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01.12.2020 | Energie + Nachhaltigkeit | Im Fokus | Online-Artikel

Blockchain kann Erneuerbare Energien pushen

verfasst von: Frank Urbansky

3 Min. Lesedauer
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Blockchain und Energiewirtschaft passen gut zusammen. Gerade bei einem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien ist diese Form der digitalen Dokumentation angebracht.

Je mehr Stromproduzenten ins Netz einspeisen, desto komplexer wird die Verwaltung und Dokumentation der erzeugten und verbrauchten Strommengen. Die digitale Technologie der Blockchain eignet sich hier besonders. "Da in vielen energiewirtschaftlichen Prozessen eine hohe Anzahl an Akteuren beteiligt ist und viele Interaktionen unterschiedlicher Art notwendig sind, ist eine Integration der Blockchain-Technologie naheliegend", beschreibt dies ein Springer-Vieweg-Autorenkollektiv um Joachim Klaus im Buchkapitel Blockchain in der Energiewirtschaft auf Seite 330.

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Die möglichen und durch eine Blockchain zu dokumentierenden Bereiche reichen von der Bereitstellung von Regelenergie und anderen netzstabilisierenden Maßnahmen über den Stromhandel auf allen Ebenen inklusive Zertifizierungs- und Herkunftsnachweisen, die Steuerung von Energieverbräuchen bei vernetzten Geräten bis hin zur Automatisierung der Rechnungsprozesse. Das wiederum ermöglicht eine weitgehende Transparenz für alle am Markt Beteiligten – ob nun Prosumer, Kraftwerks- oder Netzbetreiber.

Unverwechselbare Identität für jede Komponente

Derzeit wird am Fraunhofer FIT zusammen mit 21 Partnern und unter Leitung der Deutschen Energieagentur (dena) ein Machine Identity Ledger für die Energiewirtschaft erstellt. Dieses auf der Blockchain basierende Register kann automatisches Gerätemanagement in einem digitalen Energiesystem ermöglichen. Gerade bei vielen Geräten, also Produzenten und Verbrauchern, ist es wichtig, dass jede Komponente eine unverwechselbare Identität besitzt, um verlässlich Liefer- und Vertragsbeziehungen eingehen zu können. Gleichzeitig müssen die Systemsicherheit hoch und die Kommunikationskosten gering gehalten werden. Genau das kann eine Lösung auf Blockchain-Basis.

"Es fehlt an digitalen Diensten, die auf dem Smart-Meter-Rollout aufsetzen, interoperabel sind und alle Anlagen des Energiesystems einschließen und erfassen. Ein Identitätsregister, das auf dezentral operierenden Kommunikationstechnologien erprobt wird, ist besonders aufgrund der stark verteilten Anlagenstruktur hilfreich", so Philipp Richard, Teamleiter Digitalisierung bei der dena.

Diese Lösung soll auch dabei helfen, weitere systemdienliche Dienste und marktorientierte Anwendungen aufzubauen. Dabei wird der Smart Meter Gateway (SMGW), der im Zuge des Anfang 2020 gestarteten Smart-Meter-Rollouts zunächst bei allen Verbrauchern von mehr als 6.000 kWh Strom im Jahr eingebaut wird, als Vertrauensanker eingebunden.

Smart Meter als Grundlage

"Mit dem Marktstammdatenregister und dem SMGW haben wir bereits wichtige Elemente für die informationstechnische Vernetzung aller Akteure geschaffen. Diese Bausteine gilt es jetzt mittels Blockchain Machine Identity Ledger zu verbinden und damit die digitale Lücke auf dem Weg in eine marktwirtschaftliche, hocheffiziente Echtzeit-Energiewirtschaft weiter zu schließen", so Jens Strüker vom Fraunhofer Blockchain-Lab in Bayreuth, der das Projekt wissenschaftlich begleitet.

Auch die aream Gruppe, ein Finanzinvestor aus Düsseldorf, unterstützt die Umsetzung einer solchen Lösung. Sie beteiligt sich an dem 2008 in Frankreich gegründeten Unternehmen WPO, das diese Entwicklung mit der Ausgabe von Green Token, einer Blockchain-Technologie, vorantreibt. "Künstliche Intelligenz und Blockchain ermöglichen neue Wirkungsgrade beim Betrieb der Anlagen", sagt Markus W. Voigt, Geschäftsführer von der aream. Eine von WPO betriebene und auf Blockchain basierte Plattform verwaltet oder beaufsichtigt mehr als 600 Anlagen in zwölf europäischen Ländern mit einer Kapazität von mehr als 5 GW, was in etwa 2.000 Windrädern und rund 12 Millionen Solarmodulen entspricht.

Gerade solche Größenordnungen an Erzeugungsanlagen bedürfen einer genau zuordbaren Erfassung und nachvollziehbaren Zusammenfassung. "Im Kontext der gegenwärtigen Energiesysteme können Blockchain-Technologien als innovative Newcomer angesehen werden, die größtenteils nicht Teil existierender Energie-Regime sind und in relativ kleinen, geschützten Nischen entwickelt und implementiert werden", fasst diese Möglichkeit ein Springer-Vieweg-Autorenkollektiv um Bernd Teufel im Buchkapitel Transformation oder Disruption im Energiemarkt? ab Seite 269 zusammen.

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