuchten Information ab. Anknüpfend an die drei Abstufungen informationseffizienter Kapitalmärkte von Fama (1970) ergeben sich folglich drei unterschiedliche Analysekategorien. Zur Analyse der schwachen Informationseffizienz dient die Überprüfung historischer Wertpapierkurse auf serielle Korrelationen zwischen den Zeitreihen.

Steffen Hundt

Staatsleistungen der Eurozone

Die Eurozone kann nicht Staat heißen. Herkömmliche Merkmale der Staatlichkeit fehlen. ihr. Wohl ließe sich mühelos zeigen, dass sie unter formellen Gesichtspunkten noch weniger „Staat“ für sich reklamieren kann als die Europäische Union. Die folgende Skizze interessiert sich indes für materielle Staatsqualitäten, die eine Schicksalsgemeinschaft ausmachen: Zusammengehörigkeit, gemeinsame Sicherheit, freiheitliche Wirtschaft sordnung und solidarische Finanzverfassung, Verantwortung in der internationalen (Staaten-)Gemeinschaft, Eigensinn und Eigenrecht.

Prof. Dr. iur. Ulrich Hufeld

S

sacrificare (It). To sell a security just before a sudden and unexpected price rise and therefore obtaining a lower price than could have been achieved with a bit of patience.

Stuart Valentine

4. Induktive und deduktive Überlegungen zur Problemlösung

Die Vermittlung entscheidungsnützlicher Rechnungslegungsinformationen setzt deren Relevanz und Zuverlässigkeit voraus.

665

Zwischen den Anforderungen der Relevanz und Zuverlässigkeit besteht jedoch ein Spannungsverhältnis, dem insbesondere im Kontext der Abbildung von Investment Properties zum Fair Value eine besondere Bedeutung zukommt.

666

Dieses Spannungsverhältnis führt nach überwiegender Auffassung des Schrifttums zu einem Zielkonflikt zwischen den Anforderungen der Relevanz und Zuverlässigkeit (sog. „Trade-Off“).

667

Das Problem eines Trade-Off zwischen einer möglichst hohen Relevanz und einer möglichst hohen Zuverlässigkeit ist dem IASB durchaus bewusst.

668

Da das IASB nicht angibt, welche Bandbreite einer Schätzung (des Fair Value eines Investment Property) als zuverlässig erachtet wird,

669

stellt sich für den Rechnungslegenden somit die Frage, welche Anforderung in welchem Maße Berücksichtigung finden sollte, damit im Ergebnis das Informationsbedürfnis der Adressaten auch befriedigt wird.

670

Aus diesem Grund erachtet wohl auch das FASB das Spannungsverhältnis „relevance versus reliability“ im Zuge der Angleichung der Rahmenkonzepte des FASB und des IASB als „key concern“.

671

5.. Besteuerung ausgewählter Anlageklassen der traditionellen Kapitalanlage

Aufbauend auf den in den vorangegangenen Kapiteln dargestellten allgemeinen Besteuerungsgrundsätzen wird im Folgenden die Besteuerung ausgewählter Anlageklassen der klassischen Kapitalanlage dargestellt.

IV. Konkrete Modell-Umsetzung und Ergebnisse

Den grundsätzlichen Modellierungsansatz stellt die Monte Carlo Simulation dar.

558

Wie bereits ausgeführt, müssen die Risikofaktoren der Nomalverteilungs-Annahme genügen, die Bewertungsfunktion des Portfolios muss aber nicht linear sein, es können sich potenziell also auch komplexe Instrumente im Portfolio befinden. Dies wird besonders bei der Simulation von Kreditrisiken durch das Asset-Value-Modell ausgenutzt, da das unterliegende Asset normalverteilte Renditen aufweist, die Rendite des Kredites jedoch letztendlich nicht normalverteilt ist.

559

2. European Banking-M&A — Die Kapitalmarktperspektive: Definition und Abgrenzung

In diesem Kapitel werden zuerst die grundlegenden Begriffe dieser Arbeit im gemeinsamen Kontext definiert und abgegrenzt. Darüber hinaus werden die theoretischen Grundlagen über Mergers & Acquisitions, den europäischen Bankenmarkt, die bisherige Entwicklung von Bank-M&A in Europa sowie über die einzunehmende Kapitalmarktperspektive — erarbeitet.

3. Zum Stand der Forschung: Neuere Untersuchungen zum Erfolg von Bankentransaktionen

Nachdem im zweiten Kapitel neben der Begriffsdefinition und Darstellung der theoretischen Grundlagen von M&A-Transaktionen insbesondere der Status der bisherigen Konsolidierung und die wesentlichen Treiber und Hemmnisse einer erwarteten weiteren paneuropäischen Konsolidierung des Bankenmarktes herausgearbeitet wurden, soll das folgende Kapitel 3 einen Überblick über den bisherigen Stand der Forschung zum Erfolg von (europäischen) Bankentransaktionen geben.

2. Grundlagen

Obwohl die meisten Investoren Hedgefonds als eine Investmentproduktinnovation der 1990er Jahre betrachten, existieren diese bereits seit mehr als 50 Jahren. Die Einführung des ersten Hedgefonds im Jahre 1949 wird nach Brown, Goetzmann und Ibbotson (1999) häufig Alfred Winslow Jones,

4

einem Journalisten und Soziologen, der später Fondsmanager wurde, zugeschrieben.

5

Neben einer normalen Long-Aktienstrategie wendete Jones in seinem mit vier weiteren Partnern gegründeten Fonds A.W. Jones & Co zur Absicherung des Marktrisikos auch eine Shortstrategie an. So nahm er eine Longposition bei unterbewerteten Wertpapieren und verwendete das Instrumentarium des Leerverkaufs

6

bei überbewerteten Wertpapieren. Nach Ineichen (2003) wurde der zweite Hedgefonds, City Associates, von Carl Jones, einem ehemaligen Mitarbeiter von Alfred Jones und der dritte Hedgefonds, Fairfield Partners, von David Radcliffe und Barton Biggs im Jahr 1965 gegründet.

7

6.. Einführung in eine einfache Modellwirtschaft

Folgende Fragestellungen sollten Sie im Laufe der folgenden Kapitel 6 und 7 beantworten können:

Wie ist es zu erklären, dass eine Erhöhung der verfügbaren Einkommen nicht zwangsläufig zu einer Erhöhung des privaten Konsums führen muss?

BIP von der „Verwendungsseite“: Welcher Posten des BIP müsste sich saldentechnisch nach dem vorangestellten Marktbericht eigentlich erhöht haben? Welche zwangsläufigen Effekte auf die langfristige Entwicklung der Inflationsrate müssten sich dadurch ergeben?

Ist es zwangsläufig nachvollziehbar, dass aufgrund der prognostizierten steigenden Inflationsgefahren die BoJ die Leitzinsen erhöhen wird?

7.. Umsetzung theoretischer Erkenntnisse in der Praxis am Beispiel USA

Im weiteren Verlauf möchte ich der Prognose wesentlicher makroökonomischer Entwicklungen meine besondere Aufmerksamkeit widmen und eine wirtschaftstheoretische Würdigung derer aufzeigen. Entscheidend für das weitere volkswirtschaftliche Verständnis ist dabei, den in den Abschnitten 6.7. bis 6.8. dargestellten theoretischen Hintergrund verständlich zu machen und im Kundengespräch nachvollziehbar darstellen zu können.

Immobilienmarkt- und Objektrating: Grundlage zur Wertermittlung von Shopping-Centern

Seit mehreren Jahren unterliegt der deutsche Einzelhandel einem Strukturwandel, der durch eine zunehmende Wettbewerbsintensität auf der Angebotsseite charakterisiert ist. In Verbindung mit einer schwachen Nachfrage kommt es an vielen Orten zu einem meist über den Preis geführten Verdrängungswettbewerb und in der Folge zu einer fortschreitenden Anbieterkonzentration. Zudem werden traditionelle Vertriebsformen im Einzelhandel durch eine fortschreitende Durchdringung des Markts mit großflächigen Handelsimmobilien, allen voran Shopping-Centern, zurückgedrängt bzw. abgelöst.

Helmut Knepel, Christian A. Völxen

1. Märkte und Produkte

In diesem Kapitel sollen zunächst die grundlegenden Produkte, die wesentlichen Begrifflichkeiten und die Marktumgebung eingeührt werden. Dies geschieht mit deutlichem Bezug zur jeweiligen wirtschaftlichen Bedeutung und ohne die Voraussetzung weitreichender finanzmathematischer Zusammenhänge. Ziel ist es, die in den nachfolgenden Kapiteln vorgenommene finanzmathematische Behandlung von Kreditderivaten und Kreditrisikomodellen durch eine detaillierte Darstellung des ökonomischen Umfelds hinreichend zu motivieren.

3.. Auswahl der chancenreichsten Neuen Emerging Markets (empirischer Teil)

Wird der typische Anleger gefragt, warum er gerade in die NEM14-Ländern investieren will, dürften ihm ad hoc mehrere Argumente einfallen:

Die Wirtschaftskraft dieser Länder hat sich in ihren Kapitalmärkten noch nicht genügend niedergeschlagen. Es genügt, auf die Weltanteile am BIP und an der Börsenkapitalisierung zu schauen, um dies festzustellen.

Die Börsenerfolge der BRIC- und Tigerstaaten werden Nachahmer finden, zumal diese Länder erste „Sättigungstendenzen“ sowohl in der Wirtschaft (Überhitzung) als auch auf dem Kapitalmarkt (hohe Bewertung der Märkte) zeigen. Die NEM14-Staaten werden als die „kleinen Brüder“ der BRIC-Riesen angesehen.

Sobald sich die Aktienmärkte weltweit beruhigen, werden viele Anleger bald nach „Investmentthemen“ suchen, die ihnen mehr Sicherheit garantieren. Dafür bieten sich die NEM14-Börsen in hohem Maße an, einmal durch die Vielfalt ihrer Potenziale und einmal durch die starke Abkoppelung ihrer Kapitalmärkte vom turbulenten Weltgeschehen an den Aktien- und Rentenmärkten.

Ob diese Argumente im Lichte der statistischen Zahlen in jedem Punkt richtig sind, ist eine andere Frage. Entscheidend ist, was so oft schon gesagt wurde, dass die Börse daran glaubt!

6. Herkömmliche Bilanzierung und Offenlegung einzelner Sachverhalte

Was unter die Begriffe „Zahlungsmittel“ und „Zahlungsmitteläquivalente“ fällt, lässt sich IAS 7 „Kapitalflussrechnungen“ entnehmen (IAS 7.6):

Zahlungsmittel umfassen Barmittel und Sichteinlagen.

■Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die sich jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umwandeln lassen und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.

3.. Instrumente und Methoden zur Gestaltung von Kreditportfolien deutscher Genossenschaftsbanken

Sollte trotz aller Diversifikationsbemühungen zum Zeitpunkt der Kreditvergabe das realisierte Kreditportfolio vom gewünschten Zielportfolio abweichen, stehen Genossenschaftsbanken der Primärstufe verschiedene Instrumente zur Verfügung, um Kreditrisiken zu transferieren.

218

Diese ermöglichen es, die Ziele der strategischen Asset Allocation unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit der Kreditgenossenschaft zu strukturieren. Sie geben ihren Anwendern also die Möglichkeit, ein Kreditportfolio nach Wunsch zu gestalten,

219

und können grundsätzlich in traditionelle Produkte und Kapitalmarktprodukte unterteilt werden.

220

In Literatur und Praxis herrscht Einigkeit, dass sich die Erstgenannten von den Kapitalmarktprodukten dadurch abgrenzen, dass die bewirkte Weitergabe des Kreditrisikos nicht über den Sekundärmarkt, einen Markt für bereits im Umlauf befindlic Finanzprodukte, erfolgt.

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Kapitel 3. Die Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen und des Goodwills nach US-GAAP

Bis zur Veröffentlichung von SFAS 141 und SFAS 142 war die Behandlung von Unternehmenszusammenschlüssen (Business Combinations) und die Behandlung des Goodwills in Accounting Principles Board Opinion No. 16 (APB 16) „Business Combinations“ und ABP 17 „Intangible Assets“ geregelt.

1

Während sich APB 16 mit der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen und der erstmaligen Erfassung des Goodwills beschäftigte, war die bilanzielle Folgebehandlung des Goodwills in APB 17 geregelt.

Kapitel 2. Bewertung von riskanten Kapitalansprüchen gegen Unternehmen

Unternehmen benötigen zur Erfüllung ihrer realwirtschaflichen Aufgaben finanzielle Mittel, die ihnen in Form von Eigen und Fremdkapital von Investoren zur Verfügung gestellt werden. Die Unternehmen als Kapitalnehmer streben nach Wertschöpfung, indem sie Projekte durchführen, die mindestens die Kosten des Kapitals erwirtschaften. Positive Kapitalwerte lassen sich hierbei entweder bei der Investition, also auf der Aktivseite des Unternehmens, oder bei der Finanzierung auf der Passivseite erreichen. Hat ein Unternehmen beispielsweise exklusiven Zugang zu einer Technologie, sind durch den so eingeschränkten Wettbewerb Projekte denkbar, die mehr als die risikoadäquate Rendite und somit positive Kapitalwerte liefern. Positive Kapitalwerte auf der Passivseite ergeben sich, wenn Unternehmen ihr Kapital zu günstig bekommen. Zu günstig bedeutet in diesem Fall, dass die Investoren keine faire Entschädigung für das eingegangene Risiko erhalten und das Unternehmen bzw. die übrigen Kapitalgeber davon profitieren.

3. Anforderungen an Verfahren zur Bewertung von Unternehmen der New Economy

Die Problemstellung dieser Arbeit bezieht sich im Grundsatz auf die Einschätzung der zukünftigen Rückflüsse des zu beurteilenden Unternehmens sowie die Bewertung des mit einer Beteiligung an dem Unternehmen verbundenen Verlustrisikos. Zu diesen beiden Aspekten muß das Bewertungsverfahren möglichst belastbare und zugleich für eine Entscheidungsfindung hinsichtlich einer potentiellen Anteilsakquisition möglichst hilfreiche Aussagen generieren. Bezüglich der Qualität der Bewertungsergebnisse wurde in der Problemstellung bereits angedeutet, daß es aufgrund der Unschärfe der Ausgangsinformationen sinnvoll ist, die Forderung nach der Einordnung des Unternehmenswerts auf einer kardinalen Absolutskala durch die Forderung nach einer „skalierbaren Ordnung“ der Beurteilungsergebnisse zu ersetzen.

4. Investment Style

Die Portfolio Selection markierte den Auftakt zur Ära der modernen Portfoliotheorie und legte das Fundament für die gesamte kapital- und portfoliotheoretische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Das auf der Theorie von

Markowitz

aufbauende Capital Asset Pricing Modell und die aus der Kritik zum diesem entstandene Arbitrage Pricing Theory nehmen trotz vielfacher Kritik weiterhin eine geradezu paradigmatische Stellung in der wissenschaftstheoretischen und praktischen Finanzwelt ein. Dass das Lösen realer Kapitalanlageprobleme nicht ohne weiteres gelingt, liegt auch in der grundsätzlichen Natur von Modell-Konzeptionen, die die Realität stets nur vereinfacht abbilden können.

1)

2. Grundlagen der Unternehmensbewertung

Die Unternehmensbewertung ist in der Praxis entstanden. Seitdem Kaufleute den Wert ihres Vermögens schätzen wollen, Unternehmen und Unternehmensanteile verkauft, verschenkt, vererbt, besteuert oder enteignet werden, sind Unternehmen auf vielfältige Weise bewertet worden.

1

Insbesondere die Einführung der Stückelung und Mobilisierung von Eigenkapital in Aktien und von Fremdkapital in festverzinsliche Wertpapiere im 19. Jahrhundert haben die Anwendung der Unternehmensbewertung vorangetrieben.

2

Auch heute noch unterliegt die Technik der Unternehmensbewertung richtungsweisenden Impulsen aus der Praxis.

3

3. Das stochastische Bewertungsmodell von Schwartz/Moon

Eduardo S. Schwartz

und

Mark Moon

stellen im Sommer 2000 ein stochastisches Unternehmensbewertungsmodell unter dem Titel „Rational Pricing of Internet Companies“ mit Anwendung der Bewertung von Amazon.com vor.

1

Im Rahmen dieses Modells werden die in den Grundlagen dargestellten Techniken der DCF-Methode mit den aus der Optionspreistheorie stammenden Techniken der Bewertung bedingter Ansprüche verknüpft. Das Maß der Bewertung sind die freien Cashflows, die das Unternehmen in der Zukunft generieren wird.

2. Grundlagen

Wie dem beschriebenen Vorgehen zu entnehmen ist, liegt den Ausführungen dieser Arbeit ein Wissenschaftsverständnis zugrunde, das in der Regel als angewandte oder auch als anwendungsorientierte Wissenschaft bezeichnet wird. Darunter werden in Anlehnung an

Ulrich

solche Tätigkeiten verstanden, welche im wesentlichen darauf ausgerichtet sind, mit Hilfe von Erkenntnissen der theoretischen oder Grundlagenwissenschaften sowie der Erfahrung der Praxis Problemlösungen für praktisches Handeln zu entwickeln.

41

2. Distressed Debt Investing

In diesem Kapitel werden die Grundlagen zum Verständnis des Distressed Debt Investing gelegt. Dabei werden Terminologien und Vorgehensweisen aus Theorie und Praxis vorgestellt. Es ist zu beachten, dass Kapitel 2 zur Darstellung der Grundlagen des Distressed Debt Investing (Anlagestrategien, Rangklassen, Wertschöpfungsstufen und Marktcharakteristika) auf den US-amerikanischen Markt zurückgreift, weil er als einziger hochentwickelter Markt in Bezug auf Unternehmenskredite und -verbindlichkeiten näher in der Literatur untersucht worden ist.

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Lediglich Definition und Motivation sind auf den deutschen Markt bezogen. Die Übertragung der Grundlagen auf den deutschen Markt erfolgt innerhalb der empirischen Untersuchung des Kapitels 4.

2. Von Alfred W. Jones zur Hedgefonds-Industrie

LTCM ist die Abkürzung für: „Long Term Capital Management“, und der Name zeigt, dass der Fonds nicht mit kurzfristiger Spekulation sein Geld verdienen wollte, sondern anders aufgestellt war. LTCM gehörte zur Gruppe der Fixed Income Arbitrage Fonds, ein Investmentansatz, der dem ursprünglichen marktneutralen Ansatz von Alfred W. Jones nahe kommt mit dem Unterschied, dass der Markt für festverzinsliche Titel und nicht der Aktienmarkt das Betätigungsfeld darstellt.

7. Investment-Strategien von Hedgefonds

Diese Investment-Strategie hat vor allen anderen den Hedgefonds ihren Ruf verschafft — im guten wie im schlechten Sinne. Wenn heute von „hochspekulativen Anlagestrategien“geschrieben wird und Hedgefonds eine Aura von Geheimnis und Undurchschaubarkeit unterstellt wird, so ist das in hohem Maße auf die Tätigkeit der Global-Macro-Fonds zurückzuführen. Sie hatten ihre große Zeit in den 90er Jahren; Namen wie George Soros (Quantum Fonds) und Julian Robertson (Tiger Fund) sind untrennbar damit verbunden. Diese beiden kamen ursprünglich aus dem klassischen Fondsmanagement, andere bekannte Manager wie Louis Moore Bacon (Moore Global Fund) und Paul Tudor Jones (Tudor Investments) kamen aus dem Futures-Handel. Unabhängig von ihrem beruflichen Ursprung profitierten diese Manager und ihre Fonds von den großen Veränderungen an den Finanzmärkten in den 80er und 90er Jahren: der Freigabe der Wechselkurse, der Entwicklung eines Marktes für derivative Finanzinstrumente und den Konvergenzprozessen im Vorfeld der Euro-Einführung.

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§ 2. Analytik und Gestaltung

Ab diesem Kapitel wollen wir jetzt in die tiefe Analytik und darauf aufb auende Gestaltungsempfehlungen eintreten.

4. Prüfungsfälle Privatkundengeschäft

Diejenigen unter Ihnen, die als Wahlpflichtfach das Privatkundengeschäft gewählt haben, werden nun mit möglichen Prüfungsfällen konfrontiert. In Fällen, in denen auch Parallelen zu anderen Disziplinen bestehen, weisen wir Sie jeweils besonders darauf hin.

Ökologisch orientierte Anleihen

Unternehmen sind auf die externe Gewinnung von neuem Kapital zumeist angewiesen. Die klassische Aufnahme von Fremdkapital in der Form eines Darlehens ist mit hohen Kosten verbunden. Eine Alternative dazu ist die Begebung von Anleihen. Auch bei Anleihen handelt es sich aus der Sicht des Unternehmens um Fremdkapital. Allerdings akzeptieren Anleihegläubiger zumeist niedrigere Zinsen als der klassische Kreditgeber, da die Gesellschaft die Gläubigerstellung mit bestimmten Vergünstigungen ausstattet.

2. Begriffsbestimmungen und Unternehmensbewertungsansätze

Zur Abgrenzung des in dieser Arbeit interessierenden Sachverhaltes werden in Kapitel 2.1 zunächst die Begriffe „Mergers and Acquisitions“ und „Übernahmeprämie“ defl-niert. Dem schließt sich in Kapitel 2.2 zur Einordnung der nachfolgenden Ausführun-gen eine Darstellung einer typischen M&A-Transaktion im Zeitablauf an. Kapitel 2.3 beschreibt schließlich die wichtigsten theoretischen Unternehmensbewertungsansätze als Grundlage für die im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehende Analyse von Übernahmeprämien.

A.. Bisherige Ergebnisse zur Leistungsfähigkeit von Unternehmensbewertungsmodellen

Der folgende Abschnitt stellt ausgewählte Studien, die die Leistungsfähigkeit von Unternehmensbewertungsmodellen zum Gegenstand haben, in nahezu chronologischer Reihenfolge dar. Den Ausgangspunkt bilden Arbeiten, die nicht nur Kennzahlenmodelle gegeneinander antreten lassen, sondern zumindest ein Modell in den Wettstreit aufnehmen, bei dem die Entwicklung der zukünftigen Unternehmenserfolge und die Opportunitätskosten nicht von vornherein festgeschrieben sind.

1

Eine weitere Eingrenzung erfolgt über die Untersuchungsmethode (nicht über das Untersuchungsziel): Es zählt, wer die Leistungsfähigkeit wirklich beurteilt und nicht, wer sich die Beurteilung lediglich vornimmt. Die Auswahl erfolgt daher danach, daß die Studien tatsächlich Wertschätzer ermitteln und mit Aktienkursen vergleichen. Arbeiten, die lediglich einen Zusammenhang zwischen wesentlichen Werttreibern, z.B. der Dividende des nächsten Jahres, und dem Aktienkurs herstellen, finden keine Berücksichtigung.

2

Drittes und letztes Auswahlkriterium ist hier, daß die Studien Neuerungen im Untersuchungsziel oder der -methode aufweisen. Daher erfolgt die Würdigung auch nicht streng chronologisch, sondern Studien mit gegenseitigem Bezug sind gruppiert. Ziel der Untersuchung, Stichprobe, Studienaufbau und Ergebnisse werden für jede Studie skizziert. Eine Würdigung der Ergebnisse ist vor dem Hintergrund der Diskussion im dritten Teil der Arbeit möglich. Am Ende des Abschnitts findet sich eine tabellarische Zusammenfassung des Literaturüberblicks sowie ein Ausblick auf weiteren Forschungsbedarf.

5. Öffentliches Vertrauen: Theoretische Konsequenzen und Desiderate

Die Untersuchung öffentlicher Vertrauenszuschreibungen anhand von Unternehmen als Vertrauensobjekten hat gezeigt, dass man statt von öffentlichem Vertrauen von öffentlicher Vertrauenswürdigkeit sprechen muss. Andererseits ist es korrekt, insofern von öffentlichem Vertrauen zu sprechen, als auch die öffentliche Vertrauenszuschreibung eine Vertrauenserklärung aufseiten der Vertrauenssubjekte beeinflussen kann. Unter bestimmten Bedingungen können somit also auch öffentliche Vertrauenszuschreibungen handlungsleitend wirken.

Dr. phil. Jens Seiffert-Brockmann

It’s all about Image

Die Deutsche Bank ist auf Sparkurs, backt kleinere Brötchen, gründet eine Bad Bank. Und sie will … ja, was will sie denn? Seriös werden? Das war sie ja bisher schon, auch wenn das einstige Renditeziel von 25 % – jetzt geschrumpft auf 12 % – den Stempel „unseriös“ seit Beginn der Krise wohl verdient hätte. „Bescheiden“ schreibt die „Financial Times Deutschland“, „kämpft gegen das Gier-Image“ heißt es auf „Spiegel Online“. Das passt schon eher.

Stefanie Burgmaier, Stefanie Hüthig

4. Keynesianismus

Die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre des 20. Jh. mit ihren dramatischen sozialen und politischen Auswirkungen zeigte die Grenzen der neoklassischen Erklärungsansätze und Theorien. Statt zu einer erhöhten Investition und Beschäftigung führten die Lohnsenkungen zu einer weltweit abwärts gerichteten Spirale von weniger Konsumnachfrage, noch geringeren Investitionen und in der Folge weiteren Entlassungen sowie weiteren Lohnsenkungen, noch geringeren Konsumnachfragen usw. Deshalb wurde diese Wirtschaftskrise auch groβe Depression genannt. Erst die staatlichen Nachfrageprogramme des sog. „New Deals“ der US-amerikanischen

Roosevelt-Regierung

und die öffentlichen Nachfrageprogramme des deutschen Reichsbankpräsidenten Hermann

Schacht

(von der nationalsozialistischen Regierung umgesetzt) führten Ende der 30er Jahre aus diesem Teufelskreislauf.

Historischer Hintergrund

V. Die Einnahmenpolitik

Der Versuch, dem Wesen der heutigen öffentlichen Einnahmen dadurch näher zu kommen, daß man sie historisch aus den Einkünften der fürstlichen Hofhaltung ableitet, ist zum Scheitern verurteilt; mit dem Kammergut des Landesfürsten hat die moderne Finanzwirtschaft, die sich in Einnahmen und Ausgaben nach einem in kollektiver Beschlußfassung zustande gekommenen Haushaltsplan richtet, nicht mehr viel gemeinsam, zumal ihre Größenordnungen längst weit über die des mittelalterlichen „Zehntenld und der gelegentlichen Lehnsabgaben und Frondienste hinausgewachsen sind

1

.

II. Die Finanzverfassung

Über die Entstehung der öffentlichen Finanzwirtschaft verdanken wir W. Gerloff und der von ihm angewandten ethnographischen Methode grundlegende neue Erkenntnisse

1

. Danach sind Abgaben, dieses Wort in einem ganz weiten und allgemeinen Sinne verstanden, ihrer Entstehung nach weit älter als Geschenk und Tausch

2

; sie sind so alt wie menschliches Zusammenleben überhaupt

3

, zumal das Gruppenbewußtsein älter ist als das Individualbewußtsein

4

. In der einfachsten politischen Gruppe sind „Hergaben“ für den Häuptlings- und Stammeshaushalt ungeachtet ihrer unbedingten Notwendigkeit noch mehr oder weniger wirklich oder anscheinend

freiwillige

Gaben oder Geschenke

5

; jede höher entwickelte politische Gruppe beruht dagegen bereits auf herrschaftlicher Schichtung, zumal stets „nur jene weltliche und geistliche Gewalt respektiert wird, die Opfer fordert“

6

.

3. Ein neues Modell der Neuen Politischen Ökonomie zur Erklärung des politischen Einflusses von Rating-Agenturen

Aus den vorangegangenen Kapiteln wurde deutlich, dass Ratings ein wichtiger Faktor bei der Beeinflussung der staatlichen Finanzierungskosten sind. Insofern besitzt das Urteil der Rating-Agenturen politische Relevanz, weil es die Rahmendaten für die Wirtschafts-, Finanz- und vor allem für die Haushaltspolitik entscheidend mitprägt. Es wurde ebenfalls dargestellt, dass die bisherigen sozialwissenschaftlichen Analysen allerdings keine überzeugende Analyse des politischen Einflusses von Rating-Agenturen bieten. In diesem Kapitel wird nun ein neues politikwissenschaftliches Modell entwickelt, das genau diesen Anspruch erhebt. Dieses neue Modell erklärt das Verhalten von Regierungen, wenn durch die Bonitätsbewertung der Rating-Agenturen die Kosten der staatlichen Kreditaufnahme verteuert werden. Systematisch wird analysiert, inwiefern die Staatsverschuldung sowie die Höhe und Struktur der Staatsausgaben von einem Rating abhängen.

6. Frankreich

Frankreich weist unter den vier untersuchten Ländern die größte Diskontinuität in der unternehmerischen Betätigung des Staates auf. Die geringe Stabilität materieller Politik, die sich in den Privatisierungserlösen niederschlägt (siehe Abbildung 6.1), wurde durch die Vetospielerkonfiguration und die kurze Persistenz der Vetospieler verursacht. Ein starker Parteieneffekt hinterließ seine Spuren in der Staatstätigkeit. scheitern.

2. Eine Wachstumstheorie der Demokratie

Demokratietheorie hat mit Partizipation als hervorstechendem Merkmal von Demokratie zu beginnen.

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Damit ist jedoch noch nicht geklärt, was Partizipation für eine Theorie der Demokratie heißt — und umgekehrt. Partizipation hat sowohl eine moralphilosophische wie auch eine sozialtheoretische Konnotation, die gleichermaßen zu berücksichtigen sind. Im Begriff der Demokratie gewinnt diese Zweideutigkeit nicht nur eine politikwissenschaftliche, sondern auch eine politische Dimension: Demokratie bezieht sich nicht allein auf ein Ideal, sondern wird als Bezeichnung auch von realexistierenden politischen Systemen beansprucht.

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Demokratie ist ein umkämpfter Begriff (vgl. Buchstein/Jörke 2003) — und dies schlägt auf Partizipation zurück. Aus diesem Dreieck konkurrierender Auslegungen hat Demokratietheorie eine normativ anspruchsvolle und wissenschaftlich nutzbare Interpretation herauszuarbeiten.

Lutz Hager

6.. Mezzanine Finanzierungsinstrumente

In vielen Fällen „paßt“ die klassische Fremdkapitalfinanzierung einfach nicht richtig — die Anzuggröße stimmt vielleicht noch, aber der Schnitt wirkt ein wenig ausgefallen. Zufrieden sind dann weder das Unternehmen, weil es sich zu hohen laufenden Kosten ausgesetzt oder in der Bewegungsfreiheit eingeschränkt sieht, noch die Investoren, die ihr Risiko nicht entsprechend kompensiert sehen oder denen ihr Engagement nicht genügend Gewinnpotential aufweist. In diesen Fällen empfiehlt sich die „Beimischung“ von Eigenkapitalelementen. Das „Finanzierungsgewebe“ wird dadurch elastischer, paßt sich den Finanzierungserfordernissen besser an und ist häufig auch belastbarer.

Die Bedeutung des Insolvenzrechts für die Gründungsentscheidung

In diesem Beitrag wird analysiert, welchen Einfluss das Insolvenzrecht im Allgemeinen und die seit 1999 geltende Insolvenzordnung im Besonderen auf das Gründungsgeschehen haben. Dabei ist die Entscheidungssituation des Gründers, der für sich genommen von schuldnerfreundlichen Insolvenzregelungen profitiert, zu differenzieren vom Gründungsspiel, an dem auch die potentiellen Kreditgeber und damit Gläubiger partizipieren. Diese haben z. T. entgegen gesetzte Interessen und präferieren ein gläubigerfreundliches Insolvenzrecht. Trotzdem handelt es sich nicht um ein Nullsummenspiel, sondern durch eine effiziente Insolvenzrechtsgestaltung können beide Seiten gewinnen, was zu mehr und qualitativ besseren Gründungen führt. Es wird gezeigt, dass die Insolvenzordnung einen Schritt in die richtige Richtung darstellt, jedoch noch Spielraum für weitere Verbesserungen im Rahmen zukünftiger Reformen besteht.

Alexander Dilger

1.. Markenartikelproduzenten und Handelsorganisationen auf mehrstufigen Märkten

Kapitalstrukturentscheidungen junger Unternehmen

Die Kapitalstrukturentscheidung eines (jungen) Unternehmens hängt primär von den Kosten ab, welche Kapitalgeber für die Übernahme der Risiken verlangen. In der klassischen Unterscheidung zwischen Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung eines Unternehmens lassen sich diese Kosten an den entsprechenden Risikoprämien der Finanzierungsvarianten konkretisieren. In diesem Beitrag werden diejenigen Determinanten herausgearbeitet und diskutiert, die insbesondere für junge Unternehmen einen wichtigen Einfluss auf die Risikoprämien sowohl für Fremdkapital als auch für Eigenkapital haben. Hierzu zählt die Ineffizienz des Marktes für eine Kapitalaufnahme eines jungen Unternehmens, die relativ geringe Diversifikationsmöglichkeiten der Kapitalgeber, eine erforderliche Kompetenz in der Bewertung junger Geschäftsmodelle, die Sorge über opportunistisches Verhalten junger Unternehmer und die erhöhte Abhängigkeit junger Unternehmen von Marktstimmungen.

Rüdiger von Nitzsch, Christian Rouette, Olaf Stotz

Optimale Immobilieninvestments für Versicherungen

Versicherungsseitige Investitionen in Immobilien zeichnen sich durch drei Besonderheiten aus: Erstens führt die Berücksichtigung der spezifischen langfristigen Verpflichtungen im Rahmen einer Surplus-Optimierung zu bedeutend kleineren Immobilienanteilen als eine rein aktivseitige Betrachtung. Je nach Einsatz derivativer Instrumente zur Absicherung der passivseitigen Zinsänderungsrisiken verändert sich auch der aktivseitige optimale Immobilienanteil. Zweitens bieten Immobilien keinen perfekten Inflationsschutz, was bei Versicherungsleistungen mit Teuerungsanpassung bedeutsam ist. Und drittens können Immobilien auch betrieblich genutzt werden. Obwohl gewichtige Argumente für eine Auslagerung selbst genutzter Immobilienbestände sprechen, erweist sich diese nicht in allen Fällen als die optimale Lösung.

Pascal Gantenbein

6. Die Renaissance der stabilisierenden Wirtschaftspolitik

Betrachtet man die geldpolitischen Reaktionen in den Krisenzeiten, zeigt sich, dass sich das Verständnis um die geldpolitischen Möglichkeiten im Verlauf der Krise geradezu dramatisch erweiterte. Aber die Grenzen geldpolitischer Möglichkeiten wurden ebenfalls zunehmend deutlich.

Professor Dr. Gustav A. Horn

Kapitel 1: Unionsrecht

Das

Europarecht im weiteren Sinne

Europarecht

im weiteren Sinne

bezeichnet die normativen Regelungen aller überstaatlichen europäischen Organisationen, so auch des europäischen Wirtschaftsraums (EWR), der Westeuropäischen Union (WEU) und des Europarats und damit insbesondere auch die Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK). Zumal ihr die Europäische Union (EU) jedenfalls vorerst nach dem Gutachten des EuGH vom 18.12.2014 nicht beitreten darf, ist sie nicht Bestandteil des Europarechts im engeren Sinn, obwohl die Europäische Grundrechtecharta (EGRC) maßgeblich von ihr geprägt wird.

Walter Frenz

Finanzwirtschaft in Zeiten Finanzieller Repression

Im Sommer 2013 ist an den Finanzmärkten intensiv diskutiert worden, ob und inwieweit das Wirtschaftswachstum in den westlichen Volkswirtschaften auf einen dauerhaften Erholungspfad eingeschwenkt ist bzw. einschwenken wird und wie schnell – auch vor diesem Hintergrund – die amerikanische Notenbank Fed aus ihrem Ankaufprogramm von Treasuries und hypothekenbesicherten Anleihen in Höhe von monatlich 85 Mrd.

Dr. Alexander Krüger

2. Erwartete Rendite und Risiko

Die erwartete Rendite ist für die Beurteilung einer Anlage und die Berechnung des inneren Werts relevant. Zum einen evaluieren Investoren die von ihnen erwartete Aktienrendite mit einem geforderten Renditewert, den sie als angemessen und risikogerecht einstufen. Zum anderen wird die erwartete Rendite als Diskontsatz eingesetzt, um die zukünftig geschätzten Cashflows zu diskontieren und somit den inneren Wert der Aktie zu berechnen.

Enzo Mondello

3. Dividendendiskontierungsmodelle

Mit den Dividendendiskontierungsmodellen lässt sich der innere Wert einer Aktie berechnen, indem die zukünftig geschätzten Dividenden auf den Bewertungszeitpunkt diskontiert werden. Die Modelle basieren auf den Dividenden, die das Einkommen aus dem Halten von Aktien darstellen. Für Unternehmen, die Dividenden auszahlen und bei denen ein Zusammenhang zwischen Wertgenierung und Dividenden besteht, können Dividendendiskontierungsmodelle grundsätzlich für die Aktienbewertung eingesetzt werden.

Enzo Mondello

1. Festverzinsliche Wertpapiere und Anleihemärkte

Thomas Schuster, Margarita Uskova

4. Rendite vs. Risiko

Thomas Schuster, Margarita Uskova

2. Optimales Portfolio

Das zweite Kapitel stellt die Konstruktion des optimalen risikobehafteten Portfolios vor, dass durch die Effizienzkurve und die höchst mögliche anlegerspezifische Indifferenzkurve bestimmt wird. Die Effizienzkurve lässt sich über Renditeerwartungen, Standardabweichungen und Korrelationskoeffizienten festlegen (Markowitz-Modell). Die Indifferenzkurven werden über Nutzenfunktionen definiert, welche den Risikoaversionsgrad des Anlegers berücksichtigen. Führt man die risikolose Anlage in die Portfoliokonstruktion ein, liegt das optimale Portfolio auf der effizientesten Kapitalallokationslinie. Unterstellt man homogene Kapitalmarkterwartungen, investieren sämtliche Anleger in das gleiche risikobehaftete effiziente Portfolio bzw. in das Marktportfolio. Ein Portfolio bestehend aus der risikolosen Anlage und dem Marktportfolio liegt auf der Kapitalmarktlinie.

Enzo Mondello

8. Bankanalyse – wachsende Bedeutung seit der Finanzkrise

Vor dem Ausbruch der Finanzkrise galt das Bankgeschäft als ein relativ vorhersagbares und sicheres Geschäft. In den Folgejahren, gezeichnet von Krisenbewältigung und Restrukturierung ganzer Bankensysteme, rückte die Bankenanalyse vermehrt in den Fokus. Zur Ermittlung der Ausfallwahrscheinlichkeit bedienen sich die Analysten einer Vielzahl von Vorgehensweisen. Die in der Praxis verwendeten Modelle lassen sich hinsichtlich der verwendeten Kriterien in quantitative und qualitative Analysemodelle unterscheiden. Darüber hinaus kommen vor allem auch Modelle, die eine Kombination aus beiden darstellen, zum Einsatz. Während sich quantitative Bewertungsmethoden auf statistische Auswertungen bspw. von Bilanzkennzahlen beziehen, stützen die qualitativen Modelle ihre Analyse zusätzlich auf Kriterien, die nicht direkt aus der Bilanz ersichtlich sind. Im Rahmen der quantitativen Modelle kann zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit das Merton Modell unter Zuhilfenahme der Optionspreistheorie herangezogen werden. Der weit verbreitete z-Score bietet ferner eine einfache Möglichkeit das zukünftige Risiko einer Eigenkapitalverknappung aufzuzeigen. Der z-Score ist jedoch lediglich ein ordinales Maß für die Bestimmung des Ausfallrisikos, da nicht die exakte Höhe des Ausfallrisikos berechnet werden kann. Um schnell eine grobe Einschätzung der finanziellen Situation und möglichen Engpässen zu erhalten, ist die Vorgehensweise allerdings ein probates Mittel.

Anna-Joy Kühlwein, Uwe Burkert

5. Ordnung durch Standardgüter

In Kapitel 4 haben wir der Unterschied zwischen Standardmärkten und Statusmärkten erörtert. Standardmärkte sind weitverbreitet und unter anderem bei den Aktienmärkten oder den Märkten für Gold oder Rohöl zu beobachten. Auf einem Standardmarkt werden die gehandelten Produkte oder Dienstleistungen mithilfe einer Werteskala bewertet. In der Alltagssprache bezeichnet man das oft als › Qualität ‹. Der Hauptzweck dieses Kapitels ist, die bisherige Erörterung von Standardmärkten fortsetzen und konkretisieren.

Patrik Aspers

6. Investmentfonds für die Ruhestandsplanung

Die Menschen in Deutschland und weltweit in den Industrienationen werden immer älter, und das bei zunehmend guter Gesundheit: „Seit über 170 Jahren steigt die Lebenserwartung der Menschen in den entwickelten Ländern kontinuierlich um durchschnittlich fast drei zusätzliche Lebensmonate pro Jahr. Zahlreiche Obergrenzen, die Experten in der Vergangenheit als unüberwindbar vorschlugen, wurden dabei durchbrochen. Auch gegenwärtig ist kein Abflachen des Anstiegs in der Lebenserwartung auszumachen. Wenn sich diese Trends auch zukünftig weiter fortsetzen, stehen die Chancen für ein Kind, das heute in Deutschland oder einem anderen Industriestaat geboren wird, besser als 1:1, dass es seinen 100. Geburtstag feiern wird – im 22. Jahrhundert“, schreibt James W. Vaupel, US-amerikanischer Bevölkerungswissenschaftler und Honorarprofessor an der Universität Rostock.

Damit kommen aber die bestehenden Altersvorsorgemodelle an ihre Grenzen. Die staatlichen Umlagesysteme müssen Leistungen zurückfahren, wenn immer weniger junge Menschen immer mehr alte finanzieren sollen. Viele Arbeitgeber gehen lange nicht mehr so großzügig mit Pensionszusagen für ihre Mitarbeiter um wie noch vor wenigen Jahren und schauen auch, wo sie innerhalb der Pensionsrückstellungen noch weiter sparen können.

In Deutschland wie auch in anderen Ländern haben die Regierungen und die Arbeitgeber die Verantwortung für den finanziellen Ruhestand mehr und mehr auf die Bürger verlagert. Riester- und Rürup-Rente sind dabei eine Unterstützung, die den Weg in die private Altersvorsorge weisen sollen. Und das bietet Chancen. Denn statt mit dem Eintritt in den Ruhestand eine festgelegte Rente zu erhalten, vielleicht ergänzt um die Auszahlung einer Lebensversicherung und einer Zulage vom alten Arbeitgeber, können sich die Menschen jetzt systematisch selbst um ihre finanzielle Situation im Alter kümmern – und dabei auch renditeträchtigere Anlageformen nutzen.

Christian Machts

Perspektiven der Finanzierung von PPP-Vorhaben mit Hilfe von Projektanleihen

Public Private Partnerships (PPPs) als Variante der Realisierung öffentlicher (Infrastruktur-) Vorhaben wurden aus deutscher Sicht erst um die Jahrtausendwende zum Thema für Wissenschaft und Praxis. Das zugrundeliegende Prinzip, die Kompetenzen verschiedener Beteiligter mit harmonierenden Interessen so zu kombinieren, dass sich für beide ein (Effizienz-)Vorteil gegenüber Handlungsalternativen einstellt, hat in der Ökonomie demgegenüber eine sehr lange Tradition und findet sich nicht zuletzt in den Wesensmerkmalen der Projektfinanzierung als strukturierte/cashflow-basierte Finanzierung unternehmerischer Vorhaben, die sich durch große Volumina wie Risiken auszeichnen.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Horsch, Dipl.-Kffr. Sylvia Fiedler

9. Rating als Chance in der Finanzmarktkrise

Rating – das war noch vor zehn Jahren ein Begriff, der in Deutschland praktisch nur den Investmentbankern selbstverständlich war. Aber selbst im Investmentbanking, bei der Begebung von Anleihen oder anderen Finanztransaktionen, galt noch in den 1980er Jahren jedes Rating als eine amerikanische Besonderheit, denn in Europa, geschweige denn in Deutschland, waren Ratings kaum verbreitet. Ende der 1980er Jahre waren nur gut zwei Dutzend Adressen in Deutschland „geratet“, fast ausschließlich die größten und angesehensten Konzerne des Landes.

Rainer Langen

10. Die Integration ethisch-nachhaltiger Kriterien in den Anlageprozess einer kirchlichen Genossenschaftsbank am Beispiel der Bank für Kirche und Diakonie eG – KD-Bank

Die Bank für Kirche und Diakonie eG – KD-Bank ist eine genossenschaftliche Kirchenbank mit christlichen Wurzeln und Werten. Sie blickt als älteste evangelische Kirchenbank auf eine lange Tradition bis ins Jahr 1925 zurück. Im Beitrag wir der Weg beschrieben, den diese Evangelische Kirchenbank aufbauend auf ihrer Mission für die „ethisch-nachhaltige Steuerung“ ihrer Eigenanlagen eingeschlagen hat. Auffallend sind die Vielfalt der Positiv- und Negativkriterien (häufig in Form von Ausschlüssen) und die Mannigfaltigkeit der Anlageklassen. Auch hier wird dem Gebot nach Transparenz über den Prozess der nachhaltigen Kapitalanlagen hohe Aufmerksamkeit zuteil.

Ekkehard Thiesler, Christian Müller

4. Hauptprobleme der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik und ihre Ursachen

Das Hauptproblem, vor dem alle marktwirtschaftlich-kapitalistischen Wirtschaftssysteme, also auch die Länder mit ehemals sozialistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen, stehen, ist die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Mit ihren Ursachen wollen wir uns im ersten Unterabschnitt dieses Kapitels befassen. Anschließend beschäftigen wir uns mit der Staatsverschuldung und – was eng damit zusammenhängt – dem Problem der Finanzierung und Verteilung der staatlichen Leistungen. Der ungleichmäßigen Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der Umweltzerstörung widmen wir je einen weiteren Abschnitt. Abschließend gehen wir auf die schleichende Inflation ein und fragen, ob sie überhaupt als Problem anzusehen ist.

Hermann Adam

9. Der Ausbau der Beziehungen bis zum Ersten Weltkrieg

Mit Abschluss des deutsch-thailändischen Freundschafts-, Handels- und Schifffahrtsvertrages durch Graf Eulenburg im Jahre 1862 sollten zwischen Thailand und den deutschen Unterzeichner-Staaten nach Artikel 1 des Vertrages „dauerhafter Friede und unwandelbare Freundschaft“ gelten. In diesem Zusammenhang gestanden sich beide Seiten das Recht zu, „in den Häfen und Städten Ihrer respectiven Staaten Generalconsuln, Consuln, Viceconsuln und Consular-Agenten zu bestellen.“

Andreas Stoffers

E

Springer Fachmedien Wiesbaden

Integrierte Berichte: Gehört dem Integrated Reporting die Zukunft?

Kapitalanleger könnten viel mehr veröffentlichte CSR-Daten nutzen – wenn sie denn wollten. Dem stehen zum einen „hausgemachte“ strukturelle Blockaden bei Finanzanalysen und Investitionsentscheidungen entgegen. Zum zweiten verursachen Unternehmen große Hürden: Neben der fehlenden Berichterstattung der meisten Unternehmen sind dies die schiere Datenflut in CSR-Berichten, die überdies nicht an die konventionelle, überwiegend finanzielle Berichterstattung gekoppelt sind. Diese Hindernisse wollen Initiativen zugunsten einer integrierten Berichterstattung – eines Integrated Reporting (IR) – überwinden. Der Beitrag analysiert, ob und inwieweit IR für Investmentprofis einen Mehrwert bringen kann. Verhaltensökonomische Forschungen legen den Schluss nahe, dass der Wirkungsgrad von integrierten Berichten begrenzt sein dürfte. Dennoch ergeben sich für Finanzvorstände wertvolle Empfehlungen, wie sie eine integrierte Berichterstattung vorantreiben können, die ihrem Unternehmen, den Investoren und der Gesellschaft nutzen kann. Wenn man Investoren und ihre Wünsche in Bezug auf Unternehmensberichte einbezieht und ernst nimmt, dann weil sie als Eigentümer ein Anrecht darauf haben, gehört zu werden. Nicht aber, weil sie besser als Unternehmen Bescheid wüssten, worauf es bei CSR ankäme.

Ralf Frank

Mehr als nur Rhetorik? Die strategische Kommunikation der deutschen Bundesregierung in der Euro-Krise

Der Beitrag setzt sich mit strategischer Kommunikation im europapolitischen Kontext auseinander. Ausgehend vom Befund eines Forschungs- wie Erklärungsdefizits im Feld strategischer politischer Kommunikation liefert der Beitrag zunächst eine theoretische Einordnung, wobei strategische Kommunikation als zentrales Moment politischer „Ziel-Mittel-Umweltkalkulationen“ definiert wird. Im Rahmen der empirischen Studie wird dann mittels einer Inhaltsanalyse die strategische Kommunikation der Bundesregierung in der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise analysiert, wobei davon ausgegangen werden kann, dass die transnationale Ausrichtung der strategischen Kommunikation besondere Anforderungen an diese stellt. Die Ergebnisse der Untersuchung verweisen einerseits auf die kommunikative Positionierung und Priorisierung der deutschen Politik und lassen darüber hinaus auch Rückschlüsse auf die dahinter liegenden politischen Ziele und Kalkulationen zu. Hier zeigt sich auch die Verschmelzung von Politik und Kommunikation, denn die strategische Kommunikation der deutschen Regierung dient in der sogenannten Eurokrise keineswegs nur der Legitimation politischer Entscheidungen, sondern ist vielmehr deren Wegbereiter.

Jens Seiffert, Dr. Birte Fähnrich

8. Krisenmanagement muss Reformanreize setzen

Das vorangegangene Kapitel hat eine normative und positive Entwicklung der europäischen Währungsunion in den nächsten zehn Jahren skizziert. Dieses Szenario beruht auf der Annahme, dass Anreize erhalten bleiben, wirtschaftspolitische Reformen und Konsolidierungsanstrengungen in den einzelnen Ländern fortzusetzen und damit Investoren wirtschaftliche Perspektiven zu bieten. Ob diese Annahme auch längerfristig erfüllt sein wird, hängt wesentlich davon ab, welche Instrumente im Fall von Krisen Anwendung finden und welche Bedingungen für Investoren gesetzt werden. Unkonditionierte Rettungsaktionen – sei es durch die staatlichen Unterstützungsfonds, die EZB oder neue Transfersysteme – würden den Anreiz zu konsequenten und zum Teil auch unpopulären Reformen unterlaufen. Länder würden sich übermäßig auf die Unterstützung ihrer Partner in der Währungsunion verlassen. Die folgenden Abschnitte versuchen einige Lehren aus der vergangenen Entwicklung für das Krisenmanagement zu formulieren. Eine zentrale Erkenntnis ist sicher die, dass jedwede Form der politischen Unsicherheit starke negative Auswirkungen auf langfristige Investitionen hat. Es bedarf klarer und glaubwürdiger Regeln im Hinblick auf Rettungsaktionen oder auch Insolvenzverfahren bei krisenhaften Zuspitzungen an den Staatsanleihemärkten und ebenso klarer Regeln für die Verlustbeteiligung privater Investoren. Auch die Sicherung von Preisniveaustabilität ist für Langfristinvestoren von wesentlicher Bedeutung. Anzeichen steigender Inflationserwartungen sollten zu einem sofortigen Ausstieg der Geldpolitik aus der extrem expansiven Linie führen. Zuletzt entscheidet die Gestaltung der Kapitalanforderungen und die Bewertung langfristiger Forderungstitel über die langfristige Investitionsbereitschaft von Banken oder Versicherungsunternehmen.

Michael Heise

3. Die detaillierte Cash- und Liquiditätsanalyse

Wir haben jetzt die HTC kennen gelernt und wollen nun aus Cash- und Liquiditätssicht tiefer einsteigen. Diejenigen von Ihnen, die entweder mein Buch ‚Bilanzanalyse mit Kennzahlen’ oder ‚Bilanzplanung und Gestaltung’ gelesen haben, wissen, dass es in der Tat recht viele Kennzahlen gibt, mit denen man tief in die Zahlenanalytik einsteigen kann. Allerdings macht es meiner Meinung nach nicht immer Sinn, bei jeder Unternehmensbetrachtung auch gleich 60 oder mehr Kennzahlen zu berechnen. Dies war ja auch der Grund, warum ich versucht hatte, mittels einer kleineren Auswahl an Kennzahlen das gleiche Ziel zu erreichen: ein gutes Verständnis der betrachteten Firma auf der Basis ausgesuchter Kennzahlen.

Bernd Heesen

9. Kritische Reflexion

Diese Arbeit soll unter anderem das Fachwissen zum Thema TARGET2 und auch dessen Risiken einem breiteren Publikum aus Wirtschaft und Politik sowie Privatpersonen mit finanzwirtschaftlichen Kenntnissen zugänglich gemacht werden. Dies wurde hauptsächlich in der ersten Hälfte dieser Arbeit und im Anhang unter www.springer.com abgehandelt, in welcher die Funktionsweise des Systems, die Entstehung sowie die Auswirkungen auf die TARGET2-Salden und Ansichten der Befürworter versus Kritiker aufgezeigt wurden. Fachwissen aufzubauen und über die Risiken zu berichten war sehr wichtig. Eigene Erfahrungen im privaten und geschäftlichen Umfeld haben gezeigt, dass unser Umfeld betreffend TARGET2 völlig unwissend ist. Dass es gemäss heutigem Stand sogar wenige Experten zu diesem Thema gibt, zeigte sich bei der erschwerten Expertensuche für die Interviews.

Petra Karadzic, Andreas Keller

8. Die operative Analyse der Beteiligung HKG im Detail

Jetzt folgt die detaillierte Analyse. Zunächst wird eine mehrperiodische operative Analyse der Beteiligung mittels Kennzahlen erstellt. Die Analyse der historischen Entwicklung ist für die Bewertung von großer Bedeutung, da die Planung plausibilisiert werden muss. Außerdem wird somit deutlich, ob die „Braut“ bereits genug geschmückt ist oder ob der geplante Verkaufstermin noch zu früh ist.

Sukzessiv werden Kapitalumschlag, Anlagenintensität, Eigenkapitalquote, Kreditorenquote, Liquidität 1.2. und 3. Grades, Debitoren- und Kreditorenziel, Vorratsumschlag und -reichweite, Cash und Conversion Cycle, Cash Flow, Rohertrag, Personalkosten- und Zins- und Mietintensität, Umsatz- und Kapitalrendite, Zinsdeckung, dynamische Verschuldung und Reinvestitionsquote inhaltlich definiert, dargestellt und berechnet (immer begleitend durch das Excel Tool).

Abschließend werden alle Kennzahlen auch wieder in mehreren Flussdiagrammen grafisch und mit den berechneten Zahlen und Ergebnissen dargestellt.

Bernd Heesen

8. Kreditderivate: Weitere Produktbeispiele

Gegenstand dieses Anhanges ist die Darstellung weiterer Produktbeispiele (Asset Swaps, Total Rate of Return Swaps, Credit Linked Notes, Optionen auf Defaultable Bonds und Credit Spread Produkte, Hybride und sonstige Kreditderivate), die in der ersten Auflage unseres Buches noch im einführenden Kapitel zu finden sind.

Marcus R.W. Martin, Stefan Reitz, Carsten S. Wehn

1. Märkte und Produkte

In diesem Kapitel werden zunächst die elementaren Produkte und die wesentlichen Begrifflichkeiten eingeführt. Dies geschieht mit deutlichem Bezug zur jeweiligen wirtschaftlichen Bedeutung und ohne die Voraussetzung weitreichender finanzmathematischer Zusammenhänge. Ziel ist es, die in den nachfolgenden Kapiteln vorgenommene finanzmathematische Behandlung von Kreditderivaten und Kreditrisikomodellen durch eine detaillierte Darstellung des ökonomischen Umfelds hinreichend zu motivieren. Wir beschränken uns in der Produktdarstellung im Wesentlichen auf die Credit Default Swaps, für die die aktuellen Quotierungsstandards nach dem Big Bang und Small Bang 2009 dargestellt werden. Eine Darstellung mit weiterführenden Produktbeispielen findet sich im Anhang D.

Vereinzelt müssen Begriffe der Zinsrechnung ebenso wie die Kenntnisse elementarer Zinsprodukte vorausgesetzt werden. Hierzu wird zunächst einmal – aus rein didaktischen Gründen der Vereinfachung der Darstellung – auf die klassischen Monographien von Reitz, Martin und Schwarz (2004), von Brigo und Mercurio (2006) und von Hull (2003) sowie die darin aufgeführte Literatur verwiesen.

Die Auswirkungen der Finanzkrise auf diese ”klassische“ Bewertungstheorie werden wir im zweiten und vierten Kapitel wieder aufgreifen und unter anderem auch die modernen ”Mehrkurvenansätze“ sowie die Berücksichtigung der Kontrahentenrisiken (insbesondere der Credit Valuation Adjustments (CVA) und deren Unterlegung mit regulatorischem Kapital) skizzieren, wozu in diesem Kapitel erste Grundlagen gelegt werden.

Marcus R.W. Martin, Stefan Reitz, Carsten S. Wehn

27. Rentenmärkte

„Ich dachte immer, dass ich, wenn es eine Reinkarnation gäbe, als Präsident oder Papst wiedergeboren werden wollte“, so James Carville, Wahlkampfleiter des früheren US-Präsidenten Bill Clinton. „Aber jetzt möchte ich als Rentenmarkt wiedergeboren werden. Da kann man jedem Angst und Schrecken einjagen.“

Edmund Conway
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