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14-07-2020 | Unternehmenskredit | Nachricht | Article

Kreditklima für Unternehmen wird rauer

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2 min reading time

In der Pandemie müssen Unternehmen für die Sicherung ihrer Liquidität mehr Kredite bei den Banken aufnehmen. Nicht nur Kleinbetriebe, sondern auch große Firmenkunden stellen ein restriktiveres Verhalten der Institute fest, zeigt KfW Research. 

Umsatzeinbußen und magere Prognosen für das Gesamtjahr führen bei kleinen wie großen Unternehmen zu Liquiditätsengpässen und zu einem gestiegenen Finanzierungsbedarf. Laut KfW Research ist der Anteil der mittelständischen Unternehmen, die Kreditverhandlungen mit Banken geführt haben,  im zweiten Quartal von 25,0 auf 31,5 Prozent angestiegen. Zugleich berichtet ein Fünftel der von den Analysten im Rahmen der ifo-Konjunkturumfrage befragten Mittelständler von einem "restriktiven Verhalten der Banken in den Kreditgesprächen". Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die KfW-ifo-Kredithürde damit um 3,1 Prozentpunkte erhöht. Das sei der höchsten Stand seit der Einführung der neuen Befragungsmethodik im Jahr 2017. 

Zahl notleidender Kredite wird steigen

Risikomanager deutscher Kreditinstitute erwarten nach eigenen Angaben für 2021 eine deutliche Steigerung der Kreditausfälle infolge der Corona-Pandemie. Sowohl private Konsum- und Immobilienkredite wie auch die Kredite an kleine und mittlere Unternehmen seien dabei betroffen. Die Quote sogenannter Non-Performing Loans (NPL, notleidende Kredite) werde einen Rekordstand erreichen. "Wir gehen weiterhin von einer Verdreifachung der absoluten Zahlen auf mehr als 100 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahren aus", sagt Jürgen Sonder, Präsident der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS).

Bessere Ausgangslage als bei der Finanzkrise

Angesichts der erheblich gestiegenen Kreditausfallrisiken infolge der tiefen Rezession halten sich die Schwierigkeiten der mittelständischen Unternehmen beim Kreditzugang laut KfW Research aber bislang jedoch "in engen Grenzen". Dies verdeutliche ein Vergleich mit den Werten der "alten" ifo-Kredithürde während der globalen Finanzkrise 2009. Damals klagten von den befragten kleinen und mittleren Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mehr als 40 Prozent über Hindernisse beim Kreditzugang. 

Dass es um die Kreditvergabebereitschaft der Banken aktuell besser steht, sei "zum einen auf die bessere Verfassung der Finanzinstitute, zum anderen auf die umfassenden wirtschaftspolitischen Unterstützungsmaßnahmen zurückzuführen", so die Analysten.

Alle Unternehmensgrößen und Branchen betroffen

Interessanterweise trifft der rauere Wind beim Kreditklima nicht nur die Kleinst- und Kleinunternehmen. Auch für Großunternehmen ist die Kredithürde von seinem niedrigem Niveau sogar fast doppelt so stark gestiegen wie der Indikator für den Mittelstand (plus 5,9 Prozentpunkte). 

Auch zeigt sich ein Anstieg quer über alle Branchen und Wirtschaftszweige. Wobei allerdings Dienstleister besonders betroffen sind. Im Mittelstand klagen 24 Prozent von ihnen über restriktive Banken, während die Kredithürde für die großen Dienstleister einen deutlichen Satz um 10,1 auf nun 15,5 Prozent nach oben machte.

Eine Übersicht bietet folgende Tabelle: 

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