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11-01-2022 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Article

Wie sich Städte und Umland besser verzahnen lassen

Author: Alexander Ebert

2:30 min reading time
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Das Umland der Städte bietet Wohnraum, Naherholung und ist Lebensmittelpunkt vieler Menschen. Wie Stadt und Land besser und umweltschonender verbinden lassen, zeigt eine neue Studie des Umweltbundesamtes. 

Wohnen und Arbeiten, Erholung und Mobilität müssen stärker und umweltschonender verzahnt werden – über die administrativen Grenzen hinweg. Denn nach wie vor wird zu viel Fläche verbraucht, Freiräume verschwinden und der Pendelverkehr wird noch stark vom Auto dominiert. Das Bundesumweltamt stellt in ihrer Studie "UMLANDSTADT umweltschonend" Ideen, Ansätze und Konzepte vor, wie sich das Umland einerseits selbst, andererseits gemeinsam mit der Stadt nachhaltig entwickeln kann. Zudem wird analysiert, welche Ziele aus Umweltperspektive im Vordergrund stehen und welche Lösungsansätze und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung nötig sind.

Die Analyse basiert auf Literaturstudien und zeigt, wie eine umweltverträgliche Entwicklung von Stadt und Umland mit hoher Lebensqualität erfolgen und wie eine stärkere räumliche, funktionale, inhaltliche und organisatorische Verflechtung hierzu beitragen könnte.

Fokus auf Lebenswelten legen

Dazu müsse man sich nicht an administrativen Grenzen orientieren, sondern an den tatsächlichen räumlichen Beziehungen. Dafür empfiehlt das Umweltbundesamt, die Regionalplanung zu stärken, um Siedlungs- und Freiraumstrukturen auf überörtlicher Ebene besser zu steuern und den Umweltbelangen mehr Gewicht zu geben.

Neue Bilder für attraktives Bauen

Weiter sollte die Wohnflächenentwicklung zwischen Kernstädten und ihrem Umland interkommunal abgestimmt werden. Der ⁠Außenbereich, das heißt Freiräume außerhalb bestehender Siedlungen, sollte konsequent von Bebauung freigehalten werden. Um dennoch das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr zu erreiche, "brauchen wir dringend neue Bilder für attraktives und kompaktes Wohnen im Stadtumland". Im Umland müsse flächen-, klima- und ressourcenschonend gebaut werden. Daher sollte der § 13b BauGB wieder abgeschafft werden, weil er kaum bezahlbaren Wohnraum in Ballungsräumen schaffe, dafür aber weitere Zersiedelung fördere.

Die Studie schlägt vor, die Frei- und Grünräume vom Quartier bis ins Umland zu vernetzen und mit Fuß- und Radwegen zu verknüpfen. So könnten Umland und Kernstädte mit grünen Wegen verbunden werden, die gleichzeitig der Erholung und der aktiven Mobilität dienen.

ÖPNV, Radwege und Homeoffice fördern

Der Verkehrswende kommt im UBA-Konzept eine zentrale Rolle zu. Ein starker öffentlicher Verkehr, kombiniert mit Radschnellwegen, verbindet dabei das Umland mit der Kernstadt. Der verbleibende motorisierte Individualverkehr solle auf E-Mobilität umgestellt werden. Home-Office oder Co-Working-Angebote im Umland sollen die Pendlerverkehre reduzieren und aus Schlafstädten wieder belebte Orte zu machen.

Ortskerne sollten belebt und die Lebensqualität im Umland gesteigert werden, indem Angebote des Umweltverbunds mit sozialer Infrastruktur, Nahversorgung und Co-Working-Angeboten Alltagsfunktionen zusammenbringt. "So können die Menschen bequem zwischen Bahn, Bus, Rad oder Carsharing umsteigen, einen kleinen Einkauf erledigen, ein Paket abholen oder einen Sportkurs besuchen", so UBA-Leiter Dirk Messner.

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