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Stadtplanung

weitere Buchkapitel

Kapitel 11. Sequentielle Daten: Analyse von Radverkehrsnetzen

In diesem Kapitel zeigen wir einen Vergleich verschiedener Netze von Fahrradrouten auf der Basis von GPS-Koordinaten. Ziel ist die Identifikation von Lücken im Radnetz der Stadt Berlin. Für eine Bestandsaufnahme der Nutzung des Fahrradnetzes wird ein Maß entwickelt, das die Übereinstimmung verschiedener Fahrradrouten quantifiziert. Mit Hilfe eines Dichtequotienten werden anschließend Bereiche in Berlin identifiziert, die viel mit dem Fahrrad befahren werden, aber wenig auf Radwegen.

Claus Weihs, Lilia Michailov
Vom Steuerungsmodell zum partizipativen Gestaltungsansatz – Sozialplanung im Wandel gesellschaftlicher Ansprüche

Der Beitrag skizziert die historischen Ursprünge sozialplanerischen Handelns und definiert den Begriff „Sozialplanung“ in seinen disziplinären und professionsbezogenen Kontexten. Er konzentriert sich dabei auf den deutschsprachigen Raum und attestiert dem Konzept eine Entwicklung von einem Steuerungsmodell der Verwaltungen hin zu einem partizipativen und kollaborativen Prozess der Gestaltung sozialer Versorgung unter Einbezug möglichst vieler Anspruchsgruppen. Diese im D-A-CH-Raum zu beobachtenden Veränderungen im sozialplanerischen Verständnis sind Ergebnis gewachsener Ansprüche an eine Sozialplanung, die sich zunehmend mit ihrer eigenen Professionalisierung auseinandersetzt und dabei an unterschiedlichen politik- und sozialwissenschaftlichen sowie sozialarbeiterischen Disziplin- und Professionsströmungen anknüpft.

Jörg Dittmann, Konstantin Kehl

Open Access

Kapitel 14. Ältere Menschen im Wohnquartier Margaretenau in Regensburg – aktuelle Situation und zukünftiger Bedarf

Der Beitrag zeigt Ergebnisse einer Begleitstudie zur Restaurierung und energetischen Modernisierung des historischen genossenschaftlichen Wohnquartiers Margaretenau in Regensburg im Projekt MAGGIE. Bei der Gestaltung von Wohnungen und Gelegenheiten für die soziale Einbettung im Quartier wird eine altersgerechte Perspektive eingenommen. Die Darstellung der schriftlichen standardisierten Haushaltsbefragung (n = 195) nimmt die Lebenssituation älterer Menschen ab 65 Jahren in den Fokus. Dazu werden die Themenbereiche Haushaltsstruktur, altersgerechtes Wohnen und Gemeinschaftseinrichtungen präsentiert. Neben der aktuellen Wohnsituation wurden Pläne und Wünsche für das zukünftige Wohnen abgefragt. Im Alter schwindet die Bereitschaft für Veränderungen, was sich am Wunsch zum Altern in der bisherigen Wohnung und Verbleib im Wohnquartier zeigt. Das Interesse am barrierereduzierten Wohnen ist bei älteren Haushalten geringer als bei jüngeren. Es zeigt sich ein überdurchschnittlich hohes Maß an lokalem Sozialkapital, wobei kein signifikanter Unterschied zwischen jüngeren und älteren Haushalten besteht.

Sonja Haug, Miriam Vetter
„Umnutzung muss proaktiv mit der Gemeinde angegangen werden“

Interview mit Kerstin Gothe zum Beitrag von Angela Kaupp „Corporate Urban Responsibility: Kirche in der Stadtentwicklung“, geführt im August 2021.

Stefanie Oeben
Corporate Urban Responsibility – [Kirche] in der Stadtentwicklung

Bis heute sind Kirchen markante Gebäude im Stadtbild. Der Kontext von Städten war sogar vor dem Bau erster Kirchen für die Verbreitung des Christentums wesentlich. Aus raumtheoretischer Perspektive sind Orte und Räume zu differenzieren: Kirche als Gebäude und Kirche als Raum für Transzendenz, Kultur und Gemeinschaft tragen zur Stadtentwicklung bei. In dem gemeinsam zu verantwortenden Prozess zwischen den verschiedenen Akteuren in einer Stadt kann die Kirche unter dem Anspruch der Nachhaltigkeit zum Besseren der Stadt beitragen.

Angela Kaupp

Open Access

3. Offene Daten und offene Verwaltungsdaten – Öffnung von Datenbeständen

Offene Daten und insbesondere offene Verwaltungsdaten bilden für gelebte Transparenz in Politik und Verwaltung eine wesentliche Grundlage. Im dritten Abschnitt werden daher Begriffsabgrenzungen vorgenommen und Anwendungsgebiete vorgestellt. Im Fokus stehen dabei große Datenbestände, Datenräume, Datenkataloge und Datenportale des öffentlichen Sektors. Ergänzend werden die Potenziale von datenwissenschaftlichen Erkenntnissen vorgestellt.

Jörn von Lucke, Katja Gollasch

Open Access

5. Bürgerbeteiligung 2.0

Bürger stellen in einem offenem Regierungs- und Verwaltungshandeln wesentliche Akteure dar. In diesem Abschnitt wird thematisiert, wie die Einbindung der Zivilgesellschaft auch durch digitale Ansätze gelingen kann. Ausgehend von der theoretischen Annäherung an die Entscheidungsfindung von Politik und Verwaltung werden verschiedene Formen politischer Partizipation vorgestellt und auf Ansätze wie E-Partizipation, Bürgerbeteiligung in Echtzeit sowie durch die Unterstützung von künstlicher Intelligenz eingegangen.

Jörn von Lucke, Katja Gollasch

Open Access

Potenziale der Stadtaneignungskultur für eine gemeinsame Quartiersentwicklung

Heterogene Akteurslandschaften prägen ein dynamisches und diversifiziertes Geschehen in der Quartiersentwicklung: Neben kommunalen Akteur*innen und „klassischem“ Bürger*innenengagement ist zunehmend auch eine Form von zivilgesellschaftlichem Engagement zu erkennen, in Zuge dessen sich die aktiven Personen unmittelbar Stadt(räume) aneignen. Vor dem Hintergrund zahlreicher Herausforderungen gilt es, diese parallel verlaufenden Anstrengungen für und im Quartier – zum einen Maßnahmen, die von öffentlicher Seite auf den Weg gebracht werden, zum anderen Bürger*innen, die ihr Quartier eigenständig aktiv gestalten – zusammenzuführen, um Potenziale zu heben und Synergien zu nutzen.

Dajana Esch, Felix Brückner

Open Access

Beteiligen – einen Grundstein für gemeinschaftliche Aufgaben in der Stadt- und Regionalentwicklung legen

Eine gemeinschaftlich organisierte Entwicklung von Städten, Gemeinden und Regionen entsteht nicht von selbst. Neue Partnerschaften müssen erst entwickelt, gelebt und als belastbar empfunden werden, um darauf weiter aufbauen zu können. Eine kommunale Verfahrenskultur, die auf Kooperation und Beteiligung ausgerichtet ist, kann so zur Basis für weitreichendere Formen des gemeinsamen Umsetzens werden. Hier setzten die geförderten Verbundprojekte der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ an. Sie entwickelten und erprobten informelle Beteiligungsformate, bei denen Bürger*innen, zivilgesellschaftliche Akteure, Verwaltung und kommunale Entscheidungsträger*innen frühzeitig zusammenkamen und Möglichkeiten zur Beteiligung ausloteten. Dieser Text ordnet die Beiträge in Teil I „Beteiligung“ in den Diskurs um Beteiligung in der Stadt- und Regionalentwicklung ein.

Lutke Blecken, Julia Diringer
U: Umgangsformen & Teamfähigkeit

Wenn du diese Kompetenz erlangst, dann …

Martin-Niels Däfler
2. Makroebene: „Orders of Governance“

Im nachfolgenden Kapitel geht es auf der Makroebene um die First-, Second- und Third- Order of Governance. Die First-Order of Governance widmet sich politischen und wirtschaftlichen Aushandlungs- und Problemlösungsprozessen, wobei diese in der Sozialwirtschaft insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene vonstattengehen. Die Second-Order of Governance bezieht sich auf institutionelle Rahmenbedingungen und die Third-Order of Governance betrachtet normative Rahmenbedingungen.

Ludger Kolhoff
Kapitel 1. Finanzwissenschaft – Wirtschaftstheoretische und gesellschaftspolitische Grundlagen

Lernziele: Ökonomische Analysen des öffentlichen Sektors einer Volkswirtschaft können unter unterschiedlichen wirtschaftstheoretischen Perspektiven erfolgen. Von Bedeutung sind hier insbesondere die Ansätze der neoklassischen Theorie, der (neo-)keynesianischen Theorie und die Ansätze der Institutionellen und der Verhaltensökonomie. Die „Multiple Theorie des öffentlichen Haushaltes“ unterscheidet hinsichtlich des öffentlichen Sektors zwischen seiner Allokationsfunktion, seiner Distributionsfunktion und seiner Stabilisierungsfunktion. In der gesellschaftspolitischen Diskussion in Bezug auf den öffentlichen Sektor sind von spezieller Bedeutung die Positionen des Wirtschaftsliberalismus und die Perspektiven des Interventionismus, speziell in den Formen des Wohlfahrtsstaates und der Konzeption der „Sozialen Marktwirtschaft“.

Ewald Nowotny, Martin Zagler
Kapitel 3. Wohnimmobilienmarkt in Deutschland

In diesem Kapitel wird die Entwicklung des deutschen Wohnimmobilienmarktes dargestellt, indem einerseits das Immobilienangebot und andererseits die Nachfrage untersucht wird, um im Anschluss auf die allgemeine Marktlage zu schließen.

Lisa Niederhaus
Kapitel 1. Die Öffentliche Verwaltung heute und in der Zukunft

Mit Verabschiedung des Onlinezugangsgesetzes im Jahr 2015 wurden Bund und Länder verpflichtet, bis 2023 Bürgerinnen und Bürgern den Onlinezugang zu Verwaltungsleistungen zu ermöglichen. Ob mit dessen Umsetzung auch schon die digitale Verwaltung Realität geworden ist, wird in diesem Kapitel behandelt. Zunächst stellen wir mit dem digitalen Reifegradmodell eine Methodik vor, mit der sich der Ist-Zustand gut erfassen lässt.

Heike Markus, Thomas Meuche
Kapitel 3. Ohne strukturelle Veränderungen geht es nicht – der Zusammenhang zwischen digitaler Reife und Dimensionalität der Organisation

In der öffentlichen Verwaltung dominiert nach wie vor die klassische Einlinienorganisation. Diese steht allerdings einer digitalen Transformation im Wege. Im folgenden Kapital wird dargestellt, wie eine alternative Organisation aussehen kann, welcher Zusammenhang zur Digitalisierung besteht und welche Konsequenzen ein Umbau in Richtung selbststeuernde Organisation für die Führung hätte.

Heike Markus, Thomas Meuche
Kapitel 4. Institutionen und Akteure im Policy Subsystem EEG

Im folgenden Kapitel soll das EEG zunächst im Institutionengefüge des europäischen Mehrebenensystems verortet werden. Institutionen haben die Funktion, Akteurshandeln zu ermöglichen und zu beschränken. Als formelle und informelle Regeln und Verfahren des Regierungssystems (im Sinne von Polity) strukturieren sie Gesetzgebungsprozesse.

Jörn Schaube
Smart Cities und Smart Homes – Chancen im New Normal

Kommunale Rahmenbedingungen und Aufgaben haben sich seit jeher neuen Technologiezyklen angepasst. Der digitale Wandel hat Märkte, Unternehmen und die Gesellschaft erfasst. Für die Aufstellung im New Normal bietet das Konzept der ‚Smart City‘ neue digitale Lösungsansätze für Städte und Gemeinden auch im ländlichen Raum. Der Beitrag beleuchtet vor diesem Hintergrund historische Entwicklungen, aktuelle Trends sowie erfolgreiche Umsetzungbeispiele.

Markus Juppe, Diane Robers, Frank Walthes
Kapitel 4. Einsame Zeitdiagnosen der industriellen Hochmoderne

Nach der Erfahrung der Fragilität des Kapitalismus am Schwarzen Freitag und der folgenden fatalen Weltwirtschaftskrise, der menschlichen und materiellen Verluste des globalen industrialisierten Kriegs, des Zivilisationsbruchs in den Konzentrationslagern und durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, der letztlichen Disqualifikation der nationalistisch-faschistischen wie der pseudo-kommunistischen Ideologien und der sich anschließenden fragilen Neuordnung der Welt tritt die an ihre Belastungsgrenzen geratene Moderne mit der historischen Zäsur von 1945 in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einen neuen Aggregatzustand: Die hitzige Frühmoderne endet und die erkaltete Hochmoderne beginnt. Kennzeichnet die Frühmoderne eine dynamische Industrialisierung, die immense Produktivitäts- wie Vernichtungspotentiale freisetzt, ist die Hochmoderne in der abendländischen Hemisphäre zunächst von einer Phase exzessiver materieller Wohlstandsgewinne geprägt, in der sich die Versprechen der Moderne eines enttäuschungs- und sorgenfreien Lebens (insbesondere durch das Aufkommen der Büro- und Dienstleistungsgesellschaft) anfänglich zu bewahrheiten scheinen – und wird zugleich schrittweise die Wiege einer Vielzahl neuer moderner Einsamkeiten, die den so liebgewonnenen modernen Lebensstandard immer stärker überschatten, jedoch direkt aus ihm erwachsen. Die Reichtümer der Hochmoderne haben ihren Preis: die zunehmend belastende Erfahrung immer neuer Einsamkeiten, die sich ständig gegenseitig überholen und übertrumpfen.

Denis Newiak
Intelligente, nachhaltige und energieeffiziente Quartiersentwicklung
Kopplung von Umweltinformationssystemen und Bauwerksinformationsmodellen

Durch die modellorientierte Arbeitsweise „Building Information Modeling“ (BIM) besteht die technisch-organisatorische Möglichkeit, Bauwerksinformationen zukünftig transparent in Umweltinformationssysteme (UIS) zu integrieren. In diesem Beitrag werden die Potentiale der modellbasierten Arbeitsweise innerhalb der Baubranche im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und Digitalisierung dargestellt. Zudem wird aufgezeigt, wie Quartiersinformationsmodelle (QIM), welche die Funktion eines UIS annehmen, optimal genutzt werden können. Der Fokus der Datengrundlagen von UIS liegt derzeit hauptsächlich auf Faktoren, die direkt aus der Umwelt (Wetter, Naturschutzgebiete etc.) hervorgehen. Bauwerke (Gebäude, Infrastrukturanlagen etc.) stehen bisher kaum im Fokus dieser Betrachtung. Die Verarbeitung umfangreicher, sowohl bauwerks- als auch umweltbezogener Datenbestände gewinnt in der Baubranche jedoch zunehmend an Relevanz. Im vorliegenden Beitrag wird thematisiert, inwiefern eine modellorientierte Arbeitsweise auf Gebäude-, Infrastruktur- bzw. Quartiersebene in Verbindung mit einer Umweltdatenbasis zu mehr Nachhaltigkeit bei der Planung, der Ausführung und beim Betrieb der Gebäude führen kann. Zudem wird anhand eines fachübergreifenden Forschungsprojekts das Potential von QIM praxisnah demonstriert, wie durch die Integration von Umweltinformationen in entsprechende Modelle künftig Bauprojekte nachhaltiger realisiert werden können. Es wird das durch die Autoren entwickelte Konzept eines QIM beschrieben, in dem alle für das Quartier notwendigen Informationen innerhalb eines gemeinsamen, gebäudeübergreifenden Informationssystems zusammengefasst werden.

Janna Walter, Milena Potpara, Moritz Hofmann, Joaquín Díaz
Kapitel 1. Die Grundlagen

Wie kam es zu den „Wohnparks“ des Wiener Wohnen und Arbeiten? Was verstehen wir unter „Nutzungs-Mischung“? Was ist eigentlich eine einheitliche „Siedlung“ oder „Anlage“ und was sind bloß „Gebäude neben einander“? Welche Siedlungen sind zur Dokumentation und Auswertung ausgewählt und warum? In welchem Umfeld ähnlich gearteter Developments befinden sich die als beispielgebend dokumentierten Anlagen? Welche Instrumente stehen einer Gebietskörperschaft zur Verfügung, um ohne eigenes Investment Siedlungen mit Nutzungs-Mischung zu erzielen? Was sollte über die Stadt Wien bekannt sein, um die dokumentierten Beispiele zu verstehen? Die Antworten auf diese grundlegenden Fragen finden sich im ersten Kapitel.

Manfred Wasner
Kapitel 3. Interviews mit den Mitgliedern der Expertinnen und Experten- Gruppe

Personen, die in maßgeblicher Stellung an der Entwicklung der dokumentierten Siedlungen des „Wohnen und Arbeiten“ mitgewirkt haben oder die aus Sicht jenes Fach- oder Nutzungsbereichs, das sie vertreten, maßgeblich sind, melden sich hier zu Wort. Sie beantworten die Fragestellungen aus ihrer jeweiligen Sicht. Die Frage, warum wir Siedlungen mit Nutzungs-Mischung wollen, wird kompetent beantwortet.

Manfred Wasner
Kapitel 2. Die Fallstudien

Gefragt nach den bedeutenden Beispielen aus Wien zur aktuellen Stadt- und Immobilen- Entwicklung auf der Welt mögen Viele die „Gemeindebauten“ für ein Viertel der Wiener Bevölkerung nennen, – besonders die vorbildlich sanierten aus der Zwischenkriegszeit. Manche kennen die in stattlichen Mengen erfolgte geförderte „Sockelsanierung“ bewohnter Gründerzeithäuser. Einige kennen den Grüngürtel auf mehr als der Hälfte der Stadtfläche mit den 120 Quadratkilometern „Schutzgebiet Wald-und-Wiesengürtel“. Gar nicht so Wenigen gilt die gelungene soziale Durchmischung der Stadtgebiete als kaum erreichbare Zielvorstellung. Doch die „Wohnparks“ des „Wohnen und Arbeiten“? Diese Initiative der Stadt, im Rahmen derer von 1987 bis 2001 Siedlungen mit Nutzungs-Mischung zwar mit Wohnbauförderung aber ohne eigenes Investment der Stadtgemeinde auf rund 700.000 Quadratmeter Nutzfläche für mehr als 10.000 Bewohnende und rund 4000 Arbeitende geschaffen wurden, ist drauf und dran, von der Fachwelt vergessen zu werden!

Manfred Wasner
Kapitel 5. Die Erkenntnisse aus den dokumentierten Siedlungen

In diesem Kapitel werden die wesentlichen Erkenntnisse aus der Dokumentation und der Analyse der elf dokumentierten Anlagen des Wiener „Wohnen und Arbeiten“, der vier dokumentierten Nachfolge-Anlagen mit Nutzungs-Mischung sowie der drei ergänzend dokumentierten Anlagen zusammengestellt.

Manfred Wasner
Kapitel 4. Vergleichende Auswertungen und Analysen

Wie wendet die Gebietskörperschaft die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente an, um die dokumentierten Siedlungen mit Nutzungs-Mischung zu bewirken? Welche Anforderungen stellt jede einzelne der unterschiedlichen Nutzungen, aus denen die dokumentierten Siedlungen mit Nutzungs-Mischung bestehen, an Investierende, Entwickelnde und Politik? In diesem Kapitel ist dies alles handhabbar zusammengestellt. Ein „Baukasten“ für die Projektentwicklung von Anlagen mit Nutzungs-Mischung!

Manfred Wasner
Kapitel 6. Erinnerungen des Verfassers

Fakten sind das Eine. Wie Fakten zustande kommen, ist das Andere. Ohne den Aspekt des sozialen Lebens rund um jene „unbeweglichen Sachen“, die der Volksmund „Immobilien“ nennt, wären die dokumentierten Siedlungen nicht zustande gekommen.

Manfred Wasner
Kapitel 7. Nachspann

Ein Blick auf das Wissenswerte im Hintergrund macht Vieles verständlicher. Etwa die Rolle, die der Verfasser beim Zustandekommen der dokumentierten Siedlungen eingenommen hat, wie die Haupt- Investorin in das „Wohnen und Arbeiten“, die ARWAG Holding AG, aus dem gemeinnützigen Bereich heraus entwickelt wurde, wer in welchem Jahr die entscheidenden politischen Positionen einnahm, und was die verwendeten Fachbegriffe nun genau bedeuten.

Manfred Wasner
Kapitel 3. Theoretische Verortung und Forschungsstand: Qualität des Lokaljournalismus

Das Kapitel richtet den Blick auf die lokaljournalistische Qualität und widmet sich zwei zentralen Forschungsfragen. Erstens steht die theoretische Begründung von Qualitätsdimensionen im Lokalen im Zentrum des Interesses: Welche spezifischen Leistungen sollte Journalismus im Nahraum erbringen? Auf dieser Basis wird zweitens der bisherige Forschungsstand zum Lokaljournalismus zusammengeführt: Welche Stärken und Schwächen des Lokaljournalismus wurden in früheren Studien festgestellt?

Anna-Lena Wagner
Kapitel 2. Wilde Natur in der Stadt

Stadtnatur scheint wohl am wenigsten wilde Natur zu sein. Ihr Gestaltungskonzept war immer im urbanen Lebensraum als Nahrungslieferant oder aber als ästhetisches Gestaltungsideal Garten nützlich zu sein. Gleichzeitig lässt urbane Naturgestaltung immer auch wildes Leben von Pflanzen und Tieren zu. Wildpflanzen und Wildtiere stellen sich ganz auf die neuen Lebens- und Standortbedingungen in Städten ein, sind „Überlebenskünstler“ und werden durch neuartige urbane Ökosysteme eingeladen in den Städten ihren Lebensräume zu erobern. Hier findet sich oft eine überraschende Vielfalt an wilden Arten, ein hoher Grad an Biodiversität, meist ohne oder trotz menschlichen Zutuns. Überraschend viel Wildnis umgibt jeden Stadtbewohner in Form von ungeordneter Natur, wilden Orten und einer Vielzahl von Wildtieren und Wildpflanzen.

Jürgen Breuste
Kapitel 7. Stadtwildnis willkommen! Integration von Wildnis in urbane Nutzungsbezüge

Die Integration von Wildnis in urbane Nutzungsbezüge kann Stadtwildnis zum akzeptierten und willkommenen Teil der grün-blauen Infrastruktur machen. Ökologische Entwicklungsflächen bieten vielfältige Potenziale Wildnis in Städten weiter zu entwickeln. Renaturierung verfolgt das Ziel Stadtnatur wilder werden zu lassen. Das betrifft Wälder, Feuchtgebiete, Gewässer und viele andere Ökosysteme. Ziel kann wegen der nachhaltig veränderten Standortbedingungen dabei nicht primär der historische Zustand sein. Die Renaturierung muss im gesellschaftlichen Konsens neue Ziele der Naturnähe in urbanen Kontexten bestimmen. Dies ist eine schwierige Abwägungsaufgabe. Am Bespiel der Isar-Renaturierung in München hat dies aber auch bereits zu hoffungsvollen Ergebnissen geführt, die Biodiversität und Naturerlebins in der Stadt verbinden. Neue Wildnisse zulassen und sie gestaltend in den städtischen Lebensraum einbinden ist eine anspruchsvolle neue Aufgabe der Stadtentwicklung, denn „Verwilderung“ und Zurücknahme der Pflegeintensität zugunsten von Biodiversität wird noch lange nicht in der gesamten städtischen Gesellschaft akzeptiert. Wildnisintegration kann durch Wildniselemente auch in der gepflegten Stadtnatur erfolgen. Wildlife inclusive urban design ist dafür ein Zugang.

Jürgen Breuste
Kapitel 6. Schutz von Stadtwildnis

Der Wildnisschutz ist nicht mehr nur auf stadtferne Wildnisse begrenzt, sondern bereits Teil eines komplexen Stadt-Naturschutzes. Biodiversität ist ein wichtiges Schutzziel für Stadtwildnis. Nationale Biodiversitätsstrategien beziehen Städte bereits mit ein. Der weltweite Biodiversitätsschutz nimmt Städte längst in den Fokus der Bemühungen. Mit dem City Biodiversity Index soll urbane Biodiversität weltweit vergleichbar gemacht werden. In Städten findet sich wilde Natur oft im Stadtumland und kann den Stadtbewohnern erschlossen werden, damit diese durch mehr Naturkontakt von ihr profitieren können. Stadtwildnis ist ein immer deutlicher formuliertes und real angestrebtes Ziel des Stadtnaturschutzes. Dazu werden Prinzipen des Wildnismanagements, der Wildnisqualität und Wildnisziele in Städten bestimmt. Schutzgebiete für die letzten Wildnisse im urbanen Raum sind dabei längst nicht allein das Ziel, sondern mehr Wildnis überall in Städten.

Jürgen Breuste
Kapitel 8. Herausforderungen und Konzepte für Stadtwildnis

Um Wildnis in Städten einen festen Platz dauerhaft zu sichern bedarf es Konzepten, die sich den Herausforderungen der urbanen Wildnisintegration stellen. Natur-Zerstörung und –Fragmentierung müssen gezielt bekämpft werden. Lokale Biodiversitätplane und Aktionen können Orientierung geben. Das Konzept der Ökosystemleistungen schafft Akzeptanz und zeigt wahrnehmbaren Nutzen von Wildnissen. Nature-based Solutions (NbS) helfen mit, naturbasierte Problemlösungen begleitend zur Technik zu finden und Akzeptanzen für Natur in der Stadt generell zu stärken. Stadt-Wildnis-Erlebnisräume lassen Natuerfahrungen zu, die sonst nur fernab von Städten zu erwarten wären. Sie zu planen und zu gestalten ist eine neue Aufgabe des Stadt-Naturmanagements. Mit Citizen Science wird Interesse und Erfahrung im Umgang und in der Beobachtung der umgebenden Natur gewonnen. Lokale urbane Wildnisse (Local Wildlife Sites) zeigen, dass Wildnis inmitten von Städten einen Platz haben kann. Der Klimawandel verändert die Stadtnatur. Wilde Stadtnatur ohne zusätzliche Bewässerung und aufwendige Pflege wird dabei ein angepasstes Gestaltungsziel sein. Konflikte im urbanen Umgang mit Wildnis können besser moderiert werden. Urbane Biodiversität sollte erlebbar sein und in Smart Cities und BiodiverCities ihren Platz haben.

Jürgen Breuste
Die Krisen der Demokratie und ihrer Normen
Felix Kosok, Stefan Kroll, Verena Kuni, Ellen Wagner
Kapitel 6. Potenziale: Perspektiven und künftig erreichbare Wirkungen

Im vorliegenden Kapitel sollen vielversprechende Modelle und Beispiele vorgestellt werden, die für Überlegungen künftiger Anwendung der Konvention nützlich sein können. Sie sollen als Impulsgeber dienen und Anstöße geben, damit aus vorbildhaften Einzelfällen künftig weiter verbreitete Handlungsweisen werden. Dabei beziehen sich diese auf die Bereiche der Koordination von Landschaftshandeln als eigenen Belang sowie die Entwicklung von Verfahrensmanagement als eigene Aufgabe.

Diedrich Bruns, Olaf Kühne, Louise Leconte, Corinna Jenal
Kapitel 5. Praxis: Anwendung der Konvention, erzielte Wirkungen

Im vorliegenden Kapitel soll nun praxisbezogen die Anwendung der Konvention und der dadurch erzielten Wirkungen anhand von kurzen Fallbeispielen dargelegt und eingeordnet werden. In diesem Zusammenhang erfolgt zunächst ein Überblick über die beteiligte Stellen und Akteure, bevor eine eingehendere Betrachtung der Aktivitäten des Europarates bzw. der politischen, rechtlichen und administrativen Aktivitäten der Vertragsstaaten vorgenommen wird. Die Abschn. 5.4 bis 5.8 adressieren Aspekte wie Bewusstseinsstärkung, Ausbildung – Bildung – Schulung, Beschreibung sowie Analyse und Beurteilung von Landschaften, Bestimmung von Zielen anzustrebender Landschaftsqualität, aber auch Schutz, Management, Planung und Entwicklung von Landschaften anhand ausgewählter Beispiele aus der Praxis der Europäischen Landschaftskonvention, bevor mit einem Zwischenfazit in Abschn. 5.9 geschlossen wird.

Diedrich Bruns, Olaf Kühne, Louise Leconte, Corinna Jenal
2. Aus- und Weiterbildungen

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die relevanten Studiengänge und Weiterbildungsangebote. Es soll BerufseinsteigerInnen und UmsteigerInnen dabei helfen, sich systematisch mit möglichen Bachelor-, Master- und Master-of-Business-Administration-Studiengängen in Deutschland auseinanderzusetzen und das für sich richtige Angebot auszuwählen. In die Auswahl gelangten die Studiengänge, die sich dediziert auf Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsmanagement ausgerichtet haben, sich durch renommierte DozentInnen und ProfessorInnen auszeichnen und/oder eine praxisnahe Lehre anbieten. Für die Weiterbildungen wurden vorrangig Angebote von etablierten Anbietern ausgewählt, die fachlich im Bereich Grundlagenwissen weiterqualifizieren.

Saskia Juretzek, Sandra Broschat
Kapitel 1. Einführung

Wohnen ist ein Begriff, der eine Tätigkeit, ein Geschehen, einen Vorgang oder einen Zustand bezeichnet und sich auf die Form des (Zusammen-)Lebens von Menschen bezieht. In dem räumlichen Ausdruck der Wohnung manifestieren sich sowohl die Art und Weise, wie Menschen zueinander in Beziehung stehen, als auch das Verständnis ihrer sozialen Konstitution.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 10. Weiterentwicklung des Bestandes

Eine zentrale Devise nachhaltigen Städtebaus ist das Prinzip ,Innenentwicklung vor Außenentwicklung‘. Bevor an den Stadträndern oder auf der grünen Wiese neue Wohnquartiere geplant und gebaut werden, sollten die Reserven der Innenentwicklung und die Möglichkeiten der Bestandsentwicklung ausgeschöpft werden. Die Bestandsquartiere stellen eine wertvolle bauliche Ressource dar. In die Gebäude und die Infrastruktur sind sowohl stoffliche als auch energetische Ressourcen geflossen, die es perspektivisch zu nutzen gilt.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 16. Wohnmodelle für alle: immer und überall

Jenseits räumlicher Proportionen besitzt der Wohnraum viele programmatisch geprägte Eigenschaften. Seine gelungene Genese und sein Betrieb sind abhängig von den Ansprüchen und Bedarfen seiner Nutzer, ihrem Engagement und ihren finanziellen Möglichkeiten. Der zukunftsfähige Wohnungsbau ist flexibel nutzbar und umgestaltbar, er erfüllt aber auch genau das, was die Menschen, die dort wohnen sollen, benötigen. Er macht Aneignung möglich, lässt Raum zur Gestaltung, bietet Rückzug und Gemeinschaft und eine Vielfalt an Wohnungstypen und Nutzungsarten. In seine Genese werden Bewohner miteinbezogen und erhalten die Möglichkeit der Mitbestimmung im Betrieb.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 9. Stadterweiterungen und neue Städte

In den vergangenen Jahren haben die Bevölkerungsentwicklung, die zunehmende Wohnungsknappheit in Städten und damit die Aktivierung innerstädtischer Flächen und deren Nachverdichtung sowie die Erschließung neuer Wohnbauflächen in der Größenordnung neuer Stadtquartiere und sogar Stadtneugründungen auch in der Außenentwicklung verstärkt an Bedeutung gewonnen. Wenn bestehenden Städten neue Bau- und Siedlungsflächen hinzugefügt werden, sprechen wir von Stadterweiterungen. Dabei lassen sich vier Typen unterscheiden: additive Stadterweiterungen, Arrondierungen, Großsiedlungen/neue Stadtteile und neue Städte (vgl. Simon-Philipp 2018).

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 14. Keine Angst vor Nähe: Herausforderungen von Mischung und Vielfalt

Gebäude mit Wohnfunktionen nehmen einen großen Teil unserer Städte ein, der Flächenanteil für Siedlungen mit Wohnnutzung beträgt dort im Jahr 2019 über 40 % (Statistisches Bundesamt 2019). Ihre Struktur, ihre Gestalt und ihr Programm haben einen erheblichen Einfluss auf das Erreichen der Transformationsziele, wie Klima- und Naturschutz, soziale Integration und nachhaltige Urbanisierung. Dabei sind die Form und die Struktur des Baukörpers jeweils eng mit seinem Programm verknüpft.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 5. Wohnen und Stadtraum revisited

Mit dem Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 änderte sich die Haltung gegenüber dem Bestand. Die Abrisswelle in den Innenstädten und die Welle der Stadterweiterungen an den Stadträndern verlangsamte sich und wurde durch Strategien der erhaltenden und behutsamen Stadterneuerung abgelöst. Das Gründerzeithaus mit seinen gleichgroßen Räumen und hohen Decken hatte eine neue Wertschätzung gefunden.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 12. Hoch hinaus – Wohnhochhäuser und vertikale Quartiere

Das Wohnen im Hochhaus erlebt in Deutschland eine Renaissance. In vielen Metropolen, aber auch in kleineren Städten werden derzeit Wohnhochhäuser geplant und gebaut (vgl. Sition Property Marketing GmbH 2015). Diese Entwicklung unterscheidet sich jedoch fundamental von der Hochhaus-Boom-Ära der 1960er und 1970er Jahre, als mit der Errichtung von Großsiedlungen Wohnraum im großen Stil geschaffen wurde.

Christa Reicher, Anne Söfker-Rieniets
Kapitel 5. Die Wirtschaft handelt

Staat und Verwaltung sind in hohem Maße aktiv und beeinflussen das wirtschaftliche Geschehen während der Pandemie entscheidend. In der gewerblichen Wirtschaft kommt es zu einem Technologie- und Digitalisierungsschub. Informationstechnik und Online-Handel sind die Gewinner der Krise. Die lange kritisierten forschenden Arzneimittelhersteller werden zu Hoffnungsträgern. Der bargeldlose Zahlungsverkehr erfährt einen großen Schub. Wachsendes Informations- und Unterhaltungsbedürfnis erhöht die Nutzung der Medien.

Horst-Udo Niedenhoff, Peter Orth
Kapitel 2. Souveränität: Europäische Transformation und außereuropäische Pyrrhussiege (1960–1979)

In den 1960er- und 1970er-Jahren beginnt die europäische Integration. Ihren Abschluss findet diese erste Phase der Transformation des Souveränitätsbegriffs mit der ersten Direktwahl zum Europäischen Parlament.

Ludger Kühnhardt
Kapitel 16. Sicherheitsarbeit in „schwierigen“ Quartieren

Gerade in schwierigen Quartieren ist eine rein reaktive Polizeiarbeit, geprägt durch anlassbezogene, punktuelle Einsätze, kaum in der Lage, nachhaltig Sicherheit zu gewährleisten. Einsätze sind schließlich nur Phänomene der Unsicherheit. Reaktive Einsatzbewältigung kann als Intervention momentane Entlastungen gewähren, aber nicht Sicherheit schaffen. Erforderlich ist eine Sicherheitsarbeit, die konzeptionell breiter aufgestellt ist und neben der Polizei auch andere Akteure einbindet, die mit ihren jeweiligen Kompetenzen mitwirken. In diesem Beitrag werden verschiedene policing-Ansätze diskutiert, die Hinweise geben, warum und wie eine interinstitutionell angelegte proaktive Sicherheitsarbeit in schwierigen Quartieren gestaltet werden kann.

Bernhard Frevel, Verena Schulze
Wald im Schulbuch

Assoziationen zum Thema ‚Wald‘ sind vielfältig und gegenwärtig vor einem multiperspektivischen Hintergrund zu betrachten: Sei es die (laienhafte) Annäherung im Sinne eines ‚Alltagskonstruktes Wald‘, sei es aus dem Blickwinkel ‚Wald als ökologischer und ökonomischer Faktor‘ oder aus der Sicht ‚Wald als Objekt der Ausbeute und globaler Sauerstoffspender‘. Insbesondere in Zeiten von Globalisierung und Klimawandel werden neue Herausforderungen an den Wald gestellt – wie diese zu verstehen und umzusetzen sind und in saarländischen Schulbüchern abgebildet werden, ist Gegenstand dieses Artikels. Der Erziehung der Schüler zu mündigen und kritikfähigen Bürgern, die eines Tages mit über die (geo)politische Zukunft dieses Planeten entscheiden, obliegt eine sorgfältige Bildungsarbeit, die sich – in diesem Falle mit dem Thema ‚Wald‘ – gründlich und holistisch, also unter maximaler Berücksichtigung aller involvierter Akteure, auseinandersetzt.

Dominique Fontaine
Wald in der Architektur und in der Kunst

Natürliche Formen inspirieren die Architektur und die Kunst. Im Saarforst entstand im „Urwald vor den Toren der Stadt“ bei Saarbrücken ein Kommunikationsprojekt für den NABU Saar, dessen Ergebnis mit Hilfe von Kunst und Architektur der Öffentlichkeit gezeigt wird. Basierend auf einem pädagogischen Konzept, welches Alt- und Totholzbiozönosen im Wirtschaftswald thematisiert, kommunizieren baulich und künstlerisch sicht- und erlebbare Objekte die Vielfalt von Flora und Fauna unter dem Titel „Wertvoller Wald“. Ein aus heimischem Holz entwickeltes Faltwerk beherbergt ein Infogebäude zur Ausstellung und Schulung über die Biodiversität unserer Natur. Im Forst selbst, an einem Pfad mit Totholzansammlungen verschiedener Stadien gelegen, wurden als besondere Anziehung Kunstwerke aufgestellt. Die begehbaren Skulpturen, welche nach Vorbildern der lebenden Natur entwickelt und mit organischen Baumaterialien oder aus in Fasern gezogenem Basalt- Gestein gestaltet wurden, sind als „Waldzimmer“ inzwischen auch medial als besondere Attraktion adressiert.

Göran Pohl
Was Stadtwälder auszeichnet: Beispiele aus dem Kanton Zürich

Vor gut 100 Jahren hat der Verschönerungsverein Zürich mit seinem gesamtheitlichen Verständnis von Mensch, Natur, Landschaft und Heimat die Zürcher Stadtwälder geprägt. Heute gewinnen Stadtwälder als einzigartige Ergänzung des städtischen Freiraumspektrums und die umfassende Perspektive auf den Wald wieder an Aktualität. Wie gehen wir mit diesem Erbe um, und wie wenden wir diese historische, aber gleichzeitig sehr fortschrittliche Sichtweise auf den Wald zukünftig an? Der Artikel beleuchtet den Zürcher Diskurs zum Thema, und er zeigt auf, was notwendig ist, damit Stadtwälder optimale Leistungen im Ökosystem sowie als Erholungs- und Freizeiträume erbringen können.

Raphael Aeberhard, Rebekka Weidmann
36. Best Practice der partizipativen Stadtentwicklung

Partizipation hat auf allen Ebenen der sozialen, politischen, planungsrelevanten und immobilienwirtschaftlichen Diskussionen Befürworter und Gegner. Einige sehen einen Trend bereits wieder abebben, andere sehen für die Zukunft eine feste Verankerung. Erkennbar ist, dass die Veränderung des politischen Klimas in Deutschland und Europa dabei eine immer größere Rolle spielt. Zur Seite gedrängt wird durch Populismus und teils auch Identitätspolitik die fachliche Kompetenz in erprobten städtebaulichen Planungsverfahren, die schon immer eine gesellschaftspolitische oder auch umweltpolitische Abwägung erforderten und abbildeten.Für Planungs- und darauf folgende Bauprozesse sind partizipative Verfahren in der Regel Kostentreiber, weil sie die Planung ohne Ausnahme verlängern und komplexer machen als in einfacheren Stellvertreter- oder Expertenverfahren. Für eine festere gesellschaftliche Verankerung wäre das sinnvoll oder hinnehmbar, aber oftmals haben temporäre, individuelle Wahrnehmungen ein zu großes Gewicht. Nur durch die Form der Ausgestaltung der Partizipation und eine Partizipations-Etikette oder Dialogregeln kann diese Schwäche geheilt werden. Auch die Inhalte und Grundlageninformationen im Partizipationsverfahren sind von entscheidender Bedeutung. Zyklen und Entwicklungen des Marktes und auch langfristige Wertfragen, egal ob Kapital- oder gesellschaftlicher Wert, spielen eine immer geringere Rolle. Gute Partizipation, die als empfehlenswerte Vorlage für künftige Projekte herangezogen werden kann, ist in den hier dargestellten Best-Practice-Beispielen eine Mischung und ein Wechselspiel aus Fachplanung und aktueller gesellschaftlicher Willensbildung mit Weitblick; basierend auf guter und ausgewogener Information. Diese muss zyklische Immobilienmärkte und Immobilienwerte stärker einschließen als bislang geschehen.

Andreas Schulten
37. Urban Block 4.0 als zentrales Element für intelligente Stadtquartiere

Das zukünftige Modell der Stadt ist entscheidend für die Lösung vielfältiger Probleme des Megatrends Urbanisierung: Bezahlbarer Wohnraum, Verkehr, Landschafts- und Ressourcenverbrauch, Klima und sozialer Zusammenhalt. Eine Stadt ist so zu konfigurieren, dass sie für alle Menschen einen lebenswerten, bezahlbaren, nachhaltigen und umweltschonenden Lebensraum formt. Eine hohe bauliche Dichte sowie eine funktionale und soziale Durchmischung sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Als Lösungsansatz bietet sich das klassische Konzept des beliebten, gründerzeitlichen „Blockrands“ an. Im Zeitalter der Digitalisierung ist jedoch eine Transformation dieses Konzepts in den modernen „Urban Block 4.0“ angeraten. Innovative Architektur und Immobilienformen sowie attraktive öffentliche Räume sind wichtige Elemente des neuen Gesamtkonzepts. Smart Solutions optimieren Ressourcenverbräuche, Mobilität und soziale Interaktionen. Für die erfolgreiche Realisierung des „Urban Block 4.0 im intelligenten Quartier“ jedoch sind umfassende gesetzliche Reformen notwendig.

Martin Eberhardt, Sabine Georgi
14. Stadtplanung in der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Ergebnis: Die gesellige Stadt

Die Corona-Pandemie hat vor Augen geführt, was wirklich wichtig ist für unsere Städte: Austausch, Kommunikation, Raum für Begegnung. Nicht wichtig sind hingegen die immer gleichen Filialen internationaler Einzelhandelsketten. Unsere Städte brauchen eine neue Definition der Erdgeschosszone, die sich nicht mehr an Einzelhandel und Umsatz orientiert, sondern an Gemeinwohl und Nutzungsmischung. Damit einher gehen muss eine Absage an die Tradition der Charta von Athen, die die autogerechte Stadt und die strikte Trennung der städtischen Funktionen propagiert hat. Stadtplaner und Projektentwickler sind gefordert, echte Quartiere in der Tradition der gründerzeitlichen Blockstruktur zu entwickeln und dabei nicht auf kurzfristige Rendite, sondern auf langfristigen Stadtnutzen zu setzen.

Christoph Kohl
19. Immobilienwirtschaftliche Transformation aus Sicht von Private Equity Investoren

Gerade in ökonomischen und gesellschaftlichen Veränderungsphasen bildet Private Equity eine besondere Anlageform für Investoren, da es Marktpotenziale schneller aufgreifen und transformieren kann als andere Finanzierungsmethoden. Konsequenterweise erzeugt die aktuelle Corona-Pandemie deshalb mit ihren disruptiven Auswirkungen ein beispielloses Investitionsklima für Private Equity. Dabei entstehen mit der derzeitigen Krise jedoch nicht nur außergewöhnliche Chancen für diese Finanzierungsform, sondern zugleich auch große Herausforderungen und fundamentale Entwicklungszwänge.Was dies im Einzelnen für Private Equity im Immobilienbereich bedeutet und welche Implikationen sich daraus für künftige Transaktionen und Investitionen ergeben, ist Gegenstand der nachfolgenden Untersuchung. Nach einer kurzen Einleitung und Darstellung der gängigsten Private Equity Formen in der Immobilienökonomie werden hierbei die Megatrends Digitalisierung und Sustainability in den Vordergrund gestellt, während am Ende eine kritische Auseinandersetzung mit den volkswirtschaftlichen und finanzpolitischen Veränderungen und ihrer Bedeutung für Private Equity erfolgt.

Alexander Goepfert, Lukas Götzelmann
1. Einführung, Struktur und Zusammenfassung

„Die Umweltbedingungen des Geschäfts unterliegen einem starken Wandel“. Kaum ein managementorientierter Beitrag, der in der problemorientierten Einführung nicht so beginnt. Auch dieses Buch nimmt diesen Anfang. Hier ist es aber etwas Anderes. Der aktuelle Strukturwandel in Wirtschaft und Gesellschaft ist derart gravierend, dass auch die deutsche Immobilienwirtschaft aktuell vor den wohl größten Herausforderungen ihrer noch recht jungen Geschichte steht.

Andreas Pfnür, Martin Eberhardt, Thomas Herr
31. Einzelhandelsimmobilien der Zukunft: Wo findet künftig (noch) Handel statt?
Neue Bühnen für den aufgeklärten Konsumenten

Hinwendung auf der einen, Abwendung auf der anderen Seite: Wir erleben, wie in der gesamten westlichen Konsumwelt große Bestandteile des Umsatzkuchens im Einzelhandel und in den angrenzenden Sektoren des privaten Konsums umverteilt werden. Die Pandemie hat diesen zuvor schleichenden Trend beschleunigt und sichtbar gemacht. Während traditionelle Nonfood-Warenkörbe vor allem in den Online-Handel umgeschichtet werden, legen Essen und Trinken deutlich zu. Die materiell gut versorgte, aber gleichzeitig gut informierte Konsumgesellschaft verschiebt ihren Fokus zunehmend auf eine nicht-materielle Bedürfnisbefriedigung. Die Einzelhandelsimmobilie wird vor diesem Hintergrund zur Bühne von Gefühlen und Einstellungen, Lifestyle und Gruppenzugehörigkeiten – will sie eine Zukunft haben.

Manuel Jahn
Kapitel 6. Häufig angewendete Prozesse und Methoden

Leider ist man nur bedingt in der Lage, Wohlbefindlichkeitsfaktoren zu messen. Manche Faktoren können mit Zeiteinheiten bewertet werden, aber meist handelt es sich nicht wie bei harten Fakten um messbare Größen. Die Faktoren können grob in materielle Arbeit (messbar) und immaterielle Arbeit (nicht messbar) eingeteilt werden.

Werner Seiferlein
Move in the City – Ansätze datengetriebener Analyse von Stadträumen und die Umkehr des Assistenz-Gedankens in partizipativer Stadtentwicklung

Neue Technologien eingebettet in innovative Anwendungskonzepte ermöglichen Partizipation in Prozessen formaler Planung neu zu denken, indem wir sie im Spiegel der postdigitalen Bedingungen heutiger Lebenswelten verstehen. Citizen Science ist geeignet, das Mobilitätsverhalten von Bürger*innen mit unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen oder -hemmnissen zu verstehen. Dort setzen die Methoden und Anwendungen der „Move in the City Familie“ MiC MOVE, MiC GAZE und MiC DASHBOARD an. Diese bilden die Grundlage für ein besseres Verständnis des Mobilitätsverhaltens, damit öffentliche Verwaltungen oder Mobilitätsdienstleister ihre Angebote auf die Bedürfnisse von Bürger*innen zuschneiden können. Unter dem Blickwinkel von Assistenz ergeben sich eine Vielfalt perspektivischer Anwendungen, die gleichzeitig die Datensouveränität der Bürger*innen respektieren.

Vanessa Miriam Carlow, Yannic Gräser, Anika Hagedorn, Martin Löhdefink, Olaf Mumm
Rahmenbedingungen für assistierende Technologien aus gesundheitswirtschaftlicher Sicht: Ein Überblick

Zur Förderung von assistierenden Technologien aus gesundheitswirtschaftlicher Sicht ist die Identifizierung, Erfassung sowie Analyse der zentralen ökonomischen Rahmenbedingungen erforderlich. Die Rahmenbedingungen lassen sich hinsichtlich der Anbieter, der Nachfrager und des Staates wie folgt strukturieren: Private Haushalte, die Sozialversicherungsträger, die Kommunen sowie die Anbieter von Dienstleistungen können als relevante (End-)Nachfrager nach assistierenden Technologien tätig werden. Zentrale Rahmenbedingung stellen für alle Akteure zuvorderst die Zahlungsfähigkeit und die Zahlungsbereitschaft dar. Auf der Seite der Anbieter von assistierenden Technologien lassen sich als wesentliche Rahmenbedingungen die Marktform, der Preisbildungsmechanismus, die Produktionskosten, die Preise anderer Güter und die Erwartungen der Markteilnehmer identifizieren. Der Staat bestimmt die Rahmenbedingungen durch die Gesetzgebung, insbesondere sozial- und steuerrechtliche Regelungen, durch die Ausarbeitung von Standards und Normen für assistierende Technologien, durch die zur Verfügung gestellte Infrastruktur sowie durch eine ziel- und problemorientierte Wirtschafts- und Forschungsförderung. Ebenso können staatliche Institutionen als Leistungsträger, Berater oder Koordinatoren auftreten und so das Angebot und die Nachfrage bzgl. assistierender Technologien beeinflussen. Die Kennzeichnung und empirische Durchdringung der vorgestellten Rahmenbedingungen ermöglicht es, zielgerichtete, effektive und effiziente Maßnahmen zur adäquaten Nutzung des Potentials und zur Förderung der weiteren Entwicklung von assistierenden Technologien abzuleiten. Der kurze Abriß über die Rahmenbedingungen für assistierende Technologien aus gesundheitswirtschaftlicher Sicht zeigt zudem Erkenntnislücken auf und verweist auf einen erheblichen Forschungsbedarf.

Uwe Fachinger, Klaus-Dirk Henke, Mareike Mähs
Kapitel 2. Evaluierung der Verwaltungsvorschrift „Öffentlichkeitsbeteiligung“ und des damit zusammenhängenden „Leitfadens für eine neue Planungskultur“ des Landes Baden-Württemberg

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hatte das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) mit der Evaluierung der Verwaltungsvorschrift zur Intensivierung der Öffentlichkeitsbeteiligung in „Planungs- und Zulassungsverfahren“ (VwV ÖB) und des damit zusammenhängenden „Leitfadens für eine neue Planungskultur“ (Planungsleitfaden) des Landes Baden-Württemberg beauftragt. Ziel der Evaluation war die Überprüfung der mit der Einführung der VwV ÖB verfolgten Ziele, die Ermittlung der Wirkungen und die Auswertung der Erfahrungen aus der Praxis. Darüber hinaus zielte das Evaluationsvorhaben darauf ab, den durch die Anwendung des Planungsleitfadens entstandenen Ressourcenaufwand bei den Vorhabenträgern zu ermitteln.

Silke I. Keil, Ingo Hamann, Friederike Bickmann, Lucia Scharpf, Katharina Bühren, Jan Ziekow
Kapitel 1. Der geographische Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt für angehende Geographinnen und Geographen weist einige interessante strukturelle Aspekte auf, auf die ich in diesem Kapitel eingehen möchte. Nicht, um sich in Details zu verlieren, sondern vielmehr, um für die Leserin und den Leser wichtige Grundlagen für die Entwicklung einer Suchstrategie nach dem richtigen Arbeitsplatz zu schaffen.

Wolfgang Leybold
Kapitel 2. Zielgruppenanalyse

Es reicht in vielen Fällen nicht, dass man sich im Studium mit spannenden Fragen befasst hat, sich schnell einarbeiten kann und vieles andere mehr gelernt hat. Besonders beim Berufseinstieg ist es wichtig zu verstehen, was der Arbeitgeber eigentlich sucht.

Wolfgang Leybold
Kapitel 3. Geographische Berufsfelder

In den folgenden Kapiteln möchte ich Ihnen exemplarisch einen bunten Strauß an aktuellen geographischen Berufsfeldern vorstellen. Auf eine künstliche Trennung zwischen physisch-geographischen und humangeographischen Berufen wurde bewusst verzichtet, weil diese in der Praxis nur allzu oft wenig hilfreich ist. Dies wird an vielen Beispielen deutlich, denken Sie nur an ein privates Planungsbüro, in dem sowohl physische als auch Humangeographinnen und Humangeographen arbeiten.

Wolfgang Leybold
Kapitel 5. Das Alleinstellungsmerkmal der geographischen Ausbildung

Da wir beim Geographiestudium oft darauf stoßen, dass andere Gesprächsteilnehmende sich noch kein konkretes Bild über Aufbau und Vorzüge desselben gemacht haben, ist es wenig verwunderlich, dass diese Analyse natürlich auch auf die damit verbundenen Lerneffekte und Stärken zutrifft. Wir benötigen also eine viel ausführliche Fokussierung auf die Dinge und Fähigkeiten, die man im Geographiestudium lernt und die später in der Arbeitswelt von großer Bedeutung sind. Somit sollten wir uns mit unseren geographischen Stärken befassen, also der zentralen Frage nachgehen: „Was können Geographinnen und Geographen besonders gut, was zeichnet uns aus?“.

Wolfgang Leybold
The Meaning of Being a Migrant Entrepreneur: An Intersectional Approach to Mixed EmbeddednessMixed embeddedness Theory

By highlighting institutional constraints and market opportunities in various environments, the mixed embeddedness approach has considerably enriched the migrant entrepreneurship debate. However, despite socio-theoretical advancements on ethnicity, gender, class and migration background, and the social construction and intersectionality of these categories, the “social embeddedness” of the population groups in question remains unchallenged by this approach. Engaging intersectional and constructivist perspectives on identity and difference, this chapter argues for a revision of the mixed embeddedness approach, in order to more strongly address the constitution of the migrant category in entrepreneurship, instead of taking it for granted.Comparing two main shopping streets in two different Viennese districts, the chapter examines the relationship between embeddedness and agency and how both the market and the actors are entangled in a multiplicity of interdependent social relations. Simmering is a blue-collar district at the city’s fringes, while Neubau, the unofficial city center, is home to the most important shopping street in ViennaVienna and contains an aspiring creative milieu. Both reveal a very different mix of gendered and ethnicized businesses. In this chapter, we address how the category of migrant becomes relevant in the local economiesEconomies of these two distinct sites. The chapter asks the question: how are these categories articulated and how do they intersect with everyday encounters in business life and the opportunity structures there?

Alexandra Heis, Petra Dannecker
Kapitel 12. Praxisbeispiel – „Talent- und Kompetenzmanagement“ – Projekt E_OS/PEOS

Das Kapitel stellt ein umfassendes Praxisbeispiel des Talent- und Kompetenzmanagements, im Rahmen eines mehrjährigen Transformationsprozesses vor. Beginnend mit der Ist-Analyse und Soll-Konzeption aller Aufgaben, der Beschreibung aller unternehmensrelevanten Kompetenzen, der Definition der Funktionsbeschreibungen, über die Quantitative und Qualitative Personalplanung bis zur Kompetenzdiagnostik und Kompetenzentwicklung, werden alle Phasen des Projektes dargestellt.

Oliver Wegenberger, Josef Wegenberger
10. Ordnungssysteme im Bauwesen: Terminologien, Klassifikationen, Taxonomien und Ontologien

Ordnungssysteme sind im Bauwesen ein wichtiges Mittel, um Bedeutungen von Begriffen eindeutig festzulegen und zu strukturieren, damit sie von allen Beteiligten konsistent verwendet werden. In ihrer bewährten Form als Texte und Tabellen sind sie für den Gebrauch von Experten bestimmt, um eindeutige und verbindliche Spezifikationen, Anforderungen und Absprachen über Bauwerke, ihre Bauteile sowie deren Eigenschaften zu erstellen. Für den Einsatz im Kontext von Building Information Modeling können sie in maschinenlesbarer Form zu semantischen Auszeichnung von Modellobjekten verwendet werden und so den Informations- und Datenaustausch weiter harmonisieren. In diesem Kapitel werden die Grundlagen, Anwendungen und technischen Umsetzungen verschiedener Ordnungssysteme vorgestellt und erläutert.

Jakob Beetz
12. 3D-Stadtmodellierung: CityGML

Virtuelle 3D-Stadtmodelle gewinnen kontinuierlich an Bedeutung und werden bereits heute für vielfältige Anwendungszwecke eingesetzt. Ihr Einsatzspektrum reicht dabei von der einfachen grafischen Visualisierung stadträumlicher Strukturen, über Telematik- und Navigationssysteme, bis hin zu Augmented-Reality-Applikationen sowie komplexen Simulationen im urbanen Kontext. Als offenes und herstellerneutrales Format für die Datenhaltung und den fachübergreifenden Austausch konnte sich der internationale OpenGIS® Datenstandard CityGML etablieren. CityGML erlaubt eine vereinheitlichte Abbildung urbaner Strukturen mittels thematisch klassifizierter Stadtobjekte und beschreibt neben Geometrie, Lage und Aussehen auch dedizierte semantische Eigenschaften sowie topologische Beziehungen. Ferner ermöglicht der Standard die simultane Repräsentation des Abbildungsgegenstands in mehreren logisch aufeinander aufbauenden Detaillierungsgraden. Durch eine konvergente Deklination der stadträumlichen Strukturen vom 2-dimensionalen regionalen Maßstab bis hin zu differenzierten architektonischen 3D-Gebäudemodellen realisiert CityGML zudem auch eine integrative Funktion und verbessert die Interoperabilität zwischen GIS-Applikationen und BIM im Kontext domänenübergreifender Kollaborationen.

Sebastian Ebertshäuser, Thilo Brüggemann, Petra von Both
Wohnen in der Stadt

Das Wohnen in der Stadt ist für die meisten Menschen in Deutschland zur Normalität geworden. Mit der fortgeschrittenen Urbanisierung ist deshalb die Frage nach der Bedeutung des Städtischen umso wichtiger geworden. Die Definition des „urbanen“ Zusammenlebens hat dabei im Laufe der intellektuellen Auseinandersetzung mit dem Wohnen in der Stadt unterschiedliche Vorstellungen hervorgebracht, die heute durch die Globalisierung und Virtualisierung der Stadt wiederum neu betrachtet werden müssen. Das Wohnen in der Stadt wurde seit den ersten Studien in der Stadtsoziologie immer auch als Spiegelbild für die sozialen Ungleichheiten in der Gesellschaft gesehen. Mit dem Begriff der residentiellen Segregation wird seitdem vor allem thematisiert, in welcher Distanz und Nähe zu anderen sozialen Gruppen Menschen in der Stadt wohnen. Sozialen Entfernungen werden zunehmend anhand von Prozessen der Gentrifizierung neu vermessen und geben Aufschluss über grundlegende Veränderungen in der Gesellschaft. In diesem Kapitel wird eine Übersicht über die Entwicklung der Diskurse zum Thema Urbanität, Segregation und Gentrifizierung gegeben und diese in den aktuellen Stand des Wohnens in deutschen Städten eingeordnet.

Frank Eckardt
Geschlechterordnung des Wohnens

Normative Geschlechterordnungen und sozioökonomische Strukturen beeinflussen wer wo, mit wem und wie wohnt. Dieses Kapitel thematisiert entlang der zwei Leitfragen (1) wie organisieren sich Gesellschaften räumlich? (Wohnformen) und (2) welche Rollen spielen die räumlichen Bedingungen für das Funktionieren einer Gesellschaft? (Wohnstandorte) und mit Blick auf die vergeschlechtlichte Arbeitsteilung, Wohnen als Alltagsort, als Ort der Regeneration und Reproduktion sowie als raumproduzierenden Gesellschaftsprozess, der durch raum- und stadtplanerische Entwicklungen gerahmt ist.

Anke Strüver
Zur Soziologie des Wohnens

Wohnen ist von jeher ein wichtiges Thema in der Architektur. Die Art und Weise, wie Menschen wohnen, wird durch Formen, Gestaltungskonzepte, Bauweisen und vor allem auch durch die Vorstellung vom Wohnverhalten bestimmt. Anhand der Wohnarchitektur lässt sich deshalb viel über die jeweilige Gesellschaft lernen. Die Beschäftigung mit dem Wohnen ist damit eine genuin soziologische Tätigkeit, die den gesellschaftlichen Kontext der Wohnarchitektur aufzeigen kann. Bevor sich dafür ein Bewusstsein ausbilden konnte, wurde das Thema Wohnen vor allem durch die Hygiene-Bewegung des 19. Jahrhunderts und durch die Entstehung der modernen Öffentlichkeit aufgegriffen. Die unhaltbaren Zustände in den rapide gewachsenen Metropolen wie Berlin und Chicago führten dazu, dass das Wohnen insbesondere der Arbeiterschaft und von Migrant/innen als ein gesellschaftliches Problem auf die politische Tagungsordnung kam. Vereinzelte Studien, etwa von Krankenkassen und von Journalisten, verdeutlichten das Ausmaß dieser Wohnmisere. Erst die „Chicago School“ der Soziologie entwickelte jedoch eine dezidiert soziologische Perspektive, in dem sie methodisch systematisch und innovativ vorging. Ohne den gerechtigkeitsorientierten Anspruch der Chicagoer Wohnsoziolog/innen, sondern als Sozialtechnologie für die Kontrolle und die „Ausmerzung“ rassistisch kategorisierter Menschen war die Kartografie von Wohngebieten von den Nationalsozialisten missbraucht worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland eine empirisch orientierte Wohnsoziologie ansatzweise umgesetzt und ab den 1970iger-Jahren hauptsächlich als Segregationsforschung fortgesetzt oder sie verschmolz mit der allgemeinen Stadtsoziologie. Historisch-hermeneutisch wurde die Wohnsoziologie durch das 1990 veröffentlichte Werk von Häußermann und Siebel neu fundiert. Doch auch der dort vertretene Ansatz bedarf heute einer theoretischen und empirischen Aktualisierung, die durch das „Handbuch Wohnsoziologie“ angestoßen werden soll und zu der diese Einleitung einladen möchte.

Frank Eckardt, Sabine Meier
Architektur des Wohnens

Dieser Beitrag nähert sich dem Wohnen über die Betrachtung von Wohngebäuden und deren Architektur. Dabei wird die (deutsche) Wohnarchitektur des 20. Jahrhunderts aus einer, im weitesten Sinne, architekturgestalterischen Perspektive analysiert. Aus dieser Perspektive wird sie erstens unter dem Aspekt der Typologisierung, d. h. ihrer Differenzierung nach Wohnhaustypen beschrieben und wie sich das Denken in, und Entwerfen von Typen historisch entwickelt und verändert hat. Zweitens wird der Frage nachgegangen, auf welche Weise Wohnarchitektur gestalterisch mit dem Aspekt der räumlichen Privatheit verbunden ist und wie sich deren Bedeutung, und somit die Wohnarchitektur selbst, je nach zeitlichem, gesellschaftlichem und räumlichem Kontext verändert hat.

Oliver Sack, Sabine Meier
Wohnen im Denkmal

Städtischen Wohnen im Denkmal kann in drei grundlegenden Formen wahrgenommen werden: Das Wohnen in historischen Altstädten, Wohnen in historischen Arbeiter- und Werkssiedlungen, in Siedlungen der Moderne und Nachkriegsmoderne, sowie Wohnen im umgenutzten Denkmalbestand, oftmals Industriedenkmäler. Die aktuelle Debatte greift Streitigkeiten und Konflikte auf, genauso wie Fragen nach Heimat und Prozesse der Transformation. Es fehlen systematische Forschungen, die für heutige Wohnraumprobleme – Leerstand, Wohnungsnot, Wohnqualität – nutzbar gemacht werden können. Der Beitrag führt ein in die Genese des Wohndenkmals und der Wohnsiedlungen, in Bedeutungszuschreibungen, Denkmalbegründungen und Denkmalschutz anhand von Beispielen. Zudem werden aktuelle Schlagworte der Debatte, wie Konflikte, Heimat und Transformationen aufgegriffen und eingeordnet.

Heike Oevermann
Gemeinschaftliches Wohnen

Gemeinschaftliches Wohnen verbreitet sich in Städten und in ländlichen Räumen in Folge des demografischen Wandels und mangelnder Wohnangebote. Der Beitrag fokussiert auf selbstorganisierte gemeinschaftliche Wohnprojekte, die as Ziel guter Nachbarschaft, gemeinsamer Freizeitgestaltung und Unterstützung verfolgen. Vor allem Menschen (Frauen) nach der Familienphase gründen Initiativen, um – nach einem langwierigen Prozess und finanziellem Engagement – mit „Wahlverwandten“ zusammenzuwohnen. Die statistisch kaum erfassten Projekte differieren stark, top-down-Lösungen können als Ergänzung erwartet werden.

Annette Spellerberg
Nachhaltige Logistik
Verbesserte Ressourcennutzung und Umweltverträglichkeit durch Green Logistics und City-Logistik

Im Rahmen einer zunehmend globalisierten Wirtschaft kommt der Logistik eine immer größere Bedeutung zu. Gleichzeitig steigen aber auch die negativen Auswirkungen, die die Logistik auf die Umwelt hat. Zum einen verbraucht die Logistik Ressourcen, z. B. in Form von Energie, Rohstoffen und Fläche. Zum anderen verursacht die Logistik Emissionen wie Schadstoffe, Abfall und Lärm. Außerdem ist ein Trend zur Urbanisierung auszumachen, der neue Herausforderungen an die Logistik in Stadtgebieten stellt. In der Logistik existieren zum Thema Nachhaltigkeit die Konzepte Green Logistics und City-Logistik. Bei Green Logistics werden die Logistikfunktionen Transport, Lagerung und Verpackung an den ökologischen Zielen der Nachhaltigkeit – Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit – ausgerichtet. Die Aufgabe der grünen Logistik besteht darin, die richtige Menge der richtigen Objekte am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Qualität zu den richtigen Kosten unter möglichst geringem Ressourcenverbrauch und möglichst geringen Emissionen zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen des nachhaltigen Transportmanagements sollten hierbei Transporte vermieden oder vermindert werden, oder es wird die Transportschädlichkeit vermindert. Beim nachhaltigen Lagermanagement wird die Energieeffizienz im Lager verbessert. Das nachhaltige Verpackungsmanagement versucht, die Funktion der Nachhaltigkeit mit den bestehenden Verpackungsfunktionen in Einklang zu bringen durch Wegfall von Verpackungen, Verminderung der Menge und Schädlichkeit von Verpackungsmaterial, Mehrwegverpackungssysteme und das Recycling von Verpackungsmaterial. City-Logistik ist die Verbesserung des Güterflusses in städtische Ballungsräume und innerhalb der Städte, im Wesentlichen unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur. Ziele sind dabei die Entlastung der Verkehrsinfrastruktur und die Verminderung von Emissionen, insbesondere der Luftverschmutzung. Genutzte Effekte von City-Logistik-Konzepten sind Transportbündelung und Paarigkeit der Warenströme, die räumliche und/oder zeitliche Entzerrung sowie der Einsatz umweltfreundlicher Transporttechnologien. In Zukunft wird die nachhaltige Logistik verstärkt die Trade-offs zwischen den Logistikfunktionen berücksichtigen müssen, um nicht nur die Symptome der Nachhaltigkeit zu behandeln, sondern zu einem ausgewogenen Ausgleich der Nachhaltigkeitsziele zu gelangen. Dazu ist ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Ursachen und systemtheoretischen Wirkmechanismen unerlässlich.

Carsten Deckert
Nachhaltige Paketauslieferung mit Mikro-Depots

Die zunehmende Verstädterung sorgt in vielen Ländern für logistische Herausforderungen bei der Versorgung von Städten. Bei der Paketauslieferung liegt ein Fokus auf der „letzten Meile“ in urbanen Gebieten. Dies führt zu Verkehrsbelastungen und Emissionen in den Städten. In Deutschland wird derzeit das Konzept der Mikro-Depots in verschiedenen Forschungsprojekten untersucht, um den negativen Auswirkungen der Paketauslieferung entgegenzuwirken. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über existierende Forschungsarbeiten aus verschiedenen Großstädten in Deutschland.

Carsten Deckert, Klaus Stodick, David Hertz-Eichenrode
Die Verantwortung der Städte und Kommunen in NRW für die Sicherheit im öffentlichen Raum – Masterplan kommunale Sauberkeit und Sicherheit

Christos Katzidis thematisiert die Bedeutsamkeit von Sicherheit und Sauberkeit im städtischen Raum. Er stellt heraus, welche Rolle die kommunalen Ordnungsbehörden bei der Umsetzung eines entsprechenden Masterplans spielen und inwiefern mit wenigen Mitteln große Effekte für eine positive Stadtentwicklung erzielt werden können.

Christos Katzidis
Urbane Sicherheit – sichere öffentliche Räume für ALLE

Christian Kromberg und Anna Rau geben in ihrem Beitrag einen Überblick über kommunale Strategien zur Gewährleistung von Sicherheit im öffentlichen Raum als Grundvoraussetzung für Lebensqualität und Wohlbefinden im urbanen Raum. Hierbei setzen sie sich vor dem Hintergrund diverser Herausforderungen – u. a. Nutzungskonflikten, Kriminalitätsfurcht, einer zunehmend polarisierten Gesellschaft – mit verschiedenen Möglichkeiten der aktiven Beteiligung aller Stadtbewohnerinnen und -bewohner auseinander. Zudem gehen sie auf die Themen Präventionsgremien, Sicherheitspartnerschaften und den Resilienz-Ansatz ein.

Christian Kromberg, Anna Rau
Neue kriminalpräventive Konzepte für die Sicherheit im öffentlichen Raum

Schröder diskutiert in ihrem Beitrag neue kriminalpräventive Konzepte für die Sicherheit im öffentlichen Raum. Hierbei werden sowohl unterschiedliche Definitionen von „Raum“ und „Sicherheit“ thematisiert, als auch die Konzepte des Design Thinking, des Gender Planning sowie des Place-Making, erläutert. Im Beitrag werden sicherheitsrelevante Maßnahmen und Handlungsmöglichkeiten für Planungsphasen im Neubau und Bestand dargelegt, sowie notwendige interdisziplinäre Kooperationen aufgezeigt.

Anke Schröder
Kapitel 4. Politik für Morgen

Es ist die Aufgabe des Parlamentes, Grenzen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und Fakten festzulegen. Es ist Aufgabe der Regierung, für die strikte Einhaltung der Grenzen zu sorgen, dafür hat sie das Gewaltmonopol. Und es ist Aufgabe der Forschung und der Industrie, für die passenden Lösungen zum bestmöglichen Verbraucherpreis und MIPS zu sorgen. Ausnahmen sind Gifte, Drogen und Waffen.

Friedrich Schmidt-Bleek
PIERspektiven – Visionen, Chancen und Risiken für kleine Nachhaltigkeitsunternehmen am Beispiel des „Frankfurter Zukunftshafens“ PIER F

Die Geschichte des Zentrums PIER F – Zukunftshafen Frankfurt steht exemplarisch für die Visionen und Ziele, mit denen kleinere Nachhaltigkeitsunternehmen an den Start gehen, für die Chancen ihrer primär von Idealismus getriebenen Arbeit, aber auch für die Probleme und Risiken, mit denen sich die Macher häufig konfrontiert sehen. Anschaulich und lebendig erzählt das Autorenduo von zündenden Ideen und spannenden Kooperationen, von glücklichen Zufällen und großem Teamgeist, aber auch von bürokratischen Hürden, unberechenbaren Partnern und herben Rückschlägen. Nicht zuletzt die Erfahrungen der Corona-Pandemie unterstreichen, dass man sich auch als Nachhaltigkeitsakteur immer wieder neu erfinden muss.

Susanne Petry, Michael Behrendt
25. Bauzeichnungen

Technische Zeichnungen sind die maßgebliche Verständigungsgrundlage für die Bauausführung. DIN 1356-1 regelt Arten und Inhalte von Bauzeichnungen für die Objekt- und die Tragwerksplanung und legt Grundregeln für die Darstellung von Bauwerken und Bauteilen in Zeichnungen des Bauwesens fest. Bauzeichnungen im Sinne der Norm sind Zeichnungen für die Objektplanung und die Tragwerksplanung für Entwurf, Genehmigung, Ausführung und Aufnahme baulicher Anlagen. Zu Beginn von Kapitel 25 werden die Elemente der zeichnerischen Darstellung mit den zugehörigen Vorgaben und Regelungen dargestellt. Hierzu zählen allgemeine Festlegungen hinsichtlich der Formate, Maßstäbe, Linien, Schriften, Schraffuren und Bemaßungen von bzw. in Zeichnungen. Daneben wird auf die Besonderheiten der Darstellung von Abriss und Wiederaufbau, Treppen, Rampen, Aussparungen, Türen und Fenstern eingegangen. Bauobjekte werden als Parallelschaubild und/oder in Draufsicht, Ansichten, Grundrissen und Schnitten dargestellt. Es werden die wichtigsten Darstellungsprinzipien für die genannten Darstellungsarten wiedergegeben und die Regeln für die gemeinsame Darstellung auf einem Blatt erläutert. Bei einer thematischen Klassifikation der Zeichnungen des Bauwesens lassen sich diese in Zeichnungen für die Objektplanung, Sonderzeichnungen und Zeichnungen für die Tragwerksplanung unterteilen. Für die Zeichnungen der Objektplanung und der Tragwerksplanung werden die Zeichnungsarten angegeben und die zugehörigen Gegenstände, Maßstäbe und Mindestinhalte tabellarisch aufgelistet. Für Bewehrungszeichnungen werden die wesentlichen Regeln der Bewehrungsdarstellung nach DIN EN ISO 3766 wiedergegeben. Für die Zeichnungen des Stahlbaus werden Grundlagen und wichtige Anforderungen beschrieben.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Weitkemper
Kapitel 7. Zusammenfassung

In Deutschland wie in fast ganz Europa wandeln sich die Städte; dies wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Es verändern sich die Bevölkerungen und das Wirtschaftsleben, damit auch Lebensentwürfe und Fortschrittsbegriffe. Städtische Siedlungsräume werden dichter und vernetzter, wenngleich hierzulande bereits über die Wiederbelebung ausgedünnter ländlicher Räume nachgedacht wird – Zuwanderung und „Stadtflucht“ verlangen nach schöpferischen Lösungen.

Mario H. Kraus

Open Access

2. Das epistemische Verhältnis der Sozialrobotik zur Gesellschaft
Epistemische Bedingungen, Praktiken und Implikationen der Entwicklung sozialer Roboter

Soziale Roboter kommen schon sozial und kulturell geprägt in die Welt. Das Kapitel nähert sich diesem Befund über die Analyse der epistemischen Praktiken der Sozialrobotik. Dabei werden Wissenspraktiken aus den Disziplinen, die an der Konzeption und Konstruktion von sozialen Robotern beteiligt sind, analysiert. In einem ersten Schritt umfasst das die Darstellung von epistemischen Bedingungen, unter denen die Konstruktion sozialer Roboter überhaupt geschieht. Hier wird insbesondere auf die Herausforderung, soziale Interaktionen für Roboter bearbeitbar zu machen, eingegangen. In einem zweiten Schritt werden typische epistemische Praktiken der Sozialrobotik rekonstruiert. Damit sind Tätigkeiten der Forschenden gemeint, die soziale Roboter besser für soziale Welten verfügbar machen – oder umgekehrt. Sie beschreiben Wechselspiele zwischen der Forschungs- und Entwicklungspraxis und den Alltagswelten, in denen die Roboter eingesetzt werden sollen. Abschließend werden zwei epistemische Implikationen für die Anwendungsfelder sozialer Roboter abgeleitet.

Andreas Bischof
Kapitel 4. Der Projektentwicklungsprozess

Die Projektentwicklung lässt sich allgemein in mehrere Phasen unterteilen. In Anlehnung an Bone-Winkel (1994, S. 56 ff.) werden in der folgenden Abb. 4.1 die sechs Hauptphasen der Projektentwicklung dargestellt und erläutert. Ein Auslassen einzelner Projektschritte oder ein Überspringen in der Bearbeitung ist in jedem Fall zu vermeiden und kann das Grundgerüst einer Projektentwicklung zum Erliegen bringen.

Gerd Niklas Köster
Kapitel 8. EMOTIONEN IM RAUM MESSBAR MACHEN

Dieses Kapitel verfolgt das Ziel herauszuarbeiten, welche Möglichkeiten für die Messung von menschlichen Emotionen existieren. Einleitend wird dazu in 8.1 die Bedeutung von Emotionen für den Menschen hervorgehoben, und anschließend erfolgt in 8.2 die theoretische Anbindung von Emotionalität an die Dimension des Raums. Während die Begriffe Emotionen und Gefühle alltagssprachlich oft synonym genutzt werden, existieren für den wissenschaftlichen Umgang spezifische Definitionsansätze.

Daniel Münderlein
Kapitel 6. WANDERN UND SPAZIEREN: VON DER KULTURTECHNIK ZUR FORSCHUNGSMETHODE

Vorliegendes Kapitel arbeitet heraus, dass Wandern und Spazierengehen Bestandteile einer Kultur des Gehens sind. In 6.1 wird diese Kulturgeschichte kurz umrissen. Diese beiden Fortbewegungsmöglichkeiten sind heute für viele Personen der zentrale Zugang zum Erleben von Landschaft sowie Quelle von Wohlbefinden und Erholung. Teilkapitel 6.2 stellt die Entwicklungsgeschichte des Spaziergangs heraus, welche in der bürgerlichen Mitte ihren Ursprung findet.

Daniel Münderlein
Kapitel 5. GESUNDHEIT UND ERHOLUNG ALS HANDLUNGS-GEGENSTAND IN DER RÄUMLICHEN PLANUNG

Nachdem in Kapitel 4 die konzeptuelle Verbindung von Landschaft und Gesundheit hergestellt wurde, gilt es in diesem Kapitel die Rolle der räumlichen Planung hinsichtlich der Raumwirksamkeit dieser Beziehung herzustellen. In Kapitel 5.1 erfolgt eine historische Einordnung des Aufgabenfeldes der Gesundheit in der räumlichen Planung. Während sich entsprechende Planungsaufträge in unterschiedlichen Kulturkreisen in ähnlicher Form wiederfinden, genießt die Erholungsplanung als Bestandteil der Landschaftsplanung in Deutschland eine gewisse Sonderrolle

Daniel Münderlein
Kapitel 1. Einleitung

Warum ist Landschaft schön? Diese Frage beschäftigte nicht nur Burckhardt (2006), sondern auch Planerinnen und Planer Tag für Tag. Die Landschaftsplanung, als vorsorgeorientierte Disziplin, steht vor der Aufgabe, die Schönheit einer Landschaft im Sinne des §1 Bundesnaturschutzgesetzt (BNatSchG) neben ihrer Vielfalt, Eigenart und dem Erholungswert zu erfassen, zu schützen, zu entwickeln und wiederherzustellen. Doch was genau ist eigentlich Landschaft und wie wird diese vom Menschen wahrgenommen?

Lucas Kaußen
Fünfter Abschnitt – Rettungswege, Öffnungen, Umwehrungen

Die Vorschrift des § 33 über die Herstellung der Rettungswege ist, neben der brandschutztechnischen Generalklausel des § 14, die wichtigste Brandschutzvorschrift der BauO; sie bestimmt die Erschließungsstruktur baulicher Anlagen erheblich und knüpft strukturell an die Erschließungsanforderungen des § 5 an. Bauliche Rettungswege dienen einerseits Personen als Fluchtweg (Selbstrettung) aus einer Gefahrensituation, andererseits kann die Feuerwehr über die Rettungswege verletzte Personen bergen und in Sicherheit bringen (Fremdrettung) und den Löschangriff vortragen. Zur Einbettung der Rettungsweganforderungen in das Brandschutzkonzept der BauO siehe § 14 (Rn. 4 ff.). Die Vorschriften der §§ 34 bis 36 über Anforderungen an die Bestandteile der Rettungswege, knüpfen an § 33 an. Besondere Anforderungen an das Rettungswegsystem können sich aus Technischen Baubestimmungen für Sonderbauten ergeben (vgl. A2.2.2 VV TB Bln). Das Fehlen eines zweiten Rettungsweges kann eine konkrete Gefahr darstellen, wenn kein Sicherheitstreppenraum vorhanden ist (vgl. OVG NRW, B. v. 15.12.2004 – 7 B 2142/04).

Thomas Meyer, Justus Achelis, Annegret von Alven-Döring, Mathias Hellriegel, Matthias Kohl, Markus Rau
Dritter Abschnitt – Genehmigungsverfahren

Die Vorschrift bestimmt das Prüfprogramm des vereinfachten Baugenehmigungsverfahrens, d. h. die von der Bauaufsichtsbehörde in diesem Verfahren zu prüfenden materiellen Anforderungen an das Vorhaben. Diese stellen nach § 71 Abs. 1 die Erteilungsvoraussetzungen für eine in diesem Verfahren zu erteilende Baugenehmigung dar. Daraus ergibt sich zugleich der Feststellungsumfang der Genehmigung (s.u. Rn. 20). Außerdem regelt die Vorschrift (teilweise) den Anwendungsbereich des vereinfachten Baugenehmigungsverfahrens.

Thomas Meyer, Justus Achelis, Annegret von Alven-Döring, Mathias Hellriegel, Matthias Kohl, Markus Rau
Stadtplanerische Aspekte der resilienten Stadt

Der Aufsatz nimmt durch die Corona-Pandemie ausgelöste ebenso wie bereits länger beobachtete Probleme europäischer Städte in den Blick. Die Pandemie wird als Auslöser und Katalysator herangezogen, um zentrale Handlungsfelder der Stadtplanung – Innenstädte & Einzelhandel, Wohnen, Arbeiten & Leben im Quartier, Öffentliche Plätze & Begegnungsflächen außerhalb des direkten Wohnumfeldes, Verkehrswende & veränderte städtische Mobilität sowie die Neujustierung der Raumordnung thesenartig mit einer Zustandsbeschreibung sowie Ansatzpunkten zur Veränderung durch unterschiedliche Akteure durchzuspielen. Zusammenführend wird das Leitbild der Nachhaltigen Stadtentwicklung erläutert, welches zu resilienten, widerstandsfähigen und krisentauglichen Städten führen kann. Die 2020 verabschiedete Neue Leipzig-Charta zur transformativen Kraft der Städte für das Gemeinwohl wird als entsprechendes politisch-strategisches Rahmendokument vorgestellt sowie die Bezugspunkte zu den Handlungsfeldern, deren Herausforderungen wie Potenziale herausgearbeitet.

Silke Weidner
Herausforderungen für europäische Städte nach der Corona-Pandemie

In diesem Kapitel werden die Funktionen von Städten und die Verschiebungen innerhalb dieser Funktionen im Zuge der Corona-Pandemie erläutert. Solche Funktionsverschiebungen traten schon bei vergangenen Epidemien (oder auch anderen Schocks) ein und führten zu Anpassungsmaßnahmen in der Stadtentwicklung. Aus einer europaweiten Befragung von Immobilienprofessionals kann abgeleitet werden, dass die aktuelle Gesundheitskrise durch die erwartete höhere Wohnflächennachfrage eher ein Außenwachstum als eine Nachverdichtung der Städte nach sich ziehen dürfte. Zu den Herausforderungen für die Städte zählen u. a. die Neugestaltung öffentlicher Räume und die Umnutzung von Bestandsimmobilien sowie der zu einer Neustrukturierung, sprich Stärkung, von Quartieren notwendige Umbau von Verkehrsinfrastrukturen; dies erfordert eine engere Zusammenarbeit von privaten und öffentlichen Akteuren. Für Immobilienmarktakteure wird eine Einschätzung zu den unterschiedlichen Anpassungslasten und -chancen der einzelnen Assetklassen gegeben.

Tobias Just, Franziska Plößl
Das zwingende Erfordernis gesundheitlicher Chancengleichheit und die Rolle der bebauten Umwelt

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben in Städten auf der ganzen Welt Menschen dafür sensibilisiert, dass die öffentliche Gesundheit durch die Gestaltung unserer bebauten Umwelt – alle Gebäude, Räume und Systeme, die von Menschen geschaffen, verändert oder genutzt werden – seit Jahrhunderten beeinflusst wurde und auch heute immer noch wird. Die Forschung zeigt, dass die bebaute Umwelt eine Rolle bei der Zunahme chronischer Krankheiten spielt, und dass Experten für Raumplanung, einschließlich Stadtplanern, Designern und Entwicklern, die Verantwortung für die Gestaltung tragen, um positive Auswirkungen auf die Gesundheit zu begünstigen. Die Bereiche der öffentlichen Gesundheit und der Stadtplanung sind gemeinsam entstanden, um die im 19. und frühen 20. Jahrhundert vorherrschenden Infektionskrankheiten zu bekämpfen, und dieselben Akteure müssen auch weiterhin zusammenarbeiten, um den Trend zu chronischen Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes und Herzkrankheiten entgegenzuwirken. Da die Gesundheit nicht gleichermaßen über alle Bevölkerungsgruppen hinweg gewährleistet ist, sondern spezifische Bevölkerungsgruppen überproportional häufig von chronischen Krankheiten und Corona-bedingten Todesfällen betroffen sind, muss die Schaffung gesunder Gebäude und Städte, die für alle Menschen nutzbar sind, Priorität in der Raumplanung haben.

Sara Hammerschmidt
Urbane Form, Wohnviertel-Governance und Immobilienmanagement
Chinesische Städte im Kampf gegen eine Pandemie

Der Erfolg bei der Bekämpfung einer Pandemie wie Corona erfordert globale Zusammenarbeit. Jedoch sind die lokale Führungsebene und effiziente Abläufe die wichtigsten Faktoren, die dazu beitragen, Leben zu retten und die städtische Normalität wiederherzustellen. Dieser Artikel untersucht die ineinandergreifenden Beziehungen zwischen urbaner Form, Wohnviertel-Governance und einem privatwirtschaftlichen Immobilienmanagement und betrachtet die dynamischen Auswirkungen, die diese Beziehungen auf die urbane Resilienz chinesischer Städte bedeutet. Der Artikel stellt drei effektive urbane Ansätze vor, die Chinas Kampf gegen die Pandemie erleichterten: Die formale Qualität der urbanen Form und die gemischten Nutzungseigenschaften chinesischer Städte tragen zur urbanen Resilienz bei; eine territoriale, institutionelle Struktur mit Rasterverwaltung ermöglichte die Übernahme von Verantwortung und bildete eine effektive Staat-Gesellschaft-Synergie mit umfassender öffentlicher Beteiligung; und schließlich bot die kürzlich entstandene privatwirtschaftliche Branche der Immobilienverwaltungen in Verbindung mit eingesetzter Technologie Vorteile bei der Eindämmung des Corona-Virus. Zusammengefasst hat die Art und Weise, wie Städte und Stadtteile räumlich geformt, verwaltet und finanziell betrieben wurden, dazu beigetragen, Leben zu retten und ein widerstandsfähiges, multidimensionales urbanes Umfeld zu schaffen.

Bing Wang, Rong Zhou
Erfahrungen mit der Cholera in Paris und Hamburg

Schon in vergangenen Jahrhunderten führten Epidemien zu weitreichenden Veränderungen in europäischen Städten. Der Beitrag zeigt anhand von Paris und Hamburg wie der Ausbruch der Cholera im 19. Jahrhundert das jeweilige Stadtbild nachhaltig prägte. Stadtplanerische Maßnahmen, wie u. a. neu geschaffene Verkehrsinfrastruktur, der Bau von Wasserfiltrationsanlagen und Kanalisationssystemen, geringere Wohnraumbelegungen und insbesondere der Bau sanitärer Anlagen, führten dort zu Aufwertungen von Gebäuden, aber gleichzeitig auch zu Verdrängungseffekten in den Innenstädten.

Franziska Plößl, Tobias Just
Wie Corona das Mobilitätsverhalten verändert und was das für den nachhaltigen Stadtverkehr bedeutet

Durch die Corona-Pandemie hat sich das Mobilitätsverhalten drastisch verändert. Viele Wege sind durch die Beschränkungen im Alltag reduziert worden, der ÖPNV wurde als gemeinschaftliches Verkehrsmittel gemieden und stattdessen hat eine Verlagerung auf den privaten Pkw sowie auf das Zufußgehen und Radfahren stattgefunden. Dieser Beitrag analysiert zunächst die Entwicklungen und Auswirkungen der Pandemie auf die Mobilität. Anschließend zeigt der Beitrag, welche neuen Wege die Verkehrspolitik und -verwaltung geht, um sich in der Krise zu behaupten. Dabei werden innovative Maßnahmen vorgestellt, die einige Städte während der Pandemie umgesetzt haben, um eine pandemieresiliente und gesunde Mobilität zu fördern. Abschließend werden konkrete Ideen abgeleitet, wie die Pandemie als Chance für eine nachhaltige urbane Mobilität genutzt werden kann.

Julia Jarass, Julia Schuppan, Kerstin Stark
Beschleunigt die Corona-Pandemie den Weg zu intelligenteren Städten?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben Aspekte der Smart-City-Entwicklung beschleunigt. In vielen Bereichen, von städtischen Datenplattformen bis hin zur urbanen Mobilität, wurden beeindruckende Entwicklungssprünge vollzogen. Damit Stadtverwaltungen die entstandene Dynamik nutzen können, sollten diese einen starken Fokus auf die kommunale Widerstandsfähigkeit legen und sich auf bürgerzentrierte Bedürfnisse konzentrieren, die Lebensqualität, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit fördern. Um die Zukunft der Smart-City-Entwicklung besser einzuordnen, werden zunächst die bisherigen Ansätze, die Kommunen weltweit in den letzten Jahren verfolgt haben, beleuchtet. Mit dem Ausbruch der Pandemie und unter der Prämisse, dass Resilienz in den Mittelpunkt rückt, betrachten wir wie sich Kommunen an die veränderten Gegebenheiten angepasst haben und wie sie sich innovativer für die Zukunft aufstellen können, um den Anforderungen an die Daseinsvorsorge und den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft gerecht zu werden. Anhand einiger Instrumente aus dem Werkzeugkasten einer Smart City erläutern wir, wie bestehende Technologien und Praktiken allen Anspruchsgruppen der Stadtgesellschaft dienlich sind, um Pandemien und andere Krisen in der Zukunft zu vermeiden, managen und bewältigen zu können und Städte widerstandsfähiger zu machen. Dazu zählt auch die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um den Transformationsprozess zu einer Smart City erfolgreich zu meistern.

Bart Gorynski, Thomas Müller, Alexander Gelsin
Voraussetzungen für die Entwicklung direkter Demokratie – Lehren aus dem deutsch-französischen Systemvergleich

In Frankreich wie in Deutschland werden zunehmend Forderungen laut, mehr Formen direkter Demokratie bzw. mehr unmittelbare Mitspracherechte einzuführen. Worauf beziehen sich solche Forderungen genau? In was unterscheiden sich beide nationale Systeme repräsentativer Demokratie? Der Vergleich fokussiert sich meist auf die politischen Institutionen.

Isabelle Bourgeois, René Lasserre
Beschäftigte kommunaler Verwaltungen im Kontext politischer Partizipation: Anforderungen, Identitäten und Strategien

Politische Partizipation heißt für Kommunalverwaltungen derzeit überwiegend freiwillige, informelle Beteiligung, wie sie beispielsweise in Leitlinien für Bürgerbeteiligung verankert wird. Damit wird ein weiteres Verwaltungsleitbild in den Kommunen institutionalisiert, das bestehende Leitbilder der Bürokratie und managerialer Steuerung (Neues Steuerungsmodell) ergänzt. Dieser Beitrag skizziert unter anderem auf Basis empirischer Studien aus der Dissertation des Autors die Auswirkungen dieser kommunalen und organisationalen Veränderungen auf die Beschäftigten der Verwaltungen.

Malte Steinbach
Aktuelle Herausforderungen der kommunalen Bürgerbeteiligung am Beispiel der Stadt Heidelberg

Der Artikel gibt einen Überblick über aktuelle Herausforderungen der Anwendungspraxis kommunaler Bürgerbeteiligung am Beispiel der Stadt Heidelberg. Heidelberg ist bekannt für das „Heidelberger Modell der Bürgerbeteiligung“ und verfügt über bald ein Jahrzehnt Erfahrungswissen in der Anwendung Devon Leitlinien für Bürgerbeteiligung. Nach über 100 Verfahren und Projekten, die mit Bürgerbeteiligung durchgeführt wurden, diskutiert der Artikel aktuelle Herausforderungen der Anwendungspraxis. Die empirische Basis der Diskussion bilden hierbei zwei Evaluationen, das laufende Monitoring sowie repräsentative Befragungen und Wahlergebnisse, welche auch bereits in der Arbeitspraxis in konkrete prozessuale, strukturelle und organisatorische Anpassungen übersetzt wurden. Der Artikel gibt einen Einblick in die Aufgabenbereiche der Stadtverwaltung bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Beteiligungsverfahren. In der Durchführung von Beteiligungsverfahren prägen begrenzte Ressourcen, die heterogene Stadtgesellschaft sowie die zunehmende Komplexität von Planungsprojekten die Arbeit der Bürgerbeteiligungsverantwortlichen. Zu den Herausforderungen der Anwendungspraxis gehören insbesondere die Konzeption eines geeigneten Beteiligungsverfahrens, die Durchführung von Beteiligungsformaten sowie die Ergebnisverwertung als zentraler und erfolgskritischer Prozessschritt. Mithilfe eines strategischen Planungs- und Beteiligungsmanagements und passender Beteiligungsmethoden kann diesen Herausforderungen begegnet werden. An einem aktuellen Großprojekt in Heidelberg wird ein konkretes Beteiligungsverfahren skizziert. Ein zentraler Wesenskern des Heidelberger Modells ist die Offenheit und Lernfähigkeit der mitgestaltenden Bürgerbeteiligung. Im letzten Kapitel kommt die Autorin zu einem Resümee ihrer Argumentation und wagt einen Ausblick auf das nächste Jahrzehnt der mitgestaltenden Bürgerbeteiligung in Heidelberg.

Franziska Paula Ritter
Zwischen Parteien und Protest: Politische Partizipation im Wandel

Die politische Partizipation unterliegt einem ständigen Wandel, sie ist vielfältiger geworden, das Partizipationsrepertoire hat sich erweitert und qualitativ verändert. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über relevante Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland und geht angesichts des Entstehens neuer Protestbewegungen der Frage nach, welche Herausforderungen für eine repräsentative Demokratie damit verbunden sind.

Katrin Möltgen-Sicking
Beteiligung erwünscht? Online-Partizipation aus Sicht kommunaler Repräsentant*innen

Ratsmitglieder als kommunale Repräsentanten der Bürger*innen sind entscheidende gate keeper, wenn es darum geht, wie mit den Ergebnissen von Online-Partizipationsverfahren in Politik und Verwaltung umgegangen wird. Anhand einer repräsentativen Stichprobe für Nordrhein-Westfalen werden in diesem Beitrag daher die Einstellungen von Ratsmitgliedern zu verschiedenen Szenarien der Online-Partizipation untersucht. Dabei zeigt sich, dass die Ratsmitglieder grundsätzlich offen gegenüber neuen Formen der Beteiligung über das Internet sind. Ihre Bewertung unterscheidet sich jedoch stark nach dem Thema des Verfahrens und der Form der Partizipation: Je verbindlicher ein Partizipationsverfahren angelegt ist und umso stärker der Handlungs- und Entscheidungsspielraum der Ratsmitglieder betroffen ist, umso skeptischer sind sie hinsichtlich des Nutzens von Online-Partizipation.

Nadja Wilker
Verwaltungsdesaster und Verwaltungsethik

Verwaltungsdesaster mit Schaden für Leib und Leben beruhen im Regelfall auf Handlungskonstellationen, die Fehler nahelegten, aber nicht unausweichlich machten. Solche Konstellationen zu erkennen, ihr Risikopotenzial unter Kontrolle zu halten und, wenn nötig, zu neutralisieren, ist der Inbegriff von Verwaltungsethik. Damit sind Anforderungen verbunden, die grundsätzlich leicht zu erfüllen sind. Werden folgenreiche Fehlentscheidungen dennoch getroffen, liegen dem regelmäßig Gegenanreize zugrunde, die, was objektiv falsch ist, subjektiv richtig und angemessen erscheinen lassen. Eine Variante ist die Politisierung von Fachrationalität. Sie ist nicht illegitim, weil Behörden berechtigten Erwartungen der Öffentlichkeit gerecht werden müssen. Kritisch wird es, wenn plausibles politisches Kalkül den Schutz von Leib und Leben relativiert. Die Abhandlung schildert und analysiert solche Grenzüberschreitungen am Beispiel der Loveparade-Katastrophe in Duisburg 2010 und des Scheiterns der kriminalpolizeilichen Ermittlungen im Zuge der sogenannten NSU Morde in den Jahren 2000–2007. Im administrativen Alltag, so das Argument, erfordert Verwaltungsethik intakte persönliche und institutionelle Integrität. Die Ausbildungspraxis kann und sollte dem Rechnung tragen.

Wolfgang Seibel
Fallstudie 25: Local Open Government: Perspektiven und Hürden der digitalen Bürgerbeteiligung

Vier ausgewählte Fälle beleuchten in diesem Teil diverse Facetten der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung. Dieser abschließende vierte Praxisfall zeigt die Möglichkeiten des Open Government zur Steigerung der Bürgerbeteiligung auf der lokalen Ebene auf.

Lisa Schmidthuber, Dennis Hilgers
Kapitel 14. Horizonte

In diesem Kapitel wird, aufbauend auf aktuellen Aufgaben, ein Fenster in die Zukunft der Ingenieurgeologie geöffnet. Zunächst wird die Problematik der schwindenden Ressourcen diskutiert und in aller Kürze dargestellt, wie diese nachhaltig und effizient zu nutzen sind. Dabei wird besonders auf die Ressource „Boden“ eingegangen.

Dieter D. Genske
8. Executive Summary

In diesem Kapitel werden die wichtigsten Erkenntnisse des Buches zusammengefasst. Es werden THG-Reduktionspfade gezeigt, welche sich auf die Temperaturziele des Abkommens von Paris beziehen. Des Weiteren werden für repräsentative Fahrzeuge die Ergebnisse zum realen Energieverbrauch, zu den THG-Emissionen nach einer Lebenszyklusanalyse, zu den Total Cost of Ownership sowie zu den CO2-Vermeidungskosten dargelegt. Auf Basis dieser Auswertung werden Empfehlungen an die Politik und Wirtschaft abgeleitet. U. a. wird eine politisches Instrument vorgestellt, mit welchem die Temperaturziele des Abkommens von Paris möglichst treffsicher und kosteneffizient eingehalten werden können.

Martin Zapf, Hermann Pengg, Thomas Bütler, Christian Bach, Christian Weindl
7. Treibhausgasemissionen und Gesamtkosten je Antriebstechnologie und Energieträger für repräsentative Fahrzeuge

In diesem Kapitel werden die spezifischen THG-Emissionen gemäß einer Lebenszyklusanalyse (LCA) und die spezifischen Gesamtkosten (Total Cost of Ownership, TCO) für repräsentative Fahrzeuge dargelegt. Anhand dessen wird ersichtlich, welche THG-Emissionen (LCA) und Kosten für PKW mit verschiedenen Antriebstechnologien und Energieträgern hervorgehen. Soweit Technologien einschließlich der verwendeten Energieträger gegenüber einer bestimmten Referenz geringere CO2-Emissionen jedoch höhere Kosten verursachen, ist die Bestimmung von CO2-Vermeidungskosten eine häufig herangezogene Vorgehensweise, um die Kosteneffizienz der CO2-Minderung darzulegen. Es werden hier Benzinfahrzeuge mit fossilem Kraftstoff als Referenz betrachtet, da diese im Jahr 2016 die höchsten THG-Emissionen (LCA) verursachten, jedoch die niedrigsten Gesamtkosten (TCO) aufwiesen. Auf Basis der Auswertung repräsentativer Fahrzeuge werden Empfehlungen an die Politik und Wirtschaft abgeleitet. U. a. wird eine politisches Instrument vorgestellt, mit welchem die Temperaturziele des Abkommens von Paris möglichst treffsicher und kosteneffizient eingehalten werden können.

Martin Zapf, Hermann Pengg, Thomas Bütler, Christian Bach, Christian Weindl
Fakten und Verfehlungen der Metropolbildung à la française. Einige Lektionen aus dem konkreten Fall Bordeaux

In den letzten rund dreißig Jahren haben wir in Frankreich, wie auch anderswo in Europa, intensive Umwälzungen in der Art und Weise erlebt, wie Räume organisiert sind, aber auch in der Lebensweise der Einwohner und in ihrem Verhältnis zum Alltagsraum. Aufgrund der Auswirkungen von Globalisierung und Deindustrialisierung sind Arbeitsmarktregionen verschwunden oder haben sich verlagert, während das Wachstum einer auf digitaler Technologie und Freizeitaktivitäten basierenden Dienstleistungsgesellschaft neue Anziehungspunkte um große Städte und Küstengebiete herum geschaffen hat. Gleichzeitig haben der Niedergang der Landwirtschaft, die Krise der kleinen Läden und die Überalterung auf dem Land zur Verödung mancher ländlicher Gebiete geführt, die heute sehr spürbar ist, auch wenn der Traum vom Haus auf dem Land im kollektiven Lebensmodell „à la française“ nach wie vor sehr präsent ist.

Jean-Baptiste Rigaudy
Räumliche Ungleichheiten, politische Teilhabe und das Vertrauen in die Prinzipien der Republik

Die Protestbewegung der „Gelbwesten“, die Frankreich vor allem im Winter 2018–19 in Atem hielt, erlangte weit über Frankreich hinaus große Aufmerksamkeit. Einerseits erklärte sich dieses Interesse aus den spektakulären Bildern, die die Protestbewegung produzierte. Sie schienen die These der „landestypischen Folklore“ des Widerstandes auf der Straße zu belegen, der immer dann aufbrandet, wenn in Frankreich soziale Unzufriedenheit herrscht.

Dominik Grillmayer, Stefan Seidendorf

Open Access

Kapitel 1. Entwicklungsgeschichte

Die Begriffe „Video“ (lat.: ich verstehe/sehe) und Film bezeichnen Illusionsmedien, mit denen bei den Menschen das Gefühl erzeugt werden kann, dass ihnen eine visuelle Realität dargeboten wird. Zur Erzeugung einer besonderen Faszination ist dabei die Zeitgebundenheit der Präsentation entscheidend. In Verbindung mit dem Ton spricht man von zeitbasierten Medien, die sich hier von Gemälden, Fotografien, Texten etc. abgrenzen [54].

Roland Popp
Kapitel 7. Phasenorientierende Leistungen zum Projektmanagement

Die Beherrschbarkeit komplexer Vorhaben erfordert eine klare Gliederung der Aufgaben. Wie im Kap. 1 gezeigt, durchlaufen alle Projekte unabhängig vom Wirtschaftszweig bestimmte zeitliche Phasen, die üblicherweise als Gliederung der Aufgaben herangezogen werden.

Bernd Kochendörfer, Jens H. Liebchen, Markus G. Viering
Kapitel 3. Projektorganisation

Ordnung als Zusammenfügung einer Vielzahl von Teilen und Elementen zu einem einheitlichen Ganzen nach einem bestimmten Prinzip ist ein subjektiver Begriff. Das „eigene“ Chaos wird von den Wenigsten als ein solches empfunden. Aus dem unterschiedlichen Verständnis der Projektbeteiligten für „die Ordnung“ ergibt sich bei der Abwicklung von Bauprojekten der Zwang, klare Richtlinien für das Zusammenwirken vorzugeben, was zu den Aufgaben des Projektmanagements gehört.

Bernd Kochendörfer, Jens H. Liebchen, Markus G. Viering
Kapitel 2. Leistungsbilder Projektmanagement/ -steuerung

Wer hat Projektmanagement erfunden? Wann wurde Projektmanagement erfunden? Diese Fragen können – im Gegensatz zu „klassischen“ Erfindungen, wie beispielsweise der Dampfmaschine, des Verbrennungsmotors oder des Betons – nicht eindeutig einer Person, einem Ereignis oder einer Jahreszahl zugeordnet werden. Der Rückblick in die Historie gibt den Blick frei auf grandiose Bauwerke, wie beispielsweise Pyramiden, die unter Berücksichtigung der damaligen Lebensumstände und Techniken als eigentlich nicht realisierbar erscheinen könnten. Gerade deshalb stellen diese Bauwerke auch Projekte im engeren Sinne dar, weil sie für einen bestimmten Zweck, mit einer eigenständigen Organisation der Prozesse sowie unter Einsatz von menschlicher Arbeitskraft und Material erstellt wurden.

Bernd Kochendörfer, Jens H. Liebchen, Markus G. Viering
China im Jahr 2050

Über die letzten hundert Jahre hat sich China von einem Kaiserreich in eine Republik entwickelt und selbst seit 1912 noch weiter verändert. Deng Xiaoping’s Reform- und Öffnungspolitik, welche offiziell im Jahr 1978 der Kulturrevolution unter Mao Zedong folgte, war entscheidend in der rasanten Entwicklung Chinas. Seit den 1980er-Jahren hat sich China extrem verwandelt und rasant entwickelt. Die Frage, wie China in der Zukunft aussehen wird, wird daher oft gestellt, ist jedoch nicht leicht zu beantworten. In den nachfolgenden Abschnitten möchte ich verschiedene Aspekte (z. B. Innovation, Belt and Road, Klimawandel, Ausblick) erläutern und der Frage auf den Grund gehen, wie China im Jahr 2050 aussehen könnte und welche entscheidenden Trends die Entwicklung des Landes beeinflussen werden.

Stefan Piech
Kapitel 7. Gute Beispiele in Anwendung

In Kap. 5 werden Bewertungskriterien für ein nachhaltiges Gebäude aufgeführt. Dieses Kapitel zeigt Bauten, die diese Kriterien in sich umgesetzt haben.

Hannes Bäuerle, Marie-Theres Lohmann
Das Gewerbeflächensicherungskonzept der Landeshauptstadt Potsdam
Umsetzung und Erfahrung

Potsdam verdankt seinen Ruf den landschaftsarchitektonischen und baulichen Projekten der preußischen Könige in den letzten drei Jahrhunderten. Mittlerweile haben sich die Themen „Geschichte“, „Wissenschaft“ und „Film“ zusammen mit der „Lebensqualität“ zu den Markenkernen der Stadt entwickelt. Potsdam ist eine stark wachsende Stadt und hat sich zu einem nachgefragten Wirtschaftsstandort entwickelt. Die verfügbaren Gewerbeflächen stehen in direkter Konkurrenz zu Schul- und Kitastandorten, Sport- und Grünflächen sowie zum Wohnungsbau. Eine aktive Liegenschaftspolitik der Verwaltung zur Sicherung der gewerblichen Entwicklung erfolgt mit Blick die Erfüllung von Pflichtaufgaben bislang so gut wie nicht. Durch die Erarbeitung und Umsetzung eines Gewerbeflächenkonzeptes durch die städtische Wirtschaftsförderung werden zwei Ziele verfolgt: Erarbeitung einer fachlichen Expertise und anerkannten Argumentationsbasis sowie „Lobbyarbeit“ für gewerblich-wirtschaftliche Themen und Fragestellungen in der Verwaltungsspitze und in der Kommunalpolitik.

Stefan Frerichs, Oliver Wollmann
Wirtschaftsflächenkonzepte

Die Sicherung und Entwicklung von Industrie- und Gewerbeflächen ist ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Arbeit der kommunalen Wirtschaftsförderung. Vor dem Hintergrund der sich wandelnden Wirtschaft und der wachsenden Attraktivität städtischer Agglomerationsräume gewinnen jedoch zunehmend urbane Standortqualitäten und die Gestaltung neuer Nutzungsmischungen aus Wohnen und Arbeiten für die Gewerbeflächenentwicklung an Bedeutung. Die hier unter dem Begriff Wirtschaftsflächenkonzepte benannten kommunalen Fachkonzepte für Industrie und Gewerbe müssen deshalb neue konzeptionelle und strategische Lösungen für die räumlichen Auswirkungen aktueller Trends und sich ändernde Standortanforderungen finden.

Sandra Wagner-Endres
Bemerkungen zur Auswahl geeigneter Unternehmen für den Standort

Vorgeschlagen wird ein Fragebogen, welcher Unternehmen, die sich am jeweiligen Standort ansiedeln, einordnet und bewertet. Die ausgewählten Kriterien sind wissenschaftlich begründet und belegt. Eine intensive Befassung mit den umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu diesem Thema und deren Anwendung in strategischer Kombination mit institutionalisierter Informationsvermittlung an Stakeholder kann eine Steuerung des Standortes in Richtung vereinbarter Ziele befördern. Die tieferen und wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse können nachgehalten und auch auf Bestandsunternehmen angewendet werden. Ein Fragebogen, der angemessen umfassend Kriterien abfragt und bewertet liefert Entscheidern in der Verwaltung, Politik und Bürgern ein Parameterset zur Steuerung und zur Beobachtung der Entwicklungen und Transformationen am Standort.

Heino Bubach-Bernhardt
Kapitel 13. FutureCamp – Nachwuchskräfte gestalten die Zukunft Münchens

Was passiert, wenn Azubis und dual Studierende gefragt werden, wie sie sich die Zukunft ihrer Organisation vorstellen? Das erlebte die Stadtverwaltung München mit dem 1. FutureCamp. Neben innovativen Ideen für eine digitale und attraktive Arbeitgeberin waren das Engagement und die Verantwortung der Nachwuchskräfte für ihre Stadtverwaltung beeindruckend. Das Experiment FutureCamp zeigt: Wenn man ihn lässt, verändert der Nachwuchs Kultur und Arbeitsweisen einer Organisation zum Besseren. Ein Praxisbericht aus der Sicht von Dr. Stefan Döring, Ideengeber des FutureCamps und fachliche Leitung der „Digitalen Kommunikatio“ im IT-Referat der Stadt München

Stefan Döring
Kapitel 14. Regionale, resiliente Ernährungssysteme – am Beispiel der Region Freiburg

Um die Ernährungsresilienz auf kommunaler Ebene zu erhöhen, wurden bei einer Untersuchung an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg in der Region Freiburg im Breisgau verschiedene Akteure des Ernährungssystems nach Hemmnissen, Forderungen, Möglichkeiten sowie Zielvorstellungen befragt. Die Ergebnisse der Interviews zeigen, dass für ein regional-resilientes Ernährungssystem insbesondere die Diversität in Anbau, Betriebsformen und Vermarktungsstrukturen von Bedeutung sind, da es dadurch auch zu einer erhöhten Redundanz in Krisenfällen kommt. Letztere wird vor allem auch durch die vielfach genannte Integrierung regionaler in nationale oder globale Strukturen erhöht.

Esther Wiese, Michael Rumberg
Kapitel 3. Engineering 4.0 – Grundlagen der Digitalisierung des Engineerings

Das Internet der Dinge und Services (IOT/IOS) sowie Industrie 4.0 gehen in der Zukunft von vernetzten Produkten, Systemen und Dienstleistungen aus. Der wertmäßige Anteil an Elektronik und Software wird bei dieser Art von Produkten und eingebetteten Dienstleistungen kontinuierlich steigen. Kommunizieren Produkte miteinander über das Internet, wird von Cyber-Physical Systems bzw. Cybertronischen Systemen gesprochen. Die Entwicklung dieser neuen Systeme wird mehrere Konsequenzen nach sich ziehen: interdisziplinäre, regional und organisatorisch verteilte sowie integrierte Produktentwicklung, ein Überdenken heutiger Konstruktionsmethoden, Prozesse, IT-Lösungen und Organisationsformen sowie die Forderung nach durchgängigen Prozessketten, basierend auf digitalen Modellen in der Anforderungsdefinition, Systemarchitektur, Produktentwicklung, Simulation, Produktionsplanung, Produktion und Service. Weiterhin müssen Planungs- und Entwurfsmethoden aller Disziplinen – Mechanik, Elektronik und Software – auf den System-Prüfstand gestellt und ihre Tauglichkeit für ein neues Vorgehensmodell der Produkt-, System und Serviceentwicklung überprüft werden, um diese in einen gemeinsamen, integrierten und interdisziplinären Methoden-, Prozess- und IT-Lösungsansatz zu überführen. Dieser Ansatz der Digitalisierung der Produktentwicklung wird Engineering 4.0 genannt. Der hier verwendete Begriff Produktenwicklung bezieht sich sowohl auf die eigentlichen Produkte als auch auf die Produktionsmittel, denn diese sind auch Produkte im eigentlichen Sinne. Diese Begriffsdefinition lehnt sich an die Begriffsbestimmung von Ehrlenspiel an [29]. Damit umfasst der in diesem Buch verwendete Begriff der Produktentwicklung den von vielen Autoren [78, 93] verwendeten Begriff der Produktentstehung. Die Grundlagen bilden Methodiken des Systems Engineering (SE), des Model Based Systems Engineering (MBSE) und des Systems Thinking. Die Digitalisierung der Produkte und der Produktentwicklung bedeutet einen Transformationsprozess, der die klassischen Grenzen einer fragmentierten und konkurrierenden IT-Lösungswelt neu ordnet. Weg vom Silodenken zu einem durchgängigen und integrativen Lösungsansatz für das Engineering. Ein leichtgewichtiger und föderierter Engineering Backbone (→ System Lifecycle Management, SysLM) wird die Rolle der Daten- und Prozessintegration über den gesamten Produktlebenszyklus inklusive des operativen Betriebes einnehmen. In diesem Kapitel werden Grundlagen, Randbedingungen und Treiber der Digitalisierung vorgestellt und eine daraus resultierende für die Entwicklung von cybertronischen Produkten und Systemen angepasste Konstruktionsmethodik abgeleitet.

Martin Eigner
Das Nutzerkonto Plus: Digitale Verwaltungspartizipation in der Smart City

Gesellschaftliche Veränderungen und die Digitalisierung aller Lebensbereiche stellen Kommunen vor große Herausforderungen. Das Onlinezugangsgesetz liefert den Anstoß, die Interaktion der Verwaltung mit dem Bürger neu zu denken. Am Ende des OZG-Umsetzungsprozess sollte eine zeitgemäße digitale Kommunikation möglich sein. Durch die Einbindung digitaler Partizipationsinstrumente kann der Bürger zudem enger in Verwaltungsprozesse einbezogen werden. Das OZG-Nutzerkonto ist hierfür das Schlüsselelement und Plattform zugleich. Die kommunale überobligatorische Umsetzung des Nutzerkontos (Nutzerkonto Plus) öffnet die Tür zur offenen und partizipativen elektronischen Verwaltung in Deutschland.

Carsten Berger, Christoph-Donatus Sander
Lebensqualität, Gemeinwohl und Wertschöpfung – zur Renaissance der Kommune in Zeiten fortschreitender Digitalisierung und Vernetzung

In Bezug auf die notwendige Sicherstellung der wirtschaftlichen und politischen Souveränität Deutschlands und Europas bildet die Kombination von Autonomie und Standardisierung aktuell erneut ein zentrales Paradigma für die aktive Gestaltung des digitalen Wandels. Vor diesem Hintergrund stellt der Beitrag die kommunale Perspektive auf gegenwärtige Reformen wie das Onlinezugangsgesetz (OZG) bewusst in den deutlich größeren Zusammenhang der digitalen Transformation unseres föderalen Staates und seiner öffentlichen Verwaltung. Ziel dieser Einordnung ist es auch, einen mutigen Blick auf die vor uns liegenden Aufgaben und Herausforderungen bezüglich der aktiven Gestaltung des digitalen Wandels zu werfen und dabei die Rolle der Kommunen und Regionen ggf. neu zu definieren. Denn hier sind vermutlich nicht nur die größten Transformationen zu erwarten, sondern die Einbindung der kommunalen Ebene ist bereits heute der entscheidende Erfolgsfaktor für die Umsetzung anspruchsvoller politischer Zielsetzungen auf nationaler bzw. europäischer Ebene (Nachhaltigkeit, Digitale Souveränität, etc.). Deshalb richtet sich dieser Beitrag in besonderer Weise auch an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, deren Aufgabe es ist, die Kommunen bei der aktiven Gestaltung der digitalen Transformation auf lokaler und regionaler Ebene bestmöglich zu unterstützen.

Marco Brunzel
Kapitel 4. Der Wiener Mietwohnungsmarkt

In diesem Kapitel wird die Mietensituation in Wien sowie übergeordnet für Österreich dargestellt. Dabei wird auf lokale Besonderheiten wie den Wiener Gemeindebau, das Österreichische Mietrechtgesetz und das Richtwertkonzept eingegangen. Auch globale Einflussfaktoren wie die Politik in der Europäischen Union und der Europäischen Zentralbank mit ihrer Bedeutung für den Wiener Immobilienmarkt mit seinen Wiener Mietern werden diskutiert. Ein Fokus liegt auf dem Vergleich mit Berlin und den Berliner Mietendeckel, der 2020 eingeführt und 2021 für nichtig erklärt wurde. Der Ausgangpunkt des Vergleichs liegt hierbei 100 Jahre zuvor im Roten Wien von 1919.

Tracy Dathe, René Dathe, Andreas Weise, Isabel Dathe, Marc Helmold
Kapitel 2. Wohnpolitik in Deutschland

In diesem Kapitel wird kurz die historische Entwicklung der Mietpolitik in Deutschland ab 1914 bis zur aktuellen Situation dargestellt. Insbesondere werden die aktuellen Maßnahmen in Berlin (wie beispielsweise das Mietdeckelgesetz, welches Anfang 2020 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen und im Frühjahr 2021 vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt wurde), beschrieben und die Wirkungen aus Sicht der Eigentümer, Vermieter und Mieter divers diskutiert. Anschließend werden weitere Regulierungsinstrumente, wie Milieuschutz, sozialer Wohnungsbau und steuerliche Maßnahmen, umrissen.

Tracy Dathe, René Dathe, Andreas Weise, Isabel Dathe, Marc Helmold
Kapitel 3. Trendthemen und ihre Hintergründe

Spätestens mit dem Reaktorunfall von Fukushima in Japan im Jahr 2011 ist die Energiewende stark in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik gerückt. Vor allem die drastischen Ausbauzahlen der folgenden Jahre an erneuerbaren Energien sind hierfür ein Beleg. Hinzu kommen ambitionierte Umwelt- und Klimaschutzziele.

Marcel Linnemann
Kapitel 6. Das Singapur-Modell

Mit weltweit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte schafft es Singapur, einen beträchtlichen Anteil des benötigten Wohnraums durch die öffentliche Behörde für Wohnungsbau Housing and Development Board (HDB) nachhaltig zur Verfügung zu stellen, und verhindert dabei erfolgreich die Gettobildung. Allgemein wird das Singapur-Modell als ein Beispiel der erfolgreichen Wohnraumpolitik im asiatischen Raum betrachtet. In diesem Kapital wird das Singapur-Modell näher beschrieben und anschließend die Rolle der Regulierung analysiert. Die Fotos in diesem Kapitel wurden von Frau Patricia Yang (杨嘉) und Frau Ivy Zhong (钟晓雯) zur Verfügung gestellt.

Tracy Dathe, René Dathe, Andreas Weise, Isabel Dathe, Marc Helmold
Verkehrsplanung

Das Kapitel beschreibt zunächst die wichtigsten Zusammenhänge Mobilität und Verkehr einschließlich der relevanten Definitionen und zentralen Kenngrößen. Dargestellt werden die Folgen und Wirkungen des Verkehrs, Gerechtigkeitsaspekte, die Interdependenzen zwischen Raum und Verkehr sowie die Grundprinzipien einer integrierten Verkehrsplanung. Darauf aufbauend werden die Aufgaben und Vorgehensweisen der Verkehrsplanung beschrieben. Dabei werden die Stufen des Planungsprozesses dargestellt und Ziele, Strategien sowie Maßnahmen der Verkehrsplanung und Verkehrspolitik diskutiert. Abschließend werden verkehrsmittel- bzw. verkehrsträgerübergreifend die wichtigsten Herausforderungen dargestellt.

Carsten Gertz

Open Access

Kapitel 4. Skizzen und Fragmente für eine dekoloniale politische Bildung

Der hier vorliegende Text zielt darauf ab, Impulse für die Konzeption einer dekolonial ausgerichteten politischen Bildung zu entwickeln, die aus meiner Perspektive als eigenständiges Feld notwendig erscheint und als fundamentaler Bestandteil einer sich als kritisch verstehenden politischen Bildung (Lösch/Thimmel 2010) anerkannt werden sollte. Gleichzeitig kann sie auch als eine Dekolonisierung der gegenwärtig hegemonialen politischen Bildung gelesen werden. Um die Implikationen meiner empirischen Ergebnisse für die politische Bildung zu kontextualisieren, beziehe ich mich im gesamten Kapitel auf bestehende Ansätze dekolonialer – wenngleich natürlich hochpolitisch, nicht explizit der Fachdisziplin der Didaktik der politischen Bildung zugeordneten – Bildungsperspektiven, im deutschsprachigen Raum vertreten beispielsweise durch María do Mar Castro Varela oder Patricia Baquero Torres.

Malte Kleinschmidt
Kapitel 4. Grundlagen zum baulichen Schallschutz in Verbindung mit WPCs

Als letztes Kapitel zu den bauphysikalischen Grundlagen in Verbindung mit naturfaserverstärkten Kunststoffen behandelt dieser Teil den Luft- und Körperschallschutz im Bauwesen. Dazu werden zunächst die Grundlagen der Schallausbreitung erörtert und die normative Nachweisführung vorgestellt. Der Luftschallschutz wird am Beispiel von Innenwand- und Deckenkonstruktionen erläutert, und beispielhafte Berechnungen demonstrieren den Unterscheid einer vorhandenen Vorsatzschale aus WPC-Paneelen. Ähnlich wird der Außenlärmschutz betrachtet, wobei WPC als vorgehängte hinterlüftete Fassade gleichermaßen sein Schalldämmpotential offenbart. In diesem Zusammenhang wird auch der aktuelle Stand aus der Forschungsliteratur in Verbindung mit dem neuartigen Werkstoff vergleichend herangezogen. Anschließend wird der Trittschallschutz vertieft, bei dem WPC auch als Bodenbelagsmaterial in den Berechnungen Berücksichtigung findet. Das Kapitel beinhaltet konkrete Ausführungsbeispiele für optimierten baulichen Schallschutz und schließt wieder mit Wiederholungs- und Übungsaufgaben.

Daniel Friedrich

Open Access

Kapitel 1. Einleitung

Wie nachhaltig kann Stadtentwicklung sein? Beton, Asphalt, Abgase und Lärm prägen oftmals unser Bild von Städten. Dies steht im Zusammenhang mit hohen Versiegelungsgraden, Emissionen und Verkehrsbelastungen, die die Folge der Konzentration von Menschen, ihrer Mobilität und ihres Handelns im städtischen Raum sind.

Florian Koch, Kerstin Krellenberg

Open Access

Kapitel 3. Nachhaltige Stadtentwicklung und die Agenda 2030

In Kap. 2 wurden die Grundsätze der Agenda 2030 und die Rolle der Städte bei deren Umsetzung aufgezeigt. In diesem Kapitel wird nun speziell auf die nachhaltige Stadtentwicklung und den Stand der Umsetzung der SDGs auf städtischer Ebene eingegangen.

Florian Koch, Kerstin Krellenberg

Open Access

Kapitel 2. Die Agenda 2030 und die Sustainable Development Goals

Im Jahr 2015 verabschiedeten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Agenda als globales Aktionsprogramm sieht bis zum Jahr 2030 weltweit gemeinsame Anstrengungen vor, um die Sustainable Development Goals (SDGs) zu erreichen. Die Realisierung dieser ambitionierten globalen Nachhaltigkeitsziele erscheint angesichts neuer Herausforderungen wie z. B. dem Umgang mit den globalen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie schwierig.

Florian Koch, Kerstin Krellenberg
Urbaner Populismus in Spanien ? – Die Beispiele Barcelona und Madrid

Der Beitrag widmet sich den im Mai 2015 in Barcelona und Madrid an die Macht gekommenen Linksbündnissen Barcelona en Comú und Ahora Madrid, die von politischen Beobachter*innen aufgrund ihres im Wahlkampf verfolgten Diskurses und ihrer Kooperation mit der auf nationaler Ebene auftretenden Partei Podemos oftmals als linkspopulistisch eingeordnet wurden. Es wird der Frage nachgegangen, ob diese Ausrichtung auch in der Regierungsverantwortung beibehalten wurde oder ob die Regierungsverantwortung eine Anpassung an „etablierte“ Formen der Politikgestaltung mit sich gebracht hat. Hierzu werden zunächst spezifisch für urbane Räume geltende Einflussfaktoren aufgezeigt, die auf die Entstehung von Problemen und die Ansätze zur politischen Lösung dieser Probleme Einfluss haben. Folgend soll auf die Vorgeschichte der urbanen Bewegungen bzw. den Entstehungskontext des „populistischen Moments“ eingegangen und in der Folge der Wahlkampf der linken Wahlbündnisse betrachtet werden. Auf das konkrete Wirken in der Regierungsverantwortung wird abschließend Bezug genommen.

Christian Pfeiffer
Kapitel 5. Formen und Formate

Ausgehend von persönlichen Erfahrungen mit Patenschaften für Geflüchtete wird gezeigt, welcher Mehrwert an interkultureller Bildung, Integration und menschlich bereichernden Erlebnissen mit dieser Form des Engagements verbunden ist. Dennoch haben viele Patenschaften auch frustrierende Erfahrungen zu verarbeiten. Umso wichtiger ist ihre professionelle Begleitung und engagementpolitische Unterstützung.

Thomas Röbke
Kapitel 2. Grundlagen

Menschen engagieren sich aus vielfältigen Motiven: Um sich selbst und anderen Freude zu bereiten, aus Mitleid, aus Barmherzigkeit, um Freundschaften zu schließen oder solidarisch gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen. Es gibt viele unterschiedliche Vorstellungen, anderen zu helfen, aber auch sich selbst Gutes zu tun. Der Beitrag verfolgt einige dieser Motive im historischen Kontext und versucht zugleich, ihr gemeinsames Band zu entziffern.

Thomas Röbke
6. Konzeption und Implementierung von Mikro-City-Hubs als Baustein emissionsneutraler City-Logistik

Die City-Logistik ist von Zukunftstrends in Handel, Industrie und Verkehr beeinflusst und aktuell einer Vielzahl von Trends und Herausforderungen ausgesetzt. Im Zuge des steigenden Handlungsbedarfs ist eine Forschungslandschaft mit unterschiedlichen Maßnahmen und Lösungsansätzen entstanden. Eine zentrale Rolle für die nachhaltige Gestaltung und Elektrifizierung der City-Logistik spielt die Integration von Mikro-City-Hubs. Die Merkmale eines Stückgutnetzwerks stellen dabei besondere Anforderungen an die Konzeption, Implementierung und Wirtschaftlichkeit von Mikro-City-Hubs.

Frank Straube, Oliver Grunow, Stephanie Ihlenburg, Florian Sinn
Chapter 4. Cold War Journalism as Utility: Leveraging Foreign Media Content

Sometimes, exposure to foreign information might be politically expedient for either side. Allowing coverage by news organizations from the other side might lead to valuable publicity on the home front, even if the foreign audience reacts negatively. This chapter examines circumstances in which governments, media organizations, and individuals did not seek to block or restrict journalistic activity across the Iron Curtain because some sort of perceived benefit could be reaped. This chapter draws on research on East Germans listening to the U.S. government-run station RIAS Berlin as well as research on listening to Radio Moscow in North America during the Cold War. The chapter also examines international reactions to a CBS documentary film on life in East Germany during the early 1960s.

Kevin Grieves
Architektur für die Offene Kinder- und Jugendarbeit

Die Planung eines Jugendhauses oder -zentrums erfordert von Architekt*innen eine aktive Auseinandersetzung mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Gleichermaßen erfordert es auch seitens der Jugendarbeiter*innen ein Interesse an architekturrelevanten Fragestellungen. In einem gemeinsamen Aushandlungsprozess müssen sie herausfinden, welche räumlich-atmosphärischen Qualitäten sie sich von dem neuen Haus für die Kinder und Jugendlichen erwarten und wie dies in eine bauliche Gestalt übersetzt werden kann. Der vorliegende Beitrag widmet sich diesem Aushandlungsprozess und zeigt auf, was ein Raumprogramm für ein Haus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ausmacht, welche architektonischen Überlegungen angestellt werden müssen, um diesem Raumprogramm heute und in Zukunft zu entsprechen, und wie Planungsprozesse gestaltet sind, die die Bedürfnisse der Offenen Kinder- und Jugendarbeit aufnehmen.

Eva Lingg
Spielmobile

Die ersten Spielmobile rollten Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre in Berlin, Köln und München durch die BRD. Der Höhepunkt der Spielmobilgründungen fiel in das Jahr 1979, das von der UNO deklarierte ,,Jahr des Kindes“. In der DDR entstand ab Ende der 70er Jahre die Spielwagen-Bewegung. Derzeit existieren in Deutschland etwa vierhundert Spielmobile. Erhebliche Fluktuationen lassen eine genauere Angabe nicht zu. Das Spielmobil erschließt vor allem aufgrund seiner Mobilität in besonderer Weise Kindern in der Stadt und auf dem Lande Auseinandersetzungs- und Aneignungschancen; damit kommt ihm eine erhebliche Funktion in Bezug auf den Bildungserwerb von Kindern zu. Des Weiteren erfahren die Nutzer*innen quasi ,,nebenher“ eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsförderung, dies vor allem vor dem Hintergrund der Außenaktivitäten und der motorischen Angebote. Baacke et al. (1990) machten im Aktivwerden des Spielmobils den Versuch einer ,,Gegeninszenierung“ aus, eine ,,inszenierte Begegnung von Pädagogen und Kindern“, in der versucht wird, einen Zusammenhang ,,zwischen Gegenseitigkeit, Körperlichkeit, Ganzheitlichkeit (und) Rhythmus“ herzustellen und das ,,Gefühl für Freiheit und Bewegung […] wieder hereinzuholen“ (ebd.). Über dieses — möglicherweise grundsätzliche — Basisverständnis der Spielmobilarbeit hinaus existiert eine ausgesprochene Breite an Konzepten, Aktivitäten, Aktionsorten, Strukturen, Trägerschaften, Zielgruppen und Mitarbeiter*innen-Konstellationen.

Rainer Deimel, Stefan Melulis
Jugendverbandsarbeit und Offene Kinder- und Jugendarbeit – Bündnis für Demokratiebildung

Der Bildungsauftrag der Jugendarbeit lautet, Bildung zur Demokratie mit Hilfe demokratischer Partizipation umzusetzen. Vor diesem Hintergrund wird im Artikel – neben einer Klärung der rechtlichen Situation – der Begriff der demokratischen Partizipation definiert und auf dieser Basis der Bildungsauftrag zur Demokratie operationalisiert, d. h. beschrieben, was es heißt, demokratische Bildung in der Jugendarbeit umzusetzen. Aufgezeigt wird dabei zum einen, dass das in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit angelegte Potenzial zur demokratischen Bildung empirisch nicht konsequent ausgeschöpft wird. Gefragt wird zum anderen, ob die Offene Kinder- und Jugendarbeit bereit ist, Strukturen zu entwickeln, die die Realisierung des Bildungsauftrags gewährleisten können. Die Chance, die Entwicklung demokratischer Partizipation in der Jugendarbeit aufzugreifen, liegt darin, offensiv gegenüber Politik und Verwaltung auftreten und eine gesellschafts- und bildungstheoretisch fundierte Antwort auf die kritische Nachfrage bereithalten zu können, wofür die Jugendarbeit als dritte Bildungsinstitution neben Familie und Schule eigentlich (noch) gebraucht wird.

Elisabeth Richter, Wibke Riekmann
Bildung und Offene Kinder- und Jugendarbeit

Der Text erläutert den Bildungsauftrag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Dazu wird zunächst eine Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlich vorherrschenden, auf Humankapitalbildung und Schule zentrierten Bildungsverständnis geführt. Anknüpfend daran stellt sich unter Rückgriff auf das klassische Bildungsdenken die Frage nach einem für die Jugendarbeit angemessenen Bildungsbegriff und nach zentralen, jugendarbeitsspezifischen Zugängen zu Bildung. Es werden übergreifende bildungstheoretische Reflexionen für Konzeptionen der Jugendarbeit fruchtbar gemacht und die Bedeutung der jugendlichen Gesellungspraxis für die bildungsorientierte Jugendarbeit skizziert, um schließlich Konsequenzen für das professionelle Handeln in der bildungsorientierten Jugendarbeit abzuleiten.

Stephan Sting, Benedikt Sturzenhecker
14. Städte – Brennpunkte und Kampfplätze

Politische Handlungsfelder – Urbane Mobilität: Die Städte sind der „Ballungsraum“ der Überlastung des Verkehrssystems und der Umweltauswirkungen der Mobilität. Viele Metropolen sehen sich zugleich als Treiber der klimapolitischen Veränderung. Mobilitätsdienstleistungen („car as a service“ und „on demand mobility“) zielen vor allem auf das urbane Kundenpotenzial, haben aber bisher die umfassenden Versprechungen für eine nachhaltigere Mobilität nicht einlösen können. Umgekehrt hat auch der durch Corona beschleunigte Schub in Richtung von Beschränkungen des Verkehrsraums mit den „analogen“ Mitteln von „Blech am Straßenrand“ und „Farbe auf Asphalt“ nicht zu einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens geführt. Die These lautet daher, dass die sehr unterschiedliche Motivationen für die Nutzung eines Autos im städtischen Raum mit dem etablierten Instrumentarium nicht wirksam adressiert werden können. Stattdessen muss das mit digitalen Technologien geschaffene Potenzial weit differenzierterer Anreiz- und Steuerungssysteme genutzt werden, um individuelle Mobilität mit deutlich verringerten Belastungen für die Städte zu ermöglichen. Im Vergleich zu den USA und China weitet sich jedoch in Europa die Lücke zwischen einem behaupteten politischen Gestaltungsanspruch auf der einen, unzureichender instrumentell–technologischer Kompetenz auf der anderen Seite.

Thomas Becker
2. Wie die Autoindustrie gemacht wurde

Konzeptioneller Rahmen – historische Interdependenzen: Dass das Automobil sich aus der Nische eines Fortbewegungsmittels für wenige Reiche zu einem demokratisierten Massenfortbewegungsmittel entwickelt hat, das umfassende Mobilität mit Individualität und Freiheit verband, ist strategisch-konzeptionellen Innovationen aus der Industrie mindestens ebenso sehr zu verdanken wie einer staatlichen Infrastrukturpolitik, welche die Mobilisierung dieses Potenzials erst ermöglicht hat. Die massiven Investitionen in eine autogerechte Infrastruktur waren nur legitimierbar, weil das Auto Chancen versprach, die Politik nicht ungenutzt lassen konnte. Während das Automobil als Produkt ein Jahrhundert lang global immer weiter expandierte, war seine Industrie zutiefst von nationalen politischen Entscheidungen geprägt. Diese reichten von der gezielten Subventions- und Strukturpolitik des Deutschen Reiches über die spezifischen arbeitsmarktpolitischen Spielregeln des „Biotops Detroit“ bis hin zu der Schlüsselrolle bei der Öffnung Chinas unter Deng Xiaoping.

Thomas Becker
Geschmackserziehung im „Kitschzeitalter“. Zur Formierung der Sinne im 19. Jahrhundert

Der Beitrag untersucht Ästhetisierungsprozesse im 19. Jahrhundert und fokussiert dabei vor allem auf Kunstgewerbevereine, christliche Kunstvereine sowie Altertumsvereine. Diese Vereine – so die These – haben die Popularisierung des ästhetischen Blicks und ästhetischer Urteilskompetenz über das Feld der Kunst hinaus entscheidend mit vorangebracht. Um dies zu plausibilisieren, werden Selbstverständnis und Arbeitsweisen der Vereine vorgestellt und diskutiert. Auf diese Weise leistet der Beitrag eine wichtige Ergänzung zu vorliegenden Ansätzen, die mit Blick auf den Prozess der Ästhetisierung allein die Vorbildwirkung von Künstler- und Bohemezirkeln in Rechnung stellen und deren Reichweite dabei überschätzen.

Uta Karstein

Open Access

Kapitel 7. Zustellroboter als Lösung für die letzte Meile in der Stadt?

Der städtische Güterverkehr nimmt eine immer wichtigere Rolle im Bereich der urbanen Mobilität sowie auch in der städtischen Verkehrspolitik ein, da der E-Commerce boomt: Die Digitalisierung bringt es mit sich, dass immer öfter Waren über das Internet bestellt werden, wodurch sich auch der Lieferverkehr stark erhöht hat (vgl. Muschkiet/Schückhaus 2019: 358; Deutsche Bundesregierung 2019: 44f.). Es bedarf daher neuer nachhaltiger Lösungen und Konzepte in der urbanen Logistik, wobei besonders die letzte Meile infolge fehlender Bündelung und großer Aufwände eine wesentliche Herausforderung darstellt (vgl. Gerdes/Heinemann 2019: 399; Buthe et al. 2018: 30; Lierow/Wisotzky 2019). Gleichzeitig entstehen neue Zustellformen wie etwa Zustellroboter (vgl. Baum et al. 2019: 2455; Jennings/Figliozzi 2019: 317), denen ein großes Potential für die letzte Meile zugeschrieben wird.

Bert Leerkamp, Aggelos Soteropoulos, Martin Berger

Open Access

Kapitel 2. Automatisiertes und vernetztes Fahren: Berücksichtigung des lokalen, räumlichen Kontextes und räumliche Differenzierung

Die Beiträge der vorliegenden Anthologie behandeln Raumwirkungen sowie Steuerungs- und Planungsansätze auf kommunaler und regionaler Ebene. Hierbei erweist es sich als unumgänglich, die räumlichen Voraussetzungen ländlich geprägter Gemeinden und Regionen von jenen der urbanen Zentren und Großstädte zu unterscheiden. Ländliche sowie urbane Räume sind nicht homogen, sondern vielschichtige Gebiete mit unterschiedlichen siedlungsstrukturellen, naturräumlichen und infrastrukturellen Ausstattungen, Funktionen und Herausforderungen (VCÖ 2019: 9).

Emilia M. Bruck, Aggelos Soteropoulos

Open Access

Kapitel 19. Automatisierter und vernetzter Verkehr in der soziotechnischen Transformation?

Die Entwicklung des automatisierten und vernetzten Verkehrs (avV) wird – neben Fragen der Ethik, des Rechts, der Sicherheit, der Finanzierung, des Umweltschutzes und der Klimaschonung – vor allem als eine technologische Herausforderung im Rahmen einer breiten und vielfältigen Digitalisierung diskutiert. Gesellschaftliche Auswirkungen oder gar die Einbettung der mit den Entwicklungen des avV verbundenen Techniken in die Gesellschaft spielen demgegenüber in der gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskussion zum avV noch eine stark untergeordnete Rolle oder werden bisweilen als hoch unsicher dargestellt.

Jens S. Dangschat

Open Access

Kapitel 5. Automated Drivability und straßenräumliche Verträglichkeit im Stadt-Land-Kontinuum am Beispiel der Stadtregion Wien

Automatisierte Fahrzeuge werden unsere Mobilität und die Möglichkeit des Vorankommens stark verändern. Bereits in den nächsten Jahren sind hierdurch im Mobilitätsbereich hochdynamische Entwicklungen mit grundlegenden Veränderungen und Umbrüchen zu erwarten, die sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen werden. Aus Sicht der Verkehrs-, Infrastruktur- und Stadtplanung braucht es daher Strategien, wo und wie automatisierte Fahrzeuge bestmöglich eingesetzt werden.

Aggelos Soteropoulos

Open Access

Kapitel 8. Steuerung und Gestaltung von räumlichen Schnittstellen der Mobilität
Betrachtungen angesichts des automatisierten Fahrens

Der vorliegende Beitrag widmet sich den Veränderungen im öffentlichen Raum, die mit der digitalin Vernetzung und Automatisierung im Mobilitätswesen einhergehen. Hierzu werden speziell räumliche Schnittstellen der Mobilität in den Fokus gerückt. Gemeint sind dabei Räume der Interaktion, der Verknüpfung unterschiedlicher Modi und des Übergangs im öffentlichen Raum. Aufgrund der zunehmenden Vielfalt an Mobilitätsangeboten und neuen Nutzungsanforderungen gewinnt schon heute die Gestaltung von räumlichen Schnittstellen an planerischer Bedeutung.

Emilia M. Bruck, Rudolf Scheuvens, Martin Berger

Open Access

Kapitel 11. Integration des Radverkehrs in zukünftige urbane Verkehrsstrukturen mit automatisierten und vernetzten Fahrzeugen

Eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen (avF) ist es zur Zeit, Bewegungen von anderen Verkehrsteilnehmenden vorauszusehen (Kahn 2018, Mingels 2019). Der ehemalige CEO von Renault-Nissan-Mitsubishi, Carlos Ghosn, wird in Bezug auf Radverkehr und die fortschreitende Automatisierung von Kraftfahrzeugen (Kfz) mit den Worten zitiert: „One of the biggest problems is people with bicycles […], [they] don’t respect any rules usually […] from time-to-time they behave like pedestrians and from time-to-time they behave like cars“ (Reid 2018). Diese Aussage verdeutlicht die Konflikte, die durch ein Aufeinandertreffen zweier sowohl im Antrieb als auch in der Fahrweise stark abweichender Verkehrsmittel entstehen können.

Lutz Eichholz, Detlef Kurth

Open Access

Kapitel 10. Am Ende der Straße: totale Sicherheit
Wie das Sicherheitskonzept von automatisierten und vernetzten Fahrsystemen den Straßenraum verändert

Präsentationen, mit denen die Entwicklung selbstfahrender Autos beworben wird, beginnen häufig mit etwas, was mit Michel Foucault ein „Theater der Schmerzen“ genannt werden könnte (Foucault 2012: 42). Während Fotos zerrissene Schulbusse und halbierte Autos zeigen, unterfüttert die vortragende Person den viszeralen Eindruck mit Zahlen: 1,2 Millionen Menschen werden jedes Jahr im Straßenverkehr getötet, was Verkehrsunfälle zur häufigsten Todesursache für 15- bis 29-Jährige weltweit macht (WHO 2015: 2). Automatisierte Fahrsysteme sollen diese Tragödie beenden. Dazu müssen Menschen das Steuer an lernende Algorithmen abgeben, die den menschlichen Fähigkeiten überlegen und niemals müde, abgelenkt oder betrunken wären.

Mathias Mitteregger
Kapitel 4. Antisemitismus aus der Sicht von Politiklehrkräften

Kapitel 4 analysiert vergleichend die Erfahrungen, Alltagsdidaktiken und -vorstellungen der interviewten Lehrer*innen. Hierfür werden zunächst Kuckartz’ Ablaufschemata für die inhaltlich strukturierende und die evaluative qualitative Inhaltsanalyse erläutert. Die Darstellung der Erkenntnisse orientiert sich im Anschluss am Aufbau des Interviewleitfadens (vgl. 4.1; 4.2).

Christoph Wolf
Kapitel 15. Kunst und (Stadt-)Raum
Sichtbarmachung zukünftiger Urbanität durch Kreativität

Der Beitrag zeigt auf wie künstlerische Interventionen mit konventionellen Sehgewohnheiten brechen und urbane (Veränderungs-)Prozesse anregen. Kunst dient in ihrer Forschung als Mittel und Gegenstand der Datenerhebung, dessen Grenzen und Potenziale anhand von Dimensionen aus der Kreativitätsforschung (Product, Process, Person, Press) diskutiert werden. Diese interdisziplinäre Herangehensweise integrierte auch transdisziplinäre Denkweisen beispielsweise durch die Integration der Künstler*innen des Kollektivs REFLEKTOR NEUKÖLLN. Dabei konnten durch Kreativität Vorstellungsbilder, Visionen und Wünsche zukünftiger Urbanität sichtbar gemacht werden.

Christine Scherzinger
Kapitel 18. Architekturrenderings in Stadtplanungsprozessen
Imagineering und Sichtbarkeitspolitiken des Städtischen

Entscheidungs- und Diskussionsprozesse über die Gestaltung des zukünftigen Stadtraums kommen nicht ohne Visualisierungen aus. Insbesondere Architekturrenderings sind zu einem zentralen Bestandteil der Kommunikation stadtplanerischer Vorhaben geworden. Gerade in Hinblick darauf, dass Architekturrenderings einen Ausschnitt von zukünftiger gebauter Umwelt simulieren, erscheinen die Fragen notwendig, was von wem wie ins Bild gesetzt wird. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit diesem Bildtypus und beleuchtet die Funktion und Intention im Produktionsprozess, welche Architekturrenderings als interessengeleitete Bildentwürfe und strategische Bildträger, die Blicke lenken, erkennbar werden lassen.

Daniela Schadauer
Kapitel 19. Stadt(-Raum) im Bild
Imaginationen des Urbanen in Renderings

Visualisierungen von Stadtentwicklungsprojekten – sogenannte Renderings – gewinnen für das Stadtmarketing an Bedeutung. Sie ermöglichen die Verwertung und Positionierung neuer Stadtteile. In diesem Beitrag wird ihre Wirkmächtigkeit zum Gegenstand wissenschaftlicher Reflexionen gemacht. Am Beispiel der Seestadt Aspern wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutungszuschreibungen von Stadtentwicklungsgebieten in den Renderings vermittelt werden und welchen Einfluss sie auf die Stadtteilproduktion haben.

Cornelia Dlabaja
Kapitel 20. Imaginationen von Zentrum
Analyse sprachlich-bildlicher Zuschreibungen in Stadtplanungsdebatten

Vorstellungsbilder in stadtbezogenen Materialien, wie Renderings oder Broschüren, können zeigen, wie die Zukunft einer Stadt aussehen kann. Stadtplanung arbeitet zudem mit sprachlichen Bildern und Metaphern über zukünftige Entwicklungen. Durch sprachliche Zuschreibungen von Vorstellungsbildern werden Zukünfte imaginiert und in Folge bei verschiedenen Akteuren und Akteurinnen implementiert. Die Analyse sprachlich-bildlicher Zuschreibungen in der Stadtplanung ist für das Verständnis von Stadtentwicklung notwendig, um die Zielsetzungen für die Zukunft von Räumen besser nachvollziehen zu können. In diesem Beitrag wird ein Forschungsweg zur Analyse sprachlicher Zuschreibungen von Vorstellungsbildern am Beispiel der Untersuchung des Konzepts Zentrum im Stadtplanungsdiskurs in Zürich mithilfe einer Inhaltsanalyse skizziert.

Isaak Granzer
Zwischen „Purpose“ und „Impact“ – Transdisziplinäre Reallabore an Hochschulen als Elemente regionaler Innovationsökosysteme

Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen („Grand Challenges“) wie Klimawandel, Urbanisierung, digitale Transformation usw. Der Beitrag untersucht, welchen Beitrag Hochschulen zur Lösung dieser Herausforderungen in Form spürbar positiver Effekte („Impact“) leisten können und wie sie intensiver zu Innovationsökosystemen (sowohl regional als auch global) beitragen können. Darüber hinaus wird erörtert, inwieweit sich Hochschulen sowohl als Ausgangspunkt als auch als Zielkorridor für die zu entwickelnden Lösungen an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientieren können. Grundlage dafür ist das Forschungsdesign der transdisziplinären Living Labs, in denen Universitäten als Netzwerkknoten fungieren, die verschiedene Akteure transdisziplinär miteinander vernetzen. Aus einer anwendungsorientierten Perspektive werden in diesem Artikel drei Living Labs an der HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city und M4_LAB) sowie weitere Beispiele vorgestellt. Society and economy are facing a multitude of complex challenges (“Grand Challenges”) such as climate change, urbanization, digital transformation, etc. Against this background, the key question discussed in this article is as to what contribution universities can make to solving the Grand Challenges in terms of noticeably positive effects (“Impact”) and how they can contribute more intensively to innovation ecosystems (both regional and global). This article also discusses the extent to which universities can orient themselves towards the United Nations' Sustainable Development Goals (SDGs) in terms of both a starting point and a purpose corridor for the solutions to be developed. This is based on the research design of transdisciplinary living labs, in which universities perform as network hubs that transdisciplinarily interlinks different stakeholders with one another. From an applied perspective three living labs at HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city and M4_LAB) as well as other examples are briefly discussed as use cases with this article.

Tobias Popović, Michael Bossert
Sichere Datenkommunikation für die Smart City

Die Urbanisierung schreitet schnell voran. Um die schnell wachsenden Städte nachhaltig entwickeln zu können, müssen diese „smart“ werden. Digitale Technologien verbessern die Infrastrukturen und Angebote einer Stadt signifikant. Allerdings wächst dadurch das Datenvolumen stark. Es entstehen neue Anforderungen an den Daten-Traffic, die Performance, Sicherheit und Verfügbarkeit von Netzen. Erforderlich sind Kommunikationslösungen, die nicht nur für eine zuverlässige und hoch performante Datenkommunikation sorgen, sondern darüber hinaus die Cyber-Bedrohungen, denen intelligente Städte aufgrund der zunehmenden Vernetzung sowie Digitalisierung ausgesetzt sind, wesentlich reduzieren.

Sven Meise
6. Stimmen aus der Praxis – die Interviews

Theoretische Überlegungen allein ergeben kein vollständiges Bild von der Digitalisierung in Verwaltungen. Deshalb ist es sinnvoll, zusätzlich Wahrnehmungen, Stimmungen und Ideen aus den unterschiedlichen Ecken der Verwaltungswelt einzufangen. Im Folgenden kommen Menschen zu Wort, die den digitalen Wandel im öffentlichen Dienst am eigenen Leib erfahren. Die Bandbreite der neun Interviewpartnerinnen und -partner reicht dabei von Führungskräften zu Mitarbeitenden, von Generation Z bis zu den Baby Boomern.

Christina Winners
Nachhaltige Paketauslieferung mit Mikro-Depots

Aufgrund eines zunehmenden Trends zur Urbanisierung leben heute mehr Menschen in Städten als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt zuvor. Nach einem Bericht der Vereinten Nationen lag die urbane Bevölkerung in 2014 bei 54 %.

Prof. Dr.-Ing. Carsten Deckert, Klaus Stodick, David Hertz-Eichenrode
Synergiepotenziale von Virtual City Twins im Bereich automatisiertes Fahren – Beschleunigung der technischen Entwicklung und Überwindung von Akzeptanzbarrieren

Experten aus Wissenschaft und Praxis gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahrzehnt die Automatisierung von Fahrzeugen erleben werden und sich somit die Art und Weise, wie wir uns fortbewegen, gänzlich verändern wird. Ein wesentlicher Treiber der Automatisierung ist die Steigerung der Sicherheit im Verkehr, bis hin zur „Vision Zero“. Hierbei soll erreicht werden, dass Unfälle im Straßenverkehr gänzlich vermieden werden und die Anzahl an Verkehrstoten und Schwerverletzten auf null gesenkt wird.

Prof. Dr.-Ing. Anton Kummert, Prof. Dr.-Ing. Tobias Meisen, Dr. Michael Krause, David Michalik, Per Kohl
Kapitel 5. Analyse von Umweltwirkungen

Als Folgen des Verkehrs auf die menschliche Umwelt werden diejenigen Beeinträchtigungen bezeichnet, die von der Anlage und dem Betrieb des Verkehrssystems auf den Menschen ausgehen. Diese Beeinträchtigungen ergeben sich im Wesentlichen durch die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Verkehrsunfälle (Verkehrssicherheit), die Beeinträchtigung und Belastung durch Lärm und Schadstoffimmissionen sowie die Folgen durch den Ablauf und Betrieb des Verkehrs. Anhand von Indikatoren können die Wirkungen des Verkehrs in den drei Bereichen mithilfe geeigneter Methoden quantitativ beschrieben werden. Die Gefährdung von Leben und Gesundheit durch Unfälle stellt eine der augenfälligsten Folgen des Verkehrs auf den Menschen dar. Die Beschreibung der Verkehrssicherheit über Anzahl und Schwere von Unfällen erfolgt durch Unfallkosten, die die volkswirtschaftlichen Verluste durch die (polizeilich erfassten) Straßenverkehrsunfälle zusammenfassen. Die Monetarisierung von Personenschäden von Verkehrsunfällen gilt als eines der umstrittensten Kapitel der ökonomischen Bewertung der Verkehrsfolgen. Verkehrslärm stellt unerwünschten, unangenehmen oder schädlichen Schall dar, der auf das Verkehrsgeschehen zurückzuführen ist. Als subjektiv wahrgenommenes Phänomen ist eine Beurteilung von Verkehrslärm nur auf der Basis des mit ihm verbundenen Schalls und dessen Schwankungen über einen definierten Zeitraum möglich. Die in Deutschland zur Anwendung kommenden Verfahren zur Beurteilung des Verkehrslärms werden erläutert und verschiedene Grenzwerte für Verkehrslärm dargestellt. Bewertungsverfahren mit Aussagen über die gesamtgesellschaftliche Vorteilhaftigkeit geplanter Infrastrukturausbauten müssen Auswirkungen der Ausbauvorhaben auf den Verkehrslärm und dessen Folgewirkungen enthalten. Die dafür notwendige Methodik wird in ihren Grundzügen mit Bezug zum innerörtlichen Verkehrslärm erläutert. Ausführungen über einige (nicht auf Kfz selbst bezogene) Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms zeigen in Wirkungsbandbreiten das mögliche Ausmaß zur Verbesserung verkehrsbedingter Lärmimmissionen auf. Trotz signifikanter Reduzierung einiger Luftschadstoffemissionen im Straßenverkehr stellt der Kfz-Verkehr neben Kraftwerken, Industrie und Hausbrand einen der bedeutendsten Verursacher der anthropogenen Umweltbelastungen dar. Der Teil „Luftschadstoffe“ behandelt in diesem Zusammenhang die Wirkungen der Luftschadstoffe auf den Menschen, die geltenden Immissionsgrenzwerte für die unterschiedlichen Luftschadstoffe (bezogen auf alle Quellen), die Abgasgrenzwerte für Pkw und Lkw und weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen. Mit den dargestellten Verfahren zur Berechnung der Emissionen und Immissionen lassen sich quantifizierte Aussagen zur Luftverunreinigung gewinnen und in einer Weise evaluieren, wie sie in gängigen Bewertungsverfahren im Verkehrsbereich eingesetzt werden. Die Qualität und Leistungsfähigkeit eines Verkehrssystems wird vor allem durch den Zeitbedarf charakterisiert, den die Verkehrsteilnehmer zum Erreichen der Ziele ihrer täglichen Wege benötigen. Die im Rahmen von Wirkungsanalysen verwendeten Ansätze zur Ermittlung der Indikatoren Zeit- und Betriebskosten werden vorgestellt. Zu den Folgen von Ablauf und Betrieb des Verkehrs zählt ferner die Trennwirkung für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, ohne deren Berücksichtigung eine Gesamtbewertung geplanter Verkehrsinfrastrukturvorhaben unvollständig bleibt.

Ulrich Brannolte, Raimo Harder, Christoph Walther, Tanja Schäfer, Alexander Dahl
Kapitel 4. Auswirkungen auf die Stadt/Städtebauliche Folgen

Die Struktur der Stadt spiegelt die Möglichkeiten der Mobilität ihrer Bewohner wider. Jede technische Entwicklung beeinflusst die Struktur und das Bild der Stadt. Nach einer langen Periode, in der die Stadtplaner auf die technischen Entwicklungen reagierten oder sie sogar bewunderten und förderten, führen die Begrenztheit der Ressourcen und die zunehmende, durch eine massenhafte Motorisierung verursachten Probleme zu einem Paradigmenwechsel. Sollen die Fehlentwicklungen der Vergangenheit nicht grenzenlos fortgesetzt werden, muss sich das Verhältnis zwischen Stadtverkehrsplanung und Stadtplanung umdrehen: nicht technische Möglichkeiten und Entwicklungen sollten künftig die Stadtstruktur prägen, sondern – umgekehrt – sollte sich die Organisation der Mobilitätsansprüche an den Rahmenbedingungen der Stadtstruktur orientieren. Abschließend werden tabellarisch die Indikatoren dargestellt, die für die Bewertung der Stadtverträglichkeit verkehrlicher Entwicklungen herangezogen werden können: Benennung des städtebaulichen Ziels mit dazugehörigem Indikator und empfohlene Methode.

Harald Heinz
Kapitel 9. Modelle des Personenverkehrs

In verkehrlichen Planungsprozessen werden für Analysen, Prognosen und Maßnahmenbewertungen Aussagen zu aktuellen Nachfragestrukturen, künftigen Nachfragemengen oder Wirkungen von Maßnahmen benötigt. Verkehrsmodelle werden dabei eingesetzt, um Einflussfaktoren, Zusammenhänge und Wechselwirkungen des Untersuchungsgegenstandes zu ordnen, systematisch in Beziehung zu setzen und z. B. verschiedenartige Maßnahmen mit identischer Methodik strukturiert vergleichen zu können. Die konzeptionelle Ausrichtung eines Verkehrsmodells muss sich an den Einsatzbereichen und Modellanwendungen orientieren. Ein Modell kann nur dann sachgerechte Ergebnisse liefern, wenn die Nachfrage maßnahmensensibel auf den jeweiligen Einsatzbereich reagiert.Der Verkehrsnachfragemodellierung liegt der Ansatz zugrunde, das menschliche Entscheidungsverhalten zur Mobilität sachgerecht in einzelne Entscheidungs- bzw. Modellstufen zu übersetzen und dabei die jeweils relevanten Entscheidungsfaktoren zu berücksichtigen. Ein Verkehrsnachfragemodell umfasst daher verschiedene Modellteile, die miteinander verknüpft werden. Diese Teile befassen sich mit der räumlichen Gliederung des Untersuchungsraums, den Strukturdaten des Raums, mit den Verkehrsnetzen, mit Verhaltensdaten der Verkehrsteilnehmer und Nachfragedaten. Zusätzlich ist der Zeitbezug im Modell in mehrerlei Hinsicht zu beachten: Zum einen bezieht sich jeder Modellfall auf einen bestimmten Zeitpunkt (z. B. Prognosejahr), zum anderen muss der im Modell abzubildende Zeitraum (z. B. Spitzenstunde) definiert werden. Die eigentliche Berechnung der Verkehrsnachfrage im Modell erfolgt in einem mehrstufigen Verfahren, um Aktivitäten und Wege der relevanten Bevölkerungsgruppen mit Quelle und Ziel, genutztem Verkehrsmittel und gefahrener Route bestimmen zu können. Die Modellstufen Verkehrserzeugung, Zielwahl, Moduswahl und Routenwahl bauen dabei aufeinander auf und sind über Rückkopplungen miteinander verbunden.Ein wichtiger Arbeitsschritt bei der Modellerstellung ist die Einstellung der Modellparameter (Kalibrierung) und die Überprüfung der Modellqualität (Validierung). Beide Aspekte sind während der Modellerstellung für alle Modellelemente kontinuierlich zu beachten und zu dokumentieren. Einer umfassenden Dokumentation der Modellkonzeption und des Modellerstellungsprozesses kommt insgesamt eine hohe Relevanz zu, da diese für die Anwendung des Modells, für das Verständnis möglicher Einsatzfälle und – grenzen sowie für die Nachvollziehbarkeit und Interpretierbarkeit der Modellergebnisse im Sinne einer fundierten und sorgfältigen Planung von großer Bedeutung ist.

Juliane Pillat, Wilko Manz
Kapitel 3. Folgen und Wirkungen des Verkehrs – Übersicht

Die Wirkungen des Verkehrs entstehen durch die Verkehrsmittelnutzung auf Verkehrswegen oder in Verkehrsanlagen. Wirkungen können sowohl in positiver als auch in negativer Ausprägung auftreten, wobei im Zusammenhang mit planerischem Handeln die Bestrebungen vorliegen, negative Wirkungen so weit wie den Umständen nach möglich zu vermeiden bzw. zu vermindern. Bei dem zu betrachteten Spektrum der Wirkungen nehmen die verkehrsbedingten Umweltbelastungen einen gewichtigen Teil ein.

Ulrich Brannolte, Raimo Harder
Kapitel 2. Verkehr und Stadtgestalt – Städtebauliche Anforderungen und Lösungsansätze

Verkehrsräume prägen entscheidend die Gestalt einer Stadt. Raumstrukturen und Mobilitätsformen stehen in engen Abhängigkeiten, daher sind die Entwicklung von Verkehrskonzepten und die Planung von Verkehrsanlagen als integrale Bestandteile der Stadtplanung zu begreifen. Schon in der Planung der räumlichen Stadtentwicklung und der Flächennutzung müssen die Sachverhalte des Verkehrs integrativ einbezogen werden. Neben den durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen formellen Verfahren der Bauleitplanung nutzen die Kommunen sogenannte informelle Planungen, wie Integrierte Stadtentwicklungskonzepte, Verkehrsentwicklungspläne, Rahmenpläne u. v. m. Eine integrierte Stadtverkehrsplanung vollzieht sich bestenfalls auf allen Maßstabsebenen und schließt auch die Gestaltung von Straßen- und Platzräumen mit ein, die vielfältige Funktionen von Aufenthalt und Fortbewegung übernehmen müssen. Die Stadt Karlsruhe bietet mit anspruchsvollen und innovativen integrierten Stadt- und Verkehrsplanungen, die von großmaßstäblichen Planungen bis hin zur Gestaltung einzelner Verkehrsbauwerke und qualitativ hochwertiger öffentlicher Räume reichen, ein beachtenswertes Portfolio an guten Beispielplanungen und -projekten.

Barbara Engel
Kapitel 3. Netzplanung und Netzgestaltung

Die funktionale Gliederung und strategische Planung von Verkehrswegenetzen ist die notwendige Voraussetzung für die konkrete Ausgestaltung dieser Netze in Bau und Betrieb. Besonders städtische Straßennetze erfüllen eine Vielzahl verkehrlicher und nichtverkehrlicher Funktionen, welche auf Basis einer konsistenten funktionalen Netzgliederung priorisiert, abgewogen und zielgerichtet umgesetzt werden können. In diesem Kapitel wird zunächst die Systematik zur funktionalen Gliederung von Verkehrswegenetzen entsprechend den Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN 2008) eingeführt. Im Anschluss wird die Methodik zur Bewertung von Angebotsqualitäten auf der Ebene von Verbindungen und Netzabschnitten vorgestellt. Das Grundprinzip der funktionalen Gliederung von Verkehrsnetzen nach RIN (2008) ist ein zweidimensionales Matrixsystem, in dem jedem Netzabschnitt zum einen entsprechend seiner verkehrlichen Bedeutung für den fließenden Verkehr eine Verbindungsfunktionsstufe und zum anderen entsprechend seiner Bedeutung für nichtverkehrliche Funktionen eine Kategoriengruppe zugewiesen werden. Die Angebotsqualität einzelner Netzabschnitte wird über den Fahrtgeschwindigkeitsindex bewertet, welcher angestrebte und tatsächliche Fahrtgeschwindigkeiten miteinander vergleicht.

Regine Gerike, Dirk Vallée
Kapitel 4. Strecken und Knotenpunkte im Straßenverkehr

Der Beitrag „Strecken und Knotenpunkte im Straßenverkehr“ beschäftigt sich einleitend mit entwurfsmethodischen Fragen und zeigt die Entwicklung des Regelwerkes im Wandel der Zeit. Der im derzeit geltenden Regelwerk der FGSV verfolgte entwurfsmethodische Ansatz der Städtebaulichen Bemessung und des Straßenraumentwurfs sowie die beim Entwerfen zu berücksichtigenden Ziele und Bewertungskriterien werden erläutert. Die Nutzungsansprüche in städtischen Straßenräumen und die Bildung von straßenräumlichen Abschnitten werden mithilfe von Beispielen veranschaulicht. Gezeigt wird, wie daraus – je nach Gewichtung einzelner Kriterien – unterschiedliche Entwurfs- und Gestaltungskonzepte entwickelt werden können. Für die Kategorien von Hauptverkehrsstraßen, anbaufreien Hauptverkehrsstraßen sowie Erschließungsstraßen und -wegen werden die wesentlichen Entwurfselemente vorgestellt. Zum Entwurf von Knotenpunkten werden wesentliche Knotenpunktformen erläutert und es wird die Einbindung von verkehrlichen Knotenpunkten in Stadtplätze thematisiert.

Wolfgang Haller, Sabrina Stieger
Kapitel 1. Planungsgrundlagen

Das einführende Kapitel dieses Buches beschreibt zunächst die Aufgaben und Vorgehensweisen der kommunalen bzw. stadtregionalen Verkehrsplanung. Dabei werden die Stufen des Planungsprozesses dargestellt und Ziele, Strategien sowie Maßnahmen der Verkehrsplanung und Verkehrspolitik diskutiert. In den Text sind die wichtigsten Definitionen im Themenfeld integriert, und es werden zentrale Kenngrößen für Mobilität und Verkehr beschrieben. Das Kapitel gibt zudem einen Überblick über die wichtigsten Grundlagen für ein umfassendes Planungsverständnis, das der zunehmenden Komplexität ökologischer, ökonomischer und sozialer Herausforderungen gerecht wird. Dargestellt werden die Folgen und Wirkungen des Verkehrs, Gerechtigkeitsaspekte, die Interdependenzen zwischen Raum und Verkehr sowie die Grundprinzipien einer integrierten Verkehrsplanung.

Carsten Gertz
Kapitel 2. Integration der Verkehrs- in die Stadtplanung

Anhand der historischen Entwicklung werden die Interdependenzen zwischen Siedlungsstruktur und Verkehr dargestellt. Das notwendige Zusammenspiel zwischen räumlicher Planung (Stadt- und Regionalplanung) und Verkehrsplanung wird sowohl auf der regionalen bzw. gesamtstädtischen Ebene als auch bei der Erschließungsplanung beschrieben. Die Planungs- und Gestaltungsprozesse müssen die jeweilige örtliche Situation mit ihren divergierenden Nutzungsansprüchen, Schutzbedürfnissen, topografischen Gegebenheiten, die Funktionen der Verkehrsanlagen und die technischen Abhängigkeiten der Erschließungssysteme berücksichtigen und mit den herrschenden Leitvorstellungen in Einklang bringen. Am Ende des Kapitels erfolgt eine Diskussion der Planungsverfahren und der aktuellen Herausforderungen für die städtische Verkehrsplanung.

Dirk Vallée, Carsten Gertz
Kapitel 6. Mobilitätsmanagement

Beim Mobilitätsmanagement werden die Mobilitätsbedürfnisse verschiedener Nutzergruppen in den Mittelpunkt gestellt mit dem Ziel, den spezifischen Mobilitätsbedürfnissen in umweltfreundlicher, sozial verträglicher und effizienter Form gerecht zu werden. Durch den Einsatz von koordinierenden, organisierenden und informierenden Maßnahmen sollen die Mobilitätsangebote besser auf die Bedürfnisse angepasst werden. Durch den stark koordinierenden Prozess erfordert dies die Einbindung unterschiedlichster Akteure. Um die Maßnahmen möglichst zielgerichtet zu gestalten, sind zudem Kenntnisse über die Wirkung erforderlich. Durchgeführte Evaluationen haben gezeigt, dass die Maßnahmen zu einer Veränderung der Verkehrsmittelwahl führen können. Für eine stärkere Berücksichtigung von Mobilitätsmanagement im Rahmen von Planungen ist zudem die Abschätzung der Maßnahmenwirkung im Vorfeld der Umsetzung erforderlich. Bisher gibt es vor allem für das betriebliche Mobilitätsmanagement Ansätze.

Conny Louen
Kapitel 5. Zukunft des Stadtverkehrs – Rahmenbedingungen, Trends, Szenarien

Für die kommenden Jahrzehnte gehen nahezu alle Verkehrsprognosen, die keine deutliche Kehrtwende in den Rahmenbedingungen zugrunde legen, von einem weiteren Wachstum der Gesamtverkehrsnachfrage im Personen- und Güterverkehr aus. Diese Entwicklung wird auch den Stadtverkehr prägen, der zusätzlich durch eine zunehmende Konzentration der insgesamt alternden Bevölkerung in prosperierenden Metropolregionen gekennzeichnet sein dürfte. Wichtige weitere äußere Einflüsse sind auch Digitalisierung und Automatisierung. Sie lassen eine weitere Ausweitung der Angebotsformen im Verkehr erwarten, die voraussichtlich ebenfalls zu Verkehrswachstum beitragen. Damit bleiben Platzbedarf, etwa für den ruhenden Verkehr, Energieversorgung und Emissionen des Stadtverkehrs drängende Herausforderungen. Mit zunehmender Multimodalität und einer Renaissance des Fahrrads gibt es aufseiten der Nachfrage zwar auch entlastende Entwicklungen. Dennoch dürfte vor dem Hintergrund des weiter wachsenden Verkehrs die langfristig größte Herausforderung für den Verkehrssektor die Einhaltung der Klimaziele sein. Verkehrspolitik und -planung werden sich in den nächsten Jahren verstärkt an diesen Zielen orientieren müssen und hierzu alternative Verkehrsträger fördern und möglicherweise darüber hinausgehende Maßnahmen, wie etwa differenzierte Bepreisung des Straßenverkehrs, ergreifen.

Dirk Vallée, Tobias Kuhnimhof, Gernot Liedtke
Kapitel 3. Planungsrechtliche Verfahren

Verkehrsanlagen und deren Betriebseinrichtungen haben durch Flächenbeanspruchungen, Eingriffe in Grundstücksrechte und durch Umweltfolgen boden- und umweltrechtliche Anforderungen und Wirkungen. Verkehrsanlagen sind Voraussetzung zur Erschließung von Grundstücken, Stadtquartieren und Städten und damit direkt oder indirekt zur baulichen oder sonstigen Nutzung von Grundstücken. Verkehrsanlagen und deren Betrieb beschränken oder beeinträchtigen durch Immissionen die Nutzbarkeit von Grundstücken. Der Bau und der Betrieb von Verkehrsanlagen müssen entweder planungsrechtlich durch Bauleitpläne mit Flächennutzungsplänen und Bebauungsplänen oder straßen-/wegerechtlich durch Planfeststellung gesichert werden. Entgegenstehende oder konfligierende öffentliche und private Belange müssen abgewogen werden. Grundlage der Abwägung sind Ermittlungen der mutmaßlichen Wirkungen und Prüfungen der Umweltverträglichkeit. Der Ermittlung der erforderlichen Anlagen dienen strategische Pläne der Verkehrsentwicklung.

Klaus J. Beckmann
Kapitel 4. Städtebauliche Leitbilder – Entwicklungstendenzen

Leitbilder umfassen in der Stadtplanung zum einen übergreifende Vorstellungen der städtebaulichen Entwicklung, an denen sich für eine bestimmte Epoche mehrheitlich der Berufsstand der Stadtplanung orientiert, zum anderen bezeichnen sie ein aufeinander abgestimmtes Bündel von Stadtentwicklungszielen einer Gemeinde. In ihnen sind immer auch Konzepte der Verkehrsmobilität einbeschrieben, zum Teil auch explizit aufgenommen. Dominante Leitbilder der Stadtentwicklung sind seit den frühen 1990er-Jahren die nachhaltige Siedlungensentwicklung, die kompakte und nutzungsgemischte bzw. die europäische Stadt. Mit ihnen werden auch Ziele wie verkehrsarme Siedlungsstrukturen und Vorrang für nahräumliche Mobilität und Umweltverbund verknüpft.

Johann Jessen
Kapitel 3. Literature Review

Der folgende Literature Review hat zum Ziel, den hierzu nachvollziehbar eingegrenzten Forschungsstand nach verschiedenen Kriterien einzuordnen, um somit eine Gesamtaussage zu unterschiedlichen Einzelaspekten wirtschaftlicher Krisen im europäischen Clubfußball zu erhalten. Darüber hinaus werden Forschungslücken anhand aus dem Literature Review abgeleiteten künftigen Forschungsfragen, -foki und -methoden dargestellt.

Konstantin Druker
Verunsicherter DIY-Urbanismus

In Wiens Gemeindebezirk Ottakring finden sich zunehmend Events im (halb-)öffentlichen Raum, in denen vielfältige Praktiken des Erhaltens aufgeführt werden. Es geht dort um ein gemeinsames Tuen, in dem etwa getauscht und geteilt, wiederverwendet oder eben Reparieren zur Kernaktivität involvierter Menschen und Dinge wird. In betreffenden Forschungsdiskursen werden solche Phänomene mit dem Begriff Do-it-Yourself-Urbanismus bezeichnet, die kleine, Bottom-up-Interventionen beinhalten. Mit Blick auf deren Träger*innen und ihrem affirmativen Wirken in einer männlich kodierten öffentliche Sphäre, wurden solche Aktivitäten jüngst vermehrt kritisiert. Auch steht hierbei aus, was für Öffentlichkeiten die betreffenden Phänomene hervorbringen können. In meinem Beitrag gehe ich vor diesem Hintergrund auf zwei Fallbeispiele einer ethnografischen Forschung ein, in denen Akteur*innen, Alltagsgegenstände und Tätigkeiten öffentlich in Szene gestellt werden, die oftmals kaum die häusliche Sphäre verlassen. Im Zuge dessen nutze ich Datenmaterial (Beobachtung, Kurzgespräche, ein Tischgespräch und visuelle Daten), das ich im Zusammenhang eines Forschungsprojekts (R-DIY-U) gesammelt habe.

Simeon Hassemer
Kapitel 2. Bürgerbeteiligung und visuelle Kommunikation

Wenn eingeübte politische und verwaltungsrechtliche Verfahren in der Produktion legitimer Entscheidungen schwächeln, rückt die Legitimation durch Kommunikation in den Fokus (Brettschneider, 2013; Sarcinelli, 2015). „Wir müssen unsere Politik besser erklären“, oder „wir haben nicht gut genug kommuniziert“ sind häufig gehörte Phrasen, die sich um die Frage ranken, wie Bauvorhaben mehr Legitimität verschafft werden kann, wenn mal wieder ein Projekt im Gewitterhagel öffentlicher Auseinandersetzungen beschädigt wurde. Der Ausdruck Legitimation durch Kommunikation verweist darauf, dass politische Entscheidungen und Institutionen trotz einer verfassungsrechtlichen Verankerung nicht selbstverständlich und für alle Zeiten anerkennungswürdig sind.

Arne Spieker
Kapitel 1. Einleitung

Städte machen weltweit 2 % bis 3 % der Erdoberfläche aus und stellen klimatisch, stadtbauphysikalisch, ökologisch, ökonomisch sowie gesellschaftlich komplexe Systeme dar. Sie sind von Fortschritt und Wohlstand gekennzeichnet, tragen aber gleichzeitig zur Umweltverschmutzung und zum Wandel des Klimas bei. Weltweit sind sie die Heimat von über 50 % der Erdbevölkerung und bieten ihr Wohn-, Arbeits-, Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten. Sie sind Zentren der Industrie sowie Wirtschaft und schaffen Möglichkeiten zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Die wachsende Urbanisierung, die Zunahme der Weltbevölkerung und die Abwanderung der Landbevölkerung lassen die Städte an ihre Grenzen stoßen. Zunehmende Versiegelung von natürlichen Flächen sowie Gewährleistung von Ressourcenverfügbarkeit, Versorgungssicherheit, Abfall- und Abwasserentsorgung, Sicherheit im öffentlichen und privaten Raum sowie ansteigende Emissionen stellen die Städte vor große Probleme und Herausforderungen.

Schew-Ram Mehra
Kapitel 2. Was ist Stadtbauphysik?

Das komplexe System Stadt birgt eine Vielzahl von Phänomenen in sich, wird von zahlreichen Parametern beeinflusst und steht im Spannungsfeld der Wechselwirkung zwischen Mensch, bebauung und Umwelt. Die Bezeichnung Stadtbauphysik wird erstmalig 1980 im Memorandum der Konferenz der Hochschullehrer für Bauphysik eingeführt, um der Wechselbeziehung zwischen dem urbanen Raum unter dem Einfluss der Bebauung und des Menschen sowie der Umwelt einen wissenschaftlichen Rahmen zu geben. Stadtbauphysik ist interdisziplinär ausgerichtet. Kenntnisse aus der Bauphysik, Stadtplanung,Architektur, Meteorologie, Klimatologie, Aerodynamik, Hydrologie und Biologie fließen in verschiedene Teilgebiete dieser Fachdisziplin ein. Eine der wichtigsten Aufgaben der stadtbauphysikalischen Lehre ist es, den Architekten und Ingenieuren die Grundlagen und Grundsätze dieser Fachdisziplin zu vermitteln und den Planer sowie stadtplanende Behörden bereits im Planungsprozess zu unterstützen

Schew-Ram Mehra
Chapter 9. Probleme, Herausforderung und Maßnahmen

Städte sind und werden in der Zukunft noch stärker der Lebensraum der meisten Menschen sein. Die Überlastung der Infrastruktur, ständig zunehmende Probleme bei der Wasser-, Energie- und Lebensmittelversorgung, Abfall- und Abwasserentsorgung, Beeinträchtigung ökologischer Qualität urbaner Räume sowie steigende gesundheitliche Belastung führen jedoch zunehmend zum Verlust an Lebensqualität der städtischen Bewohner. Auch hinsichtlich der Sicherheit sowohl im öffentlichen wie auch im privaten Raum und auch der Mobilität stoßen die Städte an ihre Grenzen. Hinzu kommen der demographische Wandel, die steigende Ressourcenverknappung und der spürbare Klimawandel. Die Zunahme von Hitzeperioden, starken Unwettersituationen, Hochwasser und Überschwemmungen werden sich auf die urbanen Ballungsgebiete noch gravierender auswirken. Um unter diesen veränderten Randbedingungen auch in Zukunft die Umwelt zu schützen und in den Städten behagliche Umgebungsbedingungen zu schaffen, müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

Schew-Ram Mehra
Kapitel 4. Kulturpolitik in Abwesenheit eines Nationalstaats: das Beispiel Palästina

Es wurde nachvollzogen, wie sich Auswärtige Kulturpolitik in Frankreich und Deutschland von einer nationalen Ausrichtung über bilaterale Ansätze hin zu einer Europäischen Auswärtigen Kulturpolitik entwickelt. Dabei wurden Spannungsfelder auf diskursiver Ebene herausgestellt, die bereits im nationalen Kontex existieren und auch im europäischen fortbestehen. Konkret geht es dabei um die mögliche Funktionalisierung von Kunst, die aktive Rolle der Zivilgesellschaft und ein Glaubwürdigkeitsdilemma wegen der fehlenden Verbindung von innen und außen.

Antonia Blau
Strittige Öffentlichkeiten
Autonome Kulturzentren zwischen Rechtsstaatlichkeit, Kulturproduktion und urbanen Commons

Der Beitrag geht der Frage nach, wie politische Öffentlichkeiten in autonomen städtischen Kulturzentren leiblich-praktisch hergestellt werden und wie sie diskursiv (de-) legitimiert werden. Protestkommunikation im urbanen Raum wird als eine Artikulationsform agonistischer Öffentlichkeiten im Kontext performativer Raumproduktionsprozesse gefasst. Dieses ‚doing public spaces‘ – die wechselseitige (Re)Produktion von Räumen und Öffentlichkeiten – und die Diskurse um ihre Legitimität werden mittels dreier Fallbeispiele näher beleuchtet: Arena Wien 1976, AT Rog 2006 ff. und Gängeviertel Hamburg 2009 ff.

Xenia Kopf

Open Access

Öffentliche Mobilität gestalten – Die Mobilitätsberichterstattung

Wie mobil eine Person ist, wird bestimmt von der Anzahl und Qualität ihrer Möglichkeiten – dem Möglichkeitsraum. Die Mobilität von Menschen ist daher von den äußeren, öffentlichen Einflussfaktoren abhängig, die sich aus dem Verkehrssystem selbst als auch aus den räumlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Einflussfaktoren ergeben. Um Mobilität für alle zu gestalten, sind somit die Bedarfe der Bevölkerung und ihre bestehenden Möglichkeitsräume in der Verkehrsplanung zu berücksichtigen.

Sven Hausigke, Carolin Kruse

Open Access

Öffentliche Mobilität bewerten: Ansprüche an mobilitätsbezogene Mess- und Vergleichsverfahren

Mobilität erstens messen und zweitens bewerten zu können, ist eine Grundvoraussetzung für ihre planungspraktische Operationalisierung. Hierbei gilt es eine Vielzahl an Spezifika zu beachten, welche die Mobilität von klassischen verkehrsplanerischen Mess- und Bewertungsgrößen unterscheidet. Diese mobilitätsspezifischen Besonderheiten führen dazu, dass neue in der Verkehrswissenschaft ungebräuchliche Methoden zur Anwendung kommen müssen. Eine dieser Methoden ist die Indexbildung, welche die Mobilität großflächig messbar und bewertbar macht. Eine zentrale Voraussetzung um den Anspruch einer Öffentlichen Mobilität überprüfen zu können.

Alexander Rammert

Open Access

Daseinsvorsorge und Öffentliche Mobilität: Die Rolle des Gewährleistungsstaats

Der öffentliche Verkehr wird seit Beginn der Bundesrepublik als Aufgabe der Daseinsvorsorge verstanden. Eine Reform des öffentlichen Verkehrs im Sinne unseres Verständnisses von Öffentlicher Mobilität (siehe den Beitrag von Wolking in diesem Band) erfordert daher auch eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Konzepts Daseinsvorsorge. Dazu ist es notwendig, ein Verständnis für die gesellschaftliche Funktion dieses verwaltungswissenschaftlichen Begriffs zu erarbeiten.

Oliver Schwedes, Roman Ringwald

Open Access

Integration und Öffentliche Mobilität: Die Rolle der Planung

Nachdem der öffentliche Verkehr in den ersten Nachkriegsjahrzehnten im Zuge der wirtschaftlichen Prosperität stetig an Bedeutung zugunsten des privaten Autoverkehrs verloren hatte, wurde er in den 1970er Jahren wiederentdeckt. Allerdings war das wiedererwachte Interesse der Verkehrsplaner*innen am öffentlichen Verkehr mehrheitlich dadurch motiviert, den rasant wachsenden Autoverkehr zu entlasten, um die Stauanfälligkeit zu reduzieren und damit die ‚freie Fahrt für freie Bürger‘ zu gewährleisten. Damals etabliert sich der verkehrspolitische Konsens, dass der öffentliche Verkehr auch zukünftig als Teil der Daseinsvorsorge, ein Mindestmaß an Mobilität für diejenigen erbringen soll, die sich kein Auto leisten können.

Oliver Schwedes
3. Entwicklungspfade in die Zukunft: „Strukturtrends“

Dieses Kapitel beinhaltet Definitionen, Erläuterungen, Tendenzen und Folgen von wirtschaftlich bedeutsamen Entwicklungsmustern („Strukturtrends“), die sich in den angesprochenen Projekten offenbaren. Während als „Megatrends“ oft längst alltägliche Strukturen wie „Digitalisierung“, „Klimawandel“ oder „Neo-Urbansierung“ benannt werden, richtet die „neue Zukunftsforschung“ ihren Blick auf die aus den Ausgestaltungen der durch diese Herausforderungen neu entwickelnden Pfade variablen Optionen für die Vorbereitung strategischer Entscheidungen. Das Kapitel definiert zehn dieser Entwicklungsmuster, die jeweils durch drei Kernbefunde aus der Forschung und mit einer kurzen Erläuterung begründet werden. Eine Einschätzung der Tendenzen und der Folgen für die Umsetzung in Praxis schließt die jeweiligen Passsagen ab. Diese als Metaebene der Zukunftsentwicklungen bedeutsamen strukturellen Muster sind etwa: Beeinträchtigung von Entscheidungssicherheit durch digitalen Information Overload, wachsende Paradoxien, Verlust der Social Values und symbolischen Kapitalien herkömmlicher Unternehmen oder wachsende Techlash-Bewegungen mit verschiedenen Ausprägungen rationaler und irrationaler Art. Gleichzeitig zeichnen sich in den Befunden der untersuchten Ansätze einer „neuen Zukunftsforschung“ aber auch deutliche Umorientierungen zu einer interpretativen Wende der Digitalisierung ab, die auf der Basis pointierter, aber konstruktiver Kritik eine differenziertere Funktion der Künstlichen Intelligenz begründet.

Holger Rust
Ein Klimaschutz-Szenario für den Verkehrssektor in Baden-Württemberg

Mit dem Klimaschutzabkommen von Paris hat sich die internationale Staatengemeinschaft zum Klimaschutz bekannt und strebt bis 2050 Klimaneutralität an. Vor allem im Verkehrssektor ist die Herausforderung immens, bislang wurde dort keine Trendwende bei den CO2-Emissionen erreicht. Auch die Bundespolitik zementiert in ihrem Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) Infrastrukturen für die kommenden Jahrzehnte. Das „Klimaschutzszenario für Baden-Württemberg – Verkehrsinfrastruktur 2030“ zeigt, wie eine Verkehrswelt aussieht, in der die Klimaschutzziele erreicht werden. Dabei verwendet es dieselbe Datenbasis wie der BVWP 2030, legt jedoch andere klimafreundlichere Annahmen zu Grunde.

Winfried Hermann
Der Hidden Champion – oder wie der Radverkehr vom Nischenthema zum Problemlöser wird

Radverkehr wurde in der Vergangenheit gemeinhin als Nischenthema behandelt – gut für Sonntagsreden, gut für die Freizeit oder den Sport. Weder in der politischen Programmatik noch in der Klimafolgenforschung wurde dem Radverkehr eine ernsthafte Rolle zur Lösung der großen Verkehrsprobleme zugestanden. In den großen Studien zu Klimaschutzszenarien fristet der Bereich Radverkehr meist ein Nischendasein – zu gering seien die errechneten Entlastungspotenziale für den Klimaschutz, zu groß die volkswirtschaftlichen Verluste eines geänderten Modal Shifts. Warum das falsch ist und warum der Radverkehr ein maßgeblicher Hebel für die Verkehrswende insgesamt ist, möchten wir in diesem Artikel darlegen. Wir werden argumentieren, warum die Verkehrsmittelwahl auf den kurzen Strecken zentral ist (auch für die langen Distanzen), warum längst nicht alles smart ist, was so vielversprechend als technische Lösung daher kommt und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden müssen.

Ulrich Syberg, Melissa Gomez, Saskia Ellenbeck
Die Zukunft der Stadtmobilität

Neben den Luftschadstoffemissionen verursacht der Verkehr Treibhausgase und Lärm, er verbraucht viel Platz für Straßen und Parkplätze und beeinträchtigt die Lebensqualität. Wir brauchen daher besonders in den Städten bei gleichbleibender oder besserer Mobilität einen anderen Verkehr, vor allem mit viel weniger privaten Autos. Eine Stadt mit weniger Verkehr und weniger Autos ist leiser, emissionsärmer und es steht mehr Platz zur Verfügung für Grün und attraktive öffentliche Plätze, die Menschen Raum für Erholung, Aufenthalt und Begegnung bieten. All das trägt zu einer höheren Lebens- und Umweltqualität bei. Um dabei die gleiche Mobilität zu ermöglichen, ist und bleibt der öffentliche Verkehr auch zukünftig das Rückgrat des Stadtverkehrs, ergänzt um Fuß- und Radverkehr und Carsharing. Er muss aber signifikant ausgebaut und langfristig tragfähig finanziert werden. Mit steigendem Angebot und Qualität des Umweltverbundes müssen dann auch schrittweise und sozial verträglich dem Autoverkehr die wahren Kosten angelastet werden, z. B. durch Parkraummanagement oder eine fahrleistungsabhängige Maut. Der Stadtverkehr muss auch seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Dirk Messner, Tim Schubert
Chapter 10. Mehrwert der Smart Region – Notwendigkeit und Möglichkeit wertorientierter Entwicklungsplanung
Entwurf einer iterativen Wirtschaftlichkeitsrechnung als Wegbereiter der Smart Region

Die Smart Region erweitert das Konzept der Smart City über die Stadtgrenzen hinaus. Das ist ökonomisch sinnvoll, erhöht aber die Komplexität, denn dazu müssen Akteure mit z. T. gegensätzlichen Interessen aufeinander vertrauend investieren. Eine überzeugende Wirtschaftlichkeitsrechnung ist daher für verbindliche Entscheidungen der Akteure in der Smart Region notwendig, aber sehr herausfordernd. Zwar hat die Betriebswirtschaftslehre Methoden einer Wirtschaftlichkeitsrechnung entwickelt, die diesen Herausforderungen gerecht werden, aber in der Smart Region fehlt i. d. R. die dafür erforderliche Datenbasis. Das Dilemma lässt sich mit einer iterativen Wirtschaftlichkeitsrechnung lösen, die mit einer Vision startet, Value Cluster identifiziert, sie in relationalen Geschäftsmodellen operationalisiert und mit deren Umsetzung sowie Lernprozessen die Basis für neue Investitionen schafft. So wird die iterative Wirtschaftlichkeitsrechnung zum Wegbereiter der Smart Region durch smarte Akteure.

Martin Selchert
Chapter 15. Die Rolle der Sparkasse Darmstadt in einer SMART REGION
Wie ein vernetztes Ökosystem das Banking verändert

Der vorliegende Fachartikel gibt einen Überblick über die Bedeutung von SMART BANKING in einer vernetzten Stadt wie Darmstadt, der Digitalstadt Deutschlands, und ihrer Umgebung. Er zeigt sowohl die Bedingungen, wie den Einsatz von Schlüsseltechnologien, als auch die Auswirkungen, wie die Nutzung von digitalen Geldbörsen oder Identitätsdiensten im Web, auf. Am Beispiel der Sparkasse Darmstadt wird erkenntlich gemacht, wie bereits heute und in naher Zukunft der Alltag in Bezug auf das persönliche Finanzmanagement unserer digital-affinen Kunden aussieht. Smartes Banking betrifft nicht nur zu Zeiten von Industrie 4.0 unsere Firmenkunden, sondern u. a. durch die PSD2, also der neuen Zahlungsdienstrichtlinie für das Mobile- bzw. Online-Banking seit 14.09.2019, auch unsere Privatkunden. Der Fachartikel stellt folglich das Potenzial des sog. „Internet bzw. Payment of Things“ für die Bankenbranche vor. Denn in einer intelligent vernetzten Region spielt das Bezahlen eine erhebliche Rolle. Indem sich das Medium Internet stetig im Wandel befindet, verändert sich auch das Banking. Es ist bargeld- und kontaktlos. Es ist digital. Es ist mehr als nur Kartenzahlung. Es macht sich Alltagsgegenstände wie das Smartphone, ehemals Funktelefon, oder die Smartwatch, ehemals Armbanduhr, zu Nutze. Es basiert zunehmend auf Machine Learning, Big Data, Blockchain und Künstlicher Intelligenz. SMART BANKING bietet Finanzdienstleistern die Chance auf mehr Kundennähe, sodass diese Arbeit sowohl für den zukünftigen Finanzberater, der digital sein wird, als auch für junge Bankkunden, u. a. die sog. Young Affluents, die mit den neuen Technologien vertraut sind und gezielt die Vorzüge der Mobilität und Flexibilität verwenden möchten, interessant ist. Die theoretische Annahme, wie die Rolle von Finanzinstituten in einem vernetzten Ökosystem aussehen kann, wird durch bereits vorhandene Produkte und Services wie eSafe, Fotoüberweisung, yes® usw. bestätigt, bzw. anhand von fiktiv entworfenen, zielgruppen-ähnlichen Personas der Sparkasse Darmstadt plakativ gemacht.

Saskia Templin
Chapter 18. „Erfolgsfaktoren einer Smart Region (Best Practice) am Beispiel von Zürich“

Ambitionierte Energie- und Klimaziele sind in Städten und Gemeinden nur durch eine integrierte ämter- und akteursübergreifende Planung und Umsetzung (smarte Planungsprozesse und virtuelle Organisation) zu erreichen. Die zahlreichen relevanten städtischen Akteure, die ihren themenspezifischen Strategie- und Umsetzungsaufgaben oft ohne Blick für das Ganze wahrnehmen, sind methodisch und inhaltlich zu koordinieren. Eine anerkannte Methodik (z. B. die der 2000-W-Gesellschaft) und ein daten- und toolgestütztes Instrument (z. B. das Gebäudeparkmodell) ermöglichen die sachgerechte Einordnung der themenspezifischen Einzelinteressen und damit einen zielführenden Blick auf das Ganze.

Bruno Bébié, Martin Jakob, Robert Kunze, York Ostermeyer
Chapter 20. Neue Mobilitätsangebote: Ersatz oder Ergänzung des ÖPNV? Eine Analyse am Beispiel des stationsflexiblen Carsharings

Neue, „smarte“ Mobilitätsangebote kommen in großer Vielfalt auf den Markt und schicken sich an, die Mobilitätslandschaft zu verändern. Dabei stellen sich vielfältige Fragen, beispielsweise nach dem Umgang mit den in den Diensten anfallenden Daten, nach der Steuerungsnotwendigkeit und Steuerungsfähigkeit der neuen Angebote und nach deren Wechselwirkungen mit dem bestehenden Verkehrssystem. Der Beitrag geht diesen Fragen nach am Beispiel des stationsflexiblen Carsharings, welches eine Hybridform etablierter Carsharing-Varianten darstellt. Anhand von Fahrtkennzahlen sowie des Nutzungsverhaltens lässt es sich jedoch weder dem stationsbasierten noch dem Free-Floating-Carsharing zuordnen. Der Anteil der Direktfahrten zwischen Stationen an allen Fahrten ist so gering, dass keine relevante Kannibalisierung des ÖPNV durch dieses Mobilitätsangebot vorliegt. Die Kunden des stationsflexiblen Carsharings sehen das Angebot als Ergänzung zum ÖPNV und besitzen eine ausgeprägte ÖPNV-Affinität. Aufgrund dieser positiven Wechselwirkungen zwischen den beiden Mobilitätsangeboten sollten die Kommunen diese Carsharing-Variante aktiv unterstützen. Dabei können die Systemdaten wesentliche Erkenntnisgewinne und Planungsunterstützung bieten. Geeignete Formen der Zusammenarbeit zwischen Anbietern und Kommunen sowie zwischen den Kommunen untereinander sind allerdings noch zu entwickeln.

Volker Blees, Marco Zerban
Kapitel 4. Community Policing: Ein Versuch, eine veränderte Polizeipraxis zu etablieren

Unter Community Policing (CP) versteht man eine proaktive Polizeiarbeit, die auf partnerschaftlicher Kommunikation basiert und die Kriminalitätsprävention in das Zentrum ihrer Arbeit rückt. Das global verbreitete Konzept basiert auf der Idee, die Interaktion zwischen den Polizisten in der Station und den Bewohnern der umgebenden Nachbarschaft zu stärken. Im Fokus steht das Finden schneller und problemorientierter Lösungen unter Mitarbeit der Bürger, und wird daher auch Neighbourhood Policing genannt.

Nina Müller
Kapitel 6. Synthese und Fazit

Ausgangspunkt dieser Studie war, inwiefern lokale Rezeptionen des SSR-Paradigmas vorzufinden sind. Dieses Konzept zielt u. a. auf die Reduktion von Kriminalität und orientiert sich in Nigeria deutlich an den beiden Paradigmen Menschenrechte und Sicherheit. Diese beiden Aspekte lassen sich im Rahmen von Polizeireformmaßnahmen anhand des Mikrokosmos einer Modellpolizeistation abbilden.

Nina Müller
Trans- und Interdisziplinäre Forschungsansätze in der Gesundheitsförderung

Die Vielfalt an Gesundheitsdeterminanten in Verbindung mit dem lebenswelt-orientierten Ansatz der Gesundheitsförderung (Ottawa-Charta 1986) und dem Anspruch, die Kontrolle des Individuums über eben diese Determinanten zu erhöhen (Bangkok Charta, 2005), stellen die Gesundheitsförderung vor die Herausforderung sich intensiv mit Bereichen auseinanderzusetzen, die traditionellerweise nicht im Gesundheitssektor liegen. Um dennoch effektive Maßnahmen zu entwickeln, ist ein intensiver trans- und interdisziplinärer Austausch essentiell. Qualitative Forschungsmethoden können solche Prozesse unterstützen.Der folgende Beitrag basiert auf den Forschungserfahrungen im Rahmen der Juniorforschungsgruppe „Stadt als gesunder Lebensort unabhängig von sozialer Ungleichheit“ (JUFO SALUS) im Zeitraum 2013 bis 2018. Der Fokus der Juniorforschergruppe lag auf der integrierten Betrachtung von Effekten salutogener wie pathogener Einzelfaktoren auf den Menschen unter Berücksichtigung sozialer Ungleichheit im urbanen Raum. Insgesamt wurden in diesem Rahmen fünf Dissertationen aus unterschiedlichen Disziplinen bearbeitet. Eine dieser Dissertationen „Partizipation im Wohnumfeld. Benachteiligungsaspekte bei der Teilhabe von sozial benachteiligten Menschen mit Migrationshintergrund an der Gestaltung ihres Wohnumfeldes aus Public Health Perspektive“ (Hemetek, 2019) stellt die Grundlage für den folgenden Beitrag dar. Dabei geht es nicht primär um die Darstellung der Forschungsergebnisse, sondern insbesondere um die Darstellung der Trans- und Interdisziplinären Forschungsansätze, die durch die Einbettung in die Jufo Salus ermöglicht wurden.

Ursula Hemetek
2. Wirtschaftsverfassungsrecht

Im Wirtschaftsverfassungsrecht (Kap. 2) werden zunächst diejenigen Verfassungsbereiche behandelt, die ordnend und gestaltend auf wirtschaftliche Prozesse und Aktivitäten einzelner Wirtschaftsteilnehmer einwirken. Dazu zählen neben verfassungsrechtlichen Fragen der Wirtschaftsordnung vor allem die Grundrechte, insbesondere, wenn sie als individuelle Abwehrrechte gegenüber staatlichen Eingriffen wirken. Hinzu treten Staatsziele und staatsorganisationsrechtliche Grundlagen, die die hoheitlichen Kompetenzen gewaltenteilig begründen (Art. 70 ff. GG) sowie Aufgaben und Befugnisse zuweisen (Art. 30, 83 ff. GG). Abgerundet wird das Kapitel durch die Bezüge zwischen der deutschen Verfassungsordnung und dem europäischen wie internationalen Wirtschaftsrecht.

Cornelia Manger-Nestler, Ludwig Gramlich
Kapitel 9. Lösungsansätze zwischen inzentivierender und regulativer Wohnungs- und Bodenpolitik aus kommunaler Sicht

„Wohnen ist heute mehr als eine reine Unterkunft. Wohnen ist Teil unserer Kultur und der Selbstverwirklichung des Menschen!“, so der frühere Kieler Oberbürgermeister und Präsident des Deutschen Städtetages, Günther Bantzer, im Jahre 1980. Diese Feststellung ist so simpel wie richtig.

Sebastian Klöppel, Hilmar von Lojewski
Kapitel 8. Koordinierte Politik oder Policy‐Fragmentierung? Wohnungs‐ und Stadtentwicklungspolitik in Wien und Washington, DC

Nach einigen Jahren der Suburbanisierung verzeichnen viele Städte derzeit wieder ein deutliches Bevölkerungswachstum. Dieses wird in der Regel als positives Zeichen dafür verstanden, dass diese Städte sich im Wettbewerb durchsetzen können und attraktiv für Neuzuwanderer sind. Gleichzeitig sorgt der Erfolg für Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt.

Danielle Gluns