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04-07-2022 | Unternehmenskredit | Nachricht | Article

Commerzbank konkretisiert Ziele für grünes Portfolio

Author: Angelika Breinich-Schilly

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Gesetzliche Vorgaben zwingen Geldhäuser zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihres Geschäfts. Die Institute passen daher ihre Produkte und Services an. Die Commerzbank will zügig CO2-Risiken in den Kreditportfolios reduzieren und Kapital für nachhaltige Produkte mobilisieren.

Im Februar 2022 stand die Commerzbank unter anderem neben der Deutschen Bank und der Deka Bank im Fair Finance Guide des Berliner NGOs Facing Finance in der Kritik, zu viele kritische Finanzbeziehungen zu Unternehmen zu unterhalten, die nicht unbedingt für Nachhaltigkeit stehen. Nun gibt das Frankfurter Bankhaus Gas bei der grünen Umgestaltung ihrer Produkte und Darlehen. 

Wie das Institut mitteilt, hat es konkrete CO2-Reduktionsziele für die Hälfte das ausgereichten Kreditvolumens ausgegeben. Bis zum Jahr 2030 strebt die Bank zur Steuerung des Klimarisikos bei betroffenen Branchen wie dem Energiesektor eine Reduzierung von mindestens 73 Prozent an. Für das noch größere Portfolio privater Baufinanzierungen ist eine Verringerung um mindestens 57 Prozent vorgesehen. Bis spätestens 2050 will das Geldhaus die CO2-Emissionen ihres gesamten Kredit- und Anlageportfolios auf netto null reduzieren.

Fomuliert hat die Commerzbank diese Ziele in ihrem neuen ESG-Rahmenwerk. Damit legt das Instituts eigenen Angaben zufolge "alle wesentlichen Bausteine" ihrer Nachhaltigkeitsstrategie offen. Das Dokument soll fortlaufend aktualisiert werden. 

300 Milliarden Euro bis 2025 für nachhaltige Produkte

"Die nachhaltige Transformation der Wirtschaft ist nicht aufzuhalten. Zwar erleben wir derzeit durch explodierende Energiepreise, Inflation, Lieferkettenengpässe und das Wiederhochfahren von Kohlekraftwerken einen Rückschlag", erläutert Vorstandschef Manfred Knof. Mittelfristig werde der Krieg aber die Energiewende erheblich beschleunigen. "Unser Ziel ist es, allein bis 2025 rund 300 Milliarden Euro in nachhaltige Produkte kanalisiert zu haben." Das wären drei Mal mehr als 2020, betont die Bank. 
 
Im ESG-Rahmenwerk definiert das Institut neben den Kriterien für eine nachhaltige Kreditvergabe und den Reduktionszielen für CO2-intensive Branchen auch soziale Kriterien sowie verbindliche Ausschlusskriterien. Das soll für eine "größtmögliche Transparenz" und zugleich einen "bankweiten Standard" sorgen, "der eine stringente Steuerung aller ESG-Produkte, Prozesse und Aktivitäten ermöglicht", sagte Bettina Storck, Leiterin Group Sustainability Management. 

Der Fokus des Dokuments liege auf dem Kerngeschäft, dem Kunden- und Produktportfolio. Die Bank unterscheidet darin zwischen Sustainable Finance und Transformation Finance. Zu letzteren gehören auch Finanzierungen, die nicht den Nachhaltigkeitsaanforderungen entsprechen, "die aber auch als normale Finanzierungen einen Beitrag zur Transformation der Kreditnehmer in Richtung Nachhaltigkeit leisten können".

Grüner Beteiligungsfonds für große Mittelständler geplant

Um ihren Kunden den Weg zur Emissionsreduktion zu erleichtern, forciert die Bank zudem den Zugang zu Energiewendeprojekten. Als Beispiel nennt das Institut eine Kooperation mit dem Energiekonzern RWE. Hierfür beteiligt sich die Bank mit 49 Prozent an einem Windparkt mit einer Leistung von rund einem Gigawatt. Mehrheitseigentümer soll RWE werden. Wo der Windpark entsteht, werde bis 2023 entschieden. Für Firmenkunden ist ein Grüner Mittelstandsfonds geplant, der vor allem großen mittelständischen Industrieunternehmen den Bezug von Ökostrom aus Offshore-Windkraftanlagen ermöglichen soll. Diese erhalten damit eine Option, "sich langfristige Abnahmevereinbarungen für grünen Strom zu sichern". 

Daneben soll das Kreditengagement bei erneuerbaren Energien, als auch die Zahl nachhaltiger Anleihen und Sustainability-linked Loans wachsen. Seit 2022 hat die Bank einen Unternehmenskredit im Portfolio, bei dem konkrete Nachhaltigkeitsziele und Fristen definiert werden. "Verfehlt der Darlehensnehmer die Ziele, erfolgt eine Zinserhöhung, bis er die vereinbarten Ziele erreicht. Aber der Zins kann selbstverständlich auch sinken, wenn der Kreditnehmer die entsprechenden ESG-Ziele vorzeitig erreicht", erklärt Knof den Anreizgedanken hinter dem Angebot. 

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