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22-03-2018 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Article

Wie wird man eigentlich Asset Manager?

Author:
Barbara Bocks
3:30 min reading time

Asset Manager, die sich um Kundenportfolios kümmern, müssen nicht nur hervorragende Kapitalmarktkenntnisse haben. Was sonst noch wichtig ist und wie Nachwuchskräfte in diesen Bereich gelangen. Teil 4 der Karriere-Serie.

Die Position des Asset Managers ist keine klassische Einstiegsposition im Finanzbereich. "Als Einstieg in das Asset Management bietet sich insbesondere die vorherige Teilnahme an einem Traineeprogramm zum Berufseinstieg für Hochschulabsolventen an", erklärt Siegbert Weissbrodt, Leiter Personal bei der Dekabank, gegenüber Springer Professional. Einen etwas anderen Weg ist Hendrik Hasselmann von der Commerzbank gegangen. Er arbeitet mit 29 Jahren seit knapp 8,5 Jahren im Wertpapierbereich, erst als Wertpapierspezialist im Private Banking und später im Portfoliomanagement. Aktuell betreut Hasselmann im Rahmen von Vermögensverwaltungsmandaten Kundenportfolios vermögender Privat- sowie institutioneller Kunden.

"Nach einer Bankausbildung habe ich zunächst zehn Monate als Privatkundenberater und später als Wertpapierspezialist gearbeitet. Parallel dazu habe ich berufsbegleitend meinen Bachelor in Management and Financial Markets an der Frankfurt School of Finance und Management absolviert", erklärt Hasselmann gegenüber Springer Professional. Anschließend hat er noch berufsbegleitend einen Master in "Finance" draufgesattelt und währenddessen als Portfoliomanager gearbeitet.

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"Potenzielle Nachwuchskräfte in diesem Bereich sollten ein starkes Interesse an den Finanzmärkten haben", erklärt Hasselmann. Die sich täglich ändernden Rahmenbedingungen der Wirtschaft hätten direkte Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Daher müssten Portfoliomanager diszipliniert die Märkte verfolgen und ihre Entscheidungen ständig hinterfragen. "Denn die gestern noch richtige Entscheidung kann morgen schon wieder in einem anderen Licht stehen. Daher muss das Portfolio ständig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden. Die kurzfristige Umsetzung entscheidet über den Erfolg oder Misserfolg der anvertrauten Portfolios", sagt Hasselmann.

Anforderungen an Asset Manager steigen

Hinzu kommt noch, dass steigende regulatorische und gesetzliche Anforderungen laut Weissbrodt dazu geführt haben, dass die Aufgaben im Asset Management heute deutlich komplexer sind als noch vor einigen Jahren. "Die Branche ist unter anderem durch regulatorische Vorgaben wie zum Beispiel aktuell Mifid II im stetigen Wandel. Daher muss ein Portfoliomanager nicht nur über Kapitalmarktkenntnisse verfügen, sondern auch immer aktuell über die juristischen und regulatorischen Veränderungen informiert sein. Nur so kann er sicherstellen, auch diesen Anforderungen gerecht zu werden", betont auch Hasselmann. "Anspruch und Aufgabenvielfalt werden auch zukünftig sehr hoch sein – gerade das macht die Arbeit im Asset Management aber auch interessant", so Weissbrodt weiter.

Neben Mifid II gibt es auch bei den Gebührenstrukturen aktuell einen Umbruch in der Branche. "Die Asset Management Industrie ist zunehmend bereit, einen Zusammenhang zwischen quantitativem Ressourceneinsatz und Gebühren herzustellen", erklärt Springer-Autor Martin Schliemann, Geschäftsführer der Frankfurt Finance Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, im fünften Kapitel des Fachbuchs "Kostentransparenz im institutionellen Asset Management" (Seite 82). Da nur wenige Portfoliomanager die Zukunft per se kennen, stellen erfolgsabhängige Gebührenmodelle laut Schliemann einen Anreiz dar, in Research, Know-how und Prozesse zu investieren. Der Nachteil erfolgsabhängiger Gebührenmodelle besteht laut des Experten allerdings in ihrer Komplexität.

Viele Bewerber auf Asset Manager-Positionen

Wer nur schnelles Geld verdienen wolle, ist laut Hasselmann in der Position des Portfolio Managers fehl am Platz. "Hier geht es um mittel- und langfristige Strategien." Der Weg in diesen anspruchsvollen Bereich sei zwar schwer, aber weiterhin sehr beliebt. "Daher sollte sich jeder Bewerber auf einen starken Wettbewerb um diese Positionen einstellen", so Hasselmann weiter. Die Dekabank achtet bei der Auswahl geeigneter Kandidaten auf hohe Eigeninitiative und Selbstständigkeit, auf Belastbarkeit, aber auch auf strukturiertes und analytisches Denkvermögen. Wichtig sind laut Weissbrodt darüber hinaus eine sehr gute Kommunikations- und Ausdrucksfähigkeit sowie Teamfähigkeit. Generell erhöhe erste Praxiserfahrung in einem entsprechenden Umfeld die Chancen der Bewerber.

Die Kandidaten, die sich bei der Dekabank bewerben, verfügen häufig bereits über erste Berufserfahrung. "Gerne sehen wir auch Zusatzqualifizierungen wie den Chartered Financial Analyst (CFA). Insbesondere bei spezifischem Asset Management mit Immobilien sind Zusatzqualifizierungen wie der Immobilienökonom sinnvoll", erklärt Weissbrodt. Auch Hasselmann von der Commerzbank absolviert aktuell die Ausbildung zum CFA.

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