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02-04-2019 | Stresstest | Nachricht | Article

Bundesbank und Bafin starten Stresstest regionaler Institute

Author:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 min reading time

Neu bei dem anstehenden Stresstest kleinerer und mittelgroßer Geldhäuser, den die Deutsche Bundesbank und die Finanzaufsicht Bafin durchführen, ist eine Gewinn- und Verlustrechnung für eine dreijährige Phase starker wirtschaftlicher Umschwünge.

Die durch den Stresstest der sogenannten Less Significant Institutions (LSI) zu Tage geförderten Risiken dienen als Grundlage für die Ermittlung der Eigenmittelzielkennziffern der rund 1.400 zu prüfenden Banken, heißt es. Parallel zu den regional ausgerichteten Instituten soll ein zweiter Stresstest Kandidaten mit möglichem Risikopotenzial unter den deutschen Bausparkassen offenbaren. Außerdem liefern ausgewählte Geldhäuser Informationen zu Risiken aus Immobilienfinanzierungen sowie zur Entwicklung der Vergabestandards bei den Unternehmenskrediten. Mit dieser Maßnahme sollen kurzfristig Datenlücken in diesem Bereich geschlossen werden.

Erstmals mit Gewinn- und Verlustrechnung 

In einer vorgelagerten Umfrage werden zunächst die Plan- und Prognosedaten der Kreditinstitute erhoben. Zudem klopfen die Aufsichtsbehörden deren Reaktion auf fünf vorgegebene Zinsszenarien für den Zeitraum von 2019 bis 2023 ab, die unter anderem ein andauerndes Niedrigzinsumfeld sowie positive und negative Zinsschocks umfassen. Anschließend simulieren die Banken ihre Ertragslage und Widerstandsfähigkeit für die Jahre 2019 bis 2021 jeweils in einem Basis- und einem Stressszenario. Letzteres sieht eine massive Wirtschaftseintrübung vor, in deren Verlauf unter anderem Zinsänderungs-, Kredit- und Marktpreisrisiken auftreten. 

Dabei wird erstmals eine Gewinn- und Verlustrechnung der Geldhäuser erstellt. Das bedeutet, die Banken müssen ihren Einkommen aus dem Zins- und Provisionsgeschäft auch gegebenenfalls massive Einbrüche der Ergebnisbeiträge im Stressszenario gegenüberstellen. Dabei wird der Verzehr an harter Kernkapitalquote als Differenz von Ausgangskapitalquote und der niedrigsten Kapitalquote im dreijährigen Stresshorizont bestimmt.

Daten müssen bis Ende Mai geliefert werden

Bis Ende Mai 2019 haben die Institute Zeit, ihre Daten an die Finanzaufsicht zu liefern. Bis Mitte Juli 2019 können sich die Banken bei den Informationen zu Immobilienfinanzierungen und Unternehmenskrediten Zeit lassen. Die Ergebnisse ihres Stresstests haben Bundesbank und Bafin für Herbst 2019 angekündigt.

 

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