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23-03-2016 | Unternehmensstrategie | Interview | Article

"Planungsprozesse beginnen mit einer Situationsanalyse"

Author:
Andrea Amerland
3 min reading time
Interviewee:
Igor Barkalov

Springer-Autor Igor Barkalov ist Principal bei Capgemini Consulting.

Die Erwartungen an die Unternehmensplanung sind hoch und je nach Fachabteilung sehr unterschiedlich. Worauf Manager dabei achten müssen, beschreibt Springer-Autor Igor Barkalov im Interview.

Springer Professional: Welche Rolle spielt die Unternehmensplanung für die gesamte Unternehmenssteuerung beziehungsweise die Unternehmensstrategie aus Managersicht?

Igor Barkalov: Die Unternehmensplanung muss zunächst eine Vielzahl von Grundbedürfnissen befriedigen, insbesondere im Hinblick auf Kommunikation, Unternehmensausrichtung, aber auch, um Entscheidungshilfen zu gewinnen. Darüber hinaus hat sie höchst unterschiedliche Erwartungen und Interessen der verschiedenen internen, aber auch externen Entscheider zu berücksichtigen. Je nach Lebenszyklus des Unternehmens kann ihre Rolle dabei sehr unterschiedlich ausfallen: In der Wachstumsphase zum Beispiel steht die Akquisition und Integration von Neugeschäft deutlich im Vordergrund, während in einem stagnierenden Geschäftszyklus der Fokus eher auf operativer Perfektion und Kosteneffizienz liegt.

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Eine Jahresplanung erweist sich in volatilen Märkten häufig als zu unflexibel. Auf welche agilen Planungsinstrumente können Manager zurückgreifen?

Für mehr Flexibilität und damit letztlich Effizienz und Effektivität bei der Unternehmensplanung können vor allem die schlanken und spitz fokussierten business-orientierten Planungsarten sorgen, die sich einfacher auf die veränderte Marktumgebung adjustieren lassen; dazu zählen wir den rollierenden finanziellen Forecast, den operativen Forecast (Prognose), den rollierenden operativen Forecast und die Szenarioplanung. Bei der operativen Prognose werden Marktanteil, Preisentwicklung, Auftragslage sowie die Umsetzung von strategischen Initiativen mit einbezogen. Diese Planungsart zielt vor allem auf die aktuellen unternehmerischen Herausforderungen und weniger auf die Gewinn- und Verlustrechnung ab. Sie hat einen stärkeren Fokus auf kurzfristige Maßnahmen der Unternehmen, ist dadurch agiler und somit leichter zu verfolgen.

Die Interessen vieler Abteilungen sollten in die Unternehmensplanung einfließen. Wie sieht für Sie ein idealtypischer Planungsprozess aus?

Erfolgversprechende Planungsprozesse beginnen mit einer Situationsanalyse. Auf dieser baut das weitere methodische Vorgehen auf. Sowohl an der Analyse wie auch am ebenfalls notwendigen Planungszielbild und am zu erstellenden Optimierungsplan sind alle relevanten Bereiche angemessen zu beteiligen. Zu einer möglichst idealen Planungspraxis gehören schließlich die vertikale- und die horizontale Integration. Bei Ersterer wird die Strategische Planung mit den operativen Teilplänen verknüpft, wobei Top-Down-Zielvorgaben über so genannte Geschäftstreiber für die operativen Ebenen konkretisiert werden.

Auch lassen sich kurzfristige Programme und Initiativen über einen separaten rollierenden operativen Forecast steuern. Die horizontale Integration fordert die Verknüpfung der operativen und finanziellen Teilpläne in einem Planungsmodell, das an Geschäftstreibern ausgerichtet ist. Die Einarbeitung von Geschäftstreibern spielt bei einer effizienten Unternehmensplanung eine zentrale Rolle. Dies ergab auch unsere Forward-Visibility-Studie: Unternehmen, die ihre Geschäftstreiber gut kennen und richtig einsetzen, senken ihren Planungsaufwand signifikant; gleichzeitig erreichen sie einen hohen Wirkungsgrad.

Welche Rolle spielt Software dabei?

Nach heutigem Kenntnisstand gibt es kein Software Tool, das den kompletten Planungsumfang abdecken kann und gleichzeitig flexibel genug ist, um die Marktdynamik und die spezifische Unternehmenssituation in ausreichendem Maß nachzuvollziehen. Man sollte auch gar nicht versuchen, ein solches Tool zu schaffen. Gegen die geschickt verknüpfte Nutzung einzelner Tools mit ihren spezifischen Stärken ist aber nichts einzuwenden. In der Zukunft werden insbesondere Softwarelösungen für Business Analytics an Bedeutung gewinnen – wenn in einem Unternehmen denn die notwendige Kompetenz zur Nutzung solcher Technologien geschaffen wird. Business Analytics lassen sich nicht nur zur Analyse, sondern vor allem zur Prognose und Optimierung von Geschäftstreibern nutzen. Letztere spielen bei einer effizienten Unternehmensplanung eine zentrale Rolle.

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