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Deutschland braucht einen Klimarisiko-Umbau

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Der Klimawandel mit Hitze, Hochwasser und Hagel erfordert ein Umdenken. Eine Studie im Auftrag eines Bauhandelsverbands empfiehlt schnelles und entschlossenes staatliches Handeln sowie zahlreiche Maßnahmen.

In Städten werden die Auswirkungen des Klimawandels besonders spürbar werden. Darauf müssen diese sich einstellen.


Alles muss auf den Prüfstand, ob Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Industrieanlagen, Straßen, Tunnel, Kanalisation sowie Energie- und Wasserversorgung. Deutschland braucht einen Komplettcheck von Gebäuden und Infrastruktur sowie eine Klimarisiko-Analyse für alle Städte und Gemeinden. Dies fordert Wissenschaftler und Professor Theo G. Schmitt von der Technischen Universität Kaiserslautern-Landau in seiner Untersuchung „Vom Starkregenrisikomanagement zur klimaresilienten Stadt“ aus dem Frühjahr 2024. Auftraggeber ist der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel. Die Studie basiert auf Richtlinien der EU, des Bundes sowie auf einschlägiger Fachliteratur.

Untersucht wurden Klimarisiken und deren Auswirkungen vor Ort. Auf gut 60 Seiten schlägt der Autor konkrete Schutzkonzepte für Städte und Gemeinden gegen extreme Wetter-Ereignisse vor. Die Studie listet ganze Maßnahmenbündel für unterschiedliche Klimarisiken auf.

Genaue Karten zur Hochwassergefahr erstellen

So sollten Kommunen Gefahren- und Risikokarten zu Starkregen und Hochwasser erstellen, und zwar Straße für Straße. Weiter brauche es Frühwarn- und Informationssysteme zur rechtzeitigen Alarmierung, schreibt Schmitt. Zudem sei ein Regenwasser-Management erforderlich. Dazu gehören oberirdische Sammelflächen, Flutmulden und Regenbassins. Alle Gebäude müssten anders gebaut beziehungsweise umgebaut werden: Dächer sollten begrünt, Tiefgaragen, Kellereingänge und Kellerschäfte geschützt werden.

Auch Dürre plagt Städte und Gemeinden. Die Studie regt dazu an, weniger Regenwasser in die Kanalisation abzuführen. Stattdessen solle es versickern, um das Grundwasser zu stabilisieren. Für die Bewässerung des Stadtgrüns sei es ebenfalls zu nutzen. Leitbilder seien die „Schwammstadt“ und die „blau-grüne Stadt“.

Mehr Grünanlagen und Gebäude mit Kühlungseffekten

Grünanlagen könnten als Klimakomfort-Inseln dienen. Kommunen sollten ein Netz an Grün- und Freiflächen schaffen. Dabei müssen sie auf Pflanzen setzen, die Trockenheit vertragen. Wichtig seien auch Frischluftschneisen und Schattenplätze.

Kühlungseffekte in Gebäuden könnten für ein ideales Innenraumklima sorgen, heißt es in der Studie. Möglich wird dies durch gezielte Ansätze bei Architektur und Baumaterial, etwa durch Verschattung sowie Dach- und Fassadenbegrünung.

Klimaplanungs-Wandel erforderlich

Die Studie kommt zu dem Fazit, dass Deutschland von Siedlungen über Industrieanlagen bis zur Infrastruktur anders planen und bauen muss. Gefordert seien Hausbesitzerinnen und -besitzer ebenso wie Vermietende. Und in den Rathäusern, fordert Schmitt, müsse es einen Klimaplanungs-Wandel geben. „Der Weg zur klimaresilienten Stadt kann nur als Gemeinschaftswerk aller kommunalen Akteure und im Zusammenwirken mit Länder- und Bundesbehörden erfolgreich beschritten werden.“

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Frankfurt Hitze/© Günter Albers / Stock.adobe.com