Skip to main content
Top

14-08-2018 | Vergütung | Schwerpunkt | Article

Was Chefs verdienen

Author: Andrea Amerland

3 min reading time

Activate our intelligent search to find suitable subject content or patents.

search-config
print
PRINT
insite
SEARCH
loading …

​​​​​​​Die Krisen der vergangenen Jahre haben an einer Sache nichts geändert: Die höchsten Gehälter werden nach wie vor im Bankensektor gezahlt. Gechäftsführerposten sind dort am lukrativsten. Je nach Branche schwanken die Jahresgehälter allerdings von 82.000 Euro bis 186.000 Euro. 

Wer in Deutschland auf einem Chefsessel sitzt, verdient sich nicht unbedingt eine goldene Nase. Denn viel Verantwortung geht nicht zwangsläufig mit einer Spitzenbezahlung einher. Vielmehr entscheidet die Branchenzugehörigkeit, wie hoch das Jahressalär für Geschäftsführer in Deutschland ausfällt. Das hat eine Analyse von Gehalt.de ergeben, für die 24 Branchen berücksichtigt wurden. 

Editor's recommendation

2017 | OriginalPaper | Chapter

Reaktionen auf die Krise: Geld, Gier und Gehälter

Die Ideologien und Anschauungen zum Geldsystem, mit denen dessen Funktionieren gesichert wird (II.), bestimmen auch die Mechanismen der Krisenbewältigung. Geld ist nur eine zirkulationsfähige vom Staat zugelassene quantifizierbare Forderung. Als Ausdruck der Kooperation wächst und schrumpft es mit der wirtschaftlichen Produktivität.


Während Geschäftsführern im Bankenwesen ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt in Höhe von 186.642 Euro und somit am meisten gezahlt wird, erhalten Chefs im Einzelhandel gerade einmal 82.476 Euro im Mittel. Bau, Immobilien und Gesundheitswesen rangieren auf den vorletzten Plätzen knapp darüber. 

Chefgehälter nach Branchen

Branche
Durchschnittliches Jahresbruttogehalt in Euro
Banken186.642 
Chemie, Verfahrenstechnik
183.999
Autoindustrie
175.570 
Pharmazie
173.289
Telekommunikation
161.120
Versicherungen158.390
Konsum-und Gebrauchsgüter
158.019
Maschinenbau
157.298
Medizintechnik155.519
E-Technik150.734
Bekleidung, Textil
148.013
Baustoffe
146.892
IT-Systemhaus
141.928
Computer
139.245
Unternehmensberatung
136.210
Anlagenbau
135.142
Metall126.910
Software126.645
Energie, Wasser, Umwelt
122.439
Medien, Presse121.183
Lebensmittel
120.538
Bau112.001
Immobilien
108.937
Gesundheitswesen90.509
Einzelhandel
82.476
Quelle: Gehalt.de


Für die Analyse wurden über die Seiten Gehalt.de und Gehaltsvergleich.com Daten erhoben und ausgewertet. Gehälter von 4.825 angestellten Führungskräften mit Personalverantwortung flossen in die Untersuchung ein. Dabei zeigte sich, dass die hohen Bruttogehälter durch Boni entstehen, die Chefs bei erfolgreichen Geschäftsabschlüssen erhalten. Doch sind Zielvereinbarungen das beste Mittel, um Erfolg zu messen und darauf eine leistungsgerechte Managervergütung  aufzubauen? 

Was bringen Zielvereinbarungen und Boni?

Springer-Autor Klaus Watzka zieht Gewinnbeteiligungen Zielboni eindeutig vor, weil diese erst im Erfolgsfall verteilt werden. "Bei Zielboni [...] kann die unangenehme Situation auftreten, dass ein Mitarbeiter auf seiner Stelle zwar seine Ziele erreicht und damit einen Anspruch auf einen persönlichen Zielbonus hat, aber die Gesamtorganisation tief in der Verlustzone operiert." Die Einführung eines Erfolgsbeteiligungssystems basiere dabei auf fünf Entscheidungsbausteinen, schreibt er im Buchkapitel "Vergütung ohne Zielboni" (Seite 263ff.):

  1. Art der Erfolgsgröße
  2. Berechnung der Erfolgsgröße
  3. Erfolgsanteil der gesamten Belegschaft
  4. Erfolgsanteil des einzelnen Mitarbeiters
  5. Entnahme- und Verwendungsregeln

Nicht nur für Klaus Watzka sind Zielvereinbarungen diskussionswürdig. Auch Stefan Fritz und Hans J. Schneider benennen im Buchkapitel "Total Compensation" mehr Probleme als Vorteile (Seite 335). Es fange bereits damit an, dass eine Normalleistung von einer höherwertigen Leistung abzugrenzen ist.

Zum anderen ist in diesem Bereich stets zu berücksichtigen, dass die erbrachte Leistung nicht unbedingt gleichzeitig zum Erfolg und damit zu einem Liquiditätszufluss des Unternehmens führt. Somit können die Gewährung der Leistungsprämie und der Ertrag aus der erbrachten Leistung zeitlich erheblich auseinanderfallen. Im ungünstigsten Fall kann es auch vorkommen, dass aus der erbrachten Mitarbeiterleistung kein Ertrag für das Unternehmen resultiert."

Insofern sind Managergehälter rund um 200.000 Euro inklusive Boni zwar lukrativ für die Führungskraft, aber nicht unbedingt gewinnbringend für das Unternehmen. Daher wird in Deutschland seit Jahren an Vergütungssystemen für Geschäftsführer und Vorstände herumgedoktert. Selbst die Politik hat die Deckelung von Managergehältern längst als Wahlkampfthema entdeckt. Doch bislang ist das Geflecht aus Fixgehältern, Boni, hochwertigen Firmenwagen, Provisionen und Ruhestandsgehältern noch nicht entwirrt worden.

print
PRINT

Related topics

Background information for this content

Related content

02-03-2017 | Vergütung | Schwerpunkt | Article

Sind XXL-Gehälter ungerecht?

08-04-2016 | Vergütung | Schwerpunkt | Article

Wenn der Bonus zum Malus wird

12-05-2020 | Vergütung | Schwerpunkt | Article

Diese Berufsgruppen verdienen am meisten

Premium Partner