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Radelnde messen Luftqualität und Temperatur in Aachen

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Die Stadt Aachen verleiht Lastenräder, mit denen Nutzerinnen und Nutzer Daten zur Luftqualität und Asphalt-Temperatur sammeln. Langfristig sollen sich mithilfe dieser Informationen die Luftqualität und das Mikroklima vor Ort verbessern.

Beim Projekt "SchwarmMessRad" messen Nutzerinnen und Nutzer der Aachener Leih-Lastenräder mit daran befestigten Sensoren Luftqualität und Asphalt-Temperatur.


"SchwarmMessRad" nennt sich das Projekt, das die Stadt Aachen, das Institut für Straßenwesen (ISAC) an der RWTH Aachen und weitere Partnerorganisationen ins Leben gerufen haben. Die Studie soll helfen, die Luftqualität und das Mikroklima vor Ort langfristig zu verbessern. Dazu werden an 40 kostenlos zum Verleih stehenden Lastenrädern mobile Sensoren angebracht. Diese erfassen Detaildaten zu Feinstaub, Oberflächentemperatur des Asphalts und Ozon, weil diese Faktoren insbesondere an heißen Tagen die Luftqualität maßgeblich beeinflussen.

Belastungen identifizieren, Ergebnisse öffentlich zugänglich

Bisherige Messmethoden liefern Daten nur an einzelnen ausgewählten Standorten, was eine präzise Analyse der städtischen Umweltbelastungen erschwert. Durch den Einsatz von Sensoren auf Lastenrädern entstehe ein weiteres Messnetz, das weitgehend flächendeckend und ortsgenau Belastungsschwerpunkte in Aachen identifizieren soll, teilt die Stadt mit. Die mobilen Messungen werden mit stationären Referenzsensoren, Satellitendaten und weiteren externen Datenquellen abgeglichen. Mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) entstehen Prognosen zu Hitzeinseln und Luftschadstoffbelastungen, ergänzt das ISAC.

Die gewonnenen Erkenntnisse können laut Stadtverwaltung etwa dazu genutzt werden, nachhaltige Mobilitätsrouten zu entwickeln, die Stadtplanung zu optimieren und notwendige Klimaanpassungsmaßnahmen voranzutreiben. Die Ergebnisse des Projekts SchwarmMessRad würden über das städtische Mobilitätsdashboard öffentlich zugänglich gemacht, die Informationen als Open Data zur Weiterverarbeitung durch Wissenschaft, Verwaltung sowie Bürgerinnen und Bürger bereitgestellt.

Schlechte Luft ist eine häufige Todesursache

Ozon, Feinstaub, Stickoxide – schlechte Luftqualität gilt nach Bluthochdruck als häufigste Todesursache. "In Europa sterben jährlich 300.000 Menschen infolge schlechter Luftqualität", erläuterte Dr. Robert Wegener vom Institute of Climate and Energy Systems des Forschungszentrums Jülich während der "SchwarmMessRad"-Auftaktveranstaltung in Aachen. 

"Wir wollen mit den schwarmgestützten Messungen nicht nur gesundheitsgefährdende Tage prognostizieren", sagte Professor Dr.-Ing. Sven Klinkel, "sondern auch alternative Routen in der Stadt identifizieren." Denn, so der Dekan der Fakultät für Bauingenieurwesen an der RWTH, künftig würden effektive Strategien für immer mehr Hitzetage benötigt. "Wir brauchen moderne Technologien für lebenswerte Städte", so Klinkel. 

Verbindung zwischen Wissenschaft, Bürgerinnen und Bürgern

Das Charmante an dem Projekt, ergänzte Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, sei die Verbindung zwischen Wissenschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern: "Die Idee ist, gemeinschaftlich einen Nutzen für die Gemeinschaft zu erradeln." Das Projekt helfe der Stadt dabei, Hitzeinseln zu identifizieren und in der weiteren Stadtplanung entsprechend zu berücksichtigen.

Das Vorhaben wird laut städtischer Mitteilung vom ISAC koordiniert und läuft bis Januar 2028. Es wird mit rund 3,65 Millionen Euro gefördert, 75 Prozent der Kosten übernimmt das Bundesministerium für Verkehr.

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Image Credits
Lastenrad/© Elmar Gubisch / Getty Images / iStock