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24-03-2022 | Steuerrecht | Nachricht | Article

Initiativen wollen Steuerlast für Unternehmen mindern

Author: Sylvia Meier

2:30 min reading time
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Im Finanzausschuss des Bundesrates stehen für die Sitzung am 24. März 2022 mehrere Initiativen für Steuerentlastungen auf der Agenda. Diese befassen sich unter anderem mit der Verlustverrechnung, der Pendler- sowie der Homeoffice-Pauschale.

Unternehmen stehen derzeit vor vielen Herausforderungen: Die Folgen der Corona-Pandemie sind in vielen Bereichen noch spürbar, zeitgleich sorgen hohe Energie- und Spritpreise für erheblich steigende Kosten. Themen, die auch die Politik beschäftigen. In seiner Sitzung am 24. März 2022 muss der Finanzausschuss des Bundesrats sich mit zahlreichen Initiativen befassen, die Unternehmen wie Verbraucher entlasten sollen.

Verluste steuerlich rückwirkend geltend machen

Das Hessische Finanzministerium macht darauf aufmerksam, dass es sich für eine dauerhafte Homeoffice-Pauschale und eine Erweiterung der Verlustverrechnung einsetzt. "Unternehmen sollen ihren coronabedingten Verlust aus allen Pandemiejahren durch die Ausweitung des Verlustrücktrags auf zwei Jahre geltend machen können. Diese Ausweitung ist eine wichtige und notwendige Maßnahme, um die Liquidität der von der Corona-Krise getroffen Unternehmen zu stärken. Allerdings macht sie nur Sinn und hilft mehr, wenn alle Verluste seit Beginn der Pandemie von dieser Ausweitung profitieren", so der hessische Finanzminister Michael Boddenberg. 

Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung mit dem Vierten Corona-Steuerhilfegesetz sieht für Verluste, die 2022 entstehen einen zweijährigen Verlustrücktrag vor. Nach Ansicht des Landes Hessen geht dies nicht weit genug, da demnach die Verluste aus den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 nur ein Jahr zurückgetragen werden können. Wer bereits im Lockdown-Jahr 2020 Verluste erzielt hat, könnte hier steuerliche Stolpersteine finden. 

Das Land Hessen schlägt vor, die Verlustrücktragszeiträume bereits für die Jahre 2020 (Rücktrag ins Jahr 2018) und 2021 (Rücktrag ins Jahr 2019) auszuweiten. Für Unternehmen wäre dies eine attraktive Steuererleichterung, da sie Corona-bedingte Verluste ausgleichen, ihre Steuerbelastung senken und Liquidität stärken könnten.

Energiepreise werden zum Kostentreiber

Das Thema Energie wird kontrovers diskutiert. Steigende Preise werden sowohl für Unternehmen als auch Verbraucher zum Problem. Die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern fordern die Bundesregierung unter anderem auf, die Steuern auf Energie umgehend zu senken. So sollen demnach beispielsweise die Stromsteuer für private Haushalte und die Steuersätze auf Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin reduziert werden. 

Außerdem soll die Pendlerpauschale nach diesem Antrag auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer erhöht werden. Die Pauschale für die steuerfreie Arbeitgebererstattung für berufliche Fahrten von Arbeitnehmern beziehungsweise Dienstfahrten mit dem privaten Pkw soll nach dem Willen der Initiative angepasst werden.

Steuersenkungen und Maßnahmen zum Energieverbrauch

So hat beispielsweise das Land Niedersachsen einen Antrag eingereicht, damit unter anderem

  • die EEG-Umlage abgeschafft,
  • Stromsteuersätze gesenkt und der Strompreis für die Industrie überprüft wird,
  • mögliche Umsatzsteuersenkungen für Energie geprüft werden und
  • die Werbungskostenpauschale angepasst wird sowie
  • weitere Maßnahmen zur Ausweitung von Energiereserven.

Hinweis: Die Ampelkoalition hat ein Entlastungspaket aufgrund der steigenden Energiekosten für Bürger geschlossen. So sollen Bürger mit einer Energiepreispauschale von 300 Euro über die Einkommensteuer und einer Einmalzahlung von 100 Euro entlastet werden. Die Energiesteuer für Kraftstoffe soll vorübergehend gesenkt werden. Zudem soll ein günstiges Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr vorübergehend eingeführt werden.

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