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2021 | Book

Umwelt- und Klimagerechtigkeit

Digitalisierung, Energiebedarfe, Klimastörung und Umwelt(un)gerechtigkeit

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Der Zusammenhang von Umweltzerstörung und Klimastörung infolge der sich rasant entwickelnden Digitalisierung in allen Lebensbereichen der Menschen wird kritisch hinterfragt. Der Energiebedarf für die aktuell weltweit genutzten digitalen Endgeräte bewegt sich derzeit im Terra-Watt-Bereich. Diese Energiemenge wird noch immer mehrheitlich aus fossilen Energiequellen gewonnen, gefolgt von biologischen Quellen wie Mais, Raps, Getreide, Palmen und weitere. Der sich rasant entwickelnde Plattformkapitalismus der GAFA-Monopole und weiteren hat zu einem Anstieg des Energiebedarfs für digitale Endgeräte gesorgt. Die Folgen sind eine vermehrte Freisetzung von Treibhausgasen und vor allem von Abwärme, die einen nicht unmaßgeblichen Anteil der Störung der Wärmebalance und damit der Klimastörung hat. Digitalisierung bewirkt darüber hinaus auch gesellschaftliche Veränderungen wie neue Arbeitsmodelle und Arbeitszeitmodelle und erfordert neue, nämlich digitale, Kompetenzen. Der damit verbundene Einschnitt in die gesellschaftlichen Strukturen zeigt sich bereits in einer steigenden Vereinzelung der Menschen, die mit Identitätsverlust, Verhäuslichung und Desozialisation einhergeht.

Table of Contents

Frontmatter
Kapitel 1. Umwelt- und Klimagerechtigkeit – ein Exkurs
Zusammenfassung
Der Begriff Umwelt wurde in der nahen Vergangenheit fast ausschließlich auf die biologischen bzw. ökologischen Kompartimente Wasser, Boden und Luft bezogen. So wird er noch immer häufig unter biologischen resp. ökologischen Themenfeldern und den entsprechenden Sachlagen genutzt, während ökonomische oder auch soziologische Sachverhalte eher nicht im Vordergrund stehen. Unter Einbeziehung von sozialen Räumen, wie Arbeitsräume, Lehr und Lernräume oder Räume des Wohnens und der Erholung wurde der ganzheitliche Umweltbegriff bereits in den 1970er Jahre definiert und mit Beginn der 2000er Jahre zum Forschungsfeld unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen.
Regine Grafe
Kapitel 2. Digitalisierung und Klimastörung
Zusammenfassung
Klimastörung ugs. auch Klimawandel genannt, wird hauptsächlich mit dem Kohlendioxidausstoß von Energiegewinnungsanlagen in Verbindung gebracht. Die Nutzung elektrischer Energie ist in vielen Lebensbereichen, so auch bei der Nutzung digitaler Technik, allgegenwärtig. Da davon ausgegangen werden kann, dass die Energiegewinnung aus fossilen Energiequellen aber auch aus anderen einen Einfluss auf die Klimastörung und damit auf alle Folgen einer Klimaveränderungen wie Artensterben, Arteninvasion, Gesundheitsbeeinträchtigungen, Hitzetot, Nahrungsmangel, Erdoberflächenzerstörung und ggf. kriegerische Auseinandersetzung um Land, Nahrungs- und Energiequellen bzw. Rohstoff- und Absatzmärkte hat, sind die Energiebedarfe neben der Umweltzerstörung letztendlich auch mitverantwortlich für die Klimastörung.
Regine Grafe
Kapitel 3. Umweltgerechtigkeit: Die sozialen Komponenten der Digitalisierung
Zusammenfassung
Die Grenzen von Arbeits(um)welt und Lebens(um)welt werden sich zunehmend auflösen. Die Arbeitsziele, Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten werden sich vor diesem Hintergrund verändern. Hohe Anforderungen an Eigeninitiative, Selbstdisziplin und Eigenverantwortung werden diesem Trend folgen.
Regine Grafe
Kapitel 4. Die Ambivalenz der Digitalisierung
Zusammenfassung
Das prägende Strukturmerkmal der menschlichen Gesellschaften, insbesondere das der wirtschaftlich gut aufgestellten Nordeuropas und Nordamerikas mit den drei größten global agierenden Wirtschaftsregionen EMEA, APAG oder AMER, ist der Kapitalismus. Zentraler Punkt dabei ist die Erwerbsarbeit und das stetige Wachstum der Wirtschaft und ein nie dagewesener Wohlstand für eine Vielzahl von Menschen. Mit dem Einzug der Digitalisierung in alle Lebensbereiche der Menschen begann in den 2000er Jahren eine Transformation hin zur Wissensgesellschaft, die neue, noch unbekannte Herausforderungen und Aufgaben für die Zukunft stellt.
Regine Grafe
Kapitel 5. Thesen für die Zukunft
Zusammenfassung
Die Digitalisierung hat nicht nur einen erheblichen Einfluss auf das Klima und dessen Störung, sondern beeinflusst gleichermaßen auch die Umwelt und damit die essentiellen Lebensbedingungen auf der Erde. Während sie mit ihren mathematisch technischen Instrumenten für effizientere technische Prozesse und Verfahren beiträgt und somit wirtschaftliches Wachstum und steigende Kapitalmonopolisierung unterstützt, trägt sie überdies zur Spaltung derzeitiger menschlicher Gesellschaften bei. Als Motor für die Transformation der noch bestehenden Gesellschaft hin zur Wissens- und Informationsgesellschaft hat sie neue Verantwortungen zu übernehmen, die geeignet sind, die Spaltung der Gesellschaft weitgehend zu verhindern bzw. neues soziales Leben so zu gestalten, dass Gesundheit und Wohlbefinden weitgehend erhalten bzw. möglicherweise verbessert werde kann.
Regine Grafe
Backmatter
Metadata
Title
Umwelt- und Klimagerechtigkeit
Author
Prof. Dr. Regine Grafe
Copyright Year
2021
Electronic ISBN
978-3-658-36328-4
Print ISBN
978-3-658-36327-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36328-4