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2022 | OriginalPaper | Chapter

7. Struktursynthese: Entwicklung eines Modells dynamischer Stabilität

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Zusammenfassung

Wenn reine Flexibilität über alle Entscheidungsprämissen respektive Strukturmerkmale qua kausaler Durchgriffssteuerung, keine Option mehr zur Umsetzung der organisationalen Agilität ist, bleibt die Frage, wie ihr eine mögliche Idee dynamischer Stabilität stattdessen zuträglich sein kann und wie diese dann zu definieren ist. Vorab werden hierfür im Folgenden strukturelle Überlegungen zur Ambidextrie getätigt, die in der aktuellen Literatur partiell mit dem Konzept der organisationalen Agilität assoziiert wird.
Footnotes
1
Tatsächlich sprechen Gibson & Birkinshaw konkret von der Entscheidungsfreiheit der Individuen. Sie schreiben: „[…] we suggest, that it [ambidexterity, O.H.] is best achieved not through structural, task, or temporal separation, but by building a business-unit context, that encourages individuals to make their own jugdgements as to how best divide their time between the conflicting demands for alignment and adaptability.“ (ebd., S. 211). Dieser auf Individuen bezogene Selbstregulationsbegriff, wird hier – entsprechend des systemtheoretischen Framings – auf eine mögliche Entscheidungsfreiheit organisationaler Subsysteme übertragen.
 
2
Vgl. zur Selbststeuerung von Systemen auch nochmal Abschn. 2.​1.​2.​3.​4
 
3
Diese Erkenntnisse lassen sich auf die Gesamthistorie von Organisationen beziehen, in denen eine Organisationsform die nächste ablöst. Sie können aber auch – und das ist hier der Fall – auf Subsystemebenen innerhalb des Organisationssystems bezogen werden, was dann langfristig wiederum auf die schrittweise Evolution einer neuen, gesamten Organisationsform, einzahlen mag.
 
4
Ergänzung dazu: Sarasvathy verargumentiert ihr Modell aus der Akteursperspektive. Der Entscheidungsbegriff wird hier auf die Ebene der Organisation als Akteur gehoben und angepasst. Das grundsätzliche, modellhafte Entscheidungsschema Sarasvathys bleibt jedoch erhalten.
 
5
Auch den Umstand der Kooperationspartner, der hier als Interaktion mit weiteren Systemen gefasst wird, was die Exploration neuer Entscheidungswege im Zusammenspiel mit den Organisations-eigenen Ressourcen erst ermöglicht, versteht Sarasvathy ganz bildlich als Akteurs-basierte Interaktionen. Dieser Aspekt wird hier entsprechend der systemrationalen Organisationssicht angepasst und auf die Interaktionen von Subsystemen übertragen. Im – vom Mechanismus her auch hier geltenden – Original heißt es dazu: „Most important of what they (organizations, O.H.] can do is to call people they know or meet, and plunge straight into negotiating a series of commitments. […] For now, it is important to note that the opportunity (real or perceived or otherwise) does not determine who comes on board. Instead, those who come on board, and what they commit to the enterprise, together with other contingencies that occur along the way, determine what opportunity gets created.“ (Sarasvathy & Dew, 2005, S. 543).
 
Metadata
Title
Struktursynthese: Entwicklung eines Modells dynamischer Stabilität
Author
Oliver Haidukiewicz
Copyright Year
2022
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-38036-6_7