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22.05.2018 | Energie | Im Fokus | Online-Artikel

Flächendeckend Wärmeverbrauch digital erfassen

verfasst von: Frank Urbansky

2:30 Min. Lesedauer
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​​​​​​​Das digitale Erfassen von Wärme- und Wasserverbräuchen steckt noch in den Kinderschuhen. Am Markt gibt es jedoch schon praktikable Lösungen. In Berlin startet eine flächendeckende Einführung.

Die Digitalisierung der Energie- und Wohnungswirtschaft setzt auch die digitale Erfassung der Verbräuche und deren intelligente Weiterverarbeitung voraus. "Intelligente Messsysteme erfassen Verbrauchs- und Betriebsdaten von Strom, Wärme und Warmwasser für ein Gebäude gleichzeitig und automatisch. Eine Anbindung der Messsysteme an IT-gestützte Backend-Systeme wie ERP- und Abrechnungssysteme der Wohnungswirtschaft lässt eine automatisierte Übertragung der Daten in diese Systeme zu", beschreibt die gesamte Kette der Informationsverarbeitung die Springer Gabler- Autorin Astrid Schultze in ihrem Buchkapitel Die Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft – Aktuelle Trends und zukünftige Herausforderungen auf Seite 185. 

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Die Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft – Aktuelle Trends und zukünftige Herausforderungen

Die Lebens- und Arbeitswelt der Gesellschaft hat sich durch die Informations- und Kommunikationstechnologien tiefgreifend verändert. Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen ist für den Großteil der Bevölkerung zur Selbstverständlichkeit geworden.


Für die Energie- und die mit ihr verbundenen Wohnungswirtschaft ergibt sich daraus eine ganze Reihe von Vorteilen, die in neuen Geschäftsmodellen münden könnten. Seitens der Energiewirtschaft kann der Wohnungsmarkt leichter erschlossen werden. Möglich sind Contracting-Modelle, die nicht nur die Lieferung von Energie, sondern auch deren Verwaltung und Abrechnung beinhalten – ein Markt, der bisher den Messdienstleistern vorbehalten war.

2.000 Kilometer überwachtes Wärmenetz

In Berlin nun startete im Januar ein Projekt, bei dem die Vattenfall-Tochter Wärme Berlin auf die flächendeckende Einführung von smarten Wärmezählern setzt. Es ist das erste Projekt dieser Art in Deutschland. Den Anfang machte das Rote Rathaus, der Sitz der Stadtregierung. Ihm sollen alle Anschlüsse entlang des 2.000 Kilometer langen Wärmenetzes in der Hauptstadt folgen.
Für die Kunden bleibt die Installation, die zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll, kostenfrei. Die Anzahl der Netzinformationspunkte liegt derzeit bei 60. Schon bald sollen es 20.000 für insgesamt 1,2 Millionen Fernwärmekunden sein. Verbunden sind sie dann mit der Wärmeleitwarte, von der aus die gesamte Fernwärmeversorgung in Berlin überwacht und gesteuert wird. 

Die Zeit des manuellen Ablesens, nicht nur zeit- und geldaufwändig, sondern auch fehlerbehaftet, gehört dann der Vergangenheit an. Alle 15 Minuten werden die hausbezogenen Verbrauchsdaten für Temperatur, Druck und Durchflussmenge erfasst und per GMS-Signal weitergesendet. Die ebenso digitale Auswertung ermöglicht nach Auskunft des Unternehmens ein Energiemanagement auf völlig neuer Stufe. Der Kunde kann anhand seiner Verbrauchsparameter eine maßgeschneiderte Wärmeversorgung erhalten und sein Nutzungsverhalten anpassen. 

Daten wichtig für Sanierung

Diese Technik ist zudem Basis für energetische Optimierungen wie bei der Gebäudesanierung. Die gewonnenen Daten vereinfachen darüber hinaus Abrechnung, Störungsanalyse und Kundenberatung. Die Vattenfall Wärme Berlin investiert insgesamt rund 9,3 Millionen Euro in das Projekt.

Der Nutzen wird erheblich sein. 

Mit der Anbindung von Wärmezählern und Heizkostenverteilern direkt oder über einen Datensammler an ein Smart Meter Gateway können weitere Skaleneffekte realisiert werden. Durch die Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Partnern lassen sich Lösungen mit dem Ziel einer kombinierten und beschleunigten Energieabrechnung bspw. für die Wohnungswirtschaft schaffen. Basis der Zusammenarbeit sind die Möglichkeiten im Rahmen des neuen Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG)", 

beschreibt dies Springer Vieweg-Autor Paul-Vincent Abs in seinem Buchkapitel Das Smart Meter Gateway – Der kritische Erfolgsfaktor für die Digitalisierung der Energiewende auf Seite 611.

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