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29-09-2022 | Unternehmensgründung | Infografik | Article

Interesse an Unternehmensgründungen sinkt

Author: Andrea Amerland

2:30 min reading time
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Der Wunsch, in Deutschland ein Unternehmen zu gründen, nimmt ab. Gleichzeitig wollen mehr Menschen nebenberuflich in die Selbstständigkeit starten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die Frage, ob Deutschland die Gründer ausgehen, ist nicht neu. Sie wird immer wieder im internationalen Vergleich gestellt, der regelmäßig zeigt, dass die Gründungsaktivität hierzulande sehr viel geringer ist als im Ausland. Auch jetzt ergibt der DIHK-Report Unternehmensgründung 2022, dass das Interesse, ein neues Unternehmen an den Start zu bringen, deutlich nachlässt. Die Untersuchung basiert auf Erfahrungsberichten der rund 350 IHK-Existenzgründungsberater sowie auf mehr als 200.000 Kontakten mit angehenden Entrepreneuren.

Pandemie bremst Start-ups aus

Laut des Berichts habe die Gründungsdynamik im vergangenen Jahr in Industrie, Handel und Dienstleistungsbranchen deutlich nachgelassen. Als Bremser erweist sich dabei die Corona-Pandemie, da zahlreiche Restriktionen die Aussichten für Neugründungen drückten. Insbesondere in der Gastronomie und im Einzelhandel sind die Zahlen rückläufig, also in Bereichen, die besonders durch pandemiebedingte Schließungen betroffen waren. Dies zeige sich an weniger Gründungsberatungen, heißt es in der Studienzusammenfassung. 

Insgesamt haben sich im Jahr 2021 zehn Prozent weniger Gründende bei ihrer IHK in persönlichen Gesprächen - auch online - informiert. Die Zahl der Informationsrunden erreicht mit 159.682 Beratungen ein historisches Tief in der seit dem Jahr 2002 geführten IHK-Statistik. Bei den Gründungsberatungen, die auf den konkreten Geschäftskonzepten basieren, betrug der Rückgang sogar 13 Prozent. Gleichzeitig stieg das Interesse an Sidepreneurship, also Nebenerwerbsgründungen. Vier Prozent der Entrepreneure wollten sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten ein zweites Standbein aufbauen.

DIHK-Präsident Peter Adrian sieht diese Entwicklungen kritisch. Es drohe viel unternehmerischer Geist verloren zu gehen. "Gerade in unsicheren und herausfordernden Zeiten ist es unternehmerischer Geist, der auch in schwierigem Umfeld Chancen sieht. Aus einem solchen positiven Spirit entstehen Innovationen, die unsere Wirtschaft nach vorne bringen."

Woran Jungunternehmer scheitern 

Doch nicht alle angehenden Unternehmer konnten in den IHK-Beratungen überzeugen. So erwies sich zumeist die Finanzierung (38 Prozent) als Achillesferse in vielen Geschäftskonzepten. Fast ebenso oft fehlte einfach der Kundennutzen einer Geschäftsidee (34 Prozent) oder es gab kaufmännische Defizite (33 Prozent). 31 Prozent hatten zu hohe und unrealistische Umsatzerwartungen (31 Prozent) und genauso viele nur unklare Vorstellungen zur Kundenzielgruppe. 22 Prozent waren zudem nicht in der Lage, ihre Produktidee klar zu beschreiben. 

Was Gründer von der Politik fordern

Aber auch die im Januar und Februar 2022 befragten Gründer finden viel Verbesserungspotenzial für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Rund vier von fünf Unternehmensstartern fordern Bürokratieabbau (79 Prozent), etwa zwei Drittel Vereinfachungen im Steuersystem (63 Prozent). Auch einen leichteren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln (36 Prozent), mehr Verständnis für Unternehmertum in der Gesellschaft (28 Prozent) sowie eine bessere IT-Infrastruktur, etwa durch Breitbandausbau (25 Prozent), nennen die Jungunternehmen als dringen nötige Optimierungen für die Politik.

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