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Wasserwirtschaft

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Chapter 7. Water Quality

Turkey’s present population exceeds 80 million. It has increased six-fold in the last 90 years. Her per capita Gross National Income (GNI) increased more than 25 times in the last 50 years. The associated expansion in production and consumption causes serious pressures on resources and the environment. Based on the latest available, and to some extent reliable data, the present situation of water quality of inland and coastal waters (river, lake, groundwater and marine pollution) in Turkey is discussed in this chapter. The wastewater management schemes and efforts to improve the situation using available treatment and disposal technologies are summarized.

Orhan Uslu

Kapitel 5. Kommunen als Motoren einer Nachhaltigkeitstransformation – Erfahrungen aus den Feldern Energie, Wasser und Wohnen

Die Ebene der Kommune als bedeutendes Handlungsfeld für Nachhaltigkeitstransformationen rückt zunehmend in den Fokus des Interesses. Dies ist insofern naheliegend, als sich Handlungsdrücke ebenso wie Veränderungen auf kommunaler Ebene konkretisieren – hier werden Unternehmen gegründet, Wohnraum geschaffen, Infrastrukturen errichtet und neue Formen des gemeinsamen Lebens und Wirtschaftens ausprobiert und etabliert. Wenn das normative Ziel die Gestaltung zukunftsfähiger, nachhaltiger Kommunen ist, stellt sich die Frage, welche Ansätze zu einer Transformation organisatorischer und technischer Strukturen sowie zur Schaffung nachhaltiger Produktions- und Nutzungsmuster erfolgreich beitragen können. Der vorliegende Beitrag beleuchtet in diesem Kontext dazu Beispiele aus den drei zentralen kommunalen Handlungsbereichen Energie, Wasser und Wohnen. Im Einzelnen wird auf Ergebnisse zu Fallstudien zu 1) Wärmenetzen mit erneuerbaren Energiequellen, 2) neuartigen und nachhaltigen Ansätzen der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie 3) Projekten zum gemeinschaftlichen Wohnen aufgebaut. Anhand der Beispiele wird analysiert, welche Faktoren das Gelingen von entsprechenden Vorhaben begünstigen und welche es erschweren. Dabei wird untersucht, ob und inwieweit sich diese Faktoren in den Themenfeldern unterscheiden oder ob sich Gemeinsamkeiten ableiten lassen. Besonderer Fokus liegt auf der Rolle der Kommune als zentrale Akteurin bei der Umsetzung von Innovationen. Des Weiteren wird diskutiert, ob die in den Projekten angelegten Ziele einer Nachhaltigkeitsverbesserung (ökologisch, ökonomisch, sozial) in der Praxis gelingen, und der Bezug zu den relevanten Sustainable Development Goals (SDGs) hergestellt. Weiterhin erfolgt ein Blick darauf, welche Verbreitungspotenziale bestehen und inwiefern Synergien zwischen den untersuchten oder anderen Transformationsnischen auf kommunaler Ebene bestehen. Abschließend werden Politikempfehlungen diskutiert.

Elisabeth Dütschke, Jonathan Köhler, Norman Laws, Ulrike Hacke, Jutta Niederste-Hollenberg, Julius Wesche

Kapitel 16. Verbesserung der Wasserqualität durch verringerte Einträge von Spurenstoffen

Die Belastung von Gewässern mit Chemikalien ist ein weltweites Umweltproblem, das über verschiedene Sustainable Development Goals adressiert wird. Konkrete umweltpolitische Maßnahmen und Vorgaben zur Verbesserung der Gewässerqualität sind zwar bereits seit vielen Jahren auf europäischen und nationalen Ebenen verankert, der Handlungsbedarf ist jedoch weiterhin sehr hoch. Spurenstoffe können bereits in niedrigen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die aquatischen Ökosysteme haben und die Gewinnung von Trinkwasser beeinträchtigen. Sie werden daher auch als Mikroverunreinigungen oder Mikroschadstoffe bezeichnet. Sie stammen aus unterschiedlichen Quellen und gelangen über vielfältige Eintragspfade in die Umwelt. Entsprechend sind unterschiedliche Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Reduktion von Spurenstoffeinträgen sowie deren Kombinationen denkbar und notwendig, deren Umsetzung über eine umfassende Strategie auf nationaler und/oder ggf. regionaler Ebene zu adressieren und forcieren ist. Grundsätzlich stehen für alle Emissionspunkte Handlungsoptionen technischer und nicht-technischer Art zur Verfügung, sodass überall mit einer Umsetzung von Maßnahmen begonnen werden kann. Wichtig ist immer eine breite Aufklärung und Einbindung aller Beteiligten. Neben Verbrauchern haben auch professionelle Anwender bislang oftmals kein ausreichendes Bewusstsein für die Umweltrelevanz der verwendeten Stoffe. Veränderungen bei der Aus- und Fortbildung, bessere Informationen zu den Umwelteigenschaften der Wirkstoffe sowie eine breitere öffentliche Diskussion des Themas können erste Schritte sein, die von weiteren, konkreten Rückhaltemaßnahmen flankiert werden müssen.

Thomas Hillenbrand, Jutta Niederste-Hollenberg, Felix Tettenborn

Kapitel 1. Bedeutung und Besonderheiten elektrischer Energie

Unser Alltag ist allenfalls in seltenen Ausnahmesituationen ohne Nutzung elektrischer Energie vorstellbar. Selbst in der klassischen Urlaubszeit fernab elektrischer Maschinen und vernetzter Büros wird ein Mobiltelefon nicht fehlen, sein Betrieb ist ohne leistungsfähige, kleine und möglichst preiswerte Energiespeicher nicht denkbar.

Rudolf Holze

Einstehenmüssen für Werbeaussagen: Die Verbrauchsgüterkaufrichtlinie und deren Umsetzung als Meilensteine in der Geschichte der europäischen Werbung

„Du wirst doch nicht glauben, was man dir in der Werbung verspricht“, so oder ähnlich lautete viele Jahre eine oft zu hörende Aussage. Vor dem Hintergrund, dass sich nicht bloß die Anzahl der Werbebotschaften drastisch erhöht, sondern auch die Bedeutung der Werbung für den Adressaten der Werbung im Sinne einer Informationsquelle zugenommen hat, stellt sich die Frage nach der rechtlichen Relevanz von Werbeaussagen.

Christian Szücs

Kapitel 3. Arbeits- und Entscheidungsumgebung

Bauliche AnlagenAnlage, bauliche der Siedlungswasserwirtschaft leisten einen wesentlichen Beitrag zur Siedlungshygiene sowie zum Schutz von Boden und Grundwasser, soweit es sich bei den Anlagen um Entwässerungs-, Wasserversorgungs- oder Abwassereinigungsanlagen handelt. Dieser Leitgedanke hat sich insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten durchgesetzt. Er ist mittlerweile durch ein dichtes Geflecht aus rechtlichen und technischen Vorgaben geregelt.

Michael Scheffler

Kapitel 9. Anmerkungen

MacCormac, Earl R.: Das Dilemma der Ingenieurethik, in: Lenk, Hans und Ropohl, Günter (Hrsg.): Technik und Ethik, 2. revidierte und erweiterte Auflage, Reclam Verlag, Stuttgart 1993, S. 223.

Michael Scheffler

Kapitel 3. War Karl Marx ein politischer Denker?

Im Rahmen seines umfangreichen Werks hat sich Karl Marx, allein oder zusammen mit Friedrich Engels, mit zahlreichen politischen Themenfeldern beschäftigt. Er hat Betrachtungen zu verschiedenen politischen Fragen verfasst, so z. B. zum modernen Staat, zu dem, was wir heute Ökologie nennen würden, zum Cäsarismus, zu dem zu seiner Zeit expandierenden Nationalismus, zur Demokratie und zur Revolution. Er war außerdem ein politischer Aktivist. Als solcher hat er war er vor allem nach der Oktoberrevolution 1917 äußerst erfolgreich und zog weltweit eine große Zahl politisch engagierter Intellektueller in seinen Bann. Dennoch zeigte sich Marx grundsätzlich desinteressiert gegenüber Staatsfragen. Er hat den Wert des Pluralismus für die Politik nicht erkannt und weder die grundlegende Funktion der Agonistik (Ernesto Laclau/Chantal Mouffe), des Widerstreits (Jean-Francois Lyotard) noch der Deliberation (Jürgen Habermas) oder der offenen Gesellschaft (Karl Popper) für die Demokratie gesehen.

Yves Bizeul

2. Überschwemmung und Rückstau

Wie schnell vergehen 100 Jahre? Manchmal dauert es gerade mal elf Jahre.

Georg Grammenos

Kapitel 9. Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Franz Molnar hat einmal gesagt: „Wenn jemand aus einem Buch abschreibt, so ist das Plagiat. Wenn jemand aus zwei Büchern abschreibt, ist das ein Essay. Wenn jemand aus drei Büchern abschreibt, so ist das eine Dissertation“ (zitiert nach Puntsch 1990, S. 328).

Axel Borsdorf

Kapitel 11. MIP-Techniken für MINLPs

Nachdem wir im vorherigen Kapitel allgemeine Techniken zur Lösung von MINLPs gesehen haben, betrachten wir hier eine Technik, die sich speziell für Versorgungsnetze bewährt hat. Wir betrachten Relaxierungen von MINLPs durch MIPs. Wir diskutieren, wie man geeignete MIP-Relaxierungen konstruiert und wie sich diese Techniken anwenden lassen. Diese Verfahren haben sich gerade bei der Lösung von Gas- und Wassernetzproblemen als sehr mächtig erwiesen, um schnell zu Lösungen mit annehmbarer Genauigkeit zu gelangen oder Unzulässigkeit zu beweisen. Allerdings gibt es zur Zeit noch keine allgemeine Implementierung dieser Verfahren, so dass sie problemspezifisch angepasst werden müssen.

Lars Schewe, Martin Schmidt

Lösungsansätze zur Gestaltung einer nachhaltigen Strom Supply Chain im Zeitalter der Energiewende und Digitalisierung

Die Energiewende führt zu großen Herausforderungen für die Energiebranche und vor allem für die Netzbetreiber. Steigende dezentrale Einspeisungen aus erneuerbaren Energien (wie Photovoltaikanlagen) und die zu erwartenden hohen Entnahmen durch die Elektromobilität belasten direkt die Niederspannungsnetze der Verteilnetzbetreiber und verändern durch ihre Volatilität die Anforderungen zur Sicherstellung der unterbrechungsfreien Stromversorgung. Stabile Netze setzen ein permanentes Gleichgewicht von Einspeisung und Verbrauch voraus. Abweichungen führen zu Netzausfällen und einer möglichen Kettenreaktion auf die überlagerte Netzebene.

Iris Hausladen, Kerstin Eiselbrecher

Kapitel 8. Volkswirtschaftliche Wirtschaftlichkeitsanalyse

Das Instrument zur Berechnung der gesamtwirtschaftlichen Rentabilität ist die Nutzen-Kosten-Analyse. Sie ist das volkswirtschaftliche Gegenstück zur Investitionsrechnung in der betrieblichen Entscheidungstheorie. Im Gegensatz zur Investitionsrechnung wird jedoch statt mit betrieblichen Gewinnen mit volkswirtschaftlichen Nutzen gerechnet.

Volker Schott

Kapitel 9. Beschäftigungsanalyse

Dieser Analyseteil quantifiziert die Beschäftigungswirkungen aus den Investitionen, die für stadtinfoköln getätigt werden und den laufenden Aufwendungen für stadtinfoköln. Dabei werden die Investitionen und Aufwendungen als Impuls verstanden, der Beschäftigungseffekte auf allen Stufen des Wertschöpfungsprozesses rückwärts induziert. Auf der obersten Wertschöpfungsstufe entsteht Beschäftigung bei den direkten Auftragnehmern.

Volker Schott

3. Strömungsmaschinen

Wie bereits eingangs erwähnt wird in einer Strömungsmaschine an ein strömendes Fluid entweder a) Arbeit übertragen und ihm dadurch Energie zugeführt; dann handelt es sich um eine Arbeitsmaschine oder b) dem strömenden Fluid wird Energie entzogen und in mechanische Arbeit umgewandelt; dann handelt es sich um eine Kraftmaschine. An der Welle wird also Arbeit (= Energie bzw. Leistung) zu- oder abgeführt.

Gernot Weber

14. „Angesichts des Nachholbedarfs und einer hoffentlich anhaltenden Reformwilligkeit bietet Frankreich ein sehr günstiges Investitionsumfeld.“

Ein Gespräch mit Oliver Hermes Vorsitzender des Vorstands und CEO der Wilo-Gruppe

Die WILO SE ist einer der weltweit führenden Premiumanbieter von Pumpen und Pumpensystemen für die Gebäudetechnik, die Wasserwirtschaft und die Industrie sowie im OEMBereich. Mit über 7.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 60 Tochtergesellschaften weltweit entwickeln wir smarte Lösungen, die Menschen, Produkte und Services miteinander verbinden und sie in ihrem Arbeitsalltag effektiv unterstützen. Unser Schwerpunkt liegt in der Gebäudetechnik. Wir gelten aber nicht nur in diesem Marktsegment als Technologieund Innovationsführer. Wilo wurde 1872 gegründet und steht als Abkürzung für Wilhelm Louis Opländer. Wir waren und sind ein Familienunternehmen, wobei in der Corporate Governance die Entscheidung der Familie zu berücksichtigen war, die Mehrheit ihrer Aktien in eine Stiftung zu geben. Die Wilo Foundation hält heute mehr als 90 Prozent der Aktien. Streubesitz gibt es keinen.

Dorothée Kohler, Jean-Daniel Weisz

Kapitel 6. Zusammenfassung der Ergebnisse

Bislang sind deutsche wasserwirtschaftliche Unternehmen keinem wirklichen wettbewerblichen Druck ausgesetzt. Angesichts der positiven Effekte vonWettbewerb, die weit über die reine Kosteneffzienz hinausgehen, ist ein Verzicht auf diese Institution nur dann gerechtfertigt, wenn sich entweder kein wettbewerbliches Verfahren findet oder aber die Einführung mit einer unerwünschten Qualitätsdegression verbunden ist, die auch über eine begleitende Qualitätsregulierung nicht verhindert werden kann.

Mark Oelmann

Kapitel 5. Für eine Reform der Preis- und Qualitätsregulierung

Im Rahmen des dritten Kapitels wurde gezeigt, dass es sich bei den deutschen wasserwirtschaftlichen Unternehmen um regulierungsbedüftige natürliche Monopolisten handelte, dass aber gleichwohl verschiedene Preisregulierungsverfahren eingesetzt werden könnten, die Anreize zu einem effzienteren Wirtschaften begründen würden. Zwar wurden bereits in der theoretischen und empirischen Auseinandersetzung mit den einzelnen Verfahren deren jeweilige Vorteile und Nachteile herausgearbeitet und auch die Entwicklungen auf bundesdeutscher und europäischer Ebene wurden erläutert, ein in sich geschlossener Reformvorschlag wurde bislang aber noch nicht präsentiert.

Mark Oelmann

Kapitel 4. Theoriegeleitete Analyse qualitätsregulatorischer Konzepte

Im vorangegangen Kapitel wurde herausgearbeitet, dass eine Anwendung anreizorientierter Regulierungsverfahren in der Wasserwirtschaft grundsätzlich eine begleitende Qualitätsregulierung erfordert. Im Rahmen dieses Kapitels nun wird sich zunächst in Abschnitt 4.1.1 mit dem Begriff der Qualität im Allgemeinen und der Bestimmung und Kategorisierung einzelner Qualitätsziele in der Wasserversorgung im Besonderen auseinandergesetzt. Darauf aufbauend werden Kriterien entwickelt, mit Hilfe derer Instrumente dahingehend beurteilt werden können, ob sie dazu beitragen, exogen vorgegebene Qualitätsziele ökonomisch sinnvoll zu erreichen.

Mark Oelmann

Kapitel 1. Einleitung

Die Wasserwirtschaft ist ein hochregulierter Wirtschaftsbereich. Der Verzicht auf Wettbewerb begründet dabei die Vermutung, dass relativ zu teuer, relativ zu kleinteilig oder zu großflächig, relativ zu wenig kundenorientiert und relativ zu wenig innovativ gewirtschaftet wird. Diese Implikationen eines fehlenden Wettbewerbs in der deutschen Wasserwirtschaft dürften damit eine zentrale Erklärungsvariable für die im internationalen Vergleich sehr hohen Kosten sein (Abbildung A.1 im Anhang).

Mark Oelmann

Kapitel 3. Theoriegeleitete Analyse preisregulatorischer Konzepte

In einem ersten Schritt wird nun zunächst begründet, weswegen und wo für die Wasserwirtschaft eine Preisregulierung nötig erscheint. Darauf aufbauend werden verschiedene Regulierungsverfahren auf ihre grundsätzliche Eignung für eine Anwendung in der deutschen Wasserwirtschaft überprüft. Eine Darstellung, wie solche Verfahren in der Praxis eingesetzt werden und inwieweit seitens der Europäischen Union ein spezifisches Verfahren präferiert wird, rundet dieses Kapitel ab.

Mark Oelmann

Kapitel 2. Grundüberlegungen zur deutschen Wasserwirtschaft

Ziel dieses Kapitels ist es, die allgemeinen Grundlagen der deutschen Wasserwirtschaft (Wasserversorgung und Abwasserentsorgung) vorzustellen und die Punkte, die für die Diskussion in den folgenden Kapiteln zentral sind, herauszustellen. Daher wird derWassersektor zunächst im ersten Abschnitt mit Hilfe von Kennzahlen vorgestellt. Unter anderem wird hier die enorme Schwankungsbreite in den Preisen und Abgaben (Oberbegriff für Steuern, Gebühren und Beiträge) auffallen.

Mark Oelmann

Kapitel 5. Wettbewerbs- und Kartellrecht

In dem Kapitel werden die rechtlichen Grundlagen des Wettbewerbs- und Kartellrechts dargestellt. Die Regelungen des Wettbewerbs- und Kartellrechts betreffen sowohl das inhabergeführte Einzelunternehmen als auch global agierende Konzerne. Das Kartellrecht schützt die Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs und ist damit elementar von Bedeutung.

Friedrich Schade

4. Abgasanlagen (Schornsteine) und Lüftungsanlagen

Der Begriff Abgasanlagen umfasst alle für die Ableitung sämtlicher Abgase von Feuerstätten aller Art hergestellten baulichen Anlagen. Abgasleitungen für Feuerstätten mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen sind Abgasanlagen, die nicht rußbeständig sind. Als Schornsteine für Feuerstätten mit festen Brennstoffen werden Abgasanlagen, die rußbeständig sind, bezeichnet.

Ulf Hestermann, Ludwig Rongen

Land Take and Soil Sealing—Drivers, Trends and Policy (Legal) Instruments: Insights from European Cities

Urbanisation is an ongoing global trend that is associated with soil sealing and land take at the cost of agricultural land and other open landscape. While soil sealing and land take result in the loss of all soil functions and the loss of high-quality agricultural soils, the awareness of the magnitude and negative implications of these processes remains relatively low. In this article, we examine how seven EU cities have addressed the issues of land take and soil sealing through approaches to increase efficient land use. The cities include Cambridge, Milan, Nantes, Regensburg, Stockholm, Vienna and Wroclaw. Drawing on statistical analysis and qualitative interviews with city-level practitioners, we look at trends in soil sealing and land take and outline relevant policies and legislation that can prevent or reduce land take and soil sealing, as well as success factors and barriers to the implementation of these policy instruments. Results show that the reduction of land take and soil sealing cannot be implemented as an isolated programme but needs to be pursued as an integrated approach, together with other sustainability objectives, such as energy efficiency, conservation of agricultural land, reduction of traffic, and increase of biodiversity. Conclusions highlight the importance of a robust framework of national law and regulation and of setting quantitative land take targets taking a long-term vision of city development and assigning a value to soil. Moreover, focus should be on inner development before outer development, including the reuse of brownfields and investing in building renovation.

Sandra Naumann, Ana Frelih-Larsen, Gundula Prokop, Sophie Ittner, Matt Reed, Jane Mills, Francesco Morari, Simone Verzandvoort, Stefanie Albrecht, Anna Bjuréus, Grzegorz Siebielec, Tomasz Miturski

4. Eisenbahndämme und Einschnitte

Erdbauwerke bestehen i. d. R. nur aus natürlichen Stoffen, die meist in der unmittelbaren Nähe gewonnen wurden. Sie zeichnen sich aus durch Langlebigkeit und verträgliche Eigenschaften zur Umwelt. Wesentlich ist, dass der eingebaute Boden jederzeit bei Umbauten ohne Verlust wieder eingebaut oder ergänzt werden kann. Diesen Ansprüchen genügen Beton, mit Zement injizierte Böden und Einbauten von Geotextilien nicht. Ihr Ausbau bedeutet Entsorgung als Abfall. Es ist das Anliegen des Kapitels, darauf hinzuweisen, zukünftig nur dort solche Hilfsstoffe einzusetzen, wo es unumgänglich ist. Den nachfolgenden Generationen darf eine Explosion der Abfälle und die aufwändige Aufbereitung großer Abfallmengen nicht zugemutet werden. Der Beitrag soll nicht der Wiedergabe bestehender Vorschriften und Richtlinien dienen, sondern diese Kenntnisse voraussetzen. Nur im Fall erkennbarer Widersprüche wird darauf Bezug genommen. Die Grundkonzeption des Kapitels legt fest, dass der Schwerpunkt der Betrachtungen die Vermittlung von Erfahrungen ist. Dies bedeutet eine starke Betonung der Analyse von Schadensfällen und der daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen. Als Ingenieur ist man geneigt, bei einem Schaden zuerst Fehler in der Berechnung der Konstruktion zu suchen. Bei nüchterner Betrachtung lässt sich jedoch erkennen, dass die Technologie mit den zum Einsatz kommenden Geräten häufig wegen der Nebenwirkungen die Ursache für erhebliche Auswirkungen auf nicht geplante Veränderungen des Bauzustandes, d. h. auch eine Hauptursache der Schadensauslösung sind. Die nachfolgenden Beispiele sind Erfahrungen des Autors und referenzieren in der Beschreibung auf die zum Zeitpunkt des Ereignisses geltenden Normen und Richtlinien. Auf eine Uminterpretation auf die aktuell geltenden Normen und Richtlinien wurde zugunsten einer höheren Anzahl der Beispiele und zur besseren Lesbarkeit verzichtet. Eine Übertragung auf die aktuell geltenden Normen und Richtlinien ist dem anwendenden Ingenieur überlassen.

Dr.-Ing. Horst Rahn

Kapitel 6. Konjunkturpakete und ihre Auswirkungen auf das Baugewerbe

In diesem Abschnitt werden Konjunkturpakete in dem Zeitraum von 1967 bis 1989 vorgestellt, die mit dem Baugewerbe in Verbindung gebracht werden. Um die Konjunkturpakete bewerten zu können und ihre Auswirkungen auf das Baugewerbe zu erläutern, soll zunächst mit der Abbildung 6.1 ein Überblick geschaffen werden, wie die öffentlichen Investitionen und die Investitionen in gewerbliche Bauten und Wohnbauten in den Jahren 1950 bis 1989 verlaufen sind. Die hellblaue Kurve (Baugewerbe) stellt dabei die Summe aus den Investitionen der gewerblichen Bauten und der Wohnbauten und der Hälfte der öffentlichen Investitionen dar.

Jens Otto, Michael Ditzen

Kapitel 3. Quantitative Fragebogenerhebung

In Kapitel 3 sollen zunächst Ziele, Forschungsfragen und Hypothesen der quantitativen Fragebogenerhebung dargestellt werden. Es folgt die methodische Vorgehensweise und die empirischen Ergebnisse der Erhebung. Abschließend werden diese Ergebnisse zusammengefasst und interpretiert.

Iris-Lahaar Joschko

19. Marktliberalisierung und Energiewende

Zwei Entwicklungen kennzeichnen die Energiemärkte seit dem Ende der 1990er Jahre. Dies ist zum einen die Marktliberalisierung, die einen Wettbewerb von Energielieferanten untereinander ermöglichen, und die frühere Monopolisierung der Energiemärkte in den Bereichen Vertrieb, Handel und Erzeugung beenden sollte. Die Umsetzung der auf europäischer Ebene vorbereiteten Liberalisierungsschritte erfolgte in Deutschland im Energiewirtschaftsgesetz über mehrere Gesetzesnovellen. Zum anderen ist es der Ausbau der erneuerbaren Energien, um eine nachhaltige Energieversorgung bei gleichzeitig reduziertem Einsatz fossiler Energieträger zur Energiegewinnung zu erreichen. Im Zentrum steht dabei das Erneuerbare‐Energien‐Gesetz EEG, welches ebenfalls mehrfach novelliert wurde und häufig mit dem Begriff der Energiewende in Verbindung gebracht wird.Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland zur Liberalisierung des Strom‑ und Gasmarktes sowie zur Förderung der erneuerbaren Energien im Zeitablauf zu skizzieren. Ferner werden für den Strommarkt die Preisentwicklung und die Wettbewerbsentwicklung dargestellt. Wenngleich der Fokus auf dem Strommarkt liegt, wird bei der Liberalisierung im letzten Abschnitt die Marktöffnung und Wettbewerbsentfaltung des Gasmarkts beschrieben und bei der Energiewende auch auf die Sektoren Wärme und Verkehr eingegangen.

Dominik Wörsdörfer

Kapitel 6. Energieeinsatz und Wasserförderung

Die Versorgung mit Wasser und Energie ist für unsere Lebensqualität vonentscheidender Bedeutung. Beide Bereiche sind eng miteinander verbunden.

Matthias Weiß

Kapitel 4. Wassergewinnung

Wasser bedeckt rund 71 % der Erdoberfläche. Es ist gespeichert in den Meeren, auf den Kontinenten und in der Atmosphäre. Das Wasser auf den Kontinenten liegt als Eis und Schnee, als Oberflächenwasser, Grundwasser und Bodenfeuchte sowie als kleiner, jedoch essenzieller Bestandteil der Biosphäre vor. Die Tab. 4-1 gibt einen Überblick über die Verteilung des gesamten Wasservorrates der Erde von rund 1,39 Mrd. km3.

Peter Fritsch

Kapitel 5. Wasseraufbereitung

Wasser ist die flüssige Form der Verbindung H2O. Ein Raumteil Wasser besteht aus zwei Raumteilen Wasserstoff (H) und einem Raumteil Sauerstoff (O). 100 Massenteile des chemisch reinen Wassers setzen sich aus 11,09 Massenteilen Wasserstoff und 88,01 Massenteilen Sauerstoff zusammen. Wasser zeigt im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten eine Reihe auffallender Eigenschaften, wie z. B. ein Dichtemaximum bei 4 °C, die unter anderem im Bau des Wassermoleküls begründet sind.

Burkhard Wricke

Kapitel 2. Wasserabgabe und Wasserbedarf

Die Struktur der öffentlichen Wasserversorgung in Deutschland lässt sich anhand der Ergebnisse aus der Umweltstatistik veranschaulichen (Abb. 2-1). Die dargestellten Zahlen sind in der Fachserie 19 des Statistischen Bundesamtes veröffentlicht [1]. Hier ist der Weg des Wassers von der Gewinnung bis zum Letztverbraucher erfasst (alle Zahlenangaben in Mio. m3).

Winfried Hoch

Kapitel 3. Hydraulische Berechnungsgrundlagen

Nach DIN 4044 ist Hydraulik die angewandte Hydromechanik, wobei die Hydrostatik die Lehre vom Gleichgewicht der im Wasser und auf das Wasser wirkenden Kräfte, die Hydrodynamik die Lehre von der Bewegung des Wassers und den dabei wirksamen Kräften ist. Im Folgenden werden nur die für die Wasserversorgung wesentlichen Grundlagen und Berechnungsverfahren behandelt, im Übrigen wird auf die Spezialliteratur verwiesen. Die Berechnungsaufgaben und -verfahren für die Strömung des Grundwassers – Geohydraulik – als Grundlage für die Planung und den Bau von Grundwassererschließungen sind in Kap. 4 enthalten, die physikalischen, chemischen Eigenschaften des Wassers im Kap. 5.

Winfried Hoch

Kapitel 10. Prozessleittechnik und Messtechnik

Großräumige Wasserversorgungsanlagen mit weit auseinanderliegenden Anlagenteilen werden mit Hilfe von Prozessleitsystemen geordnet und wirtschaftlich betrieben. Auch bei kleineren Anlagen mit geringerer Ausdehnung sind Prozessleitsysteme wirtschaftlich gerechtfertigt.

Matthias Weiß

Kapitel 1. Ziele und Aufgaben der Wasserversorgung

Wasser ist die unverzichtbare Grundlage allen Lebens und insbesondere der menschlichen Zivilisation. Trinkwasser spielt dabei eine besondere Rolle, da es als Lebensmittel durch nichts ersetzt werden kann. Bei gemäßigten klimatischen Verhältnissen muss ein Erwachsener zwei bis drei Liter Wasser teils als Trinkwasser teils in der Nahrung zu sich nehmen.

Joachim Rautenberg

Kapitel 13. Management, Betrieb und Instandhaltung

Die Aufgaben von Management, Betrieb und Instandhaltung von Wasserversorgungsunternehmen (WVU) werden bestimmt durch die Forderungen der hygienisch, technisch und wirtschaftlich einwandfreien Belieferung des Versorgungsgebietes mit Trinkwasser unter Beachtung der einschlägigen Rechtsvorschriften und des technischen Regelwerkes. Als technisches Regelwerk und anerkannte Regeln der Technik gelten dabei vor allem die einschlägigen DIN-Normen, die DVGW-Arbeitsblätter, Merkblätter und Hinweise sowie die Unfallverhütungsvorschriften. Wesentliche Bestimmungen daraus sind von den Länderbehörden in Mustersatzungen und Richtlinien für die Praxis umgesetzt.

Joachim Rautenberg

Kapitel 12. Planung und Bau

Eine öffentliche zentrale Wasserversorgungs-Anlage (WV-Anlage) soll eine Leistung aufweisen, die den aktuellen und den prognostizierten Bedarf decken kann.

Andreas Baur

Kapitel 7. Wasserspeicherung

Für die Wasserspeicherung waren bis 1998 ausschließlich die vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) im damaligen Fachausschuss „Wasserbehälter“ entwickelten folgenden Arbeits- und Merkblätter ausschlaggebend.

Gerhard Merkl

German Water Protection Law with a Particular Focus on Waste Water Management

This contribution provides an overview about the German water protection law and about the legal strategies and instruments for water management. The analysis also includes the legal European approaches to water management and their relevance for the German legislation. The report emphasises the legal framework for waste water disposal which is laying down in federal and Länder law.

Wolfgang Köck

Kapitel 1. Einleitung – Die erweiterte Wertschöpfungskette

Was verbirgt sich hinter den Schlagworten Internet der Dinge, Industrie 4.0, Digitalisierung und Arbeit 4.0? Die besonderen Herausforderungen von Digitalisierungsprojekten für Mitarbeiter und Kunden werden diskutiert. Der Begriff „Management von Disruptionen“ als Rahmen für Digitalisierungsprojekte wird vorgestellt.

Christine Falkenreck

Hydrological Ensemble Prediction Systems Around the Globe

A large number of hydrological forecasting systems exist across the globe. Recent advances have pushed the limits of predictability of discharge and other hydrological variables from a few hours to several days or even months. In this chapter, we aim to give an overview of Hydrological Ensemble Prediction Systems across the globe. It provides brief descriptions of existing or preoperational systems as background, and discusses the challenges ahead. This overview shows that there is at least one system per continent, though their geographic domain varies considerably among very small catchments, countries national and interregional basins, transnational basins, continents, or even the entire globe. It highlights common challenges and differences.

Florian Pappenberger, Thomas C. Pagano, J. D. Brown, Lorenzo Alfieri, D. A. Lavers, L. Berthet, F. Bressand, Hannah L. Cloke, M. Cranston, J. Danhelka, J. Demargne, N. Demuth, C. de Saint-Aubin, P. M. Feikema, M. A. Fresch, R. Garçon, A. Gelfan, Y. He, Y. -Z. Hu, B. Janet, N. Jurdy, P. Javelle, L. Kuchment, Y. Laborda, E. Langsholt, M. Le Lay, Z. J. Li, F. Mannessiez, A. Marchandise, R. Marty, D. Meißner, D. Manful, D. Organde, V. Pourret, Silke Rademacher, Maria-Helena Ramos, D. Reinbold, S. Tibaldi, P. Silvano, Peter Salamon, D. Shin, C. Sorbet, Eric Sprokkereef, V. Thiemig, Narendra Kumar Tuteja, S. J. van Andel, Jan S. Verkade, B. Vehviläinen, A. Vogelbacher, Fredrik Wetterhall, Massimiliano Zappa, R. E. Van der Zwan, Jutta Thielen-del Pozo

Kapitel 21. Grundwasserhaltung

Absperren durch Dicht- und Schmalwände, hoch- und tiefliegende Injektionssohlen, Unterwasserbetonsohlen, Wasserhaltung durch Brunnen, Senkkasten, Caissons.

Dimitrios Kolymbas

Kapitel 16. Enterprise Transformation in Saudi-Arabien – Tradition vs. Digitalisierung 4.0

Die Arbeitswelt verändert sich durch die Digitalisierung so rasant wie nie. Auch die saudische Wirtschaft und ihre Unternehmen müssen sich diesem Wandel stellen und sind einem wachsenden Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Der notwendige Wandel erfordert eine Transformation der Unternehmen und speziell des Mindsets ihrer Mitarbeiter. Im Enterprise Transformation Cycle (ETC), der von der Unternehmensberatung Transformation Consulting International (TCI) entwickelt wurde, entspricht dies dem Bereich People bzw. Change Management. Gegenüber den klassischen Change-Management-Ansätzen müssen in Saudi-Arabien allerdings Kultur und Tradition besondere Beachtung finden, da diese eine wichtige Rolle in der Arbeitswelt spielen. Es gilt einen Weg zu finden, der die Traditionen bewahrt, aber Veränderungen zulässt. Dieser Beitrag zeigt Möglichkeiten auf, mit den kulturellen Besonderheiten in den einzelnen Phasen des ETC erfolgreich umzugehen.

Sebastian Hain, Michael Gieselmann

Kapitel 18. Erfolgreiche Kooperation zwischen Start-up und Industriemittelstand zur Umsetzung von Innovationen

Die Geschäftsmodelle des technischen Mittelstandes sind zunehmendem Veränderungsdruck ausgesetzt. Insbesondere die Digitalisierung stellt die Unternehmen hierbei vor große Herausforderungen. Innovationen von technisch orientierten Start-ups, die digitale Geschäftsmodelle in ihren Genen tragen, können eine mögliche Hilfestellung für Unternehmen sein, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Im Folgenden werden Best-Practice-Beispiele aus knapp drei Jahren europäischen Coachings von technischen Start-ups analysiert. Teils aus der Sicht der Start-ups, teils aus dem Blickwinkel des industriellen Mittelstandes (IMS). Die Analyse basiert nicht auf Fragebögen, sondern aus der praktischen Tätigkeit als Business Developer, der den europäischen Start-ups die Skalierung in den deutschen Markt aktiv geebnet hat. Dabei liegt der Fokus auf der Energiebranche sowie dem Anlagen-/Maschinenbau. Anhand des ETC wird aufgezeigt, welche Wege begangen werden sollten, um eine erfolgreiche Kooperation und eine echte Win-win-Situation für beide Parteien zu erzielen. Zuvor werden zahlreiche Fragestellungen erläutert. Was hat ein Start-up für Vorteile? Was zeichnet ein IMS aus? Welche Motive treibt ein IMS, sich mit Start-up zu beschäftigen? Was für Chancen und Risiken birgt eine Zusammenarbeit? Warum war eine Zusammenarbeit nach knapp einem Jahr erfolgreich oder ist gescheitert? Dabei werden Indikatoren und Mechanismen für eine erfolgsversprechende Kooperation immer wieder kritisch betrachtet. Der Beitrag hat sicher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, aber dient als praktische Anregungen sich dem Thema zu nähern und echtes Unternehmertum wieder zu leben.

Achaz von Arnim, Helmut Schäfer, Alexander Fink

Kapitel 4. Studie 2: Der internationale Geschäftsmodellinnovationsprozess – unter Berücksichtigung der Dynamic Capabilities

In Kapitel 2.4 wurden die theoretischen Grundlagen für das Forschungskonstrukt der GMI dargestellt, welche in Kapitel 3.2.3 aufgegriffen und für international agierende deutsche Berufsbildungsdienstleister empirisch belegt wurden. Die Ergebnisse aus Studie 1 sind in Kapitel 3.3 zusammengefasst, dabei ist ein Kernergebnis, dass eine GMI vom nationalen zum internationalen GM bei deutschen Berufsbildungsdienstleistern zu beobachten ist. Dieser niedrigen oder hohen GMI (Kapitel 3.2.3) liegen verschiedene Prozesse zugrunde, welche deutsche Berufsbildungsdienstleister durchlaufen, um das internationale GM zu entwickeln, zu testen und letztenlich zu implementieren.

Romy Hilbig

Wirkketten von Kraftstoffvarianten – von der Komponente bis zum e-Fuel

Mobilität erfordert Energie. Kraftstoffe im Verkehr, so wie wir sie kennen, aber z. B. auch künftige strombasierte Kraftstoffe, ermöglichen ausgehend von den vorhandenen Infrastrukturen und Wertschöpfungsketten diese Mobilität. Der Verkehrssektor hat zugleich seinen Beitrag zur Emissionssenkung auf globaler wie lokaler Ebene zu leisten und ist mit der zunehmenden gesellschaftlichen Urbanisierung Veränderungen in der Mobilitätswahrnehmung und Nutzung ausgesetzt. Die Elektrifizierung des Verkehrs verändert den Flottenmix und zeigt Alternativen zum verbrennungsmotorischen Antrieb auf, ohne jedoch die ideale, alleinig nachhaltige Lösung für alle Kundenbedürfnisse sein zu können.

B. Becker, T. Bender, P. Rolke

Chapter 6. Renewable Energy Sources as the Cornerstone of the German Energiewende

At least since the 1980 study on the energiewende by Krause et al. (Energie-Wende: Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran. Frankfurt am Main: S. Fischer), renewable energies have been considered a viable alternative to conventional fossil fuels, and renewable energy technologies were seen as a “soft path” towards a more sustainable energy system. The German government’s Energy Concept for 2050 declared the development of renewables as its number one energy priority. The share of renewables in primary energy consumption was to rise to above 60% by 2050 (2020: 18%, 2030: 30%, 2040: 45%) and targets for the share of renewables in electricity consumption were set even higher: at least 80% by 2050 (2020: 35%, 2030: 50%, 2040: 65%). Renewables have thus become a cornerstone of the current energiewende. This chapter discusses specific features of the German path toward a renewables-based electricity system and some challenges it is facing along the way. It also reports on the implications of a renewables-based electricity system for price formation and interrelations with conventional power plants. Section 6.2 recalls the development of renewables in Germany over the last 25 years from a niche source following the first feed-in law of 1990 to what has become Germany’s number one electricity source since 2014, contributing over one third of the total supply and leaving lignite, coal, natural gas, and nuclear behind. We also survey the employment impacts of renewables. In Section 6.3, we argue that a renewables-based electricity system works very differently than the previous conventional system, for example, with respect to price formation, the dominant weight of fixed costs, the disappearing wedge between “peak” and “base” load, and the increasing role of flexibility. Section 6.4 takes a look at the issue of costs in the renewables transformation of the energy system, both from an aggregate perspective and from the perspective of individual technologies. The section also compares the costs of renewables with conventional generation (coal and nuclear), taking a public economics perspective, considering, for instance, the external (social) costs. We find that the renewables-based energiewende is welfare-enhancing compared to the high social costs of the previous fossil and nuclear-based energy system. Section 6.5 concludes.

Jonas Egerer, Pao-Yu Oei, Casimir Lorenz

Kapitel 3. Wirtschaftswachstum

In der Lehrbuchökonomie ist eines Produktionsfaktors ökonomisches Gewicht – fachökonomisch: seine Produktionselastizität – gleich seinem Anteil an der Summe aller Faktorkosten. Gemäß diesem Kostenanteil-Theorem besäßen die Produktionsfaktoren etwa die folgenden Gewichte: menschliche Arbeit 70 %, (Real-) Kapital 25 % und Energie nur 5 % , sofern sie überhaupt als echter Produktionsfaktor anerkannt wird. Mit dieser Faktorgewichtung können allerdings die Konjunktureinbrüche und -erholungen im Gefolge der Ölpreisschocks der 1970er- und frühen 1980er-Jahre wie auch der ersten Weltwirtschaftskrise des 21. Jahrhunderts nicht verstanden werden. Hinzu kommt, dass das für Industrieländer berechnete Wachstum der Wertschöpfung tief unter dem empirisch beobachteten liegt. Die große Differenz führt die orthodoxe Volkswirtschaftslehre auf etwas zurück, dessen physische Bestandteile man nicht kennt und das man „technischen Fortschritt“nennt. Berechnet man den Gleichgewichtszustand, in dem eine Volkswirtschaft voraussetzungsgemäß arbeitet, aus der Optimierung von Gewinn oder Wohlfahrt unter Berücksichtigung der technologischen Beschränkungen, denen die Kombinationen von Kapital, Arbeit und Energie unterworfen sind, findet man, dass das Kostenanteil-Theorem ein Spezialfall ist, der nicht diejenigen ökonomischen Systeme einschließt, die bei den bisherigen Faktorpreisverhältnissen produzieren. Eine für die gegenwärtigen, real existierenden Volkswirtschaften entwickelte alternative Methode zur Berechnung der Produktionselastizitäten beruht auf dem Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs und der Abbildung des Trends zu wachsender Automation im Zuge der Digitalisierung. Damit erhält man für die BR Deutschland und die USA zwischen 1960 und 2013 gute Übereinstimmung zwischen empirisch beobachtetem und theoretisch berechnetem Wirtschaftswachstum und findet, dass das ökonomische Gewicht der menschlichen Arbeit viel kleiner und das der Energie viel größer ist als der jeweilige Kostenanteil dieser beiden Produktionsfaktoren. So zeigt sich auch ökonometrisch, in welchem Maße die Industrieländer ihren materiellen Wohlstand der Energie verdanken, die den Kapitalstock aktiviert.

Reiner Kümmel, Dietmar Lindenberger

4. Geschäftsmodelle entlang der elektromobilen Wertschöpfungskette

In diesem Kapitel werden Veränderungen entlang der originären Wertschöpfungskette innerhalb des Automobilmarkts betrachtet, welche mit der voranschreitenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs einhergehen. Dazu werden Einflussfaktoren der Marktentwicklung und Prognosen zur zukünftigen Entwicklung herangeführt. Die Akteure entlang der Wertschöpfungskette sehen sich zum einen neuartigen Herausforderungen konfrontiert, zum anderen bieten sich ihnen Möglichkeiten den eigenen Anteil an der Wertschöpfung zu steigern. Die geänderten Kundenbedürfnisse und die Nachfrage nach einem vernetzten und ganzheitlichen Mobilitätsangebot bedingen zudem den Vorstoß in innovative Wertschöpfungsbereiche, was eine Neuentwicklung und Erweiterung vorhandener Geschäftsmodelle erforderlich macht. Um dem disruptiven Wandel begegnen zu können, eignen sich verschiedenartige Kooperationen zwischen den Akteuren. Dabei werden die einzelnen Aspekte perspektivisch aus Sicht der OEMs, der Zulieferer und der Energieversorger betrachtet.

Garnet Kasperk, Sarah Fluchs, Ralf Drauz

3. Abwasser- und Wassertechnik

Die Ver- und Entsorgung von Gebäuden mit Wasser- und Abwasseranlagen wird erläutert. Die Planungs- und Berechnungsgrundlagen von Abwasseranlagen werden dargestellt und mit Beispielrechnungen demonstriert. Auf Einzelheiten der Leitungsanlagen, Konstruktion und Materialwahl wird eingegangen. Auch Anlagenteile außerhalb des Gebäudes wie Kleinkläranlagen, Versickerungsanlagen oder Gebäudedränung sind umfangreich beschrieben. Neben der Trinkwasserversorgung mit Planungs- und Berechnungsgrundlagen ist der Aufbau von einfachen und automatischen Feuerlöschanlagen Bestandteil dieses Kapitels. Ebenso dargestellt sind Regenwasser- und Grauwassernutzungsanlagen.

Dirk Bohne

15. Anbau und Nutzung schnellwachsender Bäume in der Landwirtschaft – ein Ausblick

In den vorangegangenen Kapiteln wurden verschiedene Einzelaspekte des Agrarholzanbaus auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen beleuchtet. Hierbei wurde deutlich, dass die vergleichsweise extensive Bewirtschaftung schnellwachsender Bäume in Agrarlandschaften mit zahlreichen Vorteilen für die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima, Biodiversität und Landschaftsbild verbunden sein kann. Zudem ermöglicht die energetische oder stoffliche Verwertung der Bäume eine wirtschaftliche Nutzung der Agrarholzflächen. Vor diesem Hintergrund wird die Frage beleuchtet, weshalb in Deutschland schnellwachsende Bäume auf landwirtschaftlich genutzten Flächen gegenwärtig nur in sehr begrenztem Maße angebaut und genutzt werden. Gleichzeitig wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, welche Voraussetzungen notwendig wären, um die Umsetzung von Agrarsystemen mit schnellwachsenden Bäumen zu forcieren. In diesem Zusammenhang werden Umsetzungshindernisse und Umsetzungschancen angeführt und der Stellenwert des Agrarholzanbaus im Kontext einer zukunftsfähigen Landwirtschaft analysiert.

Christian Böhm, Maik Veste

Kapitel 26. Kompetenzentwicklung, Triadengespräche und Strategie – Das Projekt IntraKomp

Die öffentliche Verwaltung kann Bürgerinnen und Bürgern in Zukunft nur dann die nötige Flexibilität und zugleich Stabilität aufzeigen, wenn sie sich in Struktur und Handeln weiterentwickelt und mithilfe agiler Konzepte anpasst. Im Rahmen des BMBF geförderten Projekts IntraKomp (Integration der Kompetenzfeststellung in das strategische Kompetenzmanagement“ [IntraKomp]. Das diesem Bericht zugrunde liegende Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert [Förderkennzeichen 21IAWB113A]. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.) wird mit Methoden der Aktions- und Handlungsforschung untersucht, welchen Beitrag das Personalmanagement leisten kann, um die notwendige Anpassungsfähigkeit zu erhöhen. Mittels eines Verfahrens zur Integration von Erfahrungstransfer und Kompetenzentwicklung, die das Triadengespräch (Dick, Beschreiben – Erschließen – Erläutern. Psychotherapieforschung als qualitative Wissenschaft, Pabst Science Publishers, Lengerich 2006b) und den KompetenzAtlas (Heyse, KODE® und KODE®X – Kompetenzen erkennen, um Kompetenzen gezielt zu entwickeln und zu bestärken, Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2017; Heyse et al., Grundstrukturen menschlicher Kompetenzen, Waxmann, Münster 2010) kombiniert, werden Tätigkeits- und Kompetenzprofile erweitert. Ein weiterer Hebel ist die konsequente Ausrichtung an den strategischen Zielen der Organisationen. Im Rahmen von Strategie-Workshops wurde eine Kompetenzarchitektur entwickelt, die sich an der Verwaltungsstrategie sowie an den anforderungsanalytisch ermittelten Kompetenzen auf der Ebene von Jobfamilien orientiert.

Katrin Nebauer-Herzig, Almut Lahn, Anna Farina Vollbracht, Michael Dick, Gottfried Richenhagen

9. Flussgebietsmanagement, Fließgewässerentwicklung

Seit dem Jahr 2000 sind zahlreiche neue europäische Richtlinien in Kraft getreten, die das aktuelle wasserwirtschaftliche Handeln seit Beginn entscheidend prägen und im Verlauf der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts bestimmen werden. Dazu zählen u. a. die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (Richtlinie 2000/60/EG) und die Europäische Hochwasserschutz‐Richtlinie (Richtlinie 2007/60/EG).Im Hinblick auf die nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer („Oberflächenwasserkörper“) und des Grundwassers („Grundwasserköper“), ist insbesondere die EG‐Wasserrahmenrichtlinie von Bedeutung. Wesentliche Instrumente der Wasserrahmenrichtlinie sind die Bewirtschaftungspläne für Einzugsgebiete (Art. 13 EG‐WRRL) und die Maßnahmenprogramme (Art. 11 EG‐WRRL).Die Europäische Hochwasserschutzrichtlinie trägt dazu bei, die Flächen in Gewässernähe (im Wesentlichen die „Überschwemmungsgebiete“) für den Wasserrückhalt zu sichern und damit von einer für den Abfluss unverträglichen Nutzung fernzuhalten. Diese Areale könnten von Fall zu Fall zukünftig auch für die naturnahe Gestaltung der Fließgewässer, d. h. für eine Verbesserung der Gewässerstruktur, zur Verfügung stehen.

Heinz Patt

3. Morphologie der Fließgewässer

Geologische und klimatische Einflussfaktoren im jeweils durchflossenen Naturraum bestimmen die Entwicklung der Fließgewässer. Langfristige Prozesse bilden den Rahmen, in den sich kurzfristige Abläufe einfügen. In einem natürlichen Fließgewässer sind Linienführung und Längsprofil vorwiegend durch das Relief geprägt, während Erosion, Transport und Sedimentation das Gewässerbett formen. Langfristige und kurzfristige Prozesse überlagern sich ständig und finden ihren Ausdruck in der Gewässer‑ und Auenmorphologie.

Heinz Patt

2. Rechtlicher Rahmen

Die anthropogenen Nutzungsansprüche an Fließgewässern und Auen und der Flächenbedarf des wirtschaftenden Menschen einerseits sowie der nachhaltige Schutz der empfindlichen Lebensräume und der zum Hochwasserschutz erforderliche Wasserrückhalt andererseits erfordern ein Abwägen oft gegensätzlicher Interessen. Grundlage der dabei zu treffenden Entscheidungen ist ein umfangreiches rechtliches Regelwerk, das hier in seinen Grundzügen vorgestellt werden soll. Hierbei sollen insbesondere diejenigen Rechtsnormen benannt werden, die bei Ausbau und Unterhaltung von Fließgewässern häufig von Bedeutung sind. Die dabei getroffene Auswahl ist mit Sicherheit nicht vollständig und kann in keiner Weise eine rechtliche Beratung ersetzen.

Heinz Patt

Kapitel 6. Ökotoxikologie und Ingenieurwissenschaften

Der Zusammenhang von Human- und Ökotoxikologie wird anhand der weitgehend identischen Bewertungskriterien dargestellt. Es wird auf die Gleichheit der Wirkungen infolge von biotischen und abiotischen Prozessen eingegangen. Populationsdynamische Veränderungen durch abiotische Einflüsse, wie Kälte, Trockenheit und Raumreduktion, werden im Hinblick ihres Einflusses auf die Stabilität von Ökosystemen abgehandelt. Dabei wird auch der Einfluss von Neophyten und Neozoen beschrieben. Die Wirkung von anthropogenen Stressoren wie Lärm, elektromagnetische Strahlung und stofflichen Impacts wird an ausgewählten Beispielen erläutert. Die Erfassung von Effekten infolge von schädlichen Einwirkungen auf Ökosysteme wird am Beispiel der Bioakkumulation von Schadstoffen, der Photolyse, mit Hilfe von Biomonitoring und Bioindikation an ausgewählten Praxisbeispielen vorgestellt.

Regine Grafe

Chapter 3. WP-A: Urban Water Resources Management

The Anhui Chao Lake Environmental Rehabilitation Project (ACLERP) calls for the laying of 100 km of sewer and reaching 30,000 m $$^{3}$$ /d in capacity at the wastewater treatment plant. The “Masterplan Ökologische Seestadt Chaohu” ( https://www.wasser-hannover.de/de/projekte/oekologische-seestadt-chaohu) names the remaining deficits of ACLERP and gives concrete recommendations for further plans. In the model region of Chao Lake (Chaohu), the fragile interplay of natural and settlement space is currently pronounced and endangered. The region around the lake with the major cities of Hefei and Chaohu City is one of the fastest growing urban areas in the world. The city of Chaohu draws its drinking water from Chao Lake and its further development is strongly linked to its water quality. The increasing anthropogenic pollution components of the lake have led to a significant deterioration of water and water quality in recent years.

Peter Krebs, Firas Al Janabi, Björn Helm, Honghao Li, Benjamin Wagner, Christian Koch, Renyuan Wang, Lothar Fuchs

Grid integration of electric mobility from the perspective of energy law

The provision of § 14a of the German Energy Industry Law (“EnWG”) was incorporated into the law within the scope of the amendment of the EnWG of August 2011 and regulates the control of interruptible consumption devices in low-voltage networks in connection with a legal ordinance still to be issued by the Federal Government. With this regulation, the legislator passed a law for the first time that implements the concept of smart grids.

Katharina V. Boesche

Load management of charging stations for EV fleets – proof of concept and development potentials

Due to the climate change and the significant CO2-emission of conventional individual mobility, electric mobility is politically intended and financially supported via various funding programs considering different focusses [1] [2]. Due to the facts, that Diesel Cars are expected to be banned partially or temporarily in cities of Germany and that electric mobility is getting more and more economic compared to conventional mobility, even smaller and mid-size enterprises are interested in fleets of electric vehicles (EV). They are focussing on the integration of electric vehicles in daily work routines and are expecting the known and established application of e.g. allocation of vehicleindividual costs.

Hans Henning Thies, Piet Gömpel, Fabian Sösemann, Michael Janssen, Kay Suttkus

1. Auswertung der Fallbeispiele

In den Jahren 2014 bis 2017 konnten sich Unternehmen in Baden-Württemberg mit ihren Praxisbeispielen um eine Aufnahme in die Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ bewerben. Die Auswahl der Fallbeispiele aus den eingegangenen Bewerbungen erfolgte durch eine Fachjury. Dabei waren die Höhe der Einsparungen, der Innovationsgehalt der Maßnahme sowie deren Transferpotenzial entscheidende Auswahlkriterien. Insgesamt wurden 106 Praxisbeispiele von der Jury ausgewählt. In Band 1 und 2 sind davon 103 Fallbeispiele abgedruckt. In drei Fällen konnte keine Fallbeispielbeschreibung erstellt werden.

Mario Schmidt, Christian Haubach, Marlene Preiß, Hannes Spieth, Joa Bauer

Kapitel 5. Green Care – Wo Menschen aufblühen. Soziale Innovation für die Land- und Forstwirtschaft

Der Verein Green Care Österreich unterstützt im Rahmen des Vorhabens Green Care – Wo Menschen aufblühen österreichweit Bäuerinnen und Bauern bei der Umsetzung von sozialen Projekten auf aktiven land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Kooperation mit Sozialträgern und Institutionen. Unter dem Sammelbegriff „Green Care“ werden ganz allgemein Aktivitäten und Interaktionen zwischen Mensch, Tier und Natur zusammengefasst, die je nach Kontext gesundheitsfördernde, pädagogische oder soziale Ziele verfolgen. Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Etablierung von Green Care als einer neuen Form der Diversifizierung für bäuerliche Familienbetriebe, die Entwicklung innovativer, sozialer Dienstleistungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen auf Bauernhöfen sowie die Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Dabei spielen Netzwerke – von der strategischen Ebene bis zur Praxis am Bauernhof – eine zentrale Rolle.

Nicole Prop, Clemens Scharre

Kapitel 15. Normierungsmodell

Im Gegensatz zum Funktionalisierungsmodell geht das Normierungsmodell vom Primat der Moral bzw. des Normativen aus. Das Wirtschaften des Menschen wird zwar ohne Einschränkung als ein wesentlicher Bestandteil gesehen, der zum menschlichen Sein sowie zum Gelingen menschlicher Lebensbewältigung gehört. Der Vorrang wird allerdings einem normativen Überbau eingeräumt, der im Zentrum der menschlichen Seins-, Sinn- und Wertfrage steht.

Stefan Knischek

2. Struktur der einzelnen Energie-Teilmärkte

Die deutsche Energiewirtschaft ist privatwirtschaftlich organisiert. Kennzeichen ist die pluralistische Struktur. Keine Branche gleicht der anderen. Vielmehr weisen die einzelnen Zweige der Energiewirtschaft verschiedenartige technische und wirtschaftliche Besonderheiten auf. Die Unternehmensstrukturen auf den Märkten für Mineralöl, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas und Elektrizität werden dargestellt. Das Aufkommen und die Verwendung der auf diesen Märkten angebotenen Erzeugnisse werden in einer Vielzahl von Abbildungen und Tabellen veranschaulicht. Dies erfolgt unter Differenzierung nach den jeweils relevanten Wertschöpfungsstufen. Ferner wird die Entwicklung der Rahmenbedingungen aufgezeigt, die zu den gegenwärtig bestehenden sehr unterschiedlichen Strukturen geführt haben.

Hans-Wilhelm Schiffer

Kapitel 3. Studiengänge an privaten Hochschulen

Etwa 2000 Studiengänge werden derzeit von privaten Hochschulen angeboten. Studiengänge im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind am meisten nachgefragt. Das restliche Angebot differenziert sich in Fächer wie Gesundheits- und Sozialwissenschaften, Psychologie, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik bis hin zu Kunst, Sport, Design und Mode aus. Die Hochschulzulassung wird bei privaten Hochschulen durch eigene Aufnahmetests geregelt. An privaten Hochschulen gibt es keinen Numerus Clausus. Dieses Kapitel erläutert Hintergründe für das Anwachsen des Studienangebots der privaten Hochschulen. Es wird erklärt, wie die staatliche Qualitätssicherung bei privaten Hochschulen funktioniert. Ein Test hilft Ihnen, die eigenen Studienneigungen realistisch einzuschätzen. Die einzelnen Fächergruppen und die regionale Verteilung des Studienangebots werden beschrieben. Erfahrungsberichte von Absolventen und Tipps zur Studienauswahl runden das Kapitel ab.

Annette Doll, Alexander P. Hansen

Einleitung: Über Wissen vom Wasserwissen

Wasser bzw. Trinkwasser ist vielleicht nicht auf den ersten Blick, aber zweifellos auf den zweiten ein sozial und (deswegen) soziologisch bzw. sozialwissenschaftlich interessantes und wichtiges Thema. Es ist jedenfalls heutzutage ein für sich genommen höchst relevanter, aber auch vielseitig sozial bedingter und geprägter Gegenstandsbereich, eine komplexe ‚Materialität‘ und sozusagen eine „Materialität der Kommunikation“ (Gumbrecht/Pfeiffer 1988), die nicht nur jedes Leben und jeden Menschen existentiell betrifft, sondern auch nicht weniger als die ganze Welt und Weltgesellschaft angeht.

Herbert Willems

Wissen über Wasser

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen ansatzweisen Überblick über das in der deutschen Gesellschaft vorhandene Wissen über Trinkwasser zu verschaffen. Dabei wird grundlegend zwischen objektivem Wissen (z. B. von Behörden), wissenschaftlichem Wissen verschiedener Disziplinen und Alltagswissen (Laienwissen) unterschieden. Wissenschaftliches Wissen wird einerseits im Rahmen einer Onlinerecherche gesucht und untersucht. Andererseits wird mittels einer disziplinübergreifenden Literaturrecherche der aktuelle wissenschaftliche Diskurs zum Thema Trinkwasser selektiv reflektiert. Um das Alltagswissen der deutschen Bevölkerung zum Thema Trinkwasser zu erfassen, wird eine Onlinebefragung durchgeführt. Es wird deutlich, dass objektives Wissen über Trinkwasser über die Portale der Wasserbetriebe oder Kommunen für jedermann überwiegend gut zugänglich ist. Gleichwohl zeigt die Untersuchung auch gravierende Defizite im Wasserwissen der Bevölkerung, das sich seit einer 2004 durchgeführten Umfrage des Forums Trinkwasser e.V. kaum verbessert hat. Darüber hinaus wird gezeigt, durch welche Übereinstimmungen, Unklarheiten, Widersprüche und Kontroversen sich der wissenschaftliche Diskurs zum Thema Trinkwasser auszeichnet.

Elisabeth Heinz, Melina Schmidt

Mediendiskurse über Trinkwasser

Wasser gehört zu den Grundbedürfnissen des menschlichen Lebens. Das Wasser aus der Leitung wird dabei als Getränk bei den Verbrauchern immer bedeutender. Da die Medien heute eine der ersten Anlaufstellen für Informationen über Trinkwasser sind, spielen diese eine immer entscheidendere Rolle. Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Berichterstattung über Trinkwasser in den Medien sowie die mediale Berichterstattung im Laufe der Zeit. Der Fokus liegt dabei auf Berichten über die Qualität des Trinkwassers und Vergleichen zwischen Trinkwasser und Mineralwasser. Zunächst wird untersucht, inwieweit es Unterschiede in der medialen Berichterstattung über Trinkwasser durch das Fernsehen und die Printmedien gibt, um anschließend zu untersuchen, inwieweit sich die Berichterstattung über Trinkwasser seit den 1970er Jahren bis heute entwickelt hat. Die Berichte werden hinsichtlich folgender Fragen untersucht: Was wird über Trinkwasser berichtet, wer tritt als Experte auf und lässt sich dieser einer bestimmten Organisation zuordnen? Wie wird argumentiert, wie wird die Argumentation belegt und wie wird das Trinkwasser bewertet? Während sich die Beiträge der untersuchten Fernsehsender vor allem hinsichtlich der Anzahl der Beiträge und der Experten sowie der Wahl der Experten unterscheiden, zeigen Beiträge in Printmedien vor allem Unterschiede hinsichtlich des jeweiligen Genres.

Stefanie Alexandra Esch

Wasser – zwischen Alltagsgetränk und Lifestyle-Produkt

Während Mineralwasser generell positiv bewertet und mit Qualität, Sauberkeit und Gesundheit verbunden wird, leidet das Wasser aus der Leitung unter seinem Imageproblem. Die Präsenz der Mineralwässer – vor allem bedingt durch die Werbung – macht das Alltagsgetränk immer mehr zu einem Lifestyle-Produkt. Für Trinkwasser hingegen wird kaum geworben. Die vorliegende Arbeit widmet sich daher der Image- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Werbung für Trinkwasser und untersucht, vor welchen Problemen und Herausforderungen sowie Aufgaben und Chancen die Image- und Öffentlichkeitsarbeit für Trinkwasser steht.Neben einigen theoretischen Überlegungen wird auch ein Blick auf die Trinkwasser- und Mineralwasserbranche in Deutschland geworfen. Als Probleme und Herausforderungen für die Öffentlichkeitsarbeit für Trinkwasser können vor allem die negative Berichterstattung in den Medien, das Imageproblem des Trinkwassers sowie die negative Haltung der Konsumenten gegenüber Leitungswasser als Getränk gesehen werden. Letztlich liegt es an den Verbrauchern, für welches Wasser sie sich im Alltag entscheiden. Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit für Trinkwasser kann jedoch ein Ansatz sein, um das Bewusstsein für den Wert von Trinkwasser zu stärken.

Stefanie Alexandra Esch

6. Digitale Transformation im Marketing: Voraussetzungen schaffen mit den „4 Rs“

Traditionelle Unternehmen sehen sich der Gefahr von neuen, digitalen Geschäftsmodellen ausgesetzt, die ihre etablierten Produkte und Dienstleistungen durch schnellere, einfachere, kundenindividuellere oder kostengünstigere Alternativen obsolet machen. Mithilfe von digitalen Technologien und neu ausgerichteten Marketingstrategien müssen Unternehmen ihre wichtigste Zielgruppe verstehen lernen: den individuellen Konsumenten. Dieser Beitrag zeigt auf, dass die bekannten „4 Ps“ des Marketings um die „4 Rs“ erweitert werden müssen: die richtige Information, zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität, im richtigen Kanal.

Heiko Süthoff

Kapitel 1. Produktionsfaktor Mensch

Der Produktionsfaktor „Mensch“ ist ein Kernelement betrieblicher Gütererzeugung. Aus Sicht der Arbeitswissenschaften wirken eine Vielzahl von Faktoren auf die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft eines Mitarbeiters. Neben Arbeitsaufgabe, Arbeitsmethode, Arbeitsplatz, Arbeitsumgebung und Arbeitszeit spielt das Arbeitsentgelt im Hinblick auf die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter eine bedeutende Rolle. Die Aufgaben dieses Kapitels konzentrieren sich auf die notwendigen Schritte für die Ermittlung und den Vergleich von Arbeitsentgelten.

Maximilian Lukesch, Florian Kellner

R3. Kreiselpumpen

Pumpen heben Flüssigkeiten bzw. erhöhen deren Druck oder Geschwindigkeit. Bei Kreiselpumpen erfolgt dies, indem mechanische Arbeit durch die Fliehkraft und Umlenkung des Mediums in Schaufelrädern übertragen wird. Fördermedien sind neben Wasser auch aggressive Medien und zähe Fluide bis hin zum Flüssigbeton.Meist werden die Pumpen nach der Bauart ihrer Laufräder bezeichnet (Bild 1): Radiale, halbaxiale, axiale Pumpen mit aufsteigenden spezifischen Drehzahlen $$n_q$$ n q (Gl. (1)). Dabei erfolgt die Bezeichnung nach der Hauptrichtung der Strömung in den Schaufelkanälen in Bezug zur Welle.

Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen

L1. Grundsätze der Energieversorgung

Um eine nachhaltige Energiewirtschaft zu schaffen, sollten Energiepolitik und Wirtschaft darauf ausgerichtet sein, Verbrennungsprozesse einzuschränken, Solar‐ und Windenergie verstärkt einzusetzen und die erforderliche Energie so rationell wie möglich zu nutzen. Tab. 1 zeigt den Primärenergieverbrauch in Deutschland aus dem Jahr 2015. In den Industrieländern ist der Energieverbrauch seit 1980 zwar rückläufig, jedoch in den restlichen Ländern steigt er weiter an. Der Einsatz der verschiedenen Primärenergien zeigt Bild 1.Die EU verpflichtete sich freiwillig, ihre CO2‐Emissionen bis zum Jahr 2000 auf dem Niveau von 1990 zu stabilisieren. Dieses Ziel hat sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt erreicht.Im Rahmen des Kyoto‐Protokolls von 1997 einigten sich die 15 Länder, aus denen die EU damals bestand, darauf, bis 2012 ihre gesamten Treibhausgasemissionen um 8 % unter das Niveau von 1990 zu reduzieren. Dieses Gesamtziel wurde für jeden Mitgliedstaat – je nach dessen Fähigkeit, die Emissionen einzudämmen – in ein konkretes, rechtsverbindliches Ziel umgesetzt (s. Tab. 2).Bis Ende 2005 unterschritten die Emissionen der EU‐15 das Niveau von 1990 um 1,5 %, während die Gesamtemissionen aller heutigen 27 Mitgliedstaaten 7,9 % niedriger lagen. Laut Angaben der Bundesregierung wurden die Vorgaben des Kyoto‐Protokolls der 15 EU‐Mitgliedsstaaten bis 2012 mit einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 12,2 % deutlich übertroffen. Deutschland schaffte statt der vereinbarten 21 % eine Reduzierung um 23,6 % (gegenüber dem Jahr 1990).

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Hendrik Hasenclever, Kathrin Hoffmann

L2. Primärenergien

Die in den Brennstoffen als chemische Energie gespeicherte Sonnenenergie wird durch Oxidation der brennbaren Bestandteile Kohlenstoff, Wasserstoff und andere Elemente wieder in Wärme umgesetzt. Als Oxidationsmittel dient meist Luft, mitunter auch mit Sauerstoff angereichert, seltener reiner Sauerstoff. Verbrennungsvorgang s. D10.1. Einen Vergleich auf der Basis Steinkohleneinheiten (SKE), Joule und kcal zeigt Anh. L2 Tab. 1.

Prof. Dr.-Ing. Hermann-Josef Wagner, Dr.-Ing. Christian Bratfisch, Hendrik Hasenclever, Kathrin Hoffmann

1. Wie viel Gas braucht Europa?

Um diese Frage zu beantworten, ist die Kenntnis der Struktur des Energieverbrauchs eine der wichtigsten Voraussetzungen. Dazu ist in erster Linie die Europäische Union von Interesse, weil sie den Hauptanteil des Gasverbrauchs ausmacht. Nach Meinung der Experten des Moskauer Europainstituts der Russischen Akademie der Wissenschaften wird die Energiepolitik der EU-Länder immer mehr durch die Ökonomie des Verbrauchs von Gas bestimmt, der nach ihrer Meinung ständig ansteigt (Chaitun 2013, S. 12). Obwohl die Bedürfnisse der europäischen Industrie eigentlich relativ stabil sind, gibt es dazu unterschiedliche Daten. Unter den Wissenschaftlern in Russland ist zum Beispiel die Meinung verbreitet, dass der Energieverbrauch in Europa jedes Jahr um 1,2 % wächst. Diese These bestätigt die Internationale Energieagentur (IEA). Nach ihren Angaben ist der Verbrauch von 1990 bis 2008 in Europa (EU 27) bis auf 7 % gewachsen. Zwar betrifft das die Jahre vor der Weltwirtschaftskrise 2009, doch nach Angaben von World Energy Outlook 2016, wird sich in Zukunft in großen Teilen Europas die Energienachfrage mit stagnierendem Verbrauch noch dramatischer ändern.

Oleg Nikiforov, Gunter-E. Hackemesser

13. Umrechnungstabellen und Vorlagen

Dieses Kapitel umfasst eine Zusammenstellung verschiedener Umrechnungstabellen sowie Vorlagen. Darüber hinaus finden sich Auflistungen möglicherweise relevanter Gesetze, Normen und Verordnungen.Wer sich weitergehend informieren möchte, bekommt Hinweise auf eine kleine Auswahl der zahlreichen Fachzeitschriften und hilfreiche Links zum Thema.

Jörg Philipp Eric Petermann

Kapitel 1. Einleitung

Geotechnische Messungen gelten heute als fester Bestandteil eines jeden größeren Bauprojektes. Dieser Umstand ist darin begründet, dass der Baugrund, sei es ein Lockergestein oder sei es geklüfteter Fels, einen meist so komplizierten Aufbau besitzt, dass eine Vorausberechnung seines mechanischen Verhaltens nur in bestimmten Grenzen möglich ist. Deshalb werden durch geotechnische Messungen die berechneten Verformungen und Spannungen einerseits nachgemessen bzw. überprüft, sozusagen als Nachweis, dass die getroffenen Vereinfachungen bei der Stoffbeschreibung zutreffend waren, und andererseits dienen die Messungen der frühzeitigen Erkennung unerwarteter und nicht vorhersehbarer Wechselwirkungen zwischen Bauwerk und Baugrund. Meist gehen der Planung eines Bauwerkes umfangreiche geotechnische Versuche voraus, um die Stoffparameter möglichst quantitativ zu erheben. Dabei werden für Böden und Fels verschiedenste Methoden angewandt.

Edwin Fecker

Kapitel 4. Grüne Umstellung, Energiewandel und Energiewende – Akteure in den Energiesystemtransformationsprozessen in Dänemark, Frankreich und Deutschland

Immer mehr Länder verschreiben sich einer Energiesystemtransformation. Dabei stehen häufig Energietechnologien oder die Verwendung bestimmter Förderinstrumente im Analysefokus. Zunehmend wird jedoch ein Augenmerk auf die Rolle der Akteure im Zuge einer Energiesystemtransformation gerichtet. Mit diesem Beitrag wird eine Bestandsaufnahme der Akteurslandschaft in ländervergleichender Perspektive vorgenommen. Entsprechend lauten die zentralen Fragestellungen dieses Beitrags: Welche Akteure sind für den Prozess der Energiesystemtransformation relevant, welche Rolle spielen sie und inwiefern unterscheiden sich die Akteurslandschaften in verschiedenen Ländern? Diese Fragen werden mit Blick auf die Transformationsprozesse in Deutschland, Dänemark und Frankreich untersucht. Im Gegensatz zu den gängigen Transformationstheorien, die häufig auf Technologien fokussieren, legt dieser Beitrag anhand des Ansatzes der strategischen Handlungsfelder einen Schwerpunkt auf die Rolle der Akteure in Transformationsprozessen. In vergleichender Perspektive werden die energiepolitischen Entwicklungen in Dänemark, Frankreich und Deutschland sowie verschiedene Akteursgruppen analysiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Vielzahl an Akteuren an den Diskursen beteiligt ist, die Divergenz zwischen den Positionen sowie die Anzahl der Verfechter des alten Systems jedoch von Frankreich, über Deutschland bis hin zu Dänemark abnehmen.

Meike Löhr

60 Jahre internationale Förderung der Berufsbildung im Überblick: Veränderungsprozesse in der Wertschöpfungskette für Berufsbildung in der staatlichen deutschen Berufsbildungszusammenarbeit im Ausland

Ziel und Zweck des vorliegenden Beitrags ist es, Veränderungsprozesse in den Konfigurationen der Wertschöpfungskette in der staatlichen deutschen Berufsbildungszusammenarbeit (BBZ) zu untersuchen, die in den letzten 60 Jahren geplant, implementiert und evaluiert wurden. Die Untersuchungsmethode orientierte sich am Beispiel der qualitativen Inhaltsanalyse (Mayring 2003) mit einem deduktiv ermittelten Bezugsrahmen von sechs systemischen Bausteinen in BBZ-Reformen. Die induktive Identifizierung und Konzeptualisierung von bis zu vier Handlungsoptionen per systemischem Baustein führte zur Beschreibung einer Typologie von sechs unterschiedlichen Ansätzen für die BBZ-Wertschöpfungskette, die sich im Rahmen von Zehnjahresschritten aufgrund der Anwendung programmatischer Sektorpapiere und von Querschnittsevaluierungen bzw. Erfahrungslernen in der Durchführungspraxis herauskristallisiert haben. Seit 1956 durchliefen die jeweiligen Wertschöpfungsketten in der staatlichen deutschen BBZ insgesamt mehrere konzeptionelle Kurswechsel. Diese begannen in den ersten 30 Jahren mit einem Facharbeiterschul-, Trägerdiversifizierungsund Dualausbildungsansatz im Modellansatz bis hin zum System-, Matching- und Integrationsansatz im vernetzten Mehrebenenansatz auf Makro-, Meso und Mikroebene. Der besondere Mehrwert des Beitrages besteht in den Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die zukünftige Durchführungspraxis der staatlichen deutschen BBZ.

Werner Heitmann

Zum Stellenwert von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten im Finanzsektor

Die Beachtung der ökologischen Nachhaltigkeit im Wirtschaftsprozess ist kein neuer Gedanke und hat auch den Finanzsektor schon vor Jahrzehnten erreicht. Geändert hat sich der Betrachtungswinkel: Hatten beispielsweise die ersten Öko-Fonds noch die Beteiligung an Unternehmen zum Ziel, die TROTZ ihrer Orientierung an ökologischen Leitlinien wirtschaftlich erfolgreich waren, suchen vor allem private Anleger heute Investitionschancen, die ökologisch UND ökonomisch interessant sind. Der nächste Schritt wird der Fokus des Finanzsektors auf Unternehmen sein, die wirtschaftlich erfolgreich sind, WEIL sie Nachhaltigkeitsaspekte im Auge haben.

Luise Hölscher

Kapitel 5. Normen, Standards, Practices

Die folgenden Unterkapitel geben einen kurzen Abriss einiger Normen, Standards und Practices, die in Bezug zum Sicherheits-, Kontinuitäts- und Risikomanagement stehen. Hierzu gehören die Standards und das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI, die ISO/IEC-27000-Familie zur Informationssicherheit, die ISO/IEC 20000 sowie ITIL® und COBIT®. Der Abriss ermöglicht zum einen den überblicksartigen Vergleich des Vorgehensmodells und der Inhalte der Sicherheitspyramide mit Normen, Standards und Practices sowie zum anderen verschiedentlich die Herstellung von Bezügen von der Sicherheitspyramide auf Normen, Standards und Practices und das Aufzeigen von Entwicklungen.

Klaus-Rainer Müller

Kapitel 1. Ausgangssituation und Zielsetzung

Bedrohungen nehmen durch technologischen Fortschritt, zunehmende Vernetzung, Globalisierung und breiteres Allgemeinwissen kontinuierlich zu. Bedrohungen reichen von kriminellen Handlungen, wie z. B. Betrug, Spionage, Einbruch, Diebstahl, Geiselnahme, Terrorattacken und der Verbreitung von Schadsoftware, über Naturgewalten, wie Hochwasser, Stürme, Feuer und Erdbeben, bis hin zu technischen Ausfällen und Fehlern sowie menschlichem Versagen.

Klaus-Rainer Müller

Kapitel 2. Motivation

In diesem Kapitel wird erörtert, welche Folgen die Energiewende unter anderem für das bestehende elektrische Energieversorgungssystem hat. Dabei wird zunächst der aktuelle Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zeitlich analysiert. Nach einer Betrachtung der Entwicklung der Strompreise und insb. ihrer Komponenten wird der Anteil der Haushalte am Gesamtstromverbrauch und die Anteile der einzelnen Geräteklassen daran betrachtet. Zu guter letzt wird die Netzstabilität und der Einsatz von Systemdienstleistungen untersucht und hierbei der Zusammenhang zwischen Stromaußenhandel und dem Anteil erneuerbarer Energien diskutiert.

Karl Stephan Stille

Kapitel 3. Methoden der dezentralen Lastoptimierung

In diesem Buch wird gezeigt, wie Haushaltsgroßgeräte genutzt werden können, um die elektrische Last im Netz der Erzeugung anzupassen. In diesem Kapitel soll zur Orientierung ein Überblick über die verschiedenen Arten der Lastbeeinflussung und die bisher verfolgten und publizierten Konzepte geliefert werden. Dabei liegt der Fokus auf dem indirekten Lastmanagement in und mit Privathaushalten. Direkte Laststeuerung, bei der Geräte nur auf externe Steuersignale reagieren, wird dazu explizit nicht betrachtet.

Karl Stephan Stille

Kapitel 3. Erste Phase: Relative Systemstabilität

Die Organisation des III. SED-Parteitages vom 20. bis 24. Juli 1950 – des ersten nach der Gründung der Republik – erfolgte in enger Absprache mit der KPdSU-Führung. Die Besetzung der SED-Führungsgremien geschah ausschließlich mit dem Einverständnis oder auf Weisung des Kremls. Dementsprechend ließ Moskau von seinem Führungsanspruch beim Organisieren der „Volkswahlen“ im Oktober 1950 nicht ab. Das ehemalige Mitglied der „Gruppe Ulbricht“ Wolfgang Leonhard erklärte den Umstand mit den Erfahrungen der Sowjets bei den Kommunal- und Landtagswahlen im Jahre 1946: „Es drohte [der SED] die Opposition in einer parlamentarischen Demokratie – für die stalinistischen Apparatschiks ein Albtraum.“

Benjamin Page

Kapitel 8 Internationales Investitionsschutzrecht zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen durch transnationale Unternehmen

Der zweite zu diskutierende Ansatz zum Schutz vor Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Aktivitäten von Unternehmen betrifft das internationale Investitionsschutzrecht. Internationaler Menschenrechtsschutz und internationaler Investitionsschutzrecht haben sich seit Jahrzehnten weitgehend unabhängig voneinander entwickelt, auch wenn sie ursprünglich eine wesentliche Gemeinsamkeit teilten: die Beschränkung staatlicher Souveränität. Ausländische Direktinvestitionen betreffen zahlreiche Bereiche in den Gaststaaten wie das Baugewerbe, die Ab-/Wasserwirtschaft, die Sonderabfallwirtschaft (umweltgefährdender Abfälle), die Textilproduktion, die Gas- und Ölproduktion sowie verschiedene Formen von Bergbau.

Sofia Massoud

Assessment of the Demand for Critical Raw Materials for the Implementation of Fuel Cells for Stationary and Mobile Applications

Because of their low emissions and possible contribution to sustainable development, both mobile and stationary fuel cells show promising tendencies to play an important role in the future. However, the polymer exchange membrane fuel cell (PEMFC) contains significant amounts of platinum, a material considered critical within the European Union. Using material flow analysis, this paper seeks to examine how the implementation of mobile and stationary fuel cells will affect demand for critical raw materials and to what degree recycling presents a viable option for reducing the pressure on primary production. Based on a number of developed scenarios, it is demonstrated that the platinum requirements arising from a more widespread adoption of neither fuel cell vehicles nor household heating systems is likely to cause a depletion of platinum deposits in the near future. However, both technologies may increase the pressure on the already constricted platinum market.

Rikka Wittstock, Alexandra Pehlken, Fernando Peñaherrera, Michael Wark

Kapitel 8: Rechtsfolgen bei Verstössen gegen die Vorgaben des Titels II der EMIR-Verordnung

Die extremen Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und deren teilweise Ursächlichkeit im bis dahin intransparenten und risikobehafteten OTC-Derivatemarkt haben ein umfangreiches Handlungsbedürfnis offenbart. Die mit der EMIR-Verordnung verfolgten Ziele der Transparenzstärkung und Risikominimierung können jedoch nur effektiv Wirkung entfalten, wenn deren Pflichten durchgesetzt und deren Verletzung angemessene Rechtsfolgen nach sich zieht. Rechtsfolgen können sich dabei sowohl aus der Verordnung selbst, wie auch aus dem nationalen Recht des Mitgliedstaats ergeben. Soweit die EMIR eigenständige zivilrechtsrelevante Rechtsfolgen normiert, könnten abweichende nationale Regelungen hierdurch jedoch möglicherweise überlagert werden, sodass auch untersucht werden muss, inwieweit nationale Rechtsfolgeregelungen in Bezug auf den außerbörslichen Derivatehandel mit den Vorgaben der EMIR übereinstimmen.

Ulf Lennart Martens

3. Produktionsfaktoren und das Planspiel Inselmanager

In diesem Kapitel versuchen Sie Ihre Ziele mit dem ökonomischen Prinzip zu erreichen und in einem kurzen Theaterstück helfen Sie Robinson, der seine Ersparnisse verprasst hat, die Produktionsfaktoren einer Insel zu nutzen, um das Überleben zu sichern. In einem Planspiel schlüpfen Sie in die Rollen von Regierung, Minenbetreibern und Insulanern, um den Rohstoffreichtum einer kleinen Pazifikinsel abzubauen. Sie ermitteln die Minimalkostenkombination für den Einsatz von Arbeit und Kapital und machen am Expansionspfad den Bereich positiver und negativer Skaleneffekte aus. In der Rolle der Minenbetreiber legen Sie die Fördermengen fest und als Regierung bauen Sie einen Flughafen, Hotels und Restaurants, betreiben eine Airline und legen Gelder an. Als Insulaner leben Sie im Schlaraffenland und überlegen, was Sie angesichts des Überflusses mit Ihrem Leben anfangen wollen.

Jürgen Pfannmöller

Technische Regeln und Recht

Die Verkehrsfähigkeit eines Produkts mit den öffentlich-rechtlichen Anforderungen zu den Aspekten der Sicherheit und Gesundheit, dem Umweltschutz, der Messgenauigkeit und sonstigen Allgemeininteressen ist unabhängig von den dem Privatsektor vorbehaltenen Aspekten, wie etwa der Qualität, Gebrauchstauglichkeit, Funktionsfähigkeit, Beständigkeit und Handhabbarkeit. Technische Regeln, etwa zum technischen Design, erfassen aber nicht nur, und noch nicht einmal vornehmlich, Aspekte mit Gemeinwohlbelang, sondern eben auch vom öffentlichen Produktverkehrsrecht offengelassene und dem Privatsektor überantwortete Aspekte. Das dem Verständnis der Funktionsweise zwischen technischer überbetrieblicher Spezifikation und Recht gewidmete Kapitel „Technische Regeln und Recht“ behandelt denn auch recht unterschiedliche Fragestellungen, nämlich öffentlich-, zivil- und strafrechtliche. Erörtert werden namentlich die gesetzgeberischen Normverweisungen im öffentlichen Produktverkehrsrecht, der „Stand der Technik“ als übergreifendes Anforderungsprofil öffentlich- und zivilrechtlicher Design-Anforderungen sowie die Vermutungswirkung technischer Regeln bei der Konkretisierung technischer Anforderungsprofile.

Matthias Bauer

Kapitel 3. Landwirtschaft

Die globale landwirtschaftliche Produktion und die Nahrungsmittelmärkte werden sowohl von nationalstaatlichen Regelungen als auch von internationalen Vereinbarungen wesentlich beeinflusst. Die Liberalisierung der Landwirtschaft – sofern überhaupt vorhanden – wirkt sich in der Regel zugunsten der kapitalkräftigen Anbieter im Norden und zuungunsten der lokalen landwirtshaftlichen Produktion aus.

Christian J. Jäggi

14. Der Kalkulationszins in Abhängigkeit vom Kontext

Für sämtliche Investitionsrechnungen ist die Wahl des Kalkulationszinssatzes von entscheidender Bedeutung. In diesem Kapitel werden Kalkulationszinssätze in Abhängigkeit vom Kontext vorgestellt:ImmobilienbewertungFremd- oder EigenfinanzierungDynamische KostenvergleichsrechnungEffektivzins nach Preisangabenverordnung (PAngV)

Dirk Noosten

Was wäre, wenn ein Extremereignis die Oberrheinregion treffen würde?

Trotz Deichbau und technischem Hochwasserrückhalt sind auch am frei fließenden Oberrhein Extremhochwasserereignisse nicht auszuschließen. Für den Bau der Deiche hat sich das Deichhöhenabkommen von 1991 zwischen den betroffenen Ländern bewährt, mit dem die Gleichwertigkeit der Überflutungssicherheit gewährleistet wird. Als weitergehende Hochwasservorsorge sind insbesondere die Verhaltensvorsorge im konkreten Hochwasserfall sowie aber auch die Hochwasserversicherung als effiziente Maßnahmen anzusprechen. Probleme bereiten bei einem Extremhochwasser eher die schwierig kalkulierbaren Auswirkungen für Gewerbe und Industrie.

Stefan Hill, Andreas Meuser

Statistische Bewertung der Hochwasserkoinzidenz zur Planung des technischen Rückhalts

Bei großen Hochwasserereignissen kommt es zur Überlagerung von Scheiteln aus verschiedenen Teileinzugsgebieten. Die Wirkung von Rückhaltesystemen kann mit Szenarien bewertet werden, die diese räumlichen Verhältnisse berücksichtigen. Dies erfordert die Einschätzung der Plausibilität der betrachteten Ereignisse, wofür die übliche Scheitelstatistik jedoch nicht ausreicht. Somit ergibt sich durch die gemeinsame Betrachtung räumlich verteilter, aber zeitgleicher Merkmale der Bedarf an einer multivariaten statistischen Bewertung. Die hier vorgestellten Ansätze auf Grundlage von Copulas bieten dazu eine Möglichkeit.

Markus Schulte, Andreas Schumann

Zwischenstand und weitere Aufgaben bei der Umsetzung der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie

Im Beitrag wird ein kurzer Rückblick auf den bisherigen Umsetzungsprozess der Hochwasserrisikomanagement- Richtlinie insbesondere in Sachsen gegeben. Dabei werden auch anrechnungsfähige Aktivitäten aus der Zeit vor der Richtlinie mit erläutert. Anschließend werden einige Herausforderungen zur Umsetzung derselben für die nächsten Jahre aufgezeigt.

Uwe Müller

Starkniederschläge: Umsetzungsaspekte in der praktischen Planung

Starkniederschläge haben in den letzten Jahren immer wieder schwere Überschwemmungen mit enormen Sachschäden verursacht. Der DWA-BWK-Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge nimmt diese Thematik auf und zeigt eine für jede Kommune praktizierbare Vorgehensweise zur Verhinderung/Minimierung von Schäden auf. Bewältigt werden kann diese Aufgabe nur dann, wenn sie als „kommunale Gemeinschaftsaufgabe“ verstanden wird. D. h. alle maßgebenden Akteure im öffentlichen Raum müssen hier gemeinsam arbeiten, die Siedlungswasserwirtschaft ist nur einer von Vielen. Im Artikel werden die Bedeutung des Straßenraums als wesentlich Abfluss- und Speicherelement während eines Starkregens und die Möglichkeiten der Stadtplanung im Zusammenhang mit der gemeinsamen Umsetzung der urbanen Überflutungsvorsorge näher erläutert sowie anhand von praktischen Beispielen verdeutlicht.

Klaus Piroth

Sanierung der Unteren Salzach − Renaturierung = Hochwasserschutz?

Zur flussbaulichen und gewässerökologischen Sanierung der Unteren Salzach wurden für das Freilassinger und das Tittmoninger Becken unterschiedliche Sanierungsvarianten entwickelt. Kenntnisse über Wirkung und Ausmaß der Vorlandretention in den verschiedenen Varianten sollen mitunter in die anstehende Variantenentscheidung einfließen. Im Rahmen einer Retentionsstudie wurde daher der aktivierte Rückhalt in den Varianten ermittelt sowie die Wirkung auf den Hochwasserabfluss analysiert. Darüber hinaus wurden verschiedene Möglichkeiten zur Optimierung der Retentionsraumnutzung untersucht.

Linda Heydeck, Michael Spannring, Peter Rutschmann

Finanzierung von Hochwasserschutzmaßnahmen

Nach einem umfassenden Abstimmungsprozess sollen in den nächsten 6 Jahren rund 580 Maßnahmen den Hochwasserschutz und das Risikomanagement in Rheinland-Pfalz verbessern. Hierfür müssen die überwiegend öffentlichen Träger in den Kommunen und dem Land 311 Mio. € aufwenden, die sie in ihren Haushalten als eigene Mittel einstellen und häufig zusammen mit der Förderung durch das Land, den Bund oder die EU umsetzen. Bei der scheinbaren Vielfalt an Geldquellen sind aber der jeweiligen Zweckbestimmunen und Regeln für die finanzielle Abwicklung zu beachten. Dies erfordert neben der technischen Planung eine intensive und frühzeitige Abstimmung der Finanzierung.

Andreas Christ

Hochwasserwellentransformation an Rückhaltebecken am Beispiel der Speicher-Kaskade der Glatzer Neiße

Der schadlose Abfluss unterhalb von Rückhaltebecken ist einer der grundlegenden Faktoren, die eine ordnungsgemäße Wasserwirtschaft und insbesondere den Hochwasserschutz beeinflussen. Wenn man die Durchlassfähigkeit der Flussabschnitte unterhalb der Speicher analysiert, lässt sich feststellen, dass diese Kapazitäten mit der Zeit oft beträchtlich eingeschränkt werden. Dies ist in der Regel auf eine ungeeignete Bewirtschaftung der Überschwemmungsgebiete zurückzuführen.

Ryszard Kosierb

Beitrag der Raumplanung beim Hochwasserrisikomanagement

Der Auftrag der Raumplanung, unterschiedliche Erfordernisse und Wünsche an Flächennutzungen in Städten und im Freiraum untereinander zu koordinieren, schließt explizit auch die Berücksichtigung von Anforderungen der Hochwasservorsorge sowie von Risiken in der Planung mit ein. Dafür stehen umfangreiche Instrumente zur Risikoverminderung zur Verfügung. Gute Beispiele belegen, dass die Raumplanung wirkungsvolle Beiträge zum Hochwasserrisikomanagement leisten kann.

Peter Heiland

Umgang mit Extremereignissen auf kommunaler Ebene – Notfallkonzepte als Mittel der Wahl?

Die Hochwasserrisikomanagement-Pläne enthalten Maßnahmen zur Verringerung des Hochwasserrisikos, welche in den zuständigen Kommunen umgesetzt werden sollen. Dazu zählt auch die Vorsorge gegenüber sehr seltenen Hochwasserereignissen. Zudem sind Kommunen verpflichtet, ihre Bürger mit wichtigen Infrastrukturen zu versorgen, welche bei Hochwasser gefährdet sind. Ob Hochwasser-Notfallkonzepte, welche die Erfordernisse zum Umgang mit Extremereignissen und zum Schutz kritischer Infrastrukturen vereinen, ein geeignetes Instrument für Kommunen darstellen, wird derzeit in Pilotregionen in Rheinland-Pfalz geprüft.

Corinna Gall, Robert Jüpner

Einsatz von Drohnen im Hochwasserfall – Erfahrungen und Ideen

Bei großen Hochwasserereignissen sind die technischen Schutzanlagen einer besonderen Belastung ausgesetzt und können versagen. Die Einsatzkräfte benötigen daher umfassende und belastbare Informationen zum Schadensbild oder bereits eingetretenen Schaden, um angemessen reagieren zu können. Drohnen bzw. unbemannte Luftfahrzeuge sind mittlerweile durch eine beeindruckende technische Entwicklung in hohem Maße geeignet, auch in für Einsatzkräfte nicht zugänglichen Bereichen schnelle und präzise Informationen zu gewinnen sowie zu übertragen.

Robert Jüpner, Jens Brauneck, Reinhard Pohl

Wasserrahmenrichtlinie und Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie – Synergien und Konflikte

In Abwägungsgrund Nr. 17 der Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie (HWRM-RL) wird eine Synergienutzung der Wasserrahmenrichtlinie und der HWRM-RL gefordert. 2013 wurde von der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) diesbezüglich eine Empfehlung veröffentlicht, die den einzelnen Bundesländern als Arbeitshilfe dienen kann, jedoch freien Spielraum für innovative Ansätze bietet. Rheinland-Pfalz verfolgt bereits seit 1995 mit der Aktion Blau verschiedene innovative Ansätze, die vor allem Maßnahmen des dezentralen Hochwasserschutzes und der Gewässerentwicklung kombinieren. Durch Erweiterung zur Aktion Blau Plus im Jahre 2011 wird zusätzlich eine Verknüpfung zwischen Maßnahmen der ökologischen Gewässeraufwertung, des vorsorgenden Hochwasserschutzes sowie Aspekten des Allgemeinwohls erreicht. Damit ist es möglich, auch neue Herausforderungen, die z. B. aus dem Klimawandel oder zunehmenden Starkregenereignissen resultieren, in innovative Gesamtkonzepte zu integrieren. Erste Vorhaben wurden bereits in der Praxis erfolgreich umgesetzt.

Michael Eiden, Robert Jüpner

Hochwasserrisikomanagement 2030 – ein Ausblick

Die jüngsten Hochwasserereignisse – und insbesondere die durch Starkniederschläge verursachten Ereignisse – waren Anlass, wieder einmal grundlegend über die Möglichkeiten und Grenzen der Hochwasservorsorge nachzudenken. Wie geht es weiter? Welche absehbaren Fortschritte im Hochwasserrisikomanagement werden in den nächsten 15 Jahren die Entwicklung maßgebend prägen?

Robert Jüpner

Das Juni-Hochwasser 2013 in Sachsen-Anhalt

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass verheerende Hochwasserereignisse in kurzen Zeiträumen wiederholt auftreten können. Das Hochwasserereignis im Juni 2013 hat Sachsen-Anhalt schwer getroffen. Noch immer sind nicht alle Schäden beseitigt. Nach gegenwärtiger Einschätzung sind Schäden in Höhe von bis zu 2 Mrd. € entstanden. Unter Berücksichtigung der fachlichen Auswertung des Hochwasserereignisses 2013 sowie der Ergebnisse der Sonderumweltministerkonferenz „Hochwasser“ am 2. September 2013 und der Elbeministerkonferenz am 6. Dezember 2013 wird die Hochwasserschutzkonzeption des Landes Sachsen-Anhalt aktualisiert und fortgeschrieben.

Hermann Onko Aeikens

Auswirkung des Klimawandels auf die Talsperren der Eifel-Rur

Die Talsperren der Nordeifel dienen vor allem dem Hochwasserschutz und der Versorgung der Region mit Trink- und Brauchwasser. Im Zuge eines europäischen INTERREGIVB- NWE-Projekts wurde untersucht, welche Auswirkung der Klimawandel auf die Talsperrenwirtschaft haben könnte.

Gerd Demny, Matthias Kufeld, Bernd Hausmann, Christof Homann, Torsten Rose, Benjamin Sinaba, Holger Schüttrumpf

Hochwasserrückhalt durch natürliche Hochwasserretention entlang der Bayerischen Donau

Hochwasserrückhalt durch natürliche Hochwasserretention ist ein sehr komplexes Thema, das stark von hydrodynamischen Vorgängen in den Ausuferungsflächen beeinflusst wird. Vor der Flusskorrektion der bayerischen Donau Anfang des 19. Jh. waren diese Ausuferungsvorgänge noch kaum vom Menschen beeinflusst. Mithilfe 2-D-hydrodynamischer Modellierung wurde gezeigt, dass im Falle eines großen bis extremen Hochwasserereignisses immense zusätzliche Rückhaltevolumina, wie sie in den Auen der historischen bayerischen Donau vorlagen, nicht zu einer nennenswerten Abminderung der Scheitelabflüsse führen würden. Der vorliegende Beitrag vergleicht den heutigen und den historischen Zustand an einem besonders interessanten Teilabschnitt der Donau zwischen Neu-Ulm und Donauwörth.

Daniel Skublics, Peter Rutschmann

Vorlandmanagement an der niederbayerischen Donau im Spannungsfeld von Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Naturschutz

An der Donau zwischen Straubing und Vilshofen besteht ein umfangreiches Hochwasserschutzsystem. Beim Augusthochwasser 2002 erreichten die Wasserstände fast die Deichkronen, obwohl es sich nur um ein ca. 15-jährliches Ereignis handelte. Die Analyse zeigte, dass sowohl die starke Zunahme von Gehölzbeständen als auch der Maisanbau in den Vorländern die erhöhten Wasserstände verursachten.

Michael Kühberger, Clemens Berger

Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte des Programms zum Hochwasserschutzbau in Oberösterreich

Ausgehend von hohen monetären Schäden vorheriger Hochwasser findet in Oberösterreich seit 2002 ein kontinuierlicher Hochwasserschutzbau statt. Infolge der Investitionen in den Hochwasserschutzbau wurden neben der Externalisierung von Hochwasserschäden im Zeitraum 2002 bis 2015 signifikante positive Effekte auf das Bruttoregionalprodukt und die Beschäftigung, abhängig von der Importquote für Bauleistungen, generiert.

Sebastian Goers, Friedrich Schneider, Horst Steinmüller, Andreas Zauner

Treibgutrückhalt in unteren Mittelgebirgsregionen – Möglichkeiten und Grenzen

Treibgut ist eine Ursache für Hochwasserschäden, die insbesondere bei Starkregenereignissen auftreten. In einer Machbarkeitsstudie für das Landesamt für Umwelt (LfU) Rheinland- Pfalz wurden technische und nichttechnische Maßnahmen zum Treibgutrückhalt im Mittelgebirgsbereich untersucht. Die Analyse ergab, dass V-Rechen als besonders geeignet anzusehen sind.

Michael Eiden, Robert Jüpner

Hochwasservorsorgekonzept für starkregengeschädigte Gemeinden

Am 20. September 2014 ging in der Nordpfalz ein besonders heftiger Starkregen mit Regenmengen von bis zu 150 mm in drei Stunden nieder. Die Folge war eine Sturzflut ungekannten Ausmaßes mit Schäden in Millionenhöhe. In den Brennpunktgemeinden stand stark verschlammtes Wasser bis zu 1,70 m hoch in Häusern, Höfen und auf Straßen. In einem Pilotprojekt des Landes Rheinland-Pfalz wurden die Erfahrungen aus diesem Ereignis analysiert und bewertet sowie Maßnahmen entwickelt, die den Betroffenen und Beteiligten helfen sollen, bei künftigen Starkregenereignissen besser gerüstet zu sein.

Doris Hässler-Kiefhaber, Ralf Lorig

Gute landwirtschaftliche Praxis für die Hochwasservorsorge

Zur Umsetzung der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie muss die Landwirtschaft im Sinne des integrierten Hochwasserrisikomanagements handeln. Ackerbauverfahren mit Pflugeinsatz wirken wenig infiltrationsfördernd. Im Rahmen guter fachlicher Praxis der Bodenbewirtschaftung und des Bodenschutzes sind vielmehr umfassend die infiltrationsfördernde und erosionsmindernde konservierende Bodenbearbeitung und Direktsaat sowie gefügeschonende Maßnahmen umzusetzen.

Ellen Müller, Uwe Müller, Walter Schmidt, Olaf Nitzsche

Hochwasserrisikomanagement in Bayern

Mit dem Klimawandel steigt auch das Hochwasserrisiko. Bayern investiert daher seit fast zwei Jahrzehnten verstärkt in den Hochwasserschutz. Das Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus ist das Rückgrat der integralen Schutzstrategie. Hochwasserrisikomanagement ist eine gesamtgesellschaftliche Zukunftsaufgabe und bildet die Grundlage für den richtigen Umgang mit dem Hochwasser in Zeiten des Klimawandels.

Ulrike Scharf

Stimmt die W/Q-Beziehung bei höchsten Abflüssen?

Bemessungsabflüsse sind die Lastannahmen für teure Hochwasserschutzmaßnahmen, für wertmindernde Abgrenzungen von Überschwemmungsgebieten oder schicksalsträchtige Entscheidungen der Hochwasserzentralen, ihre Angemessenheit ist volkswirtschaftlich essentiell. Als Quelle dienen die gewässerkundlichen Pegel. Ihre Kennlinien im Bereich hoher Abflüsse sind fragwürdig. „Kennen wir die Hochwasserdurchflüsse …?“ schrieb Prof. Pohl im Jahr 2002. Für Kenner der Szene lautet die Antwort: Schlecht. Mit der Modelltechnik kann diese Unsicherheit verringert werden.

Thomas von Kalm, Detlef Sönnichsen, Heinrich Wiebe

Transformationsprozess der Hochwasserwelle am Beispiel des Hochwassers der Lausitzer Neiße

Das Hochwasser, das im August 2010 in dem Oberlauf des Einzugsgebietes der Lausitzer Neiße aufgetreten ist, war eine Katastrophe. Die heftigsten Niederschläge traten am 7. August in den Morgenstunden auf, die auf den bereits gesättigten Boden im Einzugsgebiet getroffen sind. Das hatte einen schnellen Anstieg der Wasserstände in allen Wasserläufen zur Folge. Besonders an den Flüssen Mandau, Miedzianka und Witka (Smeda) kam es zu plötzlichen Hochwasserereignissen mit katastrophalen Folgen. Der Abfluss oberhalb des Bemessungshochwassers über die Dammkrone der Talsperre Niedów an der Witka verursachte die Zerstörung der Talsperre. Die durchgeführten Untersuchungen zeigten allerdings, dass die Zerstörung der Talsperre Niedów keinen großen Einfluss auf den Anstieg der Hochwassergefahr im Zentrum der Städte Zgorzelec und Görlitz hatte.

Ryszard Kosierb

Juni-Hochwasser 2013 an der Elbe – neue Fragestellungen

Ein verheerendes Hochwasser mit historisch höchsten Hochwasserständen – aber weiter wie bisher? Bisher deutet vieles darauf hin. Aber das fundierte „Lernen aus der Katastrophe“ muss in ein „Lernen für die Katastrophe“ münden. Neue Fragestellungen ergeben sich hinsichtlich des Einsatzes neuer Technologien (z. B. Drohnen) und der Nutzung der „neuen Medien“ sowie sozialer Netzwerke für die Einbindung ehrenamtlicher Helfer. Daneben bleibt die Hochwasservorsorge die wichtigste Tagesaufgabe.

Robert Jüpner

Bewertung der Hochwasserschutzwirkung und des Restrisikos von Speichern mit multivariaten Ansätzen

Die Beurteilung von Hochwasserrückhaltungen erfolgt meist auf Grundlage einzelner Bemessungsereignisse. Derartige Ansätze können die Vielfalt möglicher Belastungsszenarien nicht repräsentieren. Insbesondere die Analyse der Schutzwirkung durch Speicher, die im Verbund bewirtschaftet werden, erfordert die umfassende Berücksichtigung raum-zeitlicher Verteilungen der hydrologischen Belastungsgrößen. Der Beitrag zeigt mit Hilfe von Anwendungsbeispielen hierzu geeignete Ansätze auf Grundlage der multivariaten Statistik.

Markus Schulte, Andreas Schumann

Die Gruppen Landwirtschaft und Forsten – Hochwasserschutz (GLF) – Partner beim Hochwasserschutz in Bayern

Nach dem verheerenden Junihochwasser 2013 wurden die Gruppen Landwirtschaft und Forsten – Hochwasserschutz (GLF) an den sieben bayerischen Bezirksregierungen ab Herbst 2013 neu eingerichtet. Sie bringen bei Hochwasserschutzvorhaben frühzeitig die Belange der Land- und Forstwirtschaft ein und sind Ansprechpartner für Behörden, Planer und Betroffene.

Michael Kaiser

Kapitel 2. Informationssicherheit von KRITIS-Betreibern: Eine Übersicht

In diesem Kapitel wird ein Überblick und eine Einführung zur Informationssicherheit von Industrieanlagen im Allgemeinen sowie zur Sicherheitslage von KRITIS-Betreibern im Speziellen gegeben. Relevante Grundlagen und Begriffe zur Informationssicherheit von Industrieanlagen und KRITIS-KMU werden erörtert.

Olof Leps

Kapitel 3. Der Aufbau von Betriebs- und Steuerungsanlagen

Betriebs- und Steuerungsanlagen sind im Allgemeinen durch eine große Komponentenvielfalt gekennzeichnet und in ihrem Aufbau sehr heterogen. Es sind Anlagen mit unterschiedlichen Architekturen sowie Komponenten unterschiedlicher Generationen zu finden, die in Größe, Zweck und Zusammensetzung der Systeme stark variieren können. Innovative Weiterentwicklungen von ICS-Komponenten führen dazu, dass sich dieser Trend noch verstärkt. Trotz dieser Vielfalt können ICS-Komponenten relativ wenigen Klassen zugeordnet werden. In diesem Kapitel werden die gängigsten ICS-Komponenten entlang der hierarchischen Gliederung von ICS beschrieben und eingeordnet.

Olof Leps

Kapitel 6. Schlussbetrachtung

Industrieanlagen sind von einer großen Komplexität und Heterogenität geprägt. Gerade für KMU und KRITIS-Betreiber kann die hybride Testumgebung ein Mittel für realitätsnahe und kostengünstige Sicherheitsanalysen sein. Denn auch wenn Automatisierung eine Chance für Ressourceneinsparungen sein kann, werden die gestiegenen Anforderungen an die Informationssicherheit gerade von diesen Unternehmen als eine Herausforderung angesehen. Dennoch besteht weiterer Forschungsbedarf, um die hybride Testumgebung sowie eine strukturierte Methodik auch für unterschiedliche Anwendungsfälle nutzbar zu machen.

Olof Leps

Requirements and Applications

Bevor wir mit dem Kapitel „Requirements“ beginnen, ist es erforderlich, dem Leser mit einer kurzen Übersicht noch einmal die Struktur des ISA 315 bewusst zu machen. Um ihn einzustimmen, nehmen wir eine Anleihe bei der Oper auf und weisen darauf hin, dass der Standard nach einer Ouvertüre, in der „Objective“ und „Definitions“ (zu „assertions, business risks, internal control, risks assessment procedures, significant risks“) behandelt werden, aus vier Aufzügen, den Requirements besteht und dass es ein wesentliches Anliegen der ISA (und dementsprechend auch des ISA 315) ist, deren Komponenten mit Hilfe sogenannter Applications im Einzelnen zu erläutern.

Werner Krommes

17. Water Exploitation

The type of technical facilities for water production, i.e. water exploitation plant (Fig. 17.1), depends on the existing geological and hydrogeological conditions (Fig. 15.9) (Flinspach 1996) and so a distinction is made between the following scenarios:Water exploitation from surface waters,Water exploitation from rain water,Catchments of springs, which also include (in the broad sense) percolation shafts and (mining) galleries,Dug wells,Drilled wells: usually bored vertically, but sometimes horizontally or diagonally.

Bernward Hölting, Wilhelm G. Coldewey

4. Anwendungsbeispiele

Bei den nachfolgenden Praxisanwendungen stehen insbesondere die Nutzenansätze im Vordergrund, die sich durch Facility Management und den Einsatz von Informationstechnologie in den einzelnen Teilaufgaben ergeben. Der Schwerpunkt liegt auf Anwendungsbeispielen, die die Hauptaspekte des Facility Management im Sinne von Ganzheitlichkeit, Transparenz und Betrachtung des gesamten Lebenszyklus erläutern. Die Beispiele bieten nur eine Auswahl aus dem großen Anwendungsfeld des Facility Management. Sie sind bewusst so ausgewählt, dass sie für zahlreiche Unternehmen von Bedeutung sind.

Prof. Jens Nävy

Kapitel 2. Theoretische Grundlagenreflexion

Zunächst erfolgt eine theoretische Grundlagenreflexion zum Stand der wissenschaftlichen Forschung in Bezug auf den Klimawandel, seine Folgen und Therapiemöglichkeiten. Im Anschluss wird das betriebliche Nachhaltigkeitsmanagement als Grundlage für die Konzeption des betrieblichen Treibhausgasmanagements vorgestellt.

Stefanie Brinkel

Kapitel 1 Allgemeiner Rahmen des Vergaberechts

Mit dem Begriff Vergaberecht sind alle Normen beschrieben, die den Einkauf durch den Staat regeln. Die grundlegenden Prinzipien ergeben sich aus dem EU-Primärrecht. Dabei werden die Wörter Einkauf und Staat gemeinhin weit verstanden. Das Vergaberecht umfasst daher die Gesamtheit der Vorschriften, die dem Staat, seinen Untergliederungen und staatsnahen Institutionen bei jeder Form der vertraglichen und entgeltlichen Beschaffung von Sach- oder Dienstleistungen eine bestimmte Vorgehensweise vorschreiben. Mit der jüngsten umfassenden Novellierung kam die Einbeziehung der Konzessionsvergabe.

Walter Frenz

Kapitel 4 Öffentliche Auftraggeber und mögliche Bieter

Der öffentliche Auftraggeber beschreibt – neben der Bietereigenschaft – den subjektiven Anwendungsbereich des Vergaberechts. Auftragvergebende Stellen, die sich nicht unter diesen Begriff subsumieren lassen, werden von den vergaberechtlichen Normen nicht erfasst und brauchen deren Anforderungen nicht zu beachten.

Walter Frenz

Kapitel 2 Ausschreibungspflichtige Vorgänge

Der Anwendungsbereich der Richtlinien zum öffentlichen Auftragswesen und damit auch des diese umsetzenden nationalen Vergaberechts erfasst grundsätzlich jede vertragliche Einkaufstätigkeit der öffentlichen Hand. Reine Verkaufstätigkeiten des Staates werden demgegenüber grundsätzlich nicht erfasst.

Walter Frenz

20. Rechtliche Anforderungen des Gewässerschutzes

In diesem Kapitel werden wichtige Rechtsvorschriften zum Gewässerschutz betrachtet. Grundlage bildet das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), das u.a. Anforderungen an den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen, die Abwasserbeseitigung und die Anforderungen an einen Gewässerschutzbeauftragten enthält. In der Abwasserverordnung (AbwV) mit ihren zahlreichen Anhängen werden die Anforderungen an das einzuleitende Abwasser detailliert beschrieben. Die Eigenkontrollverordnung enthält Anforderungen an industrielle Abwasseranlagen. Darüber hinaus beschreibt die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) technische und organisatorische Anforderungen an entsprechende Anlagen. Sie bestimmt die Einstufung von Stoffen und Gemischen in Wassergefährdungsklassen.Das Handbuch Betrieblicher Gewässerschutz erweitert die Erläuterungen u.a. zuEuropäischem und nationalem Wasserrecht,Summarische Belastungsgrößen und Nachweisverfahren zur Abwasseranalytik,Abwasserbehandlungsprozesse und Prozesstechnik zur Abwasserbehandlung,Biologische Verfahren zur Abwasserbehandlung.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

11. Identifizierung und Bewertung der Umweltaspekte

Im Rahmen eines Umweltmanagementsystems sind die verschiedenen direkten und indirekten Umweltaspekte entlang des Lebensweges von Produkten und Dienstleistungen zu identifizieren und zu bewerten. Eine konkrete Erhebung und Bewertung der einzelnen Umweltaspekte geschieht durch eine (erste) Umweltprüfung. Unter Bezugnahme auf die (externen) Umweltvorschriften und die (interne) betriebliche Umweltpolitik liefert sie ein umfangreiches und aussagekräftiges Bild zur Umweltsituation des Unternehmens. Umweltaspekte sind über Ursache-Wirkungs-Netzwerke nichtlinear mit Umweltauswirkungen verknüpft. Die Bewertung der Umweltaspekte und der damit verbundenen Umweltauswirkungen ermöglichen eine Chancen-Risiko-Betrachtung und die Identifizierung von Verbesserungspotenzialen. Alle resultierenden Maßnahmen lassen sich über ein Umweltprogramm zusammenfassen und nach den Regeln des Projektmanagements bearbeiten. Eine nur auf die ökologischen Auswirkungen fixierte Bewertung greift zu kurz. Schließlich sind nicht nur die Umweltauswirkungen zu betrachten, sondern der Schutz von Mensch und Umwelt muss gewährleistet werden. Bezüglich der ökonomischen Chancen und Risiken herrscht heute eine starke Fokussierung auf diesen Faktor vor. Langfristig müssen die ökologischen Auswirkungen, die ökonomischen Aspekte und die sozialen Fragen einen gleichgewichtigen Stellenwert erhalten.

Gabi Förtsch, Prof. Dr. Heinz Meinholz

12. Mediation im öffentlichen Bereich öffentlicher Bereich

Charakteristisch für Mediation und Konfliktmoderation in öffentlichen Verwaltungsverfahren ist die große Anzahl von Parteien, die beteiligt werden müssen. Diese kann bei 20 Personen, aber auch bei über 100 Personen liegen. Des Weiteren werden in der Mediation im öffentlichen Bereich keine Entscheidungen getroffen, sondern Grundlagen für die Beschlüsse der politischen Gremien vorbereitet. Die Wirkungsgrenzen von Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen von Planverfahren liegen vor allem darin, dass die gesetzlich festgelegten Zuständigkeiten im föderalen System durch Bürgermitwirkungsprozesse nicht ausgehebelt werden können. Bei städtebaulichen Planvorhaben hat die Kommune die Planungshoheit.

Dr. jur. Peter Hammacher, Ilse Erzigkeit, Sebastian Sage

Kapitel 6. Die Rollen von Finanzintermediären und Investoren bei Transitionsprozessen der Energiewirtschaft – Empirische Befunde

Nachfolgend werden fünf verschiedene Akteurstypen identifiziert, die aus regime-, struktur- und kontextspezifischen Gründen sowohl Treiber als auch Hemmnis (oder sogar beides gleichzeitig) für das Voranschreiten einer Energiewende sind. Dabei werden institutionelle Investoren (vgl. Kapitel 6.1) – die mit Abstand größten (privaten) Finanziers von Klimaschutz- und grünen Aktivitäten –, Geschäftsbanken – die vor allem als Finanzintermediäre wirken (vgl. Kapitel 6.2 und Kapitel 6.4) –, strategische Investoren als bislang eine der wichtigsten Finanzierungsquellen für grüne Aktivitäten (vgl. Kapitel 6.5) sowie Privatinvestoren im Sinne von Haushalten (vgl. Kapitel 6.4) beleuchtet sowie verschiedene blockierende Kräfte einer Energiewende aufgeschlüsselt (vgl. Kapitel 6.3).

Johanna Dichtl

3. Die Anfänge der friedlichen Kernenergienutzung und ihre Sicherheitsprobleme

Kap. 3 zeigt, wie in den USA die Atomenergie mit ihren Sicherheitsproblemen in ziviler Regierungszuständigkeit weiterentwickelt und welche Maßnahmen zur Beherrschung der Reaktor-Sicherheitsfragen getroffen wurden. Den internen und öffentlichen Diskussionen über die Gefahren der friedlichen Nutzung der Atomenergie und der daraus zwingend abzuleitenden Sicherheitsphilosophie gilt die besondere Aufmerksamkeit. Die auf der Konferenz der Vereinten Nationen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie 1955 vorgetragenen amerikanischen und britischen Erkenntnisse über Gefahrenpotenziale und Reaktorsicherheit werden berichtet und die öffentliche Rezeption in der Bundesrepublik Deutschland dargestellt.

Paul Laufs, Paul Laufs

4. Schadensereignisse, extreme Tests und Unfälle in Reaktoranlagen, ihre öffentliche Wahrnehmung und ihre Folgen

Kap. 4 befasst sich mit vorgefallenen kerntechnischen Unfällen, den danach folgenden Risikodiskussionen und den rechtlichen und regulativen Konsequenzen, die sie auslösten. Neben den frühen Vorkommnissen in den USA, Kanada und Großbritannien mit ihren begrenzten Auswirkungen werden die schweren Unfälle Three Mile Island (USA, 1979), Tschernobyl (Sowjetunion, 1986) und Fukushima-Daiichi (Japan, 2011) eingehend beschrieben. Die Folgen dieser Ereignisse für die internationalen, insbesondere deutschen Anforderungen an Reaktoranlagen, die staatliche Organisation des wissenschaftlich-technischen Sachverstands und der Aufsicht sowie die Gerichtsverfahren zur Überprüfung der Schadensvorsorge bei konkreten kerntechnischen Vorhaben werden ausführlich erläutert.

Paul Laufs, Paul Laufs

6. Die Deterministik bei Auslegung, Konstruktion und Herstellung

Kap. 6 ist eines der Hauptkapitel und umfasst die deterministisch ingenieursmäßige Auslegung, Konstruktion und Herstellung der sicherheitstechnisch relevanten Komponenten und Systeme im Rahmen der historischen internationalen und nationalen Forschung und Entwicklung. Im Einzelnen werden eingehend betrachtet: der Sicherheitsbehälter und das äußere Containment, die Kernnotkühlung, die betriebliche Leittechnik und das Konzept der Berstsicherheit von Druckwasserreaktoren. Zahlreiche Beispiele internationaler und deutscher Reaktoranlagen machen das Geschehen anschaulich. Zuvor wird die Entstehung des umfangreichen deutschen untergesetzlichen Regelwerks im Zusammenwirken von Industrie, Wissenschaft und staatlichen Behörden dargelegt und die Sicherheitsebenen sowie die Klassifizierung der Stör- und Unfälle erläutert. Das amerikanische Konzept des “Größten Anzunehmenden Unfalls - GAU“ und die Auseinandersetzung um seine Bedeutung und Weiterentwicklung werden aufgezeigt. Die unterschiedliche amerikanische und deutsche Vorgehensweise bei der Standortauswahl für kerntechnische Anlagen wird geschildert.

Paul Laufs, Paul Laufs

Kapitel 3. Methodik

Grundlage dieser Arbeit ist ein hypothesengeleiteter Ansatz. Dazu wurden zu den zu beantwortenden Forschungsfragen entsprechende Hypothesen formuliert. Für das Testen der Hypothesen, sind zum einen Daten zum Stand der örtlichen Landschaftsplanung und zum anderen Indikatoren zur Qualität und Struktur der Landschaft nötig. Die Abb. 3.1 zeigt den methodischen Rahmen dieser Arbeit auf. Dieser teilt sich grob in drei Teile: in 1) den Stand und die Qualität der örtlichen Landschaftsplanung, 2) den weiteren Einflussfaktoren auf die Qualität und Struktur der Landschaft und 3) die Indikatoren zur Beschreibung der Qualität und Struktur der Landschaft.

Christian Stein

Kapitel 2. Grundlagen des Landfill Mining

Durch Landfill Mining können einerseits Sekundärrohstoffe und Grundstücksfläche zurückgewonnen bzw. alternativ neue Abfallablagerungskapazitäten am bestehenden Deponiestandort geschaffen, andererseits Umweltgefährdungen und Ausgaben für Deponiestilllegung und -nachsorge reduziert oder vollständig vermieden werden. Ob und in welchem Umfang für ein konkretes Landfill-Mining-(LFM-)Vorhaben die genannten Vorteile zutreffen und vor diesem Hintergrund eine technische und ökonomische Machbarkeit vorliegt, ist im Rahmen einer strategischen Planung von LFM-Vorhaben zu prüfen.

Anna Breitenstein

5. Ökologische Qualität

Ökologisches Bauen soll sowohl den Menschen in seiner natürlichen und gebauten Umgebung schützen als auch die Umwelt vor den negativen Auswirkungen des Bauens durch den Menschen. Zum Schutz des Menschen müssen vor allem Schadstoffemissionen ausgeschlossen werden. Um die Umwelt zu schützen, sollten möglichst wenig Rohstoffe, Energie, Flächen und Wasser verbraucht sowie möglichst wenige Materialien entsorgt werden. Dabei ist immer der gesamte Lebenszyklus zu betrachten. Im folgenden Kapitel werden Relevanz und Zielsetzung der verschiedenen Themenbereiche dargestellt sowie konkrete Maßnahmen, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zusätzlich wird erläutert, wie die genannten Kriterien in den Bewertungssystemen DGNB und NaWoh berücksichtigt werden.

Stefanie Friedrichsen

2. Nachhaltiges Wirtschaften – Ressourcenschutz

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

10. Kreislaufwirtschaft

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

1. Grundlagen der Umweltschutztechnik

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

8. Bodenschutz

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

7. Trinkwasser

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

6. Abwasser

Prof. Dr. Ulrich Förstner, Prof. Dr. Stephan Köster

Chapter 1. Emergence and Economic Dimension of Airborne Wind Energy

Airborne wind energy has the potential to evolve into a fundamental cornerstone of sustainable electricity generation. In this contextual analysis we discuss why this technology is emerging at this very moment in time and why it has the potential to disrupt the wind energy economy in the short term and the global energy markets in the longer term. We provide an order-of-magnitude estimate of the economic dimension of this scenario. Following this introductory chapter, the current technology status, principles and challenges of designing, building and flying an airborne wind energy device will be discussed.

Udo Zillmann, Philip Bechtle

Open Access

Mit einer Realexperimentreihe Impulse für soziale Innovationen setzen – Realexperimente initiieren, begleiten und beforschen

Der Beitrag präsentiert ein Vorgehen zum Aufbau einer Realexperimentreihe. Eine solche Reihe besteht aus mehreren zeitgleich laufenden Realexperimenten, die in einem definierten räumlichen Kontext stattfinden. Die Realexperimente gehen auf Ideen und Initiativen zivilgesellschaftlicher Akteure zurück, die mittels eines offenen Ideenwettbewerbs eingeholt werden. Es wird gezeigt, wie Gruppen aus Bürger(inne)n, die eigene Projekte mit experimentellem Charakter planen, initiiert und aktiviert werden können. Die Realexperimente, auf die bei diesem Vorgehen fokussiert wird, sollen einen Mehrwert für die Gemeinschaft haben und im Projektverlauf für weitere Interessierte offen sein. Es wird beschrieben, wie Partnerschaften aufgebaut und Akteure beim Aufbau einer Kooperation unterstützt werden können. Außerdem wird erklärt, wie die ausgewählten Realexperimente begleitet und beforscht werden können. Der Beitrag wendet sich sowohl an Wissenschaftler(innen), die ein Reallabor betreiben, als auch an Praxisakteure, die Realexperimente durchführen und begleiten oder beforschen möchten. Die zeitgleiche Durchführung mehrerer Realexperimente in einer Realexperimentreihe erlaubt Synergieeffekte zwischen den einzelnen Gruppen.

Helena Trenks, Colette Waitz, Sarah Meyer-Soylu, Oliver Parodi

Kapitel 6. Modellierung von Wasserbedarf

Bei der Rohrnetzberechnung stellen Netzabgaben und Wasserverluste die Belastung des Rohrnetzes dar. Netzabgaben sind der Wasserexport, der Wasserverbrauch der Kunden sowie unentgeltliche Wasserabgaben. In diesem Kapitel werden zunächst wesentliche Begriffe definiert sowie Grundlagen der Wassermessung und des Wasserverbrauchs dargestellt. Anschließend werden Ansätze zur Ermittlung des Wasserbedarfs der Einwohner, der öffentlichen Einrichtungen und des Gewerbes sowie des Löschwasserbedarfs vorgestellt. Abschließend wird die Modellierung des Wasserbedarfs behandelt.

Philipp Klingel

Ein System lesen? Wie geht das?

Systeme lesen zu lernen ist für uns eine Voraussetzung, um deren Entwicklung zu ermöglichen. Wandel, Entwicklung, Change Management oder Transformation ganzer Systeme sind die komplexen Themen unserer Zeit, die sich hinter all der Management- und Leadership-Literatur verbergen. Mit diesem Buch wollen wir einen Beitrag leisten, der auf vielleicht noch originelle Weise die beiden Quellen eines tieferen Verständnisses von Wandel zu einem Strom verbindet: die Quelle der persönlichen Veränderung mit der Quelle eines systemischen und emergenten Sehens.

Georg Müller-Christ, Denis Pijetlovic

Umwelt- und Energiepolitik in Thüringen

Umweltpolitik sowie Energie- und Klimapolitik in Thüringen verfolgen unter Berücksichtigung der ländlichen, kleinräumigen Prägung Thüringens im Wesentlichen die Ziele, die auch auf Bundesebene bestehen. Die Umweltpolitik zielt auf die Ausweisung neuer Schutzgebiete für Natur und Landschaft, die Renaturierung von Flüssen, die Verbesserung des Hochwasserschutzes sowie die Sanierung von Altlasten. Nutzungskonflikte entstehen durch neue, bundesrechtlich geplante Starkstromleitungen. Die Energie- und Klimapolitik ist geprägt von einem vermehrten Einsatz regenerativer Energieträger im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung und dem Einsatz energieeffizienter Technologien. Die Errichtung von Windenergieanlagen führt zu Konflikten mit dem Schutz der Bevölkerung und dem Natur- und Landschaftsschutz.

Markus Langer

Kapitel 7. Umweltprüfung

Die Umweltprüfung ist eine umfassende Untersuchung der umweltbezogenen Fragestellungen und Auswirkungen. Sie umfasst alle natürlichen Schutzgüter, wie Boden, Wasser, Tiere und Pflanzen und Klima, aber auch den Ressourcenverbrauch, Abfall, Immissionen sowie die vielfältigen Landnutzungen im Skigebiet.

Ulrike Pröbstl-Haider, Monika Brom, Claudia Dorsch, Alexandra Jiricka-Pürrer

Kapitel 2 Ökonomische und rechtliche Grundlagen

Die Untersuchung der Organisation der Regulierungsverwaltung erfolgt in der Schnittstelle von Ökonomie und Recht. Auf der einen Seite geht es damit um die rechtlich festgelegten Formen von Organisation und Verwaltung. Auf der anderen Seite handelt es sich um ökonomisch dynamische Vorgänge bei der Regulierung von Märkten.

Alexander Wellerdt

1. Einführung

Grundlegendes Ziel aller Maßnahmen zur Abwasserbehandlung ist der Schutz der Umwelt und die Erhaltung der Ressource Wasser nicht jetzt sondern auch für die Zukunft. Dieses Ziel ist zum einen in den entsprechenden Rechtsvorschriften definiert und zum anderen resultiert es aus dem gesellschaftlichen Bestreben, nachfolgenden Generationen ein weitest möglich intaktes aquatisches Ökosystem zu übergeben. Im Hinblick auf die als sogenannte Vorflut für Abwasseranlagen dienenden Oberflächengewässer ergibt sich eine direkte Schnittstelle zwischen optimiertem Betrieb von Abwasserreinigungsanlagen und den Umweltschutzzielen.

Thomas Uckschies

5. Allgemein anerkannte Regeln der Technik und Stand der Technik bei der Rechenauslegung

Ausschlaggebend für die baulichen Anforderungen an eine Feinrechenanlage ist die Konzeption eines Rechengerinnes, das die hydraulischen Randbedingungen des jeweiligen Einsatzortes berücksichtigen muss. Eine durchgeführte Literaturrecherche [36] zur Auslegung von Feinrechen ergab jedoch, dass die betreffenden Normen, Regelwerke sowie die Angaben aus Forschung und Lehre zum Teil erheblich voneinander abweichen oder zum Teil widersprüchlich sind. Sie bedürfen dringend einer Vereinheitlichung, denn stellen sich im Betrieb der Feinrechenanlage Probleme ein, kann dies gegebenenfalls Schadensersatzforderungen des Auftraggebers an den Planer nach sich ziehen. Wie aus der Vorstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen gegenwärtig ist, kann eine solche Schadensersatzforderung einen erheblichen Umfang haben. Daher wird es notwendig, nach der Vorstellung verschiedener Normen, Empfehlungen, Berichte und Lehrmeinungen zum Thema der Feinrechenplanung die verschiedenen Planungsvorgaben gegenüberzustellen und zu bewerten.

Thomas Uckschies

Kapitel 5. Theoretisch-methodische Operationalisierungen und Untersuchungsbausteine der Fallstudien

Diskurstheoretische Forschungsarbeiten in Anschluss an Laclau und Mouffe haben seit Mitte der 2000er Jahre in der deutschsprachigen Geographie an deutlicher Relevanz gewonnen (vgl. Kapitel 2.4), verbunden mit der Entwicklung angepasster Methoden der Operationalisierung. Im Folgenden wird zunächst dargestellt, welche Herausforderungen der Operationalisierung sich ergeben (Kapitel 5.1) und auf welche Methoden im Rahmen des empirischen Analyseteils dieser Arbeit adaptiert zurückgegriffen wird (Kapitel 5.2). Danach werden die Analysebestandteile zur Energiewende, konkretisiert im Hinblick auf Konflikte im Zuge des Ausbaus der Übertragungsnetze und der Windkraft, dargestellt (Kapitel 5.3).

Florian Weber

Kapitel 4. Anwendungsfelder in Management, Beratung und Praxis

Vielfältige Beispiele im Managementbereich auf den Ebenen Individuum, Organisation und System sollen konkrete Formatumsetzungen verdeutlichen und Anregungen zur Ausgestaltung von Formaten geben. Neben einer kurzen Einführung in das Aufstellungsthema und einer überblicksartigen Darstellung der Prozessarbeit stehen die Visualisierungen verschiedenartiger Aufstellungsarbeiten im Mittelpunkt.

Marlen Gabriele Arnold

7. Reform der Insolvenzanfechtung

Das Thema Insolvenzanfechtung sorgt seit einigen Jahren für Schlagzeilen. Nicht nur in Publikationen für Forderungsmanager, sondern insgesamt in der Wirtschaft. Negative Auswirkungen der Insolvenzanfechtung haben es sogar bis zur Fernsehberichterstattung „geschafft“. Aus einem Instrument, das ursprünglich geschaffen wurde, um den Gläubigern in einem Insolvenzverfahren zu ihrem Recht zu verhelfen, ist ein Damoklesschwert für Forderungsmanager und Unternehmer geworden, das in den letzten Jahren über nahezu jedem Geschäft mit kriselnden Kunden geschwebt hat. Die Rechtsprechung des BGH war wohl nicht ganz schuldlos daran, dass bei vielen betroffenen Unternehmen das Gerechtigkeitsempfinden nachhaltig gestört wurde und die Insolvenzanfechtung nahezu „in Verruf geraten“ ist. Am 05. April 2017 ist es nach jahrelangen intensiven und beharrlichen Bemühungen mehrerer Wirtschaftsverbände, nicht zuletzt durch den Bundesverband Credit Management e. V., gelungen, eine Reform der Insolvenzanfechtung zu erreichen. Können mit dem Gesetz zur Verbesserung der Rechtssicherheit bei Anfechtung nach der Insolvenzordnung und nach dem Anfechtungsgesetz die bisherigen Probleme beseitigt werden? Und können die Gerichte zu einer Rechtsprechung zurückfinden, die das beschädigte Gerechtigkeitsempfinden wiederherstellen kann? Und last but not least, wird die Insolvenzanfechtung künftig nicht mehr den vielfältigen Bemühungen zur Unterstützung und Sanierung von kriselnden Kunden durch Lieferanten und Dienstleister zuwiderlaufen?

Rudolf H. Müller

Regional Climate Simulations with COSMO-CLM: Ensembles, Very High Resolution and Paleoclimate

The IMK-TRO (KIT) presents in the HLRS annual report for 2016–2017 projects and their results using the CRAY XC40 “Hazel Hen”. The research focuses on the very high resolution regional climate simulations including the modeling of land surface processes and urban climate, the generation of ensemble projections, and regional paleoclimate (PALMOD). The simulations are performed with the regional climate model (RCM) COSMO-CLM (CCLM) and cover spatial resolutions from 50 to 2.8 km. Within the projects, the standard CCLM is enhanced; for the analysis of the impact of different soil-vegetation transfer schemes (SVATs) VEG3D is coupled via OASIS3-MCT to CCLM. For the PALMOD project, a special isotope-enabled version CCLMiso is used. To highlight the added value, the results of the higher resolution climate predictions are compared to those of simulations with coarser resolutions. In addition, the impact of different global driving data sets is investigated. Climate projections are performed for two future time slices, 2021–2050 and 2071–2100. The urban climate and its change are also investigated using very high resolution simulations to enable the energetic optimisation of buildings. The required Wall-Clock-Times (WCT) range from 9 to 2000 node-hours per simulated year.

G. Schädler, H.-J. Panitz, E. Christner, H. Feldmann, M. Karremann, N. Laube

7. Planung, Bau und Betrieb von Fernwasserleitungen

Fernwasserleitungen transportieren große Mengen Trinkwasser durch großkalibrige Rohrleitungen über längere Entfernungen. Hohe Anforderungen sind an die Planung und an den Betrieb zu stellen, um die Versorgungssicherheit und die Wirtschaftlichkeit der gesamten Transportanlage zu gewährleisten. In diesem Beitrag werden Grundlagen für die Planung und für die wirtschaftliche Bemessung von Rohrleitungen erläutert. Ferner werden die rechtlichen Anforderungen diskutiert und an Beispielen ein energieeffizienter Betrieb von Fernwasserleitungen aufgezeigt.

Frieder Haakh, Hans-B. Horlacher

19. Hydraulik und Wasserbau

Prof. Dr.-Ing. Ekkehard Heinemann

21. Abfallwirtschaft

Der Abschnitt Abfallwirtschaft des Wendehorst umfasst zunächst kurz die Darstellung der Grundlagen der Abfallwirtschaft, wie z.B. die Erläuterung von Abfallbegriffen, die Systematik von Abfallschlüsselnummern sowie die derzeit relevanten Abfallnachweisverfahren und die sogenannten Zuordnungskriterien für die Entsorgung von Abfällen, die insbesondere auch für Baustellen von Belang sind. Darüber hinaus werden die technischen Grundlagen sowie die Anforderungen im Hinblick auf Klassifizierung, Planung, Bau, Betrieb, Überwachung, Stilllegung und Nachsorge von Deponien incl. ihrer wesentlichen Bestandteile erläutert. Weiterer Schwerpunkt des Abschnitts Abfallwirtschaft ist die Beurteilung von Boden- und Grundwasserverunreinigungen, die Darstellung entsprechender Grenz- und Richtwerte sowie Hinweise zu Sanierungsverfahren bei der Altlastenbearbeitung. Abschließend werden die im Baubereich immer bedeutsamer werdenden Anforderungen an die Gewinnung, Aufbereitung und Lagerung von Recyclingbaustoffen sowie die Verwertung von Reststoffen dargestellt und erläutert.

Prof. Dr.-Ing. Ernst Biener

10. Klimatische und meteorologische Messgrößen

LuftfeuchtigkeitDie Luftfeuchtigkeit, oder kurz Luftfeuchte, bezeichnet den Anteil des Wasserdampfes am Gasgemisch der Erdatmosphäre oder in Räumen.

Prof. Dr. Ekbert Hering, Dr. Gert Schönfelder

10. Schutz der Bauwerke vor Grundwasser, Versickerung

Grundwasserstand, Bemessungswasserstand; Dränung und Abdichtung von Bauwerken; Druckwasserhaltende Abdichtung; Dezentrale Regenwasserversickerung; Betonangreifende Wässer und Böden

Helmut Prinz, Roland Strauß

17. Tunnelbau

Grundbegriffe des Tunnelbaus; Aufgaben und Grenzen der Erkundung, Risikomanagement; Gebirgsklassifizierung für konventionelle Vortriebe; Ingenieurgeologische Baubetreuung; Standfestigkeit und Tragverhalten des Gebirges; Bauweisen: offene Bauweisen, konventionelle Tunnelvortriebe, Tunnelvortriebsmaschinen (Einsatzmöglichkeiten); Ausbrucharbeiten bei konventionellem Tunnelvortrieb; Sicherungsarbeiten, Gebirgsvergütung; Baubehelfsmaßnahmen

Helmut Prinz, Roland Strauß

18. Talsperrengeologie

Ingenieurgeologische Arbeiten; Spezielle Problemstellungen (u. a. Durchlässigkeit, induzierte Seismizität, Karstgestein, Instabilität der Hänge); Absperrbauwerke (Staumauern, Dämme); Untergrundabdichtung

Helmut Prinz, Roland Strauß

13. Standsicherheit von Böschungen

Böschungsneigungen in Lockergesteinen; Böschungen im Fels; Sicherungsmaßnahmen; Erfahrungswerte von Böschungsneigungen in Mittelgebirgen; Tertiäre und quartäre Gesteine, Braunkohletagebaue; Böschungen in Steine- und Erdenbetrieben

Helmut Prinz, Roland Strauß

3. Messung des Wasserstands

Der Wasserstand h ist nach DIN 4049-3 (1994) der lotrechte Abstand eines Punktes des Wasserspiegels über oder unter einem Bezugshorizont, z. B. durch einen Pegelnullpunkt PNP festgelegt (s. Abb. 3.1). Der Wasserstand wird üblicherweise in Meter oder Zentimeter angegeben. Die Kenntnis der Wasserstände eines Gewässers wird u. a. benötigt, umden Durchfluss Q mittels W-Q-Beziehung zu ermitteln (s. Abschn. 5.4),die hydrologischen Verhältnisse eines Einzugsgebietes, insbesondere den Wasserkreislauf und seine wasserwirtschaftlichen Nutzungen bzw. Nutzungsmöglichkeiten, beurteilen zu können,die Nutzung von Gewässern für den Schriftverkehr zu ermöglichen und zu sichern,Melde- und Warndienste, z. B. für Hochwasser, aufzubauen und zu betreiben,den Wasserstand von Gewässern in Hochwasser- und Niedrigwasserzeit zu regulieren,morphologische Veränderungen z. B. des Gewässerbetts, zu erfassen und zu beurteilen,den aktuellen Füllungsstand von Speichersystemen (z. B. Talsperren) als Grundlage für ihre Bewirtschaftung zu erfassen und zu nutzen.

Gerd Morgenschweis

9. Organisation von hydrologischen Messdiensten

Die Messung, Sammlunghydrologische Messdienste, Aufbereitung und Veröffentlichung hydrologischer Daten erfolgt durch die gewässerkundlichen Dienste der Landeswasserverwaltungen, der Wasserverbände und Organisationen, die für die Wasserwirtschaft eines Flussgebietes verantwortlich sind.

Gerd Morgenschweis

4. Messung des Durchflusses

Der Wasserstand h ist nach DIN 4049-3 (1994) der lotrechte Abstand eines Punktes des Wasserspiegels über oder unter einem Bezugshorizont, z. B. durch einen Pegelnullpunkt PNP festgelegt (s. Abb. 3.1). Der Wasserstand wird üblicherweise in Meter oder Zentimeter angegeben. Die Kenntnis der Wasserstände eines Gewässers wird u. a. benötigt, um den Durchfluss Q mittels W-Q-Beziehung zu ermitteln (s. Abschn. 5.4), die hydrologischen Verhältnisse eines Einzugsgebietes, insbesondere den Wasserkreislauf und seine wasserwirtschaftlichen Nutzungen bzw. Nutzungsmöglichkeiten, beurteilen zu können,die Nutzung von Gewässern für den Schriftverkehr zu ermöglichen und zu sichern, Melde- und Warndienste, z. B. für Hochwasser, aufzubauen und zu betreiben, den Wasserstand von Gewässern in Hochwasser- und Niedrigwasserzeit zu regulieren, morphologische Veränderungen z. B. des Gewässerbetts, zu erfassen und zu beurteilen, den aktuellen Füllungsstand von Speichersystemen (z. B. Talsperren) als Grundlage für ihre Bewirtschaftung zu erfassen und zu nutzen.

Gerd Morgenschweis

6. Datenerfassung und -fernübertragung

Grundsätzlich sollten Datenerfassung die in der Natur ablaufenden kontinuierlichen Prozesse nach Möglichkeit auch kontinuierlich gemessen werden. Diese Erfordernis führte in der Hydrometrie schon frühzeitig zur Entwicklung selbstregistrierender Messgeräte für Wasserstand und Durchfluss (und auch Niederschlag). In Abschn. 3.5.9 wurden im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Erfassung von Wasserständen die mechanischen und elektrischen Datenerfassungssysteme eingehend behandelt und ihre Vor- und Nachteile diskutiert. Da diese Informationen uneingeschränkt auf Durchflussmessdaten übertragen werden können, soll dieser Teil hier nur kurz angerissen werden.

Gerd Morgenschweis

5. Kontinuierliche Erfassung des Durchflusses

Nachdem in Kap. 4 das Spektrum der mobilen Durchflussmesstechnik detailliert behandelt wurde, soll in diesem Kapitel die gesamte Bandbreite der kontinuierlich den Durchfluss erfassenden Systeme vorgestellt werden. Sie liefern Durchflusswerte in hoher zeitlicher Auflösung, wie sie für die Steuerung von Wasserwirtschaftssystemen sowohl aus wassermengenwirtschaftlicher als auch aus ökologisch-gewässergütewirtschaftlicher Sicht zwingende Voraussetzung sind.Tab. 5.14 gibt einen Überblick über die Fülle der möglichen kontinuierlichen Durchflussmessverfahren, die im einzelnen ausführlich vorgestellt werden.Eine ganz aktuelle und äußerst innovative Entwicklungslinie verbirgt sich hinter dem Sammelbegriff „Messung der Oberflächengeschwindigkeit“ (Nr. 8 in Tab. 5.14). Hierbei wird die oberflächennahe Fließgeschwindigkeit entweder durch hochauflösende Aufnahme und Analyse der Oberflächenrauheit eines Gewässers mit Hilfe von Radarsensoren (Nr. 8a in Tab. 5.14) oder mit kamerabasierten optischen Verfahren (Nr. 8b in Tab. 5.14) abgeleitet. Die Verfahren setzen eine Mindestoberflächenrauheit voraus. Dies bedeutet, dass sie nicht universell einsetzbar sind. Dennoch sind sie als Ergänzung zu einem der übrigen installierten Systeme, auf jeden Fall bei Hochwasser, sehr nützlich. Die bisherigen Erfahrungen im Mittel- und Niedrigwasserbereich sind so vielversprechend, dass diesen relativ preiswerten Messsystemen durchaus eine gute Zukunftsperspektive zugetraut werden kann.

Gerd Morgenschweis

1. Einleitung

Das Kartellrecht ist auf dem Vormarsch: Es erfasst heute alle Unternehmen (gleich welcher Größe), alle Lebensbereiche, alle Verfahrensarten (Verwaltungsverfahren, Fusionskontrolle, Bußgeldverfahren, Zivilrecht) und alle (leitenden) Personen im Unternehmen.Dieses Buch hat das Ziel, Praktikern möglichst rasch einen fundierten Überblick über das Kartellrecht zu geben. Dabei kann es in zweifacher Weise genutzt werden: Zum einen als „Lesebuch“, um einen Gesamtüberblick zu erhalten. Zum andern kann es ad hoc die Lösung konkreter Fragestellungen mit kartellrechtlicher Prägung unterstützen. Für die Praxis ist es wichtig, sich die klassischen fünf „Einfallstore des Kartellrechts“ in die Unternehmenspraxis zu vergegenwärtigen: Vertragsrecht, Vertriebsrecht, M&A/Fusionskontrolle, Missbrauchskontrolle und Bußgeldverfahren. Allerdings bietet das Kartellrecht für ein Unternehmen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, die wirtschaftlich nicht ohne Bedeutung sein können.

Thomas Kapp

2. Land und Meer im Wandel – Norddeutschland bevor die Eiszeit kam

Deutschlands Norden kann grob in drei Regionen eingeteilt werden: (1) das Norddeutsche Tiefland, überwiegend bedeckt mit quartärem und tertiärem Lockergestein (Lockerdeckgebirge), (2) ein Übergangsgebiet mit weiten Becken (Münsterländer Bucht, Thüringer Becken), Schichtkämmen und Schichtstufen des mesozoischen Deckgebirges (z. B. Teutoburger Wald, Leine-Weser-Bergland) sowie (3) die Mittelgebirge, bestehend aus dem variszisch gefalteten paläozoischen Grundgebirge (Eifel, Rheinisches Schiefergebirge, Harz, Thüringer Wald, Erzgebirge). Eine Übersichtskarte gegliedert nach den Erdzeitaltern zeigt ◉ Abb. 2.1. Das Norddeutsche Tiefland im engeren Sinne mit seinen geringen Reliefunterschieden ist den Mittelgebirgen nördlich vorgelagert und beginnt etwa an der Linie Rheine – Osnabrück – Hannover – Braunschweig – Magdeburg – Köthen – Leipzig – Riesa – Görlitz. Aufgrund der Auflage von mächtigen quartären und tertiären Lockersedimenten (bis über 2000 m im Bereich des sogenannten „Hamburger Lochs“) ist das Relief kaum gegliedert. Nach Süden zu den Mittelgebirgen hin nimmt die Mächtigkeit der quartären Schichten zumeist ab. Im westlichen Teil des Norddeutschen Tieflands, welcher vorwiegend durch Altmoränen geprägt ist, sind besonders geringe Reliefunterschiede vorhanden. Im östlichen Teil beginnt ab der Lüneburger Heide eine abwechslungsreichere Landschaft mit welligen Höhenzügen, Talungen und weiten Ebenen. Hier sind zwei Nordwest-Südost verlaufende Landrücken mit Höhen von über 150 m über NN ausgebildet: Der südliche Landrücken, welcher nordöstlich der Aller und der mittleren Elbe von der Lüneburger Heide durch die Altmark und über den Fläming verläuft, besteht aus Moränen des letzten Abschnittes der Saaleeiszeit (Warthe-Stadium). Der nördliche Landrücken (im Wesentlichen die Pommersche Eisrandlage), der sich nordöstlich der unteren Elbe von Ostholstein durch Nordwest- und Ostmecklenburg sowie Nordostbrandenburg zieht, gehört zur Jungmoränenlandschaft und wird von Moränenzügen der Weichseleiszeit aufgebaut, in die zahlreiche Seen eingebettet sind.

Prof. Dr. Margot Böse, Dr. Jürgen Ehlers, Prof. Dr. Frank Lehmkuhl

8. Wassergewinnung durch Uferfiltration und Grundwasseranreicherung (Ruhrtal)

Entlang der etwa 220 km langen Ruhr befinden sich 26 Wassergewinnungen, diedie Ruhr und das ihr zuströmende Grundwasser als Rohwasserquelle nutzen.

Frank Wisotzky, Nils Cremer, Stephan Lenk

1. Wasserinhaltsstoffe, Grundwassertemperatur, Grundwassermessstellentypen und Quellen

Wasser kommt auf der Erde im gasförmigen Zustand (Wasserdampf), im flüssigen Zustand und als Festphase (Eis) vor. ImWasserkreislauf der Erde (Abb. 1.1) bewirkt die Sonneneinstrahlung, dass Wasser verdunstet (Evaporation inklusive Interzeption als Verdunstung von nassen Oberflächen), vor allem von freien Wasserflächen wie von Meeren, Seen und Flüssen oder von befeuchteten Landoberflächen.

Frank Wisotzky, Nils Cremer, Stephan Lenk

Frühzeitige Planungskommunikation – ein Schlüssel zur Konfliktbewältigung bei der Energiewende?

Der Beitrag geht der Frage nach, ob und wie Konflikte rund um Großprojekte der Energiewende durch eine frühzeitige Planungskommunikation zu bewältigen sind. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Konzipierungsphase der Öffentlichkeitsbeteiligung gelegt und die mit der Planungskommunikation verbundenen Herausforderungen werden – Partizipationsdilemma, Akzeptanzdilemma, Erwartungsmanagement, Frage der Beteiligungsintensität und der angemessenen Formate – dargestellt. Für die verschiedenen Herausforderungen werden überblicksartig Entscheidungsschritte und Handlungsalternativen aufgezeigt.

Kerstin Langer

12. Kartellrecht

Einer der Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft ist der freie Wettbewerb. Dieser sorgt dafür, dass die Anbieter von Waren und Dienstleistungen ihre Waren weiterentwickeln und die Qualität ihrer Produkte stetig verbessern. Der freie Wettbewerb verhindert zudem Monopolrenditen und die hierdurch bedingte Verteuerung von Waren und Dienstleistungen. Schließlich sorgt ein freier Wettbewerb für Konsumentensouveränität, indem er die Konsumenten in die Lage versetzt, frei zwischen den Angeboten verschiedener Leistungserbringer zu wählen. Ludwig Erhard beschrieb die Bedeutung des Wettbewerbs wie folgt: „‚Wohlstand für alle‘ und ‚Wohlstand durch Wettbewerb‘ gehören untrennbar zusammen; das erste Postulat kennzeichnet das Ziel, das zweite den Weg, der zu diesem Ziel führt.“Aufgabe des Kartellrechts ist es, den freien Wettbewerb mit seinen wichtigen Funktionen zu schützen. Dies gilt auch und nicht zuletzt für die Entsorgungswirtschaft. Das Bundeskartellamt hat in zahlreichen Entscheidungen und Stellungnahmen stets die Bedeutung des freien Wettbewerbs für die Entsorgungsbranche betont und sich für den Erhalt und die Stärkung des Wettbewerbsgrundsatzes eingesetzt. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass gerade im Entsorgungsbereich die Wettbewerbspolitik regelmäßig Gefahr laufe, hinter Partikularinteressen von Kommunen zurückgedrängt zu werden.

Dr. Jörg Karenfort, Dr. Hendrik Reffken

Chapter 19. Risikomanagement und Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft

Im vorliegenden Beitrag werden beispielhaft unterschiedliche Ansätze des Risikomanagements und das Verständnis von Nachhaltigkeit in der Wasserwirtschaft dargelegt. Die Darstellung richtet sich insbesondere an Leser aus anderen Fachdisziplinen, wie das Rechts- und Finanzwesen, den Fahrzeug- und Maschinenbau oder auch die sozialen Berufe. Die Zusammenhänge werden überblicksartig mit einzelnen konkreten Beispielen dargestellt mit dem Fokus auf die grundsätzlichen Denk- und Vorgehensweisen.

Klaus Röttcher

6. Die Bedeutung historischer und aktueller Gletscherforschungen des Alpenvereins für die Geowissenschaften

Zum Zeitpunkt von Eduards Richter Aufruf zur Beobachtung der Gletscher war kaum vorhersehbar, wie wichtig die damals begonnenen Messungen des Vorstoßes und Rückgangs im 21. Jahrhundert werden würden. Heute sind die zurückschmelzenden Gletscher zum Symbol des Klimawandels geworden. Das breite wissenschaftliche, aber auch gesellschaftliche Interesse an den an Gletschern erhobenen harten Fakten begründet sich aus der öffentlichen Diskussion zum Ausmaß und zur Ursache des Klimawandels und daraus erwachsenden Handlungsbedarf. Auf der Klimakonferenz von Paris wurde im Jahr 2015 ein weltweites politisches Übereinkommen zur Reduktion der Treibhausgase getroffen, mit dem Ziel, die globale Temperaturänderung bis zum Jahr 2100 auf 2 °C zu begrenzen. Die politische Umsetzung der Ziele ist wiederum nur möglich, wenn es entsprechendes Umweltbewusstsein und Akzeptanz für Maßnahmen in der Bevölkerung gibt, wobei die Kommunikation des Klimawandels und daher auch die Gletschermessungen eine wichtige Rolle spielen.

Andrea Fischer

7. Nachsorgender Bodenschutz und Altlasten

Vor der Erkundung, Untersuchung und Bewertung von Schadstoffen muss die Frage geklärt sein: Was sind Schadstoffe? (s. auch Kap. 3).

Dr. Frank-Michael Lange

9. Wie findet man die zuständigen Bodenschutzbehörden?

Dr. Frank-Michael Lange, Dr. Hellmuth Mohr, Dr. Andreas Lehmann, Jürgen Haaff, Prof. Dr. Karl Stahr

6. Vorsorgender Bodenschutz – Bodenkundliche Baubegleitung – Optimieren von Böden bei Baumaßnahmen

Böden sind eine zentrale Lebensgrundlage, zugleich wird durch die zunehmenden Ansprüche beim Wohnen, bei der Produktion, Freizeit und Infrastruktur Boden durch Bebauen so beansprucht, dass sein ökologisches Leistungsvermögen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt weiter besteht. Diese Einschränkungen durch Baumaßnahmen auf das gesellschaftlich akzeptierte Maß zu beschränken, ist auch Aufgabe der bodenkundlichen Baubegleitung. In der jüngeren Vergangenheit wich die bisherige Zurückhaltung der Genehmigungsbehörden, Investoren und Bauherren gegenüber dem Bodenschutz auf der Baustelle einer größeren Offenheit. Der mit zunehmendem Versiegelungsgrad steigende Bedarf an Bodenschutz sowie zahlreiche positive Erfahrungen mit der bodenkundlichen Baubegleitung haben zu einer gewachsenen Relevanz des Bodenschutzes geführt. Von den Verantwortlichen wurde vielfach erkannt, dass weiter reichende Kenntnisse zu Bodeneigenschaften und ein dementsprechend angepasstes Bauen die Qualität und Sicherheit, in manchen Fällen auch die Geschwindigkeit von Bauleistungen, erhöhen. Der Beitrag wendet sich an Bodenkundler sowie an Vertreter des Bauwesens und der öffentlichen Verwaltung. Er ermöglicht einen Einblick in die Prinzipien des Bodenschutzes beim Bau und nimmt zu deren Hintergrund Stellung. Darüber hinaus gibt er eine strukturierte Sammlung an Bodenschutzmaßnahmen wieder.

Dr. Andreas Lehmann

8. Boden als Abfall

Die Bedeutung der Probenahme an sich – das ist ganz besonders im Bereich Abfall gültig – und die Arbeit des Probenehmers wird heute immer noch unterschätzt und findet nicht immer die entsprechendeAnerkennung, die sie verdienen.Die Arbeit vor Ort, im Gelände entscheidet maßgeblich über die Qualität der Untersuchungsergebnisse. In Abb. 8.3 aus dem Altlastenhandbuch „Niedersachsen“ wird die Bedeutung der Probenahme sehr gut ersichtlich. Hier wird anhand des Anteils der Fehler der Probenahme sofort deutlich, welchen Einfluss die Probenahme hat.

Jürgen Haaff

9. Insel der Sommerfrische – Borkum

Derzeit profitiert Borkum vom Klimawandel: die Saison ist länger, da die milden Tage früher anfangen und später im Jahr aufhören. Dem steigenden Meeresspiegel und auch den stärker werdenden Sturmfluten stellt sich Borkum so entgegen, wie seit Jahrhunderten: mit immer massiveren Küstenbefestigungen. Befestigte Dünen, Deiche und Buhnen sollen die Erosion verhindern und die natürlich wandernde Insel am Ort halten, nicht nur zum Schutz der Menschen, sondern auch der Schifffahrtsstraßen, die nahe der Insel verlaufen: Aufrüstung gegen die Natur auf Steroiden.

Gabriele Kerber

6. Hydromorphologie in Auenbiotopen

Bei den großen mitteleuropäischen Strömen wie Rhein, Weichsel oder Donau handelt es sich um alte und in ihrer grundlegenden Struktur stabile, oberflächliche Entwässerungssysteme, die die relative Lage ihrer Wasserscheiden zueinander und die generelle Fließrichtung während des Quartärs grob beibehalten haben. Zeitliche Änderungen im Flusslauf lassen sich durch Schotterablagerungen oft bis in das Spätglazial recht gut geologisch belegen und gestatten eine Rekonstruktion von Flussverlagerungen. Einige der Fließgewässer sind bereits im Tertiär angelegt. Demgegenüber sind Stillgewässer inner- und außerhalb von Auengebieten, von Ausnahmen abgesehen, weit weniger beständige Strukturen (Kalbe 1997; Schönborn und Risse-Buhl 2013; Schwoerbel und Brendelberger 2013).

Thomas Meyer

Nutzung von Solarenergie im Campusquartier

Die TU Dresden verzeichnet durch Campuserweiterungen und intensivierte Nutzung seit Jahren einen kontinuierlich ansteigenden Elektroenergieverbrauch. Im Jahr 2015 belief sich dieser auf 56 GWh [1], was nach aktuellen Angaben des BDEW [2] näherungsweise dem Stromverbrauch privater Haushalte einer Stadt mit ca. 40.000 Einwohnern entspricht. Der damit verbundene Kohlendioxid(CO2)-Ausstoß erreichte mit ca. 25.000 t einen neuen Höchststand.

Dennis Thorwarth, Annina Gritzki, Maartje van Roosmalen, Sebastian Horn, Bernhard Weller, Clemens Felsmann

Open Access

9. Infrastrukturen (Energie- und Wasserversorgung)

Mit der Energie- und Wasserversorgung werden in diesem Kapitel zwei Sektoren betrachtet, denen jeweils eine große gesamtgesellschaftliche Bedeutung zukommt. Sie werden daher auch als Kritische Infrastrukturen (Bundesministerium des Innern 2009) bezeichnet, denn ihr Ausfall oder ihre Beeinträchtigung kann zu nachhaltig wirkenden Versorgungsengpässen, erheblichen Störungen der öffentlichen Sicherheit oder anderen Problemen führen (Deutscher Bundestag 2011). Die grundsätzliche Relevanz von Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf Kritische Infrastrukturen wie beispielweise die Energieversorgung ist zunehmend Teil der wissenschaftlichen Diskussion und auch für Deutschland erkennbar (z. B. Rubbelke und Vogele 2011; Schaeffer et al. 2012; Vine 2012; van Vliet et al. 2012; Groth und Cortekar 2015). Bei der Analyse möglicher Verletzlichkeiten dieser Kritischen Infrastrukturen sind grundsätzlich alle Gefahren relevant, die zu einer Unterbrechung der Versorgung führen können. Aspekte des Klimawandels und damit verbundene Folgen werden vor allem unter dem Oberbegriff der Naturgefahren diskutiert (Birkmann et al. 2010).

Dr. Markus Groth, Dr. Julia Rose

8. Kreiselpumpen

Je nach Bauart können Pumpen Verdränger- oder Strömungsmaschinen sein. Verdrängerpumpen sind meistens kleine Apparate wie z. B. Dosierpumpen, Hydraulikpumpen, Schmierölpumpen etc. Dieses Kapitel beschränkt sich auf die Behandlung radialer Kreiselpumpen, die vor allem in technischen Anlagen eingesetzt werden.

Peter von Böckh, Matthias Stripf

Chapter 2. Elektroenergiesysteme, Verbundsysteme

Die Wurzeln unserer heutigen Stromversorgung reichen zurück bis zur Entdeckung des Induktionseffekts durch Faraday im Jahr 1831, die Entdeckung des elektrodynamischen Prinzips durch Werner von Siemens im Jahr 1866 und den Beginn der großtechnischen Herstellung von Glühlampen durch Edison im Jahr 1879. Anfänglich wurden zahllose Gleichstromgeneratoren, später zunehmend auch Wechselstromund Drehstromgeneratoren dezentral in Fabriken, Bürohäusern, Hotels, Theatern etc. zur Stromerzeugung eingesetzt, zunächst überwiegend für Beleuchtungszwecke. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland etwa 500 in Privatbesitz befindliche dezentrale Kraftwerke, meist zur Eigenversorgung von Unternehmen oder Großgebäuden.

Adolf J. Schwab

Chapter 1. Elektrische Energie und Lebensstandard

Der Wohlstand einer Nation besitzt zwei Quellen. Man holt ihn entweder aus dem Boden oder man produziert. Beispiele für ersteres sind die erdöl-, erdgas-, diamanten-, gold- oder kohleexportierenden Länder, Beispiele für letzteres die so genannten Industrienationen. Ihre Industrien und Gewerbebetriebe erbringen sowohl mit klassischen als auch zunehmend mehr wissensbasierten Produkten und Dienstleistungen eine Wertschöpfung. Beispielsweise werden in Produktionsbetrieben Rohmaterialien ver- und bearbeitet, zu Produkten veredelt und für einen höheren Preis wieder verkauft.

Adolf J. Schwab

Generating Load Profiles Using Smart Metering Time Series

In this work we present a practice-oriented approach for generating load profiles as a means to forecast energy demand by using smart metering time series. The general idea is to apply fuzzy clustering on historic consumption time series. The segmentation yielded helps electricity companies to identify customers with similar consumption behavior. This knowledge can be used to plan available energy capacities in advance. What makes this approach special is that this approach segments consumption time series by time in addition to identifying customer groups. This is done not only to accommodate for customers potentially behaving completely different on working days than on local holidays for example, but also to build the resulting load profiles in a way the electricity companies can adapt with minimal adjustments. We also evaluate our approach using two real world smart metering datasets and discuss potential improvements.

Christian Bock

Chapter 4. Transparency

In the final report on its sector inquiry the Commission concluded that the state of transparency of the energy wholesale markets in the EU was insufficient. It also varied widely between Member States. In most Member States market participants had no access to information considered necessary to trade. The EU financial market legislation covered neither physical products nor derivative products not traded on regulated markets. Thus, energy and financial regulators were lacking a comprehensive overview of energy wholesale markets. The lack of transparency, in addition to the fact that market abuse can be a reason for concern, reinforced the need for sector-specific rules both on reporting obligations and on market abuse in energy wholesale markets.

Panagiotis Tsangaris

Chapter 5. Regulatory Enforcement

The REMIT prohibits two kinds of market behaviour, namely insider trading and market manipulation. With regard to inside information, REMIT provides in Article 3 for the prohibition of insider trading and in Article 4 for the obligation of market participants to publicly disclose inside information. Persons who possess inside information in relation to a wholesale energy product shall be prohibited from improper disclosure of that information as well as from trading in wholesale energy products and recommending another person to acquire or dispose of wholesale energy products on the basis of inside information. According to Article 2(1)(a) of the REMIT, information includes ‘information which is required to be made public in accordance with Regulations (EC) No 714/2009 and (EC) No 715/2009, including guidelines and network codes adopted pursuant to those Regulations’. This includes information referred to in the Regulation 543/2013 which amends the guidelines annexed to Regulation 714/2009. As it has been explained by the ACER, inside information should be considered as ad hoc, structured data that is likely to have a significant effect on price if it were made public. The definition goes beyond the periodic and regular publication of data under Regulations 714/2009, 715/2009 and 543/2013 and may be fulfilled by certain transparency information. As provided for in the REMIT and elaborated upon by the ACER, information on planned and unplanned unavailability of facilities for production, storage, consumption or transmission of natural gas or electricity may constitute inside information which needs to be published. Information on planned and unplanned unavailabilities of generation units may significantly affect the price of wholesale electricity as it affects the supply and, due to its influence on the supply curve, also the decisions of other suppliers, traders and users of electricity. In contrast, information on the actual generation output of generation units does not seem to qualify as inside information. Information on the actual generation output as such would not be likely to significantly affect the prices of wholesale energy products if it were made public. It is rather the information on planned and unplanned unavailabilities of generation units that directly affects the supply curve and thus impacts on prices.

Panagiotis Tsangaris

Kapitel 10: Hin zu einer ausgewogenen und angemessenen Nutzung des Nils

Bevölkerungswachstum und ineffiziente Wassernutzung, zunehmende Umweltverschmutzung und die Folgen des Klimawandels verschärfen die weltweite Wasserkrise. Die Erhaltung guter nachbarlicher Beziehungen zwischen den Staaten, die Süßwasserressourcen miteinander teilen, und die ausgewogene und angemessene Nutzung sowie der Schutz dieser Ressourcen zählen deshalb zu den größten Herausforderungen für die Staatengemeinschaft und an das Völkerrecht in diesem Jahrhundert. In der Entwicklung des internationalen Wasserrechts spiegeln sich die Notwendigkeit und das zunehmende Bedürfnis nach umfassenden wasserrechtlichen Regelungen wider.

Philine Wehling

Kapitel 1: Einleitung

Der Schutz und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Süßwasserressourcen gehören angesichts der zunehmenden weltweiten Wasserknappheit zu den größten Herausforderungen an die Staatengemeinschaft im 21. Jahrhundert. Die Wasservorkommen der Erde bestehen zu 97,5 Prozent aus Salzwasser und nur zu 2,5 Prozent aus Süßwasser. Etwa 70 Prozent der Süßwasserressourcen sind in permanenten Eis- und Schneeschichten gebunden, 30 Prozent bestehen aus Grundwasser und Bodenfeuchte und nur 0,3 Prozent sind See- und Flusswasser. Diese Süßwasservorkommen sind weltweit ungleich verteilt. In Regionen mit geringen Süßwasservorkommen führt der starke Anstieg der Wassernutzung durch Bevölkerungswachstum und Urbanisierung zunehmend zu Wasserknappheit.

Philine Wehling

Kapitel 7: Das rechtliche und kooperative Nutzungsregime am Nil

Die Entwicklung des Nilregimes kann als Paradebeispiel für den Erfolg und das Scheitern bei den Bemühungen um eine effektive Bewirtschaftung eines gemeinsamen Wasserlaufs bezeichnet werden. Die bestehenden Nilverträge beziehen nicht alle Anrainerstaaten ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unternahmen die Nilanrainer mehrere Kooperationsinitiativen. Diese Bemühungen mündeten 1997 in der Ausarbeitung des Kooperationsrahmenabkommens mit dem Ziel, einen umfassenden Rahmenvertrag über den Nil zu schließen und eine Nilkommission als ständiges Kooperationsorgan zu errichten.

Philine Wehling

Kapitel 8: Kooperationsrahmenabkommen für das Nilbecken

Im Rahmen der Nilbecken-Initiative wurde das Kooperationsrahmenabkommen für das Nilbecken (Agreement on the Nile River Basin Cooperative Framework, CFA) ausgehandelt und im Mai 2009 vom Ministerrat der Initiative angenommen. Das Kooperationsrahmenabkommen, auch Entebbe-Agreement genannt, wurde seither von sechs Nilanrainern unterzeichnet. Am 13. Juni 2013 hat Äthiopien als erster Nilanrainer das Abkommen ratifiziert, gefolgt von Ruanda am 28. August 2013 und Tansania am 26. März 2015. Das Abkommen tritt gemäß Art. 42 am 60. Tag nach der Niederlegung der sechsten Ratifikations- oder Akzessionsurkunde bei der Afrikanischen Union in Kraft.

Philine Wehling

Kapitel 4: Internationale Abkommen über grenzüberschreitende Süßwasserressourcen

Neben den universell geltenden Normen des Völkergewohnheitsrechts begründen zahlreiche bilaterale und multilaterale Wasserabkommen Rechte und Pflichten für die beteiligten Staaten. Abkommen über internationale Wasserläufe wurden auf universeller, regionaler und beckenspezifischer Ebene geschlossen. Der FAO-Index zu Vereinbarungen über internationale Wasserressourcen führt über zweitausend völkerrechtliche Verträge auf, von denen die große Mehrzahl bilaterale Abkommen sind. Allein zwischen europäischen Staaten bestehen derzeit über 40 Verträge über die Nutzung und den Schutz von Süßwasserressourcen. Der weit überwiegende Teil der Abkommen betrifft Oberflächenwasser, während Grundwasser bislang in der Vertragspraxis vergleichsweise wenig Beachtung fand.

Philine Wehling

Kapitel 5. Der Weg zur Nachhaltigen Marktwirtschaft

In Kap. 5 wird der Weg von einer die wirtschafts- und gesellschaftspolitische IST-Situation nicht mehr adäquat bezeichnenden Sozialen Marktwirtschaft zu einer Erweiterung derselben, zur Nachhaltigen Marktwirtschaft, beschrieben. Es wird dargelegt, inwiefern die Soziale Marktwirtschaft, an der wir immer noch festhalten, unzulänglich wurde und wie die Transformation zu einer Nachhaltigen Marktwirtschaft, die seit geraumer Zeit im Gange ist, aussieht. Dabei ist der Bezugsrahmen nicht mehr nur Deutschland, sondern die Europäische Union und letztlich die ganze Welt, die sich diesbezüglich im Umbruch befindet. Am Ende des Kapitels wird darauf eingegangen, welche Vorteile von einer Nachhaltigen Marktwirtschaft – zuallererst für unseren endlichen Planeten, für die Wirtschaft sowie das Miteinander der Menschen – zu erwarten sind.

Wolfgang Vieweg

Kapitel 5. Der Weg zur Nachhaltigen Marktwirtschaft

In Kap. 5 wird der Weg von einer die wirtschafts- und gesellschaftspolitische IST-Situation nicht mehr adäquat bezeichnenden Sozialen Marktwirtschaft zu einer Erweiterung derselben, zur Nachhaltigen Marktwirtschaft, beschrieben. Es wird dargelegt, inwiefern die Soziale Marktwirtschaft, an der wir immer noch festhalten, unzulänglich wurde und wie die Transformation zu einer Nachhaltigen Marktwirtschaft, die seit geraumer Zeit im Gange ist, aussieht. Dabei ist der Bezugsrahmen nicht mehr nur Deutschland, sondern die Europäische Union und letztlich die ganze Welt, die sich diesbezüglich im Umbruch befindet. Am Ende des Kapitels wird darauf eingegangen, welche Vorteile von einer Nachhaltigen Marktwirtschaft – zuallererst für unseren endlichen Planeten, für die Wirtschaft sowie das Miteinander der Menschen – zu erwarten sind.

Wolfgang Vieweg

9. Höhensysteme der nächsten Generation

HöhensystemeHöhensysteme werden klassischerweise durch nationale oder regionale Nivellementnetze realisiert. Dem Verfahren des geometrischen Nivellementsgeometrischen Nivellements sind allerdings einige inhärente Nachteile zu eigen, die das Verfahren – gemessen an den heutigen Ansprüchen an Genauigkeit und Effizienz – für großräumige oder gar globale Anwendungen ungeeignet machen. Moderne Satellitenverfahren eröffnen den Weg zu einer vollständigen Neudefinition von Höhensystemen und der Realisierung eines globalen, einheitlichen vertikalen Bezugsrahmens. Der vorliegende Beitrag beschreibt die derzeit noch aktuellen nivellementbasierten Höhensysteme, sowie die Methodik zur Realisierung eines modernen, satellitenbasierten Höhendatums.

Christian Gerlach, Thomas Gruber, Reiner Rummel
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