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2021 | Book

Verhaltensorientiertes Innovationsmanagement

Spielerische Anleitung für Teams und Unternehmensführung

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About this book

Jan Frensch und Burkard Wördenweber beschreiben in diesem Fachbuch ein Innovationsmanagement, das nicht nur einer effektiven Lösungsfindung dient, sondern gleichzeitig den Menschen und dessen Umwelt wieder ins Zentrum des Geschehens rückt. Durch Einbeziehung der emotionalen Ebene sowie das Aufzeigen von Parallelen in der Natur lernen Teams und Unternehmen, organisch zu wachsen und sich natürlich zu entfalten.
Um die Grundlagen und Vorgehensweisen für verhaltensorientierte und nachhaltige Innovation ebenso verständlich wie unterhaltsam zu vermitteln, nimmt das Buch den Leser in Form einer spielerischen Detektivgeschichte mit auf eine Reise durch ein Unternehmen, das gerade dabei ist, seine Zukunft zu verspielen. Es zeigt sich: Wer sein Unternehmen und damit einen Teil dieser Welt nachhaltig verändern möchte, muss ein freies Denken erlauben!

Table of Contents

Frontmatter
1. Das Wirtschaftswunder heute
Zusammenfassung
Eine nüchterne Betrachtung der deutschen Unternehmenslandschaft zeigt uns eine Aufteilung, die der Altersstruktur der Bevölkerung ähnelt. So wie die Babyboomer gerade in den Ruhestand wechseln, so haben viele Unternehmen ebenso das Ende einer Wachstumsphase erreicht und wandern von satten Erfolgen in Richtung knapper Margen. Ein zunehmend globaler Wettbewerb zwingt sie zu einem Rennen, an dessen Ende die Null-Grenzkosten stehen. Wer Glück hat, besitzt noch Reserven und kann sie in neue Nischen investieren. Diese erst einmal zu finden und zu erschließen fällt wiederum schwer, da der Wettstreit um die höchste Effizienz dominiert und Scheuklappen alles andere ausblenden. Die viel gepriesene Schwarmintelligenz hat nur noch ein Ziel: Kostenreduktion.
In diesem Kapitel sehen wir uns die Situation in einem Unternehmen gegen Ende des Wachstumspfades an. Dabei nehmen wir bewusst den Standpunkt der verspielten Zukunft ein. Wir achten darauf, welche unterschiedlichen und zum Teil unterschwelligen Strömungen im Unternehmen verlaufen und zu welchem Verhalten sie Ansporn geben. Dies gibt uns die Möglichkeit, die natürlichen Widersacher der Innovation wie auch die Gegner wider Willen kennenzulernen. Damit wir die komplexen Interaktionsschemata besser verstehen, betrachten wir die Situation aus drei völlig unterschiedlichen Perspektiven.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
2. Die sportliche Energiequelle
Zusammenfassung
Wie schafft es ein Sportler, bei drohender Niederlage dem erdrückenden Gegner die Stirn zu bieten und den Kampf doch für sich zu entscheiden? Wie gelingt einem Außenseiterteam, allen Widrigkeiten zum Trotz, der Aufstieg in die obersten Ränge einer sportlichen Disziplin?
Sport kennt zwei getrennte Leistungsbereiche. Schlummernde Energiereserven werden aktiviert und Hochleistung entwickelt, indem man die trennende Diskomfortzone zwischen den beiden Bereichen immer wieder durchschreitet.
Die stillen Reserven gibt es nicht nur im Sport. In diesem Kapitel sehen wir uns an, wie wir diese für uns erschließen können. Wir machen uns auf den Weg, die Grenze unserer Komfortzone zu überschreiten und die Energiequelle der Verhaltensorientierung zu entdecken.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
3. Aufwecken des Innovationsgeists
Zusammenfassung
Noch halten uns innere Zwänge und äußere Bindungen davon ab, unsere Energiereserven anzuzapfen und einzusetzen. Die Zahnräder eines effizient laufenden Unternehmens lassen wenig Spielraum. Wer von uns besitzt schon den Freiraum von 20 % seiner Arbeitszeit für vermeintliche Selbstverwirklichung, wie es uns einige Unternehmen weismachen wollen. Möchten wir die Energiereserven für Innovation und das Erschließen neuer Wachstumspfade für das Unternehmen nutzen, ist es ratsam, Flexibilität, Freiraum und Aufmerksamkeit zunächst einmal im Kleinen zu üben.
Der freie Wille ist die Tugend des Unternehmers. In diesem Kapitel sehen wir uns deshalb genauer an, wie wir uns als Unternehmer im Unternehmen qualifizieren können. Das lässt sich mit der neuen, verhaltensorientierten Energiequelle und einer kleinen Portion Mut gut bewerkstelligen. Wir trainieren unseren Willensmuskel und beobachten uns dabei, wie wir vom Träumer zum Täter, vom Bremser zum Akteur und vom Reagierer zum Antizipierer werden.
Wir betrachten der Reihe nach die drei Affen – nichts sehen, nichts sagen, nichts hören –, die in der westlichen Kultur für mangelnde Zivilcourage oder bedingungslose Loyalität stehen. Dabei haben wir im ersten Kapitel gelernt, dass gerade die Widersacher der Innovation in der Regel unfreiwillige Täter sind, die sich ihrer Zwangssituation nur schwer entziehen können. Wir gehen daher die ersten Schritte der Emanzipation konsequent, aber behutsam an.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
4. Rahmenbedingungen für Evolution
Zusammenfassung
In diesem Kapitel geht es um Innovation durch Emergenz. Emergenz ist eine Form der Selbstorganisation, bei der sich neue Eigenschaften oder Strukturen aus dem Zusammenspiel der Elemente eines Systems ergeben. Es gibt viele Arten emergenter Selbstorganisation in der unbelebten und belebten Welt. Emergenz ist die magische Zutat, ohne die sich Kern und Elektronen nie zu Atomen verbunden hätten und ohne die es keine Sterne gäbe. Ohne Emergenz wäre das Leben nicht entstanden und die Evolution hätte nie stattgefunden. Emergenz ist ein spontan auftretender zeitlicher Prozess, der zu dauerhaften Strukturen führt. Sie verändert ein System und bringt Ordnung ins Chaos.
Emergenz ist immer ein kleines Wunder. Sie ist beispielsweise verantwortlich für die Rippelmuster und Dünenlandschaften, die durch die Wechselwirkung von Wind und Sand entstehen. Surfer kennen den Strand von Zarautz im Baskenland, an dem das Wasser jeden Tag ein neues Parkettmuster in den Sand schleift. Emergenz ist außerdem hierarchisch. Größere emergente Prozesse setzen auf kleineren auf.
Emergenz können wir auch im Verhalten von Lebewesen beobachten. Ein Wolfsrudel ist mehr als nur eine Sammlung individueller Wölfe. Jeder Wolf hat eine bestimmte Position inne, wodurch alle zusammen als Rudel stärker und effektiver sind als alleine. Jeder Wolf ist ersetzbar, weil jeder Wolf Potenzial für jede Rolle in sich trägt. Viele von uns kennen die Worte: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. In strengen totalitären Systemen sind Versammlungen von drei oder mehr Personen unerwünscht, da sie Keimzellen einer neuen Ordnung darstellen könnten. Andersherum: wenn wir Emergenz zulassen, können wir mit der gleichen Anzahl von Personen deutlich mehr bewegen.
Emergenz ist ein komplexes System, das nur dann funktionieren kann, wenn die fördernden Rahmenbedingungen gesetzt werden und der Prozess ohne störendes Eingreifen des Schöpfers seinen Lauf nehmen kann. Die Rahmenbedingungen für Innovation schauen wir uns deshalb genauer an. Dabei hilft es uns, dass wir in den vorigen Kapiteln bereits die entscheidenden Akteure, die Energiequelle und den freien Willen, gefunden haben.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
5. Die Innovationsmaschine
Zusammenfassung
So wie das Feuer erst durch die Feuerstätte als Energiequelle nutzbar wird, so wird auch die Energiequelle der Verhaltensorientierung erst durch den Rahmen der Emergenz zum Verstärker der Willenskraft. Da bekanntlich der Mensch erst zur Veränderung bereit ist, wenn er sich im festen Rahmen sicher fühlt, können wir mit diesen zwei Elementen eine verhaltensorientierte Innovationsmaschine aufbauen.
Wir gestalten den Brennraum, damit Ideen und Leidenschaft sich explosionsartig und gleichzeitig doch gefahrlos entfalten. Wir dosieren die Zufuhr von Kompetenz und Erwartung, sodass aus dem Funken Hoffnung begeisternde Lösungen entstehen. Wir schmieden neue Konzepte für das Geschäft der Zukunft, damit Chancen im Markt genutzt und Risiken im Unternehmen gemeistert werden.
Die Maschine liefert nicht nur neue Lösungen, sondern ermöglicht auch die Veränderung der beteiligten Personen. Im sicheren Raum dürfen sie ihre Rollen neu überdenken. So können nicht nur systemkonforme, sondern auch disruptive Lösungen in Betracht gezogen und ausgestaltet werden. So können neue Wachstumspfade erschlossen werden, ohne dass die Zwangsjacke des alten Geschäfts das neue Geschäft behindert.
Die verhaltensorientierte Maschine ist skalierbar. Sie kann in wenigen Tagen das neue Produkt für ein kleines Unternehmen auswerfen oder in wenigen Monaten ein neues Geschäftsmodell für einen Großkonzern aufsetzen.
Damit wir die Maschine besser verstehen, sehen wir uns in diesem Kapitel zunächst die dynamische und dann die statische Seite an.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
6. Natürliche Bauanleitung
Zusammenfassung
Die Bauanleitung für die verhaltensorientierte Maschine kommt aus der Natur. Während wir hadern, dass die Kette nur so stark ist, wie ihr schwächstes Glied, zeigt uns die Natur, wie aus vielen dünnen Strängen ein starkes Tau entsteht. Die Inspiration für die verhaltensorientierten Ansätze kommt von vielen engagierten Personen, die wir auf dem Weg getroffen haben. Das Ergebnis haben wir in „Verhaltensorientiertes Innovationsmanagement – Spielerische Anleitung für Teams und Unternehmensführung“ zusammengefasst.
Dieses Buch ist Management für all diejenigen, die die Welt nachhaltig verändern wollen. Es sind diejenigen, die erlauben, anders zu denken, und selbst zwei Schritte vorausdenken, die Vielfalt schätzen und Resilienz aufbauen, die sich nicht scheuen, ihr Profil zu zeigen, und begreifen, dass sie nicht ewig da sind.
Das Buch betont die taktische Ebene des Managements, für die gerade Deutschland bekannt ist. International gesehen wird sie gerne vernachlässigt, da sie mühselig wirkt und im Raubbaudenken eines ausbeutenden Wirtschaftssystems überflüssig erscheint. In ihr jedoch wurzeln die Ressourcen des Unternehmens und entstehen die kundenrelevanten Werte. In ihr fußt die Motivation der Mitarbeiter und die Akzeptanz des Unternehmens in der Gesellschaft. Dieses Buch ist eine Antwort auf die Frage, wie ein Unternehmen die nächste Wachstumskurve erreichen kann. Darüber hinaus birgt sie die Hoffnung, die wirklichen Probleme des 21. Jahrhunderts angehen zu können. Eine Sackgasse ist keine Einbahnstraße, aber es bedarf einer besonderen Disruption, damit wir anfangen, gegen den Strom und aus der Sackgasse heraus zu fahren.
Jan Frensch, Burkard Wördenweber
Backmatter
Metadata
Title
Verhaltensorientiertes Innovationsmanagement
Authors
Jan Frensch
Burkard Wördenweber
Copyright Year
2021
Electronic ISBN
978-3-658-32949-5
Print ISBN
978-3-658-32948-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-32949-5

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