Skip to main content
main-content
Top

22-03-2019 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Article

Neues Wohnen über Aldi und Parkhäusern

Author:
Alexander Ebert

Bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen könnten entstehen, ohne teures Bauland zu verbrauchen. Nur müsste das innerstädtische Bau-Potenziale intelligent und konsequent genutzt werden, so eine neue Studie.

Von München über Stuttgart bis Hamburg: Gerade in deutschen Großstädten herrscht akuter Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Etwa 1,5 Millionen Einheiten fehlen insgesamt. Das müsste nicht sein, würde man Bürogebäude, Parkhäuser oder Discounter mit Wohnungen aufstocken. Und die Politik müsste alte Rahmenbedingungen anpassen.

Zu diesen Ergebnisse kommt die Studie "Wohnraum-Potenziale in urbanen Lagen – Aufstockung und Umnutzung von Nicht-Wohngebäuden" der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts aus Hannover. Die Untersuchung wurde Ende Februar 2019 veröffentlicht. Wissenschaftler haben dazu die Gebäude und Fehlflächen wie Brachen, Fehlbebauungen, fehlgenutzte Flächen unter anderem durch Auswertung von Luftbildern analysiert.

Auch Discounter-Flächen nutzen

Im Fokus standen Büro- und Geschäftshäuser sowie eingeschossige Discounter mit ihren Parkplätzen. Sie alle bieten ein enormes Potenzial – etwa durch Aufstocken, Umnutzen und Bebauen von Fehlflächen. Zudem lassen sich laut Studie einige öffentliche Verwaltungsgebäude für neuen bezahlbaren Wohnraum nutzen. Obendrein, so Professor Karsten Tichelmann von der TU Darmstadt, könnten mit Blick auf den Mobiliätswandel zukünftig innerstädtische Parkhäuser genutzt werden sowie Tankstellen- und Parkplatzflächen.

Aufstocken bringt 1,5 Millionen Einheiten

Würde man Dachaufstockungen offensiv nutzen, ließen sich hier bis zu 1,5 Millonen Wohneinheiten schaffen. 560.000 Einheiten ließen sich allein durch die Dachaufstockung von Bürokomplexen und Verwaltungsgebäuden erreichen. Und wo früher einmal Büros und Behörden untergebracht waren, bieten leer stehende Gebäude heute ein Potenzial von weiteren 350.000 Wohnungen.

Parkhäuser in der City nutzen

Auch Aldi, Lidl, Rewe & Co. bieten laut Studie ein enormes Potenzial für neuen Wohnraum: Rund 400.000 Wohnungen könnten auf den innerstädtischen Flächen der 20 größten Lebensmittelmarkt- und Discounterketten entstehen – ohne die Läden selbst zu verändern. Weitere 20.000 Wohnungen sehen die Wissenschaftler auf City-Parkhäusern, wenn das oberste Deck aufgestockt würde.

Alte Bau-Vorschriften ändern

Um die Potenziale erschließen zu können, müsste sich der politische Rahmen verändern. So könnte beispielsweise eine Überschreitung der Geschossflächenzahl, die häufig auf alten Vorschriften beruhe, bei Dachaufstockungen zulässig sein. Auch bei Trauf- und Firsthöhen sei Flexibilität notwendig.

Related topics

Background information for this content