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2019 | OriginalPaper | Chapter

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Herausforderung für Staat und Zivilgesellschaft

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Zusammenfassung

Staatliche Akteure definieren in Deutschland die Randbedingungen für die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familienpflichten (Kindererziehung und/oder Pflege von Angehörigen). Stiftungen, Sozialpartner und Akteure aus der Wissenschaft haben in den letzten Jahren die Vereinbarkeitspolitik allerdings maßgeblich mitgestaltet. Und für zahlreiche Unternehmen steht ein familienbewusstes Personalmanagement aus Gründen des Fachkräftemangels auf der Agenda. Dieser Beitrag skizziert die Akteurslandschaft und zentrale Instrumente des Politikfeldes, beleuchtet die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure im Problemlösungsprozess und gibt einen Blick auf die Herausforderungen der aktuellen Vereinbarkeitspolitik in Deutschland.

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Footnotes
1
Wenn in diesem Beitrag von „Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Pflege“ die Rede ist, so ist damit genau dieses neue Verständnis einer simultanen Vereinbarkeit gemeint.
 
2
Da Unternehmen, die ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, ein soziales Engagement (Stichwort: Corporate Social Responsability) zugesprochen wird, werden sie in diesem Beitrag entsprechend der weiten Definition von Zivilgesellschaft der Enquête-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des Deutschen Bundestages der Zivilgesellschaft zugerechnet (Deutscher Bundestag 2002). Mit der Bezeichnung „Unternehmen“ sind hier und im Folgenden neben Unternehmen aus der Wirtschaft auch nicht-gewinnorientierte Arbeitgebende wie z. B. Hochschulen, Kommunen oder Vereine gemeint.
 
3
Mehr zum Erziehungsgeld, zu den Einkommensgrenzen und den Bezugsvarianten unter BMFSFJ (2004).
 
4
Beide Begriffe werden in diesem Beitrag synonym verwendet.
 
5
Familienpflegezeitgesetz (FPfZG) von 2011.
 
6
Pflegelotsen sind unabhängige Ansprechpersonen im Unternehmen, die pflegende Angehörige v. a. in den Anfängen der Pflegephase unterstützen und beraten.
 
7
Zur Relevanz des Bundesverfassungsgerichts in der Familien- und Vereinbarkeitspolitik und zur Arbeitsweise des Gerichts siehe Ahrens und Blum (2012).
 
8
Einen Überblick über die einzelnen Leistungen, ihre bundespolitische Ministerzuständigkeit und ihr Finanzvolumen gibt Bujard (2014).
 
9
Zu nennen sind darüber hinaus z. B. die Kampagne „Vater ist, was du draus machst“ oder das Projekt „Aktionsplattform Familie@Beruf.NRW“ der nordrhein-westfälischen Landesregierung.
 
10
Possinger (2015) beschreibt, dass solche Anhörungen von vielen Verbänden durchaus kritisch beurteilt werden, da bei der Auswahl der eingeladenen Sachverständigen klare Muster deutlich würden: „So werden von der CDU/CSU-Fraktion neben Sachverständigen aus der Wissenschaft und Fachpraxis, die deren Position inhaltlich stützen, tendenziell häufig Arbeitgeber- und Industrieverbände geladen. Bei der SPD-Fraktion, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken sind es dagegen häufiger Gewerkschaftsverbände.“.
 
11
Der Gesamtbericht der Evaluation ist auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums zu finden unter https://​www.​bmfsfj.​de/​blob/​73.​850/​1cea4bc07edb6697​.​571c03c739ece52f​/​gesamtevaluation​-endbericht-data.​pdf. (zugegriffen: 17. Januar 2018). Die Präsentation der Ergebnisse der Gesamtevaluation durch die damalige Bundesregierung wurde von einigen beteiligten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen sehr kritisch kommentiert und hat medial hohe Wellen geschlagen. Details können der kleinen Anfrage der der Abgeordneten Caren Marks, Petra Crone, Petra Ernstberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/14.551) entnommen werden (http://​dip21.​bundestag.​de/​dip21/​btd/​17/​146/​1714.​655.​pdf. Zugegriffen: 18. Januar 2018).
 
12
Das Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“ wird im Rahmen des Programms „Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestalten“ durch das BMFSFJ und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Programm wird koordiniert durch das beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag angesiedelte Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“.
 
13
Das Ehegattensplitting (§ 26 Einkommensteuergesetz EStG) ist keine finanzielle Transferleistung an Familien, sondern eine ehebezogene Leistung. Das Vorgehen ist wie folgt: Bei Ehepaaren bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaften, die bei der Einkommensbesteuerung eine Zusammenveranlagung wählen, werden beide zu versteuernde Einkommen zusammengerechnet und dann halbiert, die steuerliche Belastung wird für diese halbierten Einkommen (nach dem Grundtarif) berechnet. Anschließend wird die Einkommenssteuer verdoppelt. Im Ergebnis bedeutet das: Das zu versteuernde Einkommen wird gleichmäßig auf beide Partner verteilt. Der Ehepartner, der besser verdient, wird niedriger besteuert als bei einer Individualbesteuerung, der schlechter verdienende Ehepartner höher. Partnerschaften, in denen nur ein Partner über ein Einkommen verfügt, profitieren aus finanzieller Sicht maximal vom Ehegattensplitting. Für Partnerschaften, in denen die Einkommen der beiden Partner ungefähr gleich hoch sind, hat das Ehegattensplitting quasi keinen Effekt. Mit Blick auf die (simultane) Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist das Ehegattensplitting problematisch, da es finanzielle Anreize dafür setzt, dass Ehepaare sich bei der Erwerbs- und Familienarbeit „spezialisieren“, d. h. dass ein Ehepartner den Großteil der Erwerbsarbeit übernimmt und der andere Ehepartner nicht oder nur in geringem Umfang erwerbstätig ist (und dafür die Hauptlast bei der unbezahlten Familien- und Hausarbeit trägt).
 
14
Zu den Problemen bei der praktischen Umsetzung des ElterngeldPlus siehe Ahrens 2017.
 
15
Dem Konzept der Lebensphasenorientierten Personalpolitik liegt ein Fokus auf unterschiedliche Lebens- und Berufsphasen der Beschäftigten sowie daraus abgeleitete Handlungsfelder zugrunde (Rump und Eilers 2014).
 
16
Das audit berufundfamilie sowie das audit familiengerechte hochschule sind zum 01.01.2016 von der Hertie-Stiftung an die berufundfamilie Service GmbH übergegangen.
 
Literature
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Metadata
Title
Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Herausforderung für Staat und Zivilgesellschaft
Author
Regina Ahrens
Copyright Year
2019
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-16999-2_13