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Organisationen machen große Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Ambidextrie, d. h. ihrer Fähigkeit sowohl Exploitationsziele (z. B. Effizienz, Vorhersagbarkeit) als auch Explorationsziele (z. B. Anpassbarkeit, Innovation) zu erreichen. Obwohl gemäß der Praxisliteratur Technologie in Software-Projekten dabei eine zentrale Rolle spielen kann, gibt es kaum Forschung dazu, wie technologische Faktoren Ambidexterie in Software-Projekten beeinflussen. In dieser Studie untersuchen wir die Rolle dreier technologischer Faktoren: kontinuierliche Integration, Standardisierung und Microservice-Architektur. Die Ergebnisse einer Mehrinformanten-Umfrage in 95 Projekten in der Schweiz und Dänemark zeigen, dass kontinuierliche Integration und Standardisierung mit höherer Ambidexterie einhergehen, während der Zusammenhang zwischen Microservice-Architektur und Ambidextrie nicht signifikant ist. Unser Artikel geht über die existierende Forschung hinaus, indem er zeigt, dass kontinuierliche Integration und Standardisierung nicht nur Exploitation, sondern auch Exploration fördern können. Wir diskutieren auch Gründe für den insignifikanten Zusammenhang zwischen Microservice-Architektur und Ambidextrie.
Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.
1 Einleitung
In Zeiten rasanter technologischer Veränderungen und dynamischer Märkte ist es für Organisationen entscheidend, sowohl effizient und vorhersagbar als auch anpassungsfähig und innovationsstark zu sein. Organisationen, die sich ausschließlich auf Effizienz und Vorhersagbarkeit konzentrieren, was die Organisationstheorie als Exploitation bezeichnet, haben Schwierigkeiten, auf veränderte Kundenbedürfnisse und technischen Fortschritt zu reagieren und gefährden damit ihre langfristige Wirtschaftlichkeit (March 1991). Umgekehrt leiden Organisationen, die einseitig ihre Anpassungsfähigkeit oder, in organisationstheoretischen Begriffen, Exploration priorisieren, unter Koordinationsproblemen sowie niedriger Effizienz, Regeltreue und Profitabilität in der Gegenwart (March 1991; Smith und Tushman 2005). Die Vernachlässigung von Exploitation oder Exploration kann damit das Überleben einer Organisation gefährden. Viele Organisationen streben daher nach der Fähigkeit, sowohl Exploitations- als auch Explorationsziele zu erreichen.
Die Organisationsforschung bezeichnet diese Fähigkeit als Ambidextrie (Birkinshaw und Gibson 2004; Gibson und Birkinshaw 2004; Probst et al. 2011; Raisch et al. 2009; Smith und Tushman 2005). Spätestens seit den 2010er-Jahren haben Führungskräfte die Wichtigkeit von Ambidextrie erkannt, wie sich in den Aktivitäten von Beratungsunternehmen1, MBA-Programmen2, Konferenzvorträgen3 und der Praxisliteratur (Beal 2022; Heller 2012; Kim et al. 2013) zeigt.
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Die bestehende Forschung zu Ambidextrie hat die Rolle von Organisationsstrukturen, Führungsverhalten, Arbeitsweisen und Spannungen auf verschiedenen Ebenen untersucht (Birkinshaw und Gibson 2004; Gibson und Birkinshaw 2004; Gregory et al. 2015; Iivari 2021; Probst et al. 2011; Raisch et al. 2009; Rosing und Zacher 2017; Smith und Tushman 2005). Vergleichsweise wenig Forschung existiert jedoch zur Rolle von Technologie, wenn auch einige Studien auf einen Zusammenhang zwischen Ambidextrie und technologischen Konzepten wie standardisierten Plattformen, Unternehmensarchitekturen und modernen Entwicklungstechnologien hindeuten (Krancher et al., 2018b; Ross et al. 2019; Tiwana 2014). Zudem untersuchen vergleichsweise wenige Arbeiten Ambidextrie auf Projektniveau (Werder und Heckmann 2019), obwohl die Ergebnisse von Software-Projekten die Informationstechnik-Fähigkeiten (IT-Fähigkeiten) einer Organisation prägen (Soh und Markus 1995), und Ambidextrie in Software-Projekten damit einen bedeutenden Beitrag zu Ambidextrie auf Organisationsebene leisten kann.
In diesem Artikel untersuchen wir, ob drei technologische Konzepte, die oft als gute Praxis in moderner Software-Projektarbeit beschrieben werden (Humble und Farley 2010; Kim et al. 2016; Ross et al. 2019), zu Ambidextrie in Software-Projekten beitragen. Das erste Konzept ist kontinuierliche Integration, bei der Entwickler Code mehrfach täglich zusammenführen, um Fehler zu reduzieren und neue Funktionalität rasch erproben zu können (Humble und Farley 2010; Kim et al. 2016). Das zweite Konzept ist Standardisierung von Applikationen und Geschäftsprozessen, was sowohl effiziente Zusammenarbeit als auch die flexible Rekombination von Komponenten ermöglicht (Ross et al. 2006; Sanchez und Mahoney 1996). Das dritte Konzept sind Microservice-Architekturen, die durch die Strukturierung von Software in kleine, modulare Bausteine sowohl Wiederverwendung als auch Anpassbarkeit versprechen (Ross et al. 2019; Taibi et al. 2017). Damit adressieren wir die folgende Forschungsfrage: Fördern kontinuierliche Integration, Standardisierung und Microservice-Architektur Ambidextrie in Software-Projekten?
Wir haben eine Mehrinformanten-Umfrage in 95 Software-Projekten durchgeführt. Die Ergebnisse unserer Regressionsanalyse zeigen signifikante positive Effekte von kontinuierlicher Integration und Standardisierung auf Ambidextrie und einen insignifikanten Effekt von Microservice-Architekturen. Diese Ergebnisse erweitern die bestehende Literatur, indem sie zeigen, dass Standardisierung und kontinuierliche Integration nicht nur Exploitation, sondern auch das gleichzeitige Erreichen von Exploitation und Exploration begünstigen. Gleichzeitig weisen unsere Ergebnisse auf mögliche Herausforderungen im Zusammenhang mit Microservice-Architekturen hin.
2 Hintergrundliteratur
In der Organisationstheorie bezeichnet Ambidextrie die Fähigkeit einer Organisation, sowohl Exploitations- als auch Explorationsziele zu erreichen (Tushman und O’Reilly 1996). Exploitation bedeutet einen Fokus auf Vorhersagbarkeit, Stabilität gegenwärtiger Prozesse, Effizienz und Maximierung des Wertes aus bestehenden Ressourcen. Exploration hingegen umfasst Anpassungsfähigkeit, Innovation, Experimentieren und proaktives Reagieren auf Veränderungen (March 1991). Organisationen müssen beide Aspekte in Einklang bringen, um erfolgreich zu sein. Ein zu starker Fokus auf Exploitation birgt das Risiko der Stagnation, während ein einseitiger Fokus auf Exploration die gegenwärtige Leistungsfähigkeit gefährdet (March 1991).
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Diese Fähigkeit – manchmal als Spannung oder Paradoxon konzeptualisiert (Gregory et al. 2015; Heller 2012; Iivari 2021) – ist Gegenstand von akademischer und Praxis-Literatur. Die Forschung hierzu begann in den 1960er-Jahren mit der Unterscheidung von mechanistischen und organischen Systemen (Burns und Stalker, Neu gedruckt in 2001), was später Arbeiten zu Spannungen zwischen Exploitation und Exploration inspirierte wie etwa die von March (1991) zu organisationalem Lernen. Mitte der 1990er-Jahre etablierte sich der Begriff Ambidextrie (Tushman und O’Reilly 1996) und eine Unterscheidung von drei Arten von Ambidextrie, die in einer Vielzahl von Studien vor allem auf Organisationsebene untersucht wurden (Werder und Heckmann 2019).
Strukturelle Ambidextrie bezieht sich auf einen Ansatz, bei dem separate Organisationseinheiten entweder der Exploitation oder der Exploration gewidmet sind (Smith und Tushman 2005). Diese Einheiten haben unterschiedliche Prozesse und Kulturen, sind aber auf höherer Ebene integriert, um Koordination zu gewährleisten. Gartner nannte dies 2014 „bimodale IT“ mit Modus 1 für Exploitation und Modus 2 für Exploration.
Temporale Ambidextrie benennt den Ansatz, zu unterschiedlichen Zeitpunkten den Fokus auf Exploitation oder Exploration zu legen (Smith und Tushman 2005). Beispiele hierfür sind Hackathons, Googles „20 %-Zeit“-Regel und Design Sprints (Knapp et al. 2016), die schnelle Innovationsprozesse getrieben durch fünftägige Workshops versprechen.
Während diese Arten von Ambidextrie Exploitation und Exploration an verschiedenen Orten (strukturell) oder zu verschiedenen Zeitpunkten (temporal) vorsehen, untersuchen zwei Literaturströme, wie Ambidextrie ohne räumliche und zeitliche Trennung erreicht werden kann. Ein Literaturstrom zur so genannten kontextuellen Ambidextrie untersucht Strukturen, die Mitarbeitenden ermöglichen, je nach Kontext den Fokus auf Exploitation oder Exploration zu legen (Gibson und Birkinshaw 2004; Probst et al. 2011; Rosing und Zacher 2017). In ihrer grundlegenden Forschung haben Gibson und Birkinshaw (2004) nachgewiesen, dass kontextuelle Ambidextrie durch Vertrauen, anspruchsvolle Ziele („stretch“), Unterstützung und Disziplin gefördert wird.
Der zweite Literaturstrom untersucht Ambidextrie auf der Ebene von Software-Projekten. Software-Projekte sind dynamische, komplexe, einmalige temporäre Strukturen, die darauf abzielen, Software zu entwickeln oder konfigurieren und in Organisationen einzuführen (Wiener et al. 2016). Forschung zu Ambidextrie in Software-Projekten zeigt, dass Software-Projekte mit einer Vielzahl von Spannungen konfrontiert sind (Iivari 2021) und dass die gleichzeitige Nutzung formaler und informaler Managementstrukturen Ambidextrie fördern kann (Gregory und Keil 2014; Ramesh et al. 2012; Tiwana 2010). Auch wenn Stimmen aus der Praxis zu neueren Entwicklungen wie DevOps, Unternehmensarchitektur und kontinuierlicher Integration andeuten, dass IT ebenfalls einen Beitrag zu Ambidextrie in Software-Projekten leisten kann (Forsgren et al. 2018; Kim et al. 2013, 2016, 2016; Ross et al. 2019), bleibt die Auswirkung technologischer Faktoren auf Ambidextrie in Software-Projekten weitgehend unerforscht (Werder und Heckmann 2019).
3 Hypothesen
3.1 Forschungsmodell
Unsere Studie zielt darauf ab, die Auswirkungen technologischer Faktoren auf Ambidextrie in Software-Projekten besser zu verstehen. Auch wenn der Großteil der Informationssystemsforschung Ambidextrie auf Organisationsebene betrachtet (Werder und Heckmann 2019), ist eine Untersuchung auf Projektebene aus zwei Gründen relevant. Erstens variieren technologische Faktoren (z. B. Softwareentwicklungstechnologien, Nutzung von Standardsoftware) auf Projektebene. Untersuchungen auf Organisationsebene können damit Varianz in technologischen Faktoren nur begrenzt erfassen. Zweitens kann argumentiert werden, dass Ambidextrie in Software-Projekten wesentlich zur Ambidextrie einer Organisation beiträgt. Denn die Applikationslandschaft einer Organisation ist zu einem bedeutenden Teil das Ergebnis ihrer Software-Projekte (Soh und Markus 1995), so dass Organisationen, deren Software-Projekte sowohl vorhersagbar als auch anpassungsfähig sind, auch vorhersagbarer und anpassungsfähiger darin sind, wie sie ihre Geschäftsprozesse und Produkte mit IT unterstützen.
Unsere Studie untersucht, wie Ambidextrie in Software-Projekten von drei technologische Faktoren abhängt, die in modernen Organisationen und der Praxisliteratur oft als gute Praxis genannt werden: (1) Kontinuierliche Integration (Humble und Farley 2010; Kim et al. 2016), (2) Technologie- und Geschäftsprozessstandardisierung (Ross et al. 2006; Weill und Ross 2004) gemessen in Form von Wissensspezifität (Dibbern et al. 2008) und (3) Microservice-Architektur (Ross et al. 2019; Taibi et al. 2017). Abb. 1 zeigt unser Forschungsmodell.
Kontinuierliche Integration (Continuous Integration, CI) bezeichnet einen Prozess, bei dem Entwickler systematisch und mehrfach täglich Code-Beiträge integrieren und auf einem Testserver deployen (Tripp et al. 2016). CI setzt auf Automatisierung von Deployment und Test-Prozessen. Diese Automatisierung fördert Qualität und Regeltreue, was Exploitation unterstützt (Beal 2022; Kim et al. 2016). CI ermöglicht es zudem, Fehler und Integrationsprobleme früh zu erkennen und zu beheben, was zu Verlässlichkeit und damit Exploitation beiträgt (Krancher 2020; Tripp et al. 2016). Gleichzeitig ermöglicht CI das schnelle Erproben inkrementeller Änderungen, was Experimente und Innovationen unterstützen und somit Exploration fördern kann (Knapp et al. 2016; Ries 2014). Daraus leiten wir die folgende Hypothese ab:
H1: Eine höhere Nutzung von kontinuierlicher Integration ist mit einer höheren Ambidextrie verbunden.
3.3 Wissensspezifität
Organisationen nutzen häufig standardisierte Prozesse und Rahmenwerke (wie Lean, Six Sigma, ITIL, SAFe, Cobit 5), um die Zusammenarbeit intern und mit externen Partnern zu erleichtern (Bharadwaj et al. 2013; Lee et al. 2010). Zudem nutzen Organisationen oft Standardsoftware, was Entwicklungsprozesse beschleunigt und das Finden von externen Partnern mit Kompetenzen in den vorhandenen Technologien erleichtert (Dibbern et al. 2008). Standardisierte Prozesse und Systeme können auch die Auditierbarkeit, Sicherheit und Stabilität erhöhen und damit zur Exploitation beitragen (Weill und Ross 2004). Gleichzeitig kann argumentiert werden, dass standardisierte Prozesse und Systeme schnelle Innovationen, das rasche Erfüllen von Qualitätskontrollen und das Einbinden von Services von externen Partnern ermöglichen. So empfiehlt beispielsweise die CISR-Gruppe des MIT standardisierte externe Plattformen, um Co-Kreation mit externen Partnern zu unterstützen (Ross et al. 2019). Wir untersuchen diese positive Wirkungen von Standardisierung mittels des Konstrukts der Wissensspezifität aus der Outsourcing-Forschung (Dibbern et al. 2008). Wissensspezifität bezeichnet – als Gegenstück zu Standardisierung – das Ausmaß, in dem ein Projekt Wissen zu Applikationen und Prozessen benötigt, das spezifisch für eine Organisation ist. Somit ist zu erwarten, dass Projekte mit hoher Wissensspezifität (z. B. Projekte mit Individualsoftware oder hochgradig angepasster Standardsoftware und einzigartigen Geschäftsprozessen) kaum von den oben genannten Vorteilen der Standardisierung profitieren. Unsere Hypothese lautet daher:
H2: Niedrigere Wissensspezifität geht mit höherer Ambidextrie einher.
3.4 Microservice-Architektur
Microservice-Architektur
bezeichnet Strukturen, bei denen Applikationen aus einer Sammlung kleiner, autonomer Dienste bestehen, die jeweils unabhängig einsetzbar sind und einen klar definierten Zweck erfüllen (Taibi et al. 2017). Es wird argumentiert, dass Microservice-Architekturen Ambidextrie in der Softwareentwicklung unterstützen, da sie Entwicklern ermöglichen, bestehende Dienste zu nutzen und darauf aufzubauen, wenn sie neue Produkte entwickeln (Beal 2022; Kim et al. 2016; Ross et al. 2006, 2019; Taibi et al. 2017; Tiwana 2014). So können Entwickler mehr Zeit für die Anpassung an Kundenbedürfnisse aufwenden (Exploration), während die Nutzung der firmeneigenen Microservices Standardisierung, Wiederverwendung, Sicherheit und Stabilität (Exploitation) fördert. Diese positiven Effekte von Microservice-Architekturen sind jedoch umstritten – mit akademischen Befürwortern von modularen Architekturen auf der einen (Ross et al. 2006; Tiwana 2014), den Bedenken einiger Praktiker4 auf der anderen Seite und Hinweisen auf Schwierigkeiten bei der Implementierung des Konzepts (Zhong et al. 2022). Wir untersuchen die Auswirkungen von Microservice-Architektur auf die Ambidextrie anhand der folgenden Hypothese:
H3: Eine stärkere Nutzung von Microservice-Architektur geht mit höherer Ambidextrie einher.
4 Methode
4.1 Datenerhebung
Wir testeten unsere Hypothesen durch eine Mehrinformanten-Umfrage unter Sponsoren und Entwicklern aus 95 Software-Projekten in Dänemark und der Schweiz. Eine Mehrinformanten-Umfrage reduziert Methodenverzerrung (Common-Method Bias), weil Daten zu unabhängigen und abhängigen Variablen aus unterschiedlichen Quellen stammen (Podsakoff et al. 2003). Wir kontaktierten potenzielle Organisationen in der Schweiz und Dänemark und fragten nach Software-Projekten, die in den vergangenen 12 Monaten abgeschlossen wurden. Interessierte Organisationen baten wir um die Kontaktdaten von Sponsor und Entwickler ihrer Projekte. Diese Teilnehmenden erhielten dann auf ihre Rolle zugeschnittene Online-Fragebögen. Wir erhielten Antworten von 133 Sponsoren und 115 Entwicklern. Für unsere finale Stichprobe von 95 Projekten erhielten wir die Antworten beider Rollen.
4.2 Instrumentenentwicklung und -validierung
Tab. 1 zeigt unser Messinstrument. Wir nutzten existierende Skalen wo möglich. Wir fokussierten auf Exploitation und Exploration als Komponenten von Ambidextrie (Gibson und Birkinshaw 2004; Werder und Heckmann 2019). Im Einklang mit Tiwana (2010) umfasste Exploitation die Dimensionen Effektivität (das Ausmaß, in dem die Produkte eines Projekts Anforderungen erfüllen), Zeiteffizienz und Budgeteffizienz. Wissensspezifität war ebenfalls ein multidimensionales Konstrukt mit den Dimensionen Domänenwissensspezifität und Applikationswissensspezifität.
Tab. 1
Umfrageinstrument (mit englischen Items)
Konstrukt
Alpha
Items
Quelle
Exploitation: Effektivität (Sponsor)
0,81
The software (Eft1) meets the functional requirements, (Eft2) meets end-user requirements (Eft3) fulfills technical requirements*, (Eft4) is reliable*, (Eft5) meets expectations with respect to ease of use
(Cef1) We (<business unit>) incurred large unplanned efforts for coordinating and monitoring <development unit>. (umgekehrt kodiert) (Cef2) We (<business unit>) incurred large unplanned efforts for guiding <development unit>. (umgekehrt kodiert)
(Adp1) <Development unit> fully incorporated new or changing requirements that emerged over the course of the project. (Adp2) When design changes were required to satisfy changing requirements, <development unit> fully incorporated these changes. (Adp3) <Development unit> always responded to changes in our needs even late in the project
(CI1) Members of the development team integrate code changes several times a day. (CI2) The development team has a process that generates a build of the software several times a day. (CI3) The developer team is automatically notified of any issues related to the automated compiling, deployment to test environment, or testing of code. (CI4) In this project, we create the build (i.e., an executable version of the software such as by including configuration files and an installer) in a fully automated way (e.g., by using a script or code)
This project requires (KSA1) detailed knowledge of software that exists in this form only at <customer organization>, (KSA2) in-depth knowledge about the structure and behavior of software components that have been developed specifically for <customer organization>, (KSA3) a lot of experience with software systems that exist only at <customer organization>
This project requires (KSB1) a thorough understanding of business processes that hardly exist in other organizations in this form, (KSB2) great knowledge of the specific business rules of <customer organization>, (KSB3) great familiarity with terms and concepts that exist only in the daily business of <customer organization>
(Mic1): The software consists of components or services that are independently deployable. (Mic2) The application consists of several services that are relatively autonomous. (Mic3) The application is based on an architecture that would allow to choose a variety of different technologies (e.g., programming languages) for each of the components of the application. (Mic4) The application consists of several services, each of which fulfils a single, clearly defined business purpose
Before the start of the project, I considered <development unit> to be (Tru1) exceptionally competent, (Tru2) exceptionally capable, (Tru3) sincere, (Tru4) reliable, (Tru5) consistently honest
Angepasst von (Lee und Kim 1999; Venkatesh und Bala 2012)
* Item wurde aufgrund niedriger Faktorladungen entfernt
Die Fragebögen wurden für die Schweizer Umfrage auf Deutsch und Französisch sowie für die dänische Umfrage auf Dänisch und Englisch formuliert. Die Validierung erfolgte durch einen Pretest, einen Pilotdurchlauf und eine Faktorenanalyse der finalen Daten (DeVellis 2012; MacKenzie und Podsakoff 2011). Die Validität und Reliabilität unseres Instruments wurde belegt durch (1) Faktorladungen von mindestens 0,6 (siehe Tab. 2), (2) deutlich niedrigere Kreuzladungen (höchster Wert: 0,32), (3) Cronbachs Alpha-Werte über 0,7 (siehe Tab. 1) und (4) Konstruktkorrelationen unterhalb der Quadratwurzeln der Average Variance Extracted (AVE) (Fornell und Larcker 1981).
Tab. 2
Ergebnisse der Faktorenanalyse
1
2
3
4
5
6
7
8
9
CI1
−0,08
0,80
−0,10
0,07
−0,05
−0,02
0,04
−0,18
0,06
CI2
0,07
0,87
0,10
0,05
−0,07
−0,05
0,03
0,05
0,07
CI3
0,07
0,73
0,33
−0,17
0,08
0,03
−0,12
−0,05
−0,02
CI4
0,05
0,63
0,46
0,14
0,08
−0,09
0,07
−0,17
0,19
KSA1
−0,13
−0,03
−0,12
0,86
0,05
0,09
−0,14
0,02
0,06
KSA2
−0,02
0,02
−0,04
0,87
−0,06
0,18
0,03
0,09
0,05
KSA3
0,04
0,05
0,07
0,86
0,04
0,18
0,02
−0,03
−0,16
KSB1
−0,02
0,13
−0,03
0,29
−0,01
0,79
−0,06
0,13
−0,17
KSB2
0,01
−0,17
0,02
0,11
0,13
0,86
−0,09
0,11
−0,03
KSB3
−0,18
−0,04
−0,17
0,14
0,22
0,80
−0,18
0,08
0,03
Mic1
−0,03
−0,05
0,07
−0,01
0,82
−0,01
−0,21
0,03
0,02
Mic2
−0,13
−0,03
0,11
0,03
0,84
0,05
0,01
−0,01
0,11
Mic3
0,06
0,20
−0,22
0,12
0,60
0,05
0,13
0,32
−0,01
Mic4
−0,08
−0,07
−0,06
−0,10
0,76
0,30
0,15
−0,01
−0,06
Tru1
0,80
0,21
−0,12
−0,05
−0,16
−0,09
0,10
0,00
0,17
Tru2
0,80
0,15
−0,13
−0,03
−0,12
−0,10
0,19
0,02
0,13
Tru3
0,76
−0,20
0,30
−0,04
0,05
0,05
0,15
−0,15
0,09
Tru4
0,76
−0,23
0,22
−0,07
0,01
−0,05
0,26
−0,13
0,17
Tru5
0,79
0,08
0,28
0,03
−0,03
−0,02
0,16
−0,18
−0,02
Eft1
0,09
0,13
0,74
0,02
0,05
−0,07
0,18
−0,24
0,16
Eft2
0,11
0,05
0,72
−0,14
0,07
−0,21
0,16
−0,11
0,32
Eft5
0,14
0,23
0,76
−0,03
−0,14
0,07
0,23
0,06
−0,02
Adp1
0,24
0,00
0,18
−0,02
0,00
−0,18
0,76
−0,22
0,16
Adp2
0,28
−0,01
0,33
−0,13
0,06
−0,12
0,75
0,00
0,06
Adp3
0,31
0,03
0,12
0,04
−0,05
−0,06
0,81
−0,10
0,23
Sef1
0,22
0,06
0,23
0,02
0,03
−0,06
0,21
−0,24
0,79
Sef2
0,24
0,17
0,16
−0,06
0,05
−0,09
0,18
−0,08
0,83
Cef1
−0,14
−0,17
−0,09
0,08
0,13
0,11
−0,11
0,86
−0,18
Cef2
−0,18
−0,11
−0,14
0,01
0,04
0,20
−0,16
0,88
−0,10
4.3 Datenanalyse
Wir testeten unsere Hypothesen mittels einer Regressionsanalyse. Wie in bisheriger Forschung zu Ambidextrie berechneten wir Ambidextrie als Produktterm aus Exploitation und Exploration (Gibson und Birkinshaw 2004; Tiwana 2010). Wir führten eine hierarchische Regression durch, bei der wir in Schritt (a) nur Kontrollvariablen und in Schritt (b) Kontrollvariablen und die unabhängigen Variablen des Forschungsmodells mitführten. Die Kontrollvariablen waren binäre Variablen für das Land Schweiz, Outsourcing und Wartung sowie metrische Variablen für Projektgröße (gemessen auf einer Fünf-Punkte-Skala) und Vertrauen, da Vertrauen als ein etablierter Prädiktor der kontextuellen Ambidextrie gilt (Gibson und Birkinshaw 2004). Drei fehlende Werte für CI und zwei fehlende Werte für Wissensspezifität wurden mit dem Mittelwert ersetzt.
5 Ergebnisse
Tab. 3 zeigt deskriptive Statistiken. Tab. 4 präsentiert die Regressionsergebnisse. Die Kontrollvariablen erklärten 39 % der Varianz von Ambidextrie. Vertrauen hatte eine positive, hochsignifikante Korrelation mit Ambidextrie (β = 0,59, p < 0,001).
*p < 0,05, **p < 0,01, ***p < 0,001, die Tabelle zeigt standardisierte Regressionskoeffizienten und Standardfehler in Klammern
Die drei technologischen Faktoren erhöhten die erklärte Varianz von Modell a zu Modell b um 10 % (F-Test p < 0,01), was auf eine bedeutende Rolle technologischer Faktoren hinweist. Im Einklang mit H1 und H2 zeigen die Regressionsergebnisse einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen kontinuierlicher Integration und Ambidextrie (H1, β = 0,23, p < 0,01) und einen signifikanten negativen Zusammenhang zwischen Wissensspezifität und Ambidextrie (H2, β = −0,24, p < 0,01). Die Beziehung zwischen Microservice-Architektur und Ambidextrie war nicht signifikant (β = 0,07, p = 0,40), so dass H3 nicht unterstützt wird.
6 Diskussion
Obwohl Organisationen große Anstrengungen für Ambidextrie machen und die Praxisliteratur Hinweise auf eine förderliche Wirkung technologische Faktoren in Software-Projekten liefert, gibt es kaum wissenschaftliche Evidenz zum Zusammenhang zwischen technologischen Faktoren und Ambidextrie in Software-Projekten. In dieser Studie haben wir drei technologische Faktoren auf ihren Zusammenhang mit Ambidextrie untersucht und dabei zwei signifikante Effekte gefunden.
Unsere Ergebnisse haben die Erwartung einer positiven Beziehung zwischen kontinuierlicher Integration (CI) und Ambidextrie bestätigt (β = 0,23, p < 0,01). Die Kultur und Arbeitsweise der modernen Softwareentwicklung (agil, DevOps) basiert auch auf den Mechanismen und der Automatisierung von CI (Beal 2022; Humble und Farley 2010; Kim et al. 2016; Ross et al. 2019). DevOps wurde entwickelt, um Vorhersagbarkeit und Stabilität (und somit Exploitation) sowie Anpassungsfähigkeit und Neuentwicklung (und somit Exploration) in Einklang zu bringen (Kim et al. 2013). Unsere Studie belegt, dass CI bei dieser Zielerreichung tatsächlich helfen kann.
6.2 Standardisierte Prozesse und Applikationen fördern Ambidextrie
Unsere Umfrage bestätigt die Hypothese, dass geringe Wissensspezifität mit höherer Ambidextrie einhergeht (β = −0,24, p < 0,01). Die Auswirkungen von spezifischem Wissen (nichtstandardisierte Prozesse und Systeme) wurden im Bereich des Offshoring und Outsourcing untersucht und als Teilursache für unerwartete Kosten identifiziert (Dibbern et al. 2008). Unsere Ergebnisse erweitern dieses Verständnis. Hochgradig unternehmensspezifische Prozesse und Applikationen in einem Software-Projekt, sei es ausgelagert oder nicht, gehen mit niedrigerer Ambidextrie einher, möglicherweise aufgrund zusätzlicher Kosten oder Zeitaufwände, etwa durch längere Wissensübertragungszeiten für neue Mitarbeiter, Nacharbeit wegen Missverständnissen und maßgeschneiderte Prozess- und Systemdokumentation. Ergänzend zur etablierten Ansicht, die Standardisierung mit Zentralisierung, Kapitalrendite und Projekteffizienz in Verbindung bringt (Lee et al. 2010; Weill und Ross 2004), zeigen unsere Ergebnis, dass Standardisierung auch Exploration unterstützen kann. Standardisierung ist möglicherweise vorteilhaft für Exploration, da sie Organisationen ermöglicht, schnell von Fortschritten in Standardtechnologien zu profitieren (z. B. Software-as-a-Service-Lösungen mit häufigen Releases) und weil Standardisierung die flexible Neukombination modularer Komponenten erleichtert.
6.3 Kein Nachweis für einen positiven Einfluss von Microservice-Architektur auf Ambidextrie
Hypothese H3 sagte eine positive Beziehung zwischen Microservice-Architektur und Ambidextrie voraus, doch die Ergebnisse waren nicht signifikant (β = 0,07, p = 0,40). Ein möglicher Grund hierfür könnten Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Microservice-Konzepts sein. Eine Studie zeigt, dass das Design von Applikationen im Einklang mit Prinzipien der Microservice-Architektur anspruchsvoll ist und dass Verletzungen dieser Prinzipien (z. B. Verletzung von Modularität) sowohl zu Qualitätsproblemen (d. h. Probleme mit Exploitation) als auch zu eingeschränkter Modifizierbarkeit (d. h. Probleme mit Exploration) führen können (Zhong et al. 2022). Eine andere Studie zeigt, dass eine besondere Schwierigkeit darin besteht, Domänenkonzepte in angemessene Microservice-Strukturen zu übersetzen, was sich in zu grobgranularen oder zu feingranularen Services niederschlagen kann (Zhong et al. 2024). Im Einklang mit diesen Ideen zeigen unsere Daten neben den in diesem Artikel berichteten Korrelationen auch signifikante positive Zusammenhänge zwischen Microservice-Architektur mit Aufgabeninterdependenz (r = 0,31, p = 0,002, gemessen durch drei Items) und mit Koordinationsproblemen (r = 0,21, p = 0,04, gemessen durch drei Items), was ebenfalls darauf hindeutet, dass der Versuch, autonome, unabhängig einsetzbare Dienste zu entwerfen, in der Praxis nicht immer gelingt. Es erscheint plausibel, dass Microservices, die zu feingranular oder nicht ausreichend modular gestaltet sind, zu Koordinationsproblemen und kognitiver Überlastung von Architekten und Entwicklern (Krancher und Dibbern 2012) führen können.
6.4 Implikationen
Diese Studie liefert drei wesentliche Beiträge zum Stand der Forschung. Erstens belegt unsere Studie einen Zusammenhang zwischen technologischen Faktoren und Ambidextrie auf Projektebene. Dies ist ein bedeutender Beitrag zur Ambidextrie-Literatur, die Ambidextrie bislang auf räumliche und zeitliche Trennungsstrategien (strukturelle und temporale Ambidextrie) (Smith und Tushman 2005), auf Individuen, die situativ Exploitation oder Exploration wählen (kontextuelle Ambidextrie) (Gibson und Birkinshaw 2004) oder auf Management-Strukturen, die formale und informale Elemente vereinen (Gregory und Keil 2014; Ramesh et al. 2012; Tiwana 2010), zurückführt. Unsere Studie zeigt dagegen, dass technologische Faktoren, insbesondere die Nutzung von CI und von Standardtechnologien und -prozessen, ebenfalls einen Beitrag zu Ambidextrie leisten können, der nicht durch existierende Ambidextrie-Konzepte abdeckt ist.
Zweitens bestätigt und erweitert unsere Studie Forschung zu CI und zu Standardisierung. Der signifikante Effekt von CI auf Ambidextrie ist im Einklang mit der Idee, dass häufiges, automatisiertes Deployment frühe Fehlerfindung (Krancher 2020; Tripp et al. 2016) und stabile, verlässliche Lieferprozesse ermöglicht (Beal 2022; Kim et al. 2016), während es gleichzeitig das schnelle Experimentieren mit alternativen Designs und neuer Funktionalität fördert (Krancher et al. 2018b). Die negative Korrelation zwischen Wissensspezifität und Ambidextrie zeigt, dass Standardisierung mit höherer Ambidextrie einhergehen kann. Dies ergänzt Perspektiven, die Standardisierung einseitig als Faktor für Exploitation sehen (Lee et al. 2010; Weill und Ross 2004). Möglicherweise hängt dieser Wandel mit technologischen Veränderungen hin zu mehr Automatisierung und komponentenbasierter Infrastruktur zusammen, wodurch Standardkomponenten einfacher und schneller kombiniert und somit für Innovationszwecke genutzt werden können.
Drittens setzen unsere Ergebnisse zu Microservice-Architektur zumindest ein Fragezeichen hinter Perspektiven, die lose gekoppelten Komponenten als Beitrag zu Ambidextrie sehen (Kim et al. 2016; Ross et al. 2006, 2019). Unsere Ergebnisse bekräftigen damit Arbeiten, die auf Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Microservice-Architekturen hinweisen (Zhong et al. 2022, 2024).
Die Kernimplikation aus unserem Artikel für die Praxis ist, dass Organisationen die disziplinierte Nutzung von kontinuierlicher Integration (CI) und von Standardtechnologien forcieren sollten, um sowohl Effizienz und Anpassungsfähigkeit in Software-Projekten zu fördern.
6.5 Limitationen und künftige Forschung
Unsere Studie ist nicht ohne Limitationen. Erstens basiert unsere Studie auf Korrelationen und ermöglicht daher nur in begrenztem Maß starke kausale Schlussfolgerungen. (Quasi‑)Experimentelle Methoden und Fallstudien könnten zusätzliche wertvolle Einblicke in kausale Zusammenhänge liefern. Zweitens beschränkt sich unsere Untersuchung auf die Analyseebene von Software-Projekten. Künftige Forschung könnte untersuchen, wie sich Ambidextrie in Software-Projekten auf Ambidextrie der IT-Organisation und der gesamten Organisation auswirkt (Werder und Heckmann 2019). Drittens kamen die Befragten aus der Schweiz und Dänemark und damit aus Kulturen mit niedrigem Kontext, hohem Vertrauen und relativ flachen Hierarchien (Meyer 2014), was kontextuelle Ambidextrie möglicherweise begünstigt und damit die Ergebnisse beeinflusst hat. Es ist möglich, dass Studien in anderen Kulturräumen andere Ergebnisse zutage fördern würden. Viertens beleuchtet unsere Studie nur die Assoziation einzelner Faktoren mit Ambidextrie, nicht deren Kombination. Ein tieferes Verständnis des Zusammenspiels dieser Faktoren könnte für Praktiker wertvoll sein. Fünftens verdient die Beziehung zwischen standardisierten Prozessen und Ambidextrie sowie die Rolle von Continuous Delivery weitere Forschung. Continuous Delivery, als Weiterentwicklung von CI hin zu häufigen automatisierten Releases in Produktionsumgebungen, könnte ebenfalls Ambidextrie fördern und wird stark von IT-Governance und Entscheidungsstrukturen beeinflusst, was zukünftige Untersuchungen inspirieren könnte.
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