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26-06-2020 | Unternehmenskredit | Im Fokus | Article

Fünf Schritte zu frischem Geld in der Krise

Author:
Daniel Schopphoff
4 min reading time

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zwingen immer mehr Unternehmen zur Aufnahme von Geld, um ihre Liquidität zu gewährleisten. Wie das Bankgespräch zum Erfolg führt, erklärt Experte Daniel Schopphoff.

Durch die zahlreichen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorgaben ist es zu Normalzeiten bereits schwierig, einen einfachen Kredit zu erhalten. Noch schwieriger gestaltet sich dieses Vorhaben jedoch, wenn auch noch eine besondere Situation – wie derzeit aufgrund des Corona-Virus – herrscht. Die folgenden fünf Punkte müssen dabei für einen erfolgreichen Finanzierungsvorgang in der Krise unbedingt beachtet werden:

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Wege durch die Unternehmenskrise

Sanieren statt Liquidieren - Ein Praxisleitfaden für Unternehmer und Berater

Mit der vierten komplett überarbeiteten und erweiterten Auflage wenden wir uns an alle Berater und Entscheidungsträger, die nicht täglich und ausnahmslos mit den Fragen der Unternehmenskrise beschäftigt sind. 

Aufrichtigkeit:

Eine nationale oder globale Krise betrifft – mit nur ganz wenigen Ausnahmen – alle Unternehmer und Unternehmen. Daher keine falsche Scham: Es ist nicht angebracht, unbegründete Zurückhaltung zu zeigen, den eigenen Bankberater offen und vor allem auch rechtzeitig auf die Situation anzusprechen. Diese Ansprache wird in der Regel sehr dankbar aufgenommen. Ein offenes und zielgerichtetes Gespräch zeigt auch die Bereitschaft des Entscheidungsträgers im Unternehmen, Hilfe anzunehmen und aktiv etwas an den Problemen ändern zu wollen. 

Gerade in Zeiten wie der aktuellen Corona-Krise müssen die Entscheidungsträger ihr Unternehmen dem Banker jeden Tag neu präsentieren. Der Banker wird hingegen alles mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachten. Zu einem Ausgleich tragen selbstverständlich gute Erfahrungen in Bezug auf eine offene und ehrliche Kommunikationspolitik und so der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses bei. Dies führt dazu, den Weg für eine Hilfe in der Corona‐Krise zu ebnen.

Eigeninitiative

Viele Banker sind es nicht gewohnt, von ihren Kunden offen auf die bestehenden oder sich abzeichnenden Liquiditätsprobleme angesprochen zu werden, sondern erleben es häufiger, hinterher die Scherben aufkehren zu müssen. Ein proaktives Herantreten an den Bankberater wird sehr positiv wahrgenommen. Was viele nicht bedenken: Wer selbst das Gespräch sucht, behält die Zügel in der Hand und hat oftmals eine bessere Verhandlungsposition.

Regelmäßigkeit

Einmal mit dem Banker Kontakt aufzunehmen und über den aktuellen Status zu berichten, ist in einem so tiefgreifenden Einschnitt wie der Corona‐Krise sicherlich nicht hinreichend. Es sollte einen regelmäßigen Austausch geben, um eine gewisse Kontinuität zu erzeugen.

Bedeutsame Meilensteine hingegen sollten – insbesondere, wenn sie positive Auswirkungen haben – zeitnah kommuniziert werden. Dies zeigt zusätzlich die Bereitschaft zur Eigeninitiative des Unternehmers oder des leitenden Angestellten, auch wenn er in Zeiten der Corona‐Krise sehr wahrscheinlich an vielen Stellen im Unternehmen benötigt wird. Zudem wird dadurch unterstrichen, dass derjenige der Rolle eines wichtigen Entscheidungsträgers in der Krise gewachsen ist – ein bedeutendes Kriterium für eine positive Zukunftsperspektive und damit eine gute Grundlage für eine Kapitalvergabe, weil so die Bedenken des Bankers bezüglich der Eignung seines Gegenübers zerstreut werden können.

Professionalität

In der Regel kommen die Unternehmer oder Entscheidungsträger eines Unternehmens am besten durch die Krise, die in ihrem jeweiligen Bereich sehr gut aufgestellt und vernetzt sind. Daher ist es bei der Bankenkommunikation insbesondere in der aktuellen Corona‐Krise sehr wichtig, nicht nur die reine Zahlenwelt, sondern auch die so genannten Soft Facts – also die weichen Faktoren wie fachliche Qualifikation, gute Mitarbeiter, eine wichtige Position bei den Kunden und dergleichen – zu kommunizieren und so nach außen zu tragen. 

In den meisten Fällen ist der Banker, mit dem der direkte Kontakt besteht, nicht derjenige, der die Anfrage analysieren und bewerten wird. Das Aufzeigen der Vorteile des Unternehmens hilft folglich dem direkten Ansprechpartner auch dabei, das Unternehmen und die Anfrage nach zusätzlichen Mitteln gut in den internen Abteilungen vorzustellen. Insbesondere in Zeiten der Corona‐Krise, in der viele Unternehmen, deren Branchen und deren zukünftige Entwicklung von den Banken sehr intensiv hinterfragt und auf den Prüfstand gestellt werden, ist das Herausstellen der eigenen Vorzüge und Kompetenzen sehr wichtig und kann über ein positives Votum seitens der Bank mitentscheiden.

Perspektive

Insbesondere eine Kapitalvergabe in einer schwierigen Zeit wie der Corona-Krise ist schlussendlich nur dann umsetzbar, wenn damit gerechnet werden kann, dass das Unternehmen nach der Krise wieder eine gute Performance liefert. Es ist daher immer wichtig, eine gute Perspektive für die Zeit nach der Krise aufzuzeigen. Dies stellt nicht nur das Unternehmen in ein gutes Licht, sondern zeigt zudem, dass die Kapitaldienstfähigkeit nach der Krise als nachhaltig gesichert angesehen werden kann. 

Wichtig dabei: Keine Luftschlösser bauen, sondern positiv, aber realistisch bleiben. Gerade bei einer solch starken und tiefgreifenden Situation wie der derzeitigen Krise ist es sinnvoll, verschiedene Planungsszenarien aufzubauen und diese auch zu kommunizieren. Wenn sich dann selbst bei der Worst‐Case‐Planung immer noch eine wirtschaftliche Tragfähigkeit ergibt, liefert man dem Banker ein überzeugendes Argument, auch zukünftig an der Seite des Unternehmens zu stehen und dieses mit einer finanziellen Stütze durch die Krisenzeit zu begleiten.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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