Skip to main content
main-content

20.12.2016 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Mehr Effizienzmaßnahmen für Kommunen im Wärmemarkt

Autor:
Frank Urbansky
2 Min. Lesedauer

Ohne mehr Effizienz im Heizungskeller gelingt die Energiewende nicht. Wissenschaftler kritisieren, dass vorrangig Gebäudeeigentümer gefördert werden. Kommunen jedoch wären deutlich wichtiger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat schon 2012 erkannt, dass der Wärmemarkt der schlafende Riese der Energiewende ist. Doch getan hat sich seitdem wenig. "Als größter Energieverbraucher in Deutschland bietet der Wärmemarkt ein immenses Energieeffizienzpotenzial. 80 Prozent aller Gebäude in Deutschland verschwenden Energie, weil sie mit veralteter Technik beheizt werden", schätzt Springer Gabler-Autor Uwe Holzvoigt die Potenziale in seinem Buchkapitel "Heizung, Sanitär und Solar – Nachhaltigkeit aus einer Hand" auf Seite 214 ein. 

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Heizung, Sanitär und Solar – Nachhaltigkeit aus einer Hand

Der Begriff "Nachhaltigkeit" ist wohl einer der am häufigsten verwendeten Begriffe in der deutschen Wirtschaftswelt. Die Anzahl der Unternehmen, in denen eine nachhaltige Unternehmensstrategie oder die nachhaltige Produktion von Gütern fester Bestandteil ist, steigt stetig.


Und tatsächlich hat die Bundesregierung 2016 mit verschiedenen Maßnahmen versucht, diese Potenziale zu heben. Zu nennen wären das Marktanreizprogramm (MASP) und das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) sowie das Austauschprogramm für alte Heizungspumpen. Diese zielen vor allem auf Gebäudeeigentümer.

Rechtliche Möglichkeiten nutzen

Genau diese Strategie wird von Wissenschaftlern bemängelt. Zu diesem Schluss kommt eine Metastudie der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), die insgesamt 16 wissenschaftliche Arbeiten untersucht. Zwar weisen alle untersuchten Studien demnach ebenfalls auf die Notwendigkeit einer höheren Effizienz bei Wärmerzeugung und -verbrauch hin. Doch sie sehen auch einen deutlichen Nachholbedarf in Bezug auf die einzelnen Akteure im Wärmemarkt. Kritisiert wird, dass Städte und Kommunen bisher kaum einbezogen wurden. Gerade diese könnten über die Bauleitplanung wichtige Weichen für leitungsgebundene Wärmeversorgung, Erneuerbare Energien oder Energieeffizienz stellen. Im rechtlichen Bereich sehen die Experten auch weitere Steuerungsmöglichkeiten, so bei einer stärkeren Vollzugskontrolle im Hinblick auf die Einhaltung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) und eine Ausweitung der Nutzungspflicht für Erneuerbare Energien im Gebäudebestand. Diese gilt bisher, mit Ausnahme von Baden-Württemberg, nur für Neubauten.

Öl und Gas zu billig

Auch ein weiteres Hemmnis wird erkannt - die aktuell niedrigen Ölpreise, auch wenn diese aufgrund der aktuellen Beschlüsse des OPEC-Kartells am Steigen sind, und damit korrelierend die niedrigeren Preise für Erdgas, das immerhin 50 Prozent des deutschen Wärmemarktes abdeckt. Hier wünschen die Experten ökonomische Anreizinstrumente wie Steuern, Abgaben, Gebühren oder Fördermittel. Zudem sollte Strom aus Erneuerbaren Energien stärker in die Wärmeversorgung eingebunden werden, was allerdings neue Speichertechnologien benötigt.

"Ziel der Bundesregierung ist es, bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben. Dazu müsse der Energieverbrauch der Gebäude gesenkt und gleichzeitig der Ausbau erneuerbarer Energien zur Wärmenutzung vorangetrieben werden. Die Wärmewende sei mitentscheidend für die Energiewende", fasst die notwendigen Maßnahmen Springer-Autor Josef Gochermann in seinem Buchkapitel "Regional – kommunal – individual"  auf Seite 244 zusammen. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

07.09.2015 | Energie | Interview | Onlineartikel

Batteriespeicher 2025 und Wärmemarkt 2050 quo vadis?

16.06.2016 | Energiewende | Im Fokus | Onlineartikel

Lokale Netzwerke unterstützen die Wärmewende

19.05.2015 | Energie | Im Fokus | Onlineartikel

Details zum Stand der Energiewende

    Bildnachweise