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2021 | Book

Vertrauen in die Polizei

Schweiz – Europa – Welt

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About this book

Das vorliegende Buch befasst sich mit Vertrauen in die Polizei, wobei die Makroebene wie auch die Individualebene betrachtet und miteinander verknüpft werden. Auf der Makroebene fokussiert die Autorin die wahrgenommene Korruption, auf der Individualebene individuelle Werte sowie Migrationshintergründe als Erklärungsfaktoren. Insbesondere der Einfluss von Werten auf Vertrauen in die Polizei wurde bisher kaum untersucht. In dieser Analyse werden anhand einer Fallstudie über die Schweiz wie anhand welt- und europaweiter Ländervergleiche die Faktoren sowohl auf der Individual- als auch auf der Länderebene analysiert und folgende Forschungsfrage empirisch bearbeitet: Wie lassen sich Vertrauensunterschiede in die Polizei zwischen Menschen in einem Land und zwischen Ländern erklären? Es zeigt sich, dass öffentliche Korruption (gemessen mit dem Corruption Perceptions Index), die vier individuellen Werte «Bewahrung», «Macht», «Selbstbestimmung» und «Universalismus» nach der Wertetheorie von S. H. Schwartz (1992) und ein allenfalls vorhandener Migrationshintergrund Unterschiede im Vertrauen in die Polizei erklären können.

Table of Contents

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung
Zusammenfassung
Diese Dissertation leistet einen Beitrag zum besseren Verständnis von Vertrauen in die Polizei. Basierend auf verschiedenen theoretischen Ansätzen liegt der Fokus dieser Arbeit auf empirischen Untersuchungen zu verschiedenen Einflussfaktoren.
Die Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit lautet: Wie lassen sich Vertrauensunterschiede in die Polizei zwischen Menschen im gleichen Land und zwischen verschiedenen Ländern erklären?
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Vertrauen in die Polizei, wobei die Makroebene wie auch die Individualebene betrachtet und miteinander verknüpft werden. Auf der Makroebene fokussiert sich diese Arbeit dabei auf die wahrgenommene Korruption, auf der Individualebene auf individuelle Werte sowie Migrationshintergründe als Erklärungsfaktoren.
Sabrina Pfister

Theorie

Frontmatter
Kapitel 2. Vertrauen
Zusammenfassung
Es existieren individuelles Vertrauen zwischen zwei Individuen, generalisiertes Vertrauen zu Fremden und Vertrauen in Institutionen (Grünberg 2014). Die Funktion von Vertrauen kann soziologisch als Reduktion von Komplexität verstanden werden (vgl. Giddens 1996a; Luhmann 2000 [1968]).
Staatliche Institutionen benötigen Vertrauen, damit sie funktionieren und effektiv arbeiten können (Gamson 1968). Werden staatliche Institutionen generell über längere Zeit durch die Bürgerinnen unterstützt, legitimiert dies die Institutionen (Benz 2002; Grünberg 2014; Wagenblass 2004). Vertrauen in die Polizei kann als Spezialfall allgemeinen Vertrauens der Bürger in staatliche Institutionen betrachtet werden. Besonders für die Polizei ist es wichtig, dass ihr die Bevölkerung Vertrauen entgegenbringt, weil sie der sichtbarste Teil der Staatsinstitutionen ist (Ivković 2008). Die Polizei benötigt das Vertrauen der Bevölkerung, um ihre Arbeit effektiv ausführen zu können (Bradford et al. 2009; Jackson et al. 2012; van Damme 2013). Global betrachtet, agieren Polizeiorganisationen zwischen high policing und low policing (Cao & Dai 2006). High policing stellt die Sicherheit des Staates über die Sicherheit der Bürger, low policing vice versa (Brodeur 1983).
Sabrina Pfister
Kapitel 3. Öffentliche Korruption
Zusammenfassung
Korruption ist ein Überbegriff für verschiedenste strafbare wie auch nicht strafbare Handlungen (TI Schweiz 2015), deren Formen vielfältig sind. Gesetze versuchen, diesem Phänomen gerecht zu werden und dadurch die mehrheitlich negativen Konsequenzen für Wirtschaft, Gesellschaft oder den Staat einzudämmen. Gesetze können sowohl aufgrund internationaler Konventionen als auch nationaler Bedarfe erlassen werden. Öffentliche Korruption lässt Vertrauen in staatliche Institutionen erodieren. Korruption im öffentlichen Sektor kann aktive und passive Korruption sowie Alltagskorruption oder Korruption auf Regierungsebene umfassen (Kubbe 2015).
Sabrina Pfister
Kapitel 4. Individuelle Werte
Zusammenfassung
Werte spielen für das menschliche Handeln eine elementare Rolle: Sie leiten uns und beeinflussen unsere Einstellungen. Werte gehören zu den abstraktesten Kognitionstypen (Schwartz 1992), beeinflussen grundsätzlich die Einstellungen beziehungsweise die Handlungen von Personen (Homer & Kahle 1988).
Nach Schwartz (1992) existieren zehn universelle Werte erster Ordnung – Benevolenz, Hedonismus, Konformität, Leistung, Macht, Selbstbestimmung, Sicherheit, Stimulation, Tradition und Universalismus –, die sich in eine quasi kreisförmige motivationale Wertestruktur bringen lassen. Die Wertetheorie nach Schwartz (1992) bietet eine ideale Möglichkeit, den Einfluss von Werten auf die Einstellung der Bevölkerung gegenüber der Polizei zu untersuchen.
Sabrina Pfister
Kapitel 5. Interplay
Zusammenfassung
In den vorangegangenen drei Theoriekapiteln wurden die Grundlagen gelegt, um die Forschungsfrage «Wie lassen sich Vertrauensunterschiede in die Polizei zwischen Menschen im gleichen Land und zwischen verschiedenen Ländern erklären?» zu bearbeiten. In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte zusammengebracht und ein theoretisch hergeleiteter Ansatz verwendet, um Hypothesen für die weitere Bearbeitung der Forschungsfrage aufzustellen.
Sabrina Pfister

Methodologie

Frontmatter
Kapitel 6. Datensätze
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden in dieser Arbeit die verwendeten Datensätze vorgestellt, beurteilt und in Relation zueinander gesetzt.
Sabrina Pfister
Kapitel 7. Operationalisierung
Zusammenfassung
Im Folgenden werden die Operationalisierungen der verwendeten Variablen besprochen: zunächst die abhängige Variable «Vertrauen in die Polizei», anschliessend die Makrovariable «Öffentliche Korruption», gefolgt von den vier individuellen Werten. Die Operationalisierung des Migrationshintergrunds wird vor der Operationalisierung der Kontrollvariablen dargelegt.
Sabrina Pfister
Kapitel 8. Umgang mit fehlenden Werten
Zusammenfassung
Fehlende Werte stellen sozialwissenschaftliche Untersuchungen vor grosse Herausforderungen. Empirische Datensätze sind oftmals unvollständig, da befragte Personen Fragen nicht beantworten können oder wollen (Grund, Lüdtke & Robitzsch 2018). Technische Fehler, zum Beispiel eine falsche Filterung, können ebenfalls fehlende Werte verursachen. Es gibt unterschiedliche Ansätze, um mit fehlenden Werten umzugehen.
Sabrina Pfister
Kapitel 9. Methoden
Zusammenfassung
Dieses Kapitel beschreibt die für diese Arbeit relevanten Analysemethoden, nämlich Strukturgleichungs- und Mehrebenenanalysen. Der erste Teil des Kapitels widmet sich der Strukturgleichungsanalyse, wobei zunächst die zugrunde liegenden Methoden der linearen Regression und der CFA behandelt werden. Danach behandelt das Kapitel die Spezifika der SEM und diskutiert anschliessend Gruppenvergleiche und Gütekriterien. Der letzte Teil des Kapitels geht dann auf die MEA ein.
Sabrina Pfister
Kapitel 10. Empirische Modelle
Zusammenfassung
Im Folgenden werden die empirischen Modelle gezeigt, mit denen in dieser Arbeit gearbeitet wird. Zum besseren Verständnis werden zwei empirische Modelle präsentiert: ein SEM für die Schweiz und die MEA für die europäischen und globalen Analysen.
Sabrina Pfister

Empirie

Frontmatter
Kapitel 11. Die schweizerische Perspektive
Zusammenfassung
In dieser Arbeit dient die Schweiz als Fallbeispiel, um die Mechanismen zwischen den vier Werten einerseits wie auch den vier Werten und Vertrauen in die Polizei andererseits besser zu verstehen. Zusätzlich werden drei Gruppen miteinander verglichen: Personen ohne Migrationshintergrund, Migrantinnen der ersten und Migranten der zweiten Generation.
Sabrina Pfister
Kapitel 12. Die europäische Perspektive
Zusammenfassung
Die Analyse für Europa wurde mit Daten aus 29 Ländern durchgeführt. Zuerst werden alle relevanten Variablen deskriptiv und bivariat beschrieben, bevor die multivariaten Resultate präsentiert werden. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, einen Überblick über die europäischen Länder zu geben.
Sabrina Pfister
Kapitel 13. Die globale Perspektive
Zusammenfassung
Die Analyse des WVS wurde mit 54 Ländern durchgeführt. Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, einen Überblick über die globale Lage zu geben. Wie sieht das Vertrauen in die Polizei aus, wenn man es global betrachtet? Welche Unterschiede lassen sich zwischen den einzelnen Ländern und Weltregionen beobachten? Zuerst werden die uni- und bivariaten Statistiken präsentiert, anschliessend die multivariaten Resultate gezeigt und diskutiert.
Sabrina Pfister
Kapitel 14. Vergleich der Resultate beider Individualdatensätze
Zusammenfassung
In zehn europäischen Ländern wird sowohl der ESS als auch der WVS durchgeführt. Die geografische Lage der Länder ist über ganz Europa verteilt. In diesem Kapitel werden diese zehn Länder genauer betrachtet und die Ergebnisse der zwei Befragungen miteinander in Vergleich gesetzt. Dies gewährt einen Einblick in die beiden Datensätze.
Sabrina Pfister

Fazit

Frontmatter
Kapitel 15. Synthese und Reflexion
Zusammenfassung
Dieses Kapitel vergleicht und diskutiert die Resultate der empirischen Analysen. Zuerst werden in der Synthese und Interpretation die einzelnen Ergebnisse einander gegenübergestellt und kritisch eingeordnet. Anschliessend werden die Resultate unter Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften der Individualdatensätze und Analysemethoden reflektiert.
Sabrina Pfister
Kapitel 16. Grenzen und Ausblick
Zusammenfassung
Basierend auf der vorangegangenen Synthese und Reflexion (vgl. Kapitel 15), zeigt nun dieses Kapitel die Grenzen der vorliegenden Arbeit auf und gibt einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen.
Sabrina Pfister
Kapitel 17. Schlussfazit
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit möchte zu einem besseren Verständnis der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Polizei beitragen. Die Forschungsfrage der Arbeit lautet dementsprechend: Wie lassen sich Vertrauensunterschiede in die Polizei zwischen Menschen im gleichen Land und zwischen verschiedenen Ländern erklären?
Sabrina Pfister
Backmatter
Metadata
Title
Vertrauen in die Polizei
Author
Dr. Sabrina Pfister
Copyright Year
2021
Electronic ISBN
978-3-658-35425-1
Print ISBN
978-3-658-35424-4
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-35425-1