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06-06-2024 | Verwaltungsmanagement | Gastbeitrag | Article

Wie der deutsche Weg zur EUDI-Wallet aussehen könnte

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verfasst von: Tobias Link und Axel Drengwitz, Abteilungs- beziehungsweise Bereichsleiter msg Public Sector

Digitalisierung und Regulierung, Stichwort eIDAS 2.0, verändern die Verwaltung und den Nachweis von Identitäten stark. Auch wenn hierzulande die BundID Fortschritte macht, gibt es jedoch noch einige Herausforderungen.

In vielen Bundesländern hat sich die BundID bereits als grundlegender Dienst etabliert. Durch den laufenden Rollout in vielen Behörden, beispielweise der Bundesagentur für Arbeit, wird die Bedeutung der BundID weiter steigen. Dies ermöglicht eine einheitliche Authentifizierung bei Behörden und die rechtssichere Zustellung digitaler Post vom Amt.

Ein Defizit bei der Nutzung und Integration digitaler Identitäten besteht darin, dass es keine Lösung für den Übergang zwischen öffentlicher Verwaltung und nicht staatlichen Akteuren wie Banken und Versicherern gibt. Dadurch konnten Anwendungsfälle bisher nur unzureichend und nicht medienbruchfrei digitalisiert werden.

Wo es bei der EUDI-Wallet hakt

Auf europäischer Ebene schafft die eIDAS 2.0 den Rahmen für ein Identitätsökosystem, zu dem die European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) gehört. Die EU-Mitgliedstaaten werden zur Ausgabe, Entgegennahme und Anerkennung der EUDI-Wallet verpflichtet sein.

Eine Herausforderung stellt die Integration der EUDI-Wallet in die bestehende technische Infrastruktur deutscher Behörden dar. Bisher ist unklar, wie der Kontakt funktionieren soll. Alle Behörden müssten eine eigene Lösung zur Integration der EUDI-Wallet implementieren. Dazu muss ein Adapter integriert werden, der für den Datenaustausch mit der EUDI-Wallet notwendig ist. Dies führt zu weiteren Verzögerungen in der Digitalisierung.

Welche Rolle die BundID spielen könnte

Allerdings könnte die Anbindung der BundID durch die Behörden eine einheitliche Lösung ermöglichen, indem sie die direkte Nutzung der EUDI-Wallet ermöglicht. Durch eine Ankoppelung eines Wallet-Adapters an die BundID könnten Behörden die Funktionen einer elektronischen Brieftasche nutzen, ohne individuelle Integrationsaufwände zu haben. Dies würde zudem die digitalen Prozesse beschleunigen und die Erfahrung der Nutzenden verbessern.

Die EUDI-Wallet wird nicht nur im behördlichen Bereich, sondern auch in anderen Sektoren künftig stark an Bedeutung gewinnen und zum täglichen Leben von EU-Bürgerinnen und -Bürgern gehören. Für Bürgerinnen und Bürger heißt dies, dass Identitäten und Nachweise sektorenübergreifend und dezentral genutzt werden können. Die Freigabe von Nachweisen erfolgt nur mit Zustimmung und die unmittelbare Prüfung und Bestätigung der Nachweise wird direkt zu Prozessbeginn möglich sein. Für Behörden bieten sich zwei wesentliche Vorteile: Sie erfüllen nicht nur die europäische Verpflichtung zur Anerkennung und Annahme der EUDI-Wallet, sondern legen auch den Grundstein für eine beschleunigte Abwicklung von Verwaltungsvorgängen durch zeitgemäße, medienbruchfreie Prozesse.

Was die EUDI-Wallet auslöst

Generell ist es wichtig zu betonen, dass die Einführung der EUDI-Wallet das Zusammenspiel zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Behörden und Organisationen wesentlich verändern wird. Diese Verschiebung hin zu einer zukunftsfähigen digitalen Verwaltung erfordert jedoch ein koordiniertes Vorgehen und eine frühzeitige Anpassung an die Anforderungen von eIDAS 2.0, um erfolgreich zu sein.

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