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About this book

Das Werk versetzt den Leser zielgerichtet in die Lage, einen Vertrag von Grund auf selbst zu gestalten. Es vermittelt sowohl die Methodik als auch die einzelnen technischen Fertigkeiten von der Strukturierung, über die Vertragsverhandlung bis hin zur Niederschrift von Vertragswerken. Die theoretischen Darstellungen werden durch Praxisbeispiele und -tipps aufgelockert, was das Lehrbuch insgesamt leicht verständlich und gut lesbar macht. Am Ende der Lektüre kann der Leser sein erworbenes Wissen sogleich an zwei Praxisfällen testen. Das Lehrbuch wendet sich an Studierende der Rechtswissenschaften, Rechtsreferendare und jeden jungen Vertragsjuristen, der seine Grundkenntnisse zur Vertragsgestaltung methodisch fundiert erweitern möchte.

Table of Contents

Frontmatter

1. Das Wichtigste zu diesem Buch vorweg

Zusammenfassung
Das vorliegende Lehrbuch greift mit der Vertragsgestaltung einen typischen Tätigkeitsbereich des Rechtsanwalts heraus, der in der traditionellen Juristenausbildung besonders kurz kommt, in der praktischen Tätigkeit aber überragende Bedeutung gewinnt. Dass die Vertragsgestaltung keine reine Domäne des Rechtsanwaltes ist, wird nachfolgend noch deutlich werden, weshalb in der Folge ab Kap. 2 dieses Lehrbuches zusammenfassend immer vom „Vertragsjuristen“ die Rede sein wird (zum Berufsbild des Vertragsjuristen vgl. unter Abschn. 2.3).
Carsten Kunkel

2. Grundlagen der Vertragsgestaltung

Zusammenfassung
Der von den drei zentralen bis hierhin bereits gefallenen Begriffen „Kautelarjurisprudenz“, „Rechtsgestaltung“ und „Vertragsgestaltung“ für Sie wohl auf Anhieb am wenigsten eingängige Begriff dürfte derjenige der „Kautelarjurisprudenz“ sein. Beginnend mit diesem möchte ich Ihnen nachfolgend zunächst alle drei Begriffe erläutern, so dass Sie bereits am Ende dieses Abschnittes mit der Definition von „Vertragsgestaltung“ eine erste Vorstellung davon haben, was der Vertragsjurist macht und welchen Problemlagen er hierbei ausgesetzt ist.
Carsten Kunkel

3. Methodik der Vertragsgestaltung

Zusammenfassung
In Kap. 2 habe ich Ihnen die Grundlagen der Vertragsgestaltung und deren Relevanz in Lehre und Praxis vorgestellt. Hier habe ich Ihnen bereits die Notwendigkeit einer besonderen Methodik zur Vertragsgestaltung vor Augen geführt. Nunmehr erläutere ich Ihnen die methodengeleitete Vorgehensweise hin zu einem fertigen Vertragswerk im Einzelnen. (Vertiefungshinweis für all diejenigen von Ihnen, die sich Kap. 2 dieses Lehrbuches nicht zu Gemüte geführt haben: Die während des Studiums erfolgte umfangreiche Unterweisung in methodischen Fragen unterscheidet häufig noch immer nicht zwischen einer juristischen Methodik für Richter und einer solchen für Vertragsjuristen als Interessenvertreter (primär Rechtsanwälte und Unternehmensjuristen). Es wird noch immer weitgehend eine juristische Methodik vermittelt, die für alle Juristen gleichermaßen Geltung beansprucht, obwohl sie deutlich auf die Entscheidungssituation des Richters zugeschnitten ist. Im Bereich der Vertragsgestaltung befindet sich der Vertragsjurist jedoch in einer grundlegend anderen Situation als der Richter, vgl. hierzu vertiefend und verständnisbildend Kap. 2).
Carsten Kunkel

4. Struktur und Technik der Vertragsgestaltung

Zusammenfassung
Die Vertragskonzipierung und letztlich die Vertragsniederschrift, insbesondere die Erstellung der Struktur und des Aufbaus, stellt einen ständigen Prozess der Bewertung und Auswahl von Tatsachen und der Formulierung juristischer Gestaltungsmöglichkeiten dar, an dessen Anfang – wie zuvor gezeigt – die Problemdefinition (also die Bestimmung des Sachziels und dessen rechtliche Einordnung) steht, und die mit dem fertigen Vertragsentwurf abschließt. Sie stellt somit keine isolierte Phase der Vertragsgestaltung dar, sondern steht in vielfältiger Wechselbeziehung zu den zuvor beschriebenen einzelnen Abschnitten.
Carsten Kunkel

5. Einzelne Elemente der Vertragsgestaltung

Zusammenfassung
Nachdem Sie in Kap. 3 die grundlegende Methodik und in Kap. 4 Technik und Hilfsmittel der Vertragsgestaltung kennengelernt haben, möchte ich Sie nachfolgend mit „typischen Klauseln“ in Form eines Vertragsbaukastens für allgemeine, wiederkehrende Regelungsaufgaben vertraut machen, so dass Sie am Ende dieses Kapitels in der Lage sind, sich Ihr erstes eigenes Instrumentarium zur Bewältigung allgemeiner, typisch wiederkehrender Gestaltungsaufgaben anzulegen.
Carsten Kunkel

6. Ausformulierte Fälle nebst Musterlösungen

Zusammenfassung
Bevor Sie vorliegend Ihre Arbeit als Vertragsjurist aufnehmen können und den laut Sachverhalt geforderten Vertragsentwurf fertigen, müssen Sie mehrere Vorüberlegungen hinsichtlich Ihres anwaltlichen Beratungsmandats (Anm.: Dass Sie im vorliegenden Fall die Ihnen angetragene selbstständige Rechtsberatung im Sinne von § 2 Abs. 1 RDG selbstredend übernehmen können, steht aufgrund Ihrer hier geschilderten selbstständigen, freiberuflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt zweifelsfrei fest, da diesem ja bekanntlich (vgl. hierzu nochmals die Ausführungen in Abschn. 2.3.3) das umfassende Recht zur Beratung und Vertretung in allen Rechtsangelegenheiten zukommt, vgl. §§ 1,3 BRAO. Vgl. für den Notar §§ 20, 24 BNotO. Eine an Sie herangetragene selbstständige Rechtsberatung kann jedoch unter dem Gesichtspunkt der §§ 3, 2 RDG bedenklich sein, vgl. Sie insofern die Vorüberlegungen im folgenden Übungsfall in Abschn. 6.2.1.) anstellen:
Wer ist Ihr Mandant? Zu wessen Gunsten soll der Vertragsentwurf gefertigt werden? Ist das Beratungsmandat im Übrigen eindeutig und inhaltlich möglich?
Zunächst müssen Sie also klären, zu wem das Mandatsverhältnis zustande kommt. Dies wird regelmäßig bei Mehrpersonenkonstellationen in Ihre Vorüberlegungen einfließen, da die „Mandatierung“ (Anm.: Rechtlich kommt das Beratungsmandat – je nach konkreter Ausgestaltung – in Form einer entgeltlichen Geschäftsbesorgung im Sinne von § 675 BGB mit dienst- und werkvertraglichem Inhalt zustande, wobei die Einordnung als Dienstvertrag die Regel bildet, da regelmäßig nur eine Tätigkeit, nicht aber ein Erfolg geschuldet ist, vgl. Heermann, in: MüKoBGB IV, § 675 Rn. 26 m. w. N., dazu auch im Folgenden. Anders sieht es häufig bei juristischen Gutachten oder Vertragsentwürfen aus, wo häufig ein Werkvertrag vorliegen dürfte. In Ausnahmefällen kann auch ein Gefälligkeitsverhältnis ohne rechtsgeschäftlichen Bindungswillen vorliegen) dann nicht immer eindeutig ist. Eine solche Mehrpersonenkonstellation liegt auch im obigen Sachverhalt vor. Den Kauf des Kraftfahrzeugs verfolgen nach den Sachverhaltsangaben sowohl Peter Müller als auch seine Tochter, Jessica Müller. Das Mandat zur Erstellung eines Vertragsentwurfs zum Erwerb dieses Kraftfahrzeugs könnte somit von beiden erteilt worden sein. Vorliegend entscheidend ist, ob der allein Ihnen gegenüber auftretende Peter Müller im eigenen Namen oder als Stellvertreter von Jessica das Mandat erteilt hat. Dies ist im Wege der Auslegung zu ermitteln.
Carsten Kunkel

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