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14-10-2015 | Technische Informatik | Im Fokus | Article

Cloud-Ängste stehen IT-Innovationen im Mittelstand im Weg

Author:
Jacqueline Pohl
2 min reading time

In mittelständischen Betrieben herrscht Misstrauen gegenüber Cloud-Technologien vor. Diese Ablehnung hemmt notwendige Innovationen wie Industrie 4.0. Auch Big Data und Mobility bleiben auf der Strecke.

In der Fertigungsindustrie pflegt man traditionell eine konservative Unternehmensphilosophie. Veränderungen lassen sich nur sehr langsam durchsetzen, Trends werden mit Argwohn beobachtet. Das spiegelt sich auch in der zögerlichen Adoption neuer IT-Technologien wider. Vor allem die Cloud ist in deutschen Fertigungsbetrieben ein rotes Tuch. 40 Prozent der Unternehmen lehnen die Cloud weiter kategorisch ab.

Diese Abwehrreaktion zieht eine Kettenreaktion nach sich, denn ohne Cloud-Services bleiben auch darauf aufbauende IT-Technologien wie Industrie 4.0, Big Data und Mobility auf der Strecke.

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Unternehmen können die großen Datenmengen in vernetzten Produktionsumgebungen ohne Cloud Computing nicht mehr verarbeiten und auswerten und ihre Prozesse effizient steuern. Ein Drittel scheut inzwischen die hohen Investitionskosten für die Einführung von Industrie 4.0, weil schon die Grundlagen für ein solches Projekt fehlen. Aber auch fehlendes Know-how, knappe Ressourcen und Prozessfragen schieben notwendigen Innovationen einen Riegel vor.

Datensicherheit: Die Skepsis steigt sogar noch

Warum die Betriebe diese Potenziale verstreichen lassen, das wollte Freudenberg IT mit einer Umfrage ergründen. Viele Produktionsbetriebe trauen den neuen Lösungen schlicht nicht. Cloud-Technologien stünden unter dem Generalverdacht, unsicher zu sein. Und die Sicherheitsbedenken nehmen sogar noch zu: 82 Prozent der Befragten bemängeln die Datensicherheit in der Cloud – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Vor Datenverlust fürchten sich 30 Prozent. Die Rechtssicherheit besorgt ein Viertel der Betriebe.

Für deutsche Dienstleister entstehen hier aber auch Chancen, wenn es ihnen gelingt, die Bedenken der Betriebe mit hohen Datenschutzstandards, einem deutschen Rechenzentrumsstandort und transparenten Sicherheitsmaßnahmen zu zerstreuen. Das gilt auch für die weiteren Gründe für eine ablehnende Haltung gegenüber der Cloud: Viele Fertigungsunternehmen wollen sich nicht in Abhängigkeiten zu Dienstleistern begeben. Sie fürchten zudem hohe Kosten und schlechte Servicequalität durch geringe Bandbreiten.

Besserung ist nur langsam in Sicht. Immerhin haben inzwischen viele Entscheider ihre Hausaufgaben gemacht und sich mit den grundlegenden Cloud-Technologien befasst. Fast ein Viertel kann eine Aussage treffen, ob für ihr Unternehmen eher ein Public- oder Private-Cloud-Modell in Frage käme. Vor einem Jahr waren es erst acht Prozent. Am ehesten können sich die Betriebe den Einsatz von Software-as-a-Service (SaaS), Storage- und Backup-Services und Serverkapazitäten in der Cloud vorstellen.

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