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22-06-2017 | Stadtplanung | Im Fokus | Article

Vom Heizkraftwerk zum Kulturzentrum

Author:
Christoph Berger

Am 16. Juni 2017 wurde der diesjährige Sächsische Staatspreis für Baukultur vergeben. Der Preis ging an das Kraftwerk Mitte Dresden – den Umbau des ehemaligen Heizkraftwerks Mitte zu einem kulturellen Zentrum.

Die Geschichte des Heizkraftwerks Dresden-Mitte geht bis ins Jahr 1839 zurück. Damals ging die Anlage zunächst als zweite Gasanstalt in Betrieb und diente dann von 1895 bis 1994 fast 100 Jahre als Heizkraftwerk. Danach wurde das Areal bereits für Kulturveranstaltungen genutzt bevor der Stadtrat im Jahr 2008 die weitere kulturelle Nutzung und das Finanzierungskonzept beschloss – Baubeginn am Gesamtareal war 2010. Dabei wurden nach Plänen von Prof. Jörg Friedrich/pfp Architekten die denkmalgeschützten Altbauten durch Neubauten ergänzt.

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2017 | OriginalPaper | Chapter

Einleitung: Vier Thesen für die Experimentalstadt

Der Artikel skizziert vier Thesen, um die Notwendigkeit an Experimentalräumen für die nachhaltige Stadt zu verdeutlichen. Werden diese legitimiert, entsteht eine Atmosphäre des Ausprobierens und Testens, welche es den Handelnden ermöglicht …


Insgesamt investierte Dresden mit seinen stadteigenen Unternehmen in das neue Areal mit einer Gesamtfläche von 39.000 Quadratmetern 120 Millionen Euro. 2.650 Quadratmeter stehen dabei den Theaterwerkstätten zur Verfügung: Angesiedelt sind dort unter anderem die Staatsoperette Dresden sowie das Theater junge Generationen. Auch die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und das Dresdner Energiemuseum haben neben weiteren Mietern Raum in dem neuen Kulturzentrum gefunden.

Aufwertung des Gesamtareals

Die Aufwertung des Gesamtareals des ehemaligen Heizkraftwerks Mitte gilt als die wichtigste städtebauliche Maßnahme in den Bereichen "Aufwertungsgebiet Mitte" und "Westlicher Innenstadtrand" der Landeshauptstadt Dresden – die Revitalisierung der innerstädtischen Industriebrache der Stadt wird als zentraler Baustein einer nachhaltigen Stadtentwicklung bezeichnet, da neben der städtebaulichen Bedeutung die Ansiedlung von Theatereinrichtungen, Museums-/Ausstellungsflächen, Bildungseinrichtungen, Gastronomie und Büroflächen die vorhandenen Angebote im Bereich Bildung, Kunst und Kultur weiterentwickelt und die lokale Wirtschaft gestärkt wird.

Im Kapitel "Einleitung: Vier Thesen für die Experimentalstadt" des Springer-Fachbuchs "Die Experimentalstadt" gehen die Autorinnen und Autoren auch auf die Rolle der Kunst in städtischen Bereichen ein. Unter anderem schreiben sie: "Dabei agieren die (Prozess-)Künstler in ihrem Tun oftmals als Übersetzer und bringen unterschiedliche Akteure zusammen, um transdisziplinär an bisher unberücksichtigten Lösungen zu arbeiten. Sie bearbeiten (meist temporär) die Umnutzung des Städtischen, die Urbanisierung der Peripherie, die Revitalisierung von 'Un-Orten' oder die Aufwertung vernachlässigter Zentren." Dabei entstünden Veränderungen durch das Vor-Ort-Sein, aber auch temporär begrenzte Aktivitäten können längerfristige Alternativen einer veränderten Raumnutzung hervorrufen.

Noch vier Anerkennungen

Mit der Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Baukultur 2017 würdigte die Jury nun diesen Umbau. Zu den Bauherren gehören die Drewag Stadtwerke Dresden GmbH und die KID - Kommunale Immobilien Dresden GmbH sowie René Kuhnt für den Bereich "T1 Bistro & Cafe". Darüber hinaus zeichnete die Jury vier weitere Beiträge mit einer Anerkennung aus:

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