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18-08-2020 | Verwaltungsmanagement | Im Fokus | Article

Wie die Krise die Verwaltung verändert

Author:
Anja Schüür-Langkau
2:30 min reading time

Infolge der Corona-Pandemie steigen die Herausforderungen für die öffentliche Verwaltung. Vor allem die Relevanz der Themen Digitalisierung, Finanzen und Kommunikation steigt, so das Ergebnis einer Studie. 

Die Corona-Pandemie hat für Wirtschaft, Gesellschaft und auch für die öffentliche Verwaltung erhebliche Konsequenzen. 61 Prozent der Unternehmen und ebenso viele Verwaltungen schätzen die mittel- und langfristigen Auswirkungen der immer noch andauernden Pandemie als stark oder sogar sehr stark ein. 

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des RKW Kompetenzzentrums. Dafür wurden 1.007 Personen Ende April aus Unternehmen, Wirtschaftsförderung, Bildung, öffentliche Verwaltung sowie aus der Beratung befragt.

Der Aufbau und die Sicherung personeller Kapazitäten wurde von 58 Prozent der Befragten aus der öffentlichen Verwaltung dabei als größte Herausforderung genannt. Aufgrund von Personal-Engpässe unter anderem wegen fehlender Kinderbetreuung hatten Ende April viele Verwaltungen Probleme, die Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuerhalten. Auch die Vorbereitung auf die Wiedereröffnung sowie der Ausbau des Service und die Unterstützung wurde als problematisch bewertet.

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Sorge um Wirtschaft und Arbeitsmarkt

53 Prozent der Verwaltungen sorgte sich um die Situation der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt (53 Prozent), zudem drängte die Bearbeitung von Verwaltungsvorgängen, Anträgen und die Beratung (ebenfalls 53 Prozent). Die Einhaltung der Hygienevorschriften bereitete jeder dritten Verwaltung Probleme.  Auch schon vor der Corona-Krise stand die öffentliche Verwaltung großen Herausforderungen gegenüber. Diese sind geblieben und die Dringlichkeit hat sich weiter verschärft. Für 86 Prozent der Befragten aus der Verwaltung ist die Digitalisierung das wichtigste Zukunftsthema, gefolgt von Finanzen und Liquidität sowie Kommunikation und Information (jeweils 72 Prozent). Als weitere relevante Themen werden Arbeitszeitmodelle und -organisation (69 Prozent), Krisen- und Risikomanagement (64 Prozent) und die Unterstützung des Personals (58 Prozent) genannt. 

Erfahrungsaustausch gewünscht

Doch was kann dabei helfen, die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen? Der Umfrage zufolge wünscht sich jede zweite Verwaltung mehr Erfahrungsaustausch. 

Dass dies eine erfolgversprechende Strategie sei kann, glaubt auch Bitkom-Präsident Achim Berg. "Lange Zeit wurde nicht auf Nutzerzentrierung bei der Digitalisierung der Prozesse geachtet, beim Onlinezugangsgesetz wird das jetzt erstmals mitgedacht. Ja, Deutschland kann aufholen – aber auch die anderen Länder entwickeln sich weiter. Wir müssen von den Erfahrungen der anderen Länder lernen und einen Zahn zulegen", sagte der Bitkom-Präsident schon im vergangenen Jahr im Interview mit der innovativen Verwaltung (Seite 37). 

Einen Einblick in zehn "ausgewählte Projekte der digitalen Transformation" aus Österreich gibt Springer-Autor Hans-Werner Streicher im gleichnamigen Buchkapitel (Seite 95-189). Dazu zählen unter anderem die Reorganisation des Bezirksabfallverbands (BAV-Reorg), das elektronische Datenmanagement Umwelt des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (EDM – Umwelt) sowie die Projekte ÖköExpress, DigiStar und DigiBau. 

Zehn Prinzipien für die erfolgreiche Transformation

Aus seinen Analysen leitet der Autor zehn grundlegende Prinzipien ab, die als "Maßstab oder als Prüffragen auf jede bevorstehende Reorganisationsaufgabe in den öffentlichen Organisationen angewendet werden" können (Seite 329 ff.)

  • Prinzip 1: Digital transformierte Prozesse als Standard
  • Prinzip 2: Einheitlicher Zugang zu Verwaltungsleistungen
  • Prinzip 3: Identifizierung/Authentifizierung/Single-sign-on
  • Prinzip 4: Data-once-only
  • Prinzip 5: Usability
  • Prinzip 6: Elektronische Zustellung
  • Prinzip 7: Mobilität der Anwendungen
  • Prinzip 9: E-Payment-Integration
  • Prinzip 10: Portalverbund-taugliche Architekturen

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