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17.06.2015 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Ressource Information als Schlüssel für den Energiesektor

Energieunternehmen sind vom Anstieg der digitaler Daten und Informationen überproportional betroffen. Informationsflut, -verarbeitung und -systeme müssen zusammengeführt und bearbeitet werden. Marius Schönberger kommentiert.

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind wesentliche Faktoren für die Zuverlässigkeit und Stabilität der gegenwärtigen Energieversorgung in Deutschland. Die permanente Entwicklung moderner Hardwaregeräte und -systeme sowie dadurch resultierende, neuartige Kommunikationsmöglichkeiten für die Verbreitung und Verwendung von Informationen, haben innerhalb der letzten Jahre weitreichende Veränderungen im Alltag hervorgerufen. Hiervon ist die Energiewirtschaft nicht ausgenommen; insbesondere für die Realisierung eines neuen, effizienten und wettbewerblichen Umbaus dieser bedarf es neuer, intelligenter Lösungen für die Erzeugung, Speicherung und den Vertrieb von Energiedienstleistungen. Der korrekte Umgang mit der Ressource Information ist für den Energiesektor ein Schlüssel, den aktuellen Wandel und die damit verbunden Herausforderungen zu bewältigen.

Datenmenge wird drastisch steigen

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Die Fülle an digitalen Informationen wird laut einer aktuellen Studie vom EMC innerhalb der nächsten Jahre explosionsartig zunehmen. Demnach wurden im Jahr 2013 weltweit insgesamt 4,4 Zettabytes an Daten generiert. Bis zum Jahr 2020 wird ein Anstieg auf 44 Zettabytes prognostiziert. Unternehmen aus dem Energiesektor sind von dieser Entwicklung deutlich überproportional betroffen: Nicht nur Smart Metering und Smart Grid sorgen für einen Anstieg der Datenmengen, auch auf der Vertriebsseite werden durch immer neuere Kontakt- und Absatzkanäle immense Datenmengen anfallen. Egal ob über PC, Smartphone, Tablet oder Social Media: Der Kunde verlangt über alle Kanäle hinweg die Bereitstellung konsistenter Informationen.

Im Zuge der Realisierung intelligenter Strommärkte anfallenden Aufgaben, wie bspw. der Weiterentwicklung und Ausbau der Netze zur Sicherstellung der Stromversorgung, der Ausstattung privater und öffentlicher Haushalte mit Smart Meter oder auch der Anfertigung exakter Prognosen über Erzeugungs- und Marktdaten, spiegeln nur einen Bruchteil der Tätigkeiten wieder, deren Umsetzung eine Informationsflut verursachen wird.

Messerwerte spielen die zentrale Rolle 

Die beschriebene Problematik wurde ebenfalls von der Bundesnetzagentur im Eckpunktepapier zu den Aspekten des sich verändernden Energieversorgungssystems beschrieben: "Mit Blick auf die Zukunft der Energieversorgung, in der von einer aktiveren Beteiligung aller Akteure ausgegangen wird, wird die Messwerterfassung, -bereitstellung und -verarbeitung eine noch zentralere Rolle einnehmen, da fast jedes (denkbare) Geschäftsmodell auf diesen Werten beruht".

Herausforderungen für Energieunternehmen

Von diesem Standpunkt aus bestehen für Energieunternehmen drei wesentliche Herausforderungen, die es zukünftig zu bestehen gilt:

  1. Die Informationsflut: Das zunehmende Informationsangebot kann nicht oder nur bedingt aufgenommen werden.
  2. Die Informationsverarbeitung: Die durch das zunehmende Informationsangebot zur Verfügung gestellten Daten können nicht zu Wissen verarbeitet werden, und erscheinen den Unternehmen häufig als unwirtschaftlich
  3. Die Informationssysteme: Bestehende Informationssysteme liefern oftmals im Unternehmen keine relevanten Informationen für die Unternehmensführung.

Informationsmanagement weiterentwickeln

An dieser Stelle wird ein zeitgemäßes und modernes Informationsmanagement benötigt, welches die großen Datenmengen aus den unterschiedlichen Systemen zusammenführt, diese analysiert und in Echtzeit verarbeitet. Weiterhin müssen durch das Informationsmanagement Maßnahmen zur besseren Ausschöpfung der technischen und organisatorischen Informationsreduktion bereitgestellt werden.

Letztendlich werden weder Unternehmen aus dem Energiesektor noch aus der IKT-Branche alleine solche Lösungen entwickeln und betreiben können. Zukünftig müssen daher Partnerschaften geschlossen werden, damit neue Entwicklungen vorangetrieben werden können und man sich gemeinsam gegen die Informationsflut stellen kann.

Zum Autor

Marius Schönberger ist Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Hochschule Kaiserslautern, im Fachbereich Betriebswirtschaft, Studiengang Information Management und Autor des Buchkapitels "Die Rolle des Endkunden im Smart Market" im Buch Smart Market.

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