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07-07-2020 | Verbindungstechnik | Nachricht | Article

60 Jahre Kunststoff-Zentrum in Leipzig

Author:
Dr. Hubert Pelc
3 min reading time

“Mit der Industrie – für die Industrie“. Mit diesem Anspruch führt das Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KUZ) Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für die Kunststoff verarbeitende und anwendende Industrie durch. Seit seiner Gründung im Juni 1960 entwickelte sich das KUZ innerhalb der letzten sechs Dekaden zu einem renommierten deutschland- und europaweit agierenden Institut und ist in der Branche fest verankert. Im Jahr 2020 feiert das Kunststoff-Zentrum sein 60-jähriges Bestehen. 

Die Gründung des KUZ erfolgte am 1. Juni 1960 als Zentrallaboratorium für Plastverarbeitung, ein wissenschaftlich-technisches Zentrum der Vereinigung volkseigener Betriebe. Die damaligen Forschungsschwerpunkte lagen insbesondere in der Prüftechnik und in der Spritzgießverarbeitung. Das KUZ bewegte sich damals wie heute in einem dynamischen Umfeld. Wirtschaftliche, wissenschaftliche und technologische Entwicklungen prägten den Forschungsalltag des Unternehmens und führten langfristige Veränderungen herbei. Nach der politischen Umwandlung im Jahr 1990 wurde das KUZ privatisiert und mit der Gründung der Fördergemeinschaft für das Kunststoff-Zentrum in Leipzig gestärkt. Neben der ursprünglichen technologischen Ausrichtung kam mit dem Neubau eines Technikums im Jahr 1996 als weiterer Forschungsschwerpunkt die Polyurethanverarbeitung hinzu. Ebenso wurde mit dem Aufbau der Verbindungstechnik eine stärkere Orientierung des KUZ in Richtung interdisziplinärer technologieorientierter Forschung vorangetrieben. Das KUZ setzte sich zum Ziel, die Technologien durch angewandte F&E-Projekte und -Dienstleistungen weiterzuentwickeln und als Kompetenzzentrum die Fachweiterbildung in den technologischen Bereichen auszubauen. 

Mit dem Aufbau einer technischen Basis für die Verfahrenskombination Spritzgießen und PUR-Reaktionstechnik im Jahr 2010 gelang es, eine Brücke zwischen den Technologien zu schlagen. Die Eröffnung des Applikationszentrums für Mikrokunststofftechnik MiKA im Jahr 2014 führte das in verschiedenen Entwicklungsschritten erarbeitete Know-how auf dem Gebiet der Mikrokunststofftechnologien zusammen und schaffte die Basis für anwendungsorientierte Industrieprojekte.

Das KUZ heute: nachhaltig mit Blick in die Zukunft

Heute versteht sich das KUZ als moderne Institution, die nachhaltig mit Blick in die Zukunft agiert. Über 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treiben mit multidisziplinärer, wissenschaftlicher Fachkompetenz die Forschungen und Entwicklungen des KUZ voran, um gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen der Branche zu begegnen. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte sind Leichtbau, Miniaturisierung, Funktionalisierung sowie Technologie- und Innovationsforschung für kunststofftechnische Lösungen. Wie das Unternehmen betont, liegt ein besonderer Fokus auf der Entwicklung und Optimierung von Produkten und Prozessen hinsichtlich ihrer Ressourcen- und Energieeffizienz, welche für langfristig nachhaltige Kunststoffanwendungen von Bedeutung sind. So fänden sich die Einflüsse globaler Megatrends in den jeweiligen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten Aktivitäten in den Bereichen der Kunststoffindustrie 4.0, der Künstlichen Intelligenz oder der angewandten Digitalisierung wieder. Beispielsweise würden rund um das Thema Thermoplast-Schaumspritzguss zur Herstellung leichter und steifer Bauteile –  auch in Kombination mit Bio- oder Recyclingkunststoffen – nachhaltige Lösungen für den Markt entwickelt. Gleichzeitig befasse sich das KUZ mit der Konzipierung von Bewertungstools für die Schaumstruktur unter Anwendung von Instrumenten der künstlichen Intelligenz.
 
Die Forschungsschwerpunkte des KUZ seien darauf gerichtet, die Unternehmen der regionalen und überregionalen Kunststoff verarbeitenden Industrie in der Entwicklung von Innovationen zu unterstützen. Die Leistungen des akkreditierten Prüflabors und das Angebot der Vermittlung von fachlichem Wissen in der Weiterbildung komplettieren das wissenschaftliche Angebot und sorgen dafür, immer für die Probleme der Kunden ansprechbar zu sein. Durch Kooperationen mit verschiedenen Wirtschafts- und Wissensnetzwerken werde die bundesweite fachliche Vernetzung befördert, um Synergien zu nutzen und den deutschen Mittelstand durch neuartige Erkenntnisse der Forschung zu stärken.
 

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