Skip to main content
main-content
Top

07-06-2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Article

Großprojekt im Zentrum Düsseldorfs

Author:
Christoph Berger

Am 1. Juni 2017 wurde in Düsseldorf der erste Spatenstich zum Kö-Bogen II durchgeführt. Zwischen Dreischeibenhaus, Schauspielhaus und den Libeskind-Bauten entsteht ein neues Geschäftshaus mit Pavillon, entworfen von Christoph Ingenhoven.

Der Entwurf des Büros Ingenhoven Architects hatte sich im Jahr 2014 in einem internationalen Städtebauwettbewerb durchgesetzt. Er sieht zwischen Gustaf-Gründgens-Platz, der Einkaufsmeile Schadowstraße und dem restrukturiertem Jan-Wellem-Platz einen neuen Geschäfts- und Bürobau vor – einen Mix aus Einzelhandels-, Büro- und Gastronomieflächen.

Editor's recommendation

2016 | OriginalPaper | Chapter

Die „Grammatik“ der Stadt

Ein Ort kann nur verstanden werden, wenn nicht nur die gegenwärtigen Rahmenbedingungen analysiert, sondern auch die historischen Veränderungen nachvollzogen werden. Am Beispiel des Museumsquartiers in Wien lässt sich der Transformationsprozess …


Markant machen das geplante, sechsstöckige Gebäude vor allem auch die zum Hofgarten und Schauspielhaus hin abgestuften und begrünten Fassaden über die Gesamthöhe des Gebäudes einschließlich des bepflanzten Schrägdachs. Etwa fünf Kilometer Hainbuchenhecken sollen auf dem Dach und der Fassade verpflanzt werden.

Schaffung einer Tal-Form

Gegenüber der Fassade entsteht ein Pavillon mit Rasendach, das später einmal als Liegewiese dienen soll. In Richtung des benachbarten Hofgartens wird das Pavillondach bis zu einer Höhe vomn zehn Metern ansteigen. Zusammen ergeben Neubau und Pavillon aufgrund ihrer Schrägen das sogenannte "Ingenhoven-Tal". Sie geben auch eine klare Sichtbeziehung zum Schauspielhaus und Dreischeibenhaus frei, einem denkmalgeschützten Ensemble der Nachkriegsarchitektur. Beim Dreischeibenhaus handelt es sich laut dem Kapitel "Die 'Grammatik' der Stadt" des Springer-Fachbuchs "Städtebauliches Entwerfen" um einen historischen Solitär: "Die betont schlanke Gestalt prägt die Stadtsilhouette der Stadt Düsseldorf."

Laut dem Architekturbüro werden die Grünfassaden nicht einfach nur schön anzusehen sein. Sie werden auch ein natürlicher Kältespeicher sein, saubere und feuchte Luft spenden und so den innerstädtischen Wärmeeffekt reduzieren. Außerdem soll sie die Fassaden beschatten und als natürlicher Windschutz am Fuß des benachbarten Hochhauses fungieren. Und nicht zuletzt soll die sich immer wieder verändernde Fassade die vier Jahreszeiten sicht- und erfahrbar machen.

Info-Dorf während der Bauzeit

Außer den Geschäftsräumlichkeiten wird auch eine neue, fünfgeschossige Tiefgarage mit Platz für 670 Fahrzeuge entstehen. An der Tuchtinsel wird für die Bauzeit des Komplexes ein Info-Dorf mit Cafe aufgebaut. Die Grundsteinlegung ist für den späten Sommer geplant, die Gesamtfertigstellung ist für Ende 2019/Anfang 2020 vorgesehen.

Der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf hatte die notwendigen Beschlüsse zum 2. Bauabschnitt des Kö-Bogens in seiner Sitzung am 17. November 2016 verabschiedet. Dabei wurde der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Beschlossen wurde zudem ein Verkauf der städtischen Grundstücke an eine Investorengruppe. Der Verkauf umfasst sämtliche städtischen Grundstücke einschließlich der Parzelle des Gustaf-Gründgens-Platzes, unter dem eine Tiefgarage errichtet wird. Die Landeshauptstadt Düsseldorf behält jedoch dauerhaft die Rechte an der baulichen Gestaltung und aller Nutzungen des Gustaf-Gründgens-Platzes.

Möglich machte die städtebauliche Entwicklung der im Jahr 2013 durchgezogene Abriss einer Hochstraße sowie eine unterirdische Tunnellösung.

Related topics

Background information for this content

2011 | OriginalPaper | Chapter

Gründachgestaltung

Source:
Sanierung und Ausbau von Dächern

2015 | OriginalPaper | Chapter

Fassaden – Mauerwerk – Wände

Source:
Bausanierung

2016 | OriginalPaper | Chapter

Wärmeschutz

Source:
Formeln und Tabellen Bauphysik

Related content

10-03-2017 | Hochhäuser | Im Fokus | Article

Ein Tower für Hamburgs Hafen

08-02-2017 | Architektur | Im Fokus | Article

DAM Preis 2017 für Stadtreparatur