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20-11-2018 | Wirtschaftsrecht | Nachricht | Article

VÖB fordert "Sandkästen" für Finanzmarktinnovationen

Author:
Angelika Breinich-Schilly
2 min reading time

Immer mehr Banken und Fintechs arbeiten zusammen und entwickeln neue Geschäftsmodelle. Der Bundesverband Öffentlicher Banken fordert deshalb sogenannte Sandboxes als neuen Regulierungsansatz.

Noch halten sich die Wachstumsraten aufstrebender Fintech-Unternehmen in Grenzen, sagt eine Oliver Wyman Studie. Doch werde deren wirtschaftliche Bedeutung stetig zunehmen, so die Prognose. Zugleich belasten klassische Banken die noch immer niedrigen Zinsen und hohe Regulierungskosten. Laut VÖB sehen die Institute in der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse nicht nur eine Chance, den sich ändernden Kundenerwartungen zu begegnen, sondern auch ein hohes Sparpotenzial.

Digitale, innovative Prozesse zu entwickeln, braucht aber Zeit und kostet Geld. So kooperieren immer mehr Banken mit den jungen Fintechs. Sie profitieren von deren Ideen und erhoffen sich, die Effizienz der eigenen IT durch das Auslagern von Aufgaben weiter zu optimieren. Die Tech-Start-ups wiederum nutzten die Partnerschaften, da die Regulierungsanforderungen im Finanzsektor hohe Markteintrittsbarrieren für sie darstellen. 

Sandboxes für innovative Ideen               

Dennoch unterliegen Finanzmarktinnovationen strengen Regeln. Sogenannte Innovationspole, bei denen Fintechs mit Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um Geschäftsmodelle besser einordnen zu können, seien ein erster Schritt, den Graben zwischen Innovation und Regulierung zu überbrücken. Der VÖB setzt sich zudem für sogenannte regulatorische Sandboxes ein. "Sie gehen einen Schritt weiter, indem Aufsichtsbehörden für den Betrieb eines Fintech-Geschäftsmodells einen speziell zugeschnittenen Aufsichtsrahmen schaffen", heißt es in einem aktuellen VÖB-Papier. 

Oft werde unter dem Begriff eine kontrollierte Testumgebung für neue Geschäftsmodelle von Fintechs verstanden. Die Sandboxes sollen diesen die Einführung innovativer Geschäftsideen in der Finanzbranche erleichtern, ohne als Bank eingestuft zu werden. Großbritannien nehme hier eine Vorreiterrolle ein. Dort wird seit Juni 2016 bereits ein solches Instrument von den Aufsichtsbehörden zur Verfügung gestellt. Auch in den Niederlanden wurde eine Sandbox 2016 eingeführt. Auch andere EU-Länder arbeiten an entsprechenden Ausnahmeregeln für ihre Finanzmärkte.

Regelung soll für Fintechs wie Banken gelten

"Wir befürworten nachdrücklich die Absicht der EU-Kommission, aus Gründen der Wettbewerbsgleichheit die Rahmenbedingungen für Sandboxes zu harmonisieren", so der Verband. Allerdings sollten nicht nur Fintechs in den Genuss der Regelung kommen. Auch bereits etablierte Kreditinstitute sollen von den Ausnahmeregelungen profitieren können, betont der VÖB.

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