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27-04-2020 | Zahlungsverkehr | Nachricht | Article

Verbraucher betrachten Bargeld als sicheren Hafen

Author: Angelika Breinich-Schilly

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Bereits 2019 ist die Menge des Bargelds in deutschen Haushalten laut einer Studie um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Im Zuge der Corona-Krise horten offenbar noch mehr Menschen Banknoten in den eigenen vier Wänden.

Als Folge der Corona-Krise legen die Deutschen noch mehr Bargeld unter ihre Matratze, als sie es ohnehin schon tun. Wie eine Analyse von Barkow Consulting im Auftrag der ING Deutschland zeigt, hat der Bargeldumlauf im März 2020 zugenommen. In der gesamten Eurozone betrug das Plus acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von diesem entfallen laut Studie rund 20 Prozent oder sechs Milliarden Euro allein auf deutsche Privathaushalte. Dabei hatten deutsche Verbraucher bereits Ende 2019 insgesamt 253 Milliarden Euro als Bargeld zuhause. Das ist ein Anstieg von 31 Milliarden Euro gegenüber 2018. Durchschnittlich hat demnach jeder Deutsche daheim mehr als 3.000 Euro auf dem Schrank oder unter dem Kopfkissen.

Für seine Studie hat Barkow Consulting die Bargeldhaltung privater Haushalte innerhalb der letzten 20 Jahre in Deutschland ausgewertet. Dazu wurden Daten der Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank sowie des Statistischen Bundesamtes herangezogen. Demnach haben sich seit Ende 2013 die Bargeldbestände mehr als verdoppelt.

Verunsicherung befeuert Bargeldhortung

"Die vergangenen 20 Jahre waren von unterschiedlichen Blasen und Krisen an den Finanzmärkten gekennzeichnet. Dazu kommt die anhaltende Niedrigzinsphase in der jüngeren Vergangenheit. Es ist also kein Wunder, dass die Deutschen scheinbar etwas verunsichert sind und einen Teil ihres Geldes lieber unter das Kopfkissen legen", erläutert Thomas Dwornitzak, Leiter Sparen und Anlegen bei ING Deutschland. Durch die Inflation hätten die Deutschen damit in den vergangenen Jahren einen Wertverlust von durchschnittlich etwa ein bis zwei Prozent erlitten.

"Interessant ist, dass Bargeld zwar die Rolle eines sicheren Hafens aus Sicht der Kunden behält, aber gleichzeitig zunehmend die Rolle als Zahlungsmittel verliert. In den letzten Jahren haben wir schon eine konstante Entwicklung in Richtung bargeldlosen Zahlungen gesehen. Die Auswirkungen von Covid-19 haben zu einem sprunghaften Anstieg bargeldloser Zahlungen geführt, was einem Anstieg entspricht, den wir sonst in einem Zeitraum von drei Jahren sehen", betont Jürgen von der Lehr, Leiter Daily Banking und Payments bei ING Deutschland. "Inzwischen erfolgen schon mehr als 70 Prozent der Transaktionen im Handel kontaktlos."  Ein "signifikanter Anteil" davon über das Smartphone.

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