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2018 | OriginalPaper | Chapter

Verantwortungszuschreibungen in der Eurozonen-Krise

Das Kommunikationsverhalten von Politik und Zivilgesellschaft im deutsch-griechischen Vergleich

Authors : Jochen Roose, Moritz Sommer, Franziska Scholl

Published in: Europas Zivilgesellschaft in der Wirtschafts- und Finanzkrise

Publisher: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Die gegensätzlichen Rollen Deutschlands und Griechenlands in der Eurozonen-Krise machen die Analyse der Krisendiskurse beider Länder besonders interessant. In diesem Beitrag analysieren wir öffentliche Verantwortungszuschreibungen in Medien aus Deutschland, Griechenland sowie in Berichten der Nachrichtenagentur Thomson Reuters zwischen 2009 und 2016. Im Mittelpunkt stehen Debattenbeiträge von institutionalisierter Politik und Zivilgesellschaft. In erster Linie prägen Wahlkämpfe und die Krisenintensität das Kommunikationsverhalten im öffentlichen Raum. Während der Blick in Deutschland auch nach (Süd-)Europa geht, wird überraschenderweise gerade in Griechenland die Schuld innerhalb der nationalen Grenzen zugeschrieben, auch von zivilgesellschaftlichen Akteuren. Erst mit der SYRIZA-Regierung intensiviert sich der diskursive Konflikt zwischen griechischen (Regierungs-)Akteuren, der EU und Deutschland. Eine bequeme Fremdattribution von Verantwortung an die EU oder Deutschland gibt es in der griechischen Öffentlichkeit nicht.

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Footnotes
1
Weitere Framinganalysen finden sich bei Antoniades (2012), Joris et al. (2014), Knight (2013), Scholz (2013), Tracy (2011) sowie Wegrich und Lodge (2011).
 
2
European Financial Stability Mechanism (EFSM, ab 2010) und European Stability Mechanism (ESM, ab 2013) wurden im Laufe der Krise als neue europäische Institutionen ins Leben gerufen um die finanzielle Stabilität im Euro-Währungsraum zu sichern und zahlungsunfähigen Staaten der Eurozone unter Einhaltung wirtschaftspolitischer Auflagen mit Krediten der Euro-Länder zu unterstützen.
 
3
Darüber hinaus werden zahlreiche Kontextvariablen wie Ereigniszusammenhang, Format der Aussage oder Begründungsmuster erhoben, die aber für die vorliegende Analyse keine zentrale Rolle spielen.
 
4
Die Auswahl jeder achten Ausgabe (ohne Sonntagsausgabe bei der FAZ) führt dazu, dass immer ein anderer Wochentag in die Auswahl eingeht, weil nur sechs Ausgaben in der Woche erscheinen.
 
5
Für eine Definition der Eurozonen-Krise und der entsprechenden Selektionskriterien, sowie für eine detaillierte Beschreibung der Methode und des Samplings, siehe: Roose et al. (2015), online verfügbar unter: www.​ggcrisi.​org.
 
6
Wir bedanken uns herzlich bei Martin Wettstein (Universität Zürich), der die Codiermaske programmiert hat.
 
7
Absolut gesehen ist der Unterscheid angesichts der Fallzahlen von N = 3813 für die deutschen Medien und N = 6449 für die griechischen Medien noch um einiges deutlicher. Zu berücksichtigen ist bei der Betrachtung der absoluten Zahlen zudem die Größe des Samples; während in den deutschen Medien jeder relevante Artikel codiert wurde, gilt das in Griechenland nur für 2/3 der relevanten Artikel (siehe Abschn. 2). Generell zeigt dies die unterschiedliche gesellschaftliche Relevanz und Dramatik des Themas ‚Eurozonen-Krise‘ in den beiden Ländern.
 
8
Auch die letzten zwei Wochen des Kabinett Karamanlis (ND, bis Anfang Oktober 2009) fallen noch in diesen Zeitraum.
 
9
Durch die Regierungsbeteiligung der SPD und der mit dem Ausscheiden aus dem Bundestag einhergehende Bedeutungsverlust der FDP sind die Sprecheranteile der Opposition in Phase 2 sehr niedrig.
 
10
Aufgrund der zentralen, zeitlichen Bruchlinie nach dem Wahlerfolg von SYRIZA im Januar 2015 und der engen Verknüpfung von Zivilgesellschaft und SYRIZA (Kanellopoulos et al. 2017) wird Phase 3 an dieser Stelle für die Zivilgesellschaft gesondert betrachtet.
 
Literature
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Metadata
Title
Verantwortungszuschreibungen in der Eurozonen-Krise
Authors
Jochen Roose
Moritz Sommer
Franziska Scholl
Copyright Year
2018
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-20897-4_3