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08.05.2013 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Belastungstest für die Energiewende

Autor:
Julia Ehl
1:30 Min. Lesedauer

Gemeinsam mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), der TU Dortmund und der ef.Ruhr-Forschungs-GmbH hat das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Rahmen der "Trendstudie Strom 2022" einen Belastungstest der Energiewende durchgeführt. Sie listet die politisch zu berücksichtigenden Herausforderungen von 2012 bis zum Jahr 2022 auf und identifiziert wesentliche Kostentreiber und Probleme.

Die Studie belegt, dass bei der Umsetzung der bisher gegebenen politischen Vorgaben sowohl die angestrebte Reduzierung des CO2-Ausstoßes als auch die Versorgungssicherheit sichergestellt ist. Der geschätzte Ausbau von Windkraft- und Photovoltaikanlagen wird in den nächsten 10 Jahren zu Mehrkosten von rund 45 Mrd. EUR führen. Pro Kilowattstunde (kWh) Strom werden die Kosten im Jahre 2022 bei 13 ct liegen. Der Kostenanstieg ist hauptsächlich durch den steigenden Anteil der Stromproduktion durch Erneuerbare Energien begründet und wird in der Studie mit ca. 3 ct/kWh angegeben.

Als Risikofaktor für die Versorgungssicherheit wird in der Studie eindeutig der kurzfristig fehlende Netzausbau identifiziert. Ohne einen Netzausbau sähe sich v.a. der Norden mit erheblichen EE-Abschaltungen konfrontiert. Im Süden würden regionale Kapazitätsengpässe zu Schwierigkeiten führen. Auf lange Sicht gesehen ist der Zubau von konventionellen Kapazitäten von Relevanz.

Als wichtigste Maßnahme zur Beschränkung der Mehrkosten und damit zum Erreichen einer wirtschaftlichen Energiewende empfehlen die Ergebnisse der Studie eine Reduktion des Ausbaus von Offshore-Windanlagen und Photovoltaikanlagen.

Adolf J. Schwab betrachtet in seinem Beitrag "Elektrische Energie, Lebensstandard, Versorgungssicherheit" den vielfach vernachlässigten wichtigen Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von preiswerter elektrischer Energie und dem Erhalt unserer heutigen Lebensqualität. Dabei stellt Schwab auch eine interessante Beziehung zwischen der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes und des Nettostrom- und Primärenergieverbrauchs her.

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