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18-04-2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Article

Fitness-Vorschläge für die Stadtwerke von morgen

Author:
Alexander Ebert

Kommunale Energieversorger stehen vor Herausforderungen. Faktoren wie Regulierung, Digitalisierung und Gewinneinbußen können sie am besten durch neue Kooperationen begegnen, zeigt eine Pwc-Studie.

Die Branche spürt den Veränderungsdruck: Der Wettbewerb nimmt zu, die Gewinnmargen sinken. Einst sprudelnde Einnahmequellen wie Kraftwerke versiegen mit der Energiewende. Zudem beschränkt das Gemeindewirtschaftsrecht die kommunalen Energieversorger. Was tun? Das Single-Leben aufgeben, neue Kooperationen suchen, lautet die Antwort.

Energieerzeugung verspricht keine guten Renditen mehr

Diese zentrale Aussage macht die Studie "Stadtwerke 2030", die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pwc für den Verband kommunaler Unternehmen e. V. (VKU) im Dezember 2017 erstellte. Es entstand ein Meinungs- und Stimmungsbild von Vorständen und Geschäftsführern auf der Basis von 109 online Befragten. Im Fokus standen zwei Fragen: Wo geht Wertschöpfung verloren und wie kann dem Verlust begegnet werden?

Laut Studie sehen die Befragten in der konventionellen Energieerzeugung keine gute Option mehr. Auch die regenerative Energieversorgung verspreche wegen des intensiven Wettbewerbs keine guten Renditen. Ähnliches gelte für den Energiehandel, perspektivisch auch für den Vertrieb und die Netzinfrastruktur.

Integrierte Wertschöpfungskette als Ausweg

Wohin soll die Reise gehen? Fast die Hälfte der Befragten kann sich vorstellen, künftig vermehrt kommunale Aufgaben zu übernehmen. 82 Prozent sehen die integrierte Wertschöpfungskette – also die Bündelung der Medien und der Geschäftsfelder Erzeugung, Netz, und Vertrieb – als Ausweg. Fast die Hälfte liebäugelt mit dem Fokus auf den reinen Infrastrukturdienstleister rund um die Netze. Ebenfalls jeder Zweite sieht sein Unternehmen künftig als (digitalen) Serviceprovider und plant, den Anteil von Dienstleistungen an der Wertschöpfung deutlich zu erhöhen.

Kooperationen versprechen Know-how und geteiltes Risiko

Es gelte, die Chancen aus der Digitalisierung sowie der Energie- und Verkehrswende zu nutzen, so PwC-Mitautor Dr. Sven-Joachim Otto. Dafür böten sich auch Kooperationen mit branchenfremden Unternehmen etwa aus den Bereichen Elektromobilität oder Smart Energy an. 

"Neue Geschäftsfelder lassen sich am besten durch Kooperationen erschließen, weil die Partner ihr Know-how, aber auch das Geschäftsrisiko teilen können", so Studienmitautor Henry Otto. Allerdings erwiesen sich dabei das Gemeinderecht und andere Regularien wie die Anreizregulierungsverordnung zunehmend als Hindernis. Solche müsse der Gesetzgeber dringend abbauen, so Henry Otto.

Alle Unternehmen, ob aus der Energieerzeugung, dem Netzbereich oder dem Vertrieb, befänden sich in Veränderungen. Allerdings hielten sie mit Digitalisierung und Kooperationsmodellen die richtigen Werkzeuge in den Händen, meint VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche.

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