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02-11-2022 | Vermögensaufbau | Schwerpunkt | Article

Deutschen bleibt weniger Geld zum Sparen

Author: Angelika Breinich-Schilly

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Inflationsbedingt drehen viele Menschen derzeit die Heizung herunter, suchen nach Sonderangeboten beim Einkaufen und sorgen seltener vor, zeigen aktuelle Umfragen. Wer trotz der Krise spart, sollte auf einen ausgewogenen Mix bei der Geldanlagen achten, meinen Finanzexperten.

Die Deutschen spüren die Folgen der Corona-Pandemie und die hohe Inflation schmerzhaft im Portemonnaie. Bereits ein Drittel (33 Prozent) der Bundesbürger achtet deshalb noch stärker auf Preise und Sonderangebote. Das zeigt eine repräsentative Yougov-Umfrage im Auftrag des Versicherungsmanagers Clark unter mehr als 1.000 Verbrauchern ab 18 Jahren vom September 2022. Von den anlässlich des Weltspartages am 28. Oktober befragten Frauen sind der Erhebung zufolge 36 Prozent besonders preissensibel. Unter den Männern liegt der Anteil bei 29 Prozent. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) hat die eigenen Ausgaben aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen zudem bewusst reduziert.

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So können bereits heute immer weniger Menschen Geld auf die hohe Kante legen, wie eine Online-Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Sinus-Instituts unter mehr als 2.000 Teilnehmern vom August 2022 offenbart. Während 2020 noch 70 Prozent der Deutschen regelmäßig sparten, sieht sich derzeit nur noch jeder Zweite (50 Prozent) dazu in der Lage. Besonders stark ist der Rückgang in den unteren Einkommensklassen, die im Monat weniger als 1.500 Euro zur Verfügung haben: 2020 legte noch gut jeder Dritte (35 Prozent) dieser Gehaltsgruppe etwas zurück. Nun ist es nur noch jeder Fünfte (20 Prozent). Laut der Yougov-Befragung müssen sich mit 26 Prozent zudem mehr Frauen beim Sparen einschränken als Männer (18 Prozent).  

Wer noch Geld spar, tut dies laut Clark meist in Form von Tagesgeldkonten (28 Prozent). 17 Prozent der befragten Verbraucher legen ihr Kapital über einen Sparplan in Fonds oder Aktien an. 14 Prozent sparen mittels eines ETF und 16 Prozent investieren in Altersvorsorgeprodukte. Über einen Bausparvertrag verfügen 15 Prozent der Teilnehmer. 

Panik ist Anlegern kein guter Ratgeber

In der Zeitung "Tagesspiegel" prognostizierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer Anfang Oktober deutschen Aktienbesitzern allerdings einen krisenbedingten Verlust im laufenden Jahr von bis zu 506 Milliarden Euro. Doch auch wenn die aktuelle wirtschaftliche Lage derzeit zum Teil enorme Kursrutsche verursacht, kommt der Streuung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen eine besondere Bedeutung zu, meint Guido Wenski im Buchkapitel "Behavioral Finance - Investieren am Aktienmarkt" (Seite 126). "Wenig zielführend ist es, ein Großteil seines Guthabens auf dem Giro-, Spar- oder Tagesgeldkonto liegen zu lassen", schreibt der Springer-Autor weiter. 

Einer der entscheidenden Fehler, den man in einer globalen Krise machen kann, ist, Hals über Kopf in Panik seine Aktien zu verkaufen. Im Gegensatz zu den professionellen Tradern ist man meist sowieso zu spät dran und stößt die Titel ab, nachdem der Kurs bereits stark eingebrochen ist. Verfügt jemand über ein gut strukturiertes Aktiendepot mit einem hohen Anteil an solventen Dividendenzahlern, darf er heute getrost davon ausgehen, dass die Kurse wieder steigen und irgendwann das Vorkrisenniveau sogar übersteigen", rät Wenski deshalb. 

Postitive Unternehmenszahlen könnten überraschen 

"Krisenphasen sind Innovationstreiber. Mit einer guten Einzeltitelauswahl dürfte es gerade jetzt Chancen geben, gute Unternehmen ins Portfolio zu bekommen, die langfristig interessant sind", sagt zum Beispiel Vincenzo Vedda, Leiter der Active Business Unit des Fondsanbieters DWS, in einem Ausblick von Mitte Oktober. Insgesamt bleibt der Experte beim Blick auf den breiten Markt aber eher vorsichtig. Entscheidend werde in den kommenden Wochen sein, wie die Berichtssaison der Unternehmen ausfällt. "Einige Unternehmen könnten Zahlen präsentieren, die die momentan sehr risikoaversen Märkte positiv überraschen." Doch auch mit Gewinnwarnungen für das Jahr 2023 müssen Anleger rechnen. "Das würde den Druck auf die Kurse dann wohl weiter hochhalten."

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