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28-09-2020 | Vergütung | Infografik | Article

Corona-Krise drückt Löhne massiv

Author:
Andrea Amerland
1:30 min reading time

Der Konjunktureinbruch infolge der Corona-Krise schlägt voll auf die Gehälter durch. Insbesondere Geringverdiener müssen finanzielle Einbußen hinnehmen, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Die Löhne in Deutschland sind aufgrund der Corona-Rezession im Rekordtempo geschrumpft. Die Bruttomonatsverdienste inklusive Sonderzahlungen waren im zweiten Quartal vier Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden ermittelt. Da die Verbraucherpreise um knapp 0,8 Prozent zulegten, ergibt sich nach Abzug der Inflationsrate ein realer Verdienstrückgang von 4,7 Prozent. Das sei die historisch stärkste Abnahme seit Beginn der Erhebung 2007, hieß es von den Statistikern. Der Lohnrückgang falle stärker aus als in der Finanzkrise 2008/2009.

Verkürzte Arbeitszeit treibt Gehälter in den Keller

Das Kurzarbeitergeld ist in der Statistik aber nicht berücksichtigt. Hauptgrund für den Rückgang ist die verkürzte Arbeitszeit: Im Vergleich zum Vorjahr sank für vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer die bezahlte Wochenarbeitszeit um 6,2 Prozent auf durchschnittlich 36,8 Stunden.

Untere Einkommensgruppen waren am stärksten von den Lohneinbußen betroffen. So sanken bei un- und angelernten Arbeitnehmern in Vollzeit die bezahlten Arbeitsstunden um 9,8 beziehungsweise 9,4 Prozent. Die Verdienste fielen jeweils um 7,4 beziehungsweise 8,9 Prozent. Besonders Beschäftigte in Einzelhandel oder Gastgewerbe sind von dieser negativen Entwicklung betroffen. 

Experten des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) gehen allerdings davon aus, dass sich mit der gegenwärtigen wirtschaftlichen Erholung auch die Löhne wieder stabilisieren werden. Bereits im Sommerquartal soll sich im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt ein Lohnplus einstellen, auch wenn die Corona-Krise noch nicht überwunden ist. Allerdings verharre das Niveau nach Einschätzung des IMK wohl unter dem Vorjahreszeitraum.

Alle tagesaktuellen Beiträge rund um die Corona-Krise finden Sie hier

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